Montag, 31. August 2009

Schächtfleisch bei Coop - doch eine Zeitungs- bzw. Radio- &Internetente?

Wie die Berner Zeitung heute Abend nun heute Abend online berichtet, sei die von Radio Zürisee und unter anderem bei 20Minuten online verbreitete Meldung, dass Coop neu Schächtfleisch im Sortiment führen würde, eine Ente. Sozusagen eine Radioente. Die Berner Zeitung beruft sich hierbei auf eine Mitteilung der Coop, welche sich vehementer und entrüstender Anfragen in diesen Tagen kaum mehr erwehren konnte. Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, sei der einzige Unterschied bei der Schlachtung, im Gegensatz zur "schweizerischen" Variante, nur der bei der Schlachtung anwesende islamische Geistliche. Ansonsten unterscheide sich die Tötung nicht.

Nun befürchten einige aus Tierschutzkreisen weiterhin, dass es sich hierbei bloss um eine Art "Verteidigungs- oder Verharmlosungsmitteilung" der Coop handle und die Schlachtung überprüft werden sollte, ich befürchte eher, dass wir uns - auch von Seiten professioneller Onlinemedien - zu rasch und ohne Verifizierung an das Thema gewagt haben. Mir kommt da wiederum eine Diskussion mit einem mehr oder weniger gestandenen Journi von letzthin in den Sinn, welcher mir klar zu machen versuchte, dass genau das rasche Verbreiten von Nachrichten in Blogs, Facebook und Twitter, die nicht gegengeprüft würden, ein Problem darstellen. Ich versuche in solchen Situationen jeweils nicht zu dramatisieren und auch nicht zu verteidigen. Ich denke nicht, dass Blogs je eine Konkurrenz für Printmedien darstellen werden. Es ist zwar schade, falls es wirklich eine Falschmeldung war, dass wir ihr aufgesessen sind, auf der anderen Seite führte die Thematik - die dieser Tage vielbesehen auf den Blogs von ihr und mir und verschiedenen Onlinemedien waren, aber zumindest auch in gewisser Weise zur Klärung des Falles. Wem hat's geschadet? Darum sage ich trotz allem: Guter Einsatz, Chnübli. Du bist gar in der BZ erwähnt. Keep on fighting. Trotz Müesli.

Zwischen all den Technikblogs, die Schächtfleischthematik heute Nachmittag. Chnübli Rang 2 (gestern stetig auf Rang 1) und meinereiner bescheidener auf Rang 6.

Sonntag, 30. August 2009

geschächtetes Fleisch bei Coop?

Wie dieser 20min Artikel und das Blog der meistgelesensten Frau der Schweiz, Frau Chliitierchnübler, besagen, wird Coop neu geschächtetes Fleisch verkaufen. Schenkt man den Berichten von Tierschutzorganisationen Glauben, so werden die Tiere hierfür ohne Betäubung getötet, um anschliessend das Sortiment der Coop hinsichtlich Multikultur-Nahrung zu ergänzen, was sich bislang - gemäss Aussagen der Coop - hervorragend verkaufte.

Tja. Ich frage mich trotzdem ernsthaft, wie viel Schmerzen wir Tieren des Umsatzes oder des Glaubens wegen zufügen dürfen, ohne gleich extremistisch einem Herrn Novartis-Chef die Bude abzufackeln oder zum Boykott des Grossverteilers aufzurufen. Ich will nicht eine neuerliche Glaubensdiskussion entfachen und doch frage ich mich, warum zur heutigen Zeit nicht extrem traditionalistische Religionsansichten, auf Grund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse der Modernität angepasst werden können, damit sie niemandem mehr schaden (Sprichwörter: Beschneidung von Mädchen, Schächten von Tieren, ...). Ein Tier mit oder ohne Betäubung ausbluten zu lassen, wird wohl weder auf das Fleisch noch deren Verzehrer einen Einfluss haben. Oder?

Obwohl mir persönlich grundsätzlich so oder so unverständlich bleibt, wie man überhaupt Fleisch essen kann...

... deshalb und bei allem Gesagten und trotz religiöser Freiheit: "Nein danke, Coop!"

Samstag, 29. August 2009

Willkommen in meiner Welt

Manchmal gibt's halt einfach Zeiten, in denen es nichts oder nicht viel zu sagen gibt, in denen man einfach staunt, manchmal fasziniert, manchmal ungläubig, ob aller Dinge, die da um einen passieren.

Deshalb bleibe ich für einmal still, bleibe stehen, beobachte und sage (noch) nichts.

Mittwoch, 26. August 2009

ich verkehre öffentlich *

Ich fahre wirklich sehr gerne Zug und es ist jeweils oder zumindest oft auch eine sehr produktive oder zumindest erholsame Phase. Obwohl die Anzahl meiner Fahrten je länger, je mehr weniger wurden - bedingt einesteils dadurch, dass man sich mittlerweile dem Luxus eines Erdgas-Autos hingab, was aber vor allem auf die Velofahrten von und zum Arbeitsplatz Auswirkungen hatte und nicht auf die längeren Distanzen, was wiederum verknüpft ist, mit der Anzeige meiner Waage, die ich ehrlicherweise gar nicht besitze - anderenteils dass man in Langenthal bedingt durch innere und äussere Faktoren auch immer sesshafter geworden ist.

