Montag, 6. Juli 2009

Sag's in 1000 Zeichen...

Ich weiss, dass sehr viele Menschen jeweils, wenn sie etwas schreiben sollten, nicht wissen, wie sie es anstellen wollen und Stunden brauchen, um ein paar Sätze zu Papier zu bringen. Ich nicht. Warum nur muss man sich ständig beschränken? Da stellt einem jemand 4 Fragen und gibt dir bloss 1000 Zeichen Platz, um diese zu beantworten. Wie immer, schrieb ich zuerst einfach drauf los. An die 3x1000 Zeichen beschied mir danach die„Wörter zählen“ – Funktion. Das geht so nicht, kam die Antwort postwendend nach erster Einreichung und da der Schreibende unterrichtsfreie Zeit einbezieht, setzte ich mich halt nochmals neu an den Text, formulierte um und anders, als dass doch - trotz weniger Zeichen - alles zu den Fragen gesagt werden sollte. Auch der zweite Anlauf geriet etwas zu lange und ich laufe Gefahr, dass nun von fremder Hand gekürzt wird. Ob die Antworten trotz Kürze gelungen sind, wird schlussendlich erst der Zeitungsbericht am Mittwoch zeigen können. Merksch’es?

Kommentare:

Titus hat gesagt…

Nun, da die JUSO die «1:12»-Initiative lancieren will, solltest Du nicht überrascht sein wenn andere auch solche Quotenregeln kennen.

Im von Dir geschilderten Fall geht's hingegen um den Faktor 10, also «1x10». Oder noch konkreter: 100 Tage im Amt, 1000 Zeichen zur Verfügung. Nach einem Jahr gibt man Dir dann 3650 Zeichen...

Deshalb sagt man älteren Politikern auch nach, dass sie viel reden (oder schreiben) und wenig sagen... ;-)

bugsierer hat gesagt…

tja, kürzen ist immer ein wesentlicher teil der arbeit beim schreiben. nicht nur beim schreiben, auch in der kunst ist eigentlich das weglassen die kunst.

und es gibt auch einen physikalischen grund/metapher, sich kurz zu halten: kompression erhöht den druck.

Reto M. hat gesagt…

@ Titus:
Wie Bugsierer sagt: Kompression erhöht den Druck. Das kann auch in 1:12 Firmen dann mehr oder weniger gut sein, je nachdem welcher Druck sich aufbaut. Aber ich bin ideologisch natürlich für 1:12.

Ich denke alle Angefragten erhielten 1000 Zeichen in diesem Fall.

@ Bugsierer:
Es war trotzdem sauschwierig dieses Mal. Ich bin ja - ausser in diesem Blog - auch nicht für ewig langes Geschreibe. Ich werde die Denkaufgabe dann veröffentlichen, sobald ich kann. Ich kann ja dann zum Spass auch beide Versionen ins Netz stellen. Variante ungekürzt und Variante gekürzt.

Es ist wahrlich eine Kunst, a) nicht das Falsche zu schreiben und b) dann noch das Richtige wegzulassen. ;-)
Aber ich kann ja auch nicht immer einen Texter bemühen...

hansruedi hat gesagt…

Frage 1: Antwort: Ja
Frage 2: Antwort: Ja
Frage 3: Antwort: Ja
sechs Zeichen, das müsstw reichen. ;-)

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:
Das neue Logo scheint bei dir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es waren 4 Fragen, also kommt man als SP'ler am ehesten mit 8 Zeichen bestehend aus 2 Buchstaben aus. ;-)

daniel.steiner.evp hat gesagt…

Ich habs irgendwie (nach einem Start bei 2200) auf 1015 Zeichen gebracht.

Beim Rest sprichst du mir aus dem Herzen ;-))

Reto M. hat gesagt…

@ Daniel Steiner:

Ich hatte mehr. Das sage ich dir. Am Schluss mochte ich gar nicht mehr zählen lassen. Aber. Henusode. wir werden sehen, was sie überhaupt draus machen. Ich bin auf alle Fälle gespannt.

hansruedi hat gesagt…

nach lesen des Artikels, irgendwie fehlen mir da die Statements einiger Parteien, bleibe ich dabei "ja" und "nein" hätten als Antwort durchaus genügt.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:
Ich verstehe was du meinst. Mir geht's ähnlich. Aber das liegt eventuell auch am Bericht.

