Sonntag, 27. September 2009

Die SPD ist tot!

Es ist aus. Obwohl die letzten Prognosen eigentlich Gegenteiliges behaupteten und ihr in den letzten Trends Gewinne zusagten: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands fährt gemäss den Hochrechungen ein historisches Minus ein. Schwarz-Gelb wird die Macht (aller Wahrscheinlichkeit) übernehmen.
Was ich nicht verstehe, ist, dass der erste Interviewte im deutschen Fernsehen aus der SPD nicht mit aller Deutlichkeit sagte, dass dies eine vernichtende Krise für die SPD sei, welche bereits oder wahrscheinlich noch aus dem Verlust der Glaubwürdigkeit der Ära Schröder herrührt. Sagt doch bitte, dass dies eine Katastrophe ist. Es gibt nichts mehr schön zu reden. Das ist eine Katastrophe, auch für dieses Deutschland in der Krise, dass nun eine CDU/CSU/FdP Koalition erhält. Nun. Die SPD wird die Gelegenheit in der Opposition hoffentlich nutzen, um sich ein markantes Profil sozialdemokratischer Politik zu schaffen, das den Menschen das gibt, wofür sie die SP wählen. Hoffnung, Arbeit, Gerechtigkeit, Sicherheit, soziales Denken.
Klaus Wowereit soll Präsident der SPD werden und der nächste Kandidat für das Bundeskanzleramt. Ja, ich denke in die Zukunft.

Kommentare:

Diana Kennedy hat gesagt…

Mit einer Schlaftablette wie Steinmeier aufmaschieren zu wollen, war nur noch peinlich. Ja, Klaus Wowereit, DER hat noch sowas wie Charisma. Katastrophen schönschwätzen zu wollen ist nun mal typische Politiker-Manier (Geht nicht gegen Dich ;-) Einfach nur beschämend. Aber langfristig für die SPD wohl ein heilsamer Schock.

odin hat gesagt…

Ein großartiger Tag für Deutschland! Herzlichen Glückwunsch an CDU/CSU und besonders auch an die FDP! Es gibt nur einen Platz für die SP(D), Linksextreme und die Grünen: Die Opposition! Das die Sozis überall in Europa verlieren ist kein Zufall. Keine guten Köpfe, keine Glaubwürdigkeit, keine Wirtschaftkompetenz, haufenweise Güblisozialisten und solche die nur Ausländer verhätscheln! So etwas hat weder Deutschland noch die Schweiz verdient!

Reto M. sollte auch wissen, dass mit steigenden Umfragewerten noch keine Wahl gewonnen ist. Wie in der Schweiz sind auch die Prognosen für Parlamentswahlen in Deutschland ziemlich unzuverlässig. Das die Sozis nicht richtig zu ihrer Niederlage stehen können ist doch kein Wunder. In der Schweiz ist es ja das selbe. So auch bei der Verharmlosung der Ausländerprobleme.

Herr Steinbrück der gegen die Schweiz hetzte hat auch nichts mehr zu melden. Wowereit ist ja genau der richtige als Bundeskanzler:) Der Pfeifenhuber hat als Berliner Ministerpräsident den Schuldenberg nur noch weiter erhöht. So wie vorher Herr Schröder in Niedersachsen das machte und die Arbeitslosen nachher mit Hartz 4 kastrierte! Zudem geht Wowereit in Berlin ein Bündnis mit der extremen Linken ein. Mit einer Linken die den Unrechtstaat DDR massiv verharmlost und die Weltrevolution verkündet. Außer Glamour und Entertainment hat Wowereit nicht viel zu bieten an Wirtschaftskompetenz und weniger Staatsausgaben. Hör mir also bitte auf mit dieser Pappnase!

Anonym hat gesagt…

SPD+Grüne+Linke = -5.3%
CDU/CSU+FDP = +3.4%
Es herrscht Wirtschaftskrise und die Linke verliert! Die Leute lassen sich eben nicht für dumm verkaufen und fragen sich auch, wer den das alles bezahlen soll, dass die Linken versprechen!

Peter hat gesagt…

Ist die SPD nun tot oder nicht? Wenn sie tot ist, dann braucht es keinen Kanzlerkandidaten, sondern eine Beerdigung. Oder einen anderen Titel in diesem Beitrag.

Kommentatoren meinen, dass es Merkel neben der FDP nicht mehr so einfach haben wird, wie mit der SPD, weil die neue Koalition nicht mehr eine zwischen zwei gleich starken, Kräften ist. Das könnte sicher eine Chance sein für die SPD, aber ihr droht, anders als hierzulande Ungemach von links.

