Dienstag, 31. März 2009

"Bossnapping"

Die Franzosen sind arbeitsrechtlich und gewerkschaftlich schon krass.

Michelin-Mitarbeitende zündeten gestern Reifen vor dem Palais d'Elysée an, um ihrem Unmut über die wirtschaftliche Lage und die darauf folgenden (Nicht-)Reaktionen der eigenen Regierung Sarkozy (isch knutsche lieber mit Carla durch arabische Länder) kund zu tun.



Seit neustem wird nun auch "Bossnapping" praktiziert. Da werden Manager aus der Chefetage in ihren Büros "zum Nachdenken" eingesperrt, wenn sie Massenentlassungen oder hohe Boni ankündigen. Heute traf es 5 Manager von Caterpillar Grenoble, die seit dem Morgen festsitzen und auch der Chef der PRR-Groupe, der auch Carrefour und andere Grossverteiler angehören, durfte eine Stunde in seinem Wagen "nachdenken", da er von seinen Mitarbeitenden blockiert wurde.

Betriebswirtschaftlich und rechtlich ist ein solches Vorgehen natürlich äusserst bedenklich. Ob sich damit eine Firma und die Arbeitsplätze retten lassen? Da lob ich mir eher die Standpauke Obamas gegenüber AIG und GM. Bye-bye Wagoner. Ungenügend.



Einerseits verurteile ich das Verhalten der Franzosen und mir kommen metaphorisch nur Wild-West-Szenen in den Sinn, welche dieses Verhalten nachzeichnen können, ich aber aus steinbrück'schen Gründen nicht widergeben will und andererseits bewundere ich die Franzosen für ihr zwar kindlich-reaktionäres, klar ungesetzliches Verhalten ein wenig, da sie für ihre Arbeitsplätze einstehen und kämpfen und versuchen den Tarif der Arbeitenden durchzugeben. Arbeitende, die eine jede Firma für ihre Existenz braucht. Und sie tun endlich was! Wir stehen oft nur da und schauen zu. Auch ein grosser Fehler.

Da frag' ich mich in diesem Zusammenhang auch, ob ich mich solidarisch dem Protest des Putzpersonals des Bundes anschliessen soll und warum man zum Kuckuck immer beim oder am Putzpersonal sparen will. Das ist doch nicht normal! Auslagerung an Dritte. Anstellung unter schlechteren Bedingungen. Etc pp. Wenn der Bund das Putzpersonal nicht organisieren kann, wie sollte dann überhaupt etwas anderes funktionieren? Das ist doch echt nicht so schwierig. Zudem: Echt sparen würde man, wenn man zum Beispiel den Kauf neuer Kampfflugzeuge nicht bloss verschieben, sondern streichen würde. Dafür wären im Gegenzug wohl Jahre von Putzpersonalstunden gesichert.

Stimmrechtsalter 16 - Pressereaktionen

Viel wurde darüber heute berichtet. Alles würde den gesamten Blog füllen, deshalb nur der Abgleich mit unseren gestrigen Erlebnissen:
Man hätte meinen können, dass der dokumentierte Einzug meiner Klasse ins Rathaus gestern in den TeleBärn-News inszeniert gewesen wäre. Doch ich kann an dieser Stelle versichern, dass es alles Zufall war.
Guckst du hier.

Auch die Umfrage der Berner Rundschau/Langenthaler Tagblatt und ihr Bild in der heutigen Zeitung freute meine Schülerinnen und Schüler.

Etwas schade, dass der geschätzte Autor die Umfrage zu Beginn der Debatte führte, denn am Ende, als wir nach der Session noch ein Gespräch mit Nadine Masshardt führen durften, zeigten sich in der Klasse alle vom Stimmrechtsalter 16 überzeugt oder sie wagten nicht mehr dagegen zu votieren...
Der Haupttenor der letzten Zweifler war denn am Ende auch dem Votum der EVP gleich: "Bringt's nüt, so schadt's nüt." Wer nicht abstimmen gehen will, muss ja nicht, aber diejenigen, welche abstimmen wollen, sollen dies künftig dürfen.

Ich hoffe, dass das Berner Stimmvolk dies im Herbst gleich sehen wird.

Montag, 30. März 2009

Stimmrechtsalter 16 im Kanton Bern - weiter geht's!


Es war denkwürdig, in meinen Augen, was sich heute im bernischen Grossen Rat abspielte.
Eine Mehrheit - knapper wie sie nicht hätte sein können - von 75 zu 74 Stimmen sagte Ja zur Verfassungsänderung und damit Ja zum Anliegen eines Stimmrechtsalters 16, welches nun weiterhin eine Chance und Zukunft im Kanton Bern hat.


Die Tür zur Volksabstimmung im Herbst ist nach heute weit aufgestossen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grossrätinnen und -räte sich nun noch einmal, wenn das Anliegen wohl mit der Botschaft den Rat nochmals passieren muss, nun doch noch dagegen sein werden. Wer heute A sagte, muss im Juni dann auch noch B meinen. Obwohl... wenn schon nur 2 Ja-Sagende im Rat zu besagtem Zeitpunkt fehlen würden... dann... und nicht zu vergessen ist, dass es nun erst recht los geht. Das Anliegen muss beim Volk noch durch und wie man im Kanton Basel Stadt gesehen hat, wird es dort nicht einfach einen problemlosen Stand haben. Im Gegenteil und obwohl für mich auch nach der heutigen Debatte absolut nichts gegen ein Stimmrechtsalter 16 spricht. Aber diese Pro-Argumente müssen noch vor's Volk und insbesondere auch dorthin gebracht werden.


Vorerst sei aber mal gefeiert. Ich gratuliere Nadine Masshardt von Herzen zum Grosserfolg. Weiter so!


Noch fast denkwürdiger als das Resultat fand ich, dass heute die Zuschauertribüne im Ratssaal voll - mehr als voll - noch stehend hinter den Bänken und sitzend in den Aufgängen - voller Jugendlicher war, welche das Anliegen unterstützen oder zumindest die Diskussion darüber anhören wollten. Und bevor irgendjemand, irgendwelche abstrusen Konstrukte aufbaut, weshalb ich mit meiner Klasse als eine von insgesamt etwa 5 Klassen anwesend war, sei Folgendes gesagt: Es war ein eindeutiger, demokratischer Mehrheitsentscheid der Klasse die Debatte vor Ort mitzuverfolgen und die Staatskunde live und mit einem abschliessenden Besuch im Bundeshaus abzuschliessen.

Mir hat's so oder so sehr gefallen und ich sah natürlich mit viel Freude, dass einige Jugendliche vom Politvirus heute immerhin etwas abgekriegt hatten - auch wenn sie am Ende bemerkten, dass über eine Stunde Argumente dreschen für eine Abstimmung doch etwas gar viel sei. Eigentlich haben sie ja völlig Recht.... ;-)

Full House

Debatte Stimmrechtsalter 16 @ Grossrat Bern. Noch nie gab's so viele Zuschauer hier. Schon gar nicht Jugendliche. Super. Politik, die bewegt.

