Freitag, 20. Februar 2009

Aus dem Nichts schreiben: Müller for President

Die Berner Zeitung (BZ) versuchte heute wohl in einem einzigen Artikel (siehe links) das aufzuholen, was das Langenthaler Tagblatt (mit Käru vor allem) vorgelegt hatte. Ich habe den Artikel erst heute Mittag bemerkt und konnte es deshalb nicht zusammen mit dem LT-Artikel kundtun.
Resultat ist ein witziger und des Zynismus nicht entbehrender Kommentar über mein Bloggen. Darin kommt stark die Hoffnung zum Ausdruck, dass ich doch Präsident der SP Langenthal werden solle, damit ich beschäftigt sei und nicht noch mehr bloggen könne. Begründet wird, dass es mir - da ich nun nicht mehr Stadtratspräsident bin - scheinbar langweilig geworden sei und ich nun deshalb so viel "Nichts" oder "aus dem Nichts" blogge. Gut realistisch gesehen, mag das Nichts stimmen, aber sonst entbehrt dieser Wunsch jeglicher Grundlage:
2008 bloggte ich als Stadtratspräsident 405 Artikel. Im Tagesschnitt sind dies 1.1 Artikel. 2009 bloggte ich bislang 49 Artikel in 51 Tagen. Das ist ein Tagesschnitt von 0.96 Artikeln. Will heissen, seit ich nicht mehr Stadtratspräsident bin, blogge ich weniger. ;-) Würde in der Logik des Kommentars bedeuten, dass ich als SP-Präsi noch mehr bloggen würde, als jetzt. "Hilfe! Rettet die BZ vor Müllers Blog. Wählt ihn nicht."
Der Kommentar ist ganz nach meinem Bloggeschmack. Mit einer guten Prise Zynismus gewürzt und die Sache nicht allzu ernst nehmend. Ich frage mich einfach jeweils, ob die Menschen, welche nun in der Zeitung über mein ab und an auch zynisches Schreiben hier erfahren, dies auch in diesem Sinne auffassen. Meine Blogüberschrift heisst nicht umsonst: "Die Leichtigkeit des Wahns. Leben und Denken in einer mittelländischen Kleinstadt." Im Blog ist es mir egal, ob und wenn sich die Leute nerven, denn sie müssen ja nicht hierhin kommen, wenn sie mein Geschreibsel nervt. In der Zeitung ist es aber 'was anderes. Und da könnte ich mir durchaus vorstellen, dass nicht alle begreifen, warum ich ein Mitteilungsbedürfnis habe. Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass dieses Medienecho über mein Bloggen nicht nur positive Reaktionen bei anderen Politikerinnen und Politikern hervorruft.
Deshalb mein Fazit:
- Bloggen ist (wie bereits mehrfach erwähnt) für Politikerinnen und Politiker ein Spiel mit dem Feuer. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist es das direkteste aller Mittel, um zu Rückmeldungen, Themen und Diskussionen zu kommen.
- Politikerinnen und Politiker Langenthals: Beginnt zu bloggen, damit wir uns diesen "Ruhm" endlich teilen können.
- Eventuell gefährde ich jetzt oder eines Tages mit Bloggen meine "politische Karriere". ;-) Aber wie sagte schon Roger Schawinski: "Who cares?"
PS: Danke B-Zät.
PPS: Normalerweise haben Holz-Berichterstattungen über meinen Blog in den Auswirkungen der Lesezahlen nur einen äusserst geringen Einfluss. Erstaunlicherweise. Daraus liesse sich ein böser Kommentar über die Wirkung von Zeitungen im Internet oder aber auch über das öffentliche Interesse an meinem Blog ableiten. Lassen wir's mal sein...

Kommentare:

ChliiTierChnübler hat gesagt…

Hui, ich hatte hier eigentlich einen
Kommentar geschrieben.. Da hat mir mein Inet wohl mal wieder einen Verbindungsstrich durch die Rechnung gemacht...

Reto M. hat gesagt…

Hui, das hätte mich aber interessiert.
Schade. Können's ja beim Spörteln besprechen.
Du bist nach wie vor trotz aller Bilder anonym. Das ist gut so.

Und ich wechsle einfach nie den Job. Vielleicht... oder besteche den Google-Cache... oder so.