Samstag, 28. Februar 2009

Mittwoch, 25. Februar 2009

Diskussionsgruppe um neues Finanzsystem?

Der Bundesrat hat - insofern ich die Radiomeldung richtig verstanden habe - eine Gruppe einberufen, welche ein alternatives Banken- und Finanzsystem in Diskussionen durchdenken soll, welche auf dem Prinzip des Bankgeheimnisses aufbaut. Er würde sagen, die Käseglocke durchstossen. Gibt es diesen Durchbruch nun wirklich? Falls ja, was dürfen wir davon überhaupt erwarten?

Auf der Suche nach der Info (die ich dann nicht bestätigt fand) fiel mir auf, wie viele Medienmitteilungen da an einem ganz normalen Mittwoch aus der Bundesverwaltung flattern. Wahnsinn. Da wird wohl wirklich gaanz viel gearbeitet.

Bei der Medienmitteilung zur Wahl von André Blattmann als CdA (Chef der Armee) blitzte eine beinahe fasnächtliche Episode (next Weekend) in meinen Gedanken auf. Am Züpfe-Zmorge anno dazumals 2008 noch in der Chauteli in Roggwil, als CDU-Stoiber referierte, trafen Oberleutnant Priska Grütter und Soldat Reto M. auch auf den damaligen noch CdA ad interim Blattmann. Die beiden höheren AdA's haben sich gut unterhalten, bis die Frage des CdA kam: "Waren Sie dieses Jahr schon im Wk?"
Antwort der Subalternen:
"Ja, wir waren in diesem Zecken-Wk."
Beiderseitig wurde das Gespräch nett zu Ende geführt. Die Handynummern haben wir dann trotz aller Sympathien nicht ausgetauscht. ;-)

Narrenpostille des Tägus

Bildquelle: Langenthaler Tagblatt, heute

Das Langenthaler Tagblatt lieferte heute mit der Zeitung seine Fasnachtsbeilage mit. Wunderschön gezeichnet wurde darauf (denke von Uhlmann) und darin vom bereits blogbekannten Käru das Bild einer (fiktiven) neuen Eishalle, welche künftig mit dem Stadion zusammen im Dreilinden Langenthal einen riesigen Sport-Kultur-Event-Tempel abgeben solle. Dabei kriegen etliche Personen in und aus Langenthal ihr fasnächtliches Fett weg.

So schreibt Käru über dieses Blog und dessen Betreiber:
"Dank seinen guten Kontakten zum SC Langenthal wurde Käru als einziger Vertreter der schreibenden Zunft in die illustre Schar aufgenommen und kann daher exklusiv und unzensiert über das Geheimtreffen berichten. Damit kommen die Leser der Tägu-Narrenpostille in den Genuss von Informationen, die noch nicht einmal im Blog von Reto Müller stehen. Zwar war dieser selbstverständlich bei der Versammlung dabei, doch wurde er unter Androhung einer kombinierten Zecken-Bananenattacke zu Stillschweigen verpflichtet. "

;-) Die 5. Jahreszeit fliegt uns entgegen und bestimmt stimmen alle mit mir überein, dass Langenthal halt die beste Fasnacht aller Fasnachten hat. Das wird ein Wochenende! Käru bezieht sich in der Konsequenzenandrohung meines vermeintlichen Stillschweigens übrigens hier- und hierauf. Ja. Normalerweise reicht weniger, um mich zum Schweigen zu bringen. Ich nehm' auch Geld. ;-)

Dienstag, 24. Februar 2009

Wie halte ich eine Homepage lebendig & aktuell?


Heute Abend las ich auf der Traktandenliste eines Think-Tanks der SP Region Oberaargau unter anderem die Frage: "Wie halten wir unsere Homepage lebendig und aktuell?"

Nun. Ich habe den Damen und Herren der regionalen SP nun mal einen Blog drauf installiert und hoffe, dass er bald rege genutzt wird. Das war meine konkrete Antwort. Sobald das Tool oft genutzt wird, kommt's dann auch direkt auf die Hauptseite. (Oft muss ja nicht zwangsläufig nach meinen Massstäben bemessen werden.)

Vergleicht man den jetzigen Traffic auf SP-Oberaargau.ch mit dem dieser bescheidenen Bloghütte, so wäre ein reges Schreiben der regionalen SPler angezeigt. Ich denke es ist das einzige Mittel gegen langweiliges internetes Mittelmass. Oder gibt's andere Ideen und Vorschläge für unsere regionale Seite? Ich bau' sie gerne ein.

Montag, 23. Februar 2009

Hat die JUSO Initiative eine Chance?



Die JUSO lancieren eine Volksinitiative. Der Zeitpunkt ist bestimmt sehr stimmig.
Die Volksseele wegen managender Abzocker, Steuerhinterzieher und/oder -betrüger, 10 Fränkli-UBS-Aktie, etc kocht. Das Anliegen, dass der höchste Lohn maximal das 12-fache des Mindestlohnes in einem Unternehmen betragen kann, darf man sich aus meiner Sicht durchaus überlegen. Heute gibt es (einige einzelne) Manager, welche so viel im Jahr verdienen, wie ein normaler Arbeiter sein Leben lang nie. In Sachen gutes Timing lässt sich zudem schelmisch bemerken: In verschiedenen Kantonen finden für verschiedene JUSO Exponenten Wahlen statt... etc.pp. den Rest denken wir uns. Doch passt alles zusammen. Clever gemacht. Nun.
Wie dem auch sei. Für uns heisst das vor allem eins: Unterschriften sammeln. Wenn die JSVP Referenden zustande bringt, so müssen wir - auch wenn es um die doppelte Menge geht, - genügende Unterschriften für eine Initiative zusammen zu bringen. Alles andere wäre sonst nur eines: unglaublich unglaubwürdig, da man dann tatsächlich von einem Wahlgag sprechen müsste und dadurch extrem peinlich.
Es geht um die Sache und das ist auch ein Risiko. Denn ob die Idee beim Volk auf Grund der relativ massiven Forderung nach einem Eingriff ins kapitalistische System ankommt, werden wir erst auf der Strasse feststellen. Aber vielleicht muss man das Umdenken in den Firmen auch vom Volk aufzwingen. Ich unterstütze die Initiative und geh' auf die Strasse. Bald...

