Dienstag, 11. Januar 2011

ausgebloggt

Nun. Da kündigt man (also ich) am 31. Dezember 2010 das Ende dieses Blogs an und siehe da: Die nächste Tageszeitung, die am 3. Januar 2011 erschien, berichtet prominent auf Seite 2 - zwischen dem 1. Neugeborenen des neuen Jahres und dem Rausch-Autounfall mit dem Titel: "Müller hat ausgebloggt". Danke, Berner Zeitung. Ich fühle mich geehrt. Liebe Lesenden, herzlich Willkommen im lokalen Glanz & Gloria.

Nun. Über mangelnde Medienresonanz durfte ich mich nie beklagen und dies weder im positiven - noch im negativen Sinne. Es war ja auch das, was ich mit dem Blog suchte, dank der grossen Klappe, wie sie auch in der BZ wiederum Ausdruck findet. Das Authentische des Bloggens, manchmal gar etwas skrupellose Schreiben, dessen wofür ich gar in Studien von Universitäten zu einem frühen Zeitpunkt überdurchschnittlich gut abschnitt, Lesendenzahlen generierte, welche Firmen auf den Plan riefen, die gar Werbung im Blog implementieren wollten. Ich werde es nicht wirklich vermissen.

Aber wenn ich ihn nun doch noch habe, diesen Moment der Blog-Aufmerksamkeit so will ich ihn doch auch pflegen, bis zum Ende und die Gunst der Stunde nutzen. Liebe Medien, ich wünsche mir als nächstes den folgenden Titel:


Ursula Wyss hat die beste Homepage aller Ständeratskandidierenden.
Dazu fände ich folgenden Text noch recht originell:
Währenddem sich die meisten Ständeratskandidierenden - wenn überhaupt - mehr schlecht als recht um ihren Internetauftritt für die Wahlen kümmern - verblüfft Ursula Wyss mit einem attraktiven und aktiven Auftreten auf ihrer Webseite.
Glücklicherweise muss man sagen, schaffte es Christa Markwalder dann doch noch auf ihrer alten Homepage den Blogeintrag von 2008 oder 2009 zu entfernen, in dem sie als neueste Aktualität jahrelang die Trennung von ihrem damaligen Ehemann bekannt gab und nun hat sie sogar eine eigene Wahlwebseite - welche, wenn wir das Beispiel der letzten Webseite heranziehen - nach den Wahlen wahrscheinlich sofort wieder unbearbeitet ihrem Schicksal überlassen sein wird. Schliesslich ist es, gemäss eigenen Aussagen in der Berner Zeitung, Frau Markwalder ja auch zu kalt, um einen Strassenwahlkampf zu betreiben. Wie mühsam ist es dann erst, bei schönem Wetter eine Homepage zu pflegen? Dass bei der FdP eine Webseite der anderen auf's Haar gleicht und somit statt Individualität eine Art Generalität herrscht, mag störend wirken oder beruhigend. Immerhin hat sie nun aber einen Webauftritt und die Fotos sind auch sehr anschaulich.

Beides Attribute welche uns zum Beispiel beim Webauftritt von Adrian Amstutz gänzlich versagt bleiben. Wo ist der Schweizer Illustrierte Auftritt mit der Harley Davidson, wo ist Amstutz mit der Motorsäge in der Hand. Nein, es gibt nur Amstutz mit Velofahrerdress, Amstutz im Sturzflug. Ein Sinnbild für seinen Webauftritt? Immerhin: An mangelnder Authentizität scheint es auch ihm nicht zu fehlen, denn der Webauftritt sagt vor allem eines aus: Das Internet ist uns scheissegal.

Nun. Marc Jost. Schade, dass seine Kandidatur aussichtslos ist, denn rein webmässig betrachtet, macht er vieles richtig. Inklusive Youtube-Film und Blog - ebenfalls noch ein Genosse mit veraltetem Blogspot-Portal - der es aber in derselben Zeitspanne auf geschätzte knapp 100 Einträge und nicht 1000 bringt, was aber nicht für mangelnde Qualität spricht, dahingehend eher die Kampagne: Wenn ich lese, dass sich hier schon wieder ein Brückenbauer um ein hohes poltisches Amt bewirbt, dann bin ich froh, dass diese nicht immer gewählt werden. Vor lauter Brücken wäre keine Schweiz mehr da.

Bleibt denn als Siegerin dieses webmässigen Vergleichs Ursula Wyss. Auch auf ihrer neu gestalteten Homepage listet sie - wie früher - unter Themen in den 4 Unterkategorien sämtliche Publikationen und Reden auf, die bis ins Jahr 2000 zurück reichen. Ebenfalls findet man unter Medien ausgewählte Artikel, die bis ins Jahr 2007 zurück gehen, was eindrücklich belegt, dass Frau Wyss in Sachen Transparenz und Langatmigkeit im Web etwas mitbringt, was andere schmerzhaft vermissen lassen, die sich nun nur kurzfristig um die Aufmerksamkeit im Internet und die Wählerschaft kümmern wollen. Dass sie hierbei vor lauter Ernsthaftigkeit weiss, mit dem Internet auch spielend umzugehen, beweisen die Videos auf der Hauptseite. Ursula Wyss läuft hinein und stellt einen Plakatständer hin oder plakatiert sich - wie zur Zeit gerade zu sehen - mit dem Wahlplakat selbst an den Bildschirm des Betrachtenden. Das ist grosses Kino! Ursula Wyss gehört aus Sicht des Schreibenden - nicht bloss auf Grund des besten Webauftritts - als Nachfolgerin von Simonetta Sommaruga in den Ständerat.

So. Besten Dank für's Publizieren in der Zeitung. Wäre nett.

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