Mittwoch, 20. Mai 2009

Erster Feindkontakt - Sion Fans blockieren den Berner Bahnhof




Dichte Nebelschwaden hängen unter dem Dach des Bahnhofes in Bern, welcher fest in Sittener Hand gebracht wurde. Die Stimmung in der scheinbar zum "Fan-Kessel" umfunktionierten Haupthalle kocht bereits. Sion-Rufe aus vieler Kehlen schwängern den Raum, Scherben und Bier bedecken den Boden, worauf das Begehen zum klebrig, scherbelnden Ereignis wird und der Geruch des Biers stinkig aus den Kehlen und von durch den Raum geworfenen Büchsen ist omnipräsent.

Für mich kein Problem. Ich schiesse einige Bilder mit dem Handy. Menschen mit Hunden, Frauen und Männer, die sich durch diese Masse mit Kinderwägen mühen, ihnen gehört mein erstes Mitleid und die Gedanken: Brauchen wir das wirklich? Warum können wir keinen Fussball- und Eishockeymatch ab einem Niveau der Nationalliga B ohne Polizei und ohne den massiven Aufwand von Steuergeldern, einfach so aus Spass am Spiel abwickeln?

Versteht mich richtig: Ich fane sehr für YB. Ich verstehe den Nervenkitzel und die leichte Nervosität, die sich vor so einem Spiel in einem Fan aufbauen kann. Aber, warum denn nur diese Gewalt? Gewalt, wie sie in den Strassenschlachten und auch im Stadion oder gewissen Trams (wie dämlich ist dieser Herr Gross eigentlich?) nach dem Spiel des FC Zürichs gegen den FC Basel wieder zu finden war und die im Moment im Bahnhof Bern durch ein massives Polizeiaufgebot und das Trennen der Fangruppen präventiv verhindert wird.

Warum diese Tausenden von Steuerfranken, wegen Hooliganismus, Raketenwürfen, Sachbeschädigungen, wenn es doch hauptsächlich um eines geht: Sport.

Ich hoffe, dass es heute friedlich und günstig bleibt und sage trotzdem oder gerade wegen: Hopp YBeee!!!

Kommentare:

hansruedi hat gesagt…

die Antwort ist eigentlich einfach, eine Bevölkerung hat ein gewisses Gewaltpotential, wenn dieses Potential fast vollständig vom Staat besetzt wird, ist alles friedlich. Wenn der Staat dieses Potential nicht genügend besetzt, werden irgendwelche Gruppierungen das Machtvakum ausnutzen. Wenn der Staat das Potential vollständig ausfüllt oder sogar übernutzt, hast du einen Polizeistaat.

hansruedi

Guido hat gesagt…

Meine Erfahrungen im Bahnhof Bern heute waren früher am Nachmittag - nichts ahnend war ich fröhlich in den Flipflops in die Stadt marschiert.

Der Slalom um die zerschellten Bierflaschen, die in der gesamten Haupthalle verstreut waren, war kein Spass.

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi und Guido:

Da muss man so oder so was tun. Ich finde diese Krawalle vor und nach den Spielen einfach bloss blöd- und unsinnig.

Für ein Mal bin ich mit FIFA-Boss Blatter einig. Die Schweiz ist dort den Engländern um 5 - 10 Jahre hintendrein. Aber Blatter hätte es ja in der Hand selbst etwas dagegen zu tun, anstatt sich hinter dem Weltfussball zu verstecken und Autonummern abschrauben zu lassen.