Montag, 11. Januar 2010

1. Peace Conference bei den Sikhs in Langenthal




Priska und der Schreibende bei den Sikhs in Langenthal.
Die Sikhs beziehungsweise Karan Singh hatten eine Idee und spontan, bewegt und lebhaft, wie die Sikhs auch ihre Religion ausleben, wurde diese denn auch umgesetzt. So wurde ich für schweizerische Gepflogenheiten sehr kurzfristig - nämlich am Freitagmittag - zur 1. interreligiösen Friedenskonferenz im Sikh-Tempel in Langenthal eingeladen, die dann gestern Nachmittag stattfand.
Es war wiederum sehr interessant, auch wenn die Konferenz nicht in einem üblichen (für schweizerische Verhältnisse) Rahmen verlief. In der Zeremonie wurden von allen Anwesenden kurze Reden gehalten. Da waren einerseits Vertreter aus der Politik, des Christentums, des Islams, der Interreligiösen Gemeinschaft, des runden Tisches der Religionen und des Buddhismus. Anschliessend sass man zusammen und ass gemeinsam und diskutierte. Im Bericht des Radio 32 wurde zwar kritisiert, dass nicht alles in Landessprachen gesprochen wurde und die Vertreter der Stadt (ich weiss, dass nur der Stadtpräsident als Vertreter der Stadt öffentlich angesehen wird, doch ich war zum Beispiel bis zum undefinierten Schluss dabei) und des Islams nicht bis zum Ende blieben, doch war es gestern für mich persönlich das Zeichen, das zählte, dass hier interreligiös und multikulturell wirklich zusammen gesprochen und zusammen gelebt wird - auch wenn wir nicht alle in dieser Gesellschaft dieselbe Sprache sprechen, dass wir von Seiten der Religion und der Gemeinschaft gewillt sind, einander verstehen zu wollen.
Trotz der medialen Kritik werte ich die 1. Friedenskonferenz der Religionen in Langenthal als grossen Erfolg, schon nur weil sie stattgefunden hat. Wir können eine weitere Friedenskonferenz von Seiten des Christentums zum Beispiel abhalten, welche (mit Übersetzungen) und strukturierter Diskussion eher unserem Verständnis einer Konferenz übereinkommt. Den Startschuss haben uns nun in Langenthal die innovativen Sikhs geliefert.

Persönlich war es ebenso bereichernd, zumal das indische Essen hervorragend schmeckte. Sehr interessant unterhielt ich mich dabei mit einem Buddhisten aus Frankreich. Zudem war ich froh, dass ich als Vegetarier darauf versichert sein konnte, dass wenn er alles ist, ich das auch tun konnte. Ach, so sind wir Schweizer halt...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Buddhisten sind aber keine Vegetarier, die schlachten nur nicht selber und dürfen auch nicht selber bei einer Schlachtung dabei sein, als Gabe wird Fleisch auch von Mönchen verzehrt.

Reto M. hat gesagt…

Uuuups, das wusste ich nicht. Es war aber trotzdem alles vegetarisch. ;-)

uertner hat gesagt…

Lieber Reto: Es wird mal Zeit, dass deine Blogleser erfahren, wie dir ein christlicher Gottesdienst "einfährt". Hiermit beauftrage ich Dich dies noch bis Ende Februar zu erledigen. Könnte nämlich Wähler bringen, mein Lieber!
Reto Müller im Taufgottesdienst zu Langenthal: Eindrücke eines zeitgeistigen Multikulturalisten über das Taufritual seine Väter (mira auch Mütter!)
Wir warten.

Reto M. hat gesagt…

Ich bin öfters in der Kirche als Uertner vielleicht glaubt. Zumindest denke ich, dass ich sicher mehr darin bin, als ein 08.15-Schweizer.
Zumal ich als Reformierter extrem oft (stief-familiärbedingt) an katholischen Messen teilnehme. Diesbezüglich gälte es betreffend der rituellen Auf und Abs und deren Litaneien schon noch die eine oder andere spannende Episode aus der Sicht eines Zwinglianers zu berichten. Mal schauen.

Anonym hat gesagt…

.....als Gabe wird Fleisch auch von Mönchen verzehrt!!!
Keine Veganer, aber Kanibalen? Schmecken Mönche besser als Schweinefleisch? Da sollte doch die Langenthaler exekutive (m8ndestens die Rote) eingreifen.

priska hat gesagt…

Auch wenn meine Familie nicht deine Stief-familie sonder die Schwiegerfamilie in spe ist, so kann ich doch all den andern LeserInnen bezeugen, dass Reto tatsächlich ab und an mal mitkommt in einen katholischen Gottesdienst.
Sehr oft ist vielleicht übertrieben, aber gut schweizerisch mindestens an Weihnachten und Ostern :-)