Sonntag, 8. Februar 2009

Abstimmungsfeste in Bern

Ja, ich geb's zu, den Hauptharst der Feierlichkeiten verpasst zu haben. Aber wer konnte schon damit rechnen, dass das Resultat nach der Auszählung des ersten Kantons bereits um 12.30 Uhr absehbar war und die ganze Auszählung um 14.45 Uhr vorbei ist? Als ich sah, dass bereits Appenzell und zwar das äussere, Ja zur Personenfreizügigkeit sagt, wusste ich, dass wir "Ja-Sager" auf sehr guten Wegen waren.

Trotzdem war's wiederum sehr interessant in Bern und die Gespräche ergiebig.Bild aus dem Restaurant Lötschberg und den Feierlichkeiten der Jugendkampagne von dabei-bleiben.ch - natürlich mit Live-Übertragung und DJ.

Beim SP & Gewerkschaften & Grünen Treffpunkt im Restaurant Zum Äusseren Stand, den Micheline Calmy-Rey zum Zeitpunkt meines Eintreffens gerade verliess - was aber direkt keinen Zusammenhang hat - sah ich im Fernsehen wiederum Bilder aus der Heimat, die mir sagten, dass ich den vorhergehenden Post noch dahingehend korrigieren muss, als dass doch lokale Politiker ausserhalb der FdP in den Abstimmungshallen der FdP dabei waren.

Das ist doch unser aller Chef und Stadtpräsident Thomas Rufener, welcher via Ammann-Hallen über die Grossbildschirme der Schweiz übertragen wird. Was er sagte war erfrischend und ich fand sein Votum sehr gut - aber nicht nur in meinen Ohren in Bern, klang es mehr nach BdP, denn SVP - wie eine spontane Diskussion unter den Anwesenden ergab. Wie dem auch sei. Ich will hier keine grosse Diskussion lancieren darüber, ob es eine SVP-Exekutivmeinung und eine SVP-Legislativmeinung oder gar doch noch eine SVP-Bern-... und eine SVP-Schweiz-Meinung gäbe. Überlassen wir die Chropfleerete dieses Mal wirklich gänzlich der SVP und danken, dass die Abstimmung "am Schärme" ist - unter welchen Hallen- oder Restaurantdächern auch immer.


Als letztes ein Bild des enormen Medieninteresses. Hier rechts die ganze technische "Batterie" des TSR bei den Jugendkampagnen im Restaurant Lötschberg, Bern.

Kommentare:

hansruedi hat gesagt…

Ich möchte noch auf eine Bemerkung von Claude Longchamp hinweisen, ein guter Teil des heutigen Erfolgs im Mobilisieren erfolgte über das Internet, als bitte in Zukunft dieses Medium benutzen und zwar möglichst frühzeitig.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Ich hoffe und denke, dass unser Stadtwanderer-Blogger Claude natürlich Kenntnis von unserem Bila-Blog Experiment hatte. ;-)

Seine Blogseite darf ich im übrigen sehr empfehlen. www.stadtwanderer.net

Ich bin öfters dort.

Heute sprach mich jemand auf die Nationalratswahlen 2011 an. Ich sagte u.a.: Diese Abstimmung hat gezeigt, wie enorm wichtig das Internet künftig in gewichtigen politischen Geschäften sein wird. Heute sollte man einen Internetauftritt schalten (einen interaktiven) der in den Grossratswahlen getestet und dann weiterbetrieben werden kann.

Ich sage aber nicht, alle sollen bloggen, aber Parteien sollen die Internetseite interaktiv gestalten. Wozu ist das Internet denn sonst?

hansruedi hat gesagt…

Als Parteiunkompatibeler Mensch habe ich ein wenig ein Problem, genau wie fast alle Schweizer. Ich komme nur schwer an die Informationen, da könnte das Internet etwas Abhilfe schaffen.
Blogs finde ich als Medium langweilig, da führt einer einen Monolog mit kurzen Einwürfen von mehr oder weniger ihm gewogener Leute. Für mich ist ein Blog ein etwas sehr kümmerliches Web 0.9, zugegeben einige machen relativ viel aus den beschränkten Möglichkeiten eines Blogs, nur an einem Tag passiert sehr viel, in einer anderen Woche dagegen eigentlich nichts, einen Blog zu pflegen ist mit der zeit auch recht viel Arbeit und ein ungepflegter Blog ist Mist. Deshalb würde ich ein Forum immer einem Blog vorziehen, aber eben auch ein Forum ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss es braucht noch einiges mehr um im 21 Jahrhundert anzukommen. Möglichkeiten und Ideen gibt es einige, Ratssitzungen im Internet haten wir ja schon, aber weshalb werden bspw. nicht alle Sitzungsprotokolle im Internet zum download angeboten (natürlich Datenschutzkonform). Und eben die Informationswege müssen verbessert werden.

Die nächsten Monate und Jahre werden sicher nicht einfacher. Nein ich glaube die Wahlen und Abstimmungen kann man heute noch nicht im Internet gewinnen, aber man kann sie im Internet verlieren.

hansruedi

flöschen hat gesagt…

Gerne wäre ich auch an die Fete der Jungen gegangen, aber dafür extra nach Bern zu düsen, war dann doch zuviel. ;-)

Titus hat gesagt…

Internet spielt zweifellos eine immer wichtigere Rolle. Doch das alleine reicht nicht. Auch die Gegner der Personenfreizügigkeit waren im Internet äusserst präsent.

