Montag, 12. Oktober 2009

Von Plakatieren und anderen Wesen

Aufhängen lassen oder nicht aufhängen lassen. Glaubt man der Zeitung "Sonntag" von gestern, so droht jedem Regierungsmitglied, welches sich gegen das Aufhängen der umstrittenen Anti-Minarett-Plakate mit seiner Unterschrift ausspricht, eine Anzeige des Initiativkomitees. Weshalb oder warum auch immer...

Würde mich diese Androhung in meinem Entscheid, falls es in unserer Stadtregierung zu dieser Diskussion käme, beeinflussen?
Die Antwort ist ein deutliches Nein. Mittlerweile sind heute denn auch weitere negative Entscheide von Städten eingetroffen, welche sich nicht beeinflussen liessen.

Unser Stadtpräsident liess sich bisher mit einem "Jein" zur Thematik vernehmen. Die Antworten, die er im Zeitungsinterview widergibt, unterstütze ich. Ich will meine eigene Plakataufhäng- oder Nichtaufhängmeinung zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig preis geben. Vielleicht ist das nämlich gar nicht nötig. Nicht bloss auf Grund der Darstellung auf den Plakaten sollte für die Mehrheit der Bevölkerung klar sein, dass absolut nichts Handfestes hinter der Angstmacherei bzw. der Verwendung vieler unlauter Mittel, welche das Initiativkomitee einsetzt, stecken. Aber eines sei schon gesagt:
Die andere Seite hat natürlich - aus meiner Sicht - Plakate einer ganz anderen Qualität zu bieten, welche mir um einiges besser gefallen. Inhaltlich wie auch grafisch, vorder- und auch um einiges tiefgründiger:



Ich verlinke in dieser Thematik auf ihn.

Kommentare:

odin hat gesagt…

Ich finde es richtig das solche Regierungsräte eine Anzeige erhalten. Hier wird auf krasseste Art und Weise die Meinungsfreiheit unterbunden. Das Verbot hat nämlich politischen Charakter, weil die Linken die Minarettinitiative ablehnen. Und die besagten Regierungsräte sind eben aus dem links-grünen Spektrum.

Wer dieses Plakat als rassistisch bezeichnet, oder das beabsichtigt, erzählt absoluten Schwachsinn. Es steht hier überhaupt nicht auf dem Plakat, dass die Aussage sich gegen alle Muslime richtet. Es zeigt viel mehr auf, dass es immer mehr Frauen in Burkas gibt, je mehr islamische Religion bei uns praktiziert wird. Sprich: Je mehr Minarette gebaut werden, die dieser Entwicklung Vorschub leisten.

Weil immer mehr Minarette von Jahr zu Jahr, auch einem immer größeren Bedürfnis entsprechen - sprich weil mit immer mehr Muslimen auch die Zahl der Gläubigen steigt. Und bei dieser Zunahme hat es dann eben auch viele Muslime darunter, die keine Lust haben sich an unsere Kultur anzupassen.

Ist es nun einmal so, dass in Berlin Kreuzberg oder Neuköln, die einte islamische Einrichtung gleich die nächste nach sich zieht. Neben dem Minarett kommt dann auch noch ein islamisches Lebensmittelgeschäft ins Quartier. Wenn deren Betreiber und Kundenstamm gläubig ist, dann ist die Nachbarschaft zur Moschee natürlich ein Vorteil. Gläubige Muslime müssen ja 5mal am Tag betten. Vielleicht baut dann die schiitische Minderheit der Muslime auch noch eine eigene Moschee mit Minarett im Quartier, mit der gleichen Sogwirkung der Ghettoisierung. In Brüssel sind schon 33% der Einwohner Muslime!

Mit dieser islamischen Ghettoisierung steigt dann eben auch das islamische Lebensgefühl. Dann ist der Ruf des Muezzin ich nicht mehr fern. Die Minarette bekunden eben schon einen sozial-politischen Anspruch des Islam. Es sind die Leuchttürme des Islam. Und mit diesem islamischen Lebensgefühl haben wird dann auch bald die Frau in Burka und die islamische Scharia!! Das wollen selbst muslimische Bekannte die ich kenne nicht, die selbst als muslimische Albaner die SVP-Vorlage unterstützen!! Hören Sie also mal bitte auf mit ihrem primitiven Rassismsuvorwürfen von links-grün!!

Genau um diesen Dominoeffekt zu verhindern ist die Minarettinitiative ein erster wichtiger Schritt gegen diese negative Entwicklung. Wer meint, er müsse hier alles 1:1 aus seiner Heimat übernehmen, hat nichts in diesem Land verloren! Einem politischen Wächterrat, der zusehends die Medien und Medienfreiheit unterbindet, ist unverzüglich die Stirn zu bieten!!