Samstag, 28. März 2009

Mediale Nach(t)arbeit


Dass heute relativ viel über meine gestrige Wahl Bericht erstattet würde, dachte ich mir. Relativ überrascht war ich von den vielen Gratulationen und Sympathiebekundungen, die ich via SMS oder über Facebook-Kommentare erhielt. Dass so viele Menschen daran Anteil nehmen würde, hätte ich mir nicht vorstellen können. Aber merci vielmals. Eure Zeilen ehren mich.

Das Langenthaler Tagblatt veröffentlichte heute einen ausführlichen und sehr guten Bericht über die gestrige Versammlung. Die Berner Zeitung zeigte heute ein Beispiel von Berichterstattung light, die ich aber in der Sprache der Jugendlichen als absolut geil bezeichnen würde: In einer Randnotiz stand mehr oder weniger einfach nur, dass ich derjenige sei, welcher gewählt wurde und ja ein bekannter Blogger im Internet sei, dann war diese Webadresse veröffentlicht und damit wohl die Aufforderung verbunden, wer mehr über die Versammlung gestern erfahren möchte, möge doch wohl hier nachlesen gehen, da der Müller sowieso über alles bereits selbst schreibt. Nun, meine Lieben, so wäre das Spiel nicht gedacht. ;-) Aber lustig fand ich's trotzdem. Und da ich nun einen Teil der Medienarbeit selbst zu übernehmen habe ;-), werde ich hier nun noch die gestern präsentierte Strategie der SP Langenthal veröffentlichen.

Langenthaler Tagblatt: Ausschnitt aus der praktischen Online-Ausgabe.

Freitag, 27. März 2009

Parteipräsident


Mein soziales Gewissen drang fast in mir durch, so dass ich auf diesen Beitrag beinahe verzichtet hätte, denn der arme Schreibende des Langenthaler Tagblattes, welcher aus unserer SP Hauptversammlung hinausrannte, damit er seinen Beitrag noch in die morgige Ausgabe bringe, hatte so gehofft, dass er mit der Mitteilung nun für einmal eher dran sein würde, als ich es zu bloggen vermag. Er fragte gar - ob ich bereits einen Post vorprogrammiert hätte - das war mir aber trotz aller Voraussicht am heutigen Nachmittag- zu heikel in einer ganz bestimmten, "was wäre gewesen, wenn nun doch noch jemand anderes gewollt hätte"-Situation, die trotzdem wohl nur in einem von abertausend möglichen Szenarien hätte passieren können.

Item. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, als der Kelch an mir vorüber kam. Aber ich wusste auch, dass ich mich nicht mehr lange davor verstecken konnte und es mich wohl eines Tages so oder so trifft, zumal da neben mir im Moment niemand stand, dem/der ich hätte weitergeben können. Hauptziel des heutigen Abends in meiner kurzen Rede war für mich denn auch die Unmöglichkeit in der heutigen Parteisituation darzulegen, von mir und den anderen Chargierten nun genau ebensolches (Unmögliches) zu erwarten.

Natürlich werde ich alles in meiner Macht und Kraft stehende tun, um die SP möglichst gut zu vertreten, repräsentieren, bekannt und beliebt zu machen. Aber einfach wird das bestimmt nicht, was ich mir heute zugemutet habe. Wir werden sehen. Bisher bin ich an meinen Aufgaben auch stets gewachsen. Obwohl ich es lieber zeitlich begrenzt hielt, mit meinen Projekten, die normalerweise einen klaren Anfang und ein sauberes Ende hatten, nun in diesem Amt einen offenen, weiten Horizont sehe, den es mit sinnvollen Inhalten für die Menschen in Langenthal zu füllen gilt, was bestimmt eine riesige Herausforderung wird. (Tipps sind immer erlaubt.)


Nun. Ich habe ja nicht verraten, dass ich heute Präsident der SP Langenthal wurde und überlasse diese Mitteilung generös den morgigen hölzernen Medien.

Donnerstag, 26. März 2009

Politplayoffs

Eine Zufallsbegegnung als ich heute von der Arbeit heimkehrte, brachte interessante Fragen zu Tage:

"Und, bist du schon nervös?"
Während der paar Sekunden, die ich brauchte, um mir auf diese Frage einen plausiblen Zusammenhang zusammen zu reimen, wurde die Frage bereits ergänzt:
"Wir sind auf alle Fälle gespannt auf morgen Abend."
-
"Ach, die SP Hauptversammlung. Ach ja, mal schauen."
-
"Wir werden sehen. Bis Morgen."

Der Mann, der momentan einen Bart trägt, als sei der HC Thurgau oder der FC St. Gallen irgendwo in den Playoff-Halbfinals, entschwand - sehr wahrscheinlich in den Feierabend - und quittierte meine prognostische Bemerkung mit einem kurzen Lächeln.

"Mal schauen."

Politiker bloggen...

Ach, da kommen ja noch mehr dazu. Sogar derselbe Spot. Darf ich mich wohl Vorreiter innerhalb der SP nennen?

Auf alle Fälle keimt da wieder Hoffnung für meine Ideen einer neuen Internet-SP im Kanton Bern auf. Da ist Potenzial vorhanden.

Mittwoch, 25. März 2009

Geld für Noten

Blogprovinziell gesprochen gleich bei mir um die Ecke, an der Schule Wiedlisbach, gibt's in einem Schulversuch Geld für gute Noten. Die Idee schlägt vor allem medienmässig viel Wind in kleineren und grösseren Postillen. Lassen sich doch seit letzten "Sonntag" bis heute 16 Artikel bis und mit "Blick" auf alle möglichen Meinungsgeber dafür ausmachen.

Das System ist simpel und kapitalistisch einfach: 5 Franken für eine 4,5, 12 Franken für eine 6. Dazwischen bonimässig Abstufungen.

Warum die Sendung "Futura TV" - abgesehen der Medienpräsenz und wahrscheinlich dadurch höheren Einschaltquote - diese Untersuchung überhaupt macht, ist mir schleierhaft, denn die Resultate sind abschätzbar.

Die Noten werden sich in einer ersten Phase im Schnitt bessern, wenn die Massstäbe dadurch nicht nach oben korrigiert werden. Der Anreiz wird aber sehr bald verblassen. Wer Leistung nicht der Leistung willen erbringt, sondern aus anderen Motivationen wird bald wieder vom riesigen inneren Schweinehund geknechtet. Das frankenmässige Belohnungssystem ist zudem ungerecht, da man Intelligenz belohnt und Dummheit straft. Warum bekommen nur die Lernenden mit guten Noten Geld und nicht diejenigen, welche die meiste Zeit per Üben und Trainieren (also durch effektive Leistung) in den Lernstoff investiert haben?