Um im Internet Erfolg zu haben, braucht es auch eine oder mehrere kreative, originelle Ideen. Die Tagesschau-Immitation war so eine. Sie fand mehrfach den Weg in meine Mailbox. Hingegen habe ich nie einen Link auf den BilaBlog erhalten...

Letzterer fand ich zugegebenermassen auch nicht sehr interessant. Vielleicht lag's einfach daran, dass man die Meinungen der jeweiligen Personen bereits im Voraus kannte. Spannender wäre es gewesen, wenn sich Persönlichkeiten zu Wort gemeldet hätten, welche sonst nichts mit der Politik gemein haben...

@ Hansruedi
Von den eidg. Räten kann Wort für Wort online nachgelesen werden, was gesagt wurde.

hansruedi hat gesagt…

@titus vom Bund erhalte ich ja auch fast täglich Mails mit Nachrichten und Links zu den Themen die mich Interessieren, nur ich bin eben ein "kleiner Mann" und somit ist es zwar belustigend zu lesen was 2008 geschmuggelt wurde.
http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=25203
aber eigentlich ist das was hier in Langenthal passiert viel spannender und betrifft mich auch viel mehr. Wenn das Hallenbad im Lindenhof schliesst ist es für mich wichtiger als wenn Ueli Maurer in Münschen weilt, wenn die Glasssammelstelle neben einem Kindergarten geplant wird, liegt mir das mehr am Herzen als die
http://www.bafu.admin.ch/aktuell/medieninformation/00004/index.html?lang=de&msg-id=25202

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi & Titus:

Es ist in der Flut der heutigen Informationen nicht mehr die Frage, welche Informationen man nicht kriegen kann, sondern welche Informationen man aus dem Gesamten für sich herausfiltern will. Bzw. wie hoch oder tief man die Barrieren ansetzt, um an Informationen zu kommen.

Ohne RSS-Feeds würde ich keine Blogs lesen. Oder viel weniger, wenn ich ständig nachschauen müsste, ob was Neues drauf ist.

Zumal wer einen Blog betreibt, sollte dies regelmässig tun. Ich versuche jeden Tag etwas Interessantes oder Neues zu berichten. Manchmal - wie gestern - scheitere ich aber an dem Anspruch schon nur formal - ganz zu schweigen vom Inhalt.

Was den bilablog.ch betrifft, so bin ich enttäuscht, wie wenig er von den Holz- und anderen Internetmedien aufgegriffen wurde. Ich dachte, dass dieses gesamtschweizerische und mit namhaften CH-Bloggern besetzte Projekt in allen Landessprachen und Englisch mehr Echo auslösen würde. Aber scheinbar muss man eher in Deutschland Satire-Seiten schalten, um etwas in der angesprochenen Medienüberflutung zu erreichen. Doch Schocken führt - wie an diesem Wochenende gesehen - zum Glück nicht immer zum Resultat.

Wobei wir beim Thema wären: Was zum Kuckuck kann ich in Wahlen für Parteien oder für Kandidierende auf die Beine stellen, das die Leute echt bewegt. Ich hätte da schon Ideen, die in Richtung kleiner Online-Games gingen, gepaart mit einem Themenblogging und kleinen Videos, aber die Umsetzung wäre für meine "Kundschaft" zu teuer. Wobei wir nebst dem Internetcampaigning aus meiner Sicht etwas nicht vergessen dürfen: Die Menschen, die lieber Zeitung lesen, als Internet surfen. Das heisst, die auf eher klassische Weise mobilisiert und animiert werden möchten. Internet hat den Kanon der Möglichkeiten vergrössert. Es ersetzt die Medienpräsenz aber nicht. Diese bleibt das A und O. Und so ist Wahlkampf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die den (Wahl-)Erfolg ausmachen. Schlussendlich: Aus einem Esel machst du auch in einer super Wahlkampagne kein Rennross.

Somit wird Zeit, dass ich für Hansruedi den Internet-Info-Vorstoss für Langenthal aufsetze, als dass die Verwaltung und Politik vor Ort für interessierte Bürgerinnen und Bürger transparenter wird.

Nächste Themen im Internet für Kampas übrigens: Harmos-Abstimmung, Grossratswahlen und dann merkte ich heut' dass einige schon gedanklich an den NR-Wahlen 2011 basteln. Ufff... die Arbeit geht nicht aus. Ausser ich sage, dass ich nichts mache, aber - ob ich das dann kann?

@ Flöschen:
Es war lustig. Aber auch nicht überragend. Don't worry. Zumal ich eh zu spät war für die grosse Sause. Ein ander Mal. Langenthal wäre für dich auch näher gelegen, gell. ;-)

Reto M. hat gesagt…

P.s. Habt ihr gesehen in Genf.
Abstimmen per Internet wird möglich.

kathrinb hat gesagt…

@ Flöschen und Reto

wenn man von anfang an dabei war, war die abstimmungsfeier von http://dabei-bleiben.ch wirklich super :-)

wenn man halt nur dann kurz vorbeikommt, wenns gerade relativ ruhig ist, hat man eben pech gehabt... ;-)

Reto M. hat gesagt…

@ Kathrin B.
Ich hab' mich nicht beklagt. ;-)

Ihr macht das schon gut. Ihr Jungen. ;-)

hansruedi hat gesagt…

lieber Reto, alt werden kannst du dann im Herbst, aber erst nach Harmos, nach heute wird der tolle Verlierer von gestern wohl alles unternehmen den 10. Kanton zu bodigen und das sind diesmal leider wir.

hansruedi