Mittwoch, 30. September 2009

Fertig lustig. Amtsantritt.

Wie man bereits am Eintrag "About" rechts sieht, ist es jetzt aus, mit der Leichtigkeit des Seins oder Wahns oder .... wie auch immer. Ab morgen Donnerstag gehöre ich zur Exekutive der Stadt Langenthal. Gemeinderat heisst das im Bernbiet. Ressort Soziales & Altersfragen.
Das Bloggen geht aber weiter.
Letzte Woche stellte mir ein Journalist des Langenthaler Tagblattes folgende Frage, die in der Zeitung dann doch nicht abgedruckt wurde (wahrscheinlich war meine Antwort - darauf folgend - zu unspektakulär). Ich erlaube mir das jetzt publik zu machen, denn ich nehme nicht an, dass nochmals ein Artikel darüber erscheint:

"Wie stehts nun mit dem Bloggen? Du kannst nun ja nicht mehr so frei von der Leber weg schreiben wie bisher, oder?"

"Die nötige Sensibilität, wie und worüber ich schreiben darf, habe ich mir dank den bisherigen Erfahrungen bereits zulegen können. So lange keine Erwartungen aufkommen, dass mein Blog ein offizielles oder inoffizielles Sprachrohr des Gemeinderates wird und sich mir meine Erwartungen an die Texte und Rückmeldungen weiter erfüllen, will ich es weiterführen. Andere Blogger beweisen, dass ein Exekutivamt mit Bloggen vereinbar ist: Bundesrat Moritz Leuenberger bloggt und Barack Obama auch oder lässt zumindest bloggen. Vielleicht bloggt ja bald der gesamte Gemeinderat von der neuen Homepage der Stadt? Mir ist es nach wie vor wichtig, mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sämtlicher Couleur ohne hohe Hürden in Kontakt zu kommen, über politische Themen zu diskutieren und ihnen zu sagen, was mich beschäftigt und bewegt. Im Bloggen habe ich einen Weg gefunden, mir dies zu ermöglichen. Ich behaupte aber nicht, dass es der einzig richtige sei." 
Mir ist es ernst mit dem neuen Amt und der neuen Verantwortung, welcher ich mich gerne stelle. Ich nehme die Herausforderung an, so wie ich das Bloggen und die damit verbundene Webkonversation aufgenommen habe. Mit Respekt und Einsatzwillen. Was sich hier ergibt, ist nicht selbstverständlich und gerne pflege ich diese Arbeit weiter. Ich muss manchmal schon schmunzeln, wenn ich von der einen Seite (in Sachen Polanski) kommentiert erhalte, dass sie mich nun wieder lesen oder gar gut finden, weil ich eine Meinung vertreten habe, welche sie als "nicht-a-priori-links" einstuften, andere mir im Gegenzug sagen, ich verträte eine sehr populistische Haltung. Liebe Lesenden: Das ist meine Meinung. Nicht mehr, nicht weniger. Die ist manchmal etwas mehr links aus eurer Sicht oder auch etwas weniger links aus EURER Sicht. Sie ist manchmal etwas mehr dem Mainstreamgedankengut entsprechend (sprich populistisch) und manchmal etwas weniger. Es bleibt trotzdem meine Meinung. Sie mag euch passen, verärgern, verunsichern, umstimmen, aufregen, reizen, provozieren oder bestätigen.

Dafür ist der Blog da. Er ist Sprachrohr dessen, was ich im Moment über bestimmte Themen denke. Und diese Themen diskutiere ich gerne mit euch. Ich hoffe weiterhin auf euer Verständnis und bin auch weiterhin hier auffindbar. Wenn IHR das wollt. Ihr müsst nicht kommen, wenn es euch schmerzt. Aber ihr seid willkommen, wenn es euch interessiert, freut, ablenkt, .... was ich denke.
Danke.

Montag, 28. September 2009

Kein Mitleid - auch nicht mit Polanski.

Nun. Natürlich ist der Fall brisant. Doch mir ist nach wie vor unerklärlich, warum es Heerscharen von Menschen, ausländischer Presse und scheinbar auch Schweizer Politiker gibt, welche einen Mann, der laut Aussagen des dreizehnjährigen Opfers Folgendes mitverschuldete, in Schutz nehmen können:
(Quelle 20min online)
«Am 20. Februar 1977 nahm mich Polanski mit zu unserem ersten Fotoshooting in den Hügeln nur wenige Blocks von meinem Haus entfernt. Nach einer Filmrolle sagte er, ich solle mein Hemd ausziehen und er schoss gleich ein paar Fotos, während ich mich umzog. Ich liess ihn gewähren, dachte aber gleichzeitig, 'ich sollte so was nicht machen'. Doch ich war ein Kid, und ich dachte, wenns nicht okay wäre, würde er mich nicht danach fragen. Wenn ich es meiner Mom gesagt hätte, hätte sie mich nie zum zweiten Shooting gehen lassen.
Danach gehen wir zu Jack Nicholsons Haus. Ich hatte 'Chinatown' gesehen und dachte mir, 'Wow! Jack Nicholson'. Das Dienstmädchen öffnet die Türe und verschwindet gleich, also waren wir meiner Meinung nach alleine – und ich war weit, weit weg von zuhause. Polanski bietet mir Champagner an. […] Er schenkt mir immer wieder nach. Dann sagt er, ich soll wieder oben ohne posieren – im Jacuzzi. Ich habe keine Badehosen dabei, also steige ich in Unterhosen ins Bad. Er schiesst ein paar Bilder und zieht sich selbst aus – und nun denke ich, 'oh, das ist nicht in Ordnung'. Ich habe Angst und mir ist etwas schwindlig. […] Ich schnapp mir ein Handtuch, doch er will mich noch nicht nach Hause nehmen. Und dann bietet er mir Quaaludes [Methaqualon] an und fragt, ob ich so was schon mal genommen hätte. Ich lüge und sage, ja. Ich nehm einen Drittel einer Pille. Er nimmt den Rest und sagt mir, ich soll mich doch kurz mal hinlegen. Ich weiss, er will Sex haben und dass er keine Widerrede dulden wird. Ich bin beduselt, habe Angst und weiss nicht, was ich machen soll – also lasse ichs geschehen.»
(Quelle hier )