@odin

Es mag dich erstaunen, aber in Deutschland spielt, auch rechts, die Ausländerpolitik eine weit geringere Rolle als du glaubst. Der Politjargon den du pflegst und der hier eine Partei etabliert hat die sich selbst als bürgerlich bezeichnet findet man in Deutschland nur am äussersten rechten Rand, im braunen Sumpf der Rechtsextremen.

In Deutschland haben die Liberalen die Wahlen gewonnen und nicht die Rechte, dass sei ganz deutlich gesagt. Die CDU verlor stimmen und der braunen Sumpf, der sich die wie hierzulande die SVP die Ausländer zum Thema macht, der ist offenbar am austrocknen.

Und wie die SPD zu ihrer Niederlage steht, das kannst du beispielsweise im Echo der Zeit von Schweizer Radio DRS hören, das man auch als Podcast herunterladen kann. Dort kannst du Steinmeier hören, wie er klar und deutlich die Niederlage beim Namen nennt. Nein, ich glaube, dass in Deutschland die Menschen politisch etwas anders ticken als hier. Du, Toni Brunner im Kleinstformat, bleibst vielleicht einfach besser bei der Schweizer Politik, hier kann man beim Thema Ausländer noch richtig auf den Putz hauen.

Diana Kennedy hat gesagt…

Ich stimme Peter zu, dass Ausländerpolitik in dieser Wahl so gut wie kaum eine Rolle gespielt hat. Die FDP ist ja jetzt auch nicht besonders ausländerfeindlich (Denen sind deutsche wie ausländische Arme gleichermassen egal ;-) )

Dass der linke Gedanken *an sich* nicht tot ist, zeigt ja der starke Zuwachs den die Linken hatten. Es war also ein Problem der Glaubwürdigkeit der SPD.

heinz_be hat gesagt…

Es erstaunt mich, dass in Zeiten der Krise genau jene Parteien Zulauf erhalten, welche ja für die grossen Managerlöhne einstanden und immer noch einstehen. Es ist ein grosser Tag für Deutschland, einfach nur für diese welche viel Geld haben, alle anderen werden einen noch kälteren Wind im Gesicht spüren. Der Neoliberalismus welcher mit dem Einzug der FDP in die Regierung eine neue Hochblüte erleben wird, wird wohl kaum positives für die sozial schwächeren hervorbringen.
@Odin. Ihr Text ist nicht nur hirnlos, sondern zeugt auch von kompletter Ahnungslosigkeit. Es war nicht Steinmeier welcher gegen die Schweiz (Banken) hetzte sondern STEINBRÜCK. Auch hier gilt: Immer erst denken, dann reden, oder in ihrem Chargen eben quatschen.

Anonym hat gesagt…

Hier http://tinyurl.com/mr57l8 schrieb ein Ostdeutscher schon mal im Juni 2009 etwas zum desolaten Zustand der SPD.

Trifft sicher den Kern und das Problem.

Reto M. hat gesagt…

Die Lage in welche sich die Koalition zwischen CDU/CSU und FdP nun begeben muss - respektive darf - ist nicht zu unterschätzen. Wirtschaftlich drohen grosse Engpässe noch zu überstehen. Auch der Schweiz stehen noch 5% Arbeitslosigkeit (& bis zu 10% bei den Jungen) bevor. Da wird Deutschland in nichts nachstehen... sie werden im Gegenteil noch mehr haben... Das ist kein Schleck. Das muss zuerst bewerkstelligt werden.
Wie sich die FdP dies mit Einkommenssteuersenkungen finanzieren will, an denen sie nach wie vor festhalten, ist mir noch ein grosses Rätsel.

Gut. Schlimmer als Hartz 4 - das zugegebenermassen aus der SPD-Ära entstammt - geht fast nicht mehr. Aber diesbezüglich möchte ich mich nicht negativ enttäuschen lassen....

odin hat gesagt…

Lieber heinz_be, da haben Sie sich aber schön verhaspelt! Ich sprach oben eindeutig von Herrn Steinbrück, der gegen die Schweiz hetzte und nicht von Steinmeier! Jeder kann das nachlesen! Ihre dumme Unkenntnis ist nicht meine!