Die heutige Benotung - möge sie durch Aussenstehende manchmal noch immer nicht transparent erscheinen - basiert auf einer transparenten und förderorientieren Basis, welche ähnlich eines Mosaiks, abhängig von verschiedenen Faktoren über den Leistungsstand, die Arbeit und das Potential eines Lernenden Auskunft geben sollte. Die Leistung mit einem Fünfliber abgelten zu wollen, ist überdies à mon avis nicht wirklich das Nonplusultra der Wertvorstellungen, welche wir unserer Jugend heute vermitteln sollten.

Oder ist es wirklich so, dass wer heute viel verdient, viel bessere Arbeit verrichtet oder die grössere Leistung erbringt, als diejenigen welche wenig verdienen?

Dienstag, 24. März 2009

Ein Abend mit Polit-Freunden. Die Stadtratssitzung.

Nach über dreistündigem Zuhören an einer Stadtratssitzung wie gestern, kann man sich schon die Frage stellen: "Was tue ich hier eigentlich?"
Letztes Jahr war schliesslich dadurch geprägt, dass ich den Sinn meiner Sitzungsanwesenheit bereits bei der ersten Sekunde erkannte. Nun musste ich mich gestern neu auf das politische Tun eichen.

Mir macht's nach wie vor - auch wenn das für einige schwer verständlich ist - Spass, politischen Diskussionen über Sinn und Unsinn von Vorstössen und Vorschlägen zuzuhören und falls sich Gelegenheit und Wortschatz bieten, mitzudebattieren. Gestern sagte ich kein (offizielles) Wort. Es war auch nicht nötig. Wann es dies an einer regulären Stadtratssitzung das letzte Mal gab, daran kann ich mich gar nicht zurück erinnern. Kann es sein, dass mich das Jahr als Präsident gemässigt hat? Bin ich liberaler und ruhiger geworden? Betrachte ich das politische Diskussionsspielchen (und zeitweise Provokationsspielchen) nun objektiver? Wahrscheinlich schon.
Es braucht heute mehr, um mich Stadtratsindianer aus dem Busch zu klopfen, wenn wir uns mal der steinbrück'schen Rhethorik bedienen wollen, als die paar wenigen Minarett-Kunst-Provokationen gestern. Sie rangen mir ein Lächeln ab und das innere Bewusstsein, dass ich mich im Gegensatz zu vielen wichtigen politischen Sprechenden gestern, dazu bereits an der öffentlichen Debatte mit dem Kunstverein zumindest durch Anwesenheit an sämtlichen Gesprächen und Podien, zu denen eingeladen wurde, beteiligt hatte. Braver, Müller. ;-)

Die Meinung des Stadtrates war hierbei sowieso mit 7 Ausnahmen praktisch unisono: "Politik hat sich in die Kunst nicht einzumischen. "

Noch etwas war schön. Der geneigte Lesende mag sich erinnern, dass ich auf Abraten gewisser Stellen einen Vorstoss betreffend der Finanzsituation Langenthals nicht einreichte, worauf dann, nach (oder auch unabhängig davon) dem Blog, die Berner Zeitung über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Dörfer im Oberaargau berichtete.

Gestern dann orientierte der Gemeinderat in seinen Mitteilungen wie folgt:

Anfangsbestand des Wertschriftendepots war 62 Mio. am 1.6.06
Am 31.12.06 waren's 63.562 Mio.
Am 31.12.07 waren's 62.423 Mio.
Am 31.12.08 waren's 55.791 Mio. (zuzüglich 3 Mio. welche man ausgelöst hatte, um Schulden zu begleichen)

Will heissen, dass man an Zinsen und Dividenden 3.831 Mio im Zeitraum vom 1.6.06 bis am 31.12.08 einnahm und die (nicht realisierten) "Verluste" sich auf -3.209 Mio belaufen.
Resultiert ein Nettoertrag von 0.622 Mio, abzgl. Kosten von -0.345 Mio ein "Gewinn" o.277 Mio.

Ich würde mal sagen: Wir haben immer noch viel Geld in Langenthal und wir sind dank einer klugen und vorsichtigen Anlagestrategie (Dank an Finanzamt, -kommission und Gemeinderat) zur Zeit noch mit einem blauen Auge aus der Finanzkrise gekommen.
Oder wie der zuständige Gemeinderat sagte: "Das Ergebnis ist überraschend gut."
Hoffen wir auch in Zukunft das Beste. Natürlich auch für die beiden Vorstösse, welche ich gestern einreichte. Ich bin auf die Reaktionen und auf die Antwort des Gemeinderates gespannt. Zumal mir die Motion echt brisant scheint.

Montag, 23. März 2009

Zwischenstand Stadtrat nach 2.5 h

Die Zeichnungen nehmen zu, natürlich ohne Einfluss auf die Qualität meines Zuhörens und garantiert themenbezogen.
Fast hätte es mir hier das "Dächli abgelüpft". Konnte mir einen Kommentar verkneifen und schreibe halt nun diesen kurzen Mobilblog per MMS. Technik. ;-)

Vorstösse heute Abend im Stadtrat

Natürlich sollen die Lesenden dieses Blogs die Vorstösse, die ich heute Abend einreiche - dank Post-Programmierung auf 19 Uhr - ebenfalls zu Sitzungsbeginn erhalten:

Motion betreffend Übertragung der Kompetenzen an den Gemeinderat zur Preisfestlegung der Gebühren für Wasser, Elektrizität, Erdgas und Kommunikationssignale Das Organisations- und Gebührenreglement der Industriellen Betriebe Langenthal (IBL) vom 18. September 2006 ist dahingehend zu ändern, dass der Gemeinderat abschliessend die Preise der Gebühren für Wasser, Elektrizität, Erdgas und Kommunikationssignale festlegt.

Begründung:
Das bisherige mit den IBL vereinbarte Regime führte in der Praxis dazu, dass der Gemeinderat politisch auf die Preisgestaltung der Gebühren in der Hoheit der IBL praktisch keinen Einfluss nehmen konnte, wenn diese den „Grundsätzen der Gebührenbemessung“ entsprach. Meiner Ansicht nach, genügt diese Regelung in der heutigen Zeit nicht mehr, sollte der Gemeinderat doch in wirtschaftlich schwierigen Phasen oder durch andere Umstände zumindest die Möglichkeit haben, sich in Rücksprache mit dem Verwaltungsrat der IBL von Artikel 34, Lemma 2 des Organisations- und Gebührenreglements der IBL zu lösen und eine flexiblere Preisgestaltung für Langenthal vorzunehmen:

2 Die Gebühren und Preise für die Versorgung mit Elektrizität, Erdgas und Kommunikationssignalen und für die weitern erbrachten Leistungen (Art. 32 ff) sind so zu bemessen, dass die gesamten Einnahmen aus den einzelnen Bereichen die jeweils darauf entfallenden Aufwendungen mit Einschluss der Abschreibungen, der Sicherstellung, der Werterhaltung der Anlagen und einer angemessenen Verzinsung des Fremd- und Eigenkapitals decken und überdies - unter Beachtung der gegenüber der Stadt Langenthal bestehenden Abgeltungspflichten (Art. 13) - ein angemessener Gewinn erwirtschaftet wird.

