Sonntag, 13. Februar 2011

Wieder einmal auch sonntags daneben...

und man ist es sich ja ein wenig gewohnt, dass man als SPler nicht immer auf der Seite der Sieger fühlen steht und auch heute scheinen die Vorzeichen nicht wirklich gut:
So wie es zumindest in meiner Stadt aussieht, habe ich nur bei der Ständeratsersatzwahl eine Gruppe finden können, welche sich an der Spitze befindet und meine Meinung teilt. Eine absolute Mehrheit ist es aber mit Bestimmtheit nicht geworden. Aber mich stimmt die Meldung für den 2. Wahlgang am 6. März zuversichtlich, dass Ursula Wyss auch im bereits ausgezählten Berner Oberland hinter dem deutlich führenden Adrian Amstutz souverän und deutlich vor Christa Markwalder den 2. Platz belegt. Für die FdP-Stadt Langenthal mit Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann und Regierungsrat Hans-Jürg Käser ist das Abschneiden von Christa Marwalder unglaublich überraschend und umso enttäuschender. Das hätte ich nie erwartet. Ich dachte, sie gewinne in Langenthal deutlich. Mitnichten. Da muss sich die FDP des Kantons Bern bezüglich des zweiten Wahlgangs echt Gedanken machen, ob ein erneutes Antreten noch Sinn macht.

Eine deutliche Sprache spricht der nachfolgende Zettel. Da waren die ersten Umfragen, bevor die Geldmaschinerie der Schützen und SVP und Waffenlobby in Gang gebracht wurden, welche eine Mehrheit für die Waffenschutzinitiative voraussagten, täuschend. Vielleicht liegt es auch daran, dass man heute scheinbar Wahlen und Abstimmungen gewinnt, wenn man das Heimatgefühl der Schweizerinnen und Schweizer wecken kann. Schweizer wählen SVP. Oder wie Rapper Knackeboul auf Facebook kommentierte: "Ihr habt doch einen an der Waffe(l)!"


Wenngleich knapp und doch nicht minder enttäuschend aus meiner Sicht, sieht es bei der Konsultativabstimmung über Mühleberg II aus. Gerne möchte ich den 2603 Ja-Sagenden in unserer Stadt das Ergebnis über die Abstimmung in Nidwalden zum Wellenberg unter die Nase halten. Himmeldonner. Sollen wir den Atom-Müll im Schoren verlochen?


Eine finanzpolitische, echt bernisch-hausgemachte Katastrophe zeichnet sich zudem in der sogenannten Ecotax-Abstimmung zur Senkung der Motorfahrzeugsteuern im Kanton Bern ab. Was ich überblicken kann und sich so auch in Langenthal bewahrheitete ist, dass hier der Volksvorschlag aus Garagistenkreisen  eine Mehrheit findet. Diese würde dem Kanton erhebliche Einbussen bescheren, welche im Budget nicht zu kompensieren wäre.... dann sparen wir dann halt wieder bei der Schule oder so... easy....

Nun. Ich hoffe noch auf den Einfluss unserer Städte auf die Ergebnisse im Kanton Bern. Zudem führt YB 1 zu 0 und so wird wohl auch der SC Langenthal gegen Visp noch das eine oder andere gut zu machen gedenken. Aber ob der heutige Sport wirklich meine "Begeisterung" für die Politik des heutigen Tages wird erretten können?

Kommentare:

uertner hat gesagt…

Die SP leidet seit langem an der unkritischen Begleitung durch die Presse. Das geschönte Wunschbild der Presse wird dann für eine Abbildung der Realität gehalten, in die hinein dann politisiert wird. Gerade der Angriff auf den Waffen-Staats-Mythos hätte eigentlich von allem Anfang an als mit der SP-Geschichte inkompatibel und nutzlos erkannt werden können.
Doch die dusselige Annabelle-Petition und dei Aufregung die in der Folge in den Medien generiert wurde, wurde mit der "Volksmeinung" verwechselt. Das Trommelfeuer von Statistiken, Schauermeldungen und Studien verpuffte so in den leeren Raum hinaus, wo nach wie vor der örtliche Schützenverein eine Realität darstellt, die eine gewisse Aussstrahulung besitzt. In den Umfragen - denen sich die SVP-Püffel gerne verweigern: säge Nüt zu dettigem chabis - spielt dann noch der "Lehrer-Schüler" effekt. Man getraut sich nicht dem Befrager die "falsche" Meinung zu sagen. Gerade auf Facebook war eine klick-Abstimmung zu sehen, welche bei 1600 Teilnehmern ein Nein von 54% prognostizierte. Die Telefonumfrage gibt nur Propaganda-Wirkung der gleichgeschalteten Presse wieder, vermag aber nicht in die "suisse profonde" einzudringen. Die SP hat durch die alleinige Drohkulisse der Waffeninitiative eigentlich alles erreicht: Taschenmunition weg, freiwillige Heimfassung. Es ist schon zuviel. Der Stimmbürger begriff, jetzt geht es nur noch um Bürokratie und Enteignung von liebvoll gehegten Erbstücken.

Reto M. hat gesagt…

und der FC Zürich hat ausgeglichen...
himmeldonnerwetter... auch das noch.

Mir passt am Kommentar die ewig gleiche Argumentation der scheinbar immer linken Journalisten nicht, obwohl die meisten Medien nach wie vor bürgerlich - dort wo das Kapital sitzt - beheimatet sind.

Diesbezüglich sollte wirkliche Transparenz der Finanzierung von Abstimmungskampagnen herrschen, wie ich auch schon oft forderte:

Befürworter der Waffeninitiative hatten 300'000 CHF. Gegner 3 Millionen. Das spielt einfach ebenso mit, wie die Kommentatoren von Befragungen und Statistiken, welche sich im Vorfeld als anders erwiesen (ich sage nicht falsch - denn Meinungen können wechseln), als sie sich heute darstellen.

Anonym hat gesagt…

Die Linken und die Grünen sind,trotz ihrer eindeutigen Niederlagen, schlechte Verlierer, welche an ihrer ewiggestrigen Politik der staatlichen Bevormundung krampfhaft festgeklammern. Der Souverän hat den Kurs vorgegeben, akzeptiert ihn - seid nicht wie Schnittlauch: aussen grün und innen hohl...

Anonym hat gesagt…

Und wieder unterstellt ein Linker (und erst noch ein Lehrer!!) dass alle Stimmbürger die nicht so gestimmt haben wie ER es gerne hätte, dumme Idioten sind. Die "Geldmaschine" der SVP und der Lobby der Gewehrfetischischten verführt spielend diese Dummköpfe und sie folgen den Parolen wie blöde Schafe. Lehrer die solche Beleidigungen ins Netz stellen sollten nicht mehr auf unsere Kinder losgelassen werden.

Reto M. hat gesagt…

Werte Anonyme.
Warum denn immer anonym?
Und ausserdem:
Warum denn so aggressiv, Herr F.?

Die bösen Linken und Lehrer!
Werden Sie, lieber Anonymer, doch auch Lehrer. Es ist ein schöner Beruf und meine Schülerinnen und Schüler werden Ihnen bestätigen, dass ich keinerlei linken Einfluss auf sie ausübe.

Liebe Grüsse und besten Dank für den ehrenwerten Kommentar.

Anonym hat gesagt…

Rückwirkend muss oder kann, je nachdem wo man politisch steht, man sagen, dass die Waffenschutzinitiative vor allem gute Propaganda für die SVP war. Die SVP hätte es selber nicht besser machen können