Freitag, 31. Dezember 2010

Alles Gute im neuen Jahr!


Die Zeit verstreicht, einmal mehr, kommt ein Jährchen hinzu. Den Blog habe ich seit 6 Wochen nicht mehr bedient und konsequenterweise müsste ich ihn nun schliessen. Weshalb? Ich hatte versprochen nur so lange zu bloggen, als dass ich jeweils alles sagen könne, was ich denke, doch dieses Privileg hat sich seit ich der Exekutive der kleinen Stadt angehöre, welche ich oft und meist täglich seit dreieinhalb Jahren mit Kommentaren, Gedanken und Ideen überhäufte, verabschiedet. Das ist nicht - wie man nun böserweise vermuten könnte - Geheimniskrämerei der Stadtoberen gegenüber dem Volk - es hat vielmehr mit der in unserem Gremium gelebten Demokratie zu tun. Wir sind ein Kollektiv. Dass Einzelne sich daraus hervortun mit Meinungen oder Informationsvorschüssen oder eben Blogeinträgen, empfände ich als nicht fair und nicht statthaft. Ich weiss, ich weiss. Meine Meinung war früher anders, aber man kann ja echt auch schlauer werden mit der Zeit, oder?

Was bedeutet das nun konkret: Es ist zum Jahresende effektiv die Ankündigung des Endes dieses Blogs: retomueller.blogspot.com geht zu. Besten Dank für die jahrelange Treue des Lesens, eure Kommentare, eure Kontakte, die ich nicht missen möchte.
Bis zum 1000. Eintrag fehlen noch 16 Eintragungen. Das ziehen wir noch durch, diese werden noch folgen, dann schliesst dieses Blog. Ich darf aber schon verraten, dass etwas Neues folgen wird. Was und wie das aussehen wird, ist aber noch meinen Gehirnwindungen vorbehalten und auch noch nicht ausgereift. Aber wir werden die Politiker und -innen, die sich nur alle Wahljahre um ihre Internetaktivitäten kümmern, wieder einmal zu verblüffen versuchen. Dass ich damit aber nie mehr erreichen werde, was in diesem Gefäss mal war, ist mir auch bereits heute klar. Ich bin weitergekommen. Blogspot.com passt mir nicht mehr an den Fuss.

Weiterkommen, bisweilen einen Sprung wagen, ohne zu wissen, wo man landet, etwas erreichen können, aus den bekannten Gewässern ausbrechen wollen, manchmal auch auf Tauchstation gehen, um dann umso kräftiger wiederum zum Freudensprung ansetzen zu können. Dieses und vieles mehr soll oder kann euch meine Neujahrskarte verheissen. Besten Dank meinem Lieblings- und Hausgrafiker. Ich wünsche euch für das nächste Jahr auf alle Fälle beste Gesundheit, viel Erfolg und traute Stunden mit Freunden und Familie.
Oder wie schon der serbische Aphoristiker Brana Crncevic sagte:
"Was nütze es dem Fisch, wenn er reden könnte, wo ihn doch jede Gesellschaft frißt?“

Alles Gute auch im 2011, Reto M.
(noch 16 Eintragungen lang)

Donnerstag, 11. November 2010

SP FORDERT LUMENGO ZUM SOFORTIGEN RÜCKTRITT AUF

Nach einem längeren Verfahren wurde heute Nationalrat Ricardo Lumengo wegen Wahlfälschung verurteilt. Wahlfälschung wiegt aus der Sicht der SP schwer und ist nicht entschuldbar. Korrekte Wahlergebnisse sind die Basis unserer Demokratie und eine Manipulation der Wahlzettel darf nicht akzeptiert werden. Aus diesem Grund hat die SP Kanton Bern ihren Nationalrat Ricardo Lumengo heute zum sofortigen Rücktritt aus dem Nationalrat aufgefordert, unabhängig von einem allfälligen Rekurs.
Die Parteileitung der SP Kanton Bern hofft, dass Nationalrat Ricardo Lumengo aus dieser Verurteilung die Konsequenzen zieht und sich aus der Politik zurückzieht. Sie bedauert, dass dieses individuelle Fehlverhalten auch der Sache der Integration und Akzeptanz der Migrantinnen und Migranten geschadet hat.

via www.sp-be.ch

Kommentar von Reto M.:
Eine Partei in der Schusslinie.
Das hätte es nun doch nicht auch noch gebraucht.
Nun. Hoffentlich hält er Wort und tritt zurück, sonst muss er von der SP ausgeschlossen werdne.

Freitag, 5. November 2010

Linksliberale für ein Ja zum Gegenvorschlag

Ja. Jetzt ist es offiziell. Das linke Komitee für ein Nein zur SVP-Ausschaffungsinitiative und für ein JA zum Gegenvorschlag steht. Damit sich die SP nicht gegenseitig auszuspielen beginnt, haben Levrat und Jositsch heute Morgen eine gemeinsame Pressekonferenz in Bern veranstaltet, um vor allem die Webseite und die Meinung des linken Komitees für ein Ja zum Gegenentwurf zu lancieren.

Es wird nun zu beobachten sein, wie diese Meinungen in und ausserhalb unserer Partei aufgenommen werden. Auch hinsichtlich des eigentlichen Ziels - vor allem die Ausschaffungsiniative zu verhindern, welche wiederum grosse Zustimmung in den neuesten Umfragen verzeichnen darf. Das darf nicht sein, deshalb:

www.jazumgegenentwurf.ch

Die Webseite entstammt übrigens aus Langenthaler Küche. Also wenn wir diese fast in Fronarbeit aus reiner Überzeugung erstellen, dürfen wir dies wohl auch sagen.... schade hat die SP Schweiz ihre eigene Webseite... aber eben...

Mittwoch, 3. November 2010

Minarettähnliches Mahnmal

Also manchmal ist es schon spannend, wenn man der Regierung einer Stadt angehört, denn man erfährt Dinge, die andere in diesen Ausmassen so nie wahrnehmen dürfen. Schön. Vor allem wenn einem diese in rund 150-seitigen Dokumenten präsentiert werden. Auf der anderen Seite bleibt man manchmal wirklich staunend zurück, insbesondere wenn man dächte, dass man von etwas erfahren müsste, was eine gewisse Tragweite haben könnte:

Wer hat das wohl bewilligt?

Ich auf alle Fälle nicht. Gut. Vielleicht bin ich ja auch als Mitglied dieser Exekutive nicht dafür zuständig. Wer weiss? Was aber auf der anderen Seite meine Feststellung auch nicht verbergen mag, dass die Ideen in der Langenthaler Minarettdebatte auch nicht origineller werden. Ein Turm als Mahnmal für oder gegen einen Turm - den es noch gar gibt - aufzustellen. Super. Fantastisch. Voll deeskalativ. Kein Wunder ist das wieder in der Zeitung.
Denn in dieser Thematik kann schon ein laues Lüftchen - und möge es eventuell auch nur ein Blogbeitrag sein, was ich nicht hoffe - schon grosse Presse auslösen, so wie die Ankündigung, dass das STOPP MINARETT Komitee ein sensationelles Mahnmal aufstellen möchte, was halt überregional im 20 Minuten Platz findet und unser Image prägt. Bitter. Haben wir da nicht noch mehr zu bieten? Scheinbar nicht.

Ein Vorschlag:
Eventuell gibt's ja zur Lösung der ganzen Problematik, dass die Muslime ein 3m-Türmchen ab Gebäudedach erstellen wollen, nun gekontert mit einem 7m-Turm-Mahnmal der fundamentalistischeren Christen im Dorfe auch ein ganz einfaches Joint Venture.
Stellt doch gemeinsam ein christlich-islamisches Minarett-Mahnmal auf und erquicket euch an der neuen Zusammenarbeit von gläubigen Menschen... egal aus welcher Religion diese stammen.

Montag, 1. November 2010

Ist das noch meine Partei?



Natürlich war es "bloss" eine programmatische Debatte darüber, welche Leitlinien eine Partei moralisch-ethisch-philosophisch in die Zukunft führen sollten, doch frage ich mich schon ein wenig ob diese SP des Wochenendes noch meine Partei sei.
Die Überwindung des Kapitalismus als hehres Fernziel in ein Programm aufzunehmen, was ich längst als Unsinn empfand, um die Förderung eines demokratischen und insbesondere transparenten Kapitalismus endlich anzugehen, erachte ich hier als den grössten Fehler. Es ist von den anderen Parteien nun wiederum allzu leicht uns in die eine, alte Schublade zu stecken, fern eines sozialliberalen Realismus' der in den meisten Kantonen und insbesondere Exekutiven längst (erfolgreiche) Tatsache ist. Die SP unterscheidet sich nun programmatischen nicht mehr von den JUSO. Warum also sollte ich in beiden Parteien noch Mitglied sein?

Nun. Wo war ich und meine Meinung vertreten? Ich wäre auch einer derjenigen gewesen, die bei der Frage des Gegenvorschlages ausgebuht worden wäre, was auch immer das für ein parteiinternes Niveau darzulegen vermag. Ich war nicht dort. Wie so viele Gemässigte. Ich war als Exekutivpolitiker als Vertreter einer Institution der Stadt Langenthal am "Glatten Märit" in Langenthal und wundere mich augenreibend, ob ich tatsächlich die so kleine Basis einer SP darstelle, die programmatisch an diesem Wochenende teilweise überfahren wurde.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Langenthal (wieder einmal) in den Medien... womit...

scheint keine Frage mehr zu sein, denn es gibt nur ein Thema, wenn sich überregionale, nationale oder gar internationle Medien für die Stadt Langenthal interessieren. Es geschieht in diesen Zeiten leider oft mit einem Thema, das viele in der Stadt schon bald nicht mehr hören mögen. Langenthal, das Minarett und der christlich-fundamentale oder braune Schatten, den es auf unseren Ort wirft.
Und ich... ja, ich lege halt meine Sicht der Dinge auch dar, wenn ich dazu befragt werde... auch im Radio. Es ist jeweils spannend, was dann Einfluss findet und was nicht. Befragt, was meine damaligen Vorstösse im Stadtrat gegen Rechtsextremismus erreichten, beantwortete ich mit einem: "Nicht viel...", was nicht im Bericht vorkommt, um dann in der Anschlussfrage der Haltung Ausdruck zu verleihen, dass die Demonstration der Rechtsextremen gegen das Minarett und die Gegendemonstration der Linken gegen die Rechtsextremen von nächstem Samstag beweisen würde, dass sich das Ganze wie bei einem Pendel verhalte und ich einfach hoffe, dass es zukünftig weniger in die Extreme schwingt. Ich hoffe. Für Langenthal. Gegen Menschenverachtung. Für mehr Toleranz. Das gilt sowohl für Lehrer, die im Wallis das Kreuz von der Wand nehmen, wie auch für die Gläubigen, welche in unserem Dorf, dieser Stadt, ihre Moschee oder ihren Tempel oder ihre Kirche gegen aussen mit Symbolen schmücken wollen.

Podcast als MP3 ab 07:15 Minuten über Langenthal und das Minarett hier.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Ursula Wyss tritt zu den Ständeratswahlen an!