Es gilt in der nüchternen Analyse fest zu halten, dass er nicht verurteilt wurde, weil er flüchtig war, somit auch ihm grundsätzlich noch immer die Unschuldsvermutung zukommt, obwohl er sich selbst bereits einmal im Fall schuldig bekannte. Trotzdem finde ich die Reaktionen der Presse im Ausland, welche sich ob der späten Verhaftung nun empören, als grundlegend falsch. Es ist wie damals, als man dem Opfer mit einer Lolita-Unterstellung die alleinige Schuld zusprach. Ist ein Mensch kein Verbrecher, nur weil er sehr berühmt ist? Oder Ist ein Mann kein Kinderschänder, nur weil er geniale Filme dreht? Heute müssen wir sagen, dass wir es noch nicht wissen, dass der Prozess aber zu Ende geführt werden muss, um über Schuld oder Unschuld zu richten, ist allemal richtig. Aus meiner Sicht hat die Schweizer Justiz richtig gehandelt. Besteht ein internationaler Haftbefehl, soll dieser vollstreckt werden. Ob jemand Polanski, Karadzic oder Müller heisst.

Dass diese Nachricht - wie nun einige Politiker, Medienleute oder Künstler behaupten - scheinbar dem Ansehen der Schweiz schaden solle, ist in meinen Augen nichts weiter als erbärmlich (zumal es darunter auch laut anderen Blogs und deren Kommentaren auch solche habe, welche die Schweizer Justiz sonst gerne mit Plüsch- und Kuschelargumenten eindecken), aber für diejenigen, welche einen solchen Schwachsinn behaupten: Stellen sie sich doch sonst mal ihr (fiktives) Kind in dieser Situation vor. Nicht wirklich angenehm...
Polanski hätte sich schon vor Jahren der Justiz stellen sollen, dann wäre (fast) allen diese unangenehme Situation erspart geblieben. Was denkt ihr?

Sonntag, 27. September 2009

Die SPD ist tot!

Es ist aus. Obwohl die letzten Prognosen eigentlich Gegenteiliges behaupteten und ihr in den letzten Trends Gewinne zusagten: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands fährt gemäss den Hochrechungen ein historisches Minus ein. Schwarz-Gelb wird die Macht (aller Wahrscheinlichkeit) übernehmen.
Was ich nicht verstehe, ist, dass der erste Interviewte im deutschen Fernsehen aus der SPD nicht mit aller Deutlichkeit sagte, dass dies eine vernichtende Krise für die SPD sei, welche bereits oder wahrscheinlich noch aus dem Verlust der Glaubwürdigkeit der Ära Schröder herrührt. Sagt doch bitte, dass dies eine Katastrophe ist. Es gibt nichts mehr schön zu reden. Das ist eine Katastrophe, auch für dieses Deutschland in der Krise, dass nun eine CDU/CSU/FdP Koalition erhält. Nun. Die SPD wird die Gelegenheit in der Opposition hoffentlich nutzen, um sich ein markantes Profil sozialdemokratischer Politik zu schaffen, das den Menschen das gibt, wofür sie die SP wählen. Hoffnung, Arbeit, Gerechtigkeit, Sicherheit, soziales Denken.
Klaus Wowereit soll Präsident der SPD werden und der nächste Kandidat für das Bundeskanzleramt. Ja, ich denke in die Zukunft.

HarmoS - Kanton Bern sagt Ja!

Der Kanton Bern bekennt sich zu einer harmonisierten und besseren Bildung. Ich bin froh, dass mein Bauchgefühl sich nicht bestätigte. Ich gratuliere dem Regierungsrat und den Beteiligten (*congrats Mark) zu diesem Grosserfolg. Ich bin ausserdem befriedigt mit unserem Podium in Langenthal dazu einen Beitrag geleistet zu haben. Langenthal sagte - leider als fast einzige Gemeinde im Amtsbezirk Aarwangen, nebst Melchnau und Schwarzhäusern - auch Ja zu HarmoS. Danke Langenthal.

Kantonale Vorlagen


Ja Nein
Beitritt zur interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Volksschule 140'969
51.5%
132'724
48.5%

Ausschnitt und Details von oder hier.

Dank der drückenden Mehrheit der Stadt Bern und einiger anderer modern-orientierter Städte konnten die teilweise krassen Neins aus dem Oberland und weiterer ländlicher Ortschaften im Emmental und Oberaargau aufgefangen werden. Den Nein-Sagenden darf heute gesagt sein, dass sich ihren Kindern nichts Negatives ereignen wird und die Eltern selbstverständlich nach wie vor darüber entscheiden dürfen, wann und wie die Kinder die Schule beginnen oder allgemein besuchen. Für die Schule ergeben sich aus meiner Sicht und auf allen Stufen dank der beschlossenen Harmonisierung grosse Plus' und viele Vorteile, welche wir als Lehrkräfte einerseits unterstützend andererseits auch zu Gunsten der Schülerinnen und Schüler werden nutzen wollen.



