Dienstag, 26. Januar 2010

Stadträtliche Nachmüdigkeit

Stadträtliche Weisheit Nummer 1:
"Wenn der Abend im Stadtrat lange war, wird der nächste Morgen etwas müde."

Gemeinderätliche Weisheit Nummer 1:
"Wenn du den ganzen Abend zuhörtest, wie teilweise Quark am Laufmeter im Grauzonenbereich erzählt wird, schmeckt das Joghurt am Morgen nicht besser."

Es ist manchmal noch schwierig für einen Voll- und teilweise auch Heissblutpolitiker - der früher öfters durch passende oder unpassende Bemerkungen im Rat aufgefallen war - dazu verdammt zu sein, zu schweigen, während andere - meist männliche - Politgetriebene heissblütig ihre Pamphlete für oder wider eine Sache verlesen. Die gemeinderätliche Weisheit, welche ich ironisch verstanden wissen möchte, soll deshalb nicht von einem schlechten Demokratieverständnis zeugen, sondern eher darauf hinweisen, dass es durchaus auch Gemeinderäte gibt, welche wohlüberlegt und nachhaltig denkend, Entscheide fällen und die es diesbezüglich etwas anödet, wenn sie wiederholt als "realitätsfremd" oder "verantwortungslos" bezeichnet werden, zumal zwei Experten (man mag von Consultern halten, was man will, doch die fand ich gut) die gemeinderätliche Entscheidung vorbereiteten und gestern auch vor dem Stadtrat die Pensionskasse der Stadt - als öffentliche-rechtliche Kasse im Leistungsprimat - als gesund und zukünftig überlebensfähig betrachteten.

Aber vielleicht bin ich auch einfach zu blöd, um zu kapieren, dass man eine gesunde Pensionskasse unbedingt ins Beitragsprimat umbauen muss, zur Ausfinanzierung der Leistungseinbussen älterer Angestellter zwischen 1,9 und 3,4 Millionen aufwenden sollte, sich dadurch unter Umständen die Bedingungen für die Angestellten trotzdem verschlechtern und das Risiko gleichwohl bei der Kasse bleibt.

Vielleicht kommt meine morgendliche Verstimmung aber auch bloss daher, weil der Schlaf nach einer Stadtratssitzung stetig zu kurz bleibt. Gestern Abend klopfte ich nämlich nach der Sitzung besagten Vorwerfern auf die Schulter und meinte jeweils: "Bringe deine Motionen zu besagter Sache möglichst schnell, damit der Stadtrat sie bald ablehnen kann und wir in der Sache rasch vorwärts kommen." Mein breites Grinsen dazu, kam bestimmt auch nicht wirklich gut an. So ist das halt manchmal - im Mikrokosmos des Langenthaler Politgeschehens.

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