Donnerstag, 31. Dezember 2009

Alles Gute im neuen Jahr!

Ja, ja. Es kann sein, dass mein Hausgrafiker etwas übertrieben hat oder dass er zu viel Kinovorschau gekuckt hat. Natürlich habe ich offiziell eine viel bravere Karte zum Neujahr von meinereiner versandt und deshalb und auch weil die Idee überaus witzig und sehr gelungen ist, zudem das Bild professionell er- und bearbeitet wurde, darf ich mir hier wieder einmal erlauben, was sonst kein Politiker macht:
Ein wenig Satire auf die ganze Politik und mich selbst:

Ich wünsche euch - auch bloggenderweise - ein überaus erfolgreiches Jahr 2010, beste Gesundheit und viele glückliche Momente.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Die SP wünscht ein gutes, neues Jahr, aber nicht so langweilig wie all die anderen Parteien.

Ab heute hängen im Oberaargau 10 Plakate an diversen Standorten, auf welchen die Grossrätinnen und der Grossrat der Bevölkerung einerseits ein schönes, neues Jahr wünschen, auf der anderen Seite geben die drei Bewährten bereits ihre Wahlversprechungen ab und erwarten auch, dass die Bevölkerung ihnen mitteilt, was sie im nächsten Jahr wollen und erwarten. Deshalb beinhaltet das Plakat relativ viel an weisser Fläche. Hätte ich gewusst, dass hierbei die Farbe des vorherigen Plakates noch relativ gut durchscheint... hätte ich wohl für eine andere Hintergrundfarbe plädiert. Aber ja. Man lernt hinzu. Die Aktion finde ich in ihren Interaktionsmöglichkeiten auf alle Fälle lobens- und mehrfach erwähnenswert. Das ist fast wie Bloggen an der Plakatwand.




Ja. Sie zwangen mich dann auch noch auf ein Bild, nebst anderen Kandidierenden. Aber mein Fingerzeig vermag meine Meinung zu mir selber vor einem Plakat der Bisherigen zu deuten. Ich will mich ja nicht vor die Bisherigen drängen.

Samstag, 26. Dezember 2009

Auch diese Weihnachten gehen (zu schnell... ?) vorbei...

Schreibt man über Weihnachten, schreibt man über Weihnachten oder schreibt man gar nicht oder wenn, dann nicht über Weihnachten? Besinnt man sich aller Texte, welche Jahr für Jahr auch dieser Tage erscheinen oder über Weihnachten erschienen sind, die unter anderem christliche Nächstenliebe predigen, derweil sämtliche Konflikte weitergehen und die dieser Tage sogar am Familientisch bei Fondue Chinoise massiert auftreten können, so lässt man es doch besser bleiben. In einer Zeit an welcher man sich Bomben um die Beine schnallt, um ein Flugzeug zu besteigen, den Papst an der Stola mit sich reisst, um ihn zu umarmen, AKWs eine unbefristete Betriebsbewilligung gewährt, um eine scheinbare Versorgungslücke zu schliessen, gilt es scheinbar neue Massstäbe zu setzen in der Reihe der weihnächtlichen Gedanken.

Wie dem auch sei hoffe ich, dass ihr wunderschöne, feierliche und erholsame Tage - abseits des alltäglich Absurden und deren Sorgen - im Kreise eurer Liebsten habt erleben dürfen. So zumindest trifft es auf mich zu. Und falls ihr angesichts meiner angesprochenen Gedanken noch einen etwas anderen Jahresrückblick 2009 sehen möchtet, so empfehle ich euch wärmstens diese ZDF Sendung:


Montag, 21. Dezember 2009

Jahresrückblick Stadtrat Langenthal

Meine Analysen - auch von Angelegenheiten, welche mich nichts angehen - sind in diesem Gefäss ja bereits bekannt, respektive tendenziell berüchtigt. Da wir allgemein im Jahreswechselrückblick begriffen sind und ich anlässlich des Schlussbriefes, den ich für die SP verfasste, auch einen Blick in die Stadtratsstatistiken dieses Jahres warf, kam ich zu den folgenden Analysen.
  • Von 21 Mitgliedern des Parlamentes wurden insgesamt 48 Vorstösse (Motionen, Postulate, Interpellation) eingereicht. Dies entspricht 1,2 Vorstössen pro Stadtratsmitglied.
  • Die 10 Motionen hatten im Stadtrat einen sehr schweren Stand. Von den bereits beantworteten 9 Motionen wurden schlussendlich 8 abgelehnt. Einzig die Vorlage für ein Stadtarchiv fand bei den Stadträtinnen und Stadträten Anklang. Offen ist die Antwort auf die Motion: "Stopp Lichtsmog." Speziell die Motion "Renovation Stadttheater": Diese wurde zuerst erheblich erklärt und nach Wiedererwägung eine Sitzung später dann doch noch abgelehnt.
  • Postulate hatten es da einfacher. Von den 17 eingereichten und bereits beantworteten Postulate wurden 11 erheblich erklärt, wobei eines gleichzeitig als erledigt abgeschrieben wurde.
  • Insgesamt wurden 19 Interpellationen eingereicht, wobei deren 17 schon 2009 beantwortet wurden. Einfache Anfragen gab es keine.
  • 2 Parlamentarische Erklärungen "zum Projekt Renovation Stadttheater" und "Ja zum Minarettverbot - direkte Demokratie jetzt respektieren" wurden eingereicht. Erstere Erklärung mit 7 Punkten wurden angenommen. Letztere ist durch den Stadtrat noch unbeantwortet.
  • Zudem befasste sich der Stadtrat mit 2 Anträgen: Er sagte Ja zur Wiedereinführung des Ratskredites. Zurückgezogen wurde der Antrag zur "Kostentransparenz bei Vorstössen" welche die Menge der eingereichten Vorstösse hätte mässigen sollen.
Der Ruf einiger Parlamentariererinnen und Parlamentarier, es gäbe zu viele Vorstösse, veranlasste mich zu folgenden Statistiken (Quelle Hintergrundbild (verzerrt): www.langenthal.ch, Stadtrat, Fotograf Markus Heiniger):

Die meisten Vorstösse kamen aus der SP, gefolgt von der FdP und der EVP/glp.


Gemessen an der Grösse der Vertretungen im Stadtrat Langenthal ergibt sich aber ein anderes Bild:


Mit 6 Vorstössen verteilt auf 2 Mitglieder bei der Grünliberalen Partei Langenthals und 3 Vorstössen bei 1 Mitglied der PNOS ergibt dies bei beiden Parteien einen Schnitt von 3 Vorstössen pro Stadtratsmitglied. Somit waren die Grünliberalen und die PNOS die aktivsten Parteien im Stadtrat - gemessen an der Wähler- respektive Sitzstärke. Darauf folgen mit Abstand die SP mit 1,73 Vorstössen pro Sitz, die EVP und die GLP mit 1,5 Vorstössen/Sitz, die FdP mit 1,33 Vorstössen/Sitz, die SVP mit 0,33 Vorstösse/Sitz und die Jungliberalen mit 0 Vorstössen/Sitz.

Der Erfolg ist schwierig zu beziffern, da nicht alle erheblichen Vorstösse effektiv in Massnahmen enden. Die SP übte sich an 5 Motionen, welche allesamt nicht erheblich erklärt wurden. Die Postulate wurden aber zu 80% erheblich überwiesen, was einen "Gesamterfolg" von 40% ausmacht. Die FdP war diesbezüglich erfolgreicher. Von 4 Motionen wurde 1 erheblich erklärt, sowie sämtliche Postulate. Das macht insgesamt 57,14% Erfolg. Noch besser war die EVP, welche nur Postulate einreichte, die allesamt auf Zustimmung bei den Stadträtinnen und Stadträten stiess. Würde man aber den Erfolg der EVP-glp-Fraktion messen, so würde sich deren Ergebnis verschlechtern: Nur 40% deren Postulate wurden erheblich erklärt. Bemerkenswert ist hierbei wohl auch, dass die Jungliberalen keinen einzigen Vorstoss einreichten und beide Vorstösse (Postulate) von Seiten der SVP nicht erheblich erklärt wurden. Die bürgerliche Mehrheit im Stadtrat funktioniert also nur bedingt - dies war auch in der Budgetdebatte ersichtlich.

Natürlich sind Ranglisten in der Politik extrem doof und sagen absolut nichts aus über die Wirksamkeit einer Partei oder Person zumal die Nachhaltigkeit gar nicht einfliessen kann, welche für mich absolut prioritär wäre. Trotzdem liess ich mich auch zu einem Blick auf die Personen verleiten, welche 2009 in absoluten Zahlen umtriebig waren, sprich viele Vorstösse einreichten - erstaunlich ist ja aber vor allem auch, dass die Hälfte des Stadtrates absolut keinen Vorstoss einreichte.... da wir davon ausgehen können, dass Politikerinnen und Politiker öffentliche Personen sind, erlaube ich mir die Namen der Aktiven zu nennen:
Die Rangliste der meist Vorstossenden führen zwei Amtsjüngste und der Amtsälteste an:
Urs Zurlinden, FdP, (neu) reichte 6 Vorstösse ein. Fritz Fiechter, SP, (bisher) reichte 5 Vorstösse ein ex aequo mit einem ebenfalls neuen Mitglied des Stadtrates, Manuel Ischi, glp. Erstaunlicherweise finden sich unter den ersten 8 Personen mit bis zu 3 Vorstössen in diesem Jahr nur Männer....

Erlauben wir uns noch ein kleines Fazit des vergangenen Stadtratsjahres:
Es sind nicht die absolute Anzahl der eingereichten Vorstösse entscheidend, sondern die Ideen respektive Gründe, welche hinter einem Vorstoss stecken. Vorstösse sind weder a priori als schlecht und verwaltungsintensiv abzuwerten, noch zu überschätzen, die Wirksamkeit ist nicht per se gegeben. Die finanzielle Lage der Stadt Langenthal mit über 100 Millionen Franken Eigenkapital führt zu diversen neuen & alten Begehrlichkeiten, denen die Politik die öffentliche Aufgabe und Nutzen zu- oder absprechen muss. Der Aufwand - sowohl für die Verwaltung, wie auch für die Politikerinnen und Politiker in Langenthal im Stadt- oder Gemeinderat tätig zu sein - ist tendenziell gestiegen. Die Geschäfte werden komplexer, grösser und dadurch umfangreicher. Trotz- oder wegen alle dem ist es sehr interessant in und für die Stadt tätig zu sein und ich wünsche mir für das neue Jahr in allen Fraktionen und damit fast allen Parteien viele neue und aktive Mitglieder für das Wohlergehen der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Es gibt viele Vorteile in einer Kleinstadt zu leben...

Ein exemplarisches Beispiel:
Als ich heute Morgen wieder einmal auf mein Telefon blickte, fand ich eine SMS, die mir eigentlich bekannt schien: "Sie haben eine neue Nachricht auf Ihrer Combox."
Der Inhalt derselben war dann doch um einiges erstaunlicher:

"Guten Tag Herr Müller,
hier spricht Frau X. vom Blumenladen Schenk in Langenthal. Wir haben Ihre Autonummer gefunden. Sie dürfen Sie jederzeit bei uns wieder abholen."