Mehr Infos: SDA via 20min

Sonntag, 22. Februar 2009

Der Konjunktiv im Bankenwesen

Nachdem mich die Schreibenden der lokalen Holzmedien ja des Vielschreibens auf Grund von Langeweile bezichtigten, hütete ich mich davor, dieses Wochenende viel in diesem Medium zu hinterlassen, da ja sonst der Eindruck entstehen könnte, dass ich mich am Wochenende schier endlos langweilen würde, obwohl ich mit Exponenten von Medien, die aber bestimmt ungenannt bleiben wollen, am Wochenende an einer Party war, die das Gegenteil belegen könnten. Aber da wir ja nicht nachtragend sein wollen, sei mir dieser Eintrag verziehen. ;-)

Es gibt tatsächlich wieder Dinge in dieser Welt, die mich bewegen und über die ich staune und berichte. Da verhilft eine grosse (mittlerweile unter anderem staatlich finanzierte) Bank reichen Menschen im Ausland zum Steuerbetrug - und dies scheinbar - fairerweise unbelegt muss man anmerken - mit System - und wir wundern uns, dass sich die Amerikaner nun darüber aufregen, dass dies in der sauberen Schweiz möglich ist und schlussendlich das Bankgeheimnis in Frage stellen. Jahrelang war Steuerhinterziehung oder Steuerbetrug auch innerhalb der Schweiz politisch absolut kein Thema. Lieber wurde über den IV-Missbrauch gewettert, der aus meiner Sicht ebenso schlimm ist, als darüber, dass nicht nur im Bereich der sozialen Unterstützung, sondern auch am anderen Ende der Skala scheinbar massiv Geld missbräuchlich vom oder am Staat vorbei geht. Hört man heute Zahlen, welche von 1 - 2 Billionen Franken sprechen, die scheinbar ohne Wissen des Fiskus' auf unseren Banken lagern und somit die Hälfte des Gesamtvermögens ausmachen, so könnte einem - dürften diese Gerüchte stimmen - schwarz ob allen Schwarzgeldes vor Augen werden, denn falls solche Informationen tatsächlich zutreffend sein sollten, basiert unsere heutige Geldwirtschaft auf Betrug. Auf einem Betrug ohne welchen sie gar nicht so gross hätte werden können, so würde sie auch zusammenbrechen, falls auf einmal all diese Gelder eingezogen würden.

Zum Glück scheinen meine Gedanken im Moment nur im Konjunktiv möglich zu sein, denn eigentlich hoffe ich, dass es nicht (alles) wahr ist, was man im Moment hört. Aber ich frage mich auch, wann denn endlich das Umdenken stattfindet, von dem man nun seit Anfang dieser sogenannten Finanzkrise spricht.

Brauchen wir das Bankgeheimnis wirklich?
Oder brauchen wir es nur zu unserem Schutz, damit wir weiterhin mit dem Konjunktiv leben können?

Freitag, 20. Februar 2009

Aus dem Nichts schreiben: Müller for President

Die Berner Zeitung (BZ) versuchte heute wohl in einem einzigen Artikel (siehe links) das aufzuholen, was das Langenthaler Tagblatt (mit Käru vor allem) vorgelegt hatte. Ich habe den Artikel erst heute Mittag bemerkt und konnte es deshalb nicht zusammen mit dem LT-Artikel kundtun.
Resultat ist ein witziger und des Zynismus nicht entbehrender Kommentar über mein Bloggen. Darin kommt stark die Hoffnung zum Ausdruck, dass ich doch Präsident der SP Langenthal werden solle, damit ich beschäftigt sei und nicht noch mehr bloggen könne. Begründet wird, dass es mir - da ich nun nicht mehr Stadtratspräsident bin - scheinbar langweilig geworden sei und ich nun deshalb so viel "Nichts" oder "aus dem Nichts" blogge. Gut realistisch gesehen, mag das Nichts stimmen, aber sonst entbehrt dieser Wunsch jeglicher Grundlage:
2008 bloggte ich als Stadtratspräsident 405 Artikel. Im Tagesschnitt sind dies 1.1 Artikel. 2009 bloggte ich bislang 49 Artikel in 51 Tagen. Das ist ein Tagesschnitt von 0.96 Artikeln. Will heissen, seit ich nicht mehr Stadtratspräsident bin, blogge ich weniger. ;-) Würde in der Logik des Kommentars bedeuten, dass ich als SP-Präsi noch mehr bloggen würde, als jetzt. "Hilfe! Rettet die BZ vor Müllers Blog. Wählt ihn nicht."
Der Kommentar ist ganz nach meinem Bloggeschmack. Mit einer guten Prise Zynismus gewürzt und die Sache nicht allzu ernst nehmend. Ich frage mich einfach jeweils, ob die Menschen, welche nun in der Zeitung über mein ab und an auch zynisches Schreiben hier erfahren, dies auch in diesem Sinne auffassen. Meine Blogüberschrift heisst nicht umsonst: "Die Leichtigkeit des Wahns. Leben und Denken in einer mittelländischen Kleinstadt." Im Blog ist es mir egal, ob und wenn sich die Leute nerven, denn sie müssen ja nicht hierhin kommen, wenn sie mein Geschreibsel nervt. In der Zeitung ist es aber 'was anderes. Und da könnte ich mir durchaus vorstellen, dass nicht alle begreifen, warum ich ein Mitteilungsbedürfnis habe. Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass dieses Medienecho über mein Bloggen nicht nur positive Reaktionen bei anderen Politikerinnen und Politikern hervorruft.
Deshalb mein Fazit:
- Bloggen ist (wie bereits mehrfach erwähnt) für Politikerinnen und Politiker ein Spiel mit dem Feuer. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist es das direkteste aller Mittel, um zu Rückmeldungen, Themen und Diskussionen zu kommen.
- Politikerinnen und Politiker Langenthals: Beginnt zu bloggen, damit wir uns diesen "Ruhm" endlich teilen können.
- Eventuell gefährde ich jetzt oder eines Tages mit Bloggen meine "politische Karriere". ;-) Aber wie sagte schon Roger Schawinski: "Who cares?"
PS: Danke B-Zät.
PPS: Normalerweise haben Holz-Berichterstattungen über meinen Blog in den Auswirkungen der Lesezahlen nur einen äusserst geringen Einfluss. Erstaunlicherweise. Daraus liesse sich ein böser Kommentar über die Wirkung von Zeitungen im Internet oder aber auch über das öffentliche Interesse an meinem Blog ableiten. Lassen wir's mal sein...

Aus dem Nichts schreiben: Heisser Kandidat.


Nun doch noch das Rätselraten um unser neues SP-Präsidium im Langenthaler Tagblatt.
Ich, die Zukunft?
Es ist fast ein wenig zu viel des Ruhmes, das der Autor auf mich herabprasseln lässt. Zumal man bedenken muss, dass egal wer das Präsidium übernehmen wird - stadtbekannt oder nicht - immer noch eine Partei lenkt, welche aus historischer und aktueller Sicht geprägt von Heterogenität, Grösse und Struktur nicht einfach agil, wendig und "jung" zu leiten ist, beziehungsweise auf einmal völlig anders daherkommt, als bis anhin.

Wie dem auch sei. Das "Robotbild" scheint für mich auf alle Fälle auf einen Mann mit Glatze hinzudeuten. Davon hätten wir auch, diese werden aber keines Wortes erwähnt.