Nun konkretisieren sich die Kandidaturen für den Ständeratswahlkampf vom 13. Februar ff. Heute Morgen 10.30 Uhr hat Ursula Wyss ihre Kandidatur bekannt gegeben. Online ist das schon auf diversen Portalen verzeichnet. Sie tritt also gegen SVP-Amstutz und FDP-Markwalder an, denn die Grünen haben bereits signalisiert, dass sie die Kandidatur von Ursula Wyss unterstützen werden. Danke, Grüne, das ist wirklich weise, dass die rot-grünen Stimmen nicht halbiert werden. Dass diese Konstellation einen zweiten Wahlgang erforden wird, scheint auch bereits klar. Rot-Grün scheint aus dem Stand ein Potenzial von 30-35% zu haben. Die SVP bekanntermassen 30% und die FDP zwischen 15-20%. Der Wahlkampf wird also zu entscheiden haben, wo im 1. Durchgang die 10 - 25% unentschlossenen Wählerstimmen hinfliessen, welche den Endausgang beeinflussen werden.

Ich bin äusserst optimistisch, dass Ursula Wyss es packen wird. Einerseits auf Grund der Politik, die sie auf ihrer Webseite erklärt (PDF downloaden), andererseits weil der Alpen-Richard-Gere (SVP-Amstutz) ein echter, rechter Hardliner ist, als welcher er auch (v)erkannt wird, andererseits weil Euro-Turbo-Markwalder die Stimmen, welche Amstutz als Euro-Bremser holt, in einem zweiten Umgang nicht machen wird. Nicht zu vergessen sind die Tatsachen, dass Ursula Wyss als Fraktionspräsidentin einer nicht immer leichten SP einen hervorragenden Job gemacht hat (respektive immer noch macht) und sich zu einem der profiliertesten Köpfe unter der Bundeshauskuppel entwickelt hat. Das sage ich nicht nur als SP Mitglied. Das Rating der SonntagsZeitung bestätigte meinen Eindruck:
Zitat:
"
Keine Angst vor Kompromissen
 
SP-Fraktionschefin Ursula Wyss gewinnt das Parlamentarier-Rating vor Gabi Huber und Christophe Darbellay
 
von Denis von Burg und Claudia Stahel

SP-Fraktionschefin Ursula Wyss sieht sich innerhalb ihrer Partei als Vertreterin der «pragmatischen Mitte». «Mir ist der Kompromiss wichtiger als dass ich mit wehenden Fahnen untergehe», sagt sie. Dieses politische Credo hat sie vor vier Jahren an die Spitze der SP-Fraktion im Bundeshaus gebracht, wo sie mittlerweile als ausgleichende Kraft geachtet wird.
Das Amt der Fraktionschefin ist die Basis ihres Einflusses in den eidgenössischen Räten. Doch im Gegensatz zu anderen Fraktionschefs zieht sie sich nicht auf die Rolle der Gruppenleiterin zurück, sondern versucht auch, die parlamentarischen Instrumente zu nutzen. Deshalb ist die 37-jährige Bernerin dieses Jahr im Rating der SonntagsZeitung die einflussreichste Parlamentarierin.
Wyss sitzt an den Schalthebeln ihrer Partei und nimmt in der Finanz- und in der Umweltkommission Einfluss auf die wichtigen Entscheide zum Finanzplatz und zum Klimawandel. Sie spricht im Parlament zu den grossen Themen und hat sich bei ihren Ratskollegen die nötige Reputation geschaffen, um überzeugen und auch Kompromisse schmieden zu können."

Ursula Wyss gewann das Rating der SonntagsZeitung über alle Parlamentarier und -innen gesehen. Natürlich kann man sich über Ratings streiten und bezweifeln, was sie bringen. Trotzdem will ich betonen, dass die direken Gegner bei den anstehenden Wahlen mit Rang 19 von Christa Markwalder (immerhin die beste FdP-Politikerin im Kanton Bern) und gar nur Rang 148 von Adrian Amstutz massiv schlechter beurteilt wurden.
Ursula Wyss bringt sämtliche Eigenschaften mit, die es braucht, um im Ständerat eine gute Vertretung des bernischen Kantons zu sein, Ein Kanton der mit einer bürgerlichen Doppelbesetzung politisch völlig verzerrt repräsentiert wäre. Denn vergessen wir nicht, auch wenn uns die SVP dies immer glauben lassen möchte. Der BDP-Ständerat ist auch ein rechtsbürgerlicher Ständerat, obwohl er aus der SVP ausgetreten ist.


Kurzum: Ursula Wyss geniesst mein vollstes Vertrauen und meine ganze Unterstützung. Wer sich dieser anschliessen möchte, kann das zum Beispiel via Facebook tun. Danke.

Freitag, 22. Oktober 2010

Steuergerechtigkeitsinitiative auf guten Wegen...

Schöne Nachrichten:
Steuergerechtigkeitsinitiative Stimmabsichten in Prozent der Stimmberechtigten, die bestimmt teilnehmen wollen. Quelle: gfs.bern

Detailliertere Infos gibt's hier beim SF oder direkt bei der Quelle, GFS.

Dafür sieht's bei der Ausschaffungsinitiative noch düster aus. Leute! Vernünftig bleiben, bitte. Heisst für mich: Nein zur Ausschaffungsinitiative und Ja zum Gegenvorschlag des Bundes.

Montag, 18. Oktober 2010

Was Obama und Maurer Ueli gemeinsam haben...

Nein, ich dachte nicht in erster Linie an das schöne Bureau. Da gefällt mir das Oval Office doch noch besser, obwohl ich weder Besagtes, noch ein Bureau unserer Bundesrätinnen und -räte je mit eigenen Augen gesehen hätte. Beim Lesen verschiedenster Blogbeiträge zu Ueli Maurers Besuch in Israel und dessen Tragen einer Kippa bei der Holocaust-Gedenkstätte, welche wohl nun auch nicht wirklich so in das Werbebild einer SVP zu passen vermag, erinnerte ich mich an die vielgelesene und -kommentierte Story, welche die SVP damals mit Calmy-Rey und deren Kopftuchtragen im Iran lancierte.

Nun, könnte man ja das Pendant schaffen. Da es aber kein unlizenziertes Bild Ueli Maurers im Internet zu geben scheint, versuche ich mich mit einem Vergleich mit Obama, denn Wikimedia ist voll davon.


Nun. Nüchtern betrachtet bin ich froh, bleibt es hier bei diesem kümmerlichen Versuch, denn das wahrhafte Publizieren dieses Beitrages würde sich wohl doch eher in eine unrühmliche Reihe verschiedenster misslungener Politwerbungen einreihen. Siehe hier.

Freitag, 15. Oktober 2010

Kommentarkultur beim Newsnetz

Ich habe heute Morgen zum Bund und Tagi-Artikel "Die SP vergrault den Mittelstand" (der nicht in der BZ erschienen ist, aber auf www.bernerzeitung.ch online gestellt wurde) im sogenannten Newsnetz der Zeitungen einen Kommentar verfasst, der nicht veröffentlicht wurde. Das hat mich ziemlich verstört, da ich mich weder unflätig noch vulgär noch dergleichen äusserte und "nur" die Kompetenz dieser Art Journalismus - den Thesenjournalismus - "ich nehme mir alle Kantone und die Verluste der SP der letzten 3 Jahre zusammen und erkläre mir danach irgendwie, warum dieser wohl zustande gekommen ist mit verschiedensten (Stammtisch-)Thesen, obwohl der neuste Trend das Gegenteil dessen, was ich behaupte, zumindest in einer repräsentativen Umfrage gleich widerlegt" - angezweifelt.

Nun denn. Das wollten die Leute des Newsnetzes nicht veröffentlichen. Deshalb möchte ich mich hier ganz klar dafür entschuldigen, dass meine Kommentare zu aktuellen Geschehnissen einer Moderation bedurften. 'tschuldigung.

Interessant war auch, dass zumindest im Bund der Artikel zur Krise der SP oben stand und gleich darunter die Ergebnisse der 1. WählerInnenbefragung der gfs Bern. Fand ich persönlich bereits wieder amüsant. Oben das grosse Bashing und unten klein ein Tatsachenbericht.

Was ist denn eigentlich heute dieser Mittelstand? Falls es in der Auffassung des Journalisten diejenigen Menschen sind, welche ein Einkommen von über 250'000 CHF/Jahr generieren, dann pflichte ich dem Schreibenden bei, dass die SP diese vergraulen will.

Nun. Die SP eröffnete heute den Reigen der Parteienvorstellung vor den Nationalratswahlen in besagten Zeitungen. Vielleicht freut mich dann die Berichterstattung über die anderen Parteien (im Sinne von Schadenfreude), so wie mich heute die Darstellung der SP ärgerte, obwohl dies die Art des Journalismus' nicht wirklich verbessert. Und das sage ich euch als kritisches SP Mitglied. Als links-liberal Denkender, der als damaliger Unterstützer des Gurtenmanifestes sich auch schon anhören musste, dass er nicht rot, sondern bloss blassrosa sei in seiner Einstellung und doch die SP als diejenige Partei des echten Mittelstandes versteht.

Seid zudem versichert, dass bei mir jede und jeder kommentieren darf. 

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Herr und Frau Gemeinderat?

Ich war ja bisher nie so richtig erfolgreich, wenn ich mich als Politker der "Stadt" in der Region zu Wahlen in den umliegenden Gemeinden geäussert habe. Meist verursachte dies bloss einen heftigen Sturm im Wasserglas, den die lokale Presse gerne aufnahm, aber weder den Kandidierenden noch mir gross Sympathien einbrachte.
 
Aber es interessiert mich halt doch, was da geschieht, in diesem Oberaargau - auch ohne dass ich heute Abend am PoliTalk der glp in Melchnau hätte teilnehmen müssen, welche das Thema "Regionalkonferenz" zum wiederholten Male aufzuwärmen gedachte.

Und es gibt zudem erstaunliche Dinge zu berichten, in Roggwil, dem Dorf, das am Wochenende vom 30./31. Oktober 2010 einen neuen Gemeinderat, sowie die Bau- und Bildungskommissionen an der Urne neu bestellt.
Also heikel ist die Angelegenheit bereits dadurch, als dass sich meine Partnerin, Priska Grütter, zur Wiederwahl in die Bildungskommission und zur Wahl in den Gemeinderat stellt. Es wird also bald zu beobachten sein, ob es in diesem Oberaargau zwei Mitglieder eines Gemeinderates aus zwei Gemeinden gibt, welche gemeinsam eine Beziehung führen. Herr und Frau Gemeinderat sozusagen. Denn ihre Chancen in den Gemeinderat gewählt zu werden, sind absolut intakt, da sie bei den letzten Wahlen hinter dem abgewählten Gemeinderat gleich den besten Platz der neu Kandidierenden belegte. Und die SP hat in diesem Jahr keine Bisherigen, mit denen sie zu den Wahlen antritt. Was dies privat - zum Beispiel auf das mittelfristige Ziel einmal zusammen zu ziehen - bedeutet, wird die nähere Zukunft zeigen. Gibt es ein Grundstück an der Gemeindegrenze Langenthal/Roggwil, das sich mit 2 Briefkästen - je auf einer Seite - ausstatten liesse?

Interessant sind auch folgende Feststellungen. Im Wahlcouvert sind alle Parteien - bloss die PNOS nicht. Diese hat aber ihren Wahlprospekt auf der Homepage und liess ihn erst gestern noch an alle Haushalte in Roggwil verteilen. Zuerst dachte ich ja, dass es am Schreibfehler im Titel liegen könnte, dass er nicht im Wahlcouvert vorhanden ist, ein Fehler, der in Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl in eine "Bildungskomission" doch etwas peinlich ist.