Natürlich ging ich sofort zu meinem Wägelchen und siehe da, die Scheibe mit den bekannten Nummern fehlte hinten tatsächlich. Roten Kopfes ging ich in den Laden:
"Siehe da. Das sieht ja fast wie der Herr Müller aus."
"Danke vielmals. Echt peinlich. Ist eine Wechselnummer und gestern hat jemand das andere Auto gebraucht und die Nummer wohl nicht mehr richtig bei diesem Auto eingehängt. Besten Dank, wirklich."

Natürlich ging mir plötzlich durch den Kopf, wie ich mich nun bei den netten Frauen bedanken könnte. Nun. In einem Blumenladen ist es wohl nicht sehr opportun den Frauen Blumen zu bringen. Und in einer Art Dankesreflex Blumen zu kaufen und so zum Umsatz und Lohn des Betriebes beizutragen, wollte ich auch nicht - das war mir einerseits als Dank zu kapitalistisch und andererseits wäre die Empfängerin derselben wohl diejenige gewesen, welche die Nummer gestern im Stress nicht mehr richtig einhängte... das erschien mir auch keine wirklich gute Option. ;-)

So verblieb ich vorerst mit einem herzhaften Dank und dämlichen Grinsen, das wohl so viel aussagen sollte, wie: "Es wäre für Kopenhagen, die Welt und mich wohl auch besser, ich würde nicht Auto fahren."

Danke auf alle Fälle: Blumen Schenk in Langenthal. Ich weiss, wo ich künftig Blumen einkaufe, denn das war nicht selbstverständlich. Ideen zum Merci sagen werden noch gesucht.
Es gibt Vorteile in einer Kleinstadt, in welcher man gekannt wird, zu leben... auch wenn das Situationen provozieren kann, die unter Umständen etwas peinlich sind.

Montag, 14. Dezember 2009

Polier' deinem Politiker die Fr...

Berlusconi hat es nun ganz bitter erwischt. Scheinbar mit einem Mailänder Dom en miniature wurde er niedergestreckt. Böse Zungen in meinem Umfeld behaupteten, dass er so eine Ohrfeige durchaus nicht unverdient kassiert habe: Zwei abgebrochene Zähne und das verwöhnte schönheitsoperierte Gesicht blutend aus der Affäre gezogen, hat es ihn nun zugegebenermassen wirklich böse erwischt. Hier wird die ganze Geschichte boulevardistisch äusserst blutig dargestellt. Übel. Da werden Noemi Letizia & Co. ordentlich zu trösten haben.

Ob dies nun ein Aufruf sein soll, dass man seinem Politiker / seiner Politikerin mal so ordentlich die... Meinung sagt?
Mir soll's recht sein. Schreibe deinem oder deinen PolitikerInnen. Sage ihnen im zu Ende gehenden Jahr, was sie gut (auch für dich) gemacht haben und sage ihnen, was du von ihnen im nächsten Jahr erwartest. So schwierig ist das nicht. Mittlerweile haben praktisch alle Facebook oder sind mit einer Email-Adresse im Behördenverzeichnis aufgeführt.

Interessanterweise hat die Fasnachtszeitung in Langenthal bereits prophetisch bei der letzten Fasnacht skizziert, wie einige Politikerinnen und Politiker nach so einer berlusconischen Direktattacke  aussehen würden:

Autsch! Das Motto war überdies "zungerobsi", weshalb vieles in der Zeitung eben etwas Kopf stand.

Samstag, 12. Dezember 2009

Die SP produziert viel Käse....

gebe ich für einmal unumwunden zu... dieses Mal in wahrhaft existenter Form. Zum Wahlkampfauftakt für die Grossratswahlen versammelten sich viele Kandidierende der SP Oberaargau heute Morgen in der Käserei Wyssbach bei Madiswil, um Wahlkampfkäse zu produzieren.
Spass machte es auf alle Fälle. Hoffen wir mal, dass es gut kommt... sowohl der Käse, wie auch die Wahlen.

Von rechts nach links:
Adrian Wüthrich, Nadine Masshardt, Samuel Köhli, Dorette Balli, Markus Meyer, Priska Grütter, Peter Zysset, Patrik Blum, Reto Müller

Freitag, 11. Dezember 2009

Stirbt dieses Blog aus?

Ich zählte heute die Tage meines Nichtschreibens. Sie erschienen mir in meiner persönlichen Wahrnehmung praktisch endlos. Es sind deren vier. Verschwindend klein als Zahl, riesengross in meiner Bedeutung und Auffassung dieses Gefässes. Ich, der stets bedacht war, mir meine Gedanken und Beobachtungen oft von der Seele zu schreiben, falls möglich täglich der Menschheit im weltweiten Netz kund zu tun. Nun denn. Prioritäten verschieben sich.
Geschichten, die man sich früher niemals hätte von den schreibenden Fingern wegnehmen lassen,  Kommentare, die einen bisweilen in regelmässigen Abständen in die lokale und gar nationale Presse hievten, lässt man aus, da man merkt, dass man damit zu stark provozieren würde.
Die Zeit, um sich anderer Geschichten zu bedenken, welche durchaus auch schreibwürdig wären, bleibt denn halt auch aus, seit das neue Amt in mein Leben getreten ist. Es tut mir fast ein wenig weh, zu sagen, dass es im Moment von aussen oktroyiert Wichtigeres gibt, als mein Schreiben.

Man beginnt sich denn ab kleinen Dingen zu freuen, die einem beim täglichen Gang durch die Stadt begegnen. Die neue Beleuchtung der unteren Märitgasse zum Beispiel, welche die Gasse dort mit der ganzen Umgestaltung nun urbaner und freundlicher dastehen lässt, während sich die Detaillisten der oberen (nicht-umgestalteten) Marktgasse dieses Mal wegen des Weihnachtsmarkt selbst in die Haare geraten sind.


Man beobachtet mehr als Gemeinderat und man schweigt mehr.
Und das bekommt leider auch dieses Blog zu spüren.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Depeche Mode

Thank you for bringing me home... respektive Depeche Mode an ein Konzert nach Zürich.

Samstag, 5. Dezember 2009

Das waren noch Zeiten,...

...als ich im Langenthaler Parlament solche Sprüche machen konnte:
"Stadtratspräsident Reto Müller weist darauf hin, dass kurze und prägnante Voten keine negativen Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit der Zuhörer haben und bittet dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen."
2008 war's. Heute, als ich beim Studium der gemeinderätlichen Akten über dieses stadträtliche Protokoll stolperte, entlockte es mir doch ein breites Schmunzeln. Wie wahr ich doch manchmal hatte und wie wenig das oft fruchtete.... parlare, palavern, Parlament.

Mein Handy hat leider keine Makro-Funktion:

Freitag, 4. Dezember 2009

Nicht lustig: Drohung in der Langenthaler Schulanlage Kreuzfeld 4

Nun denn. Das sind Nachrichten, wie sie in Berlin, in Bern und auch sonstwo vorkommen oder vorkamen... aber eben sass mein Erschrecken auch relativ tief: "Was, hier, in unserem städtischen Dorfe????"
Es ist nicht lustig und trotzdem hoffentlich auch nicht ernst gemeint und wird künftig - so wünsche ich mir - auch nicht und nirgendwo nachgeahmt:

"Medienmitteilung
Communiqué de presse


Info/fm Bern, 4. Dezember 2009

Das Untersuchungsrichteramt II Emmental-Oberaargau, die
Schulleitung der Schulanlage Kreuzfeld 4 von Langenthal und
die Kantonspolizei Bern teilen mit:

Langenthal

Drohung in der Schulanlage Kreuzfeld 4

pkb. Wegen einer anonymen Drohung fällt der Unterricht in
der Schulanlage Kreuzfeld 4 in Langenthal am kommenden
Montag aus. Die Massnahme wurde von der Schulleitung
ergriffen, nachdem eine unbekannte Täterschaft Drohun-
gen ausgesprochen hatte.

Am Dienstag, 1. Dezember 2009, wurde im Aufenthaltsraum
der Schulanlage Kreuzfeld 4 eine schriftliche Drohung vorge-
funden. Die Schulleitung hat umgehend die Polizei informiert.
Nach bisherigen Erkenntnissen wird die Täterschaft in der
Schülerschaft vermutet. Die Polizei hat in der Zwischenzeit di-
verse Schüler befragt, ohne die Täterschaft ermitteln zu kön-
nen. Die Täterschaft will laut Schreiben ihre Drohung am kom-
menden Montag, 7. Dezember 2009, wahr machen. Die polizei-
lichen Ermittlungen werden fortgeführt.
Die Schulleitung der Schulanlage Kreuzfeld 4 wollte aus Sorge
um die Schülerinnen und Schüler den Unterricht am Montag ur-
sprünglich auf freiwilliger Basis durchführen, hat den Entscheid
den Eltern nun aber abgenommen und schliesst das Schulhaus
für alle Klassen. 
In den Schulanlagen Kreuzfeld I bis III, Hard und Elzmatte so-
wie in den städtischen Kindergärten findet der Unterricht im ge-
wohnten Rahmen statt. "

Dienstag, 1. Dezember 2009

Solidarität am heutigen Tag

Sie erinnerte mich mit ihrem Beitrag, dass heute Welt-Aids-Tag ist.
Da er bereits auf die Kampagne der Schweiz hinweist, habe ich mir das Video der deutschen Aids-Stiftung zum Bloggen vorgenommen.



Zeigen wir uns solidarisch... nicht nur heute.

Was sagt der Bischof von Arabien zum Minarettverbot?

Interessant finde ich im Moment die Diskussionen, wie die Annahme der Minarettsverbotsinitiative in der ganzen Welt aufgefasst wird. So interviewte Radio DRS heute den "Bischof von Arabien".

Quelle:
"Der Schweizer Paul Hinder ist katholischer Bischof in der muslimischen arabischen Welt: Sein Bistum reicht von den Vereinigten Arabischen Emiraten über Saudi-Arabien bis in den Iran."
Das Interview: (Bitte drauf klicken.)



Ebenfalls gerne verlinke ich hiermit auf den Artikel "der Augenreiberei", welcher die Frage aufwirft, was denn nun per Definition neu als Minarett zu gelten habe.

Sonntag, 29. November 2009

"Switzerland - The Heart Of Darkness" - nächste Folge?

An Deutlichkeit lassen die heutigen Abstimmungsresultate zumindest nicht missen. Zwei Prozentzahlen bringen mich stark ins Grübeln.
57,5 % Ja zur Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz
und
75,2 % Nein zum Stimmrechtsalter 16 im Kanton Bern.

Die Schweiz will keine Minarette, will also nicht, dass der Islam seine Kultur und seine religiösen Symbole nach aussen darstellen und leben darf, so wie dies jede andere Religion vom Sikhismus über den Hindu- und Buddhismus bis hin zum Christentum in unserer christlich-abendländischen Kultur auch künftig tun darf. Ich weiss die Bedeutung der heutigen - sehr auf eine Religion hin zielende - Einschränkung noch nicht zu deuten. Wollen wir damit sagen, dass wir das Gefühl haben, dass damit die Integrationsprobleme gelöst sind? Wollen wir damit sagen, dass wir keine Kirchtürme, Sikh- und Buddha-Tempel mehr in unserer christlich-abendländischen Kultur haben wollen? Oder wollen wir damit einfach sagen, dass uns der Islam Angst macht und wir ihnen damit nun halt einfach eins ans Bein "ginggen" wollten?