Ist das eventuell meine Zukunft? Genetische Vorbelastungen wären durchaus im Stammbaum (ja, ich geb's zu, der Cousin ist bei der CVP...) auszumachen, obwohl meine Haare diesen bisher trotzten - wenn auch nicht gänzlich. Sicher ist: Das Rätselraten geht weiter.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Aus dem Nichts schreiben.

Wenn du am Vortag vom Schreibenden eines Holzmediums einen Anruf erhältst, öffnet sich die Zeitung am Morgen mit einer gewissen Neugier und obwohl du rein gar nichts inhaltlich zum Gefragten sagen konntest, bleibt dann jeweils doch die Frage offen, ob es dem Journalisten trotzdem gelang, aus dem scheinbaren Nichts etwas zu schreiben - was erstaunlicherweise oft doch gut gelingt und von journalistischer Qualität zeugte.

Auf die (erneute) Frage gestern, wer denn nun Präsident oder Präsidentin der SP Langenthal werde, konnte ich nur mit der Antwort des Vorstandes aufwarten:
"Es werden keine weiteren Namen genannt. Die Hauptversammlung wird Ende März den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin wählen. "
Da sich scheinbar alle Angefragten an diese Sprechregelung gehalten haben, findet sich in der heutigen Zeitung kein Artikel. Schliesslich wäre es aus meiner Sicht auch vermessen der Hauptversammlung - respektive den Parteimitgliedern - ein neues Präsidium mittels Presse zu präsentieren. Die HV ist das oberste Organ. Sie soll entscheiden.
Das mag einige Pressemenschen von heute schon sehr erstaunen. Die SPL machte in Sachen Kommunikation in der Vergangenheit (wenn wir das mal SWOT-mässig als Weakness einstufen möchten) für mich nicht gerade den geschlossensten Eindruck. Aber darin und insgesamt in der gesamten Medienarbeit mache ich für heute und in Zukunft ein grosses O für Opportunities (wiederum SWOT) aus. Das Potenzial hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Medien haben wir noch nicht ausgeschöpft, aber es ist ein sehr gutes Zeichen, dass wir nicht mehr häppchenweise und bruchstückhaft kommunizieren, wie das - leider aus meiner Sicht - auch schon der Fall war.

Der nachfolgenden Bitte auf die Frage nach dem Präsidium, ich solle doch mal darüber bloggen und meiner Entgegnung, dass es halt mit diesen Blogs relativ fies und einseitig sei, da ich nur das Bloggen könne, was ich wolle, bin ich nun auf alle Fälle doch nachgekommen. Wir wollen ja niemanden verärgern. Die Medien schon gar nicht.
Was mich wiederum auf die Tatsache brachte, dass ich durchaus auch offen für Vorschläge und Anregungen bin, worüber ich bloggen solle, bzw. worüber ihr meine Meinung hören möchtet.

Vielleicht lässt sich doch die Qualität steigern, wenn ich - als Ungeübter - nicht versuche aus dem Nichts zu schreiben.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Amnestie für müde Politiker

Die Geschichte scheint bekannt:



Die Grippe bzw. deren Mittel hatte ihn dahingerafft. Scheinbar. Oder war's doch der Rotwein, woran er aber laut eigenen Aussagen nur nippte? Oder vielleicht die Mischung der Ingredienzien?
Seine politische Karriere ist auf alle Fälle erkrankt - in japanischen Verhältnissen beklagt wohl todkrank. Aber ich sage euch eins: Hätte man mich gestern nach einer Sitzung noch vor eine Kamera geschleift, ich hätte nicht unweigerlich viel besser ausgesehen. Und ich hatte - zugegebenermassen - nur an einem 3dl-Bier genippt.... bis es leer war. Gut - ich kann mich darüber hinweg trösten, dass alles freiwillig ist, was ich tue und ich jederzeit damit aufhören kann. Im Umkehrschluss wäre es dasselbe Resultat wie nun für Herrn Nakagawa, wenn auch nicht auf derselben Ebene.

Schlussendlich bleibt wohl doch nur die Frage, ob wir einen Finanzminister dulden würden, welcher uns in diesem Zustand durch die Finanzkrise führt. Hicks... Schnarch.

Ansonsten fordere ich eine Amnestie für alle müden Politikerinnen und Politiker. Die tun teilweise mehr, als man ihnen zutraut. ;-)

Gute Nacht.

Dienstag, 17. Februar 2009

Was tun die SBB?

Das kann man sich auf der Strecke Langenthal, Herzogenbuchsee, Wynigen, Burgdorf, Bern durchaus als einfacher Nutzer fragen. Da wird berichtet, die Bahn sei so gut genutzt, wie nie zuvor. Da wird gestöhnt, die Züge seien voll wie nie und trotzdem schafft es die SBB in regelmässigen Abständen Zugsverbindungen auf unserer Strecke nach und von Bern zu streichen.

Dem fielen bereits die Intercity-Halte morgens und abends zum Opfer und nun neuerlich zwei Verbindungen in der Nacht. So fällt jener Schnellzug von Sonntag bis Donnerstag weg, der 00.10 Uhr von Zürich und auch vom Flughafen her die letzte Verbindung in den Oberaargau garantierte. Ab Bern ist der Zwischenzug 22.39 Uhr in den Oberaargau gestrichen.

Die SP Oberaargau reagierte und sammelt seither Unterschriften für die Wiederbringung der "verlorengegangenen" Verbindungen. Stadtrat Hanspeter von Flüe reichte eine Interpellation mit diversen Fragen zum Thema ein. Siehe da, der Gemeinderat reagierte mit Fragen an den Regierungsrat. Der Ball landet also bei der Verkehrsdirektion von Frau Barbara Egger-Jenzer (SP). Anstelle des Schreibens von Briefen und dem Weiterleiten des "Pucks" an die nächsthöhere Stelle, was einigen Räten auf Seiten der FdP bereits Frohlocken entriss, wäre vielleicht auch angebracht, die Rolle der Regionalen Verkehrskonferenz zu überdenken. Böse Zungen behaupten nun bereits, dass einige Exponenten der RVK lieber für den Autobahnzubringer in den Oberaargau wettern, als sich für nützliche Zugsverbindungen in unsere Region einzusetzen, denn deren Aufgaben umfassen gemäss Homepage:

Die RVK 2 hat einen gesetzlichen Auftrag. Sie erfüllt gemäss Art. 16 des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr folgende Aufgaben:
a) Erarbeitung regionaler Angebotskonzepte als Grundlage für die mittelfristige Angebotsplanung des Kantons
b) Mitwirkung bei der Investitionsplanung des Kantons
c) Vorbereitung und Begleitung von Tarifverbunden
d) Vorbereitung von regionalen Zusatzangeboten
e) Koordination von Individual- und öffentlichem Verkehr
f) Mitwirkung beim Erlass der Ausführungsbestimmungen über das
Angebot des öffentlichen Verkehrs und über die finanzielle Beteiligung der
Gemeinden
g) Stellungnahmen zu weiteren verkehrspolitischen Fragen

Einsitz haben viele Gemeinden des Oberaargaus und etliche Berater.