Zudem ist es doch einfacher zum regieren, wenn der Juniorpartner kleiner ist und grössere Schnittmengen aufweist, als vormals zur SPD, die dazu fast gleichstark war wie die CDU. In Deutschland muss es ja extrem viele Reiche geben, damit diese schwarz-gelb gewinnen lassen:)

Habe ich irgendwo gesagt das die Ausländerproblematik beim deutschen Wahlkampf eine Thema war?? Wohl kaum!! Ich sprach nur darüber das die Sozis überall in Europa die Wahlen verlieren. Ich führte dann verschiedene Ursachen auf, die überall die zu diesen Niederlagen führen. Eine Ursache davon war u.a die Tatsache, dass es viele Sozis gibt die Ausländer verhätscheln. So wie gerade u.a in Österreich, wo die Sozis genau AUCH aus diesem Grund so " brutal" abstürzen.

Aber die Sozsi können eben auch europaweit auf keinem anderen Themenfeld richtig punkten. Und da spielen eben auch die anderen Ursachen eine Rolle, dich ich vorhin aufzählte, um den Blick jetzt nach Deutschland zu richten: Keine guten Köpfe, keine Glaubwürdigkeit und keine Wirtschaftkompetenz, um nur einige Schwachstellen der Sozis, sprich der deutschen SPD zu nennen!

Die SPD sprach unter Schröder immer von sozialer Gerechtigkeit. Mit Hartz 4 wurden aber die Arbeitslosen aufs brutalste kastriert. Wer Wasser predigt und Wein trinkt ist eben nicht besonders glaubwürdig. Kein Wunder verliert man so die Wahlen. Die SPD steht nun wirklich nicht mehr für die Arbeiterschaft ein. Nur noch 7% der SPD Mitglieder stammen aus der klassischen Arbeiterschaft! Die Unionsgeführten Bundesländer stehen alle besser da, als jene die von der SPD regiert werden. Selbst das Unionsgeführte ostdeutsche Bundesland Sachsen steht nicht schlecht da. Während dessen die roten Bundesländer kein wirtschaftliches Wachstum erzeugen. Dafür immer mehr Schulden, Armut und Abwanderung nach anderen Bundesländern und dem Ausland.

Diana, die SPD hat 11 % Wähleranteil verloren, Linke und Grünen haben nur die Hälfte davon wiedergutgemacht!

Lieber Peter, man sollte sich genauer mit dem deutschen und dem schweizerischen Politsysten beschäftigen, bevor man beide Systeme vermischt und solchen Blödsinn erzählt. Deshalb wohl setzen Sie die NPD/DVU mit der SVP gleich. Das ist ein idiotischer Vergleich. Der rührt wohl von daher, das es neben der mitte-links CDU keine rechts-bürgerliche Volkspartei ( so wie die SVP) in Deutschland gibt. Deshalb ist bei Ihnen und der deutschen Parteienauslegung halt logischerweise alles, was rechts der CDD steht rechtsextrem. So gesehen ist die deutsche Politlandschaft wirklich eintönig. Es gibt nur relevante mitte-, mitte-links-, links- und linksextreme Parteien und sonst nichts gegenteiliges. Da hat die Schweiz mit der SVP schon eine Alternative. Schon nur von daher gesehen ist Ihr Vergleich zur Schweiz völlig irrsinnig. Man muss schon gar nicht Toni Brunner heißen um das zu erkennen.

Ich habe auch nicht gesagt das die Rechte in Deutschland gewonnen hat. Es haben die gewonnen die rechts neben der SPD, den Kommunisten und den Grünen stehen. Aber nach Ihrer Logik wären das auch wieder Rechtsextreme. Ich bin auch kein Anhänger der Siegerparteien. Ich wollte einfach den Sieg des kleineren Übels. Das ist schon besser für Deutschland. Die CDU ist mir aber dennoch gleichermassen linkslastig wie unsere CVP!

P.S Das Echo der Zeit höre ich fast jeden Tag. Darin höre ich nicht die grössere Selbstkritik der SPD wie in anderen Medien :)

Reto M. hat gesagt…

@ Odin:
Manchmal wird man in eine Schublade gesteckt, vor oder in der man sich allzu oft präsentierte, ohne dass man in einem expliziten Fall daraus hätte Profit schlagen können oder wollen.

Du hast hier schon so oft gegen besagte Themen gewettert, dass es wohl für Heinz_Be - den ich im übrigen ebenso wenig kenne, wie dich, Odin - naheliegend war.

Nun. Ihr habt ja jetzt beide Dampf abgelassen.