Samstag, 30. Mai 2009

Bahnhofsneid

Burgdorf weihte gestern den "neuen" Bahnhof ein, welcher zahlreiche Verbesserungen für die Kundinnen und Kunden von Bus und Bahn mit sich bringt. Seit 2007 investierten Kanton, Bahn- und Busgesellschaften insgesamt 51 Millionen Franken.

Und ihr fragt nun, was hat er wohl wieder hierzu zu sagen?

Nun. Ich gratuliere Burgdorf einfach für den schönen Bahnhof. Die neuen Gleise und der neue Busbahnhof machen Sinn. Und wenn ich euer Bauwerk mit dem Bahnhof in Langenthal vergleiche, muss ich ehrlich zugestehen, dass ihr uns in diesem Punkt um Jahre - wenn nicht Jahrzehnte - voraus seid.

Also seien wir doch nach wie vor ehrlich: Euer Bahnhof war schon vor dem Umbau um ein Vielfaches besser, als der unsrige. Und da fragt man sich doch als einfacher Bürger Langenthals, wann endlich kriegen wir das politisch mit der SBB und dem Kanton auf die Reihe, dass unser Bahnhof, eine graue Betonwüste, mit abartigen Parkplätzen und Dächern, welche sich vor lauter altem Beton langsam stetig dem Boden gegen neigen, endlich saniert wird.

Da Burgdorf ähnliche Grössen- und auch Anschlussverhältnisse wie Langenthal aufweist, sind die Situationen durchaus vergleichbar. Hinzu kommt. Wir hätten Geld. Im Gegensatz zu Burgdorf. Eigentlich.

Vielleicht braucht's hierfür halt Frauen. Denn die Berichte der Bahnhofsumgestaltung beinhalteten heute die Porträts der Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch und der Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger. 2 starke SP Frauen = Bahnhof fertig.

Kommentare:

hansruedi hat gesagt…

als lLokalpatriot fällt es mir nicht schwer zu widersprechen, ich habe heute beide Bahnhöfe angesehen, der von Langenthal ist aber auch un saniert weniger un hübsch als der von Burgdorf. Zugegeben er hat Mängel, bspw. die verpfuschte bewachte Velostation. Parkplätze für Autos sind Parkplätze für Autos, unnütz und hässlich, auf jeden Fall sollten sie aber unter die Erde. Aber ganz ehrlich ich halte das umbauen von Plätzen nicht für das aller dringendste Problem von Langenthal.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

sondern?

also. es ist nicht ausschliesslichst ein problem. aber auch.

wenn man die möglichkeiten hätte, so sollte man diese doch auch nutzen können.

hansruedi hat gesagt…

die Menschen, also im Wahlkampf haten alle Parteien, so schöne Dinge wie Wuhrplatz, Marktgasse, Bahnhofplatz, Theater, die selben Themen wie im Wahlkampf davor und in dem davor und in dem davor.....

wenn ich mir das Amtsblatt ansehe, sind gerade mal die letzten drei Vorstösse welche sich mit dem Menschen beschäftigen und was man darunter zu verstehen haben soll wird auch nicht klar, übrigens, was macht der Einwohner von Langenthal mit der Information die Interpelation von xy wurde Beantwortet? Heisst das nun Ja, Nein oder Vielleicht?

gehen wir doch mal die Vorstösse der Reihe nach durch, so wie sie sich mir als uninformiertem Bürger darstellen.

Zuerst die neuen

Onlinereservation von Turnhallen, sicher eine gute Sache, wenn dann mal eine frei wäre und man zufällig eine braucht, aber ein neues System dafür?

Begegnungszone Marktgasse (Planung unabhängig der alten Planung) sollte man da nicht einfach mal die Pläne von Napoleon I umsetzen?

EartHour und Eart Day versteht der nicht wwf-Aktivist wohl kaum, das ganze Postulat liest sich für den Normalbürger sehr kryptisch.

Einer einzigen Firma das Befahren und das Fotografieren zu verbieten ist Bullshit, entweder man verbietet es allen oder keinem.

Sicherheit? ja Sicherheit ist immer gut und verbesserte Sicherheit ist noch besser, nur habe ich den verdacht die Sicherheit wird mit Police Bern nicht verbessert, eher verteuert. Und wenn dann das Resultat da ist, werden alle Stadträte wieder hektischen Aktivismus verbreiten.

Eingliederung von Behinderten in die Stadtverwaltung. Gute Idee, nur war da nicht schon mal 2004 was im Stadtrat?

Bildung von Moral und Wertvorstellung in der Schule. Hört sich gut an, nur sollte sich die Schule nicht zuerst mal auf lesen, schreiben und rechnen konzentrieren?

dann die alten Punkte

1,3,5 zurückgezogen,

2. Stadarchiv, sicher nett für die 20 oder 30 Leute die sich dafür interessieren.

4. Klärung der Rechtsnorm des Stadttheater, einer der Dauerbrenner, ich wette im Wahlkampf 2011 werden alle Parteien damit ein tolles Thema haben.

