Samstag, 31. Oktober 2009

E Glatte Märit


Mein Blick auf "unseren" Stand des PvB maxi.mumm's (www.maximumm.ch), den ich heute als zuständiger Gemeinderat betreuen helfe. Es verkauft sich gut. Das liegt aber an der Ware aus dem Erwerbslosenprogramm und nicht an mir....

Mittwoch, 28. Oktober 2009

laaange Tage

Wenn du am Ende eines Tages in einem Fast-Food-Lokal absteigst, um deinem mittlerweile grossen Hunger schnell nachgebend, dem Wunsch nach dem baldigen zu Bett gehen, nicht zu lange im Wege zu stehen, dann weisst du, dass dein Tag heute mindestens 1 Sitzung zu lang war....

Dienstag, 27. Oktober 2009

Offener Schlagabtausch wegen Stimmrecht 16

Beinahe entwickelt sich ein offener Schlagabtausch zwischen Facebook-Accounts, diesem Blog und der Newsspalte des Jugendparlamentes zur angerissenen Stimmrecht 16-Debatte. In den Kommentaren entwickeln sich spannende Diskussionen über das Stimmrecht und über die Entscheidung einer Mehrheit des JPOs diese Senkung auf 16 Jahren, welche dem Kanton Bern am 27. November vorgelegt wird, abzulehnen, in welchen beiden Seiten teilweise Recht gegeben wird. Das Niveau ist hoch und anständig und trägt zur Klärung der Fronten bei, weshalb ich gerne eine Antwort auf einige Anwürfe aus und von den Seiten des JPOs aufgreife und (er)kläre.

Und damit auch gleich noch gesagt sei, was mir in meinem persönlich-emotionalen Verhalten per Kommentar vorgeworfen wurde:
Am 13.11. werde ich an einem JPO-Podium zum Stimmrechtsalter 16 im Gymnasium in Langenthal teilnehmen und mich öffentlich der Kritik und auch der Thematik stellen. Das habe ich nun bereits zugesagt. Ich bin froh und freue mich, dass wir diese Meinungsdifferenzen über Werte und Grenzen der Demokratie in einer Podiumsdiskussion werden austragen können.

Und zweitens: Ich ändere meine Meinung ungern, doch.... wenn sich absolut niemand zur Minarettdebatte auf das Podium stellen liesse, dann... weckt's bei mir wieder das Helfersyndrom.... aber ihr werdet sicher fündig. Es kann ja nicht sein, dass sich da niemand dazu öffentlich bekennen will.

Ein offener Brief an den Vorstand des JPO:

Lieber M.

Deine Aussagen auf der Webseite des JPOs bezüglich meiner Haltung im Blogbeitrag enthalten einige Missinterpretationen, welche ich mit meiner Email gerne (er)klären möchte, bevor wir gänzlich in einen offenen Schlagabtausch (ab)rutschen:

Ich habe nicht gesagt, dass ihr rechtskonservative Politik betreibt, sondern dass die gefassten Parolen Ausdruck einer rechtskonservativen Haltung sind, die momentan im JPO vorzuherrschen scheint.
Diesbezüglich habe ich aber betont (auch in meinen Emails an A. W.), dass diese politischen Haltungen unantastbar sind und von mir nicht weiter kommentiert oder in Frage gestellt werden. Denn und hier beginnst du einen grossen Irrtum:
Es geht mitnichten darum, dass ich oder auch andere Politiker euch eine Meinung aufzwingen wollen, wie du dies fett auf deine Stellungnahme schreibst. Ich kritisierte "bloss" - und darin enttäuschte mich das JPO, dass dem Artikel 2 der Statuten in den Lemma a und b mit der Parole zum Stimmrecht 16 nicht nachgelebt wird.

2. Abschnitt: Ziel und Zweck
Art.2 Der Verein bezweckt die Förderung der politischen Teilnahme und Mitbestimmung von Jugendlichen im Oberaargau, namentlich in folgenden Punkten:
a. Er betreibt eine aktive Jugendpolitik, und sorgt für die Mitsprache der Jugendlichen auf kommunaler, regionaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene.
b. Er fördert die Teilnahme Jugendlicher an der Politik.