Danke.

Ebenfalls Ja sagten die Bernerinnen und Berner zur IV Finanzierung. Dort geht das Bangen noch etwas weiter....

Vorbei ist das beinah ewige Nichtbloggen...

... der letzten Tage. Ich weiss, ich weiss. Ich war ungewöhnlich lange still in diesen letzten Tagen. Begründet ist dies dadurch, dass ich beinahe tagelang bereits im Web unterwegs war und an Homepages gearbeitet habe. Also vor allem an einer. Da bieb mir am Abend dann einfach jeweils die Lust weg, mich jetzt nochmals in den Computer einzuwählen, obwohl es zahlreiche Themen gegeben hätte, die ich gerne diskutiert hätte. Diese Stille zu durchbrechen ist heute bestimmt Ziel, zumal wichtige Abstimmungen anstehen. Sanieren wir die IV? Tritt der Kanton Bern hoffentlich dem HarmoS-Konkordat bei, obwohl ich ein äusserst schlechtes Gefühl habe, was das Abstimmungsresultat anbelangt? Meine Güte: HarmoS wäre so wichtig. Insbesondere für die Oberstufe, an welcher ich längst mit Standards arbeiten möchte. Ich hoffe noch.

Und blogmässig erwähnenswert scheinen mir für heute auch diese Webnews des Sonntag Blicks.
Besagte Gruppierung scheint effektiv die Libyen-Schweiz Affäre auf's Letzte und Unwürdigste ausreizen zu wollen. Auf Grund der verwendeten Symbolik will ich eigentlich auch nicht wissen, was dort geschrieben steht, obwohl vielleicht gar nicht so schlimm gebloggt wird, wie es auszusehen vermag. Tja... wie kommen wir da bloss wieder raus?

Mittwoch, 23. September 2009

Heimsiiiieg

Nun. Das war echt überzeugend. Meisterhaft. Meint auch Sile. Da macht am Schluss auch ein verschossener Doumbia-11-er nix. 3:0 gegen den Noch-Meister FC Zürich. Wow. YB. Danke.

Sonntag, 20. September 2009

Ein Autobahnzubringer im Oberaargau?

Dieser Vision wird schon seit mehr als 30 Jahren gefröhnt. Damals, als man noch glaubte, dass Langenthal bald eine Einwohnerzahl von über 30'000 Menschen aufzeigen werde und die Raumplanung mit mehreren Hochhäusern diesen hätte Obdach geben sollen, mag man dieser Idee noch einigermassen glauben. Heute ist aber von dieser ursprünglichen Vision ein einziges Hochhaus in Langenthal sichtbar, noch aber lebt der Gedanke an einen Autobahnzubringer, welcher insbesondere das Dorf Aarwangen entlasten soll, weiter.
Zwischenzeitlich wurde die Idee umgetauft. Wirtschaftsstrasse genannt. Dann kam die Zweckmässigkeitsbeurteilung des Kantons Bern, welche aufzeigte, dass die Variante West eines Autobahnzubringers - trotz allem guten zureden - doch unter der Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt. Woraufhin man die Variante West nun Bestlösung nennt, was aber weder der Wirtschaftlichkeit noch Umweltverträglichkeit Besseres bringt.

Die Standesinitiative um Aufnahme der Strasse ins nationale Strassennetz steht bereits. Sollte sie abgelehnt werden, müsste der Kanton die Finanzierung alleine oder in PPP übernehmen und obwohl weder Volkes Legimitation bis zum heutigen Zeitpunkt objektiv überprüft, noch die Realisierung von Massnahmen für wirkliche Verkehrsprobleme im Oberaargau angegangen wurden, scheint die rot-grüne Regierung überzeugt zu sein, dass sie diesen bürgerlichen Traum aus den 70er Jahren realisieren möchte. Irgendwie klingt dies in meinen Ohren äusserst komisch. Aber belehrt mich... bitte.

Schöne Homepage der Gruppe "Netzwerk Verkehr"...

Nun, da sich in der Vergangenheit oft höhere Leute aus Wirtschaft und Politik der Region haben dazu vernehmen lassen und sich für den Autobahnzubringer Variante West aussprachen, trat vorgestern eine Gruppe mit dem Namen "Netzwerk Verkehr" an die Öffentlichkeit, welche anstelle neuer Strassen, welche zwangsläufig mehr Verkehr bringen würden, die Lösung der Probleme in Aarwangen durch die Variante Null + fordern. Und sich mit dieser Forderung auch gegen die bisherigen Pläne wendet. Alles kann für Interessierte auf der Homepage nachgelesen werden. Wir - ja, ich bin Teil der Gruppe - wollen jetzt eine Lösung für die Probleme, statt eine neue Strasse, welche in 20 Jahren tausende Quadratmeter Kulturland zerstört und neue Flaschenhälse und Engpässe auf unseren Strassen bringen wird. Man baut immer umweltfreundlichere Autos, weil immer mehr umweltfreundliche Autos gekauft werden. Wann beginnen wir mit unserem Strassenraum respektive Landraum umweltfreundlicher umzugehen, weil wir keine umweltzerschneidenden und kulturlandzerstörenden, neuen Strassen fahren wollen?

