Sonntag, 17. Mai 2009

Bio... Bio... Bio... ehh... Komplementär... Wochenende

Ein von viel Bio geprägter Tag...


Das wunderschöne Wetter genossen sie und ich (sprich wir) beim wunderschönen Aarerundgang des Biodiversitätstages im Oberaargau. Schön war's. Leika durfte dabei natürlich nicht fehlen. Nein, nicht mein Hund. Aber eine ganz gute Zuhörerin* und Befolgerin* und daher die ideale Begleitung* für Wanderungen, auch wenn man nicht ihr Herrchen ist...
*8-tung diese Ideale sind nicht auf weibliche Mitmenschen übertragbar, wie langweilig wäre das denn.

Der Biometrische Pass wurde mit dem knappsten mir bekannten Resultat nun doch angenommen (laut Tagesschau ist es das zweitknappste Ergebnis der Geschichte). 50,14%. Rund 5'500 Stimmen Unterschied. Ein Resultat, das vor allem wieder einmal zeigt, dass Abstimmen gehen lohnt und praktisch jede Stimme manchmal entscheidend sein kann. Auch wenn ich ob der nun folgenden zentralen Datenspeicherung der Biometrischen Daten nicht vor Freude an die Decke gehe, habe ich mich doch persönlich gar gegen diese zentrale Datenspeicherung eingesetzt, zumindest bringt uns dieses Ergebnis nicht in einen Schengenstress, was auch positiv zu werten ist. Somit halt doch eine weitere Datenbank, ein weiteres Register, das es künftig zu schützen gilt und das es eigentlich nicht bräuchte... peinlich wird's erst, wenn erste Missbräuche zu vermelden wären, was wir als staatsgläubige Politiker ja nicht annehmen wollen.
Interessant dünkt mich in diesem Zusammenhang noch der satirische Gedanke, der mich heute duchzuckte, ob ich dann künftig in unserer Bibliothek in Langenthal, welche in den Sommerferien neu auch mit dem RFID System ausgerüstet wird, dann auch gleich Bücher mit dem Biometrischen Pass in der Hosentasche ausleihen kann.
Biiiip, biiiiip.
"Ach, der Herr Müller kommt, letzte Ferien war er in den USA und jetzt leiht er sich wieder mal Tolstoij aus."
Biiiip, biiiip.
"Einen schönen Tag noch, Herr Müller."
"Du, Kollegin, auf dem biometrischen Passfoto im Chip sieht der viel schöner aus als in Natura."

Und dann noch ein deutliches Ja zur Biomedi... eh Komplementärmedizin. Nun denn. Sie sei ja scheinbar günstiger, als die Schulmedizin und das kann unseren Prämien nur Gutes tun... auch wenn ich diesbezüglich gar nichts Gutes mehr erwarte. Was an und für sich schon enorm traurig ist. Nun. Ich bin schon froh, wenn ich in diesem Sektor so oder so keine Kosten auslöse. Das werde ich mir bei der nächsten Erhöhung der Krankenkassenprämien, die auf nächstes Jahr ja scheinbar wieder einmal anstehen, auch vor Augen halten.
Nicht aufregen beim Ändern des Dauerauftrags, schütze deine Gesundheit mit einem kühlen Kopf und sei froh, dass du nichts hast.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich nehme jetzt an, es braucht nur irgend ein grösseres Delikt (was zwar nicht zu hoffen, aber dennoch nicht auszuschliessen ist) und dann wird sich die Unantastbarkeit dieser Datenbank als weitere Lüge entlarven.

odin hat gesagt…

Mehrheit ist Mehrheit und die Passvorlage wurde nun mit 50,1% angenommen. Ich hätte mich auch nicht beschwert, wenn 50,1% der Stimmberechtigten gegen die Erweiterung der Personenfreizügigkeit votiert hätten. Es wäre auch genauso so verherend gewesen, wenn " nur " 50,1% für die Komplementärmedizin gestimmt hätten.

Aber das man bei diesem biometrischen Pass so ein Theater macht ist unverständlich. Schließlich gab es schon beim alten Pass eine zentrale Datenbank ( Passfoto und Signalement sind auch biometrische Daten). Jetzt kommt einfach noch der biometrische Fingerabdruck dazu. Im übrigen haben Firmen oftmals die viel sensibleren Daten von mir in der Datenbank als der Staat ( z.b Patientdaten). Es zeugt schon von Scheinheiligkeit wenn hier mit zweierlei Ellen gemessen wird!!

Wir werden die Kosten im Gesundheitswesen erst Recht nie senken können, wenn jetzt auch noch die Komplementärmedizin in die Grundversicherung kommt. Es gibt nur einen Platz für die Komplementärmedizin: In der Zusatzversicherung!

Zudem gehört die Komplementärmedizin nicht zur Schulmedizin. Im Gegensatz zur Komplementärmedizin ist die Schuldmedizin nicht einmal in der Verfassung festgehalten. Lifestyle-und Esoterik Medizin dürfen nicht besser gestellt werden als die schulwissenschaftliche Medizin.