Viele Aktionen, viele Stunden bereits geleisteter politischer Jugendarbeit, welche von euren Vorgängerinnen und Vorgängern erbracht wurden, werden dadurch mit einem Schlag in Frage gestellt. Da lohnt es sich schon darüber nachzudenken, weshalb ich und auch andere Politiker in euren Augen derart emotional und übertrieben reagieren. Ihr sägt am Stuhl, den ihr nicht alleine errichtet habt, aber auf dem ihr im Moment alle sitzt.

In diesem Sinne stellte ich bloss klar, dass es künftig wohl legitim wäre, über den Vereinszweck und deren Unterstützung zu diskutieren. Ich sagte ja nicht einmal, dass man das müsste. Dass euch das Thema "Geld" respektive der Förderbeitrag derart an die Nieren geht, verstehe ich einerseits, auf der anderen Seite würde ich euch eher empfehlen, dass ihr euch auf die Erklärung der Inhalte konzentriert, welche es darzulegen gilt.

Wie gesagt bin ich gerne bereit meine Meinung an einem Streitgespräch oder einer Podiumsdiskussion darzulegen. Im Vordergrund stünde dabei aber das Thema Stimmrecht 16 und nicht die Minarettdebatte.

Ich danke euch für das Aufnehmen meiner Kritik, als solche und hoffe auf ein wenig Verständnis der dargelegten Punkte.

Freundliche Grüsse,

Reto

P.s.: eine gute Streitkultur gehört zu jeder erfolgreichen Politik. Eventuell mache ich dieses Schreiben wiederum auf meinem dazugehörigen Organ öffentlich, da mir wichtig erscheint, dass deine Aussagen auf der Homepage des JPO durch meinereiner beantwortet werden.

Erste Sitzung als Gemeinderat im Stadtrat

Nun. Das erste Traktandum im Gemeinderat ist nun gut über die Bühne gebracht und die dazugehörige Abstimmung wurd' gar klar gewonnen. Dabei war ich mir dessen im Vorfeld nicht wirklich sicher. Scheinbar war das Gesagte (siehe unten) besser, als das Geschriebene des heutigen Tages, das mir etliche kritische Facebook- und auch Blog-Kommentare einträgt. Ich bin es mir ja gewohnt im Gegenwind zu stehen und trotzdem war es für mich heute auch enorm beruhigend und befreiend den zustimmenden Rückenwind des Stadtrates erfahren zu dürfen.

Ich weiss nicht, ob man das begreift, wenn man dies so abdruckt, aber hier wäre dasjenige, was ich zur Schenkung eines Darlehensbetrages heute Abend sagte:

 "
Werter Stadtratspräsident
Geehrte Stadträtinnen und Stadträte
Liebe Gäste

Es ist nicht Weihnachten und so kann die Schenkung des Darlehens, wie es der Grosse Gemeinderat am 26. Oktober 1981 beschloss, auch nicht aufgefasst werden. Es handelt sich zwar um einen grossen Schenkungsbetrag, aber doch ist es kein Geschenk.

Der Gemeinderat bedauert die Schliessung des Therapiebades im Lindenhof. Diese erfüllte über 25 Betriebsjahre lang ein wichtiges Bedürfnis der Langenthaler Bevölkerung. Sie leisteten eine öffentliche Aufgabe. Auf Grund dringlich anstehender Renovationen von geschätzten 800'000 Franken und jährlichen Defiziten von rund 80'000 Franken war es der Betreiberin, der Stiftung Lindenhof nicht mehr möglich das Angebot aufrecht zu erhalten. Aus den Antworten zur Interpellation – Trakt. 7 – ist ebenfalls ersichtlich, dass der Gemeinderat auf Grund dieser Tatsache bemüht war, andere Lösungen zu prüfen. Ob die Schliessung hätte verhindert werden können oder auch nicht, was noch hätte getan oder gemusst werden sollen, wollen, hätte müssen... darüber kann heute hier spekuliert und lamentiert werden, doch an der Schliessung und dem vorliegenden Geschäft ändert sich nichts.