Obwohl wir eigentlich bereits ein riesiges Netz bester Angebote des öffentlichen Verkehrs haben, bleibt mir persönlich immer wieder ein Rätsel, weshalb die SBB ausgerechnet den Zug gestrichen haben, welchen ich sehr oft zum Nachhausegehen wählte, aber auch, weshalb ich mir das nie merken kann, dass ausgerechnet um diese Zeit, eben (mehr oder weniger neu) kein Zug mehr fährt.

Arrrrgllll.... grrrrmblll.... womit auch ich mich im Moment dem persönlichen (niederen) Bedürfnis hingeben will, dass ich am liebsten dann mehr öffentlichen Verkehr hätte, wenn ich ihn bräuchte. Nämlich jetzt.

* mal kuck'n ob dieser Titel mehr Internetverkehr macht als üblich.... ;-)

Dienstag, 25. August 2009

HarmoS Podium - ein absoluter Erfolg

Auffallend viele Menschen waren heute Abend zu unserem politischen Podium gekommen, viel mehr als sonst in solchen politischen Diskussionen üblich. Die 120 Stühle im grossen Saal der alten Mühle waren auf alle Fälle rasch belegt. HarmoS bewegt. Bewegte heute Abend zur grossen Mehrheit Frauen und viele Lehrkräfte. Der Abend kann aus unserer Sicht - sowohl für die Sache, wie auch für die Organisatoren - auf alle Fälle als grosser Erfolg gewertet werden.

Als überdurchschnittlich zu bewerten, waren zudem der Auftritt des Regierungsrates Bernhard Pulver, Erziehungsdirektor, der in einem flammenden Eröffnungsreferat rasch überzeugte, wie auch die Moderation, welche meinem Gusto entsprechend, viele kritische Fragen an beide Seiten stellte, wobei auch in meinen Ohren halt die Fragen der Gegenseite weniger überzeugend beantwortet werden konnte, als von der befürwortenden Seite. Aber meine Überzeugung für HarmoS ist - so nehme ich an - bereits ausreichend und unter anderem durch ältere Blogposts bekannt.

Deshalb und weil auch meine Müdigkeit überdurchschnittlich ist, was sich jeweils auch auf meine Schreibe auswirkt, lasse ich nun nur noch Bilder sprechen:

Heute Abend HarmoS-Podium in Langenthal

Natürlich erwarte ich von meinen Leserinnen und Lesern geschlossenes Erscheinen. ;-) *
Restaurant Alte Mühle, Langenthal, 19.30 Uhr. Danke.

* Ansonsten könnt ihr - wie gewohnt - spätestens morgen Mittwoch an dieser Stelle lesen, wie es war. Aber live ist doch wohl immer noch viel besser. Oder?

Das letzte Mal Stadtrat


Nicht das letzte Mal im Stadtrat, also schon als Stadtrat, aber sonst werde ich wohl auch als Gemeinderat dort ab und an anwesend sein (bedeutet eigentlich immer). Ich war echt überrascht, als ich am Ende der heutigen laaangen Sitzung für meinen Austritt aus dem Stadtrat geehrt wurde und mit Blumenstrauss zudem gleich auch die Gratulationen zum neuen Amt als Gemeinderat in Empfang nehmen durfte. Das hatte ich nicht erwartet. Vielleicht wäre es vorhersehbar gewesen, doch habe ich schlicht nicht soweit gedacht. Trotz der gelungen Überraschung, musste ich dann doch nicht um Luft und Worte ringen, sondern sagte halt, wie ich mich im Moment mit dem Verlassen des Stadtrates und vor dieser neuen Herausforderung als Gemeinderat fühle. Schlecht kam das Gesagte wohl nicht an, wie mir schien.

Für mich persönlich war's heute Abend so oder so ein sehr versöhnlicher Abschluss im Stadtrat als Stadtrat. Insbesondere riesige Freude hatte ich am positiven und einstimmigen Beschluss, dass der Wuhrplatz umgebaut werden kann. Wer meine politischen Aktivitäten ein wenig kennt, wird wohlweislich feststellen, dass dies fast das erste Ansinnen war, dass ich damals gemeinsam mit ihr wieder in Angriff nahm und nun - nachdem erste Ideen bereits 1983 enstanden - endlich ab nächstem Jahr zum Zentrum der Stadt Langenthal und zum Begegnungsplatz ausgebaut wird.

Zudem nahm der Stadtrat ebenfalls einstimmig ein Postulat meinereiner an, mit welchem künftig das Onlinebuchen von Sportstätten getätigt werden können sollte, was einem grossen Anliegen der lokalen Sportvereine entspricht.

Bei der Beantwortung zur Interpellation, welche auch schon in der Presse Niederschlag fand, lehnte ich mich nicht mehr allzuweit aus dem Fenster hinaus. Schliesslich wird mich künftig kollektiv treffen, was ich heute noch von mir gab. Diese Ehrlichkeit rührte doch im Rat zu einigen Lachern. Aber auch diesbezüglich musste ich mich nicht vor meiner eigenen Meinung verstecken.

