Dienstag, 13. Januar 2009

www.rettet-den-bund.ch - ein Klick kann helfen

Die Schweizer Demokratie basiert auf einfachen Grundlagen der Gewaltentrennung. Legislative, Exekutive und Judikative.

Zusätzlicher Keyplayer in dieser Organisation und meinerseits mindestens ebenso wichtig darin, sind die Medien, welche eine wichtige Kontrollfunktion auf obige Gewalten ausüben. Denn diese können auch einmal versagen, wie zum Beispiel Fälle von gewählten Armeechefs und anderes durchaus belegen könnten.

Man stelle sich nun vor, dass nur noch zwei oder drei Verlage sämtliche Medien herausgeben würden und im Zuge von Restrukturierungen ein Verlag gar zum Schluss kommen könnte, dass die Stadt Bern - unsere Hauptstadt - nur noch eine starke Tageszeitung brauche. Unvorstellbar? Leider macht die Tamedia ernst und will tatsächlich den Bund schliessen und vollständig in die BZ integrieren - was auch immer das heisst.

Ich bin Mitglied beim Komitee "Rettet den Bund".

Und das aus gutem Grund:
Hier ein Aufruf zum Beitritt den ich sehr empfehlen kann:

Die Berner Qualitätszeitung „Der Bund“ soll im Sommer eingestellt werden. Die Tamedia als Besitzerin verfolgt nur eine Option ernsthaft: die Fusion mit der „Berner Zeitung“. Für den Grossraum Bern hätte das gravierende Folgen, z.B. ein Medienmonopol mit all seinen Auswirkungen, die man von Basel und Luzern bereits zur Genüge kennt.

Für Bern kann das aus demokratiepolitischen Gründen keine Option sein. Gerade die kommunale und kantonale Politik nähme Schaden. Nicht zuletzt sind 65 Arbeitsplätze akut gefährdet.

In den letzten Wochen hat sich das Komitee „Rettet den Bund“ formiert. Es zählt bereits 8000 Mitglieder. Auf der Website www.rettet-den-bund.ch ist eine Online-Petition aufgeschaltet. Ich ermuntere dich, dich dort einzutragen. Jede Stimme zählt. Das Ziel müsste es eigentlich sein, mehr als 20'000 Mitglieder zusammen zu bringen. Nur so kann Druck gegenüber der Tamedia aufgebaut werden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Ein Tipp: Wer selber einen Webauftritt oder einen Blog hat, soll doch die URL

www.rettet-den-bund.ch

unter den Links aufführen und in einem Beitrag verwenden. Bislang haben das nur ganz wenige getan, etwa Daniel Klauser: http://www.danielklauser.ch/?p=59
Ich selber schrieb zur Thematik bereits Folgendes:
http://retomueller.blogspot.com/2009/01/kampagnen-zur-personenfreizgigkeit.html (erster Abschnitt)
http://retomueller.blogspot.com/2008/12/das-ende-fr-der-bund.html

Falls Ihr Leute kennt, die keinen Internetzugang haben: Druckt den Antworttalon für die Petition doch aus, ihr findet ihn hier:

http://rettet-den-bund.ch/?page_id=9


Ich danke für euer Engagement!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

warum soll man den Bund retten? Wenn ich die Zeitungen durchlese von der NZZ bis zu 20 Minuten, so empfinde ich den Unterschied als sehr klein. Natürlich schreibt die NZZ etwas ausführlicher und ab und zu auch über Themen die 20 Minuten einfach weglässt, nur auch in der NZZ sind 90% der Texte dem Rudeljournalismus geschuldet. Mit verlaub dein Blog ist bezüglich der Langenthaler Politik informativer als die Langenthaler Zeitung. Natürlich kann man den Bund mit sehr viel Anstrengungen nochmals für ein par wenige Monate/Jahre über die Runden retten. Nur lohnt sich das nochmal? die Zukunft der Medien, sofern diese "Zukunft" nicht gerade von den klassischen Medien Zeitungen/Fernsehen verbrannt wird, liegt eher in interaktiven Formen wie wir sie im Moment aus dem Internet kennen. In ein, zwei oder drei Jahren kommt auch in Ortschaften wie Langenthal die Glasfaser bis ins Haus und spätestens in 4 Jahren, (ich wünsche es mir schon früher) wird auch eine Langenthaler Stadtratssitzng als Livestream in die Stuben der Bürger übertragen. Möglicherweise sogar mit der Möglichkeit für die Zuschauer Fragen oder Bemerkungen an- und ein-zubringen. (Bürgernähe) Ich befürchte in eher naher denn ferner Zukunft hat es in der Deutschschweiz nur noch Platz für zwei bis vier Printtageszeitungen und die Redaktionen dieser Zeitungen werden dann wohl alle in Zürich sein und nicht in Basel, Bern oder Aarau.

Hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:
Mich dünkt der Untergang des "Bund"s wäre einfach ein grosser Verlust, den wir im Oberaargau nicht so sehr spüren würden, da wir uns hier vor allem mit den Medien BernerZeitung und Langenthaler Tagblatt resp. Berner Rundschau (Aargauer, Solothurner Zeitung) eindecken, welche ortsansässige Redaktionen haben. Trotzdem lohnt sich der Erhalt des hochwertigen und informativen "Der Bund" allemal. Wollen wir letztlich wirklich nur noch BärnerBär, BärnerBlick und TeleBärn?
Ich glaube zudem, dass das Internet mit seinem virtuellen Angebot, das Holzmedium Zeitung nie verdrängen wird. Trotz fortschreitender Technologie - und meiner eigenen Verfallenheit in die solche - lässt sich die Romantik einer Zeitung am Morgen bei Kaffee durch nichts ersetzen. Zumal wir den Informationsgehalt von Online-Portalen und Blogs ja nicht überschätzen sollten (was nicht heissen soll, dass ich David Bauers Meinung teilen würde).

Was deine Bemerkung zur Langenthaler Politszene betrifft, fühle ich mich geehrt, auf der anderen Seite sehe ich diesen Blog als reine Spielerei meiner Gedanken an, was den aufklärerischen und informativen Grundsatz einer Zeitung gänzlich vermissen lässt. Die Zeitung muss besorgt sein, alle Gebiete abzudecken und möglichst viele gleich zu behandeln. Ich wähle subjektiv und nach Zeitbudget aus, was mich interessiert und wann ich's online bringe.

Dass mir dann und wann ein Primeur gelingt, dessen Gehalt informativer und schneller ist, als die Zeitungen gedruckt werden, ist eine logische Folge, dass ich ja ziemlich Insider in der Langenthaler Politik bin und die Leute auf der Zeitung Generalisten mit Spezialgebieten sein müss(t)en.

Müsste ich was über den Kanarienzuchtverein äussere Langetetal* (*Name wurde von der Redaktion verändert) schreiben, hätte ich auch Mühe informativ und spannend zu sein.

Denkst du wirklich, dass irgendwer die Parlamentssitzungen Langenthals per Live-Stream sehen möchte??? Wir haben im Schnitt 2 - 3 Besucher, die nicht Verwaltungsangestellte sind, obwohl die Sitzungen öffentlich wären.

Anonym hat gesagt…

natürlich ist der Untergang einer etwas besseren Zeitung ein Verlust, nur kann man den wirklich mehr als nur marginal hinauszögern? Ich bange ja schon um die NZZ.

Zum Kaninchenzüchterverein, Sportclub oder was auch immer, auch dort kann jemand einen Blog machen oder eine spanende Homepage oder... lass nur mal die heutigen jugendlichen ihre Pupertät hinter sich lassen und in die Vereine, Organisationen oder Geschäfte einsteigen, die wachsen mit solchem Neumodischem Kram auf und werden den auch benutzen. Die ersten sind doch schon soweit. ;-)

Zum Live-Stream, den würde ich mir wohl Regelmässig reinziehen, da ich als Hausmann kleine Kinder zu betreuen habe ist es etwas unbequem nur wegen ein paar Leuten bei einem "Kaffeeschwatz" einen Babysitter zu organisieren. Ich denke auch das der eine oder andere Bürger ohne Kinder es nicht so toll findet nach dem Feierabend nochmals rauszugehen, sich aber durchaus für das eine oder andere Thema interessiert, gerade wenn man sich im bequemen Anzug bei einem Bier das ganze antun könnte.

Ja ich denke so etwas würde ein Chance sein die Politik dem Volk oder das Volk der Politik wieder etwas näher zu bringen.
Auf der anderen Seite glaube ich da an einigen Widerstand von den Politikern, denn wenn dann ein SPler nicht sozial, ein FDPler nicht liberal oder ein SVPler gegen die Bauern spricht, oder ein Stadtrat immer nur fehlt, kommt das nicht soooo gut bei den Wählern an.

Hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Die Idee mit einem Live-Stream die Politik bürger(-innen)naher werden zu lassen, finde ich natürlich sehr attraktiv. Angesicht der Umstände - in denen sich viele bewegen - wäre das eine sehr interessante Idee.