Das Darlehen wurde schlussendlich 1982 mittels Darlehensvertrag beschlossen. Bereits damals wurden nebst Punkt 2, das Bad habe der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stehen auch in Punkt 4 der Zweck des Darlehens wie folgt umschrieben:
„Der Schuldner geht hiermit für sich und seine Rechtsnachfolger die unwiderrufliche Verpflichtung ein, den als Subvention gedachten Darlehensbetrag der Gläubigerin zurückzuzahlen für den Fall, dass das Hallenbad seinem Zwecke als sogenanntes Therapiebad im Sinne von Ziffer 2 (sprich Öffentlichkeit) entfremdet oder aufgehoben wird.
Die Rückzahlung der Fr. 300'000.—wird am Tage der Zweckentfremdung oder der Aufhebung des Bades fällig.“

Der Gemeinderat beurteilt die Situation heute so, dass der Betrag als Subvention über die gesamte Betriebszeit zur Abgeltung der zweifelsohne geleisteten öffentlichen Aufgabe, welche das Therapiebad im Lindenhof erbrachte, wertschätzt werden soll. Gemeinsam mit dem bis 2004 bezahlten jährlichen Betriebsbeitrag von CHF 10'000 und nach einfacher Milchbüchlirechnung ergibt sich bei einer Schenkung des Darlehens über all die Betriebsjahre gesehen ein Unterstützungsbeitrag von rund CHF 20'000.--. Dieser vermochte zumindest zuletzt – wie den Unterlagen entnommen werden konnte – das Defizit des Bades bei weitem nicht zu decken, zumal sich die Stadt in den letzten Jahren gar gänzlich aus der Subventionierung zurückzog.

Bei Ablehnung der Schenkung ist die Stiftung verpflichtet der Stadt das Darlehen zurück zu zahlen, was innerhalb der Stiftung wohl gleichbedeutend damit wäre, dass ein verzinstes Darlehen hierfür aufgenommen werden müsste, das den Pensionärinnen und Pensionären heute und auch künftig als Investitionskosten verrechnet würden, obwohl diese das Bad heute und auch künftig nicht nutzen. Für die als öffentliche Aufgabe übernommene Leistung im Betrag von CHF 300'000.-- würden somit die heutigen und künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Lindenhofes bezahlen, was nicht im Sinne des Gemeinderates ist.

Der Gemeinderat beantragt euch deshalb die Umwandlung dieses Darlehens in eine Schenkung nicht als Geschenk, sondern als Abgeltung für eine geleistete öffentliche Aufgabe.

Montag, 26. Oktober 2009

"Mein" Jugendparlament ist gegen Stimmrechtsalter 16....

"Schlimmer als die Alten, welche den Jungen das Stimmrecht missgönnen, finde ich junge Menschen, welche den Jungen den Zugang zur Demokratie verwehren."
Manchmal kann ich als linker, scheinbar deshalb netter Politiker, doch auch recht deutlich werden und bevor jemand anderes das Gefühl hat, er müsse öffentlich machen, was ich an ein Vorstandsmitglied des Jugendparlamentes Oberaargau vermailt habe, mache ich es gleich selbst.

In einer absolut abstrusen Abstimmungsempfehlung des JPOs im Verhältnis von 4 Ja zu 6 Nein bei 5 Enthaltungen empfiehlt das Jugendparlament Oberaargau die Abstimmung zum Stimmrechtsalter 16 zur Ablehnung. Das eigentlich Brisante ist aber nicht die absolut rechtskonservative Haltung, welche sich auch mit dem deutlichen Ja zur Minarettinitiative und dem noch deutlicheren Nein zum Kriegsmaterialexport ausdrückt, sondern der statutarischen Tatsache, dass das Jugendparlament Oberaargau sich als Verein bei der Gründung dazu verpflichtet erklärt hat, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Zugang zur Politik zu ermöglichen und zu erleichtern. Hierfür werden sie aus einem Förderverein, dem unter anderem alle Gemeinden angehören auch namhaft mit einem steuerfinanzierten Beitrag unterstützt. Ob es wirklich Sinn macht einen Verein weiterhin zu unterstützen, der seine Bestimmung nicht wahrnehmen will, darf künftig Grundlage einer Diskussion sein.