 Quelle: oberaargau.pnos.ch

Erwähnenswert ist auch, dass die Liste der "Bürgerlichen und Freien Wähler", die Vereinigung der FdP und SVP wohl das schmalste Budget aller Parteien aufweist. Denn sie konnten es sich "leisten" den Wahlprospekt in genau demselben Layout zu drucken, wie sie ihn schon für die Gemeindewahlen 2006 hatten. Das nenne ich sparsam und konservativ. In aller Ehre darf ich positiv erwähnen, dass sie zum Glück etwas am Text gearbeitet haben und die Fotos auswechselten. ;-)

Wie dem auch sei. Roggwil wird gewiss das eine oder andere zu gewichten wissen und die Richtigen wählen. Ich wünsche ein glückliches Händchen beim Ausfüllen der Wahlzettel, hoffe auf 3 Sitze der SP im Gemeinderat (+1) und drücke natürlich und naturgemäss meiner Freundin den Daumen.

P.s.:
A) Ich weiss, dass sich mein Schreibstil absolut verändert hat. Das hat mit der Wahl in den Gemeinderat zu tun.

B) Ich weiss, dass in einigen mit diesem Titel bereits die Hoffnung aufkam, wir - Priska & ich - würden unsere Beziehung offizialisieren - sprich heiraten. Frage 1: Wo lebt ihr in Sachen Gleichberechtigung? Frage 2: Warum diese Eile?

Montag, 11. Oktober 2010

Warum ich nie Nationalrat werde...

lässt sich in mindestens dreihundert Gründen erläutern, weshalb ich eine Aufzählung - auch zur Schonung meiner selbst - lieber lasse.
Trotzdem bin ich heute enorm froh, dass ich mich nie dem Geldwettbewerb der Zürcher FdP um einen Listenplatz aussetzen muss. Wenn ich nicht schon längst Mitglied wäre, so wäre dies echt ein Grund der SP beizutreten.
Wenn ich mir die Kosten anschaue, die er dann auch noch "drauf" gibt, so müssen wir uns schon wieder fragen, von wem oder wofür die in Bern "oben" alle gesponsert sind,  was den neuerlichen Ruf nach mehr Transparenz in der Politik(er)finanzierung nach sich ziehen würde, den ihr zur Genüge kennt. 
Dass es auch anders, innovativer, geistreicher, ehrlicher und günstiger gehen kann, haben die SP und Juso im Kanton Bern bereits mehrfach bewiesen, obwohl auch hier die Grundgesetze einer jeden Wahlkampagne gelten; eines davon halt auch:
"Geld allein bringt nichts, aber schaden tut es eben auch nicht."

Sprich: Mit einer aufwändigen (im Sinne von teuren und guten) Kampagne im Gegensatz zu keiner Kampagne, distanziere ich einen Gegner (auf der eigenen Liste) mit etwa gleichen Chancen, um etwa 1/3 der Stimmen. Dies könnte ich auch anhand dreier Beispiele (ein regionaler und zwei lokale Wahlkämpfe) belegen, die mich aber jetzt rund 1 Stunde davon abhalten würden, ein kühles B... ananensäftchen zu trinken.
Prävention geht vor. Auf bald!

Montag, 4. Oktober 2010

1 Jahr im Gemeinderat. Was nun?

Ich habe mir das wirklich gut überlegt, was man nun schreiben könnte, wenn man 1 Jahr einer Exekutive einer Stadt angehört, die ihr Dasein meist ziemlich durchschnittlich - aber gut - im Mittelland dieser Schweiz damit erklärt, dass sie hohe Trottoirs, einen tiefen Steuersatz, seit kurzem einen Bundesrat, unzählige Vereine und ein überdurchschnittliches Produktionsgewerbe aufzuweisen hat. Was du nun persönlich dafür oder dagegen getan hast, dass sich das eine oder andere in dieser Stadt verbesserte, verschlechterte oder schlicht verändert, spielt hierbei eine weitaus kleinere Rolle, als die Tatsache, dass es schlussendlich nicht relevant ist, in unserem System, wer genau an welcher Stelle sitzt - oder welches Departement oder Ressort zugeteilt erhält. Ob diese Meinung von unserem Mikrokosmos Gemeinderat auf den Bundesrat zu übertragen ist, wage ich allerdings nicht zu behaupten.

Alle erfüllen ihren Teil, sowohl in der Regierung, wie auch in der Verwaltung. Und ich darf mit Stolz und zu Recht behaupten, dass die Menschen, welche mir in meinem Ressort (mehr oder weniger zufällig) zugeteilt wurden, dies erfolgreich, mit grossem Elan und Begeisterung für die Menschen, die sie betreuen, tun. Ohne ihren Einsatz wäre ich verloren. Ohne sie wüsste ich oft gar nicht, worum es ginge. Auch wenn ich dann am Ende als eine Art Lichtgestalt - oder die FdP nannte dies einmal Leuchtturm - in der Öffentlichkeit, im Stadtrat, in der Zeitung oder sonstwo stehe und entweder die Arbeit des gesamten Gemeinderates oder meines Ressorts präsentiere oder vertrete, bin auch ich nur ein Teil, vielleicht ein ziemlich zufälliges Teilchen innerhalb des Gesamten. Zufall, weil wer stellt sich heute für ein politisches Amt überhaupt noch zur Verfügung? Ich sagte immer, die Wahlen in der Politik sind massgeblich dadurch beeinflusst, dass eine Selektion der Besten stattfinden sollte, die aber nur (noch) aus der Selektion derer besteht, die sich überhaupt noch wählen lassen wollen.

Sind wir somit ein letztes Grüppchen derer, die nicht "Nein"-Sagen konnten, als sie von einer Partei angefragt wurden, in eben dieser mitzutun, als sie von der Partei gefragt wurden, ob sie für ein Amt kandidieren möchten, um nachher im sogenannten Prestige - einer Würde des Amtes - für das Volk, in einer Art: "Wir sind alles Freiwillige im selben Boot und so werden wir auch bezahlt und bringen trotzdem alles unter einen Hut - erfolgreich zu politisieren, im Beruf weiterhin zu bestehen und das Privatleben nicht zu vernachlässigen?".

Worin besteht also der Gewinn, dass man sich zusätzlich Neidern (da gibt es plötzlich eine Menge, die das zwar nicht artikuliert und dich doch auf der Abschussliste hat) und denjenigen Personen ausstellt, die schon auf Grund dessen, dass man einer Partei angehört, die bei einer Stimmbeteiligung von maximal 40% noch von 20% gewählt wird - also faktisch und praktisch niemandem - scheinbar eine Politik macht und vertritt, die nicht diejenige ist, welche wählbar scheint?

Nun. Die Antworten auf diese Fragen, die ich nun etwas pessimistisch aufrührte, gibt es nicht.

Es sind der Enthusiasmus, die Ideologie und der Glaube daran, die in mir nach wie vor ungebrochen sind, dass ich etwas für diese Gemeinschaft tun kann, abgesehen davon, dass auch ich nur ein kleiner Teil im ganzen System bin, das diese Stadt, die Schweiz und unsere Gesellschaft ausmacht. Ich kann weder das System, noch die Sensibiltät für die Politik, noch die Menschen ändern, die nicht gut finden, was ich oder wir machen. Daher wäre es jetzt müssig aufzuzählen, was ich in diesem Jährchen bereits getan habe oder was ich beabsichtige, noch tun zu wollen. Denn das Ziel ist und bleibt, dass ich mich bis zum Ende meines politischen Amtes voll und ganz einsetzen will, um meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, den Mitarbeitenden im Kinderheim, im Altersheim, im PvB maxi.mumm, auf dem Sozialamt und den zahlreichen Menschen, die auch ein wenig von meiner Politik abhängen, das zurück zu geben, was sie mir in ihrem Alltag oft anvertrauen: Ihre wertvolle Arbeit und Vertrauen.

Nach einem Jahr im Gemeinderat habe ich vor allem eins zu tun: Dankbar zu sein.

Freitag, 1. Oktober 2010

Bundesratsfeier in Langenthal - ein Film

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Menschen bedanken, welche in irgendeiner Form zum guten Gelingen der gestrigen Bundesratsfeier in Langenthal beigetragen haben.
Dies beginnt ganz oben bei den OK-Präsidenten in der Stadtverwaltung, über den Werkhof, hin zum Amt für öffentliche Sicherheit, der Region Oberaargau mit Stefan Costa, den Polizei- Securitas- und Feuerwehrleuten, zu den Gastrofirmen - meiner Cousine, zahlreichen Guggenmusiken - den Blumenschmückern vom Aebi, der Technik von X-Light, dem PvB maxi.mumm, der Moderatorin und Gemeinderatskollegin Paula Schaub, den beiden "Hostessen" der Stadtverwaltung Q. & M., schlussendlich der ganzen Bevölkerung des Oberaargaus und Langenthals, die gestern feiernd beiwohnten und unseren Bundesrat hochleben liessen und vielen mehr.... denn diese Aufzählung ist bestimmt nicht abschliessend.
Danke euch allen. Es ist mir eine Ehre in einer so tollen Stadt, wie sie sich gestern präsentierte, euer Gemeinderat zu sein. Ich bin stolz auf diese Stadt und unsere Region.


P.s.: Das Video gäbe es auch in besserer Qualität. Wer dies möchte, soll sich melden.

Mittwoch, 29. September 2010

Bundesratsfest und Gemeinderats-"Fest"

Der St. Andrews Knopf in der Krawatte für morgen Donnerstag ist frisch "im Trockenen" geknöpft (gemäss Internetanleitung). Die Einladung des Gemeinderates an die Bevölkerung im Oberaargau ist verteilt. Die Verwaltungsangestellten, welche in die Organisation der Feier involviert waren, haben sich fast beide Beine dafür ausgerissen. Ihnen gilt mein herzlicher Dank. Das Fest von morgen Abend kann steigen. Ihr seid herzlich eingeladen. Aber das wisst ihr ja bereits vom gelben Zettel in euren Briefkästen.

Am Freitag folgt dann das nächste "Fest".
Der 1. Oktober 2010 bedeutet für mich 1 Jahr im Gemeinderat Langenthals. Ups and Downs.
Irgendwo in einem stillen Eck werde ich ein Kerzchen entzünden und meines ersten Jahres in der Exekutive gedenken. Falls fruchtbare Gedanken aufkommen, werde ich euch daran teilhaben lassen.
Im Moment denke ich: Das Jahr verging äusserst schnell. Rückblickend lässt sich sagen, dass trotz des allgemeinen Pragmatismus' der Politik doch schon einiges geschehen ist. Mehr dazu frühestens am Freitag.

Dienstag, 28. September 2010

Lehrer schnell bleichen...

Stolz verkünden einige Kantone und die Fachhochschule Nordwestschweiz, dass sich über 2000 Personen für das Kurzstudium von Quereinsteigern in den LehrerInnenberuf interessiert haben. Dies sei ein Zeichen für die "Attraktivität" des Lehrerberufes, erklärt sich auch die Berner Zeitung von heute Mittag.

Das sind ja schöne Nachrichten. Toll. Danke!
Ich kann mir leider, leider (trotz allem Wunschdenken) nicht vorstellen, dass sich effektiv 2000 Personen gemeldet haben, welche über 30 Jahre alt sind, die nachgewiesen folgende Berufserfahrung mitbringen:
- mit tertiärer Vorbildung (Uni, Fachhochschule): 3 Jahre
- mit Berufslehre (evtl. mit Berufsmaturität oder mit qualifizierender Weiterbildung): 5 Jahre
- mit Maturität: 5 Jahre (inkl. allfälligen Teilstudien an Uni oder Fachhochschule)
die den Aufnahmetest bestehen (wollen) und die sich ein 2-3 jähriges berufsbegleitendes Studium (in dem Alter) antun, um schlussendlich in ihrem neuen LehrerInnenberuf als NeueinsteigerIn mit Fachhochschulabschluss wiederum etwa gleich viel oder weniger zu verdienen, wie in ihrem angestammten Beruf nach 10 Jahren Berufserfahrung (trifft zumindest auf die Primarlehrkräfte im Kanton Bern zu). Aber vielleicht hatte der Tagesanzeiger betreffend der 1400 neuquereinsteigenden Interessierten für die PH Zürich einen etwas besseren Riecher: "Laut Beat W. Zemp, Präsident des Lehrerdachverbands, haben sich einige Interessenten aus Litauen und Rumänien gemeldet, deren Deutschkenntnisse für eine verkürzte Lehrerausbildung in der Schweiz offenbar nicht ausreichten."