Als ich mich bereits vor 10 Jahren gegen den Autobahnzubringer wehrte und ihn als unsinnig und nutzlos bezeichnete, wurde mir an einem Podium vom damaligen Stadtpräsidenten vorgeworfen, ich sei ein Nestbeschmutzer: "Jetzt, da die Region ein Ziel habe, solle man doch zusammenstehen, wie die Oberländer. Die hätten diese Strasse schon längst."
Ich weiss nicht mehr, was ich damals daraufhin sagte. Wohl nichts. Heute erscheint mir eine zusätzliche Strasse im Oberaargau immer noch recht sinnlos und heute würde ich sagen: "Wenn mich etwas einen Chabis dünkt, dann sage ich auch, dass es ein Chabis ist. Alles andere ist nicht demokratisch. Alle Duckmäuser, die bloss schweigen, weil sie nicht im Gegenwind stehen wollen, sollten sich schämen." Ich bin ein etwas einflussreicherer "Nestbeschmutzer" geworden im Verlaufe dieser 10 Jahre, aber deswegen meine Meinung zu ändern, bedurfte es trotzdem nicht.

Wollt ihr diese Strasse wirklich? Ich nicht.

Samstag, 19. September 2009

Mieterinnen- & Mietertag

Auch in diesem Jahr wiederum ein schöner Erfolg. Ich danke allen Mitwirkenden und hoffe auf möglichst viele gute Mieterinnen, Mieter und Vermieterinnen und Vermieter im kommenden Jahr. Ansonsten hilft eine Mitgliedschaft beim Mieterinnen und Mieterverband Bern normalerweise sehr, sehr gut.







Freitag, 18. September 2009

Gratis Mietzinscheckup durch den MV Kanton Bern

Nach der Senkung des Referenzzinssatzes auf 3% müssten nun eigentlich fast alle Mieten sinken. Wer sein Recht überprüfen möchte oder wissen will, wie er die Senkung beantragt, ist herzlich willkommen. Morgen Samstag gibt's an verschiedenen Orten einen Mietzins-Checkup (sonst CHF 40.-- für Nichtmitglieder) gratis.


unsere Version im Oberaargau sah so aus:
Da wir in der Region gewisse Spezialisten beheimaten, werben wir auch mit der kurzen Mietrechtsberatung, welche jede Frau und jedermann Morgen von 10-14 Uhr bei uns in der Marktgasse Langenthal gratis beanspruchen kann.

Wäre ich nicht in der Organisation beteiligt, würde ich meinen, dass dies eine sinnvolle Sache ist. ;-)
Reto M.
MV Kantonalvorstand und Präsident MV Oberaargau

Mittwoch, 16. September 2009

News aus dem Bundeshaus. Bundesrat und Armeeabschaffung

Alles klar. Der neue Bundesrat heisst Di..dier.... nicht Di...ck, wie einige sich dies in den Kommentaren so sehr wünschten. Obwohl Letzterer - wenn er denn Beachtung gefunden hätte - wohl nicht nur im Onlinerating gut abgeschnitten hätte. Dick Martys Homepage ist nicht schlecht. Über den Gewählten, Didier Burkhalter, weiss ich ehrlich gesagt, nicht viel, er hat eben auch keine Homepage. Ich weiss, dass er heiss küssen kann. Danke, Blick.

Was mich heute mehr überraschte, war die Mitteilung aus dem Bundeshaus, dass wir die Armee abschaffen können. Also wenn wir sie nicht mit unseren teuren Spezialeinheiten dorthin entsenden können, wo sie wirklich gebraucht werden, ist es aus meiner Sicht viel besser, sie gleich abzuschaffen. Kosten sparend. Atalanta wäre eine äusserst sinnvolle Mission. Hauptziel ist die sichere Versorgung der geschundenen somalischen Zivilbevölkerung durch das Welternährungsprogramm der UNO. Es wäre eine humanitäre Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Nahrungsmittelhilfe jene 3.2 Millionen Menschen in Somalia erreicht, die dringend darauf angewiesen sind. Die EU-Mission Atalanta eskortierte in den ersten fünf Monaten ihres Bestehens 23 Schiffe des UNO-Welternährungsprogramms und hat sich dabei bewährt. Alle beteiligten Schiffe blieben unversehrt. 24 Piratenangriffe wurden abgewehrt und 70 Piraten festgenommen. (Erklärung zu Atalanta teilweise zitiert von SPSchweiz.ch)

Nun. Die Schweiz schaut wieder einmal lieber zu. Zahlt den Piraten wohl lieber Lösegeld für ihre Kutter. Da wir die Armee nicht brauchen, werden sich dadurch auch neue Möglichkeiten ergeben. Das Geld das wir mit der Abschaffung einsparen, können wir zum Freikaufen sämtlicher Schweizer Geiseln verwenden.

Nun. Vielleicht wendet der Ständerat nochmals das politische Blatt... schön das System der schönen Schweiz.
Dieser Meinung und ebenfalls für das Ende der Armee, wenn wir sie bei Atalanta nicht einsetzen, ist übrigens auch der oft kommentierte Huan-Ho-Chi, der freundlichen Schweiz-Spezialist der chinesischen Internet-Aufklärung, welcher mir vorher eine zensierte Email zusandte. "Sssweiizz, blaucht keine Allmeee, solange Bundeslaaat nicht Dalai-Lama empfängt."

Dienstag, 15. September 2009

Bundesratskandidaten im Web

Morgen ist die Wahl! Können wir uns als Bloggergemeinde auf den neuen Bundesrat freuen? Wohl kaum!