Zu einer Podiumsdiskussion wurde ich durch ebendieses JPO denn auch eingeladen. Ich sagte jedoch "dankend" ab, denn das gewählte Diskussionsthema war nicht die Haltung oder grundsätzliche Debatte über ein Stimmrechtsalter 16, die sich im Rahmen eines Jugendparlamentes durchaus würdig erwiesen hätte, sondern die Minarettinitiative. Möglichst viel Stimmung und Action auf einem Podium zu bieten ist aber, angesichts der ablehnenden Haltung des JPOs für ein Stimmrechtsalter 16, nicht meine Auffassung von Politik. Das ist keine Politik, die ich unterstütze, obwohl ich in der Sache ein entschiedener Gegner der Antiminarettvorlage bin und einige Gründe für ein Nein in der Diskussion über die Abstimmung in die Urne zu werfen wüsste.

Aber mein persönliches Empfinden und meine Enttäuschung lassen diese Teilnahme für einmal nicht zu. Ich weiss, dass ich als Machiavelli eigentlich müsste, ohne mir das anmerken zu lassen... aber eben... Nietzsche und deshalb gibt's wohl auch diesen Blog.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Von einer Veranstaltung zur nächsten Veranstaltung...

Nach der Ehrenbürgerverleihung an Heinz Holliger gestern war das Abendprogramm heute durch die Wirtschaftslandsgemeinde Oberaargau und dem Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" bestimmt. Iris Radisch sei als eines der Highlights des heutigen Abends genannt. Ihre provokativen Thesen die Beziehung und Liebe mit marktwirtschaftlichen Maximen zu hinterleuchten, brachten mich einerseits zum Schmunzeln und andererseits auch böse ins Grübeln.
Ein kurzer Auszug ihrer Provokationen:
Brauchen wir Beziehungen bloss wie andere Luxusgüter auch?
Suchen wir den Aufstieg, wenn wir eine Beziehung beenden und eine neue eingehen?
Wechseln wir Beziehungen heute - wie Autos - rund alle 7-8 Jahre, damit wir was Neueres, Schnelleres, Schöneres, Besseres, Jüngeres erhalten?

Dienstag, 20. Oktober 2009

Plakatmisère - dieses Mal: Die JUSO.

Dieser Schuss geht hinten raus. Und dabei ist er nicht einmal exportiert, sondern hausgemacht.

Montag, 19. Oktober 2009

Ziemlich weg vom Fenster...



...beschreibt meine durchlebte Woche ohne Blog wohl relativ genau. Zwar hätte es viele Dinge gegeben, worüber es sich durchaus gelohnt hätte, zu berichten, doch leider fehlte hierfür schlussendlich meist die Zeit. Ich habe in der letzten Woche andere Prioritäten gesetzt, als mich ins virtuelle Schaufenster zu setzen.
Es ist schon anders. Das kann ich euch sagen, wenn man nun plötzlich so irgendwie "exekutiv" ist.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Dinge, die mich als Sozialminister nerven...

...sind falsche Interpretationen von Zahlen in der Sozialhilfe.

Die Folgerung - auch auf Grund der genannten Fakten im Artikel - "Beschäftigungsprogramme helfen arbeitslosen Sozialhilfebezügern nicht, eine neue Stelle zu finden." - ist in mehrerlei Hinsicht einfach katzfalsch. Zumal gemäss einer Art Gatekeeping-Modell auch andere Zielsetzung in der Beschäftigung von Sozialhilfebezügern möglich sein sollten, als das reine Faktum, ob diese nach Ablauf von 3, 6, 12 oder mehr Monaten wieder in den 1. Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Was mich dann noch beunruhigt ist, dass dieser Artikel scheinbar nicht bloss von einem das Gymnasium kaum verlassenden, dahingetrabten Onlinejournalisten erstellt wurde, sondern von der sda. Wird also morgen Mittwoch leider auch in den Printausgaben zu lesen sein.