Bravo. Da werden wir den LehrerInnenmangel bestimmt bald politsch beheben können, ohne zu überlegen, was man anstelle dieser Vereinfachung der Ausbildung tun sollte, damit bewährte Lehrkräfte der Schule dauerhaft und gesund erhalten blieben. Ob die Qualität schlussendlich im Klassenzimmer stimmt, scheint sowieso schon lange sekundär geworden zu sein. PH-AbgängerInnen werden vor Masterabschluss eingestellt, Berufsleute werden bereits heute ohne Ausbildung befristet als Lehrkräfte engagiert, Klassendurchschnittsgrössen werden erhöht, etc. nur um am Ende jedes Schuljahres sagen zu können: "Es war zwar knapp, mit viel Engagement konnten wir aber wieder alle Stellen im Kanton besetzen."

Das geht doch so nicht! Da ich nicht (nur) als Stänkerer bekannt bin, der keine Lösungen bereit hält, sage ich halt wiederum, was ich denke:
  • Der Lehrerinnen- und Lehrerberuf ist ein äusserst schöner Beruf.
  • Die pädagogischen Hochschulen sollten von den besten Maturandinnen und Maturanden besucht werden. Qualitativ darf es durch Kurzausbildungen keine Verschlechterung der Befähigungen von Lehrkräften geben.
  • Hierfür benötigt man attraktive Rahmenbedingungen, welche den Beruf für Maturandinnen und Maturanden, die sich in der Studienwahl befinden, aber auch für die bereits tätigen Lehrpersonen nachhaltig interessant gestaltet: 
    • flexible Einteilung der Arbeitszeiten (sprich Ferien (Erhaltensziel)), 
    • der Ausbildung und Qualifikation entsprechende (höhere) Entlöhnung, 
    • Ausfinanzierung der Bernischen Lehrerversicherungskasse (deren Verschulden wir Lehrkräfte nicht verschuldet haben / mein Solidaritätsbeitrag wird sich bis 2030 auf mehrere 10'000 Franken gehäuft haben!), 
    • interessante Fort- und Weiterbildungsangebote der PHs. 
Schnellbleichen für Lehrkräfte mögen nun aus Sicht der Politik für kurze Zeit den LehrerInnenmangel zu verhindern wissen. Ich hoffe einfach, dass sich werder die Neuquereinsteigenden, noch die verantwortlichen PolitikerInnen den Beruf als zu simpel oder einfach vorstellen. Sonst werden aus den schnell gebleichten LehrerInnen, schnell sehr bleiche LehrerInnen...

Montag, 27. September 2010

Frühmorgens am Stammtisch

Gegen acht Uhr, den Stammtisch des Hotel Bärens zu Langenthal im Rücken, trinke ich meinen ersten Kaffee und lese die Zeitungen über das Abstimmungswochenende. Ebendiese werden auch hinter mir verhandelt:

"Auso, das wär jetzt nid nötig gsi, dass die Boumgartner und dä Müuer do ou uf däm Föteli si, wäg der Abstimmig zur Kunschtiisbahn!"

Einen kurzen Augenblick überlege ich mir eine Reaktion. Möglich wären gewesen:
"Das war eine Vorlage des gesamten Gemeinde- und Stadtrates."
"Der Gemeinderat repräsentiert die Stadt."
"Ja, eigentlich wären nur KEB-Verwaltungsrätin und Gemeinderätin, Laura Baumgartner, sowie die Gemeinderätin Kultur und Sport, Paula Schaub, nötig gewesen."
"Ja, Sie haben Recht, das war nicht nötig, aber es war Sonntag und wir setzen uns auch am Sonntag für die Anliegen unserer Stadt ein."
"Ja, Sie haben Recht. Aber für ein Inserat in dieser Grösse, hätte ich mindestens CHF 2000.-- ausgeben müssen. ;-)"

Auf die Gefahr hin, dass ich sowieso nicht verstanden würde, egal, ob ich die satirischen oder echten Entgegnungen wählte, trank ich unbesehens und ohne Reaktion meinen Kaffee fertig. Bezahlte.
Stellte mich anschliessend vor dem Stammtisch auf und sagte:
"Ig wünsche euch e schöne Tag uf Wiederluege mitenang."

"A..adiö, Herr Müuer."

Wir sind halt doch ein Dorf. Mir gefällt das.

Sonntag, 26. September 2010

Langenthal die Schlöf, der Stadt Bern die Reithalle

Der Souverän hat entschieden. Beidenorts in ungefähr denselben Verhältnissen. 2/3 dafür, 1/3 dagegen. Langenthal darf auch weiterhin eine Kunsteisbahn betreiben und die Reithalle in Bern wird nicht an den Meistbietenden verschachert. Beide Ergebnisse machen mir Freude.

Auch wenn dies im Falle von Langenthal die Stadt teuer zu stehen kommt: Maximal 607'000 Franken pro Jahr wird Langenthal nun künftig investieren und zudem die Schulden tilgen, welche auf 2,225 Mio. Franken aufgelaufen waren, sowie eine Zusatztribüne für 670'000 Franken abkaufen, welche der Schlittschuhclub einmal finanzierte und einbaute (und die seither bei den Spielen eigentlich praktisch immer leer steht und die Stadt zum freien Eislaufen und Schulsport auch nicht bräuchte). Trotz aller Kritik an der Vorlage, die auch ich mir in der Klammerbemerkung nicht ganz verkneifen kann, bin ich heute sehr glücklich darüber, dass die 38,5% der stimmberechtigten Langenthalerinnen und Langenthaler, die zur Urne schritten,  so entschieden haben. Langenthal braucht eine Kunsteisbahn. Langenthal braucht die Sportstätten! Ich bin froh, dass wir weiterhin vom Stadion über die Hallen bis hin zur Kunsteisbahn ein breites sportliches Angebot für die Bevölkerung bieten können. Schliesslich sind genügend Vereine in Langenthal aktiv und kümmern sich mit viel Elan und freiwilliger Arbeit um sportliche Nachwuchsförderung und Jugendarbeit. 2 Aspekte des Sporttreibens, welche nicht zu vermissen wären. Natürlich sollte die Stadt, welche der KEB AG nun aus der Finanzpatsche geholfen hat, künftig gebührend strategischen Einfluss nehmen können und natürlich werden wir der stadträtlichen Meinung nachgehen, die im Volksbeschluss Ziffer 4 heute auch angenommen wurde, dass die Eigentumsverhältnisse mit den zig Kleinaktionären geklärt werden muss. Grundsätzlich sollte nun von der KEB AG überprüft werden, wie eine Kunsteisbahn am Standort Langenthal und explizit im Schoren möglichst effizient und kostenneutral (sprich ökologisch-ökonomisch) betrieben werden kann. Das ist meine Erwartung.
Wenn mir Gerüchte zu Ohren kommen, dass der SCB im August bereits im Schoren trainiere, weil es in Bern noch zu teuer sei, um Eis zu machen, dann frage ich mich als bescheidener Bürger auch, was das soll. Aber vielleicht war's nur ein böses Gerücht und nichts Wahres dabei. Das Geld der Stadt sollte aus meiner Sicht nun keineswegs einen Freipass aus dem Verteidigungsdrittel darstellen (der meist in überlaubtem "Icing" endet), sondern auch hier gilt, dass man aus einer soliden finanziellen Defensive nun zum kontrollierten Angriff übergehen kann. 

Was die anderen Abstimmungen anbelangen, so darf festgehalten werden, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Kanton Bern (deutlich) keine Gemeindeautonomie im Ausländerstimmrecht wollen und dass die Schweiz (präziser die Deutschschweiz) wohl das einzige Land auf dieser Erde bleibt, das freiwillig für höhere Beiträge und weniger Leistung bei der Arbeitslosenversicherung stimmt und zudem für ein Recht ist, das die Gutverdienenden massiv bevorteilt. Ich wage zu behaupten, dass eine solche Vorlage in Frankreich zu üblen Demonstrationen geführt hätte, in der Schweiz aber mit grossem Mehr passiert. Wir sind halt anders...

(P.s: Dieser Eintrag erscheint automatisch frühestens um 18.05 Uhr, da um 18 Uhr eine Pressekonferenz stattfindet und sich die Mitglieder des Gemeinderates zur KEB-Abstimmung erst ab diesem Zeitpunkt äussern.)

Freitag, 24. September 2010

Hier bleibt alles neu. ??


Mit diesem Titel erklärt das "neue" az Langenthaler Tagblatt das neue Erscheinungsbild. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, weshalb wir nicht näher auf das "neue" Layout eintreten wollen. Aus einer 4-Bund-Zeitung wurde erst kürzlich eine 2-Bund-Zeitung, welche nun wohl scheinbar noch näher an den Aargau und die az rückt - auch bildlich - als mir dies persönlich lieb und recht ist. Es sieht in meinen Augen nach Zusammenschluss, Zusammenlegen und Sparen aus. 


Dass das Layout halt doch etwas altbacken wirkt, wird immerhin dadurch bestätigt, dass das Datum auf der ersten Seite auf den Umstand verweist, dass wir mit dieser Ausgabe von heute Mittwoch, 2. Januar 1980 in den Händen halten. Ja, ich glaube damals, wäre so ein 5-Spalten-Layout überaus revolutionär gewesen. Bravo, Käru.

Mittwoch, 22. September 2010

Dienstag, 21. September 2010

Minarett, Parlament und Bundesratskribbeln

Es wäre ein Leichtes, erneut auf die Minarett-Themen in Langenthal einzugehen, welche Morgen die regionalen Zeitungen beherrschen werden, aber wahrscheinlich würde ich dann nicht vollständig die bereits geäusserte Meinungen teilen. Und da der Gemeinderat stets nur mit einer Stimme auftritt, verweise ich in dieser Sache lieber auf das Minenfeld.

Was, jetzt bloggt er schon wieder? Ja. Bestärkt unter anderm auch etwas narzisstisch, dass die Leserzahlen des gestrigen Artikels sich wie früher unter die Top10 des Tages reihten, was natürlich Topblogger nicht kratzen würde... mich aber schon.

Heute gilt es Folgendes im Bezug zu gestern noch mitzuteilen: Ich bin stolz auf das Parlament in Langenthal! Danke, Stadtrat. Gestern bewilligte dieser mit überwältigendem Mehr das neue Amt für Bildung, Sport und Kultur, inklusive der Stelle einer/s Jugendbeauftragten und eines/r Sportkoordinators oder -in. Das wertet sämtliche angesprochenen Themen auf den entsprechenden Stellenwert auf, den diese in unserer Stadt verdient haben. 