Wir werden sehen, was es der Region bringt. Jedes Zeichen ist hoffentlich ein
Schritt in eine gute und nachhaltige Anbindung unserer Region,
ob sie nun aus der Petition der SP Oberaargau, der Interpellation von Hp. von Flüe (SP), dem Brief des Gemeinderates Langenthal oder den Bestrebungen der RVK
entwächst.
Aber wenn wir schon am Jammern sind, liebe SBB. Baut uns doch
endlich einen schönen Bahnhof! Die Motivation unserer Exekutive zur
Umgestaltung des Bahnhofplatzes würde dann sicher auch steigen.

Und dann noch dies, liebe Presse: Eine Berichterstattung über die Bestrebungen der SP Oberaargau oder die Interpellation von Hp. von Flüe wäre nett.

Montag, 16. Februar 2009

Provokationen überall

Provokation scheint in Langenthal nicht nur mehr ein Anliegen der Kunst zu sein. Der neue Stadtratspräsident Daniel Rüegger, EVP, musste sich zu mehreren Fragen in dieser Richtung im samstäglichen Tägu (Langenthaler Tagblatt) äussern.

Erste Frage - allen Ernstes - war doch:
"Daniel Rüegger, wann beginnen Sie zu bloggen? Ihr Vorgänger als Stadtratspräsident ist in der Stadt ja ein bekannter Blogger."
Ich lasse diese provozierende Frage einmal unkommentiert, im Wissen darum, dass die geneigte Leserschaft weiss, dass ich nicht mit Bloggen begann, weil ich Stadtratspräsident war, wurde, oder was auch immer..., das mit dem Amt überhaupt nichts zu tun hat und bestimmt nicht ein Zwang für meinen Nachfolger besteht, mir irgendwas gleich zu tun (wenn schon soll er besser machen, was mich manchmal nur "halbpatzig" gelang) und überhaupt wohl die Hälfte der Leserschaft gar nicht weiss, was ein Blogger ist. Vielleicht. Was das bekannt wiederum in ein ganz anderes Licht rückt. Vielleicht haben die plötzlich das Gefühl, es sei im Englischen von Blocher abge.... ach, verwerfen wir diesen Gedanken ganz schnell wieder.

Weitere Fragen wurden zum Diskussionsstil und der stadträtlichen Ratskultur gestellt:
So zum Beispiel:
"Was ist der Grund, dass man eher etwas härter und aggressiver diskutiert?"
Die Antworten von Daniel Rüegger - überhaupt - sind sehr gut. Doch hierfür möchte ich noch einen weiteren Grund angeben. Würden die Zeitungen (BZ und LT) nicht nach jeder Sitzung die originellsten, härtesten, witzigsten Zitate mit der Kolumne "Ratssplitter" oder "O-Ton" belohnen, so wäre ein grosser Teil des Problems, sich aufspielender Politiker (es betrifft meist nur die Männer) erledigt. Somit darf diese Frage der Provokationen im Rat nicht bloss nur den Politos angelastet werden.

Aber es stimmt schon. Einige unserer Politiker sind wirkliche Provokationskünstler (meinereiner in Sachen auswärtige Dörfer u.a. nicht immer gänzlich ausgenommen) und stehen den Ausstellungsstücken oder -machern im Kunsthaus hinsichlich der Wirkungsabsicht manchmal in nichts nach.

In diese Richtung wäre eventuell auch zu überlegen, wie der neueste und erneute Leserbrief eines (nicht an den Diskussion des Kunsthauses anwesenden, aber aus eben dieser Diskussion zitierenden) Stadtrates in der heutigen Ausgabe des Langenthaler Tagblattes hinsichtlich der öffentlichen Meinung und Diskussion um die "Affäre Kunsthaus" zu verstehen ist. Wie wir aus einem O-Ton wissen, bezieht er seine Infos u.a. auch hier, was mich eventuell einer Mittäterschaft überführt?

Ich denke mir meine Meinung (ohne sie für einmal nieder zu schreiben), da ich ja nun hier in diesem Blog wirklich nicht provozieren möchte. ;-)

Ich verbleibe mit den Fragen:
- Sind Politik und Provokation gänzlich trennbar? Und wird bei einer Trennung die Politik zwar besser, aber unsäglich langweilig(er)?
- Dürfen wir den Anspruch erheben, dass Kunst uns nicht provozieren darf?
- Darf ich mein Blog nun auch Kunst nennen?

Samstag, 14. Februar 2009

Ego-Interview

Was wäre, wenn ich nicht wüsste, was ich bloggen sollte?
Ich würde nicht bloggen.
Warum begann ich im August 2007?
Einfach so und weil ich zwei äusserst interessanten Bloggern (welche mir erstmals erklärten, was Bloggen ist) begegnete.
Warum schrieb ich dieser Tage so wenig?
Weil es kaum von öffentlichem Interesse ist, wie viele Nastücher ich in der Stunde vollrotze.
Was würde ich tun, wenn das hier niemand lesen würde?
Weiterschreiben...

P.s. Habt ein schönes und erholsames Wochenende da draussen in der realen Welt.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Mittwoch, 11. Februar 2009

Onyx-Gelder. Fragen im Blog. Antworten in der Zeitung.

Bild: Berner Zeitung, gestern

Wenn du als Politiker in Langenthal Fragen hast, so kannst du sie auf der Verwaltung abklären oder du schreibst eine Interpellation und reichst diese ein oder du schreibst die Fragen in dein Blog und erhältst die Antwort aus der Zeitung.

So auf alle Fälle kommt es mir bei der Berichterstattung der Berner Zeitung zu den Finanzvermögen der Stadt und Dörfer der Region nach/während der Finanzkrise vor. Das kann einerseits natürlich bloss meiner Einbildung entsprechen, welche dem Blognarziss im Innersten bezüglich einer möglichen öffentlichen Themensetzung schmeichelt. Denn es kann ja gut sein, dass in etwa zur gleichen Zeit auch ein Journalist auf die Idee kommt, bei den Gemeinden nachzufragen, wie denn das mit der Kohle in den Kellern im Moment so in etwa aussieht.

Meine vorbereiteten Interpellationsfragen (hier angetönt) waren:

1. Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise, bzw. der Börsenkurszerfall auf die Vermögen der Stadt Langenthal?
2. Ist die damals gewählte Finanzstrategie des Gemeinderates - auch aus heutiger Sicht betrachtet - sinnvoll?
3. Welche Schritte hat der Gemeinderat eingeleitet, damit ein Verlust nicht realisiert werden muss, bzw. der Gemeinderat die Krise kontrolliert und nicht umgekehrt?
4. Gibt es Anzeichen, dass die sogenannte Finanzkrise in Langenthal sonstige Auswirkungen haben könnte? Bzw. wurde der Gemeinderat bereits von Unternehmen um jedwelche Unterstützung angefragt?