Gestern beim Kaffee mit den Sozialarbeitenden stiess ein weiterer Artikel des "Sonntag" sauer auf. Dort wurde behauptet, dass bei vielen Gefährdungsmeldungen gleich eine Beistandsschaft errichtet werde, die wohl nur darauf ziele, möglichst bald eine Fremdplatzierung des Kindes oder Jugendlichen vorzunehmen. Hierfür wurden dann noch als absolute Zahlen, die Verdoppelung der Beistandsschaften in den letzten 10 Jahren (als poppige Grafik) zum Vergleich herbei gezogen. Absoluter Chabis. Die sogenannte Expertin aus Zürich trug leider auch nichts Gegenteiliges zur Klärung bei. Absolut vergessen ging hierbei aber, dass die meisten Beistandschaften bei Scheidungen errichtet werden und die Kinder dort bestimmt nicht fremdplatziert sind, sondern die Beistandschaft hilft, bei Besuchsrecht, Finanziellem und anderen Streitigkeiten zum Wohle und Schutze des Kindes zu vermitteln. Und jetzt überlege dir mal, wie diese Scheidungsraten sich wohl so binnen der letzten 10 Jahre entwickelten....
Das Ziel heute - auch bei Fremdplatzierungen - ist sowieso möglichst ebenfalls wieder die Reintegration mit entsprechenden Kindesschutzmassnahmen in der Familie. Es geht immer primär um das Wohl des Kindes.
Dabei ist die Beistandsschaft einer Amtsperson aus meiner Sicht für schwierige Situationen, in welche Kinder und Jugendliche geraten können, eine sehr gute Lösung.

Sozialhilfe, Sozialarbeit sind komplexe Themen, das wurde mir in den letzten Wochen bewusst. Ich finde es gut, wenn darüber Bericht erstattet wird, und der Aufklärung der Bevölkerung dienen, in einem Bereich, mit dem die Mehrheit wohl lieber nichts zu tun haben will, doch: Wer Aussagen darüber treffen will, bedarf einer genauen Analyse der vorliegenden Zahlen. Es gibt in diesem Bereich kein reines "Schwarz-Weiss".

Ich verlinke in dieser Sache auf ihn.

Montag, 12. Oktober 2009

Von Plakatieren und anderen Wesen

Aufhängen lassen oder nicht aufhängen lassen. Glaubt man der Zeitung "Sonntag" von gestern, so droht jedem Regierungsmitglied, welches sich gegen das Aufhängen der umstrittenen Anti-Minarett-Plakate mit seiner Unterschrift ausspricht, eine Anzeige des Initiativkomitees. Weshalb oder warum auch immer...

Würde mich diese Androhung in meinem Entscheid, falls es in unserer Stadtregierung zu dieser Diskussion käme, beeinflussen?
Die Antwort ist ein deutliches Nein. Mittlerweile sind heute denn auch weitere negative Entscheide von Städten eingetroffen, welche sich nicht beeinflussen liessen.

Unser Stadtpräsident liess sich bisher mit einem "Jein" zur Thematik vernehmen. Die Antworten, die er im Zeitungsinterview widergibt, unterstütze ich. Ich will meine eigene Plakataufhäng- oder Nichtaufhängmeinung zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig preis geben. Vielleicht ist das nämlich gar nicht nötig. Nicht bloss auf Grund der Darstellung auf den Plakaten sollte für die Mehrheit der Bevölkerung klar sein, dass absolut nichts Handfestes hinter der Angstmacherei bzw. der Verwendung vieler unlauter Mittel, welche das Initiativkomitee einsetzt, stecken. Aber eines sei schon gesagt:
Die andere Seite hat natürlich - aus meiner Sicht - Plakate einer ganz anderen Qualität zu bieten, welche mir um einiges besser gefallen. Inhaltlich wie auch grafisch, vorder- und auch um einiges tiefgründiger:



Ich verlinke in dieser Thematik auf ihn.

Samstag, 10. Oktober 2009

Mit Vorurteilen aufgeräumt...