Nun. Das war natürlich nur die ganz kurze, persönlich völlig durchtränkte Wahrnehmung des heutigen Abends im Stadtrat, welcher (ohne Bier am Ende) von 17.30 Uhr bis sicher 22.30 Uhr dauerte und noch viele andere gewichtige Geschäfte (Voranschlag, Police Bern, etc.) beinhaltete. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich denn auch froh, nicht ein offizielles Medium zu sein. Ich kann jetzt - lückenhaft, wie das Gebiss eines Zweijährigen - meine Berichterstattung abschliessen und ins (aus meiner Sicht) wohlverdiente Bett, währenddem andere bestimmt noch am Schreiben sind.

Montag, 24. August 2009

(aus)MERZ(en)

Es mutet schon komisch an, dass irgendein durchgeknallter Staatschef eines korrupten und bisweilen terroristischen (siehe Pan-Am Anschlag in Lockerbie) Wüstenstaats einfach mal so, weil man den geliebten Sohn kurzzeitig bei der Genfer Polizei befragte und festhielt, zwei Staatsbürger eines Landes während über eines Jahres als Geiseln festhalten kann und sich die internationale Gemeinschaft scheinbar (offensichtlich) nicht darum kümmert.
Es mutet noch eigenartiger an, dass ein Bundespräsident offenbar getrieben von einer inneren "Was-Bill-Clinton-in-Nordkorea-kann,-kann-ich-schon-lange"-Manie, praktisch auf eigene Faust, mit einem Vertrag in der Tasche und einer Absicht im Kopf, die er gemäss Sonntagspresse beide nicht vorher dem Gesamtbundesrat darlegen konnte, aus Angst es komme dann in den Medien, in dieses Lybien reist, um dort den Bückling zu machen und (eben nicht wie Bill Clinton in Nordkorea) am Ende aber ohne Treffen mit dem Staatschef, ohne die Geiseln, mit leeren Händen und blankem internationalen Hohn wieder zurück zu kehren.

Ziel verfehlt. Sowohl in Absicht und Wirkung hat Lybien nun alles erreicht, was es wollte. Die Schweiz hat sich entschuldigt, wobei ich mich frage, wofür sich die rechtsstaatliche Schweiz denn in diesem Fall zu entschuldigen hat? Scheinbar hat Bundesrat Merz gar einer Schiedsverhandlung in London zugestimmt, doch wozu eigentlich, wenn unsere Gesetze so klar sind, wie sie mir meist scheinen?

Was genau uns Bundesrat Merz eingebrockt hat, wird sich noch weisen. Klar scheint auf alle Fälle, dass es in diesem Moment viel auszumerzen gibt. Ob dies ohne bundesrätliche Bauernopfern - sprich die Rücktritte von Merz und eventuell auch Calmy-Ray - gehen wird, kann und will ich nicht abschätzen. Das unüberlegt anmutende und stürmisch egoistische Verhalten, das Merz in diesem Geschäft an den Tag legte, bedroht aber vor allem eins: Die internationale Glaubwürdigkeit und Rolle der Schweiz auch als Sitz der Internationalität.

Eine Kurzform dieses Schreibens finden Sie als Zeichnung auf dem Wahlkampfblog.

Samstag, 22. August 2009

Neues Politterrain


Auf Einladung des Jugendparlaments Oberaargau folgten Politikerinnen und Politiker der BDP, SVP und SP einem hitzigen "Polit-"Gefecht auf neuer Unterlage. Alle anderen Parteien liessen sich leider entschuldigen oder wichen wohl der Herausforderung aus:
Pétanque war angesagt. Angeführt von Gemeinderätin Laura Baumgartner, die ihr Talent und ihren Eifer in einem Durchgang unter Beweis stellte, formierte sich das SP-Team mit Vize Rebekka Leuthardt, Vize-Sohn Chris, Stadtrat Hanspeter von Flüe und dem Schreibenden, um die Krone des ersten Pétanqze-Politduells zu erringen, die dann - so viel sei auch verraten - an den Vize des JPOs ging.

Vielen Dank an das Jugendparlament für den lustigen Nachmittag, der für einmal ein anderes Politisieren zuliess und auch an den Club LaPétanque für die Einführung, Turnierleitung und alle Platzwartdienste... das ganze Jahr hindurch. Es hat grossen Spass gemacht, auch wenn ich mich auf der Basis normaler Papierunterlagen in der Politik doch wohler fühle.

Freitag, 21. August 2009

Miliz- und Militäranlass in Langenthal - ohne mich

Es gibt scheinbar Leute, sie wollen ungenannt bleiben, welche denken, dass ich zum "Langenthaler Daig" gehöre und somit auch an jeder Hundsverlochete teilnehmen würde. Nun gut. Diese Aussage - so gebe ich unumwunden zu - entspricht nicht ganz jeglicher Grundlage. Doch trotzdem wage ich heute zuzugeben, dass ich einen Grossanlass, der gerade in der Langenthaler Marktgasse stattfindet, auslasse. Den Schweizerischen Miliz- und Militäranlass in Langenthal, welcher einem Treffen von Offizieren um 1822 in Langenthal gedenkt. Aufgefahren wird ganz gross mit Bundesrat Ueli Maurer, dem Chef der Armee Blattmann und vielen weiteren hochdekorierten Militärs und Politikern. Der Anlass ist aber wirklich nicht meine Welt. Gemeinsam mit Oberleutnant Priska Grütter hätte es mir wohl noch einigermassen Spass und die Überwindung wett gemacht, daran teilzunehmen. Alleine schwänze ich lieber, da ich mich auch mit dem Titel "Herkunft mit Zukunft" nicht wirklich identifizieren kann.
Obwohl die neuesten Aussagen von Bundesrat Maurer zur militärischen Zukunft, sprich zur Verkleinerung der Armee, effektiv meiner Beurteilung und auch Meinung entsprechen.

