Samstag, 20. Juni 2009

Die letzte Nacht im Militär

Als ich damals meinen ersten WK hatte, staunte ich (damals noch als Na-Sdt) in Interlaken ob des Typens, welcher seine letzte Nacht im Militär durchzechte und sich am Morgen danach - sozusagen - beklagte, dass sie ihn nicht in den Puff hereingelassen hätten, weil er eine Uniform trüge.

"Meine Güte ist der aber hässlich, so was zu wollen oder zu tun!", dachte ich damals und bevor ihr euch zu ängstigen beginnt ob meines Berichtes: "Ich denke auch heute noch 100% so!"

Einzige Parallele: Auch ich habe heute Abend meine letzte Nacht hier. Das letzte Mal in welcher ich mit 20 Männern ins Bett und Priska ins Hotel geht. Sozusagen. Da heute aber fast alle ausgeschwärmt sind, darf ich mich mit "bloss" 3 Männern im selben Zimmer begnügen. Ein Segen, wenn man bedenkt, dass ich ausgerechnet seit heute Morgen eines der Oropax nicht mehr finde.

Nun, vielleicht werdet ihr denken, warum ich denn - um diese Zeit - noch wach bin, wenn ich schon nicht durchzechen wolle.
Antwort: Nachtwache.
Ja. Auch das ziehen wir halt - seriös und pflichtverbunden, wie wir sind (mehr oder weniger) - bis zum Schluss durch.

Wehmut kommt bei mir bestimmt nicht auf, wenn ich das letzte Mal hier penne, aber das sagte ich schon mehrmals. Noch ein paar Minuten und dann kann auch ich mich für ein paar Augenblicke noch bis zum Abtreten hinlegen.

Bye, bye Militär. Es war nicht nur schön.
Das ist bestimmt etwas, das ich ohne schlechtes Gewissen und Strafverfolgung äussern darf und im Gegenzug lässt sich auch sagen: Es gab durchaus auch ganz gute Situationen. Die meisten davon haben mit besagter Frau Oberleutnant einen Zusammenhang oder mit meiner früheren Funktion. Aber vielleicht ist es auch mit letzterem so, dass die Vergangenheit trübt und vieles, was damals auch nicht so gut war, einfach über die Jahre in Vergessenheit geriet. In diesem Sinne: Tschou zäme.

Kommentare:

Chris hat gesagt…

Hoi Reto,
Als ehemaliger Kadi in der CH Armee, danke ich Dir, dass Du trotz Deiner persönlichen eher skeptischen Gesinnung, den Dienst absolviert hast. Ich dachte, ich schreibe Dir dass einfach mal so, damit wenigstens ein "Kader" der Armee Danke sagte.
Gruss Chris

Markus Meyer hat gesagt…

Lieber Reto

Es war nicht immer schön.... Das kann ich bestätigen. Wars auch bei mir nicht. Allerdings ist das auch nicht unbedingt der Zweck der Armee.

Ich freue mich für dich, dass dus nun hinter dir hast. Immerhin hast du durchgezogen, das ist schon mal nicht selbstverständlich.

Geniesse nun die kalten Nächte zuhause, wenn Priska im Dienst ist! Da hast du Zeit und Musse, für die SP zu arbeiten!

Herzlicher Gruss aus Roggwil, Markus

Reto M. hat gesagt…

Lieber Chris, lieber Markus

Besten Dank für eure Worte. Ich schätze das. Ich selbst empfand es schon auch als meine Pflicht meinen oder einen Dienst am Vater- resp. Mutterland zu leisten.

In diesem Sinne stellte es für mich kein Problem dar. Mehr Mühe hatte ich stets mit der Effizienz in der Armee. Das "Warten-Secklen" bekam mir je länger je schlechter.

Nun denn. Jammern tut die FdP - wie ich der gestrigen Kolumne von SP-NR E. Allemann entnahm - und nicht die SP'ler.
Wir sind nun gestandene Krieger. Gell, Marki. ;-)

Ich danke euch für die Worte.
Verstanden. Schluss.