Auf der anderen Seite wächst meine Nervosität. Wer wird morgen gewählt? Im Wahlkampfblog ist das schon ziemlich konkretisiert worden. Ich verweise.
Ich kann mir nie so richtig helfen. Meine Anspannung ist völlig unbegründet. Die Wahl betrifft mich nicht persönlich. Natürlich hoffe ich, dass Simonetta Sommaruga und Johann-Niklaus Schneider Ammann gewählt werden, doch eigentlich dreht sich meine Welt auch so weiter. Und doch ist da dieses Kribbeln, dieses Fesseln, das mich - seit ich zurückdenken kann - stets an die Politik band. Es wird mir auch helfen, mich morgen Mittwoch so früh zu erheben, dass ich es um 06.18 Uhr auf den Zug schaffe, um im Bundeshaus dabei zu sein.

Der Bericht folgt. Garantiert. ;-)

Montag, 20. September 2010

Wer im Glaspalast* sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen...

Ich bekam in den letzten Tagen von verschiedensten Seiten Signale, dass ich doch das Bloggen wieder aufnehmen solle. Unter anderem formulierten auch Parteifremde und trotzdem "Freunde", dass ich mich doch wieder einmal zu Wort melden sollte. Zumindest meine ich, dass es der Verlinkte ist, denn Michael Jägers scheint es in diesem Internet wie Reto Müllers in der Schweiz zu geben.
Der Entschluss mich still und heimlich mal von der Blogosphäre zu verabschieden, fiel eigentlich in Raten und auch nicht leicht. Seit ich dieser Exekutive, die in unserer Stadt Gemeinderat genannt wird, angehöre, hat einfach die Anzahl Fettnäpfchen in welche man treten könnte, bei Aussagen, welche man jetzt oder künftig politisch tätigt, ungemein zugenommen. Wer geht schon gerne freiwillig über ein Minenfeld? Und da es nicht meiner Art entspricht, wenn ich etwas sage, nicht dasjenige loszuwerden, was mich beschäftigt, musste ich andere Ventile finden: Jammern bei der Freundin sei als eines der Beispiele genannt.

Bestärkt wurde mein Verhalten dadurch, dass ich mich mit anderem, verbloggtem Dorfgeschwätz konfrontiert sah, das es dann gar noch in die Berner Zeitung (*Kopf schüttel*) schaffte. Ganz abgesehen davon, dass aus meiner Sicht, auch eigene Blogeinträge völlig verzerrt in die Holzmedien übertragen wurden (aber das Gejammer kennt ihr). Natürlich fand man - für den erwähnten Beitrag - für die Onlineausgabe auch noch ein passendes, schreckliches Archivbild. Merci, Redaktion. Und natürlich ist an den Vorwürfen nichts dran. Ich bin nun seit 5 Jahren stolz auf Macintosh unterwegs und die Schule auf Windows. Die Lizenzen, die ich als Lehrer privat erworben, bezahlt und unter den ehrlichen Angaben gar so weit registriert habe, als dass eben unter Organisation als freiwillige Angabe im fünften oder vierten Register bei den Dokumenteneigenschaften gar die Schule eingetragen ist, wenn man sie nicht von Hand rauslöscht, gingen ja sogar so weit, als dass ich sie für gewerbliche Zwecke einsetzen dürfte! Nun. Habe nun einen neuen Mac und beim erneuten registrieren MEINER Software keine Organisation mehr eingegeben. Man lernt halt nie aus. Es gibt viele Erklärungen, welche sich über das Vorgehen besagten Bloggers, winden, welchen ich aber hiermit nicht näher nachgehen möchte, um zu vermeiden, dass ich mich auf dasselbe Niveau herab- oder herauflasse (Frage des Standpunktes). Aber zu meiner eigenen Sicherheit habe ich mich an diversen Orten erkundigt, um mehr in Erfahrung zu bringen und auch Gesprächsbereitschaft signalisiert im Falle, dass noch Fragen bestünden, falls jetzt nicht Ruhe einkehrt. Hier würde das Zitat mit dem Glashaus wiederum lohnen, was ich aber nun nicht mehr wiederhole, da es schon im Titel steht.

Nun stellt sich die Frage: "Wozu oder warum bloggt man?"

Ich weiss. Ich habe mit meinem Bloggen - dazumals - auch schon Menschen vor den Kopf gestossen. Sie mit meiner subjektiven Wahrnehmung der Wahrheit konfrontiert, welche eventuell nicht derjenigen entsprach, welche die eigenen Rezeptoren aufzunehmen gewohnt waren. Aber ich habe oft versucht, mit den Menschen in Kontakt zu treten und mit ihnen einen Dialog zu beginnen.
Heute werde ich deshalb manchmal gefragt: "Wo ist deine provokative Ader, die du als Stadtrat noch hattest?"
Und ich weiss es nicht. Sie ist in der Exekutive halt schlicht nicht mehr gefragt. Heute geht es zum Beispiel darum, dass ich für eine Stelle eines/einer Jugendbeauftragten im Stadtrat kämpfen muss. Emotional zwar, aber sachlich und fundiert. Da bringt es nichts, die Menschen vor oder während der Debatte, inner- oder ausserhalb der virtuellen Welten zu brüskieren. Es erscheint mir heute sowieso nicht mehr als Gewinn, sich mit Halbwahrheiten und Scheinlösungen in einem Wortewettbewerb zu duellieren. Politik kann als Poetry-Slam durchaus manchmal Spass machen. Doch wer in der Verantwortung eines 35 Millionen-Haushalts und über 100 Mitarbeitenden steht ("alleine" in seinem Ressort), dem vergeht die Lust am Fabulieren durchaus rasch. So zumindest erging es mir.

Es könnte aber durchaus sein, dass ich in dieser Phase, die ich ohne mein Bloggen durchlebte nun dann bald zum Schluss kommen könnte, dass es eventuell eine andere Form annehmen könnte. Ich könnte zum Beispiel Bericht erstatten, wie ich die Delegationsteilnahme im Bundeshaus bei der Wahl der neuen Bundesräte oder -innen erlebe. Ich freue mich auf jeden Fall auf dieses Erlebnis. Wir werden sehen.

Danke auf alle Fälle an alle, welche den bloggenden Reto M. in irgendeiner Form vermisst haben.

*übrigens: Glaspalast nennt der Volksmund das Verwaltungsgebäude der Stadt Langenthal.

Sonntag, 20. Juni 2010

Kantonal-Bernisches Jodlerfest in Langenthal

Ja, das sieht man nicht alle Tage. Da staunt ihr, was?
"Das isch de es Biud für i Blog!", sagte eine bestimmt nicht näher genannt werden wollende Person aus dem Langenthaler Ehrengastleben des heutigen Jodlerfest-Tages, als sie mich und sie so antraf. Das BDP-Grossratsmitglied eine Reihe dahinter auf der Tribüne verstand derweil nicht "Bild für den Blog", sondern "Bild für Blocher" und erklärte mir bei einem Glas Wein im anschliessenden Apéro, dass ich mich nun scheinbar dem Genannten annähren würde. Nun denn: Wenn wir von unserer Seite immer wieder Integration fordern und Frau Grütter sowieso die halbe Kindheit in einem Jodlerchor verbrachte, so war es auch mir heute eine Ehre in einem (zugegebenermassen (noch) zu grossen) Chüjermutz dem Jodlerfest die Ehre anheim zu bringen, welche es mir mit der Einladung als Ehrengast auch zukommen liess, zumal uns das Motto entgegenkam: "Bruuchtum nöi gniesse!". Neu war zumindest für mich eher ein "erstmals", das ich aber wirklich genoss.

Es sind die Begegnungen, welche dieses Jodlerfest in mir zurück lassen. Es war faszinierend den absolut gewaltfreien und harmonischen Ausgang zwischen Hunderten von Jodlern und Jugendlichen aus der Region hier an diesem Fest mitzuerleben, obwohl auch an diesem Wochenende viel Alkohol floss und scheinbar auch nicht an allen Ständen in Sachen Jugendschutz (leider) konsequent gehandelt wurde. Da bleibt die Begegnung mit einer Qualität an Volksmusik, welche ein enorm hohes Niveau erzielt. Die Klänge von über 10 Alphörnern oder das Singen von Liedern in einer praktisch absoluten Reinheit, lassen einem mit leichtem Schaudern und ziemlicher Ehrfurcht zurück, obwohl man sich sonst solche Musik ja wirklich nicht freiwillig zu Gemüte führen würde.

Schlussendlich sind es doch diese überraschenden Momente, die einem für's Leben bleiben. So traf ich ein OK-Mitglied, das ob meiner Montur recht verzückt war und sagte: "Vorhin traf ich jemanden, der mir sagte, er habe einen gesehen, der wie Reto Müller aussehe, aber einen Chüjermutz trage und es deshalb nicht derselbe sein könne...".
"Oh, doch. Da staunst du."

Ich danke dem OK und allen Teilnehmenden des Bernisch-Kantonalen Jodlerfests für das schöne Wochenende. Merci.
(P.s.: Der Chüjermutz - Grösse 58 - kann bei mir ausgeliehen werden, Halbleinenhosen habe ich aber keine... siehe oben...)

Freitag, 18. Juni 2010

Der ideale Blogtag

Heute scheint mir doch wieder einmal ein idealer Blogtag zu sein. Schlechtes Schweizer Wetter, die Schweizer Fussballnationalmannschaft spielt wieder einmal völlig über den Erwartungen, die Freundin dient wieder einmal als Offizier in der Schweizer Armee und wieder einmal ist mir das Schweizer wie auch das holländische Bier im Kühlschrank ausgegangen und ich bin wieder einmal zwar saumüde, aber doch zu wach, um Schlaf zu finden.

Es gibt eigentlich so vieles worüber ich noch berichten könnte, dass mein Bart zum Beispiel, den ich mir im Kosovo für 50 Cent habe rasieren lassen, schon wieder eine ordentliche Länge hat, währenddessen die Frisur für 1.50 Euro nach wie vor sehr gut hält. Spannend nicht. Werden wir aber an diesem Beispiel trotzdem rasch politisch: 1 Euro 50 für einen Haarschnitt. Wahnsinn nicht. Macht einen durchschnittlichen Lohn von 240 Euro pro Monat. Zum Überleben benötigt der Durchschnittkosovare aber mindestens 400 Euro. Woher kommt der Rest? (Halt, halt, nicht schon wieder Böses denken!) Er wird von den Verwandten im Ausland zugestellt. Die Diaspora von 750'000 im Ausland lebenden Kosovarinnen und -en, wovon 150'000 alleine als grösstes Dispositiv ihr Geld in der Schweiz verdienen, sind für den heutigen Kosovo überlebenswichtig. Der Arbeitsminister schätzte, dass 40% des Geldes im Inland verdient wird und der Rest somit aus dem Ausland kommt.
Es war ihm deshalb wichtig zu betonen, dass die Auslandskosovaren der Regierung enorm wichtig seien und sie auch verlangen, dass sich diese an Gesetze, Normen und Sitten des Gastlandes halten.

Weiter hatte ich ein Referat an der Abschlusstagung des Projektes der "Gemeindeorientieren Tabakprävention" an welcher Langenthal als Pilotgemeinde mitmachte. Das ist zwar bei näherem Überlegen schon über eine Woche her. War aber erst letzthin noch in der Presse, weshalb es mir immern noch präsent scheint.

Zudem dreht sich in Langenthal im Moment alles um das kantonale Jodlerfest des kommenden Wochenendes. Da spielt es auch keine Rolle mehr, wer wie viele Parkplätze ab wann belegt und ab wann man das Stadtzentrum sperrt, obwohl das sonst immer Lamenti gibt. Das scheint mir eine grosse Sache zu geben. Ich habe gar einen Jodler aus dem Seeland bei mir im Büro/Gästezimmer einquartiert. Wird sicher spannend. Scheinbar seien die über Nacht nie ganz still... ma kuck.... ehh hören.