Würde ein Kriterium zur Wahl des neuen Bundesrates nämlich die Webpräsenz der Kandidierenden darstellen, so müssten alle offiziellen Kandidaten: Didier Burkhalter, FdP, Christian Lüscher, FdP, und Urs Schwaller, CVP, deutlich abgelehnt werden.
Und doch gibt es in meinem Rating der Bundesratskandidatenhomepages und allgemeinen Webpräsenz einen Sieger - weil sonst so ein Rating auch keinen Sinn machen würde.

Zuerst einmal das Gute vorneweg: Gebe ich bei Google den Namen Schwaller ein, so erscheint zuoberst der Link auf die Homepage des CVP-Mannes. Nicht schlecht.

Auf dieser erwartet mich dann aber das grafisch-nichtssagende Etwas eines tumben standardisierten Joomla-Hintergrundes:



Was bloss will uns Herr Schwaller mit den Hochhäusern sagen und den Blümelis, die zwar schön sind und zu seiner Krawatte passen? Die Grafik schreit nach: "Hauptsache gratis!", und ist wohl vom webaffinen Freund oder Nachbarn hausgemacht für den Nationalrat zur Verfügung gestellt worden, der ihm dafür eine Flasche Véchy oder anderes Spülwasser hinterliess. Standardisiert in Aufbau und Inhalt. Undurchdacht. Langweilig. Risikolos. Herr Schwaller zeigt zwar gute Ansätze: Im Impressum ist ersichtlich, dass er für ein Video die Dienste von Profis in Anspruch nahm, doch ist ein Video auf den Seiten leider nicht (mehr) zu finden. Interessant in der Diskussion über Deutschschweizer oder Romand dünkt mich noch die Tatsache, dass die meisten "Tagebucheinträge" unter "Aktuell" Herrn Schwallers... in deutscher Sprache verfasst sind.

Nun. Es geht noch schlimmer. Christian Lüscher wirbt auf dem Netz nach wie vor mit seiner Hompage für die Nationalratswahlen 2007!!! LuscheraBerne.ch. Ein scheinbar webtechnisch Ewiggestriger, der sich da in den Bundesrat bewirbt?



Dort bedankt er sich auf der Titelseite immer noch artig über die Wahl in den Nationalrat, als wären seitdem nicht schon Jahre vergangen. Schlimm ist die Grafik. Mit der Gischt des "jet d'eau" im Gesicht wird der Mann nie ganz trocken. Noch schlimmer das Bild unter der Rubrik "Best of", das ihn in Front einer Versammlung "Femmes Socialistes" zeigt mit der Überschrift "Le ChouChou de ces dames". Was soll das? Ist das sarkastisch? Eine Erklärung, die ich mir auf Französisch auch noch zusammen hätte reimen können, steht nicht dabei. Keine Erklärung, kein Bild! Dafür ist er trotz Heimatort Muhen AG wohl ein echter Romand.... die Seite gibt's nur in Französisch. Ist ja klar, denn für die Nationalratswahlen benötigte er auch nur die Stimmen aus dem Kanton Genf.... Lüscher selsbt möchte diesen Webauftritt wohl tot schweigen, denn via Parlament.ch verlinkt er sich nur mit der Homepage seiner Kanzlei (siehe weiter unter Gaddafi...), aber dann wäre es doch auch ein Leichtes, das Teil vom Netz zu nehmen, oder?

Tot schweigen scheint das webmässige Hauptstichwort von Didier Burkhalter zu sein. Es gibt ihn im Web nur auf den Parlamentsseiten. Somit schneidet Herr Burkhalter nochmals schlechter ab, als die beiden anderen Kandidierenden. Gibt's heute wirklich noch, dass jemand, der in der Politik das höchste Amt anstrebt, im Web gar nicht vorhanden ist! Aus meiner Sicht: Erstaunlich. Erschreckend. Schlecht.

Zumindest auf Wikipedia sind alle verzeichnet. Alle mit verschiedenen Autorenverzeichnissen, so dass zumindest offensichtlich nicht der Eindruck aufkommt, sie hätten es selbst geschrieben.
Alle sind mit etwa den gleichen Einträgen auf der französischen, wie auf der deutschen Version eingetragen. Bezüglich der Inhalte überragt auch dort einer - wie auch sonst im Web -, die beiden anderen: Urs Schwaller, CVP.
Liebe Eventualzukünftigebundesrätinnen und -räte. Legt euch bitte einen durchdachten, gestalteten und sinnvollen Internetauftritt zu. Das Internet wird zur Visitenkarte im Alltag (ja, ich bin kein gutes Beispiel mit dem Blog und mit der Homepage auch nur bedingt). Und dies sei noch gesagt: Das kostet euch was! Lasst es nicht gratis machen, denn das ist einfach nur... billig! Und das sieht man auch!
Kurzum, müsste ich nach Web wählen:
1. Urs Schwaller, CVP
2. Christian Lüscher, FdP
3. Didier Burkhalter, FdP
Aber allesamt nur zähneknirschend.

Montag, 14. September 2009

Roger Federer - krasser Winner

Völlig apolitisch und trotzdem schön:

Samstag, 12. September 2009

Ich bin Kandidat für den Grossen Rat... vielleicht....

Dieser Titel und die entsprechende Presse bedürfen vielleicht ein wenig weiterer Erklärungen:
Nun. Ich war schon als Kandidat vorgesehen... zumindest in meiner Empfindung, denn der Grosse Rat interessiert mich, als Lehrer und Politiker seit jeher. Dann kam die grosse Rochade und mit ihr die Gewissheit und zusätzliche Aufgabe: Ich werde Gemeinderat.

