Dienstag, 24. November 2009

Letzter Militärtag

Plötzlich geht's auch im Militär schnell. 10 Minuten brauchte ich um all meinen militärischen Grümpel in die Kisten werfen zu lassen, den ich vorher in ein Einkaufswägelchen verlud. Die Dienstentlassung war die bestorganisierteste militärische Übung aller, die ich im 'Verein' erleben 'durfte'. Dass ich heute noch ein letztes Mal vor der definitiven Rückgabe meine Waffe putzte, was aber scheinbar niemanden mehr interessierte, zeigte mir denn auch auf, dass ich nun alle vor 10 Jahren konditionierte Muster und eingebläute militärische Regeln nun Fahren-lassen kann. Schöne neue Freiheit. ;-)
31 Jahre alt. 10 Jahre Militär. Dienst fertig. Schuldigkeit getan. Entlassen.
Es fühlt sich in mir gut an.
Zack. Meld mi ab. Zecke. Ende....

Kommentare:

uertner hat gesagt…

Ein wehmütiger Tag im Leben eines Eidgenossen. Bis 70 waren die Berner im Ancien Regime wehrpflichtig, bis 50 als ich in die Armee 61 eintrat. Nun ist der Müller Reto schon ein "alter Mann", hoffentlich gab es wie im Züribiet "Ehrenwein" aus dem Staatskeller und eine Urkunde für die Stube! Und hoffentlich wurde der "Berner Marsch" beim letzten Strammstehen noch gespielt. Oder sind die Berner nun vollends verlottert?
Hehe, das mit dem Gewehrputzen ging mir auch so. Niemand wollte anno 2003 in Dübendorf den Lauf auf Rost prüfen. Eigentlich wäre dies die wirklich wichtige Aufgabe für Ueli Maurer: alle Gewehre persönlich auf Rost prüfen und den entlassenen die Hand schütteln.
RTL würde sofort die Doku-Soap "rostige Eidgenossen" starten mit Bildern von Schweizer Männern aus der wehrtechnischen Unterschicht. ;-)
Aber wenigstens war das Armee-Spiel noch da und der Oberst Müller, der eine launige Rede hielt.
Ich hoffe die Berner halte das auch noch so. Oder sind sie vollends "cool" geworden und geben ohne Bernermarsch die Flinte zurück?

Reto M. hat gesagt…

Kein Marsch. Keine Gratis-Betrinkete. Keine Musik. Keine Rede.

Ein warmer Händedruck mit den Worten: "Danke für Ihre Diensterfüllung!"
Ein gekauftes Kafi-Schnaps.

Und weg.

Ja. Der Uertners Militär-Romantik hält der heutigen Realität nicht stand. Sorry. Ich muss ich ent-täuschen.

uertner hat gesagt…

Schlimm, schlimm, stehts um das Land Bubenbergs und Gotthelfs. Da freut mich heute der Tages-Anzeiger mit der Meldung, dass erstmals wieder mehr Werhmänner das StgW behalten wollen im Züribiet. Es ist klar warum die Berner das VBS verlieren mussten: Sie sind zum BDP- und Meitschi-Kanton verkommen, der Bernergeist ist nach 9/11 dem Zeitgeist erlegen. Schade.
Heute im Magazin den Mingels zu den Dänen lesen. D

Diana Kennedy hat gesagt…

"Meitschi-Kanton verkommen" Deine Frauenfeindlichkeit ist doch immer wieder ein drolliger Anachronismus, uertner.