Freitag, 11. Dezember 2009

Stirbt dieses Blog aus?

Ich zählte heute die Tage meines Nichtschreibens. Sie erschienen mir in meiner persönlichen Wahrnehmung praktisch endlos. Es sind deren vier. Verschwindend klein als Zahl, riesengross in meiner Bedeutung und Auffassung dieses Gefässes. Ich, der stets bedacht war, mir meine Gedanken und Beobachtungen oft von der Seele zu schreiben, falls möglich täglich der Menschheit im weltweiten Netz kund zu tun. Nun denn. Prioritäten verschieben sich.
Geschichten, die man sich früher niemals hätte von den schreibenden Fingern wegnehmen lassen,  Kommentare, die einen bisweilen in regelmässigen Abständen in die lokale und gar nationale Presse hievten, lässt man aus, da man merkt, dass man damit zu stark provozieren würde.
Die Zeit, um sich anderer Geschichten zu bedenken, welche durchaus auch schreibwürdig wären, bleibt denn halt auch aus, seit das neue Amt in mein Leben getreten ist. Es tut mir fast ein wenig weh, zu sagen, dass es im Moment von aussen oktroyiert Wichtigeres gibt, als mein Schreiben.

Man beginnt sich denn ab kleinen Dingen zu freuen, die einem beim täglichen Gang durch die Stadt begegnen. Die neue Beleuchtung der unteren Märitgasse zum Beispiel, welche die Gasse dort mit der ganzen Umgestaltung nun urbaner und freundlicher dastehen lässt, während sich die Detaillisten der oberen (nicht-umgestalteten) Marktgasse dieses Mal wegen des Weihnachtsmarkt selbst in die Haare geraten sind.


Man beobachtet mehr als Gemeinderat und man schweigt mehr.
Und das bekommt leider auch dieses Blog zu spüren.

Kommentare:

uertner hat gesagt…

Tja, wir haben das ja kommen sehen, dass das Bloggen und das Amtsgeheimnis und das Liebesleben und das Berufsleben doch noch mal zu Schreibhemmungen führen. Hehe. Nun wird Reto Müller, der zwischenzeitlich ein kleiner Star der Polit-Blogosphäre war, indem seine Medien-exponierte Freundin auf ihn linkte, zu einem einfachen Berner Provinz-Schuemeischter und Behördenmitglied. Und wenn er seine narzistischen Bedürfnisse befriedigen will, dann muss er sich etwas zum Ruhme Langenthals einfallen lassen, oder bahnbrechendes in der Schule leisten.
Der Uertner wird sich aber Mühen, im Nebelspalter zuverlässig vorhanden zu sein, wo er doch nun in Langenthal gelesen wird ;-)

Reto M. hat gesagt…

Nun. Des Uertners reizende (in mehrfacher Deutung) Kommentare stacheln den Provinz-Blogger-Politigger-Gelehrigger dermassen an, dass er die Herausforderung annimmt, wohl doch weiter zu machen.
Ich behalte mir vor, auch ausserhalb der Ruhmesszenen einer öffentlichen (Über-)Darstellung in der Einfachheit und Bestrebtsamkeit meiner selbst, sowohl politisch, wie auch schulisch wenn nicht gleich Bahnbrechendes, so doch öfters Überdurchschnittliches zu leisten. Ja, an einem gewissen Selbstvertrauen mangelt mir auch nicht. Ich wollte nie ein Star sein. Ich wollte sein. Das reicht.

Markus hat gesagt…

Lieber Reto

Gemeinderäte sind keine politischen Eunuchen. Auch wenn das die (bürgerliche) Gemeinderatsmehrheit - wo auch immer - ab und an so hätte.

Gerne darfst (und wirst - sollst - du, hoffentlich) weiterfahren.

Herzlicher Gruss
Markus (seit 15 Jahren Gemeinderat!)

Markus hat gesagt…

Lieber Reto

Gemeinderäte sind keine politischen Eunuchen. Auch wenn das die (bürgerliche) Gemeinderatsmehrheit - wo auch immer - ab und an so hätte.

Gerne darfst (und wirst - sollst - du, hoffentlich) weiterfahren.

Herzlicher Gruss
Markus (seit 15 Jahren Gemeinderat!)

Markus hat gesagt…

Lieber Reto

Gemeinderäte sind keine politischen Eunuchen. Auch wenn das die (bürgerliche) Gemeinderatsmehrheit - wo auch immer - ab und an so hätte.

Gerne darfst (und wirst - sollst - du, hoffentlich) weiterfahren.

Herzlicher Gruss
Markus (seit 15 Jahren Gemeinderat!)

Reto M. hat gesagt…

@ Markus:
Hast du die Nachricht dreimal hinterlassen, um ihr einen gewissen Nachdruck zu verleihen? ;-)

Mir geht's nicht um Eunuchtum... nein, danke... aber du weisst, dass die Grenze zwischen Wissen und Unwissen, Hören und Sagen nicht klar zu ziehen ist. Im Blog wollte ich das nie, doch nun ist es halt so, dass man eigentlich im Moment mehr zu sagen hat, aber nicht mehr sagen darf.

Das scheint mir die Bürde. Die Bürgerlichen haben mir mein Bloggen übrigens nie streitig gemacht. Sie sind eher interessiert, ob sich für mich etwas verändert hat. Die Feststellung: Ja, es hat sich verändert.