Montag, 5. Januar 2009

Was erwartest du von einer SP?

Zürick... ehh zurück von besagtem Zürich. Natürlich wegen der Politik. Die spielt sich für mich - glücklicherweise - halt vor allem im heimischen Langenthal ab.

Hierfür - also für die Sitzung, die wir heute Abend hatten, beschäftigte ich mich dieser Tage vor allem mit möglichen neuen Inputs für die sozialdemokratische Politik in Langenthal. Da ich durch andere Aufgaben - Hut ab vor allen Müttern und Vätern, die sich um die Kinderbetreuung kümmern - noch nicht so weit in die Tiefe gehen konnte, reifte in mir heute der Entschluss, dass ich doch mal hier drin fragen könnte, was ihr von einer Sozialdemokratischen Partei in einer Stadt, wie dieser, überhaupt erwartet.

Also. Ich mache mir auch nicht grosse Illusionen, dass hier der Kracher kommt, den wir insgeheim doch alle als ultimatives Rezept gegen Wählerschwund suchen, wenn sich überhaupt wer auf mein Fragen meldet und sollte euch doch DIE Idee im Hinterkopf gedeihen, so wünsche ich lieber eine Email als einen für alle öffentlichen Kommentar. Die Email-Adresse findest du unter anderem übrigens auf meiner anderen Seite.

Kommentare:

heinz_be hat gesagt…

Ganz allgemein: Mein Wunsch wäre eine Politik, in welcher weniger mit “Ängsten“ und “drohenden Verlusten“ argumentiert werden, sonder ausschliesslich das positive aufzeigt und den Menschen mit Optimismus, Freude und Vertrauen vorangehen will. Die Diskussion um die Personenfreizügigkeit ist das beste Beispiel wie man es meiner Meinung nach nicht machen sollte. Beide Lager wälzen eine Flut von Schreckensszenarien vor sich hin, was bei einer Annahme/Ablehnung passieren könnte. So weckt Politik doch eher Unbehagen als Interesse hervor. Und bei einem durchschnittlichen Wähleranteil bei Abstimmungen von unter 50% täte etwas mehr Interesse unserer Demokratie sicherlich gut. Nicht ganz zum Thema, aber das musste ich los werden ;)

Reto M. hat gesagt…

Lieber Heinz

Merci für deinen Kommentar. Er ist nicht wirklich off-topic, sondern bestätigt etwas, was ich oft versuche zu sagen:
Die SP in ihrer Grundhaltung und geprägt von ihren historischen und aktuellen Werten ist eine lebensbejahende Partei.

Und nun kommen wir aber zur Auslegung. Denn dies bedeutet nicht, dass wir uns vor den Problemen und Krisen der heutigen Zeit in einer Art "rosa Brille Sehen" oder in einem übersteigerten Optimismus verschliessen sollten oder den Menschen den Eindruck vermitteln würden, dass wir uns deren nicht annehmen würden.

Schlussendlich muss gesagt sein. Angst ist ein sehr starkes Gefühl. Und das Vermitteln von Angst sehr wahrscheinlich einfacher, als das Vermitteln von Freude. Wage ich mal vom Schiff weg zu behaupten.

Anonym hat gesagt…

vor einigen Jahrzehnten hätte ich geantwortet, Politik für die "einfachen" Menschen in diesem Land, eigentlich erhoffte ich mir das noch heute.

hansruedi

Mättu Schmid hat gesagt…

Ich werde mal ein bisschen konkreter. Ich würde von der SP Langenthal (wenn ich sie denn wählen könnte) erwarten:

- dass sie sich für die gestrichenen IR-Züge auf der Linie Bern-Olten, insb. 22.06 Uhr ab Olten, einsetzt.

- dass sie endlich die Umgestaltung des Bahnhofplatzes vorantreibt und dabei bei aller Velo-Liebe auch an die Autofahrer denkt.

Nicht DIE Brüller-Ideen, aber wichtig für Langenthal und die Region.

