Dienstag, 1. Dezember 2009

Was sagt der Bischof von Arabien zum Minarettverbot?

Interessant finde ich im Moment die Diskussionen, wie die Annahme der Minarettsverbotsinitiative in der ganzen Welt aufgefasst wird. So interviewte Radio DRS heute den "Bischof von Arabien".

Quelle:
"Der Schweizer Paul Hinder ist katholischer Bischof in der muslimischen arabischen Welt: Sein Bistum reicht von den Vereinigten Arabischen Emiraten über Saudi-Arabien bis in den Iran."
Das Interview: (Bitte drauf klicken.)



Ebenfalls gerne verlinke ich hiermit auf den Artikel "der Augenreiberei", welcher die Frage aufwirft, was denn nun per Definition neu als Minarett zu gelten habe.

Kommentare:

Dani hat gesagt…

Eures "linkes" Gejammer geht langsam aber sicher auf den Sack. Nur weiter so, die Wahlen 2011 werden Resultate zeigen. Vielleicht mekt es dann endlich mal jemand, dass ihr am Volk (Mehrheit) vorbei politisiert.

Im Falle der Anti-Minarett-Initiative setzt man bei den Verlierern offenbar nicht auf Aufklärung, sondern auf Diskriminierung der Gewinner.

Vielmehr sollte man sich schämen, wie man mit einer Niederlage umgeht.

Anonym hat gesagt…

Ja auch ich finde die Diskussionen rund um die Welt interessant. Und auch dort dasselbe, während die sogenannte politische und publizistische Elite kritisiert, klatschen die gewöhnlichen Bürger Beifall. Siehe z.B. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Danke-ihr-wachsamen-Helvetier/story/29229939

Anonym hat gesagt…

Die Frage muss lauten, weshalb spüren die Politiker das Volk nicht? Es gibt durchaus auch heute die einfache Möglichkeit die Minaretinitative durchaus liberal und Völkerrechtskonform umzusetzen. Anstelle des heutigen Jammers sollte die Politik lieber mal das Gehirn einschalten. Natürlich wäre ein Nein einfacher und auch aus meiner Sicht begrüssenswert gewesen, nun aber ist es eben ein Ja geworden und die Politik muss es schnell und Sauber umsetzen. Im übrigen sind die Damen und Herren Räte in zukunft gut beraten in solchen Fällen schon von Anfang an einen Gegenvorschlag vorzulegen. Ach ja der umzusetzende Gesetzestext müsste in etwa lauten, "öffentlich erkennbare Nichtsakralbauten müssen von der Gemeinde in einer Volksabstimmung genehmigt werden"

Diana Kennedy hat gesagt…

Ich finde beide Lager ermüdend und defizitär in ihren Reaktionen. Weder ist die auftriumpfierende Hähme der Befürworter angebracht, die nun so tun, als hätte man die Türken vor Wien gestoppt, noch das wehleidige, Gejammer der Gegner, die, bar jeder Selbstreflektion, einfach nur über die "böse Intoleranz" heulen.

Reto M. hat gesagt…

Ich empfinde weder meinen Blogbeitrag von Sonntag, noch denjenigen von heute als Gejammer. Was bitte schön ist an meinen Interpretationsfragen der Abstimmungsresultate vom Wochenende oder am Artikel von heute, in welchem ich sage, dass ich die Diskussionen spannend finde, gejammert?

Wie die französische Zeitung "La Libération" (spannender Titel in dieser Sache) bereits meinte, sind religiöse Fragen hinsichtlich der Symbolhaftigkeit unter Umständen nicht für die direkte Demokratie gedacht. Wir haben diese aber und sind ja auch sehr froh drum. Frage bleibt, ob diese einseitige Einschränkung einer Religion effektiv mit den Menschenrechten und unserer eigenen Verfassung, welche ebendiese und auch die Freiheiten festschreibt, vereinbar sind.

Diese Frage habe ich nicht zu klären. Das Volk hat gesprochen. Überdies stimme ich Diana voll zu.

Diana Kennedy hat gesagt…

@Reto: Ich habe mit "Gejammer" auch nicht speziell Dich gemeint, sondern nur ganz allgemein meinen Eindruck über die insgesamte Reaktion des Gegner-lagers wiedergegeben, da spielen zB auch die massenhaften "Ich schäme mich SchweizerIn zu sein" und "Ich gebe meinen Pass ab" Statements auf Twitter, die ich jetzt mal als wenig konstruktiv und sinnvoll erachte.

Reto M. hat gesagt…

@ Diana.

Meine Antwort war auch eher auf Dani und die Anonymen gezielt, als auf dich. Ich denke, deine Antwort und Botschaft richtig verstanden zu haben.
;-)

Martin hat gesagt…

Was sagt der Bischof von Arabien zum Minarettverbot?