In diesem Sinne muss man Beda Stadler Recht schon geben, dass die Befürworter hier nicht alle Tassen im Schrank haben.

odin hat gesagt…

Mehrheit ist Mehrheit und die Passvorlage wurde nun mit 50,1% angenommen. Ich hätte mich auch nicht beschwert, wenn 50,1% der Stimmberechtigten gegen die Erweiterung der Personenfreizügigkeit votiert hätten. Es wäre auch genauso so verherend gewesen, wenn nur 50,1% für die Komplementärmedizin gestimmt hätten.

Aber das man bei diesem biometrischen Pass so ein Theater macht ist unverständlich. Schließlich gab es schon beim alten Pass eine zentrale Datenbank ( Passfoto und Signalement sind auch biometrische Daten). Jetzt kommt einfach noch der biometrische Fingerabdruck dazu. Im übrigen haben Firmen oftmals die viel sensibleren Daten von mir in der Datenbank als der Staat ( z.b Patientdaten). Es zeugt schon von Scheinheiligkeit wenn hier mit zweierlei Ellen gemessen wird!!

Wir werden die Kosten im Gesundheitswesen erst Recht nie senken können, wenn jetzt auch noch die Komplementärmedizin in die Grundversicherung kommt. Es gibt nur einen Platz für die Komplementärmedizin: In der Zusatzversicherung!

Zudem gehört die Komplementärmedizin nicht zur Schulmedizin. Im Gegensatz zur Komplementärmedizin ist die Schuldmedizin nicht einmal in der Verfassung festgehalten. Lifestyle-und Esoterik Medizin dürfen nicht besser gestellt werden als die schulwissenschaftliche Medizin.

In diesem Sinne muss man Beda Stadler schon Recht geben, dass die Befürworter hier nicht alle Tassen im Schrank haben.

Reto M. hat gesagt…

@ ?
Wir wollen das ja nicht hoffen und die SP will bereits eine Gesetzesänderung. Nach dem Resultat ein berechtigtes Anliegen.

@ Odin:
Ich habe nicht gesagt die Komplementärmedizin sei Schulmedizin. Ansonsten gilt meine Aussage von oben. Auf Grund des knappen Resultates, das rein rechnerisch natürlich die Mehrheit bedeutet, ist es nur Recht, wenn die SP Verbesserungen am Gesetz möchte, die wahrscheinlich (8-tung Spekulation) von einer Mehrheit mitgetragen würden.
Was den Herrn Wissenschaftler B. Stadler betrifft, so würde ich ihm raten, in die Politik zu wechseln. Dort ist man sich solcher Sprüche schon gewohnt.

Anonym hat gesagt…

Ich weiss das Sie die Komplementärmedizin nicht mit der Schuldmedizin gleichgesetzt haben. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Komplementärmedizin keine Schuldmedizin ist. Für die Komplementärmedizin gibt es wenig bis keine wissenschaftliche Grundlage, die deren Wirksamkeit auch wirklich untermauert. Und was wissenschaftlich nicht Stand hält geht für mich in den Bereich der Esoterik und Religion ( ähnlich wie bei den UFO's). Das diese dann in der Verfassung besser gestellt ist als die Schuldmedizin ist unverständlich. Ganz zu schweigen von den Mehrkosten dieser Esoterik Medizin in der Grundversicherung.

Aber das Stimmvolk wollte dies nun mal so. Schlimm ist einfach wenn ich keine Wahlfreiheit mehr habe und diesen Mist in der Grundversicherung mittragen muss. Sie hingegen können ganz gut auf den biometrischen Pass verzichten. Auf jeden Fall haben die Sozis dann kein Recht mehr sich über die hohen Gesundheitskosten zu beschweren.

Ich finde es eine bodenlose Frechheit und äusserst arrogant, wenn Ihre Partei nun Nachbesserungen beim biometrischen Pass verlangt. Mehrheit ist Mehrheit und die Verlierer haben sich dem zu beugen! Ein knappes Resultat verpflichtet zu rein gar nichts gegenüber den Verlierern! Ich war auch schon oft genug bei der 49% Verliererseite. Im Gegensatz zu Ihnen akzeptiere ich aber solche Resultate und verlange keine Änderungen. Bei den Vorlagen die das Stimmvolk so gut geheißen hat gibt es daran nichts zu rütteln. Alles andere ist undemokratisch.

