Sonntag, 4. Januar 2009

Aus der Provinz in die Stadt. Die Unterschiede des Denkens.

Wenn man - wie ich - für ein paar Tage aus seinem gewohnten Leben ausbricht und es aus einer mittelländischen Kleinstadt - wie in der Überschrift dieses Blogs behauptet - in die grösste Stadt der Schweiz verpflanzt und sich dabei noch ein zweijähriges Kind während einer gewissen Zeit dazu gesellt, so entstehen völlig neue Sichtweisen. Plötzlich hat man ganz anders Zeit, die Umwelt wahrzunehmen und dadurch verändert sie sich auch.

Man kann für eine Wegstrecke, die man sonst binnen Sekunden zurücklegt, Minuten brauchen, da es an dieser Ecke noch ein wenig Schnee liegen hat, den man berühren könnte oder der Hund, welcher der Strassenwischmaschine nachrennt, viel interessanter ist, als die Absicht möglichst schnell an den Hauptbahnhof zu gelangen, um Brot zu kaufen.
Ja. Brot. Obwohl die nächste Bäckerei nur wenige Schritte entfernt wäre, kommt man sogar auf die Idee mit dem Tram in den HB zu fahren, weil der Kleine halt gerne Tram fährt und Züge sieht: "Tuiiiii... Tsssug.", um dort Brot zu kaufen. Wie ineffizient ist das denn?

Das sind Dinge, die das Leben und Denken verändern. Plötzlich fragt man sich, wie viel Strom die verbraten und ob dieses Licht am späteren Abend wohl wirklich nötig wäre, damit wir für künftige Generationen keine neuen AKWs mehr brauchen:
Oder warum ausgerechnet der oder die noch arbeitet und andere nicht, obwohl zu Hause vielleicht Freund, Freundin, Frau, Mann oder Kinder warten.
Und ob all der neuen Langsamkeit, Ineffizienz und scheinbaren Belanglosigkeit in den Themen dieser Tage, merke ich vor allem eines:
Die Ursache dieses Denkens, die an deiner Hand geht, ist etwas vom Wichtigsten in deinem Leben. Ein Teil deiner Familie. Ein Teil Zukunft.

Kommentare:

Titus hat gesagt…

Zum Thema Wahrnehmung der eigenen/fremden Umgebung und Licht resp. Energieverbrauch: In der Weihnachtszeit verändert sich unsere "übliche" Umgebung auch dank Weihnachtsbeleuchtung.

Nach meiner Beobachtung wird's diesbezüglich leider immer schlimmer: Von immer mehr Fenstern und Balkonen leuchtet und blinkt es (letzteres mutet eher nach Disco als nach Weihnachten an...). Besonders ärgerlich sind irgendwelche ins Fenster gehängte Leucht-Sterne, die für nichts brennen, weil niemand zu Hause ist... Von Nachhaltigkeit in diesem Bereich ist nicht viel zu sehen, ganz nach dem Motto: Es lebe der Energiehunger unserer Gesellschaft! :-(

Reto M. hat gesagt…

Nebst anderem las ich dieser Tage das Parteiprogramm der SP Kanton Bern.

Das Ziel ist eine 2000 Watt Gesellschaft. Erreicht werden soll sie insbesondere durch Energieeffizienz. Ein hohes Ziel, das unserer Wahrnehmung eigentlich völlig widerspricht.

Aber der Umkehrschluss des allgemeinen gesellschaftlichen Verhaltens passt mir eben auch überhaupt nicht oder wer will bei sich das Endlager?

Wie dem auch sei, merke ich jetzt, dass auch bei mir zu viel Licht brennt. Gute Nacht.