Ich werde bestimmt aus der Zeitung morgen Samstag ausführlich erfahren können, wie es war. Jetzt fliegt gerade ein SuperPuma am Schulhaus vorbei. Das muss er wohl sein...

...ich geh' lieber Salsa tanzen heute Abend.
Wehe ihr sagt jetzt, das sei ja auch so eine "Hundsverlochete". ;-)

Donnerstag, 20. August 2009

Zu wissen, was man soll...

Wisst ihr denn immer, was ihr wollt?

Manchmal wäre es mir am liebsten, ich könnte den Menschen so antworten, welche stets das Gefühl haben, dass wir (Politiker) immer auf einer Art Metaebene in Vogelflughöhe wüssten, was wir eigentlich wollten. Manchmal brauchen wir auch ein wenig Zeit, um die Situation zu analysieren und zu überdenken und darob sind wir trotzdem noch lange keine Pellis.

Es gibt Punkte, Geschäfte und Haltungen, welche unverhandelbar sind und darum eine Positionsbezeugung nullkommasofort erfolgen kann. Dann gibt es Dinge, welche verhandelbar sind und gemäss dem gutschweizerischen Kompromiss irgendwie als gegeben verrückbar verhandelt werden. Und es gibt einfach auch Situationen, in welchen die Zeit nicht reif genug ist, um eine Entscheidung zu fällen. Ziemlich erschwert wird die Situation zudem, wenn man persönlich betroffen ist.

So steht's mit meiner Person und der eigentlich bereits vorgesehenen Kandidatur für den Grossrat. Soll ich oder soll ich nicht? Einerseits ist da das neue Amt, das mich ab 1. Oktober in Beschlag nehmen wird und von dem ich nicht weiss, wie stark es mich beansprucht, denn obwohl viele Fragezeichen sind, ist hier mein eigener Anspruch klar: "Voller Einsatz und auf alle Fälle so gut "Gemeinderat sein", als mir möglich."
Dann bin ich angestellt und hätte äusserste Mühe ein zusätzliches Amt nun auch noch mit meinem Beruf zu vereinbaren. Auf der anderen Seite würde ich für die Partei recht viele Stimmen sammeln und die Chance wirklich in den Grossen Rat gewählt zu werden, bliebe - ob drei Bisherigen und vielen guten Mitkandidierenden - relativ klein.

Da ich unter anderem parteiintern für mein Zögern schon hoch genommen werde, handle ich so, wie ich immer handle: Ich mache meine Gedanken und mein Denken öffentlich. Mit allen Vor- und Nachteilen. Aber hört bitte auf zu glauben, dass die Politiker anders wären, als der normale Durchschnittsbürger (gäu, Simon). Ich will damit aber auch sagen, dass sie nicht schlechter sind (gäu, XY).

Und so schliessen wir diesen Eintrag fast so, wie wir begannen:
Muss ich das heute Abend noch entscheiden?
Nein!

Mittwoch, 19. August 2009

Wie viel Stadtmarketing braucht es?

Nicht immer gefallen einem die Antworten auf Fragen, die man politisch stellt. Manchmal hängt dies damit zusammen, dass der Gemeinderat - aus Sicht eines Stadtrates - nicht ausführlich oder ehrlich genug antwortet. Das kann ich in meinem Falle dieses Mal bestimmt nicht behaupten:
(Bericht aus dem Langenthaler Tagblatt von heute.)
Ich finde die Antworten halt teilweise nicht wirklich befriedigend vom inhaltlichen Standpunkt her - teilweise gar erschreckend. Dass Potenzial im Stadtmarketing vorhanden ist, war auf Grund des heutigen Zustandes klar. Aus meiner Sicht muss da was Konkretes geschehen. Sei es, dass man einen Profi mit der Ausarbeitung eines Konzeptes beauftragt, das der Stadt effektiv von Nutzen ist oder selbst im Gemeinderat Richtlinien und Grundzüge eines Standortmarketings definiert, anstatt wie bis anhin, ein wenig dort und ein wenig dort etwas Geld zu geben, wofür sich dann bei Anlässen manchmal auch viele, viele andere sonnen, als nur die Stadt, welche aber einen Grossteil (behaupte ich mal) daran berappte. So geschehen beim Pestalozzianlass und so wird's auch sein beim Militäranlass am Freitag, bei denen die Stadt jeweils mehrere 10'000.-- Franken Unterstützungbeitrag bezahlte. Im hohen fünf- (einige sagen bei Letzterem gar, es sei im tiefsten sechsstelligen) Bereich. Etwas viel aus meiner Sicht für einen einmaligen Anlass, dessen Wirkung nicht messbar ist, da die Stadt die Instrumente dazu nicht hat.
Auch das Revival des Designgedankens macht mich nicht wirklich "heiss" auf Langenthal. Das hatten wir ja schon mal. Nun. Einige sagen eh, dass es kein Marketing bräuchte... ich teile diese Meinung aber nicht.
Etwas erreicht hat meine Fragerei ja trotzdem. Endlich wurden alte und falsche Passagen aus der Homepage entfernt. Zu behaupten, dass meine Interpellation bewirkte, dass die Homepage nun neu gemacht wird, die Ankündigung dessen erreichte mich wenige Wochen, nachdem ich die Interpellation einreichte, wäre etwas gar vermessen und passt doch irgendwie überhaupt nicht zu mir. ;-)

