Sonntag, 20. Juni 2010

Kantonal-Bernisches Jodlerfest in Langenthal

Ja, das sieht man nicht alle Tage. Da staunt ihr, was?
"Das isch de es Biud für i Blog!", sagte eine bestimmt nicht näher genannt werden wollende Person aus dem Langenthaler Ehrengastleben des heutigen Jodlerfest-Tages, als sie mich und sie so antraf. Das BDP-Grossratsmitglied eine Reihe dahinter auf der Tribüne verstand derweil nicht "Bild für den Blog", sondern "Bild für Blocher" und erklärte mir bei einem Glas Wein im anschliessenden Apéro, dass ich mich nun scheinbar dem Genannten annähren würde. Nun denn: Wenn wir von unserer Seite immer wieder Integration fordern und Frau Grütter sowieso die halbe Kindheit in einem Jodlerchor verbrachte, so war es auch mir heute eine Ehre in einem (zugegebenermassen (noch) zu grossen) Chüjermutz dem Jodlerfest die Ehre anheim zu bringen, welche es mir mit der Einladung als Ehrengast auch zukommen liess, zumal uns das Motto entgegenkam: "Bruuchtum nöi gniesse!". Neu war zumindest für mich eher ein "erstmals", das ich aber wirklich genoss.

Es sind die Begegnungen, welche dieses Jodlerfest in mir zurück lassen. Es war faszinierend den absolut gewaltfreien und harmonischen Ausgang zwischen Hunderten von Jodlern und Jugendlichen aus der Region hier an diesem Fest mitzuerleben, obwohl auch an diesem Wochenende viel Alkohol floss und scheinbar auch nicht an allen Ständen in Sachen Jugendschutz (leider) konsequent gehandelt wurde. Da bleibt die Begegnung mit einer Qualität an Volksmusik, welche ein enorm hohes Niveau erzielt. Die Klänge von über 10 Alphörnern oder das Singen von Liedern in einer praktisch absoluten Reinheit, lassen einem mit leichtem Schaudern und ziemlicher Ehrfurcht zurück, obwohl man sich sonst solche Musik ja wirklich nicht freiwillig zu Gemüte führen würde.

Schlussendlich sind es doch diese überraschenden Momente, die einem für's Leben bleiben. So traf ich ein OK-Mitglied, das ob meiner Montur recht verzückt war und sagte: "Vorhin traf ich jemanden, der mir sagte, er habe einen gesehen, der wie Reto Müller aussehe, aber einen Chüjermutz trage und es deshalb nicht derselbe sein könne...".
"Oh, doch. Da staunst du."

Ich danke dem OK und allen Teilnehmenden des Bernisch-Kantonalen Jodlerfests für das schöne Wochenende. Merci.
(P.s.: Der Chüjermutz - Grösse 58 - kann bei mir ausgeliehen werden, Halbleinenhosen habe ich aber keine... siehe oben...)

Freitag, 18. Juni 2010

Der ideale Blogtag

Heute scheint mir doch wieder einmal ein idealer Blogtag zu sein. Schlechtes Schweizer Wetter, die Schweizer Fussballnationalmannschaft spielt wieder einmal völlig über den Erwartungen, die Freundin dient wieder einmal als Offizier in der Schweizer Armee und wieder einmal ist mir das Schweizer wie auch das holländische Bier im Kühlschrank ausgegangen und ich bin wieder einmal zwar saumüde, aber doch zu wach, um Schlaf zu finden.

Es gibt eigentlich so vieles worüber ich noch berichten könnte, dass mein Bart zum Beispiel, den ich mir im Kosovo für 50 Cent habe rasieren lassen, schon wieder eine ordentliche Länge hat, währenddessen die Frisur für 1.50 Euro nach wie vor sehr gut hält. Spannend nicht. Werden wir aber an diesem Beispiel trotzdem rasch politisch: 1 Euro 50 für einen Haarschnitt. Wahnsinn nicht. Macht einen durchschnittlichen Lohn von 240 Euro pro Monat. Zum Überleben benötigt der Durchschnittkosovare aber mindestens 400 Euro. Woher kommt der Rest? (Halt, halt, nicht schon wieder Böses denken!) Er wird von den Verwandten im Ausland zugestellt. Die Diaspora von 750'000 im Ausland lebenden Kosovarinnen und -en, wovon 150'000 alleine als grösstes Dispositiv ihr Geld in der Schweiz verdienen, sind für den heutigen Kosovo überlebenswichtig. Der Arbeitsminister schätzte, dass 40% des Geldes im Inland verdient wird und der Rest somit aus dem Ausland kommt.
Es war ihm deshalb wichtig zu betonen, dass die Auslandskosovaren der Regierung enorm wichtig seien und sie auch verlangen, dass sich diese an Gesetze, Normen und Sitten des Gastlandes halten.

Weiter hatte ich ein Referat an der Abschlusstagung des Projektes der "Gemeindeorientieren Tabakprävention" an welcher Langenthal als Pilotgemeinde mitmachte. Das ist zwar bei näherem Überlegen schon über eine Woche her. War aber erst letzthin noch in der Presse, weshalb es mir immern noch präsent scheint.

Zudem dreht sich in Langenthal im Moment alles um das kantonale Jodlerfest des kommenden Wochenendes. Da spielt es auch keine Rolle mehr, wer wie viele Parkplätze ab wann belegt und ab wann man das Stadtzentrum sperrt, obwohl das sonst immer Lamenti gibt. Das scheint mir eine grosse Sache zu geben. Ich habe gar einen Jodler aus dem Seeland bei mir im Büro/Gästezimmer einquartiert. Wird sicher spannend. Scheinbar seien die über Nacht nie ganz still... ma kuck.... ehh hören.