Dies veranlasste mich dazu, meine Engagements grundlegend neu zu überdenken. Es war nicht einfach, mir darin klar zu werden, was ich nun weiter will. Das mir inliegende, urtümliche politische Interesse oder die Einschätzung meiner (Selbst-)Belastung. Natürlich ist es mir ein grosses Anliegen, dass ich mein neues Amt als Gemeinderat so gut und so effektiv als möglich wahrnehme, ein Einsatz und eine Erwartung insbesondere an mich selbst, die einem weiteren Engagement eventuell im Wege stehen könnten. Auf der anderen Seite werde ich im Gemeinderat das Ressort "Soziales & Altersfragen" übernehmen. Ein Ressort, ein Amt, in welchem mehrere Entscheide auf kantonaler Ebene gefällt werden, die wir dann lokal auszuführen haben, was der Erfüllung des Amtes auf lokaler Ebene natürlich dienen könnte.

Nun. Der Entscheid, den die SP Langenthal gestern fällte, mich vorerst als Ersatz und die vier anderen bereits als Kandidierende zu nominieren, kommt mir gelegen. Er gibt mir erstens Zeit, mich in mein neues Amt einzuarbeiten und den Aufwand abzuschätzen. Auf der anderen Seite muss ich mich auch angesichts der starken Kandidaturen und Bisherigen nicht damit auseinander setzen, wie - in welchen Namens auch immer - ich mich bloss organisieren soll, falls ich gewählt würde.

Es war übrigens nicht das einzige spannende Traktandum an diesem guten Abend. Das hervorragende Referat und die spannende Fragerunde mit unserer Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer rundeten einen schönen Parteianlass ab, den leider nur wenige Parteimitglieder besuchten. Wie bringe ich unsere und fremde Leute, die an der SP interessiert sind, bloss an die Versammlung? Gut. Vielleicht nie mehr einen Freitagabend als Versammlungszeitpunkt wählen. Aber sonst? Hilfe erwünscht.

Zum Schluss:
@ Giorgio: Frau Offizier und Herr Soldat waren übrigens nach der Sitzung dann noch an einem Offiziersanlass, der einen Stock über der Versammlung im selben Gebäude stattfand (damit auch noch etwas Privates verraten sei), wodurch Parteipräsident Müller die Versammlung in Anzug und Krawatte leitete, was eher an die FdP erinnerte und doch niemanden gross störte. Tja. So beginnen sich klare Fronten langsam aufzuweichen....

Donnerstag, 10. September 2009

Den eigenen Geburi verpennt....

Hej. Vor lauter Arbeit hatte ich es völlig vergessen. Dieses Blog gibt es seit dem 27. August nun bereits seit zwei Jahren und vielleicht auch noch darüber hinaus...
Tja. Es verstreichen im Moment nicht nur die Tage rasch, sondern gar die Jahre....

Grund zum Feiern? Ich weiss es nicht. Es gab bloggende Hochs und Tiefs im Verlaufe dieser Zeit. Zeiten mit enormer Presse. Zeiten mit grossen, interessanten Diskussionen. Zeiten mit wenig Resonanz. Zeiten mit vernichtenden Kommentaren. Und so weiter.
Die Statistiken scheinen in letzter Zeit auf meiner Seite zu sein. Wie die Zukunft genau aussieht, darin bin ich mir aber immer noch im Unklaren. Einige meinen, dass das nicht sterben darf, was ich hier begann, andere befinden, ich dürfe nicht mehr sagen... ehhh schreiben, was ich denke, wenn ich in Zukunft in diesem Amt sei....

Achja. In der Presse waren wir auch wieder mal. Aber nicht bloggenderweise, .... sondern sinnvoll. ;-) Nicht böse werden Blogger: Denn muss ich alles nun plötzlich ernst und seriös nehmen?


Das im Kurs (wieder) erlernte: Ja. Sonst: Nein. Und deshalb stehen die Zeichen auch in die Richtung, dass sich irgendwie auch in der virtuellen Welt weiterhin ein Raum finden lassen wird für die Gedanken des Reto Ms....

sehr wahrscheinlich braver, zielgerichteter, informativer, gewichtiger und.... unregelmässiger... aber nach wie vor existent, diskutabel und diskussionswillig und für alle ansprechbar... auch weiterhin.

Dienstag, 8. September 2009

Wie beginnt ein guter Tag?

Sie kommt zurück!
Sie ist da!

Das ist bereits alles.

Montag, 7. September 2009

Guter oder schlechter Tag? - Wie viele Emails schriebst du heute?

Ich denke, dass man einen Tag daran über gut oder schlecht beurteilen kann, wie viele Emails man zum Nachfragen oder Berichtigen schreiben musste.

25 Emails waren's heute insgesamt bei mir. Ganz schlechter Wert. Zudem benutzte ich in zweien davon folgende Formulierung, obwohl ich nicht Urheber des Problems war und doch irgendwie in meiner Position dafür verantwortlich bin und beide Adressaten nicht einmal den Ursprung desselben Übels hatten:
"Ich danke dir für deine offene Rückmeldung, die ich sehr gerne entgegen nehme, schliesslich ist mir eine gute Zusammenarbeit wichtig."
Das ist auch wirklich so gemeint. Und trotzdem und auch wenn man gewisse Dinge, die manchmal nicht ganz gerade laufen, wieder dorthin biegen muss, was an und für sich alles halb so schlimm und tragisch ist, hinterlassen sie vor allem eins:
Irgendwie ein wenig ein Scheissgefühl.