Bis dann. Gute Nacht. Fazit wird folgen.

Samstag, 12. Juni 2010

@ Jubiläumsfest 100 Jahre Kinderheim Schoren

Wer mich sucht über's Weekend findet mich hier.

Mittwoch, 9. Juni 2010

....und zurück aus dem Kosovo.


Es war mächtig eindrücklich. Entschuldigt, dass ich mich erst jetzt zurückmelde, aber das verlängerte Wochenende im Kosovo liess den Pendenzenberg zu Hause nicht kleiner werden, so dass ich mich im ersten Moment wieder einmal darauf zu konzentrieren hatte, dass Wichtigeres in meinem Leben und Job erledigt wird, als euch per Blog meine Eindrücke zu schildern. Und auch dieser Eintrag ist nicht grundsätzlich ohne äusseren Druck entstanden. Ich habe via Buschtelefon vernommen, dass eine Lokalzeitung über unseren Besuch im Kosovo schreiben will und diesen sehr verkürzt und reisserisch (nicht nur zu unseren Gunsten) darstellen möchte. Ich will mit euch ganz offen sein: Dies könnte wirklich der Moment sein, in welchem ich sage, dass der Blog nun als Informationsquelle für irgendwelche Sensationsschreiber ausgedient haben könnte - zumal ich dem Schreiben eh in letzter Zeit nicht mehr regelmässig nachgekommen bin. Ich bilde mir auch nicht ein, dass diese Zeilen und Einträge wirklich vermisst werden könnten. Aber missverstanden oder zitiert zu werden (ohne Rückfrage des Journalisten notabene) ist kein gutes Gefühl und die Gefahr steigt von Zeile zu Zeile, welche man einfüllt. Mutlose blieben längst still...
aber eben harren wir - wieder einmal - der Dinge, die da kommen und geschrieben werden.... eventuell.

Nun. Zurück zum Kosovo will ich hier erstmals eine ungekürzte Wiedergabe des Freitagprogramms darstellen, damit man nicht meint, wir hätten einseitig besucht:
 1.
Besuch beim kosovarischen Gewerkschaftsbund bei Präsident Haxhi Arifi und seinem Vorstand:
2.
Besuch bei der Wirtschaftskammer des Kosovos, der Arbeitgebervertretung der meisten grossen Firmen im Kosovo und deren Beraterin Zineta Daci:
 3.
Besuch bei der Sozialdemokratischen Partei des Kosovos und dessen Präsidenten Agim Ceku mit Vorstand:
4.
Besuch beim Ministerium für Arbeit und Sozialwesen bei Minister Nenad Rasic, welcher der serbischen Minderheit in Staat und Regierung angehört:
5.
Fahrt von Pristina in die Stadt Gjilan zu Bürgermeister Qemajl Mustafa, welche von der Gewerkschaft UNIA für seine Schulen 100 "alte" Computer geschenkt erhielt.

Ich hoffe, dass diese Informationen dem tieferen Verständnis unseres Besuches dienen. Alsbald werde ich hoffentlich noch über Samstag und Sonntag und insbesondere meine persönlichen Eindrücke berichten können. Aber wie gesagt...

Donnerstag, 3. Juni 2010

Ich geh' in den Kosovo...

Nein, nein, nicht als Militarist für die KFOR. Keine Sorge. Es ist ein kleiner Staatsbesuch, den einige SP'ler und Gewerkschafter aus dem Oberaargau dem jüngsten Staat der Erde von morgen Freitag bis am Sonntag abstatten werden.
Und wie so vieles, hat auch diese Episode in meinem Leben eine Geschichte, welche sich in diesem Blog ablesen lässt:
Erinnert ihr euch daran? Treffen mit Agim Ceku.
Darauf folgte dann der zweiwöchige Besuch zweier junger Sozialdemokratinnen aus dem Kosovo, welche bei uns schauten, wie die Sozialdemokratische Partei der Schweiz aufgebaut ist. Hierbei "durfte" ich oft als Fremdenführer walten. Zum Beispiel hier: Besuch in Bundesbern, Kosovarische Connections, Pilatus, Zurück in den Kosovo.

Und jetzt reisen wir also in den Kosovo. Zum Gegenbesuch. Ich bin mächtig gespannt und hoffe, dass ich danach und vielleicht schon währenddessen von der spannenden Reise und den Erlebnissen werde berichten können. Ich freue mich riesig.

Als auf den E-Tickets des Reisebüros oben fett geschrieben stand: "AIR PRISTINA!", fiel mir bereits das Herz fast in die Hosen. Für einmal lohnte sich aber das Lesen des Kleingedruckten unterhalb der Angaben: "Dieser Flug wird von der Swiss ausgeführt."
Uff... ein nächstes Unbehagen überkam mich, als ich meine kosovo-albanischen Schüler und Schülerinnen fragte, was denn "Vegetarier" auf albanisch heisse....
das Wort scheint nicht zu existieren. Nun denn. Ich werde es trotzdem überleben.
Auf bald.

Dienstag, 1. Juni 2010

Blog-Aphorismen

Es ist besser nichts zu tuen, als mit vieler Mühe nichts zu schaffen ......
sagte Laotse.

Deshalb lasse ich den Blog noch ein wenig ruhen.

Dienstag, 11. Mai 2010

Ich YB iPad

Sensationell. Das Ding und YB. Ich bin fasziniert, obwohl man sich über den Nutzen - neben all den Spielereien schon etwas streiten darf. Durchaus von beidem.

Montag, 3. Mai 2010

Du wolle kaufe...?

690 Millionen bezahlt die Schweiz an das griechische Debakel, sofern man den Onlinemedien Glauben schenkt. Ich gehe davon aus, dass dies selbstverständlich mit Zinsen wiederum zum eigentlichen Geschäft für die Schweiz werden wird - wie so oft. Gemessen am Beitrag zur Rettung der UBS ist Griechenland dann doch vergleichsweise günstig zu haben. Etwas zu Sagen haben werden wir in beiden Fällen wohl wieder etwa gleich viel: Nämlich gar nix.

Jetzt gehört uns (Steuerzahlenden) schon ein grosser Teil einer Bank, ein kleiner Teil eines Landes und so überlege ich mir, was uns wohl demnächst zum Kauf angeboten wird. Schöne Schweiz. Schönes Griechenland.

Samstag, 1. Mai 2010

3 Maifeiern später...

fühlt man sich ziemlich kaputt. In diesem Jahr war ich zwar erstmals nicht sehr stark in die Organisation oder das Auf- und Abbauen verwickelt, wie sonst - danke liebe Kolleginnen und Kollegen - doch war die Erwartungshaltung da, dass ich zumindest in Langenthal, Schwarzhäusern/Aarwangen (als Redner) und Bützberg an der Feier dabei bin.

Da ich wusste, dass die Feier in Schwarzhäusern eher in gemütlicherem und feinerem Rahmen stattfindet, habe ich hierfür keine klassische 1. Mai Rede vorbereitet, sondern übte mich eher im Geschichten erzählen. Natürlich haben diese Geschichten exemplarisch und in sich sehr viel mit dem 1. Mai und dem diesjährigen Motto zu tun. Es kann aber sein, dass sie als rein geschriebene Textbausteine, ohne meine Inputs und das "szenische" Laienspiel, nicht wirklich erfasst werden können. Die Resonanz war aber auf alle Fälle von erfrischend, über mal etwas anderes und passend, bis sehr gut, breit und positiv... zumindest mir gegenüber. Aber lest selbst, wenn es euch interessiert:

Rede zum 1. Mai für die SP Aarwangen / Schwarzhäusern am 1. Mai 2010 in Schwarzhäusern. Von Reto Müller.
-         „Hesch no Lohn – oder zocksch scho ab?“

-         „Was, was meinsch?“

-         „Jo, ganz eifach: Schaffisch no für Gäud, du Löu oder wirsch scho i Aktie uszauht?“

-         „Mit oder ohni 13. meinsch?“

-         „Das heisst dänk nüm 13., das heisst hüt Bonus und wes clever machsch, de isches meh aus ei 13. gar meh aus e 14. oder 15. oder 16.!

U we d Lüt aföh reklamiere, es sigi z viu, seisch eifach, es sigi ebe e integrale Lohnbestandteil. Weisch, wiene 13. ebe.“

-         „Aha. Jo, sorry, isch afang huere kompliziert. Sicher schaffi no. Nid mit de Häng, aber das isch ja hüt sowieso und überhaupt und glich o gschaffet, oder? Aber i ha eifach mi 13. wie die meischte andere ou. U nid emau dä 13. hei aui.“

-         „Was, ke Bonus? Ke 13.? Wo läbe de die?“

-         „Bi üs. Hie under üs! Es git meh Lüt wo’s Gäud vom Schaffe elei nüm zum Läbe längt aus du im Golf-, Tennis-, Wellness-, Fitness-. Lions-, etc-Club vilicht mit überchunsch!“

-         „Nei säg. Do hani aber nid Erbarme. Die söue meh Verantwortig für ihres eigete Läbe übernäh! I träge schliesslich für mi Bonus ou Verantwortig.“

-         „Weisch was? Du bisch e Löu! Du hesch ke Ahnig vom Läbe und was anderi Schaffe, nur damit sie sich und ihri Familie dürebringe!“



Liebe Zuhörerinnen und liebe Zuhörer, liebe Arbeiterinnen, Chrampfer und wohlverdiente Seniorinnen und Senioren


Jetzt könnte ich eigentlich schon aufhören zu reden. Der Streit zwischen ihm und ihm spricht die wesentlichen Themen des heutigen 1. Mais unter dem Motto „Arbeit, Lohn und Rente statt Profit und Gier“ an und eigentlich könnten wir diesen „Dialog“ auch zwischen euren Bänken weiterführen, denn er ähnelt den momentanen Debatten und Bestrebungen zwischen den Oberen und den Unteren, wobei aus meiner Sicht die Schere bezüglich des Lohns und des gegenseitigen Verständnisses immer weiter auseinander gehen. Aber vielleicht wollt ihr noch mehr hören? Nämlich: Wo führt das hin?


Heute ist jede 10. Person im Kanton Bern auf Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen angewiesen? Es reicht einfach nicht mehr.

Eine weitere Geschichte:

Weinend sitzt eine junge Frau vor mir, 2 Kinder wuseln im Hintergrund.

„Wissen Sie, Herr Müller. Es reicht einfach nicht mehr. Ich weiss nicht, was ich tun soll. Ich arbeite der Kinder wegen 60% im Verkauf und verdiene CHF 1800.--, mein Mann bezahlt mir die Alimente nie pünktlich. Manchmal weiss ich echt nicht mehr, wie ich Essen, Miete und Strom bezahlen soll. Des Nachts sorge ich mich um die Zukunft und das Wohlergehen meiner Kinder. Am Morgen bis nach dem Mittag arbeite ich, damit ich den Nachmittag bei den Kindern sein kann. Aber etwas bieten kann ich ihnen sowieso nicht.“

Als ich ihr dann erklärte, dass sie für die Alimente eine Bevorschussung beantragen kann und das Inkasso vom Sozialamt übernommen werde, sowie dass sie ergänzend dazu wirtschaftliche Sozialhilfe zur Unterstützung annehmen könnte, klärte sich das Gesicht der Frau auf. Wir hatten im letzten Jahr auf Grund des Schreckensgespenst Wirtschaftskrise eine Zunahme der Sozialhilfefälle in Langenthal/Lotzwil von 15%. Die Menschen fanden in keine oder nur schlecht bezahlte Arbeitsstellen zurück, als das Arbeitslosentaggeld, das bei der letzten Revision bereits gekürzt worden war, ausgelaufen war. Wie sollen wir ihnen das verübeln? Die Arbeitslosigkeit sinkt, trotz Millionengewinne der Banken und Börsen nicht. Ist das die Schuld der Arbeitslosen?