Konkret stellt sich hier die Frage, ob nicht – nach politischer Würdigung – auch ins Auge gefasst werden könnte, dass die Erhebung der Gebühren für ein oder mehrere Jahre einschliesslich aller Abgeltungs- und anderer Massnahmen nicht auch selbsttragend oder nach finanziellen Möglichkeiten der IBL kurzfristig defizitär ausgestaltet werden könnten, um die Standortattraktivität Langenthals, da insbesondere der Strom sich zur Zeit massiv verteuert, zu erhalten.
Insbesondere sind für eine Bemessung der künftigen Gebührenhöhe hinsichtlich einer politischen Einflussnahme folgende Artikel auch ins Auge zu fassen.
Artikel 27, Lemma 2:

Diese ist zu erteilen, wenn die Tarife den in diesem Reglement festgelegten Grundsätzen über die Gebührenbemessung entsprechen.

Der Gemeinderat soll pro Jahr über die Höhe der Preise inkl. der Konsequenzen für seine öffentlich rechtliche Anstalt IBL bestimmen können. Der Verwaltungsrat hat hierfür mit dem Gemeinderat Verhandlungen aufzunehmen, welche die Zukunft der IBL als öffentlich rechtliche Anstalt Langenthals sichert.

Reto Müller, Langenthal und Mitunterzeichnende (Rückseite):

Interpellation Stadtmarketing

In vergangener Zeit wurde von verschiedenen Vereinen in Anspruch genommen, dass sie vom Gemeinderat resp. der Stadt (mehr) Unterstützung zu Gute hätten, da sie die Stadt durch Leistungen gegen aussen positiv vertreten würden, was im Sinne des Stadtmarketings sei.
Es scheint durch diese Aussagen ein wenig so, als dass der Gemeinderat im Bereich Stadtmarketing nachträglich belohnt, anstatt aktiv positive Aspekte unserer Stadt voranzutreiben und zu promovieren. Insbesondere beschleicht einen bei der Betrachtung der Webseite Langenthals zum Thema Stadtmarketing das Gefühl, dass in diesem Bereich seit Jahren nicht mehr gewirkt wurde:

So steht dort unter anderem (Stand: 16. März 2009):
...
Stadtmarketing, d.h. die gezielte Positionierung der Kleinstadt Langenthal, geniesst für den Gemeinderat einen hohen Stellenwert.

Zur Zeit sind die Vorarbeiten für ein Gesamtkonzept Stadtmarketing im Gange. Parallel dazu nimmt der Gemeinderat und der Stadtpräsident jede sich bietende Gelegenheit war, für Langenthal zu werben.
....
ELLA

Mehr zum Projekt ELLA und die Stadt Langenthal finden Sie unter dem folgenden Download

Internet-Portal
Im Rahmen der Weiterentwicklung der Idee 'Ein Dach für Langenthal' ist vorgesehen, auch im virtuellen Bereich ein Dach für Langenthal anzubieten. In einem umfassenden Projekt soll neben der Präsentation des "offiziellen Langenthal" ein virtueller "Marktplatz Langenthal" geschaffen werden, in welchem sich Langenthal aus der Sicht der Kundinnen und Kunden bzw. der Besucherinnen und Besucher darstellen kann. Im Endstadium dieses Projektes sollen bei den grösseren Parkplätzen sogenannte Infoterminals montiert werden, so dass der Marktplatz nicht nur virtuell bleibt, sondern den konkreten Bezug zum realen Marktplatz hergestellt wird.

Aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Stadt Langenthal kann das Projekt nur schrittweise bearbeitet werden.

Interpellationsfragen
1. Was versteht der Gemeinderat in der neuen Legislatur unter Stadtmarketing?
2. Wie wird den zahlreichen Begehren von Vereinen Langenthals hinsichtlich einer besseren Zuwendung mittels infrastrukturieller und finanzieller Unterstützung im Sinne eines Stadtmarketings begegnet?
3. Wie wurden in den letzten 3 Jahren Gelder im Bereich „Stadtmarketing“ eingesetzt?

4. Wie weit ist das „Gesamtkonzept Stadtmarketing“, wie auf der Internetseite (siehe Textausschnitt aus dem Internet vom 16. März 09 oben) angekündigt?
5. Wurden die Resultate der ELLA Begleitgruppe ab Herbst 2004 umgesetzt? Findet das Projekt ELLA immer noch statt, existiert die Begleitgruppe (noch) oder ist das Projekt abgeschlossen?
6. Das Internet-Portal „Ein Dach für Langenthal“ mit Infoterminals an grossen Parkplätzen Langenthals klingt (siehe Textausschnitt aus dem Internet vom 16. März 09 oben) auf den Webseiten der Stadt Langenthal sehr verlockend. Wie weit ist die Umsetzung, zumal der letzte Satz (Aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Stadt Langenthal kann das Projekt nur schrittweise bearbeitet werden.) in der momentanen Situation ja seit über einem Jahr nicht mehr zutreffend ist?

7. Wie gedenkt der Gemeinderat die Stadtwebseite aktuell zu halten oder gar so zu erneuern, dass sie im Städteranking der Bedag betreffend E-Government (http://www.bedag.ch/events/eugen/egrouvmentpreis_d.php) auch die Chance hat, vorne mitzuwirken oder sich die Nutzung für die Bewohnerinnen und Bewohner Langenthals verbessert oder zumindest per Webmarketing der Eindruck einer modernen und zukunftsorientierten Stadt entsteht?


Besten Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

Reto Müller, Langenthal

Freitag, 20. März 2009

Es kommt Wählen... Grossrat

Die Vorboten stehen auf Sturm. Bereits jetzt schneien bei mir Anfragen für Projekte, die Grossratswahlen betreffend herein und erste Kandidatinnen beginnen über ihre Ambitionen zu bloggen. Auf alle Fälle wird es wiederum eine spannende Zeit, aber bestimmt auch einige Arbeit werden...

Das Langenthaler Tagblatt stimmte heute in einem interessanten Artikel in diese Vorboten mit ein. Sie zeigten erstens die Wahlfotos der Gewählten aus dem Jahre 2006 und diese 3 1/2 bis 4 Jahre alten Bilder mögen nicht alle gleichwohl erfreut haben. ;-)


Nebst der Info, dass alle Bisherigen sehr wahrscheinlich wieder antreten, rechneten sie auf Grund der letzten Wahlen die Prozente der neuen Wahlregion Oberaargau zusammen und das ist äusserst interessant und zugleich brisant.