Ein Thema, das auf alle Fälle interessiert. Nach wie vor. Eigentlich hab' ich's ja nur gebloggt, damit nicht plötzlich ein/e andere/r Stadtrat/rätin auf die Idee kommt, so etwas zu fragen, denn die Antworten werden - wie bereits öfters geschrieben - bei Rechnungsabschluss geliefert. Zudem: "Mein" Thema. ;-) Nun. Einige Fragen sind nun in dem sehr guten Artikel der BZ geklärt worden, andere werden bestimmt noch auf den Tisch gelegt und beantwortet werden. Das geht schneller, als die Antworten auf die Interpellation kämen und ist deshalb ein Grund, weshalb ich es nicht einreichte.

Bild: Berner Zeitung, heute
(es ist kein Scan - sorry - nur ein Handyfoto. Kauft die BZ, wenn ihr's lesen wollt. Btw das Foto von EVP-Präsident Daniel Steiner dünkt mich etwas alt - das sollte man mal erneuern.)

Sehr Freude hatte ich heute auch an der Antwort der SP-Präsidentin Nathalie Scheibli im Folgeartikel, was lokale PolitikerInnen denken: Sie sagte, man solle Ruhe bewahren, man sei das Risiko eingegangen und habe die Krise nicht absehen können, die Stadt dürfe nicht sparen, sondern müsse weiterhin investieren. Das unterstütze die Gewerbe und erhalte Arbeitsplätze.
Das trifft meine Meinung und ist eine starke Aussage der SP - nebst dem "Wischi-waschi-man-sollte-könnte-müsste" von einigen anderen Parteien - realistisch, klar und kräftig.

Nun würde mich zum Abschluss - obwohl es ja bloss um die Sache geht - eigentlich schon noch interessieren, ob die Idee zum Artikel hierraus kam oder es bloss ein Zufall war...
(anonyme Geständnisse wären per Kommentar erlaubt ;-) ich gebe meine Medienquellen ja auch an.)

Dienstag, 10. Februar 2009

Was darf Kunst?


Beziehungsweise was darf Kunst im Kunsthaus Langenthal, waren heute die Fragen am Podium anschliessend zur Hauptversammlung des Kunstvereins. Versammelt war eine "Dienstags-Club"-Runde gemäss Moderator und ehemaligen Kunstmuseumsdirektor Reichenau, welche sich grundsätzlich einig, bzw. aus demselben Metier war. Diskutiert wurde auf einem hohen Niveau, was Kunst grundsätzlich dürfe und wie beide sogenannten Kunstskandale Langenthals, welche auch in diesem Blog für Echo sorgten - das Kunstminarett und das Porzellanhakenkreuz - verarbeitet respektive in der Bevölkerung diskutiert wurden oder werden sollten. In der Versammlung waren sich eigentlich auch die meisten, ob der gehörten Definitionen und verschiedenen Auffassungen einig.
Nicht ganz so souveräne Aussagen, gab's aber auch meiner Sicht schon, wonach man zum Beispiel nie und nimmer erwartet hätte, dass beide Installationen derartige Reaktionen hervorrufen würden oder auch dass man sich wunderte, dass politisch motivierte Installationen auch politische Reaktionen hervorrufen. Etwas ehrlicher fand ich da die Aussage, dass so ein kleiner Skandal einem kleineren Kunsthaus auch nicht schaden könne, was die Eintritte und das schweizweite Renomée betreffe, was mich übrigens weder stört, noch ich als Vorwurf erachte.

Ich äusserte mich nicht, denn ich hüte mich Politik mit Kunst zu vermischen, wenn es um Beurteilungen geht - welche die Volksseele (die in Satiresendungen auch schon mal kunsvoll gekocht wird) betrifft. Wenn wir beginnen, als Politiker Einfluss auf die Kunst zu nehmen, dann wird's völlig entartet (der Begriff ist bewusst gewählt). Hernach ist es auch wichtig, dass wir Politiker nicht beginnen, Kunst bewerten zu wollen. Auf der anderen Seite hat jede und jeder eine Meinung zu Kunst - insbesondere wenn sie provoziert - und diese Meinung soll die Person frei äussern können, da diese von der Kunstseite ja auch gefordert wurde und deshalb einen Anspruch hat, ehrlich reflektiert zu werden.

Die Gefahr, dass sich die Politik nun gross in die Diskussion über das Kunst- und Kulturschaffen Langenthals einmischt, besteht aber nach dem heutigen Podiumsbesuchs nicht. Gekommen waren nur 2 Exekutiv- und 2 Legislativmitglieder * - nebst vielen Mitgliedern des Kunstvereins und vereinzelten bewegten Bürgerinnen und Bürgern eine relativ magere Ausbeute...

und da wundern sich Politikerinnen und Politiker weshalb die Menschen nicht mehr an politische Podien kommen. Wir gehen ja selbst nicht hin. ;-)

* (von insgesamt 47 Stadt- und GemeinderätInnen).

Montag, 9. Februar 2009

Also ich versteh's nicht ganz. Tragödie in drei Akten.

Also ich versteh's nicht ganz. Part 1:
Da wird die Personenfreizügigkeit und damit auch die Weiterführung des Weges mit den Bilateralen Verträgen mit grossem Erfolg gestern angenommen und noch am selben Tag spricht die eine Partei weiterhin davon, man wolle die Personenfreizügigkeit bekämpfen und die andere Partei möchte gemäss Pressecommuniqué in näherer Zeit den Beitritt zur EU wieder auf's längerfristige Tapet bringen. Man kann das Kind auch stets mit dem Bade ausschütten. Ich versteh' die Übereile nicht und das obwohl ich Mitglied der nebs und der yes bin. Dass andere auch Mühe mit beiden gezeigten Parteiverhalten haben, bestätigten mir Gespräche mit gemässigten aber parteilosen eher Linksdenkenden.

Also ich versteh's nicht ganz. Part 2:
Die Abstimmung über Stimmrechtsalter 16 in Basel Stadt. 72% sagten Nein. Nein zu einer erhöhten Partizipation von jungen Menschen in unserer Gesellschaft. Nein zu mehr politischer Bildung. Nein zu mehr Engagement Heranwachsender. Warum? Und dann noch weshalb so ausgesprochen deutlich? Da fordern die Erwachsenen immer mehr Einsatz von den Jugendlichen und wollen ihnen aber die Gelegenheiten nicht geben, sich aktiv (und nicht bloss zum Schein) an der Welt zu beteiligen. Schade.
Ein Ablehnungsgrund könnte die schreckliche Farbe auf der Homepage der Befürworter sein. Autsch. Aber sonst spricht doch absolut nichts gegen Stimmrechtsalter 16. Ich hoffe auf den Grossen Rat des Kantons Bern im März. Die erste Hürde hat er ja bereits mit Bravour - aber im Windschatten revolutionärer Glarner Ereignisse - genommen.

