Mittwoch, 13. Mai 2009

Die Zukunft der SP im Oberaargau?

Für die SP Prognosen zu stellen ist schwierig. In Zeiten, in welchen wir nach wie vor Mitgliederverluste ohne Ende hinzunehmen haben, währenddessen neue Parteien alte Inhalte in neuer Verpackung präsentieren und dadurch gar Mitglieder gewinnen und sich neue Sektionen im ganzen Kanton gründen oder umgründen, wird es für mich schwierig mich auf die nächsten Wahlen im Kanton Bern zu freuen. Auf Grund der Verschiebungen, die im Wählendensegment seit den letzten Nationalratswahlen stattfanden und auch mit den Prozentverlusten, die wir bei den Stadtwahlen in Langenthal - aber auch Bern hinnehmen mussten, müssen wir von unserer Seite schon fast mit einem Verlust von 6% im Oberaargau rechnen. Und mir stinkt das gewaltig. Ich mag keine kalkulatorischen Niederlagen, da schmeiss ich doch mein Strategiehirn nicht an, um dann so oder so Verluste heimzufahren. Zumal wir, bezogen auf unsere Mandate sehr wahrscheinlich von 3 auf 2 Grossratssitze reduzieren müssten, wenn der beschriebene Verlust eintreten sollte. Bei drei Bisherigen, die wieder antreten, kann man sich das Desaster, das man sich - in welcher Form auch immer - anlastet, bildhaft vorstellen.

Unrealistisch ist das Szenario bei weitem nicht. Folgende Folien habe ich - nebst anderen, die nicht für Öffentlichkeit bestimmt sind - am Parteitag der SP Oberaargau gezeigt, um auf die Bedeutung eines guten Wahlkampfes hinzuweisen.

Auf Grund der Resultate 2006 in den Ämtern Wangen und Aarwangen mit Hinzunahme der Stimmen aus der neuen Region um Huttwil, die neu auch zu unserem Wahlkreis stösst, ergibt sich Folgendes Bild:
Die Resultate der Nationalratswahlen 2007 in den Ämtern Aarwangen und Wangen.
Ein ähnlicher Verlust würde bedeuten, dass man in etwa noch knapp auf 20% Wählerstimmenanteil kommt, was wohl zur Folge hätte, dass man nur noch 2 Grossratsmandate erreicht.Ufff..... bitter. Kommt noch hinzu, dass einige Parteien, wie die EVP, Wahlkampfbudgets von 36'000 CHF für die Region Oberaargau präsentieren. Zahlen, bei denen mir schwindlig wird und ich mich frage, ob sich so viel Geld für Wahlkämpfe auszugeben wirklich lohnt?

Für Tipps und Ratschläge bin ich offen.

Kommentare:

daniel.steiner.evp hat gesagt…

Reto, lass doch das Stochern im Nebel: Wahlen sind und bleiben unberechenbar...

Reto M. hat gesagt…

Zumal das Stochern auch noch mit einem Blindenstock erfolgt.

Daniel: Ich rechne halt gerne. Du als mein fast ehemaliger Math-Semer-Lehrer solltest das doch verstehen. ;-)

jean-marc rossi hat gesagt…

hoi reto, kampagnen werden oft überschätzt. gerade linke haben erfahrungsgemäss ein etwas schwieriges verhältnis zur werbung überhaupt.
du würdest ja auch nie die svp wählen, nur weil sie ein gutes plakat gemacht haben? also warum glauben parteien, dank plakaten und flyern gewählt zu werden?
mit einer kampagne schaffst du es nur, dich und deine botschaft besser zu vermitteln, schöner, klarer, verständlicher zu wirken. damit schaffst du sympathiewerte, keine stimmanteile. stimmen gewinnen glaubwürdig wirkende kandidaten. die rolle einer kampagne ist es, diese kandidaten und ihre positionen bekannt zu machen.
wichtiger als die tabellen der stimmanteile sind die persönlichen resultate eurer kandidaten. welche haben mehr stimmen bekommen, als andere (auch von anderen parteien) und was darf man daraus schliessen? sind sie bekannter, politisieren sie anders, wirken sie besser? der erste schritt zu einer kampagne ist die kandidatenliste, ihre betreuung, ihre begeisterungsfähigkeit und nicht zuletzt ihre disziplin.
danach kommt das glück. da schliesse ich mir daniel steiner an!
liebe grüsse, jean-marc

Reto M. hat gesagt…

lieber jean-marc

soooo schön von dir zu hören. besten dank für deinen eintrag. hätte ich nicht tonnenweise zu tun, die ganze zeit, ich würde liebend gerne wieder mal was mit dir unternehmen und weitere streiche in die richtung deines gesagten aushecken...

nun... wir haben vor allem eine kandidatin, welche uns aus diversen gründen immer wieder überragt bei den wahlen... du kennst sie... sie ist blond... sie ist extrem intelligent... sie ist wahnsinnig engagiert... und das bezog sich jetzt nicht bloss auf die politik.

item. die rangliste der politiker langenthals, was die beliebtheit gemäss panaschierstimmenbilanz der stadtwahlen anbelangt, findest du hier:
http://retomueller.blogspot.com/2008/11/die-beliebtesten-politiker.html

hui... gar nicht so schlecht, der olle blogger... ;-) aber an die frauen komme ich nie ganz ran.

danke für deinen eintrag und einen ganz lieben gruss an alle. ich hoffe euch gehe es sehr, sehr gut.

jean-marc rossi hat gesagt…

ich habe gelernt: man sollte nie etwas reinbloggen, bevor man a) in die ferien verreist und anschliessend b) eine grippe einfangt.
tut mir leid für die späte antwort und danke für die netten worte. man muss also, um gewählt zu werden, intelligent sein, jung und auch blond? interessant.

jetzt, wo ich in einem städtchen mit eigener gelateria wohne, fällt das aussteigen in langenthal schwer. aber vielleicht schaffen wir es mal mit einem wiedersehen in bern?

ganz liebe grüsse und gratulation zu glasnostmässigen blog!