Morgen wird definitiv ein besserer Tag.

Sonntag, 6. September 2009

Heute fällt das Bloggen flach... wir schauen lieber Voltafilm...

denn an meinem Körper kann ich nach dem heutigen Volleyturnier nur noch meine Finger bewegen und auch das nur mehr schlecht als recht, deshalb kopiere ich euch eine Nachricht rein, welche ich heute per Email erhielt. Der Film ist wirklich echt gut gemacht und unterstützungswürdig.
Geht voten!

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Liebe Freunde & Bekannte.

Vor einer Woche haben Flo Ammann & ich beim Talentscreen MOVIE MARATHON mitgemacht. Wir haben innert 48h einen Film zum vorgegebenen Thema "Langstrasse" realisiert. Von über hundert Eingegebenen Filmen hat es unser Beitrag WUNDERBARE WILDNIS unter die Top Ten und somit ins Finale geschafft. Dort haben wir uns dann im Mittelfeld der Finalisten getummelt...

Ihr könnt uns nun aber helfen, im Onlinerating in die vorderen Plätze zu kommen. Unter folgendem Link gelangt ihr auf unseren Beitrag:

http://www.talentscreen.tv/movies.php?competition=5&main=movies&filmmenu=all&movie_id=701

Viel Vergnügen mit der WUNDERBAREN WILDNIS & danke für's voten!

Liebe Grüsse

Stephan & Flo

Wenn euch der Film gefällt, dürft ihr gerne auch eure Freunde & Bekannten zum voten animieren...

Samstag, 5. September 2009

Bilder des Gaddafi-Sohns bringen keine Lösung

Nun entsetzen sich ganze Parteien ob des eigenartigen Vorgehens zweier Staatsmänner, wobei der eine ein gewählter, demokratischer Bundespräsident ist und der andere ein ehemals terroristischer, diktatorischer Regent. Was sie (hoffentlich nur) für einmal vereint, ist, dass sich beide nicht an Verträge respektive Kompetenzen halten. Auch Herr Merz hat seine Kompetenzen wohl massiv überschritten. Als ich letztmals und dies bereits vor einigen Tagen über die Aktion des Bundespräsidenten schrieb, wurde mir eine schlechte Wortwahl (gar ein "degoutant") in den Kommentaren beschieden. Und obwohl mir das selbst auch missfällt, gibt mir der Verlauf der Geschichte - und bestimmt ist er viel komplizierter und vielschichtiger, als es mir heute scheint, nicht Unrecht in meiner damaligen Meinung. Herrn Merz Sololauf hat bis heute nichts gebracht, ausser dass die Geiseln nun ohne Gepäck auf der Botschaft sitzen. Die Aktion scheint mir - auch heute noch - insgesamt überstürzt, undurchdacht und.... sinnlos.

Heute hüllen sich die staatstragenden Parteien weiterhin in diplomatische Stille, abermals gibt es aber sowohl in den Medien, wie auch bei Parteien Hitzköpfe, welche entweder mit Fotos des Verhafteten (hier der Artikel des 20 Minuten zu den Bildern, welche die Tribune de Genève veröffentlichte) oder gar Krieg gegen Libyen fordernd ein rasches Ende wollen, dieses aber im diplomatischen Krieges damit verhindern.

Es wird kein rasches Ende geben. Noch wenn wir uns darüber ärgern, dass der Sohn scheinbar sagte, er würde die Schweiz mit einer Atombombe auslöschen, wenn er denn eine hätte oder dass der Colonel Muammar selbst die Schweiz per UNO-Beschluss an die Nachbarländer aufteilen möchte, was natürlich nie geschehen wird.

Das Hauptproblem der diplomatischen Krise ist nämlich in der Abkapselung und durch Eigenbrötlertum geprägten gesamten Aussenpolitik der Schweiz zu suchen. Die Schweiz ist unbedeutend. Sie hat kein Gewicht. Stellt euch doch mal vor, Libyen hätte ein EU-Land so behandelt, wie es nun mit der Schweiz umgeht. Der Druck des zweitgrössten Wirtschaftsraumes der Welt wäre derart massiv gewesen, dass auch ein persönlich verletzter und beleidigter Gaddafi sich seiner Vertragsbrüche bestimmt unsicherer gewesen wäre oder sie eventuell gar nicht begangen hätte. Für einmal bestraft uns unsere Abwesenheit in der EU mit Bitter- und Bösartigkeit. Es ist den anderen Ländern um uns (wohl ziemlich) egal, was wir hinter unserem Gartenzaun, den wir selbst aufzogen und stets verteidigten, tun, solange die Äste der Affäre nicht darüber hinaus reichen. Beziehungsweise sie lassen uns machen, wie wir immer wollten: Immer selbst und eigenständig.

Das bezahlen wir nun teils in der internationalen Reputation mit den Steuerhinterziehungsaffären und den Verhandlungen mit Libyen.
Wir erhalten die Quittung:
Erstens würde ich den "Geiseln" ihr Gepäck wieder zurück schicken und zweitens... weiter verhandeln, denn das wird noch dauern.

Freitag, 4. September 2009

What do you like?