Also ich versteh's nicht ganz. Part 3:
Da gehen in Nidwalden bereits 80% der Kindergartenkinder freiwillig 2 Jahre in die "Schule" und trotzdem ist die frühere "Einschulung" und die Ernennung einer Schul-Pflicht ab 5 Jahren für die letzten noch verbleibenden 20% der Hauptgrund, weshalb die Abstimmung über Harmos dort abgelehnt wurde. Und zwar deutlich. Das ist doch absolut verknorzt.
Wie wollen diese kleinen Kantone - welche notabene ihre Lehrmittel sowieso schon von den grösseren kantonalen Lehrmittelverlagen beziehen - denn die Schule reformieren und harmonisieren, dass letzendlich die Jugendlichen profitieren? Weiterhin im Kantönligeist? Wer Nein zu Harmos sagt, geht von falschen Voraussetzungen und nicht mehr aktuellen Weltbildern aus.
In Bern gehen 84% der Kinder bereits freiwillig 2 Jahre in den Kindergarten. Will heissen, dass die Abstimmung auf Grund des absurden WählerInnenverhaltens, das sich auch auch in Nidwalden zeigte, noch lange nicht gewonnen ist. Aufklärung über die Ziele und den Nutzen von Harmos tun dringend Not. Scheinbar springt man nicht nur in Nidwalden und Aargau (Regierungsratswahlen) sehr auf weinende Kinder von Plakaten und Inseraten an.

Sonntag, 8. Februar 2009

Abstimmungsfeste in Bern

Ja, ich geb's zu, den Hauptharst der Feierlichkeiten verpasst zu haben. Aber wer konnte schon damit rechnen, dass das Resultat nach der Auszählung des ersten Kantons bereits um 12.30 Uhr absehbar war und die ganze Auszählung um 14.45 Uhr vorbei ist? Als ich sah, dass bereits Appenzell und zwar das äussere, Ja zur Personenfreizügigkeit sagt, wusste ich, dass wir "Ja-Sager" auf sehr guten Wegen waren.

Trotzdem war's wiederum sehr interessant in Bern und die Gespräche ergiebig.Bild aus dem Restaurant Lötschberg und den Feierlichkeiten der Jugendkampagne von dabei-bleiben.ch - natürlich mit Live-Übertragung und DJ.

Beim SP & Gewerkschaften & Grünen Treffpunkt im Restaurant Zum Äusseren Stand, den Micheline Calmy-Rey zum Zeitpunkt meines Eintreffens gerade verliess - was aber direkt keinen Zusammenhang hat - sah ich im Fernsehen wiederum Bilder aus der Heimat, die mir sagten, dass ich den vorhergehenden Post noch dahingehend korrigieren muss, als dass doch lokale Politiker ausserhalb der FdP in den Abstimmungshallen der FdP dabei waren.

Das ist doch unser aller Chef und Stadtpräsident Thomas Rufener, welcher via Ammann-Hallen über die Grossbildschirme der Schweiz übertragen wird. Was er sagte war erfrischend und ich fand sein Votum sehr gut - aber nicht nur in meinen Ohren in Bern, klang es mehr nach BdP, denn SVP - wie eine spontane Diskussion unter den Anwesenden ergab. Wie dem auch sei. Ich will hier keine grosse Diskussion lancieren darüber, ob es eine SVP-Exekutivmeinung und eine SVP-Legislativmeinung oder gar doch noch eine SVP-Bern-... und eine SVP-Schweiz-Meinung gäbe. Überlassen wir die Chropfleerete dieses Mal wirklich gänzlich der SVP und danken, dass die Abstimmung "am Schärme" ist - unter welchen Hallen- oder Restaurantdächern auch immer.


Als letztes ein Bild des enormen Medieninteresses. Hier rechts die ganze technische "Batterie" des TSR bei den Jugendkampagnen im Restaurant Lötschberg, Bern.

59,6 Prozent Ja.

Ja, ja, ja. Und danke.

Das Ergebnis ist überdeutlich und ich bin dankbar. Ich gebe es zu. So deutlich hatte ich das Resultat nicht erwartet. Ich war geprägt von zahlreichen Leserbriefen mit etlichen Nein's und Internetforen mit teilweise haarsträubenden (um nicht idiotisch zu sagen) Argumenten gegen die Erweiterung oder grundsätzliche Personenfreizügigkeit. Öffentlich wollte ich meinen Pessimismus nicht ausschlachten, aber in Gesprächen mit anderen Interessieren prognostizierte ich 53% Ja (und auch das nicht aus voller Überzeugung).

Nun darf man sich mehr als glücklich schätzen. Der Bilaterale Weg kann fortgeführt werden. Die Zusammenarbeit der Parteien (Ausnahmen sind bekannt), der Gewerkschaften mit den Wirtschaftsverbänden hat Früchte getragen - mehr als nur Äpfel an einem Baum.

Da mutet es schon komisch an, dass ich nun als Langenthaler - das auf Grund der Firma Ammann und dessen Chef heute im Zentrum des SF & DRS-Medieninteresses steht - im Moment auf dem Weg nach Bern bin, um mit den Befürwortern von SP, Gewerkschaften, CVP und den Jungparteien von dabei-bleiben.ch auf den Erfolg anzustossen. Ich kann verstehen, dass die SP mit den Gewerkschaften auf den Erfolg anstossen will, für einmal hätten sich aber auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber am selben Ort treffen können, da sie ja auch für dieselbe Sache kämpften....
Auf der anderen Seite werde ich den Eindruck auch nicht los, dass man in Langenthal "unter sich" FdP-etc-Arbeitgeber und Arbeitgeberverbänden bleiben wollte. Auf alle Fälle haben auch wir "Kleinen" der lokalen SP, aber auch die lokalen anderen Parteien, die ebenso für den Erfolg der Abstimmung kämpften, keine Einladung zum FdP-etc-Anlass erhalten. Ich hörte von ganz oben aus den lokalen Parteien, dass man gerne in die Fabrikhalle gegangen wäre, wenn....
Item. Morgen ist das der heutige Schnee von gestern, welcher mir im Zug inzwischen von den Sohlen tropft. ;-)
Von der SP Schweiz habe ich eine Einladung erhalten und deshalb bin ich nun auf dem Weg nach Bern.

Wenn es ums potentielle Scheinwerferlicht geht, wird nicht gerne geteilt. Weder unter den Parteien, noch unter Politikerinnen und Politiker. Darob die Sache von heute zu vergessen, wäre aber vermessen. Der Erfolg ist heute (fast) auf allen Seiten. Ich bin überzeugt, dass die Schweiz und Europa beide in gleichen Teilen vom heutigen Ja profitieren.

Freitag, 6. Februar 2009

Die mit der Angst spielen...

Dieser Text erscheint heute auch auf dem Bila-Blog.
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„Du musst den Teller ausessen, sonst ist morgen schlecht Wetter!“ –
„Ja, ich weiss!“ – sagte ich als Kind, bis ich eines Tages trotz schlechten Gewissens merkte, dass da was nicht stimmen kann.

