Dienstag, 23. Juni 2009

Web 2.0 über alles in Parteikampagnen?

Heute dachte ich, dass ich über meinen riesig grossen ideologischen Schatten springe und mir erlaube, über eine andere Partei zu bloggen, welche mutig Elemente des Web 2.0 in ihre Kampagne einbaute. Da ich nicht genau weiss, wie es mit dem Urheberrecht steht, verweise ich bloss auf den Link:

http://wahlen.fdp-stadtluzern.ch/FDP.html


Vlogs. Wow.
Nummer 9 ist mein absoluter Favorit. Den würde ich auf alle Fälle wählen. Nummer 14 helikoptert mir argumentativ auch nicht schlecht.

Nun mal ernst:
Web 2.0 im Campaigning ist gut und recht, aber das ist so was von in die Hose gegangen. Unprofessionell gemacht. Vollkommen gestammelt, gestottert und gestaggelt. Absolut schlimm.
Ich mahnte heute meine Kollegen, mich vorher kalt zu stellen, falls ich mal mit solchen Ideen ankommen sollte. Zuerst fragte ich mich echt, ob es eine Folge einer bekannten Satire-Sendung sei oder eine Anti-Campaigning-Seite der Gegnerschaft. Das ist keine Campaign mehr, das ist bloss noch Pain.

P.s.: Der Spenderin danke ich für den Linktipp. Wir lachten uns im Büro krumm.

Kommentare:

roetext hat gesagt…

ha, was für dilettanten.

ähm... mit web 2.0 und vlog's hat das null zu tun. das ist einfach nur grottenschlecht.

priska hat gesagt…

aber lustig!!! ich hab mich ebenfalls krumm gelacht. v.a. ab kandidat 14. ist das wirklich ernst gemeint?
tja, polit-satire muss ja nicht immer künstlich entstehen.
reto, sende das doch an giacobbo/müller. wer weiss, viellicht bringen die das mal...

Reto M. hat gesagt…

@ roetext:
das mit dem web 2.0 lob war auch eher zynisch gedacht. ;-)
das ist wirklich abartig übel.

@ priska:
da wirkt sich wohl die sommerpause negativ aus. aber ich sende es mal weiter.
schön, dass die mobile geschwindigkeit auf'm berg reicht, um die videöli spielen zu lassen.

kathrinb hat gesagt…

ich schaue nicht regelmässig giacobbo/müller, aber die haben das sicher schon gesendet.
geistert nämlich schon seit mehreren wochen durch facebook und internet... auch der tagi (online) hat schon mal darüber berichtet, und die mussten den artikel sogar kurz vom netz nehmen. er ist aber wieder aufgetaucht, nämlich hier:
http://www.tagesanzeiger.ch/digital/wild-wide-web/Wie-die-FDP-Giacobbo-in-den-Schatten-stellt/story/31654339

Reto M. hat gesagt…

hui... wir berner sind da halt etwas hinten drein. also nicht in einem komischen sinn jetzt so gemeint oder so.

ich hatte es noch nie gesehen und fand's zum schreien. ich habe fast alle folgen giacobbo/müller gesehen - mit ausnahme einer - welche ich verschlief... damals voll kaputt... und seither auch als podcast nie angeschaut habe.... daher könnte schon sein, dass sie es bereits brachten, dass es gar nicht fernsehtauglich ist oder - wie du sagst - ein alter zopf.

item. schön mal wieder was von dir zu hören.

dein juso-a.d.

hansruedi hat gesagt…

ich habe mir nur einen kleinen teil eines der filme angetan, ja die sind schlecht, na und? die tun was, machen Fehler und lernen vielleicht mit der Zeit daraus. Ganz anders der Chef der hiesigen grössten Fraktion, der beklagt sich doch tatsächlich in der heutigen Zeitung darüber, er sei vor der Abstimmung schlecht informiert gewesen, da bekommt man den Eindruck er liest die Kommisionsberichte nicht und spricht nicht mit der Regierung?
Leute kommuniziert mit den Bürgern und Miteinander, und wenn ihr dabei Fehler macht, lernt daraus.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Hoi Hanspeter:

Du. Alles gelesen. Sonst wäre ich in der GPK am falschen Ort. Steht aber nirgends was von Behindertengerechtigkeit, Treppenlift oder späterem Ausbau drin. Wenn sich der Gemeinderat die Argumentation erst nach dem Rückzug zusammenschustert, so muss man sich über meine Leserbriefe auch nicht wundern. Da reagiere ich. Punkt.

By the way. Ich bin Chef der grössten Partei Langenthals. Chefin der grössten Fraktion Langenthals ist meine Kollegin Stefanie Loser-Fries. ;-)

Was die Kommunikation, die Fehler und das daraus lernen anbelangt, so gebe ich dir vollkommen Recht. Ich hätte erwartet, dass der Gemeinderat sagt, uns ist da wohl ein Fehler unterlaufen, dass wir in die Renovation des Treppenhauses nicht auch gleich den Einbau eines Treppenlifts eingeplant oder zumindest als Variante eingerechnet hatten.

Anstelle davon heisst es dann, man habe das später tun wollen und bereits geplant gehabt. Warum kommt dann der Rückzug des Geschäftes?

hansruedi hat gesagt…

Ich unterstelle keinem Gemeinderat und auch keinem Stadtrat böse Absicht, aber ich unterstelle allen 47 eine gewisse Unbeholfenheit in der Kommunikation, gerade gegenüber den Bürgern, denn aus den Räten und den Kommisionen dringt kaum etwas nach drausen, es sei denn über Umwege, dabei wäre doch gerade das Internet so eine nette Möglichkeit um zu informieren. Ich beziehe zur Zeit etwa 90% meiner Informationen über die Politik von Langenthal aus der Zeitung und diese Informationsquelle wird wohl schneller als uns allen lieb ist versiegen. Auch wenn diesmal das Langenthalertagblatt verschont zu werden scheint.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Lieber Hansruedi:
Absolut richtig. Da könnte/sollte die Stadt eventuell mal betreffend der Kommunikation jemanden anstellen. Jetzt schauen wir doch mal was der neue Webauftritt dann hergibt. Ich bin gespannt. Zu hohe Erwartungen in Sachen Web 2.0 darf man wohl nicht haben.

