Mittwoch, 2. Februar 2011

Tolle Aussichten... die Berner und ihr Atomstrom.


Jede und jeder der/die raucht, weiss, dass dies den Tod bedeuten könnte. Und trotzdem raucht er oder sie weiter. Ähnlich scheint es mir in der Debatte um ein neues AKW in Mühleberg in diesen Tagen zu gehen. Sicher ist keine Technologie, niemand will die Atomabfälle zwischen- oder endlagern und doch schreit wahrscheinlich am 13. Februar eine Mehrheit danach, dass man ein neues AKW in Mühleberg ruhig weiterplanen soll. Da können die Plakate der AKW-Befürwortenden noch so stümperhaft schlecht gemacht sein, die Botschaft von der drohenden Stromlücke - die wissenschaftlich erwiesen höchstens statistischen und ökonomischen Charakter* und nie und nimmer reellen hat - bleiben bei den Menschen haften. Auch in mir, der momentan in den Bergen einem seiner letzten verbliebenen Hobbys, nebst dem Politisieren fröhnt, macht sich natürlich Gedanken, ob angesichts der künftigen Stromversorgung das Unterstützen von künstlich beschneiten Hängen und modernen Liftanlagen im Berner Oberland noch Sinn macht.
Die Erhöhung von Grimsel West und die Option, dass binnen der nächsten 20 Jahre sowohl die Technologien alternativer Energien, sowie die Energieeffizienz weiterhin derart verstärkt und verbessert werden, dass wir - wenn wir endlich der auswegslosen AKW-Verehrung abschwören - bald schon energieeffizienter und ökologischer die Berghänge heruntersausen könnten oder überhaupt mit unserem Strom haushalten würden, zaubert mir ein Lächlen auf das Gesicht, das mich doch für die restlichen 2 Tage mit meinem Tun in den Bergen versöhnen wird.
Ich verspreche zumindest, dass ich ab Morgen meine Spuren im Schnee nicht auch noch per IPhone-App tracken werde, was wiederum mehr Strom braucht. Aber als Freund der Statistik komme ich schlecht davon los. Hier die Ausbeute des heutigen Morgens:



* Eine Stromlücke entsteht nur dann, wenn wir weiterhin teuren Spitzenstrom in ganz Europa exportieren, während wir in der Nacht günstigen Atomstrom aus dem Ausland einkaufen, um die Pumpspeicherwerke wiederum zu füllen. Schwören wir also diesem Zusatzverdienst unserer Stromproduzenten ab, wird ein grosser Teil des Problems betreffend einer möglichen Stromlücke bereits erledigt sein.

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