Die Menschen im Kanton Bern wollen keine politische Einbindung weiterer Jahrgänge in unsere demokratische Kultur. Jegliche politische Bildung muss damit wiederum auf ihre Effektivität und ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden und das demokratische Milizsystem - mit seinem Desinteresse insbesondere bei Jugendlichen - stellt sich für mich einmal mehr künftig in Frage. Werden wir PolitikerInnen aussterben, wenn wir es nicht schaffen, mit geeigneten Massnahmen - derer ich Stimmrecht 16 als geeignet erachtete - Nachwuchs zu rekrutieren?

Aber wie sagte doch schon Spinoza:
"Man soll die Welt nicht belachen, nicht beweinen, sondern begreifen.", wenngleich mir dies im Moment  zugegebenermassen schwer fällt.

Eine einzige Prozentzahl machte mir heute am Abstimmungswochenende grosse Freude, welche zudem für mein eigenes politisches Schaffen äusserst wichtig ist:
92,7 % sagten JA zum Budget und Voranschlag der Stadt Langenthal.
Ich wage mal zu sagen, dass an die FdP-Finanzpolitik, welche sich in den letzten drei Stadtratssitzungen äusserst aggressiv und "ranzig" zu vertreten suchte, ein deutliches Zeichen ausgesandt wurde.
Ich danke den Langenthaler Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für ihre finanzpolitische Weitsicht und das Vertrauen, das sie mit diesem Entscheid Parlament und Regierung aussprechen.

Am Rande seien zur Aufwiegung des starken Grübelns noch zwei letzte Zahlen erwähnt. 2 zu 0. Gegen Basel. Danke für die gute und unterhaltsame Ablenkung, Young Boys. Ich gratuliere zum Wintermeistertitel.

Samstag, 28. November 2009

Langenthals neues Gesicht im Internet...

...ist durchaus behübscht und verschönert und verbessert worden. Endlich ist die alte Pein verschwunden. Klar, übersichtlich und informativ, wenngleich nicht in allen Teilen mit der Navigation ganz zu meiner Zufriedenheit ausgefallen, so doch heute von mir nur lobend erwähnt, bin ich froh, dass wir einige Qualitäten Langenthals nun auch im Internet widerspiegeln.


http://www.langenthal.ch/
macht durchaus Freude. Und sie ist auch sehr lehrreich. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass ich im Wahl- und Abstimmungsauschuss bin... entweder ist das ein Fehler auf der neuen Seite oder es hat mir bisher noch niemand gesagt, dass ich da reingewählt wurde. Ich werde mich dann mal am Montag erkundigen. Hoffentlich erwartet mich heute oder morgen Sonntag am Abstimmungswochenende einfach niemand irgendwo, denn ich wüsste von nichts.



Über das Bild darf man sich natürlich auch wieder stören, wenn man will, aber... mir ist's egal. Ein grosses Ziel habe ich aber noch nicht erreicht... zwar sind die Möglichkeiten betreffend des E-Schalters viel grösser als früher und die Kontaktmöglichkeiten mit den Behörden und der Verwaltung eindeutig verbessert, doch bloggt nach wie vor niemand.... ;-)
Wir bleiben dran.

Donnerstag, 26. November 2009

Impfbericht: Tag 1 nach der Impfung

Da ich heute Nachmittag in der Statuszeile von Facebook jammerte, ich fände die Grippeimpfung respektive deren heute empfundenen Nebenwirkungen nicht gerade ohne, fragt(e) sich ein Teil, wie es mir denn heute konkret erging, zumal meine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen ebenso eine Berichterstattung wünschen, die sie eventuell hier lesen oder auch nicht....

Deshalb ist das hier der:


Impfbericht: Tag 1 nach der Impfung
Zu allererst eine einfache Empfehlung: Wenn du impfwillig bist, geh' morgen Freitag impfen, die Gefahr ist gross, dass es dich am nächsten Tag für ebendiesen ins Bett haut und an der Arbeit fehlen, will ja niemand absichtlich. ;-) Beat Schlatter lässt grüssen.
Zwar hatte ich gehört, dass einige Leute gänzlich ohne Nebenwirkungen davon gekommen seien, von vielen - insbesondere meinem direkten Umfeld - vernahm ich aber, dass sie  einen Tag aussetzen mussten. Teils heftigst mit Schüttelfrost und hohem Fieber kämpften, wie zum Beispiel ein wohl im Blog nicht genannt werden wollender Mann, der sich aus denselben Motiven hat impfen lassen. ;-)
Ich glaube (Stand heute), dass ich so eine Art mittlere Nebenwirkungen abgekriegt habe, scheinbar sind die Adjuvantien, welche der Impfung beigegeben sind, tatsächlich nicht ohne Schmackes, aber davor warnt das Blatt, das einem bei der Impfung mit Pandemrix ausgehändigt wird, auch ziemlich deutlich. Also nicht, dass ihr meint, ich hätte allergische Reaktionen gehabt, aber so etwa 15 Stunden nach der Impfung begann der Kopf ordentlich zu brummen, die Hände wurden kalt und die Stirn warm - na klar, weil der Körper immunmässig auf Hochtouren läuft - zudem waren wirkliche Grippesymptome wie Schnupfen, Husten und Gliederschmerzen auszumachen, wenngleich auch in kleinerem Masse als bei einer normalen Grippe. Gegen Abend meinte ich dann, es würde mir unter dem Arm ein weiterer Trizeps erwachsen, bis ich bemerkte, dass dies die Lymphknoten waren, welche sich in ihrer angeregten Tätigkeit auch schwellend und leicht schmerzend bemerkbar machten.

Ich hielt heute durch. Wenn gleich die Schülerinnen und Schüler wohl deshalb auch ein lockereres Schulprogramm serviert erhielten. Ich überlegte mir wirklich lange, als ich im Lehrerstuhl abhing, ob ich nicht dem Ruf der Müdigkeit nach einem Stündchen Schlaf hätte nachgeben sollen, doch blieb es in mir verwehrt, im Wissen darum, dass ich heute Abend noch einen wichtigen Termin in Bern hatte.

Das Jammern auf Facebook liess ich mir dann doch nicht nehmen, auch wenn mir entgegnet wurde, dass mich niemand zur Impfung gezwungen hat. Nun. Meine Antwort darauf fiel kurz und knapp aus:
"Als Sozial-, Alters- und im weitesten Sinne auch Gesundheitsgemeinderat geht mein politisches Engagement gar bis unter die Haut."

Ich bin zuversichtlich, dass ich morgen Freitag wieder vollends auf dem Damm bin. Es geht wieder aufwärts - habe ich zumindest im Moment das Gefühl.

Mittwoch, 25. November 2009

Ich bin geimpft...

Ich weiss, es klingt etwas komisch, wenn ich sage, dass ich heute habe gegen H1N1 impfen lassen, denn ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich bei all den anderen "obligatorischen" Impfungen überhaupt "up to date" bin, denn der Impfausweis, den ich letztmals bei Eintritt in die RS brauchte, blieb mir - heute zumindest - verschollen.

- "Da müssen Sie beim Hausarzt nachfragen," beschied mir die freundliche Dame im zum Langenthaler Impfzentrum teilweise umfunktionierten Notfallzentrum des Spitals, "wenn Sie einen neuen Impfausweis wollen. Aber wollen Sie gegen H1N1 impfen?"

- "Ja, ich sollte fast...", meinte ich.

- "Gut. Im Wartezimmer bitte das Blatt ausfüllen.", antwortet Sie prompt.

Die Resultate der Ja/Nein-Studie eröffnete mir dann, dass ich Pandemrix verabreicht erhalte, das heute zumindest in Kanada für Furore sorgt.


Nun. So schlimm kann es nicht sein...hoffentlich. Kollegen, die bereits geimpft sind, sagten mir zwar, dass sie am nächsten Tag schon ziemliche Grippesymptome hatten, die dann aber auch sehr spontan wieder abgeklungen sind. Nun. Harren wir der Dinge, die da ab Morgen eventuell auf mich zukommen werden. Die Impfung an sich war absolut schmerzfrei. Die gute Frau im SRO führte eine absolut ruhige Spritze, wenn man dem so sagen kann.

Und nun vielleicht abschliessend doch noch zu meinem Impf-Beweg-Grund...
Ein Teil der Mitarbeitenden in "meinem" Sozialamt, welche im Gesundheitswesen tätig sind, wurden aktivst angefragt, ob sie nicht impfen würden, weil ein Ausfall derer oder eines grossen Teils wirkliche Auswirkungen auf die Institutionen hätte. Man stelle sich zum Beispiel ein Altersheim ohne Personal vor. Da war es mir und meinem Amtsvorsteher übrigens ebenso, ein Anliegen, mich/uns mit ihnen solidarisch zu zeigen. Ich kann ja nicht das eine vom Personal wünschen und mir dann selbst sagen, ich dürfe problemlos krank sein und mich der Impfung verweigern.

Finde ich zumindest. Meine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen meinten auf alle Fälle, dass ich dann berichten soll, wie's war. Ich bin auch für sie wohl eine Art Vorkoster. Verständlicherweise, denn schliesslich bin ich auch der Amtsjüngste....

Dienstag, 24. November 2009

Letzter Militärtag

Plötzlich geht's auch im Militär schnell. 10 Minuten brauchte ich um all meinen militärischen Grümpel in die Kisten werfen zu lassen, den ich vorher in ein Einkaufswägelchen verlud. Die Dienstentlassung war die bestorganisierteste militärische Übung aller, die ich im 'Verein' erleben 'durfte'. Dass ich heute noch ein letztes Mal vor der definitiven Rückgabe meine Waffe putzte, was aber scheinbar niemanden mehr interessierte, zeigte mir denn auch auf, dass ich nun alle vor 10 Jahren konditionierte Muster und eingebläute militärische Regeln nun Fahren-lassen kann. Schöne neue Freiheit. ;-)
31 Jahre alt. 10 Jahre Militär. Dienst fertig. Schuldigkeit getan. Entlassen.
Es fühlt sich in mir gut an.
Zack. Meld mi ab. Zecke. Ende....

Sonntag, 22. November 2009

Wieder einmal: "Wahlslogan gesucht..."

Nachdem ich in mir wiederum zur Kenntnis nahm, dass ich seit 2 Tagen die Angaben für den Wahlprospekt hätte abliefern sollen, wollte ich mir nun endgültig eine Deadline bis heute Abend setzen.Wollte, denn:
Der "Fötzel" mit den Angaben ist an und für sich auch recht schnell ausgefüllt, zumal ich meine Ämter und Interessen nicht binnen 50, respektive 150 Zeichen inkl. Leerschläge alle angeben kann und somit relativ ausschliesslich und selektiv und unbedarft vorging.  Am meisten Schwierigkeiten bietet mir aber die folgende Anforderung an die Kandidierenden:
Persönliches Zitat (mit politischer Forderung)
MAX. 50 ZEICHEN inkl. Leerschläge
Zuerst wollte ich natürlich wieder mal in meinem ganz eigenen (Polit-)Stil antworten:
"Wahlslogans sind von gestern. Heute zählen Taten."
Was aber gleichbedeutend gewesen wäre, wie: "Alle anderen, die sich einen Slogan überlegen, sind Dumpfbacken."
Dann wollte ich ganz persönlich werden mit:
"Wählt nicht mich. Wählt Priska."
Was aber vom gewöhnlichen Wählenden weder als korrekt, noch lustig, noch für sie wahlwirksam aufgenommen worden wäre.
Dann dachte ich an:
"Schick den Blogger nach Bern."
Was aber keine politische Forderung beinhaltet.
Somit kam mir gleich mein Slogan der Grossratswahlen 2006 in den Sinn:
"Stopp dem Bildungsabbau! Keine weiteren Sparrunden auf Kosten der Bildung!"
Was inhaltlich nach wie vor korrekt ist, aber mit den 2 Ausrufezeichen und den darin enthaltenen Quotes etwas gar gewerkschaftlich und unprofessionell daher kommt. Dann dachte ich an Bewährtes. Im Sinne von: Bewährtes für bewährte Wählende.