Reto M. hat gesagt…

Gemäss den Untersuchungen, welche durch Couchepins Vorgänger vorgenommen wurden, ist die Komplementärmedizin ja günstiger, als die Schulmedizin. Dies natürlich nur in dem Falle, dass sich jemand nicht doppelt behandeln lässt im Sinne von: "Dopplet gnäiht het besser.", was aber an sich keine Alternative ist und schon gar keine Medizin. Ich finde gut, dass man die Wahl hat zu glauben oder zu glaubt. Entweder glaubt man an die Heilung per Schulmedizin oder an die Heilung per Komplementärmedizin. Wenn's dem Inidividuum hilft, so soll es sein. Zudem hat ja die deutliche Mehrheit in der Schweiz, folgt man dem Argumentationsstrang zum Abstimmungsresultat der Biometrischen Pässe diese Lösung klar legitimiert und es gilt aus Odins Sicht somit nichts mehr zu meckern. Es tut mir übrigens Leid, dass Sie in Ihrem Leben oft auf der Verliererseite stehen.
In der Politik ist's halt anders. Da gibt's zwar auch Gewinner und Verlierer. Doch kann jeder Entscheid gleich nach dem Entscheid per Rückkommen wieder in Frage gestellt werden oder alle paar Tage nach Ablehnung derselbe Vorstoss noch einmal eingereicht werden. Natürlich wird das meist nicht gemacht, weil's unsinnig wär. Im Falle der Datenspeicherung beim Biometrischen Pass und der ID Wahlfreiheit macht's für mich aber Sinn, da können Sie mich beschimpfen, wie Sie wollen.

odin hat gesagt…

Punkto Kosten habe ich aber etwas anderes gehört. Selbst die Befürworter sprachen von 200-300 Millionen Franken zusätzlich. Als man die Komplementärmedizin aus der Grundversicherung strich wurde die nächste Prämienerhöhung moderater.

Man sollte auch bedenken, dass bei den 5 Richtungen in der Komplementärmedizin, jede Richtung davon theoretisch an jeder Uni mit einem Lehrstuhl vertretenen sein darf( vielleicht mit Deutschen). Das kostet auch wieder. Noch schlimmer ist aber, wenn so an den Unis religiöser Medizinunterricht betrieben wird, die Schuldmedizin aber nicht einmal in die Verfassung kommt. Beim Lifestyle Charakter der Komplementärmedizin werden erst Recht wieder mehr Leute daran Interessen haben, wenn diese in der Grundversicherung verankert ist. Dadurch wird alles wieder verteuert, wodurch dann wieder viele Leute die Prämien nicht mehr bezahlen können. Am Schluss muss wieder der Staat für diese Leute einspringen. Man schafft hier falsche Anreize.

Wäre die Komplementärmedizin tatsächlich wissenschaftlich abgestützt, dann wäre sie schon lange in der Schuldmedizin aufgegangen. Das ist aber nicht der Fall. Mit der Glaubensfrage alleine kommen Sie nicht weiter. Es braucht auch einen wissenschaftlichen Nachweis das etwas so ist wie es ist. Dieser ist bei der Komplementärmedizin nicht vorhaben. Oder kennen Sie z.B eine komplementäre Variante die den Krebs besiegt oder die Verhütungspille ersetzt??

Ein schulmedizinisches Medikament kann mich auf Grund des Wirkstoffes vor dem Tod retten, auch wenn ich selber nicht an die Wirksamkeit dieses Medikaments glaube. Bei der Komplementärmedizin hingegen ist die schulmedizinische Wirksamkeit Ihrer Pillen nicht nachgewiesen. Sie projizieren hier einfach das positive Denken in eine Pille ohne medizinische Wirkstoffe hinein. So gesehen könnten Sie jeden Gegenstand als Medikament betrachten. Den Beweis aber das Sie aufgrund des Pillenwirkstoffes aus der Komplementärmedizin gesund werden und nicht durch Ihren Glauben sind Sie uns noch schuldig.

Der Anonyme von vorhin war übrigens der odin. Ich habe kein Problem wenn ich bei Abstimmungen auf der Verliererseite bin. Bei Ihnen sieht das etwas anders aus. Die zentrale Datenbank die Sie beseitigen möchten wurde vom Souverän an der Urne gutgeheißen. Wenn Sie eine Niederlage erlitten haben, dann macht es für Sie immer " Sinn", die angenommene Vorlage nach Ihren Gutdünken zu verwässern. Es gilt aber das auszuführen was das Volk an der Urne beschlossen hat, ohne nachträgliche Veränderungen. Ich frage mich wie Sie Politiker sein können, wenn Sie Volksentscheide einfach missachten??

Zudem sind Sie wohl weitaus mehr auf der Verliererstraße als ich. Die SP verliert nämlich seit 2 Jahren bei fast jeder Parlamentswahl erheblich an Sitzen und Wähleranteil :)

Reto M. hat gesagt…

Ich beziehe nun nur noch Stellung zum letzten Abschnitt:

"Leider ja."

odin hat gesagt…

Selber schuld. Das ist das Resultat davon, wenn man nur noch ausländische Interessen vertritt und nichts mehr für den Schweizer Buezer macht.

Die Leute haben restlos genug von ihrer verkappten Ausländerpolitik. Das die SP nun auch in kleineren Städten ihre Vormachtstellung verliert kommt nicht aus heiteren Himmel.