Die Einsitznahme im Gemeinderat bringt schon in den ersten 10 Tagen etliche Perspektivenwechsel mit sich, in denen in mir unter anderem einige Vorurteile aus dem Weg geräumt wurden. Als Vorsteher des Ressorts "Soziales & Altersfragen" ist es für regelmässige Leserinnen und Leser dieses Blogs bestimmt kein Geheimnis mehr, dass ich in letzter Zeit jeweils 2 Tage in der Sozialarbeit, im Erwerbslosenprogramm und im Alterszentrum geschnuppert habe. Eine intensive Zeit, die ich in mir noch am Aufarbeiten bin. Sehr viele Impressionen, sehr viele Gefühle, sehr viele Erlebnisse und auch Eindrückliches, das mich staunen liess. Ich möchte diese Art der Einführung nicht missen, obwohl ich noch lange nicht denke, dass eine solche abgeschlossen ist.... wenn dies überhaupt prozesshaft möglich ist.

Viele Vorurteile und Schwellenängste im Umgang mit einigen Themen konnte ich abbauen. Nicht alltäglich, wird man sonst als 31-Jähriger zum Beispiel mit dem Thema und dem Prozess des Älterwerdens konfrontiert. Haupterkenntnis im Alterszentrum blieb aber diese Woche trotzdem die Feststellung, dass man von Altersheimen schweizweit leider oft nur das Schlechte vernimmt, denn und das sage ich voller Stolz: Wir haben ein tolles Alterszentrum in Langenthal, in welchem sich die Seniorinnen und Senioren wirklich geborgen und wohl fühlen. Die lange Warteliste (an und für sich unschön) und das teils langjährige, hervorragende Personal zeugen unter anderem als statistisch messbare Werte davon.
Um die Woche abzurunden, war ich heute auf der Verwaltung und habe mich durch einen Stoss von Akten gelesen und festgestellt, dass so viele Verwaltungsangestellte im Gebäude arbeiteten, dass man hätte denken können, es sei ein normaler Arbeitstag. Es ist an der Zeit mit alten Vorurteilen aufzuräumen.

Ich habe viel gelernt.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Eklat in Zürich - Stocker hat verloren - Über Kurzschlussreaktionen in Radiointerviews...

Ernst Stocker (SVP) verliess in der Radiodiskussion mit Daniel Jositsch (SP) das Studio vorzeitig. Hier nachzuhören. Unglaublich, was sich dort abspielt. Das darf einem Politker nicht passieren. Nicht, wenn man ein Regierungsratsamt anstrebt. Verloren. So offen darf man - auch wenn man angegriffen wird - nicht handeln und auch nicht die Nerven verlieren. Am Ende greift er gar den Moderatoren als Gesprächsleiter an. Völlig absurd. Er betont mehrmals, er fände das nicht in Ordnung. Doch hier liegt Ernst Stocker aus meiner Sicht völlig falsch, politisch darf ein solches Thema allemal und mehrfach diskutiert werden, ohne dass sich jemand dieser Diskussion verweigert. Wenn ein Politiker eine derart dünne Haut aufweist und vor politischen Debatten davonläuft, ist er des Amtes nicht würdig.

Ernst Stocker verteidigt sich dann hier und meint:
"Ich glaube, ich habe damit Rückgrat bewiesen".
Nein. Ebenfalls eine krasse Falscheinschätzung. Rückgrat bewiesen hätte er, wenn er sich der Diskussion gestellt hätte. 

By the way Herr Jositsch. Die SP hat seit geraumer Zeit ein neues Logo.... beachten Sie das bitte mal auf Ihrer Webseite.

1:12 Initiative


So viel Zustimmung für 1:12, welche sich gestern im Langenthaler Tagblatt und der Publikumsfrage herauskristallisierte, hätte ich dann doch nicht erwartet. Angesichts dessen, dass die Wirtschaftskommission des Nationalrates irrsinnigerweise wieder einmal ausgerechnet bei den jungen Arbeitslosen sparen will, macht sich der mit Kugelschreiber und Iniativbogen bewaffnete Aufstand der jungen Generation gegenüber einer übermässigen Lohnschere hoffentlich bezahlt. Auch im Porte-monnaie.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Tag 2 im Alterszentrum