Genosse hat gesagt…

Was ich von der SP erwarte? Nun jetzt wo sie den Wegweisungsartikel in Luzern unterstützt, sind all meine Erwartungen erfüllt...

http://ch.indymedia.org/de/2009/01/66052.shtml

Da hört man solches: "Im Frühjahr hatte die DV das Referendum
gegen die Wegweisung unterstützt. Zwischenzeitlich hat sich die Partei in Diskussionen vor und am Parteitag der SPS in Aarau stark mit dem Thema Sicherheit auseinandergesetzt und sagt nun mit dem
schweizerischen Parteitag Ja zu Prävention, doch auch Ja zu adäquater Repression."
Klar doch. Habt noch vergessen zu sagen, dass Repression gegen Randständige und Konsumverweigerer, Punks usw. immer adäquat ist.

Du kennst die Parole:
Wer hat uns verraten... ach, du weisst schon.

Freiheit stirbt mit Sicherheit!

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:
Ich denke, dass die SP dies nach wie vor vertritt, die Politik für die "einfachen" Menschen. Leider gibt's in dem Bereich halt keine "einfachen" Lösungen und daher ist es manchmal schwierig die komplizierte Politik an die "einfachen" Leute zu bringen. Die glauben manchmal den Schlagworten anderer Parteien mehr, als unseren Lösungen.

@ Mättu: Aber dafür setzt sich die SP im Oberaargau vehement ein.
Guckst du hier:
http://www.sp-langenthal.ch/index.php?id=15&tx_ttnews[tt_news]=40&tx_ttnews[backPid]=1&cHash=dd549fa757
Und was den Bahnhofplatz betrifft, so haben wir einen Masterplan in Arbeit, der dann noch auf Umsetzung wartet. Aber - da geb' ich dir Recht - sollte man dem mehrheitlich bürgerlich dominierten Gemeinderat diesbezüglich wieder mal Beine machen.

@ Genosse:
Ich verstehe dich - auch aus persönlichen und SP historischen Gründen. Damit unsere Partei aber im heutigen Umfeld bestehen kann, braucht sie auch die Einbindung von reformorientierten Kräften. Das hat aber nichts mit Wegweisungsartikeln zu tun. Diese lehne ich als unnütz, verfassungswidrig, antidemokratisch, etc. entschieden zurück. Aber die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit durch das Gewaltmonopol einer Polizei, welche die Sicherheit für jedermann und jede Frau in der Schweiz garantiert, ist grundsätzlich ein Anliegen der SP und vor diesen Grundbedürfnissen, nebst Arbeit, Einkommen, Gerechtigkeit, zählt auch der Schutz der geistigen und körperlichen Unversehrtheit für welche wir uns sehr stark machen.

Was die Themen Sicherheit, etc. anbelangt, so empfehle ich dir mal die Lesung des Parteiprogramms der SP Kanton Bern. Nicht alles wird dir gefallen. Aber für viele ist es ein sehr realistisches Programm. Für mich auch. Du findest es unter sp-be.ch dann SUCHEN klicken, dann auf Legislaturziele und dort rechts im Balken darfst du noch zwischen Deutsch und Franz wählen. Fast wie in der Schule. ;-) Viel Vergnügen.

Julien Sorel hat gesagt…

Warum wollen sich die Sozialisten neu erfinden? Alle wissen wofür diese Bewegung stünde, würde sie von weltfremden grünen Träumern nicht auf Abwege geführt worden sein. Die SP würde auch gewählt werden, wenn überall dort SP drin wäre, wo auch SP drauf stünde.

Reto M. hat gesagt…

Lieber Julien.
Stimmt. Dein Kommentar ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber man muss auch sehen, dass die SP im Laufe der Jahre und mit Entstehung der Gewerkschaften thematisch und personell immer heterogener wurde.

Julien Sorel hat gesagt…

Die Heterogenität mag als eine Erklärung für die Verzettelung der Ziele gelten. Leider führen utopische Initiativen nur dazu, dass auch die Kräfte verzettelt werden. Sinnlose Initiativen wie die Einheitskrankenkasse haben zu nichts geführt. Macht die SP noch irgendetwas für die Schwächsten unserer Gesellschaft? Mit Initiativen für alleinerziehende Mütter, für Working Poor, würde die SP bis weit in CVP- und FDP-Kreise Unterstützung finden. Der moralische Impetus, den die SP so gerne gebraucht, sollte sie erst versuchen einzulösen.