Frage bleibt dann, ob nicht doch viele das BettyBossy-Kochen am Montagabend einer Stadtratssitzung vorziehen würden. Aber ich spreche mal bei Gelegenheit mit dem Informatikverantwortlichen der Stadt. Eigentlich bräuchte es ja nur 1 Livecam mit Mikro, eine ansprechende Standleitung. Ein Versuhc wär's wert.

An unseren Sitzungen sind meist die Medien: Langenthaler Tagblatt, Berner Zeitung, NOZ und Radio 32.
Diese nehmen auch die Aufgabe wahr, zu schauen und zu kontrollieren, welche Politiker und -innen ihre Aufgaben wirklich ernst nehmen. Es ist auch an ihnen Ungereimtheiten, wie du sie zum Beispiel nennst, an die Öffentlichkeit zu bringen.

hansruedi hat gesagt…

so ein versuch müsste man dann aber über einige Zeit laufen lassen und entsprechend bekannt machen, das schöne daran aber er wäre fast gratis, nötigenfalls könnte man durchaus eine Funkverbindung von der Mühle zum Stadthaus machen.

Hansruedi

Titus hat gesagt…

@ Reto

Wahltag ist Zahltag. Und wieso nicht jede Sitzung zu einem Zahltag machen?

Was ich meine, ist, dass z. B. registrierte Benutzer (aus Langenthal natürlich) die verschiedenen Voten während und nach den Sitzungen bewerten könnten. Das klingt auf den ersten Moment etwas abstrakt, entpricht aber eigentlich nichts anderem als dem ansonsten üblichen Applaus. Nur, eben - heute bleibt einem als "normalem" Bürger nur die Möglichkeit, die Faust im Sack zu machen oder vor Freude an die Decke zu springen. Mit einem "Voten-Bewertungssystem" könnte man die Votanten wissen lassen, was man von ihrer jeweiligen Argumentation hält - selbstverständlich kombiniert mit einer Kommentarfunktion.

Es lebe "Langenthal 2.0" :-)

hansruedi hat gesagt…

@ Titus
ein Diskussionsforum damit die Bevölkerung mitreden kann wäre nicht schlecht, eine Bewertungsfunktion sehe ich eher nicht so ganz, die Gefahr von Parteiischen Voten und einem Schaulaufen gewisser Räte wäre zu gross.

Aber wenn man sowas richtig und mit genügend "Brain" aufziehen könnt, ich denke Langenthal würde mal wieder für Positive Schlagzeilen sorgen

Hansruedi

Adrian Wüthrich hat gesagt…

Reto's Blog wird zum Brainstorming betreffend Attraktivierung der Politik. Mir kommt nämlich bei der Lektüre der Posts folgende Idee, die Langenthal leider nicht umsetzen kann: Wir könnten in Huttwil die Gemeindeversammlung online übertragen. Damit wären wir auch die ersten. Vielleicht würden viele, die noch nie an einer GV waren einmal sehen, dass diese gar nicht so schlimm ist und später einmal echt eine besuchen, damit sie auch mitentscheiden können.

hansruedi hat gesagt…

@ Adrian

warum nicht sich zusammentun? für sowas kann man nie genug Mitdenker haben, ausserdem benötigt man für die Lastverteilung spezielle Infrastruktur, nichts teures zwar aber man benötigt es eben jeweils für wenige Stunden.
> http://de.wikipedia.org/wiki/Server_Load_Balancing

die selbe Infrastruktur könnte man dann übrigens auch für die jeweiligen Abstimmungssonntage verwenden. Ich würde dann noch anregen das Interfraktionell anzugehen, die Firma Ammann hat ja eine Informatikbasisausbildung (Herrn Bobst ansprechen) ;-)

Hansruedi

Titus hat gesagt…

@ Hansruedi
Deine Bedenken mit dem parteiischen Bewerten kann ich verstehen. Dem könnte man entgegenwirken, indem man zu einer Bewertung auch einen Kommentar abgeben muss (quasi eine Begründung, weshalb man "fünf Sterne" vergibt).

Das Schaulaufen ruft bei mir keine Bedenken hervor. Zum einen findet das doch auch heute schon statt, nur ist man eher unter sich. Zum anderen sitzen meistens auch Medienvertreter auf der Tribüne, welche eigentlich nur so auf markante Voten warten...

hansruedi hat gesagt…

dazu noch zwei Einwände.
erstens dürfen die Onlinedienst bei so etwas nicht all zusehr bevorzugt werden gegenüber den Zuschauern vor Ort.

und zweitens noch viel wichtiger, man sollte so ein Projekt mit möglichst geringen Kosten an Geld, Arbeit und Umständen starten, wenn sich dann regelmässig ein halbes duzend Nutzer findet, kann man immer noch Mehrwertdienste zuschalten.