Bereits zu diesem Zeitpunkt mit den Resultaten aus dem Jahr 2006, auf Grund des Hinzukommens der Stimmen aus der Region Huttwil, ergeben sich in der Sitzverteilung grosse Unterschiede. Dass die Stimmen der Region Huttwil so viel ausmachen könnten, hätte ich nicht vermutet, wenn man nun die Prozente mit den 12 zur Verfügung stehenden Sitzen verrechnet, dann müssen konkret zwei Parteien bereits Federn lassen und die EDU und GFL erhalten je einen Sitz, wozu es ihnen letztmals nicht reichte.
Dies obschon Parteien, die in Langenthal im Falle der GLP gleich durchgestartet sind oder die BDP, welche mit Dieter Widmer den prominetesten (Ex-)SVP'ler der Region beinhalten und daher bestimmt aus meiner Sicht ein Stimmenvolumen erhalten werden, welches sie in die Nähe eines Sitzes rückt, wenn sich die Trends weiterhin bestätigen, noch gar nicht eingerechnet sind.

Meine Rechnung (bitte melden, wenn falsch ;-)):Vorerst schockierend genug für einige Parteien, wollen wir dann ein ander' Mal noch prognostizieren, auf welcher Parteien Kosten die BdP und die GLP Prozente zulegen werden. Wir haben neu in der Region so wenige Sitze, dass es schnell sehr schmerzhaft werden wird. Auch bei den Bisherigen. Die Vorboten stehen, wie bereits eingangs erwähnt, dieses Mal schon früh(zeitig) auf Sturm. Auch für die Bisherigen.

Donnerstag, 19. März 2009

Die Steinbrück' bröckelt

ehhh.... der Steinbrück, Peer Steinbrück ist gemeint.

Zumindest was die sogenannten "Steueroasen" innerhalb der EU anbelangt, musste Peer nun zurückstecken. Österreich und Luxemburg kommen nicht auf die OECD-Liste und sind scheinbar auch keine Indianer, die aus dem Busch geklopft werden müssten oder wenn dann befreundete.
Nun könnte man als EU-Gegner argumentieren: Das ist wieder mal typisch. Die EU schützt die eigenen und lässt alle anderen bluten. Das ist Erpressung.
Als EU-Befürworter muss ich sagen: Warum haben wir nicht dafür gesorgt, dass wir innerhalb der EU eine stärkere Position haben? Hier bin ich zudem klar der Meinung des Grünen Ständerats Luc Recordon: Warum haben wir es nicht geschafft, die Bereiche aufzuzeigen, in welchen wir unser bankethisch korrekter verhalten, als viele/alle andere/n Staaten.

Was einen erschrecken mag ist auch, wie schnell der rekonvaleszente und mit viel Lorbeeren wieder gestartet Bundesrat Merz bereits Kredit bei Parlament und Volk verspielt hat. Ob er ähnlich viel Kredit hat, wie ein Amerikaner bis anhin, wird sich erweisen...

Zurück zu Genosse Peer. Erstaunlich wie scharf er verbal gegen unsere Banken vorgeht und sich dann auch noch als der Held - zu Pferde einer Kavallerie oder auch nicht - rühmen mag. Da geht mir die Profilierungsneurose eines Menschen einfach viel zu weit. Möge er vielleicht auch in gewissen Punkten, die er auf's Tapet gebracht hat, Recht haben: Wie er sich ausdrückt, finde ich trotzdem nicht in Ordnung.
Berücksichtigt man dann noch, aus welchen Stammhalterschaftslanden Klein-Peer stammt, so stutzt man zusätzlich:
Wikipedia sagt: Peer Steinbrück ist Urgroßneffe des Bankgründers Adelbert Delbrück.
Und siehe da, alt-Adelbert gründete eine nicht unerhebliche Bank: Die Deutsche Bank.

Darf man behaupten, dass Peer aus einer reichen Familie kommt? Dass er wohl vom Ursprung einer Bankdynastie profitierte? Dass er vielleicht deswegen gar Bundespolitiker werden konnte? Dass er so scharf gegen unsere Banken schiesst, um Praktiken von "Deutschen Banken" nichtig erscheinen zu lassen? Dass er vielleicht doch richtig handelt?

Spielt es überhaupt eine Rolle oder ist er/es vielleicht unerheblich? Schliesslich sind die Ereignisse und Ankündigung heute viel schwächer als auch schon. Auch die USA nahmen ihr Amtshilfegesuch mittlerweile zurück. Obama nimmt sich (zuerst) den Boni-Millionen-Managern an.

viel zu tun....?

Auf Grund laufender Projekte, der Arbeit und ein paar Sitzungen, die nun auch wieder fällig geworden sind, fällt in dieser Woche sowohl das Bloggen, wie auch die Ernährung recht flach aus...
so starte ich mal den Versuch, wie gut man sich von Ovo-Crisp-Müesli und Bier ernähren kann. Und werde dann ein Fazit darüber bestimmt noch veröffentlichen. ;-) Was bereits klar ist:

Das Programm ist mehr Belly-On als Belly-Off...

doch: "Who cares?"

P.s.: Ich nehm' mir jetzt die Zeit und blogge. Yes.

Mittwoch, 18. März 2009

Ich bilde mich weiter.

Thema plus minus: Attraktive SP-(Anlässe). Auf der Suche nach dem "Wie"......weiterhin.

Dienstag, 17. März 2009

Wie schützt man Leben?

Nach schicksalshaften Ereignissen schreit die Politik oft laut auf, bemüht sich um Vorstösse mit zahlreichen Massnahmen auf x-Ebenen und Monate danach, wenn diese dann endlich in den Parlamenten besprochen werden, ist man vielerorts meist wieder zum "Courant normale" übergegangen und lebt mit gewissen Risiken, da das Leben - ob man es will oder nicht - immer lebensgefährlich ist.
Natürlich soll die Politik, das Recht und die Gesellschaft dafür besorgt sein, dass die Schwachen möglichst gut geschützt sind. Dass Fälle in der Art des Amoklaufs von Winnenden oder Rück- und Neufälle von Straftätern verhindert werden, doch sind dieser Prävention auch Grenzen gesetzt, da sie sonst die Freiheit des einzelnen Individuums allzu stark einschränken.

In dieser Richtung wurde gestern auf Grund zweier Vorstösse eines Mitglieds in unserer Fraktion auch lange debattiert. Was kann man zum Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer tun und wo überschreitet man die Grenzen der Verhältnismässigkeit zwischen Schutz und Freiheit?

Schwierig zu beantworten, da es betreffend der Lebensphilosophien hier ganz verschiedene Auffassungen gibt. Manchmal geht mir persönlich der Sicherheitswahn heute auch einfach zu weit, da ich manchmal das Gefühl habe, man wolle die Gesellschaft zwanghaft praktisch phobisch durch Entzug von Freiheit vom Sterben abhalten. Was für ein kümmerliches Leben, da noch möglich wäre, lässt sich nur erahnen. Ein Leben im golden Käfig mit Gummistäben.
Da wurde in Deutschland nach dem Amoklauf von politischer Seite gar eingeworfen, ob Lehrkräfte eine Sicherheitszulage bräuchten. Wenn schon: Wir bräuchten mehr Jugendsozialarbeit und nicht mehr Sicherheit(szulage).



