Samstag, 1. August 2009

Keine 1. August Rede!

Heute wollte ich eigentlich schweigen, da schon zig-tausend Redner und -innen in allen Dörfern und Städten politischen Inhalte weiter zu bringen versuchen. Die Einzig- und Bestartigkeit der Schweiz zu loben gedenken, was ja nicht grundsätzlich falsch oder von der Hand zu weisen ist.

Aber mich nervt das. Je länger, je mehr. Was haben wir denn nun erreicht in dieser Weltwirtschaftskrise? Was ist Blühendes oder Nachhaltiges daraus hervorgegangen, ausser das 1 Team in der Formel 1 weniger fährt - stellt euch vor, ausgerechnet das Schweizer Formel 1 Team.... - nichts.

Wir haben mehr arbeitslose Menschen, aber keine Anstalten unternommen, zu versuchen die Krise nicht auszusitzen, sondern sie umzunutzen durch ein Umdenken. Nö... wir sitzen lieber aus. Auf Kosten der Arbeitslosen. Meist Menschen, die auch vorher nicht das höchste Salär bezogen. Es mangelt uns an Mut und an frischen Ideen. Lieber schauen wir wiederum staunend auf die Investment Banker, die urplötzlich wieder Milliardengewinne vermelden, freuen uns auf den Vergleich den die UBS mit den USA bezüglich den Betrügerinnen und Betrügern, die sie beherbergte mit Milliarden zu begleichen hat, damit wir nicht weiter denken müssen, als unsere Nase lang ist.

Es geht uns so gut, dass wir das auch nicht weiter müssen. Wenn 'was kaputt geht, kaufen wir uns Neues. So behandeln wir dann leider und auch verständlicherweise nicht nur unsere Handys, Autos, Fernseher und Computer sondern mitunter auch unsere Arbeitnehmenden, Chefs, Menschen, Freunde, die Natur und auch uns selbst. Wo kauft ihr das?

Schade.

Die Schweiz ist schön. Zugegebenermassen. Ich bin stolz auf unsere Schweiz, unsere Demokratie und unseren Wohlstand. Auch an ihrem x-ten Geburtstag. Wir sollten uns aber nicht zu schade sein, auch über die unschönen Dinge ausserhalb unseres direkten Umfelds nachzudenken und zu beginnen, sie zu verändern.

Das ist keine 1. August Rede und das ist auch gut so. Ich überlasse dieses Feld... es ist ein zu weites Feld. Ja, Effi Briest.

Kommentare:

bajaz hat gesagt…

Die Schweiz ist für Viele dann am schönsten, wenn sich trotz der ganzen Welt nichts ändert!

Reto M. hat gesagt…

Sehr wahrscheinlich schon. Anders ist das kaum zu erklären.