Die Frage bleibt trotzdem und auch mit der Interpellation bestehen: Welches Marketing ist für Langenthal sinn- und wertvoll?

Dienstag, 18. August 2009

Hurra, hurra die BDP ist da!

Nun gut. Also ehrlicherweise müssen wir schon sagen, dass wir als SP auch nicht gerade in Jubel ausbrechen, nur weil sich heute Abend im Bären zu Langenthal eine neue BDP Region Langenthal gegründet hat. Obwohl nun BDP drauf steht, ist in weiten Teilen und auch betreffend vieler Haltungen immer noch SVP drin, welche mit unserer Politik halt nicht wirklich kompatibel ist. Trotzdem waren wir Manns und Fraus genug, in Delegation eine Gratulation der SP zur Gründung zu überbringen. Nicht alle dieser Delegationen - welche zudem noch sprechen durften - brachten diese Worte über die Lippen....

Die Ausgangslage wird auf alle Fälle künftig bei Wahlen spannender. Das Potential der BDP ist in Langenthal und Umgebung nur schwer abzuschätzen. Rechnen wir mit denselben Zahlen, wie bei den stadtbernischen Wahlen, so wird sie durchaus etwas bewegen können und dies nicht nur zu Lasten oder auf Kosten der rechten Parteien. Erstaunlich auch, dass sich nicht nur ehemalige SVP Mitglieder in der "neuen" Partei engagieren, sondern tatsächlich jemand in den Vorstand gewählt wurde, welcher sich letztmals (2008!!) fast für die SP in den Stadtrat hätte aufstellen lassen und in der SP Mitglied war! Bis meine Augen den Weg zurück in die zuständigen Höhlen fanden, dauerte es mehr, als die natürlichen Millisekunden.

Der Rest des heutigen Abends ist eigentlich rasch erzählt. Auf alle Fälle war es unterhaltsam. Absolute sarkastisch, fantastische Höhepunkte vom Schnappschuss, ein sehr guter Interviewer mit einer - trotz inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten auch aus meiner Sicht - starken und absolut ehrlichen Bundesrätin Widmer-Schlumpf, von welcher wir nun unter anderem wissen, dass sie nur fünf Stunden Schlaf braucht und den Morgen mit einem Stück Schokolade und Coca-Cola beginnt. Natürlich wurde auch viel über Politik gesprochen, doch war diese wohl am heutigen Abend eher nebensächlich....

Blick aus der hintersten Reihe. Ja, das dort, da vorne irgendwo, das wäre die Frau Bundesrätin.

...irgendwie geht alles schnell...

Zwar sind das meist nicht die Sitzungen, denn gestern Abend summierten sich die GPK Sitzung mit der Fraktionssitzung auch wieder auf über fünf Stunden - aber irgendwie war's nun bereits die letzte ordentliche GPK-Sitzung und die letzte Fraktionssitzung in meiner stadträtlichen "Karriere", die nun rückblickend zwar bestimmt auch irgendwie langjährig und teils auch -weilig war, obschon ich am 1.1.2003 erst in den Rat nachrutschte (irgendwie scheint dies mit dem Rutschen einfach mein Schicksal zu sein).
Dass die neue Situation meiner baldigen Rolle gestern für mich schon spürbar wurde, schien mir einerseits klar, andererseits auch ein wenig erschreckend. Was sage ich denn nun dem Gemeinderat (meinen künftigen Kolleginnen und Kollegen) gegenüber, zur Antwort meiner Interpellation "Stadtmarketing", welche mich in vielen Teilen wirklich überraschte - um bereits in der Wortwahl nicht mehr ein stadträtliches "schockierte" zu verwenden - ? Da ich noch nicht weiss, welche Rochaden sich der Gemeinderat in der "neuen" Zusammensetzung vorstellen kann, weiss ich auch noch nicht, welche künftigen Aufgabengebiete auf mich zukommen. Gut, Stadtmarketing wird bestimmt beim Stadtpräsidenten bleiben (wollen), was auch Sinn macht. Nun, schrecken vor den künftigen Aufgaben und Kollegen lasse ich mich so oder so nicht - auch wenn ich mir selbst, was auch gut ist, zahlreiche Problemstellungen mit auf diesen Weg gebe(n würde). Was kommen wird, wird kommen. Entweder wir gehen die Probleme aktiv an oder sie werden uns einholen - so gesehen zum Beispiel beim neuerlich traktandierten Geschäft zum Stadttheater Langenthals, bei dem der Gemeinderat eine Wiedererwägung der Erheblicherklärung des Parlamentsbeschlusses verlangt... was rauskommen wird, mag höchstens einige erstaunen, welche immer denken, die Dinge regeln sich von selbst, wenn man nur lange genug wartet...

