Samstag, 23. Mai 2009

Hooliganismus und nun?

Es fragt sich effektiv, was man nun in der Schweiz in der Fussball- und Eishockeywelt unternehmen könnte, um den Hooliganismus einzudämmen. Doch dieses Thema derzeit politisch zu lancieren, könnte zum unweigerlichen Rohrkrepierer werden, dahingehend, dass man sich allzu schnell mit dem Vorwurf konfrontiert sähe, sich nun nach der medialen Abhandlung einer politischen Überhandlung auszuliefern.

Da ärgert es mich schon ein wenig, dass ich meine Ideen für eine Verbesserung der Situation rund um die NLB Spiele des SC Langenthals noch nicht so weit gediehen hatte, als dass ich sie an der letzten Stadtratssitzung - vor der medialen Diskussion und dem Cupfinal - hätte einreichen können. Mein politischer Wirkkreis umfasst ja nur die Stadt Langenthal und auch das nur indirekt, da ich bei weitem nicht sagen würde, dass alles was ich will, sage oder tue tatsächlich eine Wirkung erzielt. Den Vorstoss jetzt (in den nächsten beiden Sitzungen) einzureichen, finde ich, obwohl auch hier in unserem Städtchen (wenn auch in viel kleinerem Ausmass) nach wie vor Handlunsgbedarf angezeigt wäre, aus besagten Gründen obsolet.

In der nachmittäglichen Diskussion mit einem noch um Jahre mehr in Polizei und Politik erfahreneren Kollegen wurden vor allem 2 Lösungsansätze genannt, die Hooliganismus eindämmen könnten, welche aber nicht neu sind:

a) Hooligans enttarnen. Es kann nicht sein, dass ein Randalierer am Montag wieder ganz normal die Schulbank drückt oder mit der Krawatte in die Bank zum Arbeiten spaziert.

b) Hohe Geldbussen. Die jugendlichen Hooligans liessen sich mit der Konsequenz punkto Vergeltung des Schadens und hohen Bussen bestimmt auch über´s Porte-Monnaie lenken.

Welche weiteren Möglichkeiten gäbe es noch? Da überlegen sich nun einige noch einflussreichere Menschen ihren Teil dazu. Wichtig scheint mir auf alle Fälle, dass das einander den Puck oder den Ball zuzuschieben eindeutig nur auf dem Feld des Sportes stattfindet und nicht wie es im Moment mit diesem Problem zwischen Polizei, Politik, Vereinen und Fussballverbänden geschieht.

Müssen erst Tote, wie zum Beispiel in England (welche mittlerweile eine vorbildhafte Organisation haben) folgen, bevor die Verantwortlichen handeln?

Nein, denn wir alle wollen friedlich an einen guten Fussball- oder Eishockeymatch pilgern, ihn uns anschauen, Freude haben oder Trauer empfinden und dann wieder nach Hause gehen. Ohne Gewalt.

Kommentare:

Bruno hat gesagt…

Wie die Situation rund um den SCL ist, weiss ich nicht - gibts da Probleme?

Allgemein im Fussball: Die Vereine, Trainer und Spieler distanzieren sich völlig ungenügend von den Gewalttätern. Damit unterstützen sie sie noch indirekt. Zu dieser Art von Supportern zählt auch das Lokalfernsehen, das jedes Mal freudig erregt den Idioten eine Plattform bietet.

Wie so oft gibts wohl kein eindeutiges Patentrezept, eine Vielzahl von Massnahmen gleichzeitig sind fällig. Dazu gehört etwa auch, die Zahl der Geisterspiele massiv zu erhöhen. Vereine sollten in schweren Fällen mindestens eine halbe Saison ihre Stadien dicht machen müssen.

Reto M. hat gesagt…

@ Bruno:

Es ist halt so, dass die Verstösse gegen Recht und Ordnung in Zusammenhang mit einigen Spielen des SCL halt rasch in zehn Tausenden von Steuerfranken münden können.

Insbesondere wenn nach den Spielen noch weiter ermittelt werden muss. Daher ist die Idee von Schnellrichtern im Stadion vielleicht relativ praktisch und günstiger - obwohl bei diesem System einer gewissen Willkür Tür und Tor eröffnet werden.

Was du sagst, die Verniedlichung des Hooliganismus durch die Clubs muss sofort beendet werden und sei es durch rigorose Strafen gegenüber den Clubs des jeweiligen Verbandes.

Bruno hat gesagt…

Ja, da sind wir uns einig, was die Klubs angeht. Dazu gehören ja auch die Spieler, die gewalttätiges Verhalten auf den Rängen manchmal regelrecht provozieren. Und gewisse Präsidenten, die eine Respektlosigkeit sondergleichen ihren eigenen Verbandstrukturen entgegenbringen.

Schnellrichter - na ja. Klare rechtsstaatliche Regeln sind vonnöten. Die Beweislage müsste eindeutig sein. In der Praxis dürfte man hier wohl aber eher nach dem Hobel-Prinzip verfahren und die Späne in Kauf nehmen. Das wäre äusserst bedenklich.