I LIKE ... YOU.
Verzeiht mir die Sentimentalität und absolut unprofessionelle Persönlichkeit meines Blogs heute Abend, aber das Bild bringt es so treffend auf den Punkt, was ich nach einem Tag Arbeit, 2 mehr oder weniger politischen Sitzungen am Abend, 6 Wochen Sehnsucht und einem kurzen Abstecher zum 10-Jahres-Geburtstag der Traube in Langenthal fühle. Ich vermisse sie sehr. Wisst ihr, was Glück ist?
Ich darf behaupten, davon in meinem Leben ein gutes Stück abgekriegt zu haben.
Danke.

Donnerstag, 3. September 2009

Coldplay - just WOW!


Bern. Stade de Suisse oder wie wir sagen: Wankdorf.
Fazit:
Fantastisch!Ja, wir waren echt nah dran. ;-) Schön, schön. Mitten im Regen der Schmetterlinge.

Mittwoch, 2. September 2009

Die Macht der Kommunikation - Vom Coop und so...

In diesen Tagen erleben wir wiederum ein gutes Beispiel, wie wichtig eine offene, ehrliche und nachvollziehbare Kommunikation wäre. Einige mögen sagen, dass wir dies aus der Coop-Halal-Fleisch-Geschichte lernen sollten:

Coop sendet nun also allen, welche sich bei ihr meldeten, folgende Mitteilung:
Sehr geehrter Herr Müller

Danke für Ihre E-Mail und dafür, dass Sie uns Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Gerne gehen wir auf Ihr Anliegen betreffend HALAL-Fleischwaren bei Coop ein.

"Coop verkauft Halal-Fleisch, das nicht geschächtet ist"
In vereinzelten Medien wird fälschlicherweise geschrieben, dass Coop ab heute Aufschnitt aus "Halal" geschächtetem Fleisch anbietet. Das ist falsch.
Richtig ist: Coop bietet seit heute in den grössten 37 Filialen fünf Charcuterie-Produkte unter der aus Deutschland stammenden Marke Baktat an. Die Produkte enthalten Halal-Fleisch, das nicht geschächtet wurde.

Die Tiere werden vor dem Schlachten betäubt. Das in der Coop erhältliche Halal-Fleisch weicht damit in keiner Art und Weise weder vom schweizerischen noch vom EU Recht ab. Der einzige Unterschied ist, dass zusätzlich eine Person mit islamischem Glauben jeweils bei der Schlachtung anwesend ist.

Es handelt sich um die folgenden fünf Produkte:

Baktat Truthahn Salami 200g
Baktat Geflügelfleischwurst 200g
Baktat Rinderfleischwurst 200g
Baktat Truthahn Cocktailwürstchen 400g
Baktat Knoblauchwurst pikant 166g

Gerne hoffen wir, Ihnen mit diesen Informationen gedient zu haben und dass wir so Ihr Vertrauen in Coop wieder etwas stärken konnten. Wir garantieren Ihnen, dass wir uns auch in dieser Frage unserer Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt bewusst sind.

Freundliche Grüsse
Ist damit alles klar?
Wohl doch nicht ganz. Warum heisst das Fleisch denn trotzdem Halal (was scheinbar die höchste Stufe der Reinheit bedeute), wenn das Fleisch nicht rituell und ohne Betäubung geschächtet worden war? Scheinbar gebe es in Notsituationen oder wenn es das Gesetz so vorsehe für schlachtende Muslime die Möglichkeit der elektrischen Betäubung innerhalb von Sekunden vor der Schlachtung - so lerne ich aus ihren Kommentaren - doch warum wird dann das Fleisch importiert und nicht in der Schweiz in der Form des legalen Halal "gewonnen". Oder ist es eben doch nicht so Halal, wie Coop es den Konsumierenden aus aller Welt verkaufen möchte?

Eine Kommunikation, die mehr Fragen aufwirft, als beantwortet, ist keine gute Kommunikation. Gesteigert werden kann diese Stufe nur noch damit, dass man gar nichts sagen würde und alle Fragen unkommentiert im Raum stehen lässt, was Coop zum Glück - für sie selbst - nicht tut.

Ich liess es mir natürlich heute - als Vegetarier - nicht nehmen, mal in Langenthal durch die Fleischabteilung zu schreiten, auf der Suche nach den in der Email erwähnten Baktat-Produkten. Ich war gespannt zu sehen, was genau dort deklariert steht. Nun. Es mag daran liegen, dass ich mich nicht allzu lange neben all dem toten Fleisch aufhalten wollte (ob Halal oder nicht, das ist für mich alles gleich tot, was dort liegt) oder Langenthal nicht zu den 37 grössten Filialen gehört, die das führen. Auf alle Fälle wurde ich nicht fündig und Fragen stellen, wollte ich für einmal auch nicht.

Macht der Kommunikation. Ein Blog mit seinen direkten und konkreten Antwortmöglichkeiten scheint mir in meiner Sache je länger, je praktischer und besser zu sein. Auch wenn er die besagten Gefahren birgt, die wir schon längst kennen. Ich weiss wirklich nicht, ob ich dem Ding am 1. Oktober (Amtsantritt als Gemeinderat Langenthals) einfach den Stecker ziehen kann. Ich glaub' nicht. Obwohl ich damit auch nicht sagen will, dass ich die Kontrolle über mein eigenes Bloggen (mein offizielles Kommunikationsorgan) verloren hätte, (so in einer Art Suchtsyndrom) obwohl ich mit Kommentieren nicht immer nachmag... sorry. Ich geb' mir Mühe.

Und in StarWars-Manier sage ich nun deshalb zum Abschluss: Möge die Macht (der Kommunikation) mit dir sein. So lange man nicht zu oft auf die dunkle Seite wechselt, mag das gut gehen. Gute Nacht, allerseits.