...irgendwie geht alles schnell in diesen Momenten, aber ich denke, dass es mir nicht zu schnell geht. In der sonstigen Langsamkeit der Politik schalte ich nun halt einen Gang höher.

Sonntag, 16. August 2009

Vom Fest zur Politik - Wuhrplatz

Die vier letzten Tage allumfassend in Worten zu beschreiben, wird mir misslingen, weshalb ich es sein lasse. Einige Stichworte: Absolute Hitze, wunderbarstes Wetter, tolle Bands und faszinierende alternative Programmpunkte, mit Markt, mit Rigolo, an die 1000 Besucherinnen und Besucher sowohl am Freitag, wie am Samstag, viele neue und alte Freunde rundeten ein perfektes Wuhrplatzfest 2009 ab. Sprich, es war wieder einmal wunderschön, was die Stimmung bei den Leuten und auch die gesamte Atmosphäre auf dem Platz anbelangte.

Die paar verwackelten Bilder meines Handys mögen davon zeugen:


Nun rückt der Wuhrplatz ab morgen Abend in den Fraktionssitzungen, aber dann vor allem auch in der Stadtratssitzung von morgen Montag in einer Woche vom festlichen in den politischen Fokus. Die Umgestaltung vom Parkplatz zum Dorf- respektive Stadtzentrum, welche eine Gruppe aus dem Chrämerhuus-Verein - auch mit dem Fest auf dem Wuhrplatz - bereits seit 1983 vorantreiben will, kommt nun nach über 25 Jahren endlich (wieder) auf's politische Parkett. Nun gilt zu hoffen, dass aller Worte auch Taten folgen werden und der heutige Parkplatz zu einem Ort gestaltet wird, welcher nur noch würdig die erste Silbe der jetzigen Beschreibung trägt: Park.

Noch ist mir nicht alles klar. Ich weiss, wie es aussehen soll. Ich weiss, dass ich die Umgestaltung unbedingt will. Ich weiss, dass die Bauarbeiten im nächsten Jahr stattfinden sollen und dass für die Arbeiten 15 Monate eingeplant sind.
Ich will aber auch, dass das Wuhrplatzfest 2010 und 2011 (vielleicht als offizielle Einweihung des neuen Wuhrplatzes?) stattfinden kann. Ich denke und hoffe, dass man die Arbeiten auf dem Platz zeitlich so legen kann, dass dies möglich sein wird. Ein Jahr ohne Wuhrplatzfest ist ein verlorenes Jahr für die Langenthaler Kultur.

Freitag, 14. August 2009

Von masslosen Zügen in Steuer- und Pressegelüsten

Langenthal hat Geld. Und das ist auch gut so.
Langenthal hat - obwohl sie eigentlich im Budget ausgeglichen abschliessen wollte - in den letzten beiden Jahren zu viele Steuern eingenommen, was an und für sich auch ein positives Signal ist, da die Ergebnisse besser als die Prognosen ausfielen, was konjunkturell natürlich ein äusserst befriedigendes Resultat ist.
Diese 13 Millionen Franken Überschuss sollen allen steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen in Form einer moderaten Steuersenkung zurück gegeben werden.
Ich weiss, darüber habe ich schon geschrieben. Und das ist alles eigentlich ein alter Zopf. Wir - SP - sind für diese Rückgabe und die Senkung um ein halbes Steuerzehntel. Und trotzdem rolle ich die Situation wieder auf, denn was heute in der BZ zu lesen war, fand ich absolut unerhört.

Scheinbar ist es seit Neuestem opportun, dass man Kommissionsgeheimnisse - wie Abstimmungsresultate oder Teile der Kommissionsdiskussionen an Zeitungen preis gibt, obwohl Kommissionssitzungen nicht öffentlich sind! Das ergibt für mich als Blogger natürlich eine Situation, welche unglaubliche Tragweite in der Form einer neuen Berichterstattung des Volkes angehen wird. Wie wär's mit einer Live-Cam? Was ich damit sagen möchte: Ich finde es unerhört, wenn die vorberatende Behörde des Gemeinderates sich via die Zeitung über den Entscheid des Gemeinderates beklagt und den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern Sand in die Augen streut. Zu verantworten hat die künftige finanzielle Situation nämlich nicht die Finanzkommission, sondern der Stadt- und Gemeinderat.

Zum Sand: Meine Damen und Herren. Es liegt - aus meiner persönlichen Sicht - nicht mehr drin, als dieses halbe Steuerzehntel. Wenn wir stärker reduzieren, werden wir in 5 - 6 Jahren die Steuern wieder zu erhöhen haben (de facto praktisch unmöglich), ausser wir beginnen ein staatliches Leben auf Kosten des Eigenkapitals, das aber nicht nur unsere Generation zu Gute hat und deshalb gescheiter in - zum Beispiel - baulichen Investitionen angelegt wird. Eine Abschreibung derselben in Raten finde ich auch nicht sinnvoll, bloss um die Kennzahlen zu frisieren und zu kaschieren, dass wir in einigen Jahren nach den Investitionen halt weniger Geld hätten. Warum aufschieben, wenn wir jetzt das Geld haben.