Ja, das interessiert mich auch. Schade, dass Du lediglich auf eine MP3-Datei verweist …

Reto M. hat gesagt…

Was willst du denn?
Eine schriftliche Zusammenfassung. ;-)
Der Link über "Quelle" bringt dich übrigens auf die Seite des Radio DRS, wo es als MP3 auch direkt hörbar ist... glaube ich zumindest.

odin hat gesagt…

Mir ist es schnurz egal was dieser Geistlicher zu sagen hat.

Ich kann mich der Meinung von Dani nur anschließen. Ich habe noch selten solch schlechte Verlierer erlebt. Ich verliere auch oft an Abstimmungen, aber das Resultat habe ich zu akzeptieren. Aber wenn die Linken gewinnen ist es immer gut und richtig, wenn die Rechten gewinnen nur falsch und böse.

Die FDP, CVP und SP müssen gehörig um ihre Wähleranteile bangen, wenn diese noch lange am Volk vorbei politisieren. Stattdessen höre ich weiter die realitätsfremden Aussagen der Linken. Der linke Tagi lies dann gestern fast nur die Verlierer zu Wort kommen. Unglaublich arrogant und linkslastig. Vielfach unterste Schublade was sich diese linken Radaktoren, Politiker und zahlreiche Muslime erlauben liesen mit ihren Statements. Vielfach mit indirekten Drohungen unterlegt. So gesehen sind die Befürchtungen der SVP sehr plausibel und das Verbot noch viel wichtiger zu werden...

Reto M. mag vielleicht weniger gejammert haben, dafür lies er gleich wieder im anderen Beitrag Unwahrheiten verlauten. Vor allem aber werden seine früheren Minarett- und Islam Beiträge damit nicht wahrer.

Am Sonntag war ich übrigens auf der linken Zeitonline am schreiben. Nach 12 Uhr war ich der erste Kommentarschreiber zu unserer Abstimmung. Neben zahlreichen Anfeindungen wurden ich und die Schweizer Minarettgegner auch gelobt und bewundert. Trotzdem hat das Forum meinen Eröffnungsbeitrag und alle weiteren Kommentare von mir nach 4 Stunden beseitigt. Ebenso bei anderen Leuten. Kein Gehör für Meinungsfreiheit. Von anderen Lesern wurde das auch sofort verurteilt.

In anderen Onlineportalen in Deutschland würden bis zu 85% der Leute unserer Entscheidung folgen!!

uertner hat gesagt…

@Reto
>>Wie die französische Zeitung "La Libération" (spannender Titel in dieser Sache) bereits meinte, sind religiöse Fragen hinsichtlich der Symbolhaftigkeit unter Umständen nicht für die direkte Demokratie gedacht.

Vielleich hast du recht. Vielleicht sollten wir wieder zu der "christlichen Obrigkeit" zurückkehren, die vor 1798 in der Schweiz regierte? Und übrigens: nicht schlecht! 1515 bis 1798 war eine für die Schweiz sehr friedliche Zeit.
1401 verhinderte der Zürcher Rat ein Judenprogrom. Solche gab es damals wegen Endzeitangst (2 x 700 Jahre Jesus) und Ritualmordvorwürfen gegen Juden in Winterthur und Schaffhausen. Aus Basel waren die Juden schon weggezogen. Am 6. August beschliesst der Rat (der seit 1400mit den vollen juristischen Rechten des Reiches ausgestattet ist: Blutgerichtsbarkeit, Münzrecht und Judensteuer: Souveräne, freie Reichsstadt)die Juden in Schutzhaft zu nehmen, bis die Sachlage geklärt ist. Am 9. August erlässt der Rat eine neue Erkanntnis, die "ewig" gelten soll: der Rat der Zweihundert soll sich von nun an durch Zuwahl ergänzen (keine demokratische Wahl mehr aus den Zünften) und die Gemeindeversammlung soll nur noch über ganz wichtige Fragen entscheiden können, damit man nicht mehr in "solche sorge" (Progromangst) kommen könne. Die Volksseele kochte. Was machte der Rat: er bürgerte in zwei Monaten 450 neue Männer ein (Gratis zum teil), die dem Rat die Treue zu schwören hatten. Das Volk von Zürich war sehr verärgert: aber es kam zu keiner überlieferten Gewalt. Die "gnädigen Herren" als Garanten von "Frieden und guoten gerichten" waren so installiert. Sie blieben an der Macht (die "regimentsfähigen Familien") bis 1798 die Franzosen kamen.

