Mittwoch, 11. Februar 2009

Onyx-Gelder. Fragen im Blog. Antworten in der Zeitung.

Bild: Berner Zeitung, gestern

Wenn du als Politiker in Langenthal Fragen hast, so kannst du sie auf der Verwaltung abklären oder du schreibst eine Interpellation und reichst diese ein oder du schreibst die Fragen in dein Blog und erhältst die Antwort aus der Zeitung.

So auf alle Fälle kommt es mir bei der Berichterstattung der Berner Zeitung zu den Finanzvermögen der Stadt und Dörfer der Region nach/während der Finanzkrise vor. Das kann einerseits natürlich bloss meiner Einbildung entsprechen, welche dem Blognarziss im Innersten bezüglich einer möglichen öffentlichen Themensetzung schmeichelt. Denn es kann ja gut sein, dass in etwa zur gleichen Zeit auch ein Journalist auf die Idee kommt, bei den Gemeinden nachzufragen, wie denn das mit der Kohle in den Kellern im Moment so in etwa aussieht.

Meine vorbereiteten Interpellationsfragen (hier angetönt) waren:

1. Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise, bzw. der Börsenkurszerfall auf die Vermögen der Stadt Langenthal?
2. Ist die damals gewählte Finanzstrategie des Gemeinderates - auch aus heutiger Sicht betrachtet - sinnvoll?
3. Welche Schritte hat der Gemeinderat eingeleitet, damit ein Verlust nicht realisiert werden muss, bzw. der Gemeinderat die Krise kontrolliert und nicht umgekehrt?
4. Gibt es Anzeichen, dass die sogenannte Finanzkrise in Langenthal sonstige Auswirkungen haben könnte? Bzw. wurde der Gemeinderat bereits von Unternehmen um jedwelche Unterstützung angefragt?

Ein Thema, das auf alle Fälle interessiert. Nach wie vor. Eigentlich hab' ich's ja nur gebloggt, damit nicht plötzlich ein/e andere/r Stadtrat/rätin auf die Idee kommt, so etwas zu fragen, denn die Antworten werden - wie bereits öfters geschrieben - bei Rechnungsabschluss geliefert. Zudem: "Mein" Thema. ;-) Nun. Einige Fragen sind nun in dem sehr guten Artikel der BZ geklärt worden, andere werden bestimmt noch auf den Tisch gelegt und beantwortet werden. Das geht schneller, als die Antworten auf die Interpellation kämen und ist deshalb ein Grund, weshalb ich es nicht einreichte.

Bild: Berner Zeitung, heute
(es ist kein Scan - sorry - nur ein Handyfoto. Kauft die BZ, wenn ihr's lesen wollt. Btw das Foto von EVP-Präsident Daniel Steiner dünkt mich etwas alt - das sollte man mal erneuern.)

Sehr Freude hatte ich heute auch an der Antwort der SP-Präsidentin Nathalie Scheibli im Folgeartikel, was lokale PolitikerInnen denken: Sie sagte, man solle Ruhe bewahren, man sei das Risiko eingegangen und habe die Krise nicht absehen können, die Stadt dürfe nicht sparen, sondern müsse weiterhin investieren. Das unterstütze die Gewerbe und erhalte Arbeitsplätze.
Das trifft meine Meinung und ist eine starke Aussage der SP - nebst dem "Wischi-waschi-man-sollte-könnte-müsste" von einigen anderen Parteien - realistisch, klar und kräftig.

Nun würde mich zum Abschluss - obwohl es ja bloss um die Sache geht - eigentlich schon noch interessieren, ob die Idee zum Artikel hierraus kam oder es bloss ein Zufall war...
(anonyme Geständnisse wären per Kommentar erlaubt ;-) ich gebe meine Medienquellen ja auch an.)

Kommentare:

Adrian Wüthrich hat gesagt…

Ich habe mich auch schon gefragt, ob eine BZ-Geschichte aus meinem Blog kam. Dagegen habe ich nichts einzuwenden und wir sind ja gerne Ideengeber, gäu.
Die Problematik der Finanzen hat der Gemeinderat Huttwil bereits an seiner Sitzung vom 12. Januar 2009 aufgrund prov. Zahlen erkannt und darüber diskutiert. Auch wir in Huttwil bewahren ruhig Blut und hoffen, dass sich die Finanzkrise aus dem Staub macht und unser Portfeuille wieder an Wert gewinnt. Schliesslich investiert die Gemeinde Huttwil soviel wie schon lange nicht mehr. (Per Zufall) lebben wir Keynes in Huttwil sehr gut nach...

Reto M. hat gesagt…

Ja. Ist ja auch egal.
Scheinbar nehmen ja nur die Huttwiler ernst, was ich hier sage und mache. ;-) (das war als Witz gemeint).

Ich habe mir vorgenommen, mich nicht mehr zu Huttwil zu äussern, obwohl ich eigentlich gerne sagen würde, dass ihr das bestimmt gut macht.

daniel.steiner hat gesagt…

Reto, bist du wieder einmal in der Phase der SP-Selbstbeweihräucherung? *smile*

P.S. Das BZ-Foto ist tatsächlich nicht ofenfrisch. Wie sagt man aber so schön: Even bad pictures are pictures (oder so...)

Reto M. hat gesagt…

Nun, lieber Daniel.

Mit den Fragen zu den Onyx-Geldern und den Fragen von Hp. von Flüe zur SBB-Fahrplanpolitik scheint die SP doch beide Male wieder ins Schwarze getroffen zu haben. Lass uns doch die Freude.

Wir sind auf dem aufsteigenden Ast, mein Lieber.

Reto M. hat gesagt…

P.s. Was meine Selbstbeweihräucherung betrifft, so hätte ich doch lieber mein Bild in der Zeitung gesehen, wenn ich denn wirklich der Ideengeber für diesen Artikel gewesen sein sollte (was ja äusserst unklar und überhaupt nicht sicher ist), als eines deiner alten, braven (schon fast frommen) Passfotos. ;-)

Muahahahaa... :-D

daniel.steiner hat gesagt…

Schön, dass wir auch nach dem verlorenen Wahlkampf den Humor nicht verloren haben. So macht Politik Spass ;-))

Ich freue mich auf viele weitere Blog-Einträge und Stadtratsgefechte.

Reto M. hat gesagt…

Lieber Daniel:

Ich wünsche uns gute Ideen für das Fortkommen der Menschen in dieser Stadt (also nicht im abwandernden Sinne gemeint) und auch eine Prise Unterhaltung im Stadtrat.

Ich setze mich innerlich unter Druck, dass ich fulminant wieder in die inhaltlichen Debatten eingreifen werde. Hoffentlich wird mir durch die Fraktion nicht irgendein staubtrockenes Reglement zugeschaufelt, worüber ich zu allererst zu sprechen habe. Mal kuck'n. ;-)

Wenn der Spass an der Sache verloren ginge, würde ich aufhören. Und zwar jetzt. Punkt.