Zudem: Ich will nicht sagen, dass die Finanzkommission dem Gemeinderat nicht Anträge stellen darf, doch: Die Diskussion wird nicht zwischen Finanzkommission und Gemeinderat entschieden, sondern letztlich im Stadtrat und die Anträge haben auf einem ordentlichen Weg - wie immer und in allen Kommissionen gleich - zu erfolgen und nicht quasi via die Presse. Nun, sei es so: Gemäss der gestrigen Sendung im Radio 32 sind sich zumindest EVP, SVP und SP einig, dass man mit einem halben Steuerzehntel Reduktion dem Steuerzahlenden eine echte Gutmachung leistet und trotzdem die finanzielle Zukunft der Stadt nicht auf's Spiel setzt. Massvolle Nachhaltigkeit.

Natürlich kann meine nun plötzlich auftauchende Säuerlichkeit über ein redseeliges Mitglied der Finanzkommission auch damit zusammenhängen, dass ich mich geistig schon mit der baldigen Rolle identifiziere. Als Gemeinderat dieser Kommission wäre ich auf alle Fälle fuchsteufelswild, falls diese Äusserungen nicht von einer Mehrheit der Kommission abgesegnet wurden, respektive dem sich äussernden Stadtrat nicht mindestens ein offizieller Auftrag der Kommission zu Grunde liegt. Dass ausgerechnet der Stadtrat, dessen Tochter selbst im Gemeinderat sitzt, sich dermassen und gemäss der geltenden Reglemente in einem absoluten Grenzbereich, was seine Aussagen anbelangen, profilieren muss, erstaunt umso mehr. Schade um die Sache. Sand in die Augen der Bürgerinnen und Bürger streuen, ist einfach und dabei viel Geschirr zu zerschlagen noch viel leichter.

Donnerstag, 13. August 2009

Vom SoKi zum WUPF -> Langenthaler Kultur


In Langenthal geht 'was. Unglaublich schön, was hier auf kleinstem Raume kulturell geboten wird, so dass dies unbedingt auch via dieses Blogs der ganzen Welt mitgeteilt werden muss!

Nun haben wir gestern den letzten Film im Sommerkino gezeigt und heute Abend startet nahtlos angeschlossen (aber natürlich völlig unabhängig) das Wuhrplatzfest.
Dass ich von ersterem Kulturanlass ja ziemlich angefressen bin, merkte man bisher wohl relativ gut. Das seit Jahrzehnten stattfindende Wuhrplatzfest des Kulturvereins Chrämerhuus steht dem in Sachen Begeisterung aber in nichts nach. Immer ein wahnsinnig gutes Programm. Immer eine herrliche Stimmung. Man trifft immer wieder auf Menschen, die man schon seit Jahren (oder meist von Jahr zu Jahr) nicht mehr gesehen hat. Kulturelle und kulinarische Leckerbissen sowohl in öffentlich allgemeiner, wie auch in privater Form.

Ich hoffe, dass ihr von dieser Gelegenheit der städtischen Grosskultur Langenthals rege Gebrauch machen werdet. Ihr werdet mich fast immer dort finden, wenn ihr mich denn überhaupt sucht. ;-)
Keine Angst. Ausser im Blog dränge ich mich selten auf.

Dienstag, 11. August 2009

Wollen wir einen "Ich-ziere-mich-noch"-Bundesrat?

Seit Tagen versuche ich mir krankhaft einzureden, die bevorstehenden Bundesratswahlen hätten mich doch einfach zu interessieren, da ich ja durchaus sonst auch an Politik interessiert bin. Mein zähes Ringen um meine eigene Aufmerksamkeit in dieser Thematik begann dann dieser Tage endlich zu fruchten.
Bis zur erwarteten Noch-nicht-Nomination von Pelli. Das lächerliche "Ich-ziere-mich-(noch)"-Syndrom der künftigen höchsten Regierungsmitglieder der Schweiz, das ihnen gemäss Menschen, die das wissen müssen, erhöhte Wahlchancen bringt, da sie nicht zu früh im Gegenwind der Medien verglühen, ist in meinen Augen so was von blöd und dem künftigen Job unangemessen, dass mir das Resultat der Wahlen wirklich wieder egal geworden ist. CVP oder FdP? Pelli, Broulis, Schwaller? Spielt das überhaupt eine Rolle? Die einen spekulieren und die anderen profilieren sich bloss.

Ich finde das schade. Wie komisch kommt das bloss bei denjenigen Mitmenschen an, welche sich nicht für die Politik interessieren? Und dann fragen wir uns tatsächlich, warum sie die Politik nicht interessiert oder nicht ernst nehmen? Kein Wunder.

Montag, 10. August 2009

Warum ich so wenig schreibe...