Auf der anderen Seite wurde ich heute von meinen Schülern auf ein Spiel aufmerksam gemacht, das im Internet frei - ohne Altersbeschränkung - mit Download zugänglich sei und in dem man in Fantasywelten, mit Fantasyfiguren ziemliche (amoke) Metzeleien veranstalten kann. www.4story.de Irgendwie habe die Fernsehsendung Galileo dies als eine mögliche Verstärkung für Amokfantasien bewertet und scheinbar sei es so, dass an unserer Schule zahlreiche Kinder damit spielen würden. Ich find's einfach nur dämlich und frage mich nach der Motivation der Firma, welche dieses Spiel gratis und ohne FSK zur Verfügung stellt. Auch hier kommt mein Aufruf an die politischen Behörden, die Seite aus dem Web zu löschen, da ich sie für vollkommen sinnlos halte. Ich habe sie nun zumindest schulintern auf unserem Router gesperrt. Ja. Ich schränke die Freiheit ein. Zum Schutz der Schüler. Gewiss auch heikel, da dies nach meinem eigenen Gutdünken geschah.
Auf der anderen Seite sind wiederum die Eltern in die Pflicht genommen, ihre Kinder nicht nur in der realen, sondern auch in der virtuellen Welt zu begleiten. Nach wie vor empfinde ich dies als den besten Schutz überhaupt.

Montag, 16. März 2009

Staatsaffäre und Belly-Off-Reloaded?

Heute wurde mir durch die Blume vorgeworfen, ich würde nur diejenigen Infos über mich in diesem Blog veröffentlichen, die ich möchte. Nun. Das stimmt natürlich völlig. Alles andere wäre gelogen und äusserst dumm. Zudem hat der Blog ein Konzept, auch wenn man dies nicht immer merkt, so versuche ich doch meist den Eindruck trotz der "Wahnüberschrift" eines seriösen und normalen Politikers zu erwecken und vor allem über politische Inhalte zu schreiben und nicht über Privates - obwohl dies in meinem Leben manchmal wirklich schwer trennbar ist.

Hauptgrund des Verschweigensvorwurfs war mein Engagement an der Huttwiler Fasnacht, bei welchem das Langenthaler Tagblatt dann schon fast stolz das Ende der "Staatsaffäre" zwischen Huttwil und Langenthal, die notabene die Berner Zeitung aufbauschte, verkündete:

SCHNITZELBÄNKE

Langenthal hilft Huttwil

«Die ganze letzte Woche wusste ich nicht, ob ich meine Schnitzelbänke am Freitagabend vortragen kann», erklärte Scheich Samul dieser Zeitung. Seine Stimme versagte zeitweise wegen einer hartnäckigen Krankheit. Die Rettung kam dann aus Langenthal:

Über seinen Vater, der bei den Napfgeistern mitmacht, erfuhr Reto Müller, der letztjährige Stadtratspräsident von Langenthal vom Ungemach und bot spontan seine Unterstützung an. Er erschien als Haremsdame Fatimü und sprang ein, wenn Scheich Samul seiner Stimme eine Erholung gönnen musste. Im «Bahnhof» erhielt der Auftritt sogar eine politische Note: Dort trafen die Bänkler auf den Huttwiler Gemeinderatspräsidenten Hansjörg Muralt (SVP). Müller (SP) hatte in seinem Blog Muralt im Huttwiler Wahlkampf heftig attackiert und für Herausforderer Adrian Wüthrich (SP) Partei ergriffen. Im «Bahnhof» kam es zwischen den beiden zu einem Versöhnungsbier. (jr)

Nun. Am Text stimmt auch etwas nicht, aber lassen wir das. Interessant finde ich, dass ich scheinbar in diesem Jahr die Prägung "letztjähriger Stadtratspräsident" habe, was mich auch ein wenig darin bestätigt, dass ich das Amt zu einem gewissen Label gemacht habe und dass es wiederum heisst, Langenthal hilft Huttwil - wie es beide Städte ganz betreffen wüde - so wie es bei der Affäre im Herbst hiess: Langenthal und Huttwil streiten online.... obwohl das nur ein ganz persönliches Ding von mir war...

Für mich ist das Versöhnungsbier eigentlich nicht der Rede wert. Es war nett. Hansjörg Muralt war mir auf Anhieb im persönlichen Begegnen sympathisch. Es ist nun gut so, denn wie ich schon mehrfach betonte, galt meine geäusserte Meinung nicht der Person des Präsidenten selbst, sondern nur dem Umstand und der Interpretation dessen, wo sich dieser hatte abbilden lassen. Abgesehen von allem und grundsätzlich: Als Politiker und auch als Blogger sollte man sich eine dicke Haut zulegen.

Apropos Dicke. Jetzt kommt's. Folgenden Beitrag im Unter Emmentaler wollte ich eigentlich der Blogöffentlichkeit vorenthalten... aber ihr wollt es so.

In diesem gut gemeinten Bericht sind gar zwei Dinge inhaltlich nicht ganz stimmig. Aber lassen wir das auch hier mal so stehen. Das Foto - muss ich zu meiner Verteidigung sagen - wurde aus einer sehr unvorteilhaften Pose von unten aufgenommen, was mein figurbetontes Kleid nicht wirklich zu kaschieren vermochte, wurde sehr wahrscheinlich durch eine extreme "Hohles-Kreuz-Haltung" zusätzlich verschlimmert.
Item. Ich wäre für eine Runde Belly-Off-Reloaded.

Sonntag, 15. März 2009

Das Umdenken einiger Parteien

Da ist man eine Woche fern der Zeitungen, kommt zurück und wird von der Flut der Ereignisse einer einzigen Woche mittels Sonntagspresse fast erschlagen.

Das Bankgeheimnis ist faktisch abgeschafft. Ein Thema, die Steuerhinterziehung bisher praktisch als Kavaliersdelikt getadelt, welches die SP schon seit Jahren anzuprangern versuchte, wird nun doch mit der Diskussion ums Bankgeheimnis zum Topthema. Schon immer störte ich mich daran, dass das öffentliche Interesse an Steuerhinterziehung weniger gross war, als an Sozialhilfemissbrauch. Für mich darf es beides nicht (mehr) geben und dass einige grosse Banken auf die eine oder andere Art für ausländische "Investorinnen und Investoren" irgendwelche Schlupflöcher mehr oder weniger bewusst boten, um Geld am jeweiligen Fiskus vorbeizuschleusen, muss nun für alle Banken und für alle Länder dieser Welt ein für allemal.

Dass FdP-Vize Noser heute in der Presse die Abschaffung der Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer und die Eliminierung der Ungerechtigkeiten hinsichtlich der Besteuerung von ausländischen Firmen im Vergleich zu Schweizer Unternehmen forderte, entlockt mir bloss noch ein kaltes Lachen und bestätigt in mir das Gefühl, dass wohl doch - langsamer als in anderen Ländern dieser Welt in diesen turbulenten Zeiten - ein Umbruch stattfindet, zumindest im Denken einiger Parteien oder wie kann man sich sonst erklären, dass einige der SVP nun doch keine Kampfflugzeuge kaufen wollen...