„Du musst die Erweiterung der Personenfreizügigkeit ablehnen, sonst werden wir überschwemmt von billigen Arbeitskräften, welche einzig darauf aus sind, den Staat zu schädigen, indem sie (sofort) arbeitslos und/oder Sozialhilfeempfänger werden.“
„Nein, das glaube ich nicht!“ – sage ich als erwachsener, überlegter Mensch.

Politikerinnen und Politiker haben einen schlechten Ruf.
Und das zu Recht, wenn man die Kampagnen zur Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien betrachtet. Wieder einmal, wenn es um die Thematik Schweiz – Ausland geht, wird grosszügig mit der Angst als Abstimmungsargument gehandelt.
Einige so genannte Politiker schreckten nicht einmal davor zurück Ja-Seiten unter Verwendung einer sehr ähnlichen Adresse und Layouts als Nein-Seiten ins Netz zu stellen, um die Wählenden zu täuschen. Was ihnen dann gerichtlich untersagt wurde. *1 Dem nicht genug ist seit vorgestern nun gar das Gerücht im Raum, dass in äusserst manipulativer und ähnlicher Absicht durch dieselben Personen eine weitere Täuschung zur Bestätigung der geschürten Personenfreizügigkeitsbefürchtungen ins Netz gestellt wurde.
Ins „Beuteschema“ besagter PolitikerInnen würde es ja vollends passen, aber wollen Sie sich etwa diesen nicht-rumänischen und auch nicht-bulgarischen – sondern durch und durch schweizerischen - Bären wirklich aufbinden lassen?

Bestimmt nicht. Aber ob Ängste für uns begründbar, widerlegbar, widersinnig oder gar absolut nichtig erscheinen, spielt in Kampagnen leider meist eine untergeordnete Rolle. Einmal geschürt: Angst hat immer Wirkung, ist aber auch ein denkbar schlechter Ratgeber.

Schamlos ist gar die Finanzkrise recht genug, auf der Nein-Seite die drohende Überschwemmung des Arbeitsmarktes anzukünden, welche aber auch in den vergangenen hochkonjunkturellen Jahren aus den anderen Ländern des scheinbar so fernen Osten, wie Polen, Estland, Lettland, etc. erwiesenermassen nicht stattgefunden hat. Gekommen ist, was wir auch bereit waren anzustellen oder in Anspruch nehmen wollten, sprich, was wir für das Laufen unserer Wirtschaft benötigten. Ingenieurinnen und Ingenieure, Ärztinnen und Ärzte, ...., Arbeiterinnen und Arbeiter, welche dafür bereit waren, für eine gewisse Zeit wegzugehen von zu Hause. So wie umgekehrt 400'000 Schweizerinnen und Schweizer, welche in der EU arbeiten. Was es zudem braucht, damit man seine Zelte in der Heimat abbricht, um sein wirtschaftliches und privates Glück in einem anderen Land zu versuchen, wird von uns meist unterschätzt. Auch deshalb ist es nicht überraschend, dass die Kontingente als flankierende Massnahme, welche man bezüglich der Personenfreizügigkeit bisher bereits mit 25 EU-Ländern hatte, nicht ausgeschöpft wurden.

Was wollen Sie schlussendlich glauben? Dem Politiker, der Politikerin oder dem Politiker, der Politikerin?

Ich will es Ihnen nicht sagen. Ich bin auch Politiker. Nur eines: Gehen Sie spätestens am Sonntag an die Urne, und entscheiden Sie sich für eine weiterhin erfolgreiche, fruchtbare Zusammenarbeit mit unseren Nachbarländern. Dazu gehören seit 2 Jahren auch Rumänien und Bulgarien.

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*1 Die Diskussionen darüber führten zur Gründung des Bila-Blogs, was nun viel Gutes und in der Schweiz Erstmaliges mit sich bringt.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Heut' in der BZ

Zu viel des Lobes...heute auch in der BZät. Ich hätte fast lieber im Moment sie würden etwas über unser Engagement mit dem www.bila-blog.ch bringen. Aber man kann sich Medieninteresse ja nicht wünschen. Es gibt Beispiele von Kaufen o.ä. aber wünschen... Nun - freuen wir uns über die neuerliche Segnung des Blogs.
Was gesagt & geschrieben wurde:
"Beat Sterchi (SVP) hingegen weiss, was Sache ist. Und im Stadtrat verriet er sogar, wie er das hinkriegt: "Wer wissen will, wer was sagt in Langenthal, muss nur Reto Müllers Blog kontaktieren, und er weiss, was läuft."

Quelle: Berner Zeitung heute

Dabei verrate ich meine Quellen doch nie, Beat. ;-)Das wäre Gift, sowohl beziehungstechnisch zu den Informanten, wie auch für neuerliche Infos. :-D

Schlimmer Verdacht: Steckt SVP hinter Aufruf zu Einwanderung?

Wenn das stimmt, dann ist es ein handfester Polit-Internet-Skandal.
Schon alleine das Gerücht, dass die Internetseite unter Gegnern der Personenfreizügigkeit wild vermailt werde, schlägt mir ein Gefühl der Manipulation in die Magengrube, welche mir ziemlich den beginnenden Mittagsappetit verdirbt. Das würde bei mir gefühlsmässig einfach alles bereits sehr gut ins Schema der Internetmanipulationen passen, die Reimann und Konsorten bereits mit dabei-bleiben.ch und dabeibleiben.ch versuchten. Im Moment ist's nur ein Gefühl. Ich hoffe natürlich, dass die Urheberschaft für solche Sozialleistungsbetrügerei bald eruiert und einer gerechten Strafe zugeführt wird.

Ich verurteile jegliche Form von Sozialhilfemissbrauch auf's schärfste.

Stimme jetzt und heute: "Ja zur Erweiterung der Personenfreizügigkeit.", wenn das Couvert noch bei dir zu Hause liegt. Lass dich nicht mit blöden Tricks und Manipulationen täuschen.

Dienstag, 3. Februar 2009

Legendäre Blogeinträge?

Wie gestern bereits erwähnt, spiegelte sich ein Teil der Debatte heute im Ratssplitter des Langenthaler Tagblattes. Erstaunlich, dass man bei einer einstündigen Sitzung überhaupt genügend Aussagen hat, um so ein Teil zu erstellen. Aber wehe, wenn die Politos einmal losgelassen... dann sprudeln die Wörter.



Mein Blogging (siehe zweiten Abschnitt) soll gemäss Subkommentar also bereits legendär sein. Öffföfff... ich finde das angesichts anderer Leistungen etwas vermessen. Aber danke trotzdem, Tägu.
Quelle: Selbstverständlich Langenthaler Tagblatt, heute.