Aus meiner Interpretation haben wir:
ein
Ja von FdP, SP, EVP, jll
Nein von SVP

Natürlich sind hierbei auch viele, welche Ja, aber... oder Nein, aber.... antworteten und es dem Schreibenden wohl nicht einfacher, als uns machten.

Item. Ich veröffentliche jetzt unsere ungekürzte Meinung.

hansruedi hat gesagt…

ich lese aber im Zeitungsartikel ein nein der Evp raus, und eben mir fehlen da 3 Parteien welche ja auch im Stadtrat vertreten sind.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Da beginnt nun eben das Problem. Ich lese da ein: Ja, eigentlich grundsätzlich schon, aber wir finden vielleicht doch, dass das Bundesgericht es nicht für zonenkonform finden könnte, worauf wir auch nichts einzuwenden hätten.
Das Thema ist halt nicht ganz einfach.

Was die Parteien anbelangt, so wurden nur die Gemeinderatsparteien zur Stellungnahme angefragt. Warum bleibt Sache der Zeitung. Es wird aber öfters so gemacht, obwohl in dieser Thematik auch die Meinungen bzw. Begründungen anderer interessant gewesen wären. Auf der anderen Seite wären diese wohl sowieso ähnlich oder zumindest absehbar. Oder?

daniel.steiner.evp hat gesagt…

Ja zum Rechtsstaat, d.h.: Wer die baurechtlichen Bedingungen erfüllt, erhält eine Bewilligung. ABER: Ob das Minarett zonenkonform ist, zweifle ich an. Das Bundesgericht könnte da - gerade auch für zukünftige Gesuche, die folgen werden - endgültige Klarheit schaffen.

Übrigens: Nein zur Minarett-Initiative...

Sch... Das Thema ist schwierig.

Reto M. hat gesagt…

@ Daniel:
Danke für die Präzisierung.

Du kennst meine Meinung:
Wenn ihr in der Schweiz an den Minaretten sägt, dann sägt ihr auch an den Kirchentürmen.
Aber das Thema ist schwierig, zumal ich hinsichtlich besagter Initiative gewisse Schwarzenbachs vermute: Der öffentliche Unmut oder das Unbehagen wird bestimmt grösser sein, als das politische.

Wir SP sagen auch nicht: "Juheee, wir lieben uns nun alle."

Es braucht die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen. Das ist die grosse Chance. Das muss der nächste Schritt sein. Ich bezweifle, ob es besser ist, wenn wir die Kirchen, Tempel und Moscheen in die Industrie- oder separierte Gebiete verbannen ebenso, wie ich mich frage, warum sie in einer Disco sind.

Da bin ich traditionalistischer Landeskirchen-Christ.

daniel.steiner.evp hat gesagt…

Der Kampf für oder gegen Minarette ist ein Schattenboxen. Dahinter versteckt sich die entscheidende Frage, inwiefern sich zugewanderte Menschen in der Schweiz integrieren wollen/müssen.

Für mich ist insbesondere auch das "Müssen" wichtig: Wer in der Schweiz leben will, muss sich sprachlich verständigen können, unsere Werte und unser Rechtssystem respektieren, Frauen die gleichen Rechte und Chancen zubilligen (ein SP-Anliegen!), im schulischen Bereich so wenig Ausnahmen wie möglich beanspruchen, etc.

hansruedi hat gesagt…

beim nicht integrieren, sind die Moslems aber nicht alleine, da gibt es durchaus auch andere Religionen die sich nicht so ganz in unsere Gesellschaft einpassen wollen. Ich bevorzuge das Wort einpassen, denn es sollte jeder man unsere Gesellschaft mit-er-leben ohne aber seine eigene Identität aufzugeben.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

ich stimme völlig zu, was die integration betrifft.

für mich gibt's da nichts einzuwenden. aber... es ist kein schattenboxen! integration und reigion sind für mich 2 dinge.

integration bedeutet für mich das gesellschaftliche staatliche einfügen und teilweise anpassen an die gelebte kultur, aber es heisst nicht dass ich anders denken und fühlen muss - auch was die religion betrifft.

denn wenn wir minarette verbieten oder verhindern, sind wir es, welche sich nicht an unseren rechtsstaat halten, respektive unser liberales rechtssystem, das uns zu dem machte, was hier heute leben, respektieren.