Samstag, 14. März 2009

Livebilder?

Für Titus. Fast in Echtzeit. Hätte ich Zeit für Photoshop oder ein Stativ gehabt, würde man auch die leichte Unschärfe noch rausbringen. So ganz friedlich in der Nacht ist das Wallis doch noch schön. ;-)

Donnerstag, 12. März 2009

Klarere Suppe

Auf alle Fälle viel Sonne heute.

Mittwoch, 11. März 2009

Trübe Suppe

Aber ab heute soll's bessern.

Sonntag, 8. März 2009

Wahlschlappen der SP

Auch wenn ich inständig hoffte, dass die zahlreichen Banken-, Wirtschafts- und sonstigen Skandale wiederum ein wenig den Wahlimpuls hin zur SP senden würde, wurde ich heute von den Resultaten der Grossratswahlen in den Kantonen Aargau und Solothurn sehr enttäuscht.

Im Kanton Aargau resultierte eine Schlappe von minus 8 Sitzen, vor allem zu Gunsten der Grünen (+6), aber wohl auch der neu angetretenen GLP (+5). Bestimmt spielte der Doppelte Pukelsheim, der erstmalig zur Anwendung kam, darin auch eine Rolle (CVP - 5; FdP -4; SVP -1), doch muss man brutalerweise doch auch eingestehen, dass wenn die Wirschaftspartei(en) weniger Sitze in dieser Krise als die SP verliert, dass man echte Fragen um die Existenzberechtigung einer Arbeiterpartei zulassen muss. Will heissen: Trotz Krise in welcher uns die bürgergliche Mehrheit mit kapitalistischer Sicherheit und Überheblichkeit hinein steuerte, wird vom Volk diesen Parteien immer noch mehr Vertrauen für die Zukunft geschenkt und der SP weiter in grossem Stile entzogen. Scheinbar konnten wir mit unseren Lösungen und dem Bekenntnis, dass wir die Krise schon immer haben kommen sehen, nicht in der Bevölkerung beider besagten Kantone überzeugen. Scheinbar haben wir unsere Aufgaben immer noch nicht gemacht und unsere Ziele für eine sozialere und gerechtere Gesellschaft verfehlen leider auch in diesen Zeiten, in denen wir sie so zwingend notwendig hätten.

Ähnlich zeichnet sich die Situation - ohne Systemwechsel in der Auszählung - im Kanton Solothurn ab. Die SP büsste 4 Sitze ein. Gesamthaft sieht das Bild wie folgt aus: FdP 27 (-3), CVP 25 (+2), SP 21 (-4), SVP 18 (+1), Grüne 6 (+2), Grünliberale Partei 2 (+2) und EVP 1 (+0).
Trotz dem Schmerz, den das SP Resultat in mir hinterlässt, gratuliere ich meinem Cousin Stefan Müller-Altermatt

209 Müller-Altermatt Stefan
3264 Stimmen

, für sein Spitzenresultat und seine glanzvolle Wiederwahl in den Kantonsrat für die CVP Thal-Gäu. Das ist top.

Und sie demonstrierten nicht in Burgdorf...

Für Demokratie und Menschenrechte
Die SP Kanton Bern ist empört, dass es nach wie vor Menschen gibt, welche sich der Ideologie des Faschismus verschrieben haben und rechtsextremes Gedankengut verbreiten. Die SP Kanton Bern fordert alle DemokratInnen auf, sich vorbehaltlos für die Menschenrechte und die Menschenwürde einzusetzen. Alle demokratischen Kräfte müssen ebenso eindeutig gegen Rassismus, Menschenverachtung und Rechtsextremismus einstehen.

Die Geschichte hat uns auf grausame Art und Weise gelehrt, wie menschenverachtend und menschenunwürdig faschistische Ideen und Rechtsextremismus sind. Es ist empörend, dass es auch im 21. Jahrhundert immer noch unbelehrbare Menschen gibt, welche diese unsäglichen und undemokratischen Ideen verbreiten wollen.

Es braucht die vereinte Kraft aller demokratisch gesinnten Menschen, um dem rechtsextremen Gedankengut und den ExponentInnen, welche es verbreiten wollen, die Stirn zu bieten. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik ist zwingend, denn die SP befürchtet, dass es den Rechtsextremen gerade in Krisenzeiten gelingen wird, noch mehr Leute anzusprechen.
Es ist notwendig, dass sich alle politisch aktiven Menschen darauf besinnen, welche Verantwortung sie hier tragen. Wir stellen fest, dass Abstimmungs- und Wahlkämpfe leider oft auch rassistische Tendenzen aufweisen. Solche Kampagnen machen Rassismus und menschenverachtende Gedanken salonfähig. Sie sind als guter Nährboden für den Rechtsextremismus zu betrachten.
Neben dem eindeutigen Bekenntnis für Demokratie und Menschenrechte aller politischen Kräfte, sind auch Programme notwendig, welche einerseits der Prävention von Rechtsextremismus dienen und andererseits Ausstiegswilligen konkrete Hilfestellungen anbieten.
Die SP Kanton Bern ist froh, dass die politischen Parteien und die Exekutive in Burgdorf eine klare Botschaft an die Bevölkerung gegen Rechtsextremismus gesendet haben.

Samstag, 7. März 2009

Naturfrüünde

Nein, nicht die im Appenzell, welche mittels Erregung (öffentlichen Ärgernisses) auf Wanderschaften sind. In Langenthal spielen die Naturfreunde heute und morgen Lotto.
Unterstützen lohnt sich... wenn man etwas Glück hat. ;-)

Freitag, 6. März 2009

Ich werd' die Fasnacht nicht los.

Heute Abend hier. Und dies in ganz ungewohnter Manier.
Man wird staunen... wenn man's überhaupt merkt, was ich per Kostüm zu verhindern versuche. Denn im Städtli hab' ich ja seit dem nicht nur Freunde...

Donnerstag, 5. März 2009

Glatzentheater gegen Punkmarionetten

Ich wollte das Thema zuerst nicht bringen. Nein, nicht das Osi/Villiger - "jetzt machen wir alles besser, als damals bei der Swissair" - Duo. Es liegt mir auf dem Magen, da diese Thematik bei uns in Langenthal schon seit Jahren gärt. Die Burgdorfer PNOS'en-Demo.

