Freitag, 31. Oktober 2008

Irrungen und Wirrungen - Konzessionen

Ich durchschaue das Radio- und Fernsehkonzessionswesen der Schweiz überhaupt nicht. Ich staune auch immer über die hohe BILLAG Rechnung... Warum brauchen wir Radio- und Fernsehkonzessionen überhaupt?

Natürlich will ich den staatlichen Auftrag seine Bürgerinnen- und Bürgerschaft informiert zu halten, nichtverneinen, aber warum muss man sich dann politisch zwischen Radio X und Radio Y entscheiden? Zu wenig Geld? Die Höhe meiner BILLAG Rechnung sagt da eigentlich etwas anderes aus.

Auf alle Fälle hat Radio Energy jetzt keine Konzession erhalten. Riesiger Aufschrei. Auf 20 Minuten gab's dazu bis jetzt 549 Kommentare, unter anderen: "Entzieht Leuenberger die Konzession!" und ähnliche Nettigkeiten.

Da Tele Züri auch seine Konzession verliert und bekanntlicherweise zur Tamedia gehört, fragte ich mich nun, ob Radio Energy und 20 Minuten auch aus dem Hause Tamedia stammen...
es gibt ja eh praktisch nur noch 2 grosse Medienhäuser.... auf dem ringier'schen Blick-Portal jedenfalls fällt die Kritik von Redaktionsleiter Marcel Zulauf (seines Zeichens glaub' ich ein Ur-Langenthaler) wie auch die Berichterstattung auf alle Fälle milder aus.

By the way: Ich hatte letzten Samstag das Vergnügen Ellen Ringier an einem Podium zu sehen und hören. Powerfrau.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Stoiber, Armeechef und andere lokalpolitischen Highlights

Auch wenn man sich manchmal fragt: "Was soll das hier eigentlich, dieses lokale Politikerleben? Wohin will ich eigentlich? Wieso investiere ich Zeit, Geld und Energie? Und was will ich mit meinem Streben eigentlich für die Gemeinschaft erwirken?" -

(Ja, viele Politiker und -innen fragen sich effektiv auch solche Dinge wie Letzteres, auch wenn man ihnen sonst Uneigennützigkeit, Egomanie und alle anderen schlechten Eigenschaften der Menschheit gerne kumuliert und dies manchmal nicht einmal zu Unrecht zuschreibt...)

- so gibt es auch immer wieder Highlights. Also ich mag nicht wirklich die Begegnung mit gewissen Exponenten einer rechtsextremen wiedergewählten Partei in einem Restaurant in Langenthal gestern Abend dazuzählen, die sich am Nebentisch über die nationale Presse und deren Parteierscheinen freuten. Sie taten so, als würden sie mich nicht kennen und ich tat dem ebenso. Und vielleicht kannten sie mich wirklich nicht, denn es waren ausser dem Neugewählten keine Personen dabei, die ich lokal schon mal gesehen hätte... dafür effektiv 1 "in meinen Augen astreiner" Skinhead... Glatze, grüne Lonsdale Bomberjacke, einfach so, wie man sie sich so vorstellt... und da fragte ich mich heute dann... hätte ich nun nicht mehr tolerant sein dürfen? Hätte ich Aufstehen sollen und ihnen sagen müssen, was ich von der Miss Schweiz Geschichte halte, die sie da produzierten. Tja... diese Gedanken kamen mir erst jetzt... hier und heute...

Wie dem auch sei. Dr. Edmund Stoiber heut' eingeladen von der Firma Ammann Langenthal, war effektiv ein Highlight. Diese Worte aus dem Munde eines CSU Politikers... das Anprangern der Abzocker, die Forderung für eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes, die Aufforderung an die Weltgemeinschaft, insbesondere an die USA mit der Schuldenwirtschaft zu brechen und die Art und Weise, wie dieser Mann in seiner typischen Art und Weise mit einem frei gehaltenen 60 minütigen Referat eine Fesselung der Zuhörenden, absolute Stille und Aufmerksamkeit erreichte.... einfach fantastisch. Es ist nicht wiederzugeben in dieser Form (ich habe auch noch ein kleines Handyvideo gemacht, das ich dann an dieser Stelle noch hochladen werde.)

