Donnerstag, 19. März 2009

Die Steinbrück' bröckelt

ehhh.... der Steinbrück, Peer Steinbrück ist gemeint.

Zumindest was die sogenannten "Steueroasen" innerhalb der EU anbelangt, musste Peer nun zurückstecken. Österreich und Luxemburg kommen nicht auf die OECD-Liste und sind scheinbar auch keine Indianer, die aus dem Busch geklopft werden müssten oder wenn dann befreundete.
Nun könnte man als EU-Gegner argumentieren: Das ist wieder mal typisch. Die EU schützt die eigenen und lässt alle anderen bluten. Das ist Erpressung.
Als EU-Befürworter muss ich sagen: Warum haben wir nicht dafür gesorgt, dass wir innerhalb der EU eine stärkere Position haben? Hier bin ich zudem klar der Meinung des Grünen Ständerats Luc Recordon: Warum haben wir es nicht geschafft, die Bereiche aufzuzeigen, in welchen wir unser bankethisch korrekter verhalten, als viele/alle andere/n Staaten.

Was einen erschrecken mag ist auch, wie schnell der rekonvaleszente und mit viel Lorbeeren wieder gestartet Bundesrat Merz bereits Kredit bei Parlament und Volk verspielt hat. Ob er ähnlich viel Kredit hat, wie ein Amerikaner bis anhin, wird sich erweisen...

Zurück zu Genosse Peer. Erstaunlich wie scharf er verbal gegen unsere Banken vorgeht und sich dann auch noch als der Held - zu Pferde einer Kavallerie oder auch nicht - rühmen mag. Da geht mir die Profilierungsneurose eines Menschen einfach viel zu weit. Möge er vielleicht auch in gewissen Punkten, die er auf's Tapet gebracht hat, Recht haben: Wie er sich ausdrückt, finde ich trotzdem nicht in Ordnung.
Berücksichtigt man dann noch, aus welchen Stammhalterschaftslanden Klein-Peer stammt, so stutzt man zusätzlich:
Wikipedia sagt: Peer Steinbrück ist Urgroßneffe des Bankgründers Adelbert Delbrück.
Und siehe da, alt-Adelbert gründete eine nicht unerhebliche Bank: Die Deutsche Bank.

Darf man behaupten, dass Peer aus einer reichen Familie kommt? Dass er wohl vom Ursprung einer Bankdynastie profitierte? Dass er vielleicht deswegen gar Bundespolitiker werden konnte? Dass er so scharf gegen unsere Banken schiesst, um Praktiken von "Deutschen Banken" nichtig erscheinen zu lassen? Dass er vielleicht doch richtig handelt?

Spielt es überhaupt eine Rolle oder ist er/es vielleicht unerheblich? Schliesslich sind die Ereignisse und Ankündigung heute viel schwächer als auch schon. Auch die USA nahmen ihr Amtshilfegesuch mittlerweile zurück. Obama nimmt sich (zuerst) den Boni-Millionen-Managern an.

Kommentare:

Ray hat gesagt…

Er ist nicht unerheblich, er ist überheblich. Damit schadet er seinem Land, das auf dem Gebiet einen gewissen Anruch hat, das es besser loswerden möchte...

Anonym hat gesagt…

Siehe an: ein Schuemeischter und Kleinstadtpolitiker schafft es, was in der ganzen Schweizer Presse niemandem einfiel: den Stallgeruch und Stammbaum dieses Maulhelden aufzudecken. Wenn es in der SP noch mehr so Jungholz hat und nicht alles versoffene und verkiffte Präglagi wie der Wermuth, da darf man ja noch hoffen.

Giorgio Girardet

Reto M. hat gesagt…

@ Ray:
Seh' ich für einmal gleich wie du. Oder wie Klaus Stöhlker (selbst Deutscher) sagte: "Sind die Deutschen frech, muss man ihnen zurückgeben."

@ Giorgio Girardet:
Juhuuu, endlich konnte ich den Giorgio Girardet beeindrucken und sei's auch nur durch Wikipediarecherchen.

Diese stellte ich im übrigen vor einem halben Jahr bloss an, weil ich nicht wusste, ob man Steinbrück oder Steinbrükk schreibt. Ich weiss, dass dies nun den Grad meiner Erleuchtung massiv schmälert, aber wir wollen doch ehrlich bleiben.

Auch was das Kiffen anbelangt. Weder Cédric noch meinereiner kiffen. Das war eine einmalige Aktion Cédrics am Parteitag.