Da fragt sich doch allen Ernstes ein Redaktor ohnmächtig bei der Berner Zeitung, während einer ganzen Kolumne lang, warum und wieso es nun zu dieser ungemütlichen Situation gekommen sei, die da am nächsten Wochenende betreffend der PNOS-"nun-nur-noch-Platzkundgebungs"-Demo entstanden ist. Die Begründung wird einerseits richtigerweise darin gefunden, dass hier extremistische Gruppierungen (von links und rechts) mit den demokratischen Grundgesetzen Katz und Maus spielen, indem sie daraus nur Teile, die ihnen passen, akzeptieren und respektieren wollen. Die PNOS beruft sich zum Beispiel auf die Versammlungs- und Meinungsfreiheit, missachtet aber in ihren Forderungen, die sie am Sonntag und auch sonst kundtun wollen, mehrfach Menschenrechte erwiesenermassen auch durch die zahlreichen Verletzungen des Anti-Rassismusgesetzes belegt, welche gehäuft zu Verurteilungen innerhalb der PNOS-Aktivisten führte und dann irrsinnigerweise als Grund für die Bewilligung der "Demo" aufgeführt wird... verkehrte Welt. Die Linksautonomen ihrerseits werden wohl eine unbewilligte Gegendemo abhalten und wissentlich nicht vor Gewalt zurückschrecken, falls es zur Konfrontation mit den PNOS kommen sollte. Was die Polizei nun tunlichst zu vermeiden hat - indem sie mit einem massiven Aufgebot die Gruppen voneinander fern hält, was schlussendlich vor allem eines bedeutet: massive Kosten für die Steuerzahlenden.

Auf der anderen Seite, auf der Frage nach der Ohnmacht und warum es so ein grosses Ding wurde, das Burgdorf nun am Sonntag bevorsteht, nimmt sich die BZ selbst zu sehr aus dem Schussfeld raus. Man kann - Naivitäten mal weggenommen - nicht am Samstag eine Seite seiner Zeitung mit einem riesigen Bericht füllen, wie schlimm es laut aller StadtpolitikerInnen mit dieser Demo sei, darin schreiben, die Gruppen dürften nicht über Internet mobilisieren und sich dann wundern, dass nun enorm - über alle Kanäle inkl. Facebook, Internet, Pipapo - von links bis rechts am kommenden Sonntag nach Burgdorf mobilisiert wird, so dass schlussendlich gar der hier schreibende Blogger das Gefühl hat, sich dazu noch äussern zu müssen.

Die PNOS totschweigen ist nicht richtig, das stimmt schon. Die PNOS derart in die Zeitung zu heben, wird aber deren Bedeutung auch nicht gerecht. Die PNOS ist eine Randgruppe - um nicht zu sagen eine Gruppe derer, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen. Gesamtschweizerisch ist sie politisch völlig unerheblich, was nicht heissen soll, dass wir hier im Mittelland (insbesondere im bekannten geographisch braunen Dreieck) nicht ein grosses Problem mit den Rechtsextremen hätten, welches es präventiv anzugehen gilt. Wichtiger als die Frage danach, wieso die PNOS hier entstand und warum sie heute gewählt wird, erscheint doch die Hauptfrage, warum überhaupt wird ein Jugendlicher oder eine Jugendliche (rechts)extrem? Wenn es uns gelingt, dass wir es gesellschaftlich so hinbekommen, diese Tendenzen oder Ursachen zu mindern, dann wird auch der Nährboden für extremistische Gruppierungen genommen. Antworten auf die Fragen, wieso, gibt die neueste Nationalfondsstudie: NFP 40+. Heute sind gewisse Organisationen erpicht darauf, gewissen suchenden Schülerinnen und Schüler zu geben, was diese verlangen: Geborgenheit, Schutz, Freundschaften, Anerkennung. Das spricht an und da nehmen einige gerne in Kauf dafür als Gegenleistung in Glatzen oder mit Schweizer Fahnen umherzugehen und sich Geschichten über eine bessere Heimat und Zukunft anzuhören.

Die PNOS bekämpfen wir nicht mit einer Gegendemo oder einem hysterischen Aufschreien in Zeitungen, sondern dadurch, dass wir die Lücken unserer sozialen Gesellschaft so schliessen, dass niemand das Gefühl in der Schweiz haben muss, dass ihm der andere etwas weg nimmt, was ihm nicht ehrlicherweise auch zusteht. Mit diesem Weltbild und auf diesem Hintergrund basierend verliert jegliche Rhetorik Rechtsextremer die Bedeutung und ist schliesslich nur noch eines: Lächerlich.

Dienstag, 3. März 2009

Däudäpp hat mir geflüstert

Das Langenthaler Tagblatt hat scheinbar einen sehr guten Draht zu unserem Fasnachts-Vogel "Däudäpp". Auf alle Fälle berichtet dieser täglich und kolumnenweise über die hiesige Fasnacht. So auch heute Folgendes:


Doch nicht nur der Tägu hat einen guten Draht zu unserem hiesigen Vogel. So flüsterte mir dieser heute beim Vorbeigehen Folgendes:

Dr Däudäpp meint:

Früecher hei d Redaktore vom Tägu no in Langetu gwohnt,
da heisi scho gwüsst, wo die beschti Fasnacht thront.
Hüt chöme si usem Oschte, Süde u Weschte vor Schwiiz,
und es tüecht se de aube ganz ohni Witz,
"Uhhh i wett doch - statt hei - o no chli bliiibe,
u no e bitz feschte, nach au däm Schriibe."

"Mir chönte doch zäme im Büro übernachte,
de chöimer no lang bis gäge Morge ine Fasnachte."
Gesagt getan - chöme si aui mitem Schlafsack derhär,
tüe chli wüud und heis cheibe luschtig de när.
Am nächschte Morge isch d Putzfrou ganz erstuunt,
die sie jo aui für einisch scho do & ganz guet gluunt.

Fazit:
Wenn das nur immer so wär bim Tägu mit dere guete Idee -
de wüsste sie zwüschdüre äuä o Bessers z'schribe.

Montag, 2. März 2009

Langetu Fasnacht

Do you know this guy? - via Päng

Es gibt Dinge, die lassen sich einfach nicht beschreiben. Ohne Worte über der Hälfte eines menschlichen Körpers schon gar nicht. Wie soll ich sagen: Die Fasnacht in Langenthal haut mich einfach mal für mal aus den Socken. Auch dieses Jahr: Einfach geil.
Ich wollte ja eigentlich mit dem Vorsatz ins närrische Treiben einsteigen, dass ich da ab und an Bilder schiesse und via Handy in dieses Gefäss lade, doch mit Ausnahme eines Versuches ging der Rest ob Musik und Al...lerlei anderem vergessen. Ich gehöre halt (trotz vieler Liebesmühe) nicht wirklich zur Generation mit digitalem Fotoapparat, welche Bilder- und andere Sessionen ins Facebook laden - obwohl ich dort drin nun auch schon Fasnächtliches von mir entdeckte - bloggen reicht.

Jetzt verbleiben noch heute und morgen Dienstag, um die fünfte Jahreszeit zu (über)leben. Trotzdem ist dies hier schon fast ein kleiner Rückblick. Zumindest auf die Fasnachtszeitung. Ja. Ich war dort auch drin. Oh Wunder. ;-) Verschiedene Personen wurden als Mikes tituliert und porträtiert (siehe Foto oben). Dann kam selbstverständlich diese Episode aus dem letzten Jahr:

Das wusste ich, weil ich freundlicherweise eingeladen wurde, das Foto zur Verfügung zu stellen, das Priska machte. Und schliesslich noch dies:

;-) Hehehe.

(c) alle Scans via Päng.