Damit man mich richtig versteht, man darf und soll auch über eine Phase zwei eines solchen Projektes nachdenken und Ideen sammeln, nur eben für einen Start sollte es möglichst einfach gestaltet werden.

Hansruedi

Reto M. hat gesagt…

Herzlichen Dank für eure sehr interessanten Inputs. So wünsche ich mir das hier drin natürlich jedes Mal. Am Ende kommen konkrete Ideen.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich in Langenthal ein Postulat einreiche, welches den Langenthaler Gemeinderat bittet zu prüfen, inwiefern man die Politik Langenthals bürgernaher und attraktiver verkaufen könnte. Hierbei wäre es dann auch möglich, dass ich eure Ideen als Beispiele mitgebe.

Damit das Postulat aber (gemäss meinen Prognosen) Chancen zur Annahme hätte, müsste man auf die Bewertung verzichten. Die BZ hatte mal vor etwa 3 Jahren alle Stadträtinnen und Stadträte in ganzen Noten beurteilt (ich kriegte eine 5). Uii... das gab einen Aufschrei bei manchen und künftig wurden auf solche Bewertungen verzichtet. Ich denke auch nicht, dass sie in der Milizpolitik Sinn machen. Und auch wenn jemand seinen Inhalt knackig rüberbringt, kann es sein, dass er nur Quark vertickt.

Womit wir beim Schaulaufen wären. Das findet auf Grund der Pressepräsenz schon heute statt. Es gibt Spezialisten (den Schreibenden nicht immer ausgenommen) welche durchaus eine Theatralik an den Tag legen, die zwar für die Sachlichkeit der Geschäfte nicht notwendig, teilweise doch auch amüsant und medienwirksam werden. Das geht und ist erheiternd. Doch die Grenze zur Peinlichkeit ist nah.
Für mich gibt's nicht Schlimmeres als wenn jemand zu Hause schon Sprüche vorbereitet, die er dann gespielt spontan in die Debatte einzustreuen versucht und noch etwas fällt mir auf. Es sind meistens Männer, die so ein Gebaren an den Tag legen.

Titus hat gesagt…

Vielleicht habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt: Es ging mir nicht ums Bewerten von Personen, sondern von Voten. Sachpolitisch wie auch subjektiv hat man das Heu vielleicht grundsätzlich nicht auf der selben Bühne wie die Person X, aber ihr Votum zur Sache X begeistert "ausnahmsweise" und verdient "Applaus".

Im Kern geht's um die Idee, die BürgerInnen in irgendeiner Form mitwirken zu lassen. Es gäbe da aber auch noch andere Möglichkeiten, z. B. indem die Geschäfte schon vorzeitig online präsentiert werden, sodass Herr und Frau Langenthaler (des Volkes Stimme), einschliesslich den Gewählten (des Volkes Stellvertreter), sich schon im Vorfeld dazu äussern können. Der "Showdown" findet aber immer noch im üblichen Saal statt.

Reto M. hat gesagt…

@ Titus:
Erzwungenermassen bleibt der Showdown, wo er ist. ;-)

Aber die Idee eines interaktiven Diskussionsforums der Stadt und deren Traktanden wäre wohl wirklich etwas, das wir in unserer Grösse vorantreiben und pilotieren könnten. Ich werde es als Idee in mein Postulat aufnehmen.

hansruedi hat gesagt…

also zum Forum, da müsste dann aber eine etwas freche Software her. Nichts 08/15 mässiges das die meisten User überfordert, etwas das den Leuten den überblick über die Diskussionen erlaubt und das man in entsprechende Unterforen aufteilen kann. Mit anderen Worten ein klares Forum mit Baumstruktur. Wie es der Zufall will, kenne ich jemand der genau in diesem Moment an sowas programmiert. Diese Software steht unter GPLv2 und hat sogar bereits in der momentanen Version 0.9.xx eine eingebaute Abstimmungsoption, bei Bedarf bin ich gerne bereit einigen Leuten eine Arbeitsdemo zu zeigen, welche von einigen duzend "Spinnern" auf Herz und Nieren geprüft wird. ;-)

Einen kleinen Wunsch hätte ich noch, wenn jemand so ein Postulat einreicht, würde ich es als Einwohner von Langenthal gerne sehen, wenn dieses Postulat noch 39 Mitunterzeichner hätte.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

uiii... jetzt schnall ich technisch nur noch die Hälfte. Muss über deinen letzten Kommentar noch googeln.