Ich sass weit hinten und trotzdem... unglaublich.

Natürlich konnte ich es am Ende nicht unterlassen Oberleutnant Priska Grütter dem CDA a.i. Divisionär Blattmann vorzustellen und siehe da: Sie wurde als Arena und Zischtigs-Club Armee Vertreterin wiedererkannt und ganz am Ende "tauchte" ich unter, da ihm auch der Zusammenhang zwischen meinem Namen, meinem Amt und einem gewissen Zecken-WK bewusst wurde.... damals u.a. Sonntagszeitung, Seite 2.... Spass beiseite. Aber wir konnten schlussendlich auch darüber lachen... und das ist doch irgendwie auch gut so. Oder nicht?

Dr. Edmund Stoiber live

Vortrag in der Kaltenherberge, Roggwil (Bern).

Nachtrag: Also die leicht verschwommene Person in der Mitte, mit fliederfarbener Krawatte, wäre Herr Stoiber. Links verdeckt erkennt man noch die Uniform von Divisionär Blattmann, Chef der Armee ad interim, rechts Johann Niklaus Schneider-Ammann, der zum Anlass einlud und nebst Foto- und Filmleuten Otto Ineichen, Nationalrat.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Persönliche Gedanken zu den Langenthaler Wahlen

Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, in diesen umtriebigen Tagen, persönliche Gedanken über den Wahlausgang in Langenthal zu formulieren.
Bin ich zufrieden, bin ich froh, hätte ich eigentlich mehr erwartet?

Nein. Mehr erwartet hab' ich nicht. Ich blieb realistisch, auch wenn ich kurz der Theorie von 3 Gemeinderatssitzen für die SP fröhnte und ihr teilweise gar Glauben schenkte, um einen Grund zu erhalten, mich morgens beim Frühaufstehen für eine Verteilaktion oder abends nach einem strengen Tag für's Briefkästelen zu motivieren.
Ich bin sehr zufrieden mit meinem persönlichen Wahlergebnis. Schliesslich bin ich bei genauerer Betrachtung der Zahlen ja gar bestgewählter, männlicher Stadtrat. Und das erst noch über alle Parteien gesehen. Dass ich unsere politisch grossrätliche Zauberwaffe nicht zu übertrumpfen mag, hätte ich euch auch vorher sagen können. Als schönes Zeichen werte ich zudem, dass Pierre, Nadine und ich die ersten 3 Plätze der Stadtratswahlen belegen - allesamt JUSO, wenn auch einige stark im Altern begriffen...

Auch der 3. Gesamt- und somit 1. Ersatzplatz beim Gemeinderat werte ich als enormen Erfolg. Landete ich vor 4 Jahren doch noch auf dem ernüchternden 6. Gesamtrang, so ist dieser Platz für einen dreissigjährigen (nicht in Langenthal tätigen) Lehrer - ohne politische Vorfahren in Langenthal (die hier immer einen enormen Unterschied machen) - ein grosser Erfolg.
Danke Langenthal. Merci für's Vertrauen und auch die Anerkennung meiner Taten in dieser Stadt. G'rad' nix, wie man es Politikern gerne schnell vorwirft, hab' ich ja echt nicht getan, um nicht doch noch in einer weiteren Aufzählung meiner (Schand-)Taten zu landen.