 "Reallehrer, Gemeinderat Soziales, Mensch. Politik mit einer sozialen Einstellung."
Aber das ist nicht gerade dasjenige, welches mich vom Hocker haut.



Irgendwie bin ich auf der Suche nach einer Aussage, welche das Ganze umfasst. Nicht allzu ernst daherkommt, aber doch ausdrückt, dass 80% der Entscheide, mit welchen ich als Gemeinderat des Ressorts Soziales & Altersfragen und als Lehrer politisch konfrontiert werde, in Bern gefällt werden und ich künftig deshalb ein Wörtchen mitreden könnte und möchte. 
Da sich unter meinen Bloglesenden zahlreiche kreative Hirne, politbeflissene Alleskönner bis hin zu Marketingprofis befinden, werfe ich die Fragestellung nach einem passenden "persönlichen" Zitat mal in die Runde.


Ehm... einfach bis morgen Abend 19 Uhr sollte ich eure Vorschläge haben, denn sonst kann ich mich dann bald nicht mehr blicken lassen, mit meinem Verzug....
ich danke euch auf alle Fälle.


Freitag, 20. November 2009

Das Sommerkino überwintert ....

in dieser Halle.
Und dies ist kein schnöder Witz, sondern schon seit Jahren Realität. Alsbald nämlich die riesige Leinwand-Holzkonstruktion in der Marktgasse abgebaut ward, wurde sie seit 2004 stets fein säuberlich in den Hallen der Hector Egger AG eingelagert.
Dieses Jahr überwintert sie aber speziell. Die Konstruktion wird an den grossen Kränen der Fabrikhalle aufgebaut und die daraus entstehende Leinwand bespielt! Aus dem Sommerkino wird ein Winterkino, dank der kinobegeisterten Initaitive der Firma Hector Egger. Alle weiteren und insbesondere gut lesbaren Infos finden Sie hier unter www.winterkino.ch.


 
 

Donnerstag, 19. November 2009

Gute-Nacht-Blog-Geschichte

Bist du es, Langenthal?



Die Nacht senkt sich immer früher über's Städtchen. Ansonsten ist es scheinbar ein Abend wie jeder andere in diesem durchschnittlichen Ex-Dorf des Mittel-Landes.
In der Märitgass wird gebaut und zwar immer nur unten und nicht oben. Im Bäre isst das Militär mit allen anderen uniformierten oder etikettierten Menschen. Herr S. und sein Dreigangfahrrad linsen durch die erleuchteten Fenster der Kulturstätte mit heutigem Erwachsenenspielabend, der eigentlich mehr verspricht, als die Brettspiele, welche auf Bewegung warten und murmelt :"8, 9, 12... 20 sind's wohl schon.". Derweil die Langete weiterhin ihren Weg durch die Stadt bahnt, unmerklich der menschlichen Leiden, die am anderen Ende des Ufers stehend auf etwas warten, das sie vielleicht längst verloren haben. Unbekümmert strahlen die Sterne an der Mühlifassade und verlocken ein schönes und glückliches Dasein in ihrem Innern, was sich als oberflächlicher Trugschluss erweist.


Im Bewusstsein wiederum für die Stadt da zu sein, an einem Abend, an welchem trotz vielen Wörtern keine wirklichen Taten folgen werden, ausser das gegenseitige Wissen zu missen, das einem in diesem Leben, dieser Stadt echt weiterbringen könnte, diskutieren wir mehr, als wir zum (Über-)Leben bräuchten. Es ist nicht immer einfach und doch machen wir es uns manchmal einfach, indem wir nicht bereit sind oder nicht die Zeit haben, die Augen zu  öffnen für die Dinge, die sich tagtäglich und -nächtlich in unserem Dorf abspielen, die guten, wie auch die schlechten Seiten zu erkennen.

Du wirst in dieser Stadt anderes sehen, wenn du durch sie schreitest: Zeig mir deine Sicht und ich erklär' dir meine.

Gute Nacht, Langenthal.

P.s.: Für eine liebe Kollegin auf ihren Wunsch einer Gute-Nacht-Blog-Geschichte hin geschrieben. Ich weiss, dass du vielleicht etwas anderes erwartet hast als diesen Versuch, doch mein Schreiben lenkt sich manchmal nicht durch meinen Verstand.... ich versuch's dann ein anderes Mal noch anders. ;-)

Mittwoch, 18. November 2009

Unvorstellbar kostbare Kultur




Da stockte mir schon rasch der Atem. Stradivari. 50'000 Franken Euro Versicherungsprämie pro Jahr. 15 Millionen Franken wert. Wahnsinn. Ich nenne diese Tatsachen jetzt aus Diskretionsgründen nicht mit der restlichen Kostbarkeit Kultur des heutigen Zusammentreffens. Es gibt Dinge, die gedeihen im Dunkeln besser, als wenn sie ans Licht gezerrt werden.

Sonntag, 15. November 2009

Es chunt cho wähle...

und ich bin wieder einmal mitten drin, statt nur dabei. Die Grossratswahlen vom 28. März 2010 werden auch mit meiner Beteiligung stattfinden. Ich bin Kandidat. Ich werde dafür besorgt sein müssen, dass unsere Partei - die SP - möglichst viele Stimmen auch mit und dank meiner Anwesenheit holt, so dass es weiterhin für die drei Sitze unserer Bisherigen, Dorette Balli, Nadine Masshardt und Markus Meyer reicht. Der Wahlkreis Oberaargau, dem neu 12 Sitze angehören, wird heftig umkämpft. Neu drängen GLP und BdP ins Rennen der Sitze und wie bisherige Wahlen unter Beteiligung der beiden Parteien zeigten, schneiden sie vom Wähleranteilkuchen aller Parteien ein bisschen ab. Wir gross der Bissen in unserer Partei ist, hängt auch von unserer Liste, unserer Kampagne und unserer Glaubwürdigkeit ab.

Genug der Einleitung. Selbstverständlich geht es nun auch wieder konkret um Schlagworte und um Bilder. Ich bin auf der Suche nach einem Slogan und in der Auswahl der Bilder begriffen. Hierfür "gebrauche" ich euch - wie immer - respektive, ich vertraue auf eure Hilfe.
Anbei findest du 2 Porträtbilder und 3 Oberkörperbilder (also natürlich mit Kleidern). In der rechten Kontextspalte dieses Blogs findest du die jeweiligen Abstimmungen. Wähle die 2 Bilder aus, mit denen du mich ins Rennen schicken willst. Danke.

Porträtfoto 1 & 2:
Nachfolgend die Grossformatbilder 1, 2 & 3:



Freitag, 13. November 2009

Keine Zeit, kein gar nix.

Ich habe keine Zeit zum Bloggen. Meine Woche besteht zu 100% aus Arbeit und zu 100% aus Politik. Da bleibt für solche "Spässe" leider keine Zeit.

Siehe den gestrigen Tag als Beispiel.
07.30 - 10.00 Uhr Vorbereitung der Präsentation
10.00 - 16.05 Uhr Schule geben
16.15 - 17.00 Uhr Lehrerkonferenz
17.45 - 18.45 Uhr Sozialkommission
19.30 - 23.00 Uhr Parteiversammlung SP Langenthal und anschliessend gemütliches Beisammensein.

Und das wäre nicht der einzige Tag gewesen in dieser Woche, an welchem sich die Termine reissverschlussartig nahezu nahtlos aneinander reihten.

I am sorry. Auch für mich selber. Ich, Jammeri. ;-)

Vielleicht gibt's heute dann mal wieder ein Bild von meinem Handy, da ich auf dem Podium im Gymer Langenthal des JPO für das Stimmrechtsalter 16 kämpfe.

Montag, 9. November 2009

JPO Podium Minarett von heute Abend


Links gegen rechts. Mit Priska. Ganz links für einmal. Keine Frage für mich, wer die besseren Argumente hatte. Leider war der Uertner - der meine Anwesenheit am Podium verlangte - nicht im Publikum auszumachen. Ich habe nicht geschwänzt. ;-) Ich war im Publikum und hörte mir alles an, leider von den Initiativebefürwortern nichts, keine Argumente, die mich auch nur ansatzweise umstimmen könnten. Hejo. In meinem Alter braucht's halt mehr als eine Hasspredigt auf den Islam und dessen scheinbar schleichende (da unmerkbare) Radikalisierung mit dem Ziel der Islamisierung der Schweiz.

Es wurde viel mit Symbolen gedroschen: Mit Minaretten, Bajonetten und Speerspitzen, so dass man sich bald im falschen Jahrhundert und auch im falschen Film wähnte.

Sonntag, 8. November 2009

Der Film zum Stimmrechtsalter 16

via Blog Stimmrechtsalter 16 hier. Think about that! Der Film bringt es auf den Punkt. Punkt.


Samstag, 7. November 2009

Design meets Langenthal. Langenthal is Design!

 Design Preis Verleihung von gestern Abend.


Ein echter Hauch Schweizer Internationalität wehte durch die sonst muffen Räumlichkeiten der Langenthaler Markthalle. Mit Scheinwerfern und schwarzen Vorhängen wurde sie in einen würdigen und prächtig anmutenden Design-Saal, unter anderem sehr schön wegen dem retro-mässig beleuchteten 100-jährigen Dachgebälk, das der gekommenen Designerschaft sehr gefiel, verwandelt.

Der Sitz im Gemeinderat öffnet einem manchmal Türen, die einem sonst verschlossen blieben. Ich genoss, auch im Wissen darum und im intensiven Gespräch darin mit einer Kollegin,  dass sich diese Menschen nicht um mich als Person bemühen, sondern mir diese Zuwendung vor allem (ich will ja nicht "einzig" sagen) dadurch zukommen lassen, dass ich nun dieses Amt bekleiden darf. Meine passende Kleidung zum Anlass war ja übrigens eine Sache, welche rund 10 Facebook-Kommentare provozierte.

Ein für mich wahrlich tolles Erlebnis gestern Abend. Ich durfte teils sehen, erleben und mitleben, die PreisträgerInnen dürfen sich gänzlich sehen lassen. Ich war teils echt begeistert. Am meisten angetan war ich von seinen Kleiderkollektionen und seinem echt dünnen und leichten Stoff und viele werden mir beipflichten, dass die damit ausstaffierte Moderatorin einen tollen Job gemacht hat.