Nein. Wer hat diese Wirtschaftskrise ausgelöst? Nicht der Arbeiter. Nicht die Arbeiterin. Wisst ihr noch, wie es begann? Fannie May und Freddie Mac in den USA. Gefolgt von anderen Banken und Investitionsspekulanten, Versicherung, etc.

Der SGB schreibt für heute: Die Abzockereliten haben die Welt in die Krise geritten. Die Arbeitnehmenden müssen die Zeche bezahlen. Dafür steigt wieder die Arroganz der Boniritter. Sie haben sich nur kurz geschämt über das Desaster, das sie angerichtet haben. Schon erheben sie wieder und ohne jegliche Schamesröte im Gesicht ihre Abzockerforderungen.

Oben prassen wenige, unten schnallen viele den Gürtel stets enger: So kann es nicht

weitergehen! Dem stellen wir uns entgegen.


Und liebe Leute. Die Banker und CEOs haben Erfolg damit. Zwar rebelliert das Volk verbal, bei der UBS-GV bei der CS-GV, doch die Macht liegt bei den Besitzenden und diese wollen ihren Besitz steigern, maximieren, fett dinieren, abkassieren, die Arbeitenden kast… item… die Vergütungsberichte passieren und auf alle Fälle sind die Boni wieder fetter denn je.


Noch eine Geschichte?

Ich war letzthin in der IKEA. Ich wollte was zum Schrauben und dann landeten – wie immer – auch zahlreiche andere Teile im Einkaufswagen, die ich eigentlich nicht benötigt hätte. Erschrocken bin ich erst an der Kasse. Für einmal nicht am gesammelten Preis des Unscheinbaren, das ich mir in den Wagen geladen hatte: „Wo sind die Kassierer und Kassiererinnen?"

„Sie müssen das jetzt selbst machen. Das geht viel schneller!“, sagte mir die Dame, welche wohl meine Frage von der runzeligen Stirn abgelesen hatte.

"Viel billiger für euch!", dachte ich bei mir und sagte dann trotzdem nichts, sondern scannte brav alle Waren ein, welche ich im Korb hatte. Von den Fixa-Schrauben, über das Befestiga-Seil, zum Drüffö-Hocker und überlegte bei mir, ob die Abzocker auch so ehrlich wären und alles brav selbst auf ihre Rechung einlesen würden. Ich will damit nicht sagen, dass ihr in der Ikea das System sabotieren solltet, indem ihr klaut, sondern einfach fragen, ob wir arbeitenden Normalo-Schweizer einfach zu wenig frech und viel zu angepasst sind, wir Normalo-Schweizerinnen, und viel zu ehrlich, als dass wir nicht schon längst ausrufen, ob dieser Zustände und Ungerechtigkeiten und dort stehend schrien: „Ich finde diese Kasse sollte in der Ikea den Namen „Föckja“ tragen! Das ist nämlich eine Verarschung der Arbeiterinnen und Arbeiter, welche ihren Job an den Kassen erledigten.“ Studentinnen, welche diesen Job verrichteten, brauchen jetzt mehr Stipendien, Arbeitslose mehr Unterstützung oder später gar Sozialhilfe und dann hört man von oben wieder: „Es ist schon verrückt, wie die Sozialfälle immer wie mehr zunehmen und was das den Staat und mich als Steuerzahler kostet... blabla.“ Nur damit das blöde Ördnä-Regal, das im nächsten oder übernächsten Jahr sowieso wieder auseinander kracht, 2 Franken billiger ist.


Weitere Geschichten gefällig?

Das Prinzip ist leider immer gleich. Wohin wir auch schauen: Die Post schafft für Millionen Briefsortiermaschinen an, welche bei der Arbeiterschaft im untersten Erwerbssegment wiederum Hunderte Menschen vor die Türe setzt. Das nennt man heute Gewinnmaximierung. So etwas gilt heute als Erfolg! Nicht zuletzt muss die Post heute überhaupt so wirtschaften, weil man die erfolgreichen Teile der PTT längst in die Swisscom überführt hatte, welche heute als AG ihr Geld, das sie uns unter anderem mit Handy und TV aus der Tasche ziehen, lieber spekulativ mit der Ex-Geldwäsche-AG - der Fastweb Italia - verlocht. Nicht zu vergessen ist hierbei, dass es immer um Menschen geht, hinter diesen Zahlen. Sonst wäre der Zynismus in meinen Zeilen gar lustig.

Was hat die CS damit gespart, dass sie das Rechnungswesen nach Polen und in andere Länder verlegt hat? Millionen. Wem kommen diese heute zu Gute? Den Obersten – unter anderem als Bonus. Too big to fail. Too small to survive. Zu gross um zu Scheitern gilt für die Banken und Manager. Vollkasko trotz hirnrissigster Aktionen im Bankensektor – dank Staatsmillionen. Zu klein zum Überleben gilt für die einfachen Büezerinnen und Büezer, welche ihren Job auch bei der Post und bei den Banken gewissenhaft und mit Stolz ausgeübt hatten. Das hat einigen von ihnen schlussendlich trotzdem nur eines - die Kündigung - gebracht.


Es ist wirklich an der Zeit, dass wir sagen, was wir denken, über die heutigen Praktiken und dass wir Regeln schaffen, welche auf Ausgleich und Gerechtigkeit bauen. Nicht nur im Arbeitssektor, sondern auch überall sonst, zum Beispiel im Umgang mit der Natur. Heute kannst du so günstig fliegen, wie nie zuvor, dass ist auch klar, denn das Öl sprudelt mittlerweile von alleine ins Meer. Das sind Katastrophen, die wir verhindern müssten... verhindern müssen. Aber diese kann man nicht gratis und bei gewinnoptimierender, super gesteigerter Maximalrendite erreichen. Nein. Das ist das Übel und wird das Ende der Menschheit sein, wenn wir in diesem Glauben an den Superkapitalismus verbleiben.

Ein ökologisches, globales und wirtschaftliches Umdenken ist nötig und ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Menschen damit nicht teurer oder schlechter fahren würden. Stellt euch mal vor, man hätte die Boni auf alle Angestellten der UBS oder CS im letzten Jahr gleich verteilt, anstatt auf einige wenige, so hätten alle eine ordentliche Stange Geld mehr verdient und hat der oder die einfache Büroangestellte wirklich weniger zum Erfolg beigetragen als sein Chef? Oder Brady Dougan wirklich 70 Millionen Franken mal mehr?


Wir brauchen Lösungen. 1:12 von der JUSO schlägt einen Weg vor, den  Boni-Exzessen Einhalt zu gebieten. Die Clean-Tech Initiative der SP müsst ihr unbedingt unterschreiben, denn es braucht in Sachen Wirtschaft und Umweltschutz neue Ideen und dass wir das Referendum ergreifen müssen, gegen den Arbeitslosenversicherungsabbau der wiederum vor allem gegen die Jungen gerichtet ist, scheint ebenso klar.


Ende der Geschichten.

Wo führt das hin? Ich weiss es nicht genau. Im Moment sind die Probleme hinsichtlich der Marktwirtschaft und deren Arbeitnehmenden grösser, globaler und kritischer als auch schon.

Klar ist:

Wir brauchen Jobs, faire Löhne, faire Renten und mehr Gerechtigkeit. Der 1. Mai ist ein grosser Tag. Ein historischer Tag, aber auch der Tag der Arbeit heute. Der Tag, an dem die Arbeiterin und der Arbeiter sagen kann, was sie oder er denkt. Schliesst euch an. Sagt es ins Mikrofon, sagt es über den Tisch, sagt es mit eurer Unterschrift bei Initiativen und Referenden, eurem Nachbarn, an eurem Arbeitsplatz. Aber sagt endlich, wie ihr die Schweiz als Gewerkschafterin und Gewerkschafter und als SP Mitglied haben wollt! Das Motto insgesamt, hier lokal, im Kanton Bern und in der Schweiz lautet nämlich nach wie vor gleich: „Wir gegen die Bürgerlichen!“ Arm gegen reich. Wobei mit arm rund 85% der Bevölkerung gemeint ist. Hören wir damit auf, den Reichtum, den Besitz und die Macht nach oben umzuverteilen und setzen wir uns für mehr Gerechtigkeit ein.


Danke für die Einladung, merci auch für Speis und Trank. Danke für das Zuhören.

Dienstag, 27. April 2010

Wer wäscht weisser?


Nachdem wir nun (ur-)plötzlich alle gegen Schwarzgeld sind und saubere Weissgeldstrategien propagieren, welche zwar in Inseraten wieder dadurch relativiert werden, dass man dann doch keinen vollständigen Informationsautausch wünscht, bleibt doch nun einzig die Frage, wer denn nun am weissesten wäscht...

Interessant wäre dann auch mal zu sehen, wie sich die Unterstützung von Mindergedanken und Weissgeldstrategien nun in den Bank-Parteispenden der FdP und SVP niederschlagen werden. Nun haben auch erstere noch bemerkt, dass sie Politik doch nicht ganz gegen Volkes Meinung - trotz viel Geld(unterstützung) - durchpredigen können. Da sie sonst bald in etwa 7% Wahlstärkenniederungen untergehen werden. Doch leider werden wir auch hier nie ganz klar erfahren, wer wie viel Geld erhält - ausser die CVP verlangt wiederum trotzig wie im letzten Jahr von der UBS, dass diese trotz staatlicher Unterstützung artig die Parteispende vom Vorjahr zu bezahlen habe - denn noch immer sträuben sich in allen kantonalen und nationalen SP-Bestrebungen zur Offenlegung sämtlicher Parteispenden ab CHF 10'000.-- sämtliche bürgerliche Parteien.

Wie viel öffentlichen Druck wird es wohl auch da benötigen, bis wir diese so weit haben, dass sie wiederum eine Kehrtwende des Denkens und Handelns vollziehen?

Montag, 26. April 2010

1. Mai Reden reden

Eine Email der Papierpresse ermahnte mich heute, mich vielleicht zumindest gedanklich mal daran zu machen, einen Text für Samstag vorzubereiten. Gut. Ich könnnte auch Teile der Schnitzelbänke von Scheich Samul und Fatimü aus diesem Jahr (Fasnacht Huttu) vortragen...

Boni Boni Boni Boni
Boni Boni es göi nümm ohni.
Das seit, u mi düecht das sig scho chli übu
Wortgewandt u hochdütsch dr ex CS-Grübu.
Sit dass är bir UBS isch, tuet är sech für si Bonus wehre
Dr Gäudabfluss het er ömu afe gäbig chönne vermehre.

Dieser da ist aber nicht Copyright Fatimü, sondern aus des Scheiches Feder, insofern ich mir wohl noch anderes überlegen müsste. Was möchtet ihr denn so hören, wenn ihr an den 1. Mai kommen würdet?

Ihr könnt - im Kanton Bern - übrigens die folgenden Rednerinnen und Redner hören - der Kreis der üblichen Verdächtigen sozusagen oder anders die Crème de la PS... oder so.