Schnupperpfleger Gemeinderat Reto morgens 06.30 Uhr respektvoll & rasiert (Kundenwunsch) parat zum interessanten, aber anstrengenden Dienst.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Ein erster Bericht vom "Schnuppern im Amt"

Ich habe Sandwiches gemacht, die Pausenkasse bedient, dann durfte ich Zucchetti in kleinste Würfel à la Brunoise schneiden lernen oder es zumindest versucht, ohne mir die Finger dabei abzuhacken. Anschliessend habe ich geschweisst, was das Zeugs hält - gut, die Hälfte ging etwas daneben und so hat das Metallzeugs halt eher weniger gehalten, um dann am Nachmittag an verschiedenen Orten in Langenthal Rasen zu mähen. Dabei wurde ich stets von momentan Erwerbslosen begleitet.


 


"Bisch nöi? Vo wo bisch?" -
"Also ja, neu bin ich schon, aber ich bin nur heute da, weil ich bin eigentlich der Gemeinderat und daher politisch für die Institution zuständig."

Die Reaktionen reichten von:
"Aber für sone Stadtpräsident bisch no rächt locker druf."
"Du machsch das freiwillig?"
"Das fingi no guet, wenn du da o mau mitmachsch!"
"Chasch nid luege, dasi dinn cha go schaffe, statt do usse?"

Natürlich habe ich entsprechend berichtigt oder bestätigt jeweils. Wie unschwer zu erraten ist, habe ich einen meiner ersten drei Tage "Schnuppern im Amt" als Gemeinderat Soziales & Altersfragen in der letzten Woche im PvB maxi.mumm verbracht. Einer Institution der Stadt Langenthal, welche Programme zur vorübergehenden Beschäftigung von Erwerbslosen betreibt, respektive im Leistungsauftrag des Kantons erbringt.

Ich bin beeindruckt. Wirklich zutiefst über die tagtägliche, wertvolle und nicht immer einfache Arbeit der Coaches mit Menschen, welche es momentan oder bereits eine längere Zeit im Leben nicht nur einfach haben. Auch künftig werden auf diese Institution angesichts der momentanen wirtschaftlichen Lage nicht einfach nur "Schoggi-Zeiten" heranbrechen, doch ich habe mich persönlich davon überzeugen können, dass wir dort sinnvolle Arbeiten und Lehrgänge anbieten, welche die Erwerbslosen unterstützen und das Hauptziel - die Re-Integration in den ersten Arbeitsmarkt - für einige in greifbare und für andere in eine zumindest fast erreichbare Nähe rückt.
Wer die Arbeit des PvB maxi.mumms übrigens unterstützen möchte, der kann zum Beispiel Rasen mähen, Garten ausräumen im maxi.mumm buchen (eventuell mäht der Gemeinderat dann wieder mal persönlich bei Ihnen zu Hause) oder auch selbst hergestellte Glas-, Keramik- und Metallwaren (schon bald alles im Onlineshop) vor Ort in Roggwil oder auf der Verwaltung in Langenthal bestellen, respektive kaufen.

Die zweite Hälfte der Woche verging deshalb wie im Fluge und weil ich öfters auf den Beinen unterwegs war, als ich mir das gewohnt bin, war ich dementsprechend müde, was unter anderem das Bloggen in Mitleidenschaft zog. Zudem wollte ich nicht den Eindruck bei den Verwaltungsangestellten erwecken, ich würde über jeden Piep gleich bloggen, den sie mir nun berichteten. So soll das nicht sein und auch nicht werden.

Deshalb "bloss" ein kurzer Rückblick:
Den ersten meiner Schnuppertage verbrachte ich direkt auf dem Sozialamt, wobei ich einen Überblick über die Vielfältigkeit - auch hinsichtlich der politischen Verantwortung - meines Amtes erhielt. Der zweite Tag war der theoretischen Ausbildung über die Institution und Zusammensetzung des besagten pvb maxi.mumms und dem Kennenlernen der Verantwortlichen und Coaches gewidmet. Den dritten Tag habe ich dann eben im PvB maxi.mumm mitgearbeitet.
Und ab morgen Montag geht's für zwei Tage ins Altersheim.
Was mich wohl dort alles erwartet?