Dienstag, 13. April 2010

Sozialinspektoren in Langenthal

Der Medienauflauf war beträchtlich, als wir gestern über die Einführung von Sozialinspektorinnen und Sozialinspektoren informierten.  Dies lag sicherlich einerseits daran, dass an den allseits medienarmen Frühlingsferien die Themen für Berichterstattungen nicht gerade auf der Strasse zu finden sind und andererseits, dass das Thema Sozialhilfe und deren Missbrauch halt nach wie vor - nach den Berichterstattungen über Bern und Zürich - grösseres, medienwirksames Interesse generieren.

Die Berichterstattungen sind gut ausgefallen. Einzig an den ersten Schlagworten im Radio 32: "Jetzt geits de Sozialhilfebezüger a Chrage..." fand ich nicht Gefallen. Es geht nur darum, die schwarzen Schafe unter den Bezügerinnen und Bezügern ausfindig zu machen. Die anderen wollen wir vor Pauschalisierungen schützen, so wie sie in diesen Worten eben zum Ausdruck kommen.

Ich sagte kurz zusammengefasst Folgendes:


Erläuterung der Sozialinspektion für die Jahre 2010 und 2011 im Kanton Bern

Der Gemeinderat der Stadt Langenthal hat entschieden, Sozialinspektionen per sofort zuzulassen. Dafür beauftragte die Sozialkommission die Firma ABS, Egerkingen. Der erforderliche Erlass erreichte das Sozialamt im Februar 2010. Es ist – auch auf Grund der Vorgeschichte, wie sie dargestellt wurde – ein offenes Geheimnis, dass wir sofort reagierten und die Sozialinspektion nun einführen. Nicht, weil wir ein hohes Mass an Missbrauch vermuten, Mängel in der Sozialhilfe fürchten oder zahlreiche Verdachtsfälle hätten, sondern weil es uns hierbei um die Glaubwürdigkeit des Systems geht. Sozialhilfe solle denjenigen zu Gute kommen, die sie nötig haben und brauchen. Sozialhilfemissbrauch wird nicht geduldet. Und: Es geht uns um die Stabilität und das nötige Vertrauen zwischen Sozialarbeitendem und Sozialhilfebeziehendem. Sobald nun Misstrauen aufkommt, kann das Dossier zur näheren Abklärung an eine externe Stelle weitergereicht werden. Die Sozialinspektion wird deshalb auch von Seiten der Sozialarbeitenden sehr geschätzt. Diese werden dadurch entlastet und können sich Ihren Hauptaufgaben, dem Helfen, vermehrt zuwenden.

Hauptziel gemäss dem Kanton Bern ist deshalb die Stärkung der Missbrauchsprävention und –verhinderung in der individuellen Sozialhilfe durch Sozialinspektion. Es geht also schon nur darum, ein Zeichen auszusenden, auch heute dank ihrer Hilfe, dass bei Misstrauen und Zweifeln ein Dossier genauer überprüft werden kann und dass Missbrauch nicht geduldet wird.

Medienberichte in alphabetischer Reihenfolge:


Langenthaler Tagblatt:

Radio 32:



Telebärn:

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