Montag, 2. Februar 2009

Inaugurationen Langenthals

Heute Abend war nun also die erste Sitzung der neuen Legislatur in Langenthal. Hierbei gab es zahlreiche Amtseinsetzungen oder neudeutsch (also eigentlich wäre es ja Latein) Inaugurationen. Nachfolger meinereiner und Stadtratspräsident 2009 ist Daniel Rüegger, EVP. Sein Vize und Stadtratspräsi 2010 in spe ist Christoph Kuert, FdP.

Und weshalb ich diese Infos heute Nacht überhaupt noch verbreite, ist einzig der Tatsache zu verdanken, dass der Tagespräsident und Vize-Alterspräsident Beat Sterchi , SVP, in krankheitsbedingter Abwesenheit des eigentlichen Amtsältesten, Fritz Fiechter, SP, in seiner Eröffnungsrede tatsächlich diesen Blog als ein Beispiel - nebst vielen anderen - für die Stärken des Milizpolitsystem nannte und die Transparenz dieses Online-Verhaltens scheinbar lobte. Ob die Worte allerdings ernst, sarkastisch oder zynisch gemeint waren, überliess er auf Nachfragen meiner Interpretation. Wie dem auch sei.

Danke.

Dass ich mich für die Nennung auf meinem "Kanal" oder meine Art revanchieren werde, war ja wohl allen klar. ;-) Nun. Süss fand ich auch, dass ich im Anschluss darauf angesprochen wurde, wie man denn überhaupt dieses Blog-Ding im Internet finde... Tipp: Tu' mal Reto Müller googeln. Aber hmm... du hast ja schon gefunden. ;-)

Wiederum komme ich zur Erkenntnis, dass einige es sehr ernst nehmen, was ich hier tue bzw. schreibe. Besser als das Gegenteil ist es allemal. Aber wollte ich das je oder wird's langsam zum Selbstläufer deren Erwartungen ich es eines Tages Leid zu erfüllen bin?

*prophezeiende Gedanken und inneres Verwerfen*

Und damit wir noch ein paar wenige interessante Informationen geben können, um diesen Eintrag in seiner Existenz doch noch zu rechtfertigen: Folgende Eingaben wurden heue Abend gemacht:
Motion für ein Stadtarchiv -> hatten wir schonmal zwar... aber darf man ja nochmals anregen.
Postulat zur Änderung der Wertstoffsammelstellen, bzw. Ersatz durch Einsammeln.
Postulat für einen GreenDeal als Impulsprogramm (von der FdP !)
Postulat für einen SMS-Reminder-Dienst von wichtigen Daten.
Interpellation zur Baubewilligung des Minaretts
Interpellation zum Abbau des Bahnangebots in Langenthal
Interpellation zur Winterschulsportwoche zum richtigen Zeitpunkt?

Meine Vorstösse habe ich nicht eingereicht. Einer hat sich eh erledigt. Ich wollte fragen, wie sich das Vermögen (inkl. Pensionskasse) der Stadt Langenthal durch die Finanzkrise verändert hat. Zwar sind die Verluste nicht realisiert, aber trotzdem kann man nicht mehr davon sprechen, dass die Stadt 100 Mio. Franken Vermögen hat... das war einmal. Bzw. hatte man immer noch Schulden, die nicht sofort rückzahlbar waren, aber bevor man wieder von einer Seite nach Steuererleichterung schreit, wäre es angebracht, sich mit den neuen Realitäten in oder nach der sog. Krise abzufinden.
Wie dem auch sei. Bei Offenlegung der Rechnung werden meine Fragen beantwortet sein, wurde mir bei Abklärungen auf der Verwaltung beschieden. Was einmal mehr beweist... viele Vorstösse erledigen sich beim Rückfragen auf der Verwaltung sowieso. Mal kuck'n wie die heute eingereichten Vorstösse beantwortet werden.

Es gäbe noch 2 amüsante Geschichten über 2 neue Stadträte zu erzählen. Aber da ich das Gefühl habe, dass insbesondere heute Nacht und Morgen die Hits von Seiten der Stadträte in die Höhe schnellen werden, verschiebe ich das auf später oder finde es dann vielleicht nach ein- oder zweimal drüber Schlafen gar nicht mehr so amüsant. Nu denn. Gute Nacht. Es werden noch in etwa 7 gewichtigere Stadtratssitzungen in diesem Jahr folgen.

Basel will Verschlafen büssen.

Fiktive Geschichte, da ich nie aus dem Schulalltag ins Internet schreiben würde..... das ist nicht Zweck meines Blogs hier.
Heute Morgen in der Klasse schweifte mein Blick in die Gesichter der Eintretenden. "Wen könnte man nun künftig, so Volk will, mit dem Basler Schulreglement büssen?", beantwortete ich für mich innerlich. Alle machten auf mich einen ausgeschlafenen Eindruck und waren motiviert bei der Sache. (Ich liebe diese Klasse!) Die Stunden vergingen und eine leichte innere Müde stieg - je naher der Mittag kam und das Morgenessen verdaut war - in mir auf. Beim Blick in den Spiegel dachte ich bloss: "Yeahh... Pittsburgh Steelers."

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"Hmm... wen sollte man nun büssen... lassen, der nicht schon selbst genug gestraft ist?"

Abgesehen davon. Auf der Sekundarstufe I tut man gut daran, die Konflikte direkt mit den Jugendlichen auszutragen und zu lösen - was nicht immer einfach ist - aber die Eltern zu verpflichten, die Sache der Schülerinnen und Schüler in der Schule zu erledigen, ist in der Pubertät und auch sonst heikel.
A) Müssen die Kids lernen ihr Zeugs selbst zu machen und für ihr Tun, Nichttun, allgemein Verhalten langsam volle Verantwortung zu übernehmen und
B) gibt's Jugendliche, die dermassen pubertieren, dass es ihnen egal ist, wenn die Eltern für ihr Verschlafen gebüsst würden. Vielleicht bereitet's gar etwas Freude.

Auf der anderen Seite könnte die Zusammenarbeit in unteren Stufen durch Strafen - wo angezeigt - wohl durchaus verbessert werden. Erfreulicherweise geht dem Strafen gemäss dem eventuell neuen Reglement Basels ja die schriftliche Abmachung zuvor und das bringt meistens eine gute Lösung, da sie gemeinsam - aber in den bestehenden Regeln - sowohl aus soziogemeinschaftlicher, wie auch aus individueller Sicht - entstanden ist. Wenn solche gemeinsamen Abmachungen nicht eingehalten werden, dann muss es Konsequenzen haben, sonst hast du als Lehrperson verloren.
In Basel soll das nun Geld sein. Für die Staatskasse sicher nicht schlecht. Kompensiert eventuell das, was die Nationalbank weniger an die Kantone ausbezahlen will.

Eines bleibt auf alle Fälle klar: Basel Stadt ist der aktivste, reformfreudigste und progressivste Schulkanton. Ich bin gespannt, ob sich das in Resultaten einmal später messen lässt.