Sonntag, 19. April 2009

Merz Ahmadineschad oder die Grenzen der Diplomatie

Wagt man sich überhaupt in der Internationalität noch davon zu sprechen? -
"Die Lösung für den Nahen Osten."
Nein. Denn die Antworten auf das "Warum?" sind wohl vielfältiger als die Auswahl an Schokolade im nächstbesten M-Gestell. (Randbemerkung: Meine Güte regt mich die Kampagne auf...)

Bundespräsident Merz trifft sich in einer fotografisch handschüttelfrei abgeschirmten Zone also mit einem in seiner Rhetorik schon mal gegen Israel derart ausholenden iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad, dass er den Holocaust leugnet, um mit ihm Dinge zu besprechen, welche die Öffentlichkeit nicht zu wissen hat.

Die Tradition der Schweiz in der Diplomatie und Wegbereiterin in Sachen Konfliktlösung in allen Ehren dünkt mich die Aktion - dessen Sinn und Zweck wir eben nicht kennen - schon etwas seltsam, weil wir ebendiese nicht kennen sollen.

Dies wiederum eröffnet das weite Feld der Spekulationen:
Geht es nun um den Konflikt zwischen Israel und Palästina? Geht es um die Frauenrechte im Iran, um welche es nicht zum besten bestellt ist? Geht es um die atomaren Gelüste Irans und dessen Abrücken von dieser absurden Idee? Geht es bloss um das Geplänkel zwischen zwei Staaten, die sich gerne freundschaftlicher gesinnt wären? Oder geht es eben doch nur um dieses blöde Gas, womit zum Beispiel auch mein Auto fährt?
(Obwohl ich mir habe versichern lassen, dass das Gas aus meiner Zapfstelle aus der Nordsee stammt, was mein Gewissen einigermassen beruhigte und ich nach wie vor schwer hoffe, bald direkt bei der Kompogasanlage tanken zu können.)

Vielleicht werden wir "Normalos" es nun halt nie erfahren, obwohl ich mich liebend gerne von den Inhalten und Resultaten der heutigen Schweiz-Iranischen Diplomatie hätte positiv überraschen lassen.
Dass sie - die liebe Diplomatie - heikel ist, wussten wir, dass sie heute auch anders angegangen werden könnte, wissen wir seit Barack Obama. Wäre es denkbar gewesen, dass der amerikanische Präsident ein amerikakritisches Buch aus den Händen Hugo Chavez' entgegen nimmt? Hätten wir tatsächlich gedacht, dass das Embargo gegen Kuba jemals gelockert würde, was dem verbliebenen Fidel-Regime wahrscheinlich gar den Todesstoss versetzen könnte, da sie die Armut der Bevölkerung Kubas stets mit den Repressionen der USA rechtfertigte?

Oder erliege ich nur der Charme-Offensive der neuen US-Regierung, welche den guten Worten und zahlreichen diplomatischen Freundschaftsgesten, dann aber auch noch etliche Taten zu folgen hat, obwohl das schon besser ist als Bush's Golf-Ferien-Diplomatie in Camp David oder bleibt die Diplomatie so leichtfüssig sie einige nun zu begehen scheinen, wohl doch eher etwas, das man hinter verschlossenen Türen im Hotel Intercontinental in Genf oder gar unwissentlich der Bevölkerung zu tun hat?

Ich weiss es nicht, aber ich hoffe, dass man sich sowohl in Front der ganzen Medienschar oder alleine hinter verschlossenen Türen diplomatisch gleich verhält: Ehrlich und aufrichtig.

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