Bis dann. Gute Nacht. Fazit wird folgen.

Samstag, 12. Juni 2010

@ Jubiläumsfest 100 Jahre Kinderheim Schoren

Wer mich sucht über's Weekend findet mich hier.

Mittwoch, 9. Juni 2010

....und zurück aus dem Kosovo.


Es war mächtig eindrücklich. Entschuldigt, dass ich mich erst jetzt zurückmelde, aber das verlängerte Wochenende im Kosovo liess den Pendenzenberg zu Hause nicht kleiner werden, so dass ich mich im ersten Moment wieder einmal darauf zu konzentrieren hatte, dass Wichtigeres in meinem Leben und Job erledigt wird, als euch per Blog meine Eindrücke zu schildern. Und auch dieser Eintrag ist nicht grundsätzlich ohne äusseren Druck entstanden. Ich habe via Buschtelefon vernommen, dass eine Lokalzeitung über unseren Besuch im Kosovo schreiben will und diesen sehr verkürzt und reisserisch (nicht nur zu unseren Gunsten) darstellen möchte. Ich will mit euch ganz offen sein: Dies könnte wirklich der Moment sein, in welchem ich sage, dass der Blog nun als Informationsquelle für irgendwelche Sensationsschreiber ausgedient haben könnte - zumal ich dem Schreiben eh in letzter Zeit nicht mehr regelmässig nachgekommen bin. Ich bilde mir auch nicht ein, dass diese Zeilen und Einträge wirklich vermisst werden könnten. Aber missverstanden oder zitiert zu werden (ohne Rückfrage des Journalisten notabene) ist kein gutes Gefühl und die Gefahr steigt von Zeile zu Zeile, welche man einfüllt. Mutlose blieben längst still...
aber eben harren wir - wieder einmal - der Dinge, die da kommen und geschrieben werden.... eventuell.

Nun. Zurück zum Kosovo will ich hier erstmals eine ungekürzte Wiedergabe des Freitagprogramms darstellen, damit man nicht meint, wir hätten einseitig besucht:
 1.
Besuch beim kosovarischen Gewerkschaftsbund bei Präsident Haxhi Arifi und seinem Vorstand:
2.
Besuch bei der Wirtschaftskammer des Kosovos, der Arbeitgebervertretung der meisten grossen Firmen im Kosovo und deren Beraterin Zineta Daci:
 3.
Besuch bei der Sozialdemokratischen Partei des Kosovos und dessen Präsidenten Agim Ceku mit Vorstand:
4.
Besuch beim Ministerium für Arbeit und Sozialwesen bei Minister Nenad Rasic, welcher der serbischen Minderheit in Staat und Regierung angehört:
5.
Fahrt von Pristina in die Stadt Gjilan zu Bürgermeister Qemajl Mustafa, welche von der Gewerkschaft UNIA für seine Schulen 100 "alte" Computer geschenkt erhielt.

Ich hoffe, dass diese Informationen dem tieferen Verständnis unseres Besuches dienen. Alsbald werde ich hoffentlich noch über Samstag und Sonntag und insbesondere meine persönlichen Eindrücke berichten können. Aber wie gesagt...

Donnerstag, 3. Juni 2010

Ich geh' in den Kosovo...

Nein, nein, nicht als Militarist für die KFOR. Keine Sorge. Es ist ein kleiner Staatsbesuch, den einige SP'ler und Gewerkschafter aus dem Oberaargau dem jüngsten Staat der Erde von morgen Freitag bis am Sonntag abstatten werden.
Und wie so vieles, hat auch diese Episode in meinem Leben eine Geschichte, welche sich in diesem Blog ablesen lässt:
Erinnert ihr euch daran? Treffen mit Agim Ceku.
Darauf folgte dann der zweiwöchige Besuch zweier junger Sozialdemokratinnen aus dem Kosovo, welche bei uns schauten, wie die Sozialdemokratische Partei der Schweiz aufgebaut ist. Hierbei "durfte" ich oft als Fremdenführer walten. Zum Beispiel hier: Besuch in Bundesbern, Kosovarische Connections, Pilatus, Zurück in den Kosovo.

Und jetzt reisen wir also in den Kosovo. Zum Gegenbesuch. Ich bin mächtig gespannt und hoffe, dass ich danach und vielleicht schon währenddessen von der spannenden Reise und den Erlebnissen werde berichten können. Ich freue mich riesig.

Als auf den E-Tickets des Reisebüros oben fett geschrieben stand: "AIR PRISTINA!", fiel mir bereits das Herz fast in die Hosen. Für einmal lohnte sich aber das Lesen des Kleingedruckten unterhalb der Angaben: "Dieser Flug wird von der Swiss ausgeführt."
Uff... ein nächstes Unbehagen überkam mich, als ich meine kosovo-albanischen Schüler und Schülerinnen fragte, was denn "Vegetarier" auf albanisch heisse....
das Wort scheint nicht zu existieren. Nun denn. Ich werde es trotzdem überleben.
Auf bald.

Dienstag, 1. Juni 2010

Blog-Aphorismen

Es ist besser nichts zu tuen, als mit vieler Mühe nichts zu schaffen ......
sagte Laotse.

Deshalb lasse ich den Blog noch ein wenig ruhen.