Montag, 22. Februar 2010

Das Wahlbistro hat geöffnet!

Es gibt sie noch, die wirklich innovativen und progressiven Ideen in Wahlkämpfen und ich bin ihnen dankbar.

Ich finde es langsam wirklich stupide an dreieckig-grünen oder gross-blauen Plakaten vorbei zu fahren, welche den gesetzlichen Mindestabstand von drei Metern vom Strassenrand seit 2007 nicht mehr einhalten müssenden Wahlgrinden vorbei fahren zu müssen. Diese Plakate zeugen zudem meist auch von einer sogenannten Null-Aussage: Kein Inhalt. Kein Motiv.
Nur Kopf, Name, Partei und ein wenig Farbe.


Demgegenüber steht für mich als glanzvollstes Beispiel eine Innovation, welche Mark Balsiger bereits 2008  lancierte und die in diesem Jahr wiederum ein Revival erlebt: Das Wahlbistro!
 

Dort geht es nicht ums Plakative. Nein, der Inhalt zählt. Wer sich im Wahlbistro profilieren möchte, kann dies nicht mit der Holzhammer- und Pflockmethode tun, sondern er braucht dazu all die Fähigkeiten, welche gute Politikerinnen und Politiker auszeichnen: Dossierkenntnisse, Debattierfreudigkeit, Wortgewandtheit, Kritikfähigkeit und Empathie für die Anliegen der Widersprechenden. Ich wage zu behaupten, dass wer sich im öffentlichen Haifischbecken des Wahlbistros bewährt, auch im Aquarium des Grossen Rates wird mitreden können. Die Regeln sind klar und für alle gleich, ebenso wie die Möglichkeiten im Wahlbistro:
 Im Gegensatz zu herkömmlichen Foren können Kandidierende beim Wahlbistro ihre Eckdaten (Listennummer, Wahlkreis, Website, Facebook-Profil, Twitter-Account, Smartspider) und ein Porträtfoto aufschalten. Mit durchdachten Kommentaren haben sie die Möglichkeit, sich schneller bekannt machen. Politisch Interessierte wiederum können die Debatten am Bildschirm mitverfolgen und mitdiskutieren. Mit einem Mausklick lässt sich jeder Kommentar zudem noch via Facebook und Twitter verbreiten.
Das Wahlbistro ist die Ergänzung zu Smartvote, der bekannten Online-Wahlhilfe. Im Wahlbistro können die Smartspider der Kandidierenden direkt aufgerufen werden. Im Gegensatz zu den meisten Blogs und Foren gibt es im Wahlbistro höhere Hürden: die anonyme Teilnahme ist nicht möglich. Jede Person, die mitdebattieren will, wird zuerst von den Betreibern telefonisch verifiziert. Auf diese Weise kann eine gute Diskussionskultur gepflegt werden.
Insbesondere die seit diesem Jahr nun erreichte Vernetzung oder mögliche Verlinkung des Wahlbistros mit oder zwischen verschiedensten Diensten wie Smartvote, Facebook und Twitter finde ich hervorragend. Der einzelne Kandidierende kann so - via diverser Dienste - einerseits den Interessierten ein geschärftes Bild seiner Politik anbieten, andererseits errreicht er via Facebook und/oder Twitter Hunderte von seinen Followers oder wie Facebook sie nennt: Freundinnen und Freunde. Das ist virueller Wahlkampf, wie ihn das Internet bieten kann, in seiner bisher reinsten und aus meiner Sicht auch schönsten Form.

Seit kurzem läuft die erste Debatte zur Sicherheit in der Stadt Bern und sie hat bereits 25 Kommentare auf sich vereinen können. Sobald die Themen sich auch für mich als Langenthaler eher wieder eignen, werde ich wie anno 2008 wiederum engagiert mitdebattieren. Damals war ich einer von 180 insgesamt und aus unserer Region nebst ihm, wohl der einzigste.Ich hoffe schwer, dass unsere Kandidierenden im Oberaargau mehr können, als Plakate aufstellen und wünsche deshalb, dass sie dies auch im Wahlbistro unter Beweis stellen werden.

Ich freue mich auf eine interessante und breite Debatte. Wir "sehen" uns im Wahlbistro.

Kommentare:

daniel.steiner.evp hat gesagt…

Ich bin auch dieses Jahr wieder dabei und warte gespannt auf das erste Thema, das uns Oberaargauer betrifft.

ihm

Reto M. hat gesagt…

Hoi.
Da bin ich ja gespannt. ;-)
Bitte für die Erwähnung. Fair sogar über die Parteigrenzen hinweg *selbstlobend*.
Meinereiner.
;-)

Adrian Wüthrich hat gesagt…

Hallo Reto
Es wäre auch für die SP gut, wenn man uns im öffentlichen Raum wahrnehmen würde. Aber die SVP übertreibt es schon etwas.
Gruess, Adrian