Der Design Preis gehört auch künftig nach Langenthal, denn Langenthal ist Design.
Lasset mich (nicht abschliessend) die Gründe so aufzählen.
Grund 1
Grund 2
Grund 3
Grund 4
nachgereicht
Grund 5
Ich freue mich auf den Designer's Saturday 2010 und die nächste Design-Preisverleihung in Langenthal!

Donnerstag, 5. November 2009

Aus dem Schützengraben

Als ich noch unter Beschuss stand und mich in meinen Graben zurück zog, um zu denken und zu schreiben, war ich mir nicht sicher, wie die Reaktionen weiter ausfallen würden, da das Thema rund um die Minarette hochemotional von beiden Seiten diskutiert wird. Dass ich am virtuellen Stammtisch der Beiz 2.0 nun  - nachdem ich den Kopf wieder an die frische Luft reckte - von/m den Kritiker/n fast geadelt werde und scheinbar dazu beitrug, dass die Beiz einen neuen Besucherrekord verzeichnete, macht mich schon fast ein "bizzeli" stolz. Ja.  So eitel sind wir halt... das geben wir zu.

Dienstag, 3. November 2009

Die Antwort auf die Kritik in der Beiz 2.0

Natürlich wäre es einfacher dem Uertner einfach Recht zu geben in seiner Email (siehe ganz zum Schluss oder diesen Artikel in der Beiz 2.0). Der Aufschrei, den es darob wohl auch medial geben würde, wäre gar noch interessant und spannend. Trotzdem kann ich meinem Herzen keinen Stoss geben, denn ich bin nach wie vor grundlegend von meiner Haltung und Meinung überzeugt. Sorry, Giorgio.

Ich wollte eigentlich zu den genannten Punkten nur kurz Stellung nehmen – auch in Rücksichtnahme auf Lesende wie Bruder Bernahrd, die so lange Statemens nie und nimmer durchlesen - doch auch hier wollte ich mich dem Vorwurf der Schludrigkeit entziehen und ich weiss, dass Uertner wohl die Zeit und Argumente finden wird, mich neuerlich zu fordern, was mir dann wieder zeitliche Probleme einbringen könnte. Doch nun mal meine „erste“ * Stellungnahme zu Uertners aufgeworfenen Punkte:
* Sie werden feststellen, dass ich viele einzelne Themen und Punkte bereits in vorangehenden Posts beantwortet hatte und zur Sache des Minaretts in Langenthal stets eine klare und bejahende, aber auch fordernde Haltung einnahm.

Zu These 1:
Calvin - selbst Verfolgter und auf Grund meines Wissens in Frankreich gar zum Tode Verurteilter wegen seines Bruches mit dem katholischen Rom – ging tatsächlich nicht unzimperlich mit seiner Gegnerschaft um. Aus dieser Tatsache seines Hintergrundes und dessen respektive deren fanatischer Religiosität, die sich auf EINE Wahrheit hin beruft, zu schlussfolgern, dass wir erneut gleich handeln soll(t)en, wie das aus meiner Sicht im Mittelalter bereits falsch lief, ist aber absolut ebenso falsch.
Heute müssen wir zwischen gesellschaftlicher und medialer Kritik unterscheiden (die beide nicht lebensbedrohlich sind), welche hier im Beispiel Uertners als Scheiterhaufen fälschlicherweise hinzugezogen werden. Dahingehend dass sich die Geschichte meiner Ansicht nach nie wiederholt, weil die Indikatoren jeweils andere sind und daher höchstens die Resultate der bereits existenten Geschichtsschreibung ähneln, haben wir heute relative viele Gesellschaftsphänomene, die unter Beschuss geraten, die sich aber durch die Mittel der Rechtfertigung, Erklärung und gegenseitiger Toleranz wieder rehabilitieren können. Darauf konnten sich auf dem Scheiterhaufen verbrannte Menschen nun wirklich nicht berufen.


Zu These 2:
Ich stimme zu. Bezüglich religiösen Freiheiten und der geschlechtlichen, aber auch religiösen Gleichstellung gebärdeten wir uns in der Schweiz lange mittelalterlich. Aus meiner Sicht ist dies aber kein Grund die nun errungenen freiheitlich, liberalen Fortschritte wieder aufs’ Spiel zu setzen und mit einem JA zur Minarettinitiative einer einzelnen Gruppierung – auf Grund verschiedener Intentionen - wiederum den Weg zurück ins Mittelalter zu weisen.


Zu These 3:
Ich stimme zu, dass politisch und gesellschaftlich der Druck intensiviert werden könnte, dass innerhalb der religiösen Gemeinschaften ein näheres und kulturübergreifendes Zusammenrücken möglich sein müsste. Dies einzig dem Islam als Manko anzulasten wäre aber verfehlt. Einige Vereine – wie das Forum für fortschrittlichen Islam – taten hierfür erste Schritte, die es weiter zu führen gilt.
Absolut primär in dieser These ist mir hierbei die Einführung eines Imam-Studiums an Schweizer Universitäten. Wenn wir die Traditionen bezüglich Religionen und Staat natürlich nicht korrigieren können, so benötigen wir zumindest dringend Schweizer Islam-Gelehrte in den Moscheen, welche den Rechtsstaat, seine Geschichte und ebenso die Strömungen der unterschiedlichen politisch motivierten oder nicht motivierten islamischen Gesellschaften kennen und hierbei als Intellektuelle und Schweizer Studierte eine wichtige Brückenfunktion übernehmen können.
Zu verlangen, dass die islamische Gesellschaft - intrinsisch motiviert - päpstlicher zu sein hat, als wir Christen, wäre aber auch vermessen, da ich sonst als Protestant in den Gottesdienst nach Basel, nach Chur und nach Einsiedeln müsste, um selbst dieser Forderung nachzuleben.


 Zu These 4:
Edler als das Verbot einer möglichen Missinterpretation der Symbolik eines Minaretts wäre natürlich die Forderung nach einer weiteren Welle humanistischer Aufklärung der Gesellschaft der modernen Interpretation eines Minaretts gegenüber. Erklärungen welche auf ein Machtsymbol hindeuten, kommen aus unaufgeklärten Staaten zu welchen die Türkei nach wie vor leider dazugezählt werden muss. Für die Schweiz bedeutet ein Minarett eine Beschmückung einer religiösen Bildungs- und Glaubensstätte. Angesicht dessen, dass in Langenthal die (gemäss Glaubensbekenntnis grundsätzlich relativ radikal und kriegerisch ausgerichtete) Glaubensgemeinschaft der Sikhs von der Gesellschaft unbehelligt einen schmucken Tempel errichten kann (vgl. http://www.religionenschweiz.ch/bauten/gurdwara.html) und dahingehend die seit 17 Jahren friedlich und unbemerkt lebende islamische Glaubensgemeinschaft Langenthals ihre bis anhin schmucklose und unauffällige Moschee (http://www.20min.ch/images/content/1/4/3/14373163/1/1.jpg) mit einem 3-Meter-Türmchen ohne Balkon und vertraglich garantiert ohne Lautsprecher aufwerten will, ist für mich verständlich und der anti-islamische Aufruhr demgegenüber man gegen das Bauansinnen der Sikhs nichts einzuwenden hatte unverständlich.
Hierbei gilt vielleicht noch zu erwähnen, dass Langenthal im 20. Jahrhundert als „liberales Grütli“ der Schweiz galt und dieser Tradition verpflichtend wohl auch rund 20 christliche Kirchen beherbergt.
Zudem möchte ich beifügen, dass zur Minarettthematik bereits in dieser Stellungnahme (http://retomueller.blogspot.com/2009/07/mehrheit-ist-fur-das-minarett.html) meine Meinung und Forderung gegenüber beiden Partnern klar zum Ausdruck kommt.


Zu These 5:
Die Armee gehört abgeschafft. Konflikte in der Schweiz werden künftig gelöst, ohne dass man aufeinander zu schiessen hat.


Zu These 6:
Betrachten wir diesen Aufruf mal demografisch öffentlich, anstelle von peinlich privat, gilt es die Familienpolitik dahingehend zu lenken, dass das Kinder kriegen für Schweizerinnen UND Schweizer attraktiviert wird. Da stimme ich voll und ganz zu. Dafür gehören aus meiner Sicht künftig aber nicht wieder die Mütter an den Herd und ein reines 100% Einkommen des strammen, omnipotenten Mannes dazu, sondern viel mehr schulergänzende, schulische und familienentlastende, respektive –ergänzende Betreuungsangebote. Was meine Person betrifft, werde ich früh genug in die Produktion von sozialdemokratischem Nachwuchs einwilligen. Zu beachten gilt, dass Frau Oberleutnant noch jung ist und wir beide Familienmenschen und nicht kinderverzichtend karrieregeil orientiert sind – was sich aber – um der rückläufigen Geburtsrate der SchweizerInnen Herr und Frau zu werden - künftig auch nicht mehr ausschliessen sollte. Demografisch haben wir 2030 ein riesengrosses Problem. Zugegebenermassen: Aber nicht – wie heute befürchtet -  bezüglich des Islams, sondern wegen der zahlreichen Pflegeplätze für demente und sonst pflegebedürftige alte Menschen, welche zu diesem Zeitpunkt schlichtweg aus heutigen Kostengründen fehlen werden. Das sind Probleme, die wir zuerst auszuräumen hätten... das religiöse demografische Problem folgt gemäss (meiner Ansicht nach) unseriöser Verlaufsmodelle frühestens 2070.


Zu These 7:
Dass es heute unter Jugendlichen Konflikte mit massiver physischer und psychischer Gewalt gibt, welche das Mass des Bisherigen – auch in ihrer medialen Bewältigung und der Art der Verbreitungskanäle – übersteigen, ist eine Tatsache. Diese Konflikte müssen thematisiert werden und die Täter gehören bestraft. Dass wir hierfür wahrscheinlich einer Verschärfung des Jugendstrafrechts bedürfen, da die gesellschaftlichen Kontrollmechanismen hinsichtlich der tagtäglichen Zivilcourage (Hinschauen und Reagieren an Stelle von Wegschauen und Akzeptieren) nicht mehr funktionieren, muss von links bis rechts diskutabel sein, ohne dass die einen als Rassisten und die anderen als Idealisten abgestempelt werden. Dass Peer-Groups sowohl bei „Schweizer-Klatschern“, wie „Jugo-Klopfern“ – um mich dem sprachlichen Jargons Uertners zu bedienen – aber auch weiblichen Mobbinggangs eine grosse Rolle spielen, braucht wohl gesellschaftsdynamisch nicht weiter erklärt zu werden.
Die Konflikte aber dadurch lösen zu wollen, dass wir Minarette verbieten, ist doch völlig abartig. Dass wäre vergleichbar damit, dass wir Verkehrsunfälle dadurch verhindern wollten, dass wir Autoantennen verböten. Ganz abgesehen davon, dass man in diesem Beispiel davon ausgehen müsste, dass Moscheen die Peer-Groups stützen und schützen würden, was wohl nicht der Fall ist. Was ich noch sage will:. In der Schule arbeiten wir nebst der Vermittlung von Lerninhalten auch ständig an der von Lebensinhalten, um solchen Dynamiken zuvor zu kommen.

