Montag, 11. Januar 2010

HausärztINNENmangel in Langenthal

Das Thema ist bereits seit einem Dreivierteljahr oder länger bekannt und in fast homöopathischen Dosen schwappt immer wieder eine Welle, gefolgt von einer Woge, in den Stadtrat und damit die Presse hinüber.
Langenthal mangelt es an Ärztinnen und Ärzten, welche bereit sind, in Praxen neu oder auch durch Übernahme einzusteigen. Hierbei gibt es bestimmt mehrere Gründe zu nennen:

Sich als junger Mensch auf einen Ort festzulegen, an dem man dann sein ganzes Leben verbringt, ist sehr aus der Mode gekommen.
Die Spezialisierung der Medizin führt dazu, dass die Generalisten nicht mehr als attraktiv angesehen werden.
Wer eine Hausarztpraxis in Langenthal eröffnet hat zwar garantiert Kunden, lebt aber mit einem wirtschaftlichen Risiko des Selbstständigen, diese beinhaltet im Gegenzug aber auch eine unternehmerische Freiheit, die man als Angestellten nicht mehr hat.
Erhöhtes wirtschaftliches Risiko besteht in Langenthal, da per Gesetz eine Medikamentenabgabe nicht erlaubt ist/wäre.
Gruppenpraxen wären zwecks Auslastung der teuren Infrastruktur und betreffend der Möglichkeit von moderneren Arbeitszeitmodellen (Teilzeit) heute besser.

Seit Jahren mahnt ein Hausarzt nun schon, wir würden in einen Mangel kommen und er bringt auch immer wieder Vorschläge zur Lösung ein. Neuerdings hier in der BernerZeitung. Dies ist wertvoll.
Neu sind die Besorgnisse über eine künftige Versorgung der Bevölkerung derart gross, dass sogar von einer Subventionierung durch die Stadt in der Beteiligung an einer AG, welche Hausärztinnen und Hausärzte in einer Gruppenpraxis zu gesicherten Konditionen anstellt, die Rede. Dieser Vorschlag muss nun aus meiner Sicht breit diskutiert werden und ich wäre um Rückmeldungen aus der Bevölkerung enorm froh, denn schlussendlich muss diese entscheiden, ob sie nebst den Krankenkassenbeiträgen, welche sie monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich leisten, effektiv auch aus dem Steuertopf für ihre Versorgungssicherheit bezahlen wollen.

In meinem persönlichen Fall kann ich es so ausdrücken, dass die CHF 376.30 welche ich nun monatlich an meine Krankenkasse bezahle, doch eigentlich zur Deckung sämtlicher Leistungen der medizinischen Grundversorgung reichen müssten. Aber scheinbar steckt im Gesundheitswesen dermassen der Wurm drin, dass dies nicht reicht und wir um eine grösstmöglichste Versorgungssicherheit haben zu wollen, halt noch zusätzlich ins Portemonnaie recken müssen.

Kommentare:

uertner hat gesagt…

Langenthal ist Kult. Jeder Mediziner ein Depp, der dort sich nicht niederlassen wollte. Er könnte Hausarzt spannender Persönlichkeiten der Jetztzeit werden und Kinder von Blog-Promis begleiten.
Warum nicht einmal Deutsche Aertzte nach Langenthal wollen? Warum sie lieber am Zürcher Bellevue mit ihren schnodderigen Ellbogen auf kundschaft warten?

Reto M. hat gesagt…

...weiss ich auch nicht.

Heja. Die Statistiken sprechen leider nicht für Langenthal. Aber wir bleiben dran. Respektive ich... schon nur von Amtes wegen... halt.