Sonntag, 4. Oktober 2009

Ein erster Bericht vom "Schnuppern im Amt"

Ich habe Sandwiches gemacht, die Pausenkasse bedient, dann durfte ich Zucchetti in kleinste Würfel à la Brunoise schneiden lernen oder es zumindest versucht, ohne mir die Finger dabei abzuhacken. Anschliessend habe ich geschweisst, was das Zeugs hält - gut, die Hälfte ging etwas daneben und so hat das Metallzeugs halt eher weniger gehalten, um dann am Nachmittag an verschiedenen Orten in Langenthal Rasen zu mähen. Dabei wurde ich stets von momentan Erwerbslosen begleitet.


 


"Bisch nöi? Vo wo bisch?" -
"Also ja, neu bin ich schon, aber ich bin nur heute da, weil ich bin eigentlich der Gemeinderat und daher politisch für die Institution zuständig."

Die Reaktionen reichten von:
"Aber für sone Stadtpräsident bisch no rächt locker druf."
"Du machsch das freiwillig?"
"Das fingi no guet, wenn du da o mau mitmachsch!"
"Chasch nid luege, dasi dinn cha go schaffe, statt do usse?"

Natürlich habe ich entsprechend berichtigt oder bestätigt jeweils. Wie unschwer zu erraten ist, habe ich einen meiner ersten drei Tage "Schnuppern im Amt" als Gemeinderat Soziales & Altersfragen in der letzten Woche im PvB maxi.mumm verbracht. Einer Institution der Stadt Langenthal, welche Programme zur vorübergehenden Beschäftigung von Erwerbslosen betreibt, respektive im Leistungsauftrag des Kantons erbringt.

Ich bin beeindruckt. Wirklich zutiefst über die tagtägliche, wertvolle und nicht immer einfache Arbeit der Coaches mit Menschen, welche es momentan oder bereits eine längere Zeit im Leben nicht nur einfach haben. Auch künftig werden auf diese Institution angesichts der momentanen wirtschaftlichen Lage nicht einfach nur "Schoggi-Zeiten" heranbrechen, doch ich habe mich persönlich davon überzeugen können, dass wir dort sinnvolle Arbeiten und Lehrgänge anbieten, welche die Erwerbslosen unterstützen und das Hauptziel - die Re-Integration in den ersten Arbeitsmarkt - für einige in greifbare und für andere in eine zumindest fast erreichbare Nähe rückt.
Wer die Arbeit des PvB maxi.mumms übrigens unterstützen möchte, der kann zum Beispiel Rasen mähen, Garten ausräumen im maxi.mumm buchen (eventuell mäht der Gemeinderat dann wieder mal persönlich bei Ihnen zu Hause) oder auch selbst hergestellte Glas-, Keramik- und Metallwaren (schon bald alles im Onlineshop) vor Ort in Roggwil oder auf der Verwaltung in Langenthal bestellen, respektive kaufen.

Die zweite Hälfte der Woche verging deshalb wie im Fluge und weil ich öfters auf den Beinen unterwegs war, als ich mir das gewohnt bin, war ich dementsprechend müde, was unter anderem das Bloggen in Mitleidenschaft zog. Zudem wollte ich nicht den Eindruck bei den Verwaltungsangestellten erwecken, ich würde über jeden Piep gleich bloggen, den sie mir nun berichteten. So soll das nicht sein und auch nicht werden.

Deshalb "bloss" ein kurzer Rückblick:
Den ersten meiner Schnuppertage verbrachte ich direkt auf dem Sozialamt, wobei ich einen Überblick über die Vielfältigkeit - auch hinsichtlich der politischen Verantwortung - meines Amtes erhielt. Der zweite Tag war der theoretischen Ausbildung über die Institution und Zusammensetzung des besagten pvb maxi.mumms und dem Kennenlernen der Verantwortlichen und Coaches gewidmet. Den dritten Tag habe ich dann eben im PvB maxi.mumm mitgearbeitet.
Und ab morgen Montag geht's für zwei Tage ins Altersheim.
Was mich wohl dort alles erwartet?

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