Zu These 8:
Gegen einen gut integrierten muslimischen Menschen können wir als fortschrittliche, liberale und aufgeklärte Menschen wohl nichts einwenden. Oder?
Für den Glauben lohnt sich festzustellen, dass es weder eine Kirche, noch einen Tempel, noch eine Moschee bräuchte, um diesen auszuleben. Die Frage bleibt in einer gleichberechtigten Gesellschaft eher die, ob wir bereit sind, gänzlich auf diese Kultstätten zu Gunsten der Menschenrechte verzichten. Hierbei lohnt es sich auch auf die aktuelle Diskussion der Kreuze in italienischen Schulzimmern, respektive des Entscheides des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte hinzuweisen (http://www.bluewin.ch/de/index.php/17,193081/Kreuz_sei_Symbol_italienischer_Tradition/de/news/ausland/sda/).
Auf Grund unserer Schweizer Verfassung und meines juristischen, wie auch gesellschaftsgerechten Verständnisses ist es heute nicht opportun, dass wir einseitig Einschränkungen hinsichtlich der religiös sichtbaren Emissionen einer bestimmten Bevölkerungs- oder Glaubensrichtungen erlassen. Konsequenz: Aus meiner Sicht ist die Minarettinitiative eigentlich ungültig.


Zu These 9:
Ja, da bin ich wahrlich inkonsequent. http://retomueller.blogspot.com/2009/08/geschachtetes-fleisch-bei-coop.html
Ich bin Vegetarier. Ich verstehe Fleischesser nicht.
Was bezüglich dieser Traditionen gesagt werden muss, ist, dass ich dafür bin, dass sich alle Religionen modernisieren und mit ihrer jeweiligen Gesellschaft als konstruktive Alltagsbegleiter eine positivistische Haltung und Strömung einnehmen und beeinflussen, welche in ihrer religiösen Tradition möglichst humanistische Züge der modernen Gesellschaft verkörpern. Das klingt recht trivial atheistisch. Ich weiss das. Doch ich will damit konkret sagen: Schweiz und Scharia geht nicht. Kinder zwangsverheiraten und Mädchen beschneiden oder auf Grund ihres Geschlechts benachteiligen gibt’s nicht und gehört bestraft. Und – als wohl geringste Auswirkung dieser Ansichten - Schächtfleisch essen, da es reiner sei, obwohl dies im Koran wahrscheinlich als Gesellschaftsanweisung und nicht als religiöses Gesetz vorgesehen war, braucht’s in der heutigen Moderne eigentlich auch nicht. Egal wie man heute in der Schweiz schlachtet ist das Fleisch rein.


Zum Schluss:
Auf Grund der Historie Verhaltensschlüsse für die Zukunft zu ziehen, finde ich äusserst schwierig, da ich – wie bereits erwähnt – nicht daran glaube, dass sich die Geschichte wiederholen wird, noch, dass wir dieselben Missetaten einem anderen „Volk“ zufügen müssen, bloss weil wir es den Katholiken und den Juden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges auch schon anheim kommen liessen.  Das ist doch Mumpitz.
Was die These eines modernen Schweizer Islams mit internationalem Potential anbelangt, so werden wir diesen eher prägen, wenn wir eine universitäre Islamausbildung begründen, als Minarette zu verbieten.
Ich gebe dahingehend Recht, dass die Zustimmung zur Initiative hinter vorgehaltener Hand – auch in sozialdemokratischen Kreisen wohl grösser ist – als offen zugegeben wird. Ich verwehre mich auch gegen den leichtfertig geäusserten Ausspruch, dass Gegner des Minaretts bloss Rassisten seien. Ich gebe zu, dass wir alle angesprochenen Probleme lösen müssen. Objektiv muss aber auch zugegeben werden, dass diese Probleme wohl kaum an einem oder vielleicht zehn Türmen hängen, welche dereinst in der Schweiz stehen könnten. Die Initiative löst kein Problem. Sie ist ungerecht und sie diskriminiert einen Teil unserer Bevölkerung. Sie gehört aus allen Gründen abgelehnt.


Die Email des Denkanstosses: 


Am 04.07.2009 um 13:06 schrieb XY:

Lieber Herr Müller
Auf Ihrem Blog bin ich wieder über die Minatett-Frage gestolpert, was mich dazu gebracht hat, meine diesbezüglichen Ideen zu büschelen. Das Ergebnis sprengte leider den Rahmen der Kommentarfunktion.
Wenn Sie mich widerlegen könnten, würde mich das freuen, denn ich stimme sehr ungerne nach einer SVP-Empfehlung. Aber in dieserm spezifischen Falle sehe ich als protestantischer Historiker, abkömmling einer seit 1200 blutig verfolgten europäischen religiösen Minderheit (die Protestanten erhielten die Bürgerrechte im Königreich Savoyen erst 1848 zusammen mit den Juden) zu viele pragmatische Gründe, es trotzdem aus Vernunftgründen tun zu müssen.
(Manchmal siegt bei mir der Verstand über den Herdentrieb: selten genug).
Und nun lesen Sie: und (wenn Sie Zeit finden) widerlegen Sie mich!
Giorgio Girardet

Die Thesen/Fragen
Zum Thema Minarett und Religionsfreiheit müsste einiges geklärt werden:

1. Die Trennung von Kirche und Staat wurde unter anderem vom studierten Juristen Calvin in Genf sauber durchgeführt.
Voraussetzung für diese Trennung war allerdings, dass alle Bürger Genfs sich dem Glaubensbekenntnis der Reformation anschlossen. Für Menschen, welche die Grundwerte des christlichen Abendlandes nicht teilten, war in Genf – wie noch weniger in den von der katholischen Inquisition beherrschten Gebieten – kein Platz, wie die Verbrennung des Trinitäts-leugners Servet 1553 zeigt. Auch heute „Verbrennen“ wir: Holocaustleugner, Moderatorinnen die an Hitlers Autobahnbau erinnern, Rassisten, Schwulenhasser etc. etc. Jede Gesellschaft macht das, es fragt sich bloss welche „Verbrennungen“ wirklich hilfreich, welche intelligent und unumgänglich sind.

2. Die „Religionsfreiheit“ der Bundesverfassung von 1848 hatte noch zwei Einschränkungen: Die Jesuiten als katholische intellektuelle Kampftruppe mit Kadavergehorsam dem Stuhl Petri gegenüber war bis in die 1970er Jahre verboten. Die Juden waren ohne Bürgerrechte in Ghettos verwiesen. Erst auf französischen Druck hin erhielten die Juden in der Schweiz in den 1860er die Bürgerrechte. Die Folge davon: das Volk verbot 1892 in der ersten Initiativabstimmung das Schächten. Fazit: wirkliche “Religionsfreiheit“ herrscht in der Schweiz erst seit der Abschaffung der Bewilligung neuer Bistümer durch den Bundesrat 2001! Für die Juden endete die „Religionsfreiheit“ nach weniger als 30 Jahren mit dem Schächtverbot. Mit wirklicher „Religionsfreiheit“ hat die Eidgenossenschaft bis heute noch keine Erfahrung. Wie eine Gesellschaft mit wirklicher „Religionsfreiheit“ ausssehen könnte, beginnen wir erst zu ahnen, was zu einer heftigen Rückkehr der Jugend zu den Geisteshaltungen der Grossväter führt, oder noch schlimmer in jenen „bibeltreuen“ Fundamentalismus, der in der Schweiz noch nie bestanden hat, oder verfolgt wurde (Täufer).

3. Während es sich bei den reformierten, katholischen und christkatholischen Kirchen um Anstalten des Schweizerischen Staatskirchenrechts handelt, die zutiefst mit der Geschichte und der Rechtsentwicklung des Landes verwachsen sind und auch die jüdischen Glaubens-gemeinschaften durch Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte eingewurzelt sind, handelt es sich beim Islam in der Schweiz um ein unübersichtliches Konglomerat ethnischer Gemeinschaften (Türken, Bosnier, Iraner etc.) die NICHT in einer öffentlichen Körperschaft nach Schweizer Recht verfasst sind und nicht über Generationen in unser Rechtssystem eingewurzelt sind. Erlaubt man Minarette heisst dies türkische, iranische, bosnische, albanische Parallelgesellschaften zu ermutigen, nicht aber einer Weltreligion Anerkennung zu zollen.

4. Das Minarett ist eine Nutzung des öffentlichen Raums, eine visuelle und durch den Ruf des Muezzins möglicherweise auch bald akustische Immission, die für viele hier altein-gesessene Menschen zu einem Ärgernis werden kann. Man denke an die idiotischen Klagen von atheistischen Mitbürgern über Immissionen durch christlichen Glockenschlag. Zudem wird das Minarett in Teilen der islamischen Religion (in sehr kleinen aber auch sehr gewaltbereiten) als Siegeszeichen über ein Territorium gelesen oder als Signal für den Wirkungsbereich des islamischen Rechts der Scharia. Gleiches tun wir
Christen auch, die wir „Die Kirche im Dorf“ und den „Allmächtigen“ als Garanten der Menschenrechte in der Verfassung belassen. Solche Interpretationen die der „Gewissensfreiheit“ unterliegen, können wir nicht durch Paragraphen steuern. Solche Interprationen können wir nur effizient verhindern, indem wir das Zeichen, das sie auslösen könnte verbieten.
Wie wir auch – mutatis mutandis – das Hakenkreuz verbieten.

5. Zu Recht monieren die Islamischen Glaubensgemeinschaften die Absenz von muslimischen Feldpredigern in der Armee. Wie verhält sich ein muslimischer Schweizer Soldat, der auf Glaubensbrüder schiessen muss? Kann es muslimische „Eidgenossen“ geben? Alle diese Fragen sind nicht geklärt. Die innerschweizer Katholiken waren als „Eidgenossen“ bereit
für die Zürcher und Berner „Ketzer“ wegen ihres Schwurs zu sterben (sie mussten aber im Sonderbundskrieg mit Waffengewalt dazu gezwungen werden), ja sie gegen französische oder deutsche Glaubensbrüder zu verteidigen. Wird ein Muslim im Ernstfall für die Freiheit auf sexuelle Freizügigkeit in der Schweiz auf einen rechtgläubigen Muslim schiessen, der die Schweiz von den „Ungläubigen“ befreien will? Ist der „eidgenössische Patriotismus“ in den Köpfen und Herzen unserer eingebürgerten muslimischer Mitbürger höher eingestuft als ihr heiligstes Credo?

6. Die muslimische Community hat eine äusserst vitale Demografie. Dies muss sich gerade Reto Müller überlegen, dessen Schätzli erst noch Hauptmann werden, ein Studium abschliessen und in der Politik noch Karriere machen will. Es wird bei Erstgeburtsalter 32 (optimistisch geschätzt) für die klassischen zwei Standardkinder reichen (die sofort SP-mässig „verkrippt“ und areligiös erzogen werden). Meine türkischen Nachbarn haben je 6 Geschwister, die Frauen gebären mit 20 ihr erstes Kind und  hören vor dem fünften nicht auf: alles stramme Muslims. Zum Beschneidungsfest ihres Sohnes kamen
700 Menschen: alles Verwandte. Durch Einbürgerung werden auch sie etwas weniger fruchtbar, aber Reproduktionsverhalten und Rollengestaltung folgt nicht den Vorgaben der 200 verbeamteten Gleichstellungstanten. Reto Müller der Oberlehrer soll diese Demografie mal mit kühlem Blute durchrechnen. Vielleicht macht er noch einen Haushaltungs-lehrgang durch und ermuntert seine Partnerin zu einer 7-köpfigen Familie, die er als Hausmann managt!

7. Während ich als „Tschingg“ auf dem Nachhauseweg in der Schwarzenbachzeit von „Eidgenossen“ kujoniert wurde und so die „swissness“ eingebleut bekam, raten heute Schweizer Eltern ihren gendermaingestreamten Söhnen (die dafür in München dann unschuldige Passanten „verklatschen“), sich mit Türken, Albanern oder Serben nicht anzulegen, wegen derer
Clanmässig  organisierter Machokultur und den vielen Brüdern und Cousins. Als Oberlehrer dürfte auch Reto Müller diese Problematiken kennen, die vielleicht im idyllischen Langenthal noch nicht so ausgeprägt auftreten, weil noch ein paar kampfbereite Rechtsextreme ein Gegengewicht bilden.

8. Intelligente Kennerinnen des Islams Ayan Hirsi, Necla Kelec (es sind interessanterweise meist Frauen!) raten der Schweiz dringend, den Bau von Minaretten nicht zuzulassen. Für das friedliche Gebet braucht es sie nicht, und die Gefahr, dass die  ausdrückliche Erlaubnis zum Bau dieser „Bajonette des Islams“ von einer männerbündlerischen Machokultur als erster Erfolg im Wasserschloss Europas gelesen werden auf dem Durchmarsch zum europäischen Kalifat (solche Ideen kursieren!) ist zu gross. Auch für ein Minarett-verbot tritt übrigens der Schweizer Schriftsteller Hugo Loetscher ein, der als Katholik im reformierten Zürich aufwuchs und die respektvolle Rücksichtnahme als Essenz der Schweizer Kultur am eignen Leib erfuhr: als schwuler Katholik ist er nun der Grossschriftsteller der Zwingli-Stadt. Ich hätte nichts gegen einen gut integrierten muslimischen „Adolf Muschg“ mit iranischen Wurzeln als Interpret unserer Werte.

9. Wichtiger für die „Religionsfreiheit“ in der Schweiz als die Minarette wäre die Wiederzulassung des 1893 verbotenen Schächtens (für Juden und Muslime) auf Schweizer Territorium. Pascal Couchepin hat 2002 oder so mal einen Anlauf unternommen. Es wäre sehr viel Ehre zu gewinnen gewesen, aber ich glaube der machtbewusste Liberale begriff sehr schnell, dass er niemals im Volk durchkommen würde und eine sehr, sehr hässliche öffentliche Dikussion riskierte.

Ich komme zum Schluss. Dem Islam nach 30 Jahren signifikanter Präsenz Rechte einzuräumen, welche die Eidgenossenschaft (immerhin Hüterin des humanitären Völerrechts und kein „Schurkenstaat“) über 100 Jahre den katholischen Miteidgenossen bei auf dem Papier geltender „Religionsfreiheit“ NICHT gewährte, einer Religionsgemeinschaft die weder demokratisch öffentlich-rechtlich verfasst ist noch eine historische Schicksalsstunde mit den Schweizern durchlitten hat (die Juden in der Schweiz standen 1914-18 und 1939-45 auch an der Grenze!) ist grobfahrlässig und dumm.
Ich lade den Oberlehrer, Stadtpräsident und Partner der Offizierin ein, diese Gedanken in seinem Kopfe mit kühlem Blute zu erwägen. Es könnte sein, dass seine Enkelin Dorothea Müller sich 2134 anhören muss: wegen deinem dummen Grossvater, der in Langenthal das Minarett so begrüsste und gegen das Verbot war, muss ich mich nun verschleiern und es gibt keine rechtliche Handhabe mehr die Grossmoschee auf dem Berner Rosengarten mit dem 100 Meter Minarett zu verhindern.
Bei der Minarett-Frage geht es nicht um „Religionsfreiheit“ sondern um die Frage welche „Leitkultur“ in den nächsten 200 Jahren sich auf den Territorium Eidgenossenschaft behaupten wird.
Verbieten wir die Minarette, laden wir die Muslime ein, einen „eidgenössischen Islam“ in den Landessprachen zu kreieren, der weltberühmt werden könnte (wie der Calvinismus, das Rote Kreuz, die „Würde der Pflanzen“ und das „Welt-Ethos“ des „Schweizer Katholiken“ Hans Küng),
gestatten wir Minarette, kapitulieren wir vor einer rasch wachsenden, vitalen und am extrem Rand auch gewaltbereiten Parallelgesellschaft die uns bald ihre Werte diktieren wird.
Wenn die „Willensnation“ nicht mehr will: dann geht halt die alte Freiheit der Eidgenossen (und damit auch die Frauenrechte) den Bach runter. Für den „Fortschritt“ musste noch in jeder Generation gestritten werden, das Fälscheste aber ist die Toleranz für den „Rückschritt“ aus Angst (Himmel, welcher Image-Schaden für die Schweiz wäre ein „JA“!) oder Bequemlichkeit (Religion ist sowieso Scheisse, sollen die doch machen was sie wollen, mich stören Minarette so wenig wie Kühltürme).
Ich glaube weder an „fort-“ noch an „rück-“ Schritt. Es gibt anthropologische Konstanten, es gibt Kulturen die vital sind und solche die wegwelken. Wie die religiöse Erweckung im 17. Jahrhundert (Pietismus) erst die demografischen und geistigen Grundlagen für die industrielle Revolution und den gepriesenen „Liberalismus“ legte, so beginnt auch die bedingungslose Kapitulation („Recht auf Abtreibung“, „Schwulsein als Religion“) im verluderten Kopf und den trägen Herzen.
Darum werde ich – der ich noch nie in meinem Leben einem SVP-Kandidaten meine Stimme gegeben habe – zur Minatett- Initiave ein JA einlegen.
Wenn es Ihnen gelingt meine Gründe zu widerlegen, werde ich mich gerne von einem Schuemeischter und Stadtrat aus dem Gotthelf-Kanton überzeugen lassen. Aber ich fürchte eher, Sie müssen mir „Hinter vorgehaltener Hand“ Recht geben und dann – um das Gesicht nicht zu verlieren – mit der eingeschworenen Herde der Genossen „NEIN“ stimmen.  Wir sind nun mal alle Menschen: aber gerade darum gibt es das Wahl- und Abstimmungsgeheimnis. Sollte die Initiative durchkommen:
natürlich werden alle Völker aufjaulen, aber „hinter vorgehaltener Hand“ wird sehr viel Zustimmung zu vernehmen sein.
Sollten Muslime wegen eines „Ja“ in der Schweiz gewaltätig werden, zeigen sie bloss ihr wahres, undemokratisches Gesicht. Es werden kaum muslimiische Geschäftsleute die Schweiz verlassen, nur weil sie an der Bahnhofstrasse kein Minarett am Horizont erblicken, wie es noch nie einen geschäftstüchtigen Eidgenossen gehindert hat mit Ländern Handel zu treiben, auf denen Christen auf offener Strasse erschossen werden.
In der Schweiz können sich Muslime frei bewegen (auch in der Burka), diese Kultur der Toleranz haben wir in 700jährigem Dialog mit unserem „Allmächtigen“ miteinander  (Kaholiken und Protestanten) ausgehandelt. Das Monopol der optischen Sinnstiftung durch vertikale Symbolbauten müssen wir behalten, gerade weil wir diese Kultur und nicht eine andere (neuheidnische: Marxismus oder Nazitum, oder islamische) weiter entwickeln wollen. Die Muslime aller Ethnien die hier mit uns leben sind eingeladen „Eidgenossen islamischer Konfession“ zu werden, spätestens nach 100 Jahren werden wir der “islamischen Landeskirche der Schweiz“ (diese müssen sie selber sich demokratisch erstreiten und schaffen, wir können sie ihnen nicht als juristische Hülle einfach schenken) den Bau von Minaretten erlauben (und es werden Schweizerflaggen und nicht türkische von ihnen flattern). Es wird diesen Eidgenossen ein Anliegen sein, dass sich diese Minarette von allen andern der Welt abheben werden. Holzminarette mit „bluemete Trögli“ für den „gibätsrüeffer“ wie er dann in urigem Berndeutsch heissen wird.

Unter Beschuss...

der Kritiker entfaltet sich normalerweise mein wahres Potential.
Mal schauen, inwiefern es diesbezüglich abrufbar sein wird, denn erstens ist die eingangs erwähnte Kritik ziemlich polemisch unter die Gürtellinie zielend und zweitens handelt es sich bei diesem Kritiker um einen nicht unintelligenten Menschen.... drücken wir es mal so aus.

Mehr dazu im Moment in der Beiz 2.0. "Das beredte Schweigen des SP Bloggers."

Sonntag, 1. November 2009

Rennen für's Stimmrechtsalter 16



Sie rannten um 16.16 Uhr während 30 Minuten Runden für das Stimmrechtsalter 16 und sammelten dadurch Geld für Ihr Anliegen.
Die Jugend - stellvertreten durch 20 Personen - ist also gar bereit für Ihr Anliegen zu schwitzen.
Da ist es für uns einfacher ein Ja in die Urne zu werfen. Tut es, denn es lohnt sich.

Samstag, 31. Oktober 2009

E Glatte Märit


Mein Blick auf "unseren" Stand des PvB maxi.mumm's (www.maximumm.ch), den ich heute als zuständiger Gemeinderat betreuen helfe. Es verkauft sich gut. Das liegt aber an der Ware aus dem Erwerbslosenprogramm und nicht an mir....

Mittwoch, 28. Oktober 2009

laaange Tage

Wenn du am Ende eines Tages in einem Fast-Food-Lokal absteigst, um deinem mittlerweile grossen Hunger schnell nachgebend, dem Wunsch nach dem baldigen zu Bett gehen, nicht zu lange im Wege zu stehen, dann weisst du, dass dein Tag heute mindestens 1 Sitzung zu lang war....

Dienstag, 27. Oktober 2009

Offener Schlagabtausch wegen Stimmrecht 16

Beinahe entwickelt sich ein offener Schlagabtausch zwischen Facebook-Accounts, diesem Blog und der Newsspalte des Jugendparlamentes zur angerissenen Stimmrecht 16-Debatte. In den Kommentaren entwickeln sich spannende Diskussionen über das Stimmrecht und über die Entscheidung einer Mehrheit des JPOs diese Senkung auf 16 Jahren, welche dem Kanton Bern am 27. November vorgelegt wird, abzulehnen, in welchen beiden Seiten teilweise Recht gegeben wird. Das Niveau ist hoch und anständig und trägt zur Klärung der Fronten bei, weshalb ich gerne eine Antwort auf einige Anwürfe aus und von den Seiten des JPOs aufgreife und (er)kläre.

Und damit auch gleich noch gesagt sei, was mir in meinem persönlich-emotionalen Verhalten per Kommentar vorgeworfen wurde:
Am 13.11. werde ich an einem JPO-Podium zum Stimmrechtsalter 16 im Gymnasium in Langenthal teilnehmen und mich öffentlich der Kritik und auch der Thematik stellen. Das habe ich nun bereits zugesagt. Ich bin froh und freue mich, dass wir diese Meinungsdifferenzen über Werte und Grenzen der Demokratie in einer Podiumsdiskussion werden austragen können.

Und zweitens: Ich ändere meine Meinung ungern, doch.... wenn sich absolut niemand zur Minarettdebatte auf das Podium stellen liesse, dann... weckt's bei mir wieder das Helfersyndrom.... aber ihr werdet sicher fündig. Es kann ja nicht sein, dass sich da niemand dazu öffentlich bekennen will.

Ein offener Brief an den Vorstand des JPO:

Lieber M.

Deine Aussagen auf der Webseite des JPOs bezüglich meiner Haltung im Blogbeitrag enthalten einige Missinterpretationen, welche ich mit meiner Email gerne (er)klären möchte, bevor wir gänzlich in einen offenen Schlagabtausch (ab)rutschen:

Ich habe nicht gesagt, dass ihr rechtskonservative Politik betreibt, sondern dass die gefassten Parolen Ausdruck einer rechtskonservativen Haltung sind, die momentan im JPO vorzuherrschen scheint.
Diesbezüglich habe ich aber betont (auch in meinen Emails an A. W.), dass diese politischen Haltungen unantastbar sind und von mir nicht weiter kommentiert oder in Frage gestellt werden. Denn und hier beginnst du einen grossen Irrtum:
Es geht mitnichten darum, dass ich oder auch andere Politiker euch eine Meinung aufzwingen wollen, wie du dies fett auf deine Stellungnahme schreibst. Ich kritisierte "bloss" - und darin enttäuschte mich das JPO, dass dem Artikel 2 der Statuten in den Lemma a und b mit der Parole zum Stimmrecht 16 nicht nachgelebt wird.

2. Abschnitt: Ziel und Zweck
Art.2 Der Verein bezweckt die Förderung der politischen Teilnahme und Mitbestimmung von Jugendlichen im Oberaargau, namentlich in folgenden Punkten:
a. Er betreibt eine aktive Jugendpolitik, und sorgt für die Mitsprache der Jugendlichen auf kommunaler, regionaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene.
b. Er fördert die Teilnahme Jugendlicher an der Politik.

Viele Aktionen, viele Stunden bereits geleisteter politischer Jugendarbeit, welche von euren Vorgängerinnen und Vorgängern erbracht wurden, werden dadurch mit einem Schlag in Frage gestellt. Da lohnt es sich schon darüber nachzudenken, weshalb ich und auch andere Politiker in euren Augen derart emotional und übertrieben reagieren. Ihr sägt am Stuhl, den ihr nicht alleine errichtet habt, aber auf dem ihr im Moment alle sitzt.

In diesem Sinne stellte ich bloss klar, dass es künftig wohl legitim wäre, über den Vereinszweck und deren Unterstützung zu diskutieren. Ich sagte ja nicht einmal, dass man das müsste. Dass euch das Thema "Geld" respektive der Förderbeitrag derart an die Nieren geht, verstehe ich einerseits, auf der anderen Seite würde ich euch eher empfehlen, dass ihr euch auf die Erklärung der Inhalte konzentriert, welche es darzulegen gilt.

Wie gesagt bin ich gerne bereit meine Meinung an einem Streitgespräch oder einer Podiumsdiskussion darzulegen. Im Vordergrund stünde dabei aber das Thema Stimmrecht 16 und nicht die Minarettdebatte.

Ich danke euch für das Aufnehmen meiner Kritik, als solche und hoffe auf ein wenig Verständnis der dargelegten Punkte.

Freundliche Grüsse,

Reto

P.s.: eine gute Streitkultur gehört zu jeder erfolgreichen Politik. Eventuell mache ich dieses Schreiben wiederum auf meinem dazugehörigen Organ öffentlich, da mir wichtig erscheint, dass deine Aussagen auf der Homepage des JPO durch meinereiner beantwortet werden.

Erste Sitzung als Gemeinderat im Stadtrat

Nun. Das erste Traktandum im Gemeinderat ist nun gut über die Bühne gebracht und die dazugehörige Abstimmung wurd' gar klar gewonnen. Dabei war ich mir dessen im Vorfeld nicht wirklich sicher. Scheinbar war das Gesagte (siehe unten) besser, als das Geschriebene des heutigen Tages, das mir etliche kritische Facebook- und auch Blog-Kommentare einträgt. Ich bin es mir ja gewohnt im Gegenwind zu stehen und trotzdem war es für mich heute auch enorm beruhigend und befreiend den zustimmenden Rückenwind des Stadtrates erfahren zu dürfen.

Ich weiss nicht, ob man das begreift, wenn man dies so abdruckt, aber hier wäre dasjenige, was ich zur Schenkung eines Darlehensbetrages heute Abend sagte:

 "
Werter Stadtratspräsident
Geehrte Stadträtinnen und Stadträte
Liebe Gäste

Es ist nicht Weihnachten und so kann die Schenkung des Darlehens, wie es der Grosse Gemeinderat am 26. Oktober 1981 beschloss, auch nicht aufgefasst werden. Es handelt sich zwar um einen grossen Schenkungsbetrag, aber doch ist es kein Geschenk.

Der Gemeinderat bedauert die Schliessung des Therapiebades im Lindenhof. Diese erfüllte über 25 Betriebsjahre lang ein wichtiges Bedürfnis der Langenthaler Bevölkerung. Sie leisteten eine öffentliche Aufgabe. Auf Grund dringlich anstehender Renovationen von geschätzten 800'000 Franken und jährlichen Defiziten von rund 80'000 Franken war es der Betreiberin, der Stiftung Lindenhof nicht mehr möglich das Angebot aufrecht zu erhalten. Aus den Antworten zur Interpellation – Trakt. 7 – ist ebenfalls ersichtlich, dass der Gemeinderat auf Grund dieser Tatsache bemüht war, andere Lösungen zu prüfen. Ob die Schliessung hätte verhindert werden können oder auch nicht, was noch hätte getan oder gemusst werden sollen, wollen, hätte müssen... darüber kann heute hier spekuliert und lamentiert werden, doch an der Schliessung und dem vorliegenden Geschäft ändert sich nichts.

Das Darlehen wurde schlussendlich 1982 mittels Darlehensvertrag beschlossen. Bereits damals wurden nebst Punkt 2, das Bad habe der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stehen auch in Punkt 4 der Zweck des Darlehens wie folgt umschrieben:
„Der Schuldner geht hiermit für sich und seine Rechtsnachfolger die unwiderrufliche Verpflichtung ein, den als Subvention gedachten Darlehensbetrag der Gläubigerin zurückzuzahlen für den Fall, dass das Hallenbad seinem Zwecke als sogenanntes Therapiebad im Sinne von Ziffer 2 (sprich Öffentlichkeit) entfremdet oder aufgehoben wird.
Die Rückzahlung der Fr. 300'000.—wird am Tage der Zweckentfremdung oder der Aufhebung des Bades fällig.“

Der Gemeinderat beurteilt die Situation heute so, dass der Betrag als Subvention über die gesamte Betriebszeit zur Abgeltung der zweifelsohne geleisteten öffentlichen Aufgabe, welche das Therapiebad im Lindenhof erbrachte, wertschätzt werden soll. Gemeinsam mit dem bis 2004 bezahlten jährlichen Betriebsbeitrag von CHF 10'000 und nach einfacher Milchbüchlirechnung ergibt sich bei einer Schenkung des Darlehens über all die Betriebsjahre gesehen ein Unterstützungsbeitrag von rund CHF 20'000.--. Dieser vermochte zumindest zuletzt – wie den Unterlagen entnommen werden konnte – das Defizit des Bades bei weitem nicht zu decken, zumal sich die Stadt in den letzten Jahren gar gänzlich aus der Subventionierung zurückzog.

Bei Ablehnung der Schenkung ist die Stiftung verpflichtet der Stadt das Darlehen zurück zu zahlen, was innerhalb der Stiftung wohl gleichbedeutend damit wäre, dass ein verzinstes Darlehen hierfür aufgenommen werden müsste, das den Pensionärinnen und Pensionären heute und auch künftig als Investitionskosten verrechnet würden, obwohl diese das Bad heute und auch künftig nicht nutzen. Für die als öffentliche Aufgabe übernommene Leistung im Betrag von CHF 300'000.-- würden somit die heutigen und künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Lindenhofes bezahlen, was nicht im Sinne des Gemeinderates ist.

Der Gemeinderat beantragt euch deshalb die Umwandlung dieses Darlehens in eine Schenkung nicht als Geschenk, sondern als Abgeltung für eine geleistete öffentliche Aufgabe.

Montag, 26. Oktober 2009

"Mein" Jugendparlament ist gegen Stimmrechtsalter 16....

"Schlimmer als die Alten, welche den Jungen das Stimmrecht missgönnen, finde ich junge Menschen, welche den Jungen den Zugang zur Demokratie verwehren."
Manchmal kann ich als linker, scheinbar deshalb netter Politiker, doch auch recht deutlich werden und bevor jemand anderes das Gefühl hat, er müsse öffentlich machen, was ich an ein Vorstandsmitglied des Jugendparlamentes Oberaargau vermailt habe, mache ich es gleich selbst.

In einer absolut abstrusen Abstimmungsempfehlung des JPOs im Verhältnis von 4 Ja zu 6 Nein bei 5 Enthaltungen empfiehlt das Jugendparlament Oberaargau die Abstimmung zum Stimmrechtsalter 16 zur Ablehnung. Das eigentlich Brisante ist aber nicht die absolut rechtskonservative Haltung, welche sich auch mit dem deutlichen Ja zur Minarettinitiative und dem noch deutlicheren Nein zum Kriegsmaterialexport ausdrückt, sondern der statutarischen Tatsache, dass das Jugendparlament Oberaargau sich als Verein bei der Gründung dazu verpflichtet erklärt hat, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Zugang zur Politik zu ermöglichen und zu erleichtern. Hierfür werden sie aus einem Förderverein, dem unter anderem alle Gemeinden angehören auch namhaft mit einem steuerfinanzierten Beitrag unterstützt. Ob es wirklich Sinn macht einen Verein weiterhin zu unterstützen, der seine Bestimmung nicht wahrnehmen will, darf künftig Grundlage einer Diskussion sein.

Zu einer Podiumsdiskussion wurde ich durch ebendieses JPO denn auch eingeladen. Ich sagte jedoch "dankend" ab, denn das gewählte Diskussionsthema war nicht die Haltung oder grundsätzliche Debatte über ein Stimmrechtsalter 16, die sich im Rahmen eines Jugendparlamentes durchaus würdig erwiesen hätte, sondern die Minarettinitiative. Möglichst viel Stimmung und Action auf einem Podium zu bieten ist aber, angesichts der ablehnenden Haltung des JPOs für ein Stimmrechtsalter 16, nicht meine Auffassung von Politik. Das ist keine Politik, die ich unterstütze, obwohl ich in der Sache ein entschiedener Gegner der Antiminarettvorlage bin und einige Gründe für ein Nein in der Diskussion über die Abstimmung in die Urne zu werfen wüsste.

Aber mein persönliches Empfinden und meine Enttäuschung lassen diese Teilnahme für einmal nicht zu. Ich weiss, dass ich als Machiavelli eigentlich müsste, ohne mir das anmerken zu lassen... aber eben... Nietzsche und deshalb gibt's wohl auch diesen Blog.