Vielleicht wäre das auch eine Lösung der Minarett-Frage: Gratis-Einbürgerung aller hier lebenden Muslime, Einführung der Gutmenschen-Expertokratie und Abschaffung der direkten Demokratie. Nur: wäre das System besser?
Die Schweiz war immer ein Stachel im Fleisch Europas.
1798: die Schweiz wurde als letztes Land von den Franzosen "befreit" (es ging nämlich nur um die Berner Staatskasse damals)
1848: die Schweiz war die einzige und erste liberale Republik auf dem Kontinent, umgeben von Monarchien. Die katholischen Kräfte wurden auf dem Feld besiegt und im Schweizerischen Staatskirchenrecht gebändigt.
1918ff: Die Schweiz bewältigte die bolschewistische Herausforderung ohne Blutvergiessen und ohne in den Faschismus abzurutschen (wie D und I).
1946: Ausgerechnet im kriegsverschonten Zürich sprach Churchill die Worte "Let Europe arise!" (er wollte die "coolen" Schweizer an der Spitze der europäischen Bewegung. Leider wurde dann Europa zu einer katholisch-zentralistischen Expertokratie.
2009: Die Volksrechte erlauben der Schweiz die Islam-Frage in Europa mustergültig zu lösen: nach dem kurzen Schock der Abstimmung kommt nun eine wirklich breite Diskussion in Gang. Die SVP-Sektionen machen im ganzen Land muslimische "Buurezmorge": die Patriarchen verstehen sich blendend und beschliessen die SPP schweizerische PatriarchenPartei zu gründen, die dank der Fruchtbarkeit der Muslime bald weit über 50% der Stimmen erhält.

Reto M. hat gesagt…

@ odin:
Der Begriff des Gutmenschentums, wurde ja nicht von links auserkoren, wird aber oft an links vergeben, was betreffend der Beurteilung von Abstimmungsvorlagen in gut und schlecht und richtig und falsch durchaus auch einmal in Betracht gezogen werden könnte. Aus meiner Sicht wäre es humanistischer und liberaler gewesen, wenn wir die Minarettfrage wie bis anhin baurechtlich geregelt hätten. Was die Wahrheit oder Unwahrheit von Aussagen betreffen, auch über meine, so bin ich der Meinung, dass es die Wahrheit gar nicht gibt. Ich ziehe eine Wahrheit in politischen Diskussionen nie ins Feld. Ich würde eher von "meiner Wahrnehmung" oder "meiner Welt" sprechen.

@ Uertner:
Interessante Gedanken, die am Schluss schon fast orgasmisch gipfeln. Die SVP und die Muslime, diejenigen zumindest, welche traditionalistisch leben, würden sich wohl wahrlich nicht schlecht verstehen, was deren Lebensphilosophien anbeträfen.

Auch eine neue Integrationswelle mit zum Beispiel Gratiseinbürgerungen finde ich absolut diskutabel. Holen wir doch mal alle Italiener, Spanier, Bosnier und auch Muslime ins "Boot", welche als Schweizer und -Innen denken und fühlen und handeln wollen.

Zudem finde ich, dass wir eine Modernisierung der Religion vorantreiben sollten. Die 68er haben gesellschaftlich gewirkt. Haben sie das aber auch religiös? Nein. Zeit auch in dieser Kirche und in diesem Islam und in diesem Hinduismus aufzuräumen:

Frauen sind gleichberechtigt.
Menschen sind sexuelle Wesen.
Es gibt keine Kasten.
Es darf niemand verstümmelt oder sonstwie unterdrückt werden.
Will heissen, das Zölibat wird abgeschafft. Frauen werden zu katholischen Priestern geweiht.

Bibel und Koran werden für die heutige Zeit umgeschrieben.

etc... pp...

Und das alles offiziell!

Martin hat gesagt…

Die Kosten für Einbürgerungen sind seit einigen Jahren gering und somit aus meiner Sicht kein relevantes Thema mehr.

Relevant ist hingegen die Frage der Doppelbürger – Doppelbürgerschaften kann man nicht sinnvoll verbieten, aber man sollte endlich aufhören, sie zu fördern. Wer Bürger zweier Staaten sein möchte, soll sich dafür entscheiden können, aber bitte mit Rechten _und_ Pflichten. Heute ist es für die meisten Doppelbürger so, dass sie Rechte in zwei Staaten geniessen, Pflichten aber nur in einem wahrnehmen (die Militärdienstpflicht ist ein Beispiel dafür).

Wer sich in der Schweiz einbürgern lässt und weiterhin Bürger seines Heimatlandes bleibt, hat aus meiner Sicht die Einbürgerung nur teilweise vollzogen. Der Grund dafür ist üblicherweise schlicht Bequemlichkeit und daran sollte man rütteln.