Dani hat gesagt…

Ich bin zwar noch unschlüssig in Sachen Minarettinitiative. Doch die Tendenz für ein JA ist am steigen solange solche links regierten Städte das Plakat verbieten. Die Linken haben halt leider noch zuviel Macht, obwohl sie zu den grossen Verlierer gehören der letzten Wahlen. Wie in Übrigen auch in Deutschland.
Auch wenn ich NEIN in die Urnel legen würde, ich würde mich ärgern ab solchen SP-Mist

Anonym hat gesagt…

odin, gehst du in die kirche? betest du für den einzigen und wahrhaftigen gott? liebst du deinen nächsten?
oder bist du nur ein "patriotischer" stürmi?

was willst du denn, wenn nicht den islam? christentum? materialismus? atheismus?
das sind alternativen welche unser leben ebenso fremdbestimmen wie der islam.

odin hat gesagt…

Es geht mir weniger darum, ob ich in die Kirche gehe oder nicht. Das ist meine und deine Privatsache.

Es geht mir eher um den Erhalt des abendländischen Erscheinungsbildes und Kultur. Ich möchte keine Frauen mit Burkas auf unseren Strassen und Plätzen, keine Minarette, keine islamischen Ghettos und schon gar nicht die Scharia. Das ist keine Privatsache mehr und betrifft unsere Gesellschaft, Freiheit und Demokratie über die Religions hinaus!

Anonym hat gesagt…

an odin.

gerade weil dies über unsere privatsache hinausgeht, möchte ich darauf hinweisen, dass wir sehr oft eine falsche vorstellung haben von "unserer abendländischen kultur".

wenn wir in der geschichte ein kleinwenig zurückblicken, fällt uns auf, dass das morgenland uns das rechnen beigebracht hat, auch das logische denken.

wenn wir ein bisschen in die zukunft blicken sehen wir, dass unsere abendländische kultur, der kapitalismus, am arsch ist. fertig. aus.
es braucht eine entwicklung. besteht vielleicht die chance, dass der islam die elemente in unsere kultur einfliessenlassen kann, die uns aus unserem schlammassel herausführen könnten?

ich möchte keine bankenghettos, keine halbnackten, operativ verstümmelte tussis, ich möchte keine wirtschaftsstrassen durch gewachsene sozialstrukturen. kein "geldregiertdiewelt".
ich möchte nicht tagtäglich den penetranten amerikanischen dream of materialism...
und unsere demokratie ist nur scheinbar funktionierend, das wissen sie als kritischer betrachter selbst.

ist dies unsere zu erhaltende abendländische kultur?


tbc

Reto M. hat gesagt…

In Langenthal gibt es keine einzige Frau die eine Burka trägt!!! Wie vielen bist du schon begegnet?

In Langenthal gibt es seit 17 Jahren eine Moschee, die so lange sie kein Minarett bauen wollte, keinen Widerstand der Bevölkerung auslöste. Es gab keine Beschwerden über diese Glaubensgemeinschaft. Sie sind integriert.

Das Plakat dieser friedliebenden und ihre Religion auslebenden lokalem muslimischen Bevölkerung vor die Nase zu hängen und damit die Ängste vieler zu schüren, die aber den Realitäten nicht entsprechen, finde ich persönlich krass.

odin hat gesagt…

Anonymer, dann möchten Sie also den Kapitalismus durch den Islam ersetzen?? * kopfschüttel.

Es sagt kein Mensch das der Islam, bzw. die arabische Kultur keine guten Errungenschaften hat. Ich sagte auch nicht das unsere Kirche immer alles richtig gemacht hat. Vor allem der Vatikan nicht im 2. Weltkrieg.

Nur möchte einmal erleben, dass der Islam sich auch endlich reformiert und die Muslime aufgeklärter werden. Der Islam ist eben bei den meisten Dingen noch im Mittelalter stehen geblieben. Das sagen auch renommierte Islamwissenschafter. Religion und Staat müssen im Islam wirklich einmal voneinder getrennt werden. Im Vergleich zu den Muslimen sind die Christen da viel weiter.

Die Scharia muss abgeschafft werden. Steinigungen von Ehebrecherinnen müssen der Vergangenheit angehören. Dann möchte ich auch keine Genitalverstümelungen mehr die im Zeichen des Islam ausgeübt werden. Ehrenmorde und der Zwang zu religiösen Symbolen ( Burka, Kopftuch. Bart etc.)müssen auch verschwinden. Dann muss auch der islamische Klerus die Hasstiraden gegen die Christen aus dem Koran streichen.