...hat nicht nur damit zu tun, dass ich mir überlege, ob und wie dieses Blog - respektive die Zukunft meines Bloggens - auch mit meinem baldigen Rollenwechsel, der effektiv ein wenig zu erfolgen hat, vom Parteipräsidenten und Stadtrat (Legislative) zum Gemeinderat (Exekutive) zu tun, sondern auch damit, dass ich hier jeden Tag meine Lust am Schreiben befriedigen kann. Das klingt sehr instinktiv. Aber so ist das Bloggen für mich auch. Und wohl auch deshalb habe ich selbst auch Mühe mit dem Gedanken, all das hier nun bald einfach zu lassen. Schliesslich ist es für viele Menschen auch ein Anlaufpunkt - für Geschichten, für Informationen oder auch nur, um mit mir in Kontakt zu treten. Ich bin hier als Mensch und als Politiker irgendwie nahbarer. Virtueller Stammtisch. Aber wie jeder Stammtisch hat auch dieser hier etliche Gefahren (mal abgesehen vom Alkoholismus): Man spricht manchmal zu viel, auf alle Fälle mehr, als man dürfte und es wird oft unfundiert behauptet, wie in der Politik - zumindest dem gängigen Klischee gegenüber - ja so üblich.

Nun. Ich will einfach offen und ehrlich sein: Diese Schreibe hier hatte nie den Anspruch, irgendwelche andere Kriterien zu erfüllen, als meine tiefen Erwartungen der Befriedigung meiner Schreiblust. Falls nun plötzlich andere Erwartungen an sie gestellt würde, wäre dies das Ende. Mal schauen. Ich überleg's mir noch.

Aber wenn ich an all die intensiven, horizonterweiternden und intelligenten Diskussionen denke, die wir hier schon führten, dann...

Mittwoch, 5. August 2009

Ich werde... Gemeinderat.

Tja. Es ist so. Ab 1. Oktober. So ist das. Mehr weiss ich noch nicht, ausser dass es viel Arbeit sein wird.

Dienstag, 4. August 2009

Ein normaler Abend im Mittelland...

... bedeutet auch, dass man tut, was die anderen gerade so am Tun sind.
Und hierzu gehörte heute eindeutig:

Montag, 3. August 2009

Wasserball im Stade de Suisse

Ich habe mich im Sektor C unten, auf Grund der Nässe, gar nicht getraut, das Handy hervor zu nehmen, um den pfützigen Platz zu fotografieren, auf welchem YB heute GC 2:0 weg... wie sagt man dem wohl... wegschwemmte? Item. Dank Kunstrasen und unzähligen Ablauflöchern wurde es dann doch nicht zur Wasserballschlacht. VBC-Sile im Sektor D oben, fotografierte den Zustand, als die Pause vom insgesamt heute eher etwas bescheidenen Schiedsrichter Busacca 10 Minuten zu früh eingeläutet wurde. Als er die Partie unterbrach, war von den Spielern fast nichts mehr zu sehen, so stark war der Wolkenbruch und dies war dementsprechend das vorläufige Rasenresultat:

Samstag, 1. August 2009

Keine 1. August Rede!

Heute wollte ich eigentlich schweigen, da schon zig-tausend Redner und -innen in allen Dörfern und Städten politischen Inhalte weiter zu bringen versuchen. Die Einzig- und Bestartigkeit der Schweiz zu loben gedenken, was ja nicht grundsätzlich falsch oder von der Hand zu weisen ist.

Aber mich nervt das. Je länger, je mehr. Was haben wir denn nun erreicht in dieser Weltwirtschaftskrise? Was ist Blühendes oder Nachhaltiges daraus hervorgegangen, ausser das 1 Team in der Formel 1 weniger fährt - stellt euch vor, ausgerechnet das Schweizer Formel 1 Team.... - nichts.

Wir haben mehr arbeitslose Menschen, aber keine Anstalten unternommen, zu versuchen die Krise nicht auszusitzen, sondern sie umzunutzen durch ein Umdenken. Nö... wir sitzen lieber aus. Auf Kosten der Arbeitslosen. Meist Menschen, die auch vorher nicht das höchste Salär bezogen. Es mangelt uns an Mut und an frischen Ideen. Lieber schauen wir wiederum staunend auf die Investment Banker, die urplötzlich wieder Milliardengewinne vermelden, freuen uns auf den Vergleich den die UBS mit den USA bezüglich den Betrügerinnen und Betrügern, die sie beherbergte mit Milliarden zu begleichen hat, damit wir nicht weiter denken müssen, als unsere Nase lang ist.

Es geht uns so gut, dass wir das auch nicht weiter müssen. Wenn 'was kaputt geht, kaufen wir uns Neues. So behandeln wir dann leider und auch verständlicherweise nicht nur unsere Handys, Autos, Fernseher und Computer sondern mitunter auch unsere Arbeitnehmenden, Chefs, Menschen, Freunde, die Natur und auch uns selbst. Wo kauft ihr das?

Schade.

Die Schweiz ist schön. Zugegebenermassen. Ich bin stolz auf unsere Schweiz, unsere Demokratie und unseren Wohlstand. Auch an ihrem x-ten Geburtstag. Wir sollten uns aber nicht zu schade sein, auch über die unschönen Dinge ausserhalb unseres direkten Umfelds nachzudenken und zu beginnen, sie zu verändern.

Das ist keine 1. August Rede und das ist auch gut so. Ich überlasse dieses Feld... es ist ein zu weites Feld. Ja, Effi Briest.