6. Green Deal, auch ein gute Idee, gibts dazu schon Ideen, also ich hätte da schon mal etwa 10, nur so wie es da steht hört sich das auch etwas abstrakt an.

7. SMS-Reminder, eine Schnapsidee, vor fünf Jahren wohl noch zeitgemäss, wäre jetzt wohl eher ein E-Mail-Reminder angesagt, das würde die Stadt nichts kosten und wer es benutzen will hat in der Regel entweder ein E-mail fähiges Handy oder einen Computer.

8. Integrationsauftrag an die Schule, siehe oben.


9. Stand Baubewilligung Minarett.

10. Bahnangebot für Langenthal, das würde aber Arbeit bedeuten denn um das Bahnangebot in Langenthal zu verbessern benötigte man mindestens vier neue Weichen. Nachdem die Neubaustrecke doch ab und zu Probleme hat, könnte man damit bei den SBB sogar was erreichen, nur das würde harte Arbeit bedeuten.

11. diese Antwort würde mich nun wirklich brennend interessieren. ;-)


hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:

Hui, das ist eine ganze Menge, welcher ich mich dann noch annehmen werde, mir aber im Moment die Zeit nicht reicht...

Grundsätzlich: Interpellationen beinhalten Fragen, welche der Stellende dem Gemeinderat zur Beantwortung reicht. Deshalb gibt's dort keine Abstimmung, sondern nur eine Beantwortung. Anschliessend darf der Interpellant kurz ausführen, ob er/sie mit der Antwort zufrieden ist.

Was die Onlinereservierung der Hallen betrifft, so ist dies ja "mein" Vorstoss. Er basiert auf einem lang gehegten und unrealisierten Wunsch der grossen Sportvereine Langenthals. Das soll nun endlich mit der neuen Homepage Langenthals mit umgesetzt werden.

Sonst stimme ich dir im übrigen weitestgehend zu. ;-)

Die Antwort auf die Frage 11 war übrigens so, dass man im Gesamtkontext aller umliegenden Gemeinden und des Kantons die Sportwoche nicht einfach verschieben könne.
Sie bleibt also dort, wo sie in etwa ist.

Erstaunt uns das? - Nein.

hansruedi hat gesagt…

Es geht mir dabei nicht etwa um die einzelne Frage, aber irgendwie fehlt da im Gesamtbild doch der Mensch, ach ja den besten habe ich ja ganz übersehen,

jeder regelmässige Busbenutzer in Langenthal weiss ja das in den gedeckten Wartehäuschen des Ortsbusses Armsünderbänke montiert sind.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

hmmm... das stimmt...
ich schnall's langsam.

Der Mensch im Mittelpunkt.

Sollten wir öfters beherzigen.

Obwohl wir da wieder in Veloständerprobleme kommen. Wenn ich nun sagen würde, wir wollen neue Bushäuschen, würde das dann den Menschen Langenthals wirklich Gutes tun?

daniel.steiner.evp hat gesagt…

Es ist wieder mal deprimierend - wie beim Wuhrplatz.

Politisch ist die Umgestaltung des Bahnhofs schon längst aufgegleist: Kollege Reto Steiner (EVP) hat vor laaaaanger Zeit erfolgreich eine Motion im Stadtrat platziert.

Nur: Die konkreten Taten lassen etwas auf sich warten...

Reto M. hat gesagt…

@ Daniel Steiner:

Jaja. Womit wieder mal bewiesen wäre, dass die EVP Ursprung ist... ;-) das streite ich ja gar nicht ab. Aber der geforderte Masterplan der EVP liegt - glaub ich - vor. Nur will der Gemeinderat erst nach dem nächsten Agglo-Programm der REGION! (2014 - 2018) die Realisierung am Bahnhof vorantreiben. Oder irr ich mich?

Item. Was mich noch verwundert:
Scheinbar bezahlten die Bahn und der Kanton in Burgdorf alles. CHF 51 Mio. Oder weiss man, was die Stadt dazu berappte? Oder wie lässt sich die Meldung interpretieren?

Warum kriegen wir das nicht auf die Reihe?

Gut. Lasst uns das kurz in eine Reihe stellen:

Marktgasse, Wuhrplatz, Bahnhof.
Schlimm, schlimmer, am schlimmsten.

Was tun wir? Wir müssen auf das Prinzip Hoffnung vertrauen, denn wenn wir einen Vorstoss lancieren würden, welcher Beine machen soll, heisst es anschliessend - analog dem Stadttheater - dass wir mit unseren ewigen Vorstössen nur verzögern würden, was die Regierung schon längst umsetzen wolle. Zwickmühle?