1. Mai-Feiern finden an folgenden Orten im deutschsprachigen Teil des Kantons Bern statt.

Bern
Maifeier auf dem Bundesplatz: 16 Uhr Besammlung Kramgasse, 16 Uhr 30 Umzug, 17 Uhr 15 Reden von Ruedi Keller,Präsident GSB, Stadtrat SP, Paul Rechsteiner,Präsident SGB, Nationalrat SP, Vania Alleva, Mitglied der GL Unia, ein Vertreter der Unia-Jugend. Aus aktuellen Anlass vorgesehen sind Redebeiträge zu WIFAG und Kartonfabrik Deisswil
ab 18 Uhr: Essen und Trinken, Siegerehrung Lenincup, ab 19 Uhr Konzert mit Chica Torpedos

Biel
Maifeier auf dem Zentralplatz: 16 Uhr Besammlung Bahnhofplatz, 16 Uhr 45 Reden von Daniel Hügli, Unia, Margret Kiener Nellen, Nationalrätin SP, Carlo Sommaruga, Nationalrat SP, Genf Claire Magnin
ab 18 Uhr 15: Konzert mit Ze Shnabr

Burgdorf
Maifeier ab 17 Uhr Gebrüder-Schnell-Terrasse, Reden von Tanja Walliser, JUSO, Stadträtin Bern, Hans Schäppi, Präsident Solifonds, Anna Christen, Verein Nestbau,
anschliessend Konzert mit Harmonie Musik Burgdorf, Musique Similiund Mama Rosin

Herzogenbuchsee
Maifeier ab 17 Uhr 30 im Kornhaus. 19 Uhr, Rede von Rudolf Rechsteiner, Nationalrat, SP, Basel-Stadt

Interlaken
Maifeier ab 16 Uhr auf dem Ammann-Hofer-Platz, ab 17 Uhr Reden von Nadine Masshardt, Grossrätin SP, Adrian Durtschi, Jugendsekretär Unia, Evi Allemann, Nationalrätin SP, Micheline Calmy Rey, Bundesrätin

Langenthal
Risottoplausch ab 11 Uhr in der Oberen Marktgasse, 14 Uhr Rede von Adrian Wüthrich, Grossrat SP, 15 Uhr 45 Umzug nach Schwarzhäusern, dort Rede von Reto Müller, Gemeinderat Langenthal

Lengnau
Brunch ab 10 Uhr im Schulhaus Dorf. Reden von Stefan Krattiger, Grossrat SP, Gemeindepräsident Aegerten, Beat Jost, Unia, Ueli Scheurer, Grossrat SP, SEV, und Rebecca Balsiger, SP

Nieder-/Oberbipp
Ab 16 Uhr 30, Feier in der Oberbipper Waldhütte, Rede von Diana Sutter, Gemeinderätin Oberbipp, anschliessend Nachtessen

Roggwil
Ab 10 Uhr im Zelt bei der Ref. Kirche, Rede von Elisabeth Zäch, Stadtpräsidentin Burgdorf, Grossrätin SP, Apero

Spiez
ab 14 Uhr Rogglischeune, mit Reden von Evi Allemann, Nationalrätin SP und Ursula Zybach, Fraktionspräsidentin SP im Grossen Gemeinderat

Thun
ab 13 Uhr 30 Grabengut, Besammlung zum Umzug, ab 15 Feier auf dem Rathausplatz mit Reden von Peter Siegenthaler, Gemeinderat SP, Natalie Imboden, Grossrätin Grüne, Unia, Hasim Sancar, Grüne, Micheline Calmy Rey, Bundesrätin, Cédric Wermuth, JUSO, verschiedene Attraktionen, ab 20 Uhr Konzert mit Kummerbuben

Dienstag, 13. April 2010

Sozialinspektoren in Langenthal

Der Medienauflauf war beträchtlich, als wir gestern über die Einführung von Sozialinspektorinnen und Sozialinspektoren informierten.  Dies lag sicherlich einerseits daran, dass an den allseits medienarmen Frühlingsferien die Themen für Berichterstattungen nicht gerade auf der Strasse zu finden sind und andererseits, dass das Thema Sozialhilfe und deren Missbrauch halt nach wie vor - nach den Berichterstattungen über Bern und Zürich - grösseres, medienwirksames Interesse generieren.

Die Berichterstattungen sind gut ausgefallen. Einzig an den ersten Schlagworten im Radio 32: "Jetzt geits de Sozialhilfebezüger a Chrage..." fand ich nicht Gefallen. Es geht nur darum, die schwarzen Schafe unter den Bezügerinnen und Bezügern ausfindig zu machen. Die anderen wollen wir vor Pauschalisierungen schützen, so wie sie in diesen Worten eben zum Ausdruck kommen.

Ich sagte kurz zusammengefasst Folgendes:


Erläuterung der Sozialinspektion für die Jahre 2010 und 2011 im Kanton Bern

Der Gemeinderat der Stadt Langenthal hat entschieden, Sozialinspektionen per sofort zuzulassen. Dafür beauftragte die Sozialkommission die Firma ABS, Egerkingen. Der erforderliche Erlass erreichte das Sozialamt im Februar 2010. Es ist – auch auf Grund der Vorgeschichte, wie sie dargestellt wurde – ein offenes Geheimnis, dass wir sofort reagierten und die Sozialinspektion nun einführen. Nicht, weil wir ein hohes Mass an Missbrauch vermuten, Mängel in der Sozialhilfe fürchten oder zahlreiche Verdachtsfälle hätten, sondern weil es uns hierbei um die Glaubwürdigkeit des Systems geht. Sozialhilfe solle denjenigen zu Gute kommen, die sie nötig haben und brauchen. Sozialhilfemissbrauch wird nicht geduldet. Und: Es geht uns um die Stabilität und das nötige Vertrauen zwischen Sozialarbeitendem und Sozialhilfebeziehendem. Sobald nun Misstrauen aufkommt, kann das Dossier zur näheren Abklärung an eine externe Stelle weitergereicht werden. Die Sozialinspektion wird deshalb auch von Seiten der Sozialarbeitenden sehr geschätzt. Diese werden dadurch entlastet und können sich Ihren Hauptaufgaben, dem Helfen, vermehrt zuwenden.

Hauptziel gemäss dem Kanton Bern ist deshalb die Stärkung der Missbrauchsprävention und –verhinderung in der individuellen Sozialhilfe durch Sozialinspektion. Es geht also schon nur darum, ein Zeichen auszusenden, auch heute dank ihrer Hilfe, dass bei Misstrauen und Zweifeln ein Dossier genauer überprüft werden kann und dass Missbrauch nicht geduldet wird.

Medienberichte in alphabetischer Reihenfolge:


Langenthaler Tagblatt:

Radio 32:



Telebärn:

Donnerstag, 8. April 2010

Wer mich mal arbeiten sehen möchte:

Ich stehe morgen Abend an der Kasse dieser Veranstaltung und freue mich auf alle, die kommen.


Chrämerhuus Musik


FR
9.4.2010
kasse ab 20.00H

FREDDY ROTTEN, MATTHIEU HARDOUIN, JAWA

eintritt 12.-/10.- (mitglieder)

Palmer, Zatokrev und Hateful Monday am gleichen Abend auf der Bühne im Chrämerhuus? Nein, aber doch irgendwie. Mit Hardcore oder Punkrock hat das Ganze allerdings nichts zu tun: Fredy Rotten von Zatokrev und Matthieu Hardouin von Hateful Monday touren als Singer/Songwriter mit klassischer Gitarre und Gesang ausgerüstet durch die Schweiz. Sie bewegen sich dabei auf melancholischen Wegen. Eröffnet wird der Abend durch Jawa, ein Projekt mit Einflüssen aus Pop, Rock und Jazz. Die zwei Musiker der Lokalmatadoren Palmer, Jan Wälchli (Gitarre) und Ueli Heiniger (Kontrabass), werden dabei durch Marisa von Ballmoos am Gesang unterstützt.

Überzeugung gefällig? ->



Für zwöuf Stutz. Isch doch gschänkt!

Mittwoch, 7. April 2010

An Tagen wie diesen

... an welchen dein Lieblingskurzgeschichtenschreiber endlich seinen ersten Roman über 160 Seiten herausgibt.
... an welchen der Ex-Trainer deines Heimhockeyclubs von seinen eigenen Spieler so richtig spitalreif geprügelt wird.
... wieder einmal nur die YB-Spieler bestraft werden (sollen) und die des FC Basels ungeschoren davonkommen.
... sich die politischen News nicht einmal mehr im Feuilleton, sondern eher im "Glanz &Gloria"-Lichte halten.

... muss man sich schon fragen, warum man nicht längst auf dem Balkon oder sonstwo an der Sonne ein Buch liest oder sonst die Wärme und Strahlen des Tages einfängt, als dass man noch eine Sekunde länger vor dem Computer im Internet hä..............

Montag, 29. März 2010

Grossratswahlen im Oberaargau - Grösste Verluste für SP, SVP und EVP

Eine erste Analyse mit gewissen Annahmen...

Meinem Hobby - der nachträglichen Analyse - konnte ich trotz meiner sonstigen politischen Auslastung natürlich nicht ganz abschwören. Ich muss euch aber sagen, dass sie sehr wahrscheinlich in diesem Jahr und diesem Blog weniger ausführlich stattfinden wird. Anbei findet ihr eine erste Tabelle, welche versucht auszusagen, wer in der Region Oberaargau wie viele Prozente verloren hat. Natürlich beruht diese auf einer Reihe von Annahmen, da sich die Wahlkreise nicht mehr vergleichen lassen. Die Resultate 2006 habe ich deshalb mehr oder weniger geschätzt. Sie enthalten bei Parteien, welche 2 Listen hatten (für West und Ost - respektive Ämter Aarwangen und Wangen, sowie Fraubrunnen und Burgdorf) nur das jeweilige Resultat - respektive die Stimmenzahl für die Ämter Aarwangen/Wangen ohne Huttwil. Bei Parteien, welche im alten Wahlkreis nur 1 Liste hatten, habe ich das Resultat einfach durch 2 geteilt. Das ist etwas brachial, denn die Amts- und Wahlkreise waren/resp. sind bezüglich der Einwohnerzahl nicht gleich gross und man hätte dort diesen Index für eine genauere Berechnung noch miteinbeziehen müssen, sowie die Resultate aus Huttwil, welche nun in den Zahlen von 2006 gänzlich fehlen. Da wir als SP-Liste(n) beim letzten Mal vor allem gegen Richtung Bern noch deutlich erfolgreich Stimmen auch für die damalige Liste 8, welche den Ämtern Aarwangen und Wangen entsprach, geholt haben, erscheint unser SP-Verlust prozentual im Oberaargau nun brutal gross. Da sich dieses Minus aber mit den Verlusten der SP im gesamten Kanton deckt, kann als erste Einschätzung davon ausgegangen werden, dass meine Berechnung wohl nicht wirklich von sehr weit her geholt sind.

Ich fürchte mich etwas davor, auszurechnen, wie knapp wir den dritten SP-Sitz im Oberaargau dank den Grünen halten konnten. Und wie viele wenige Stimmen diesen gefehlt hätten, um ein Mandat zu machen... das mit einer Frau aus einem anderen Wahlkreis besetzt worden wäre.
Auf Grund der Prozente 100/13 = 7.6923977 Prozente pro Sitz, können wir sagen, dass wir aus eigener Kraft bloss noch 2.2802 Sitze holten.
(Klick auf die Grafik macht sie lesbar.)

Sitzanteilsmässig massiv Schwein gehabt.
P.s.: An alle Mathematikprofessoren, weitere Statistik-Uni-Absolventen und alle Interessierete oder so. Bitte meldet mir Fehler - auch denkenderweise - in meiner Berechnung.