So gesehen möchte ich lieber im Abendland bleiben und nicht ins Morgenland abwandern. Was wir brauchen ist eine soziale Markwirtschaft und keine asoziale. D.h vor allem das ich als kleiner Mann nicht für die Fehler bezahlen muss die einige Vollidioten bei Grossbanken verursachen.

Ob die Muslime in Langenthal außer der Friedliebigkeit auch integriert sind hat uns Reto M nicht verraten. Aber die Sozis habe ohnehin ihre von der Realität abweichenden Auslegungen von Integration.

Jedenfalls ist beinahe die Hälfte der Muslime dich ich kenne nicht integriert. Vor einigen Jahren kannte ich keine muslimische Frau mit Kopftuch in meinem Quartier. Heute sind es aber schon einige Muslimas die mit Kopftuch herumlaufen. Auch bei vielen Muslimas die nur auf Besuch sind in meinem Quartier. Im benachbarten Einkaufszentrum hat es dann beinahe gleich viel Kopftuchträgerinnen wie in Tunis. Deutsch wird dann ohnehin nicht mehr geredet in der Öffentlichkeit.

Die Frauen in Burkas werden schon noch kommen wenn die islamische Gemeinschaft weiter wächst. Genauso wie es vorher fast keine Kopftuchträgerinnen gab. In London oder Kreuzberg haben wir schon solche Frauen in Burkas.

Aber bekanntlich hinken die Berner den Trends immer etwas hinterher. Auch ein Vorteil ihrer Behäbigkeit:)

P.S Anonym sollte sich ein Pseudo zulegen. Bei den vielen Anonymen auf diesem Blog etwas irritierend.

Marco hat gesagt…

so droht jedem Regierungsmitglied, welches sich gegen das Aufhängen der umstrittenen Anti-Minarett-Plakate mit seiner Unterschrift ausspricht, eine Anzeige des Initiativkomitees. Weshalb oder warum auch immer...

Ist diese Frage wirklich ernst gemeint? Vielleicht, weil sich einige Regierungsmitglieder einfach über Artikel 16 der Bundesverfassung hinwegsetzen und nach eigenem Gutdünken zensieren?

Reto M. hat gesagt…

Nach eigenem Gutdünken?
Da stehen ganze Kommissionen und Räte dahinter, welche dieses Plakat verurteilen. Zensur ist das zudem nicht.

Ausserdem haben auch Regierungsmitglieder das Meinungs- und Informationsfreiheitsrecht. Besagter Artikel 16. Daher darf ich meinen und sagen, dass ich etwas will oder nicht will.

Ich weiss, dass ihr das Gefühl habt, dass wir das nicht haben dürften, insbesondere wenn die entsprechende Meinung gegen den rechtsbürgerlich aggressiven Popularismus gerichtet ist, aber da seid ihr falsch gewickelt.

Anonym hat gesagt…

...und diese Räte und Kommissionen in Basel, Bern oder Biel sind nicht links-grün?? Sind deren Mitglieder nicht links-grün befangen?

Natürlich haben auch diese Leute nach Artikel 16 eine Meinungs- und Informationsfreiheit. Für die Minarett Gegner gilt aber das selbe. Und genau aus diesem Grund darf man keinen Amtmissbrauch betreiben, um andere in deren Meinungsfreiheit zu beschneiden!!

Steph hat gesagt…

Ich möchte hier noch einen anderen Gedanken einbringen.
In den letzten Tagen habe ich diverse Blogs aus der Schweiz zum Thema Minarett verfolgt und bin so auch auf deinen Post gekommen. Da fällt mir doch etwas auf.

Da gibt es einen Blog, der massenhaft Artikel über das Plakat schreibt. Der Blog sagt, das Verbot sei falsch. Auch grundsätzlich kommt der Islam dort nicht gut weg.

Ich, als moderater Muslim (aber das gibt’s ja offenbar nicht), bin mir selbst noch unschlüssig ob man so ein Plakat verbieten sollte. Grundsätzlich finde ich aber, dass uns so ein stupides Plakat weniger schadet als der Vorwurf den Zensur.

Was ich aber fragen will:
Wieso hört man in den Blogs, die jetzt dieses Plakat so verteidigen, immer wieder einen Aufschrei wenn es um Kritik an Israel geht. Klar, einige Exponeten schiessen mit der Kritik an Israel über das Ziel weg und nutzen sie auch als Deckmantel für Hass. Aber wie kann man wenn es gegen die Muslime geht für die Meinungsfreiheit sein und in einem anderen Thema eine derart konträre Position einnehmen?