Sonntag, 27. Februar 2011

Das Ende des Blogs naht: Highlight 2/3

Nun, da ich mich entschlossen habe, mein Bloggen einzustellen, wenn der 1000. Eintrag erreicht ist, was Morgen der Fall sein wird, lohnt es sich aus meiner Sicht 3 Highlights aus den vergangenen dreieinhalb Jahren meines Bloggertums noch auf den aktuellsten Daten zu hinterlassen. Hier somit als 998. Eintrag folgende Replik, welche im Original hier nachzulesen ist.

Es war damals die Zeit, in welcher eine Kompanie unserer Armee, der ich angehörte, zum Zelten eine Nacht mitten in einem FSME- und Borreliose-Hochrisiko-Gebiet der Schweiz verbrachte, ich, inklusviver kleiner Zecke am Knie, mitten im Sommer, als die Medien nicht wussten, was sie sonst schreiben sollten, das Kanderunglück nicht allzuweit weg war und die Sonntagszeitung gar auf Seite 2 schrieb: "Stadtratspräsident von Langenthal unter den Opfern...": Nun denn. Mein Bloggen fand scheinbar und auch diverse Mal die Beachtung der Medien... manchmal eben gar mehr, als mir dies lieb war:

Armee und Biwak und Angst

Als ich vorhin gar im Radio DRS von der Biwakübung mit Zeckenbefund hörte und auch einen Telefonanruf erhielt, dass es schon im Teletext stünde, dachte ich mir bloss:

"Ich nehme meinen persönlichen Bericht vom Netz, da ich nicht derjenige war, der mit der Geschichte zur Presse rannte."

Ich habe Angst, dass der Eindruck entstehen könnte, dass ich es war. Frage mich hingegen auch, warum ich denn diese Angst entwickle, denn ich verstiess gegen keine Regel, (derjenige welche zur Presse ging eventuell auch nicht,) die es zu beachten gilt. Ich nenne weder Abteilung, noch Ort, welche mittlerweile nun beide vom VBS bekannt gegeben wurden. Ich will diese Geschichte auch nicht ausschlachten, sie für hohe Lesezahlen oder meine Bekanntheit ausnutzen. Das ist nicht mein Stil. Aber ich kann sagen und deshalb berichtete ich in diesem Online-Tagebuch auch darüber: "Ich habe Angst."

Zwar versuchte ich stets in mir die Hysterie tief zu halten. Ich blieb ruhig und sachlich, auch als Betroffener, auch im vorherigen Bericht. Doch die Berichte, welche nun über Äther und Schwarz-Weiss online, wie morgen wohl auch Print zu lesen sind, machen nicht wirklich Mut. Hinzu kriege ich ein Telefon, das mir nochmals empfiehlt meinen Körper sehr gut abzusuchen. Nun. Alleine kriegt man einfach nicht alles zu sehen. Insbesondere in den Haaren und wo auch überall sonst noch.... ich habe einfach Angst davor, irgendeine Infektion davon zu tragen, die nun wirklich nicht nötig gewesen wäre, die aber einem ein Leben lang begleiten kann und nicht ungefährlich ist.

Auf der Homepage www.zecken.ch erfuhr ich, dass im Schnitt jede dritte Zecke in der Schweiz das Borreliose übertragen könne, dessen Krankheiten aber mit Antibiotika behandelt werden können, was aber natürlich auch kein Zuckerschlecken wäre.
Die FSME (also die Hirnhaut- oder Hirnentzündungserreger) kommen rund 500mal weniger häufig vor. Das bedeutet, dass wir doch auch eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit haben, dass nichts Schlimmes geschehen wird. Ich hoffe für unsere ganze Abteilung. Von oben bis unten. Ein Befall hat niemand verdient.

Ich habe trotzdem ein wenig Angst. Ich werde nun morgen in aller Frühe wieder in den WK einrücken, nachdem ich heute Nachmittag und Abend beruflich "Urlaub" hatte und als erstes mit dem Kadi sprechen, was ich hier mit diesem Blog soll. Mir wurde nämlich auch gesagt, dass aufmerksam und kritisch beobachtet wurde, was ich hier schrieb...
Ich werde aber wohl nicht wieder bloggen im Verlaufe der nächsten Zeit. Ich bin keine Pressestelle. Das ist ein Tagebuch des Reto M.. Mehr nicht. Ich dachte auch nicht, dass es plötzlich aus einem WK hinaus, solche Ausmasse annehmen könnte. Andere wohl auch nicht.

Falls wirklich die Presse hier mitlesen sollte, bitte ich Folgendes zu berücksichtigen: Ich stehe für Fragen in dieser Angelegenheit nicht zur Verfügung. Wenden Sie sich gemäss news.admin.ch an:

Christoph Brunner
Stellvertretender Armeesprecher
031 325 18 39

1 Kommentar:

Allotria hat gesagt…

Ach ja, der berühmte Zecken-WK, den hab ich auch noch lebhaft in Erinnerung. Vor allem die Aussprache mit dem Abteilungskader im Militärspital in Frauenfeld ;-)

"Meine Zecke" war glücklicherweise nicht infiziert und hatte sich auch noch nicht allzu fest verbeissen können.