Zudem ist noch mein Vorstoss (verschoben) hängig, welcher Fragen in Sachen Stadtmarketing und Kommunikation etc. stellt, da bin ich dann auf die Antworten gespannt, zumal es aus meiner Sicht wohl fast einmalig ist, dass der Gemeinderat eine Interpellation verschiebt. Es war ihm binnen dreier Monate nicht möglich, die Antworten zu ... generieren oder finden. Strange. Da bin ich aber gespannt.

hansruedi hat gesagt…

auf die neue hp bin ich auch gespannt, allerdings, es braucht gar kein Web 2, einfach alle Texte der Kommissionen und Räte als txt abspeichern und dabei die persönlichen Namenstellen aus-X-en.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Kommissions- und Gemeinderatsprotokolle sind mit und ohne Namensnennung geheim. Da gibt's nichts zu x'en. Die werden nicht mal vermailt. Punkt. Da hätte ich als Mitglied der Datenschutzbehörde dann was dagegen sonst. Stadtratsprotokoll und -sitzung sind aber öffentlich und meines Wissens auch downloadbar.

Der Gemeinderat könnte aber vielleicht auch die Pressemitteilungen noch intensivieren und so mehr Infos via Web an die Bevölkerung abgeben. Oder?

hansruedi hat gesagt…

Geheim? wirklich geheim? wenn dem so wäre, müsste man das ändern, auf die schnelle habe ich nuir das Reglement der Stadt Langenthal gefunden, da steht drin dass die Wahl und Stadtratsprotokolle öffentlich sein müssen und die anderen gemäss übergeordneten Reglemente gehandhabt werden. Beim Kanton, habe ich dann eine Checkliste für Auskunftsbegehren gefunden, die Beschreibt wann die Organe Einsicht gewähren müssen.

Wie schon geschrieben, sobald Menschen involviert sind, ist es RIchtig die Daten nciht zu veröffentlichen, aber ob jetzt der Wuhrplatz mit Kringeln verziert werden soll oder in die Musikschule ein Treppenlift eingebeut werden darf oder muss oder kann, diese Dinge (empfehlungen der Kommision) gehören veröffentlicht und ich sehe auch kein verbot einer solchen veröffentlichung.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:

Die Regelung in Langenthal ist meins Wissens so, dass die Kommissionen und die Sitzungen des Gemeinderates nicht öffentlich sind. Dementsprechend sind auch die Protokolle derselben nicht öffentlich.

Diese Regelung ist vielleicht gegenüber der Kommunikation der Bevölkerung nicht wirklich das Nonplusultra, aber zumindest verwaltungstechnisch und sonst relativ gut überprüfbar. Es würde wohl einer zusätzlichen Datenschutzstelle bedürfen (auch vom Aufwand her), wenn man Teile aus den Sitzungen öffentlich machen würde, indem dass man Teile weglässt oder mit Xen versähe. Da müsste "jemand" selektionieren.

hansruedi hat gesagt…

das die Sitzungen nicht öffentlich sind, finde ich gar nicht schlimm. Aber weshalb nur weil die Sitzung nicht öffentlich ist, dann auch die Protokolle nicht veröffentlicht werden, verstehe ich nicht. Zum Problem der Persönlichkeitsrechte, man kann ein Protokoll durchaus so schreiben das man keine zwei Fassungen zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte benötigt. Ja man muss bei einigen Kommissionen schon ein wenig aufpassen, bspw. die Sozialkommision, aber bei anderen, Bau- und Planungskommission, Finanzkommission und der Kommission für öffentliche Sicherheit sehe ich kein Problem so gut wie alles öffentlich zu machen. Ich sehe in der Stadtverfassung oder dem Reglement der Stadt Langenthal keine stelle die einer Veröffentlichung der Protokolle widerspricht.
aber das habe ich noch gefunden
http://www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/themen/staat_und_buerger/oeffentlichkeitsprinzip.html

klar gibt es einen unterschied zwischen der Bundesverwaltung und der Stadt Langenthal, aber es dürfte eher weniger "geheime" Sachverhalte in Langenthal als in der Bundesverwaltung geben.

hansruedi

hansruedi hat gesagt…

Nachtrag,

ich habe es gefunden. Wir alle haben es ja erst kürzlich gelesen, deshalb hatte ich es auch ncoh im Kopf, es sind Artikel 12 und 13 der Langenthaler Stadtverfassung.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Lieber Hansruedi:

Wenn ich meine Pendenzen durch habe, komme ich gerne einmal auf deine Anmerkungen und Anregungen zurück.

Aber im Moment kann ich das leider nicht. Sorry. Wir können in den "Sommerferien" ja auch mal einen Kaffee trinken gehen. Oder so.

hansruedi hat gesagt…

Kaffee trinke ich keinen mehr, ich bin für die Freiheit der Drogen nicht für deren Vernichtung, gut bei Alkohol mache ich manchmal eine kleine Ausnahme. Als Termin schlage ich 10 Minuten nach aufstellen der Plakatwand vor.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Machst du bei Pro-HarmoS mit?

Steht da schon ein Termin zur Montage? Wenn ja, bitte per Email übermitteln.