Trotzdem und ob all der Erfolge für mich persönlich... das Resultat der SP in Langenthal ist schlecht. Sehr schlecht und wir müssen uns grundlegende Gedanken machen, wie wir den Karren aus dem Dreck ziehen. Es gibt nichts zu beschönigen, es bringt nichts, seine eigenen
Schwächen mit anderen Themen kaschieren zu wollen (PNOS, Wahlrechnerei, etc.). Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir nun hinstehen, den Misserfolg anerkennen - alle zusammen - begreifen, dass die Politik der SP nicht bei den stadträtlichen Saaltüren beginnt und endet und sich alle gemäss ihrem Können für die Partei einzusetzen beginnen. Ich erwarte von allen Gewählten und Chargierten, was ich mir selbst auch auferlege: Jetzt braucht uns die Partei.
Die SP Langenthal muss eine Leaderin in der neuen Region Oberaargau werden. Serbelnde SP Sektionen in der Region haben wir nämlich mitzuverantworten. Wenn wir nicht beginnen starke SP-Signale aus dem Hauptort Langenthals auszustrahlen, hat die Region verloren. Doch: Wir wollen im Jahr 2010 unsere 3 Grossratssitze in einer neuen Region halten oder gar Sitze dazugewinnen. Wir wollen im Jahr 2011 zwei SP Nationalratsmandate in den Oberaargau holen und wir wollen im Jahre 2012 mindestens die Stadtratssitze zurück, welche wir in diesem Jahr verloren haben.

Das kommt nicht von alleine. Der Faustschlag der gesamthaft Wählenden ins Gesicht der SP, kann auch dahingehend interpretiert werden, dass die Faust zum Nachdenken anregen soll und da Licht ist!

Wir haben Zukunft. Ich ruhe mich bestimmt nicht auf den persönlichen Erfolgslorbeeren aus und hoffe auf viele gleichgesinnte Mittäterinnen und -täter innerhalb der Partei.

"Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet." - Thomas Alva Edison

Ich danke übrigens für den gestrigen Besucherrekord ob der Wahlanalysen-Diskussion. Wow. 500 Menschen. Hier. Wahnsinn.

Dienstag, 28. Oktober 2008

PNOS wäre dank den Listenverbindungen bei 30er Parlament doch draussen

EVP-Präsident Daniel Steiner war so freundlich und hat meine Rechnerei über die PNOS und die 30er Stadtratsliste mit den Listenverbindungen über Mittag aktualisiert.
Wie seine Berechnungen zeigen: Wäre der junge, unbekannte Herr aus dem Luzernischen, der Partei mit den tollen Meinungen, doch draussen.
Merci Daniel Steiner. Ich hoffe, dass du trotzdem etwas gegessen hast.

Copyright: Daniel Steiner, EVP ;-)

Uff.. kurzes Aufatmen.

Denn es ist ja nur ein Hirngespinst. Reiner Konjunktiv. Reinste Zahlenspielerei. Die PNOS ist drin. Die nächsten 4 Jahre.

Deshalb stimme ich Andreas K. in den Kommentaren dahingehend zu, dass wir das Problem anders lösen müssen. Wir müssen den Menschen beweisen, dass die PNOS nicht das ist, was sie sich darunter vorstellen. Schon gar nicht lösen sie Probleme.
Die PNOS hat mehrfach bewiesen, dass sie demokratie- und systemfeindlich ist, indem sie unsere Gesellschaftsordnung absetzen, die Presse (-freiheit) abschaffen möchte. Ein solches Untergraben auch nur im Ansinnen der schweizerischen Demokratie ist äusserst unschweizerisch und brandgefährlich.

Wäre die PNOS mit 30er Stadtrat verhindert?

Folgende interessante Frage wurde im Kommentar zum letzten Post aufgeworfen, welcher ich flugs nachgehen musste:

Mättu Schmid hat gesagt…

Eine Frage zur unschönen Wiederwahl der Braunen. Gab's nicht mal Bestrebungen, den Stadtrat zu verkleinern? Vielleicht wäre das eine sehr elegante Lösung, denn der Tägu schreibt heute: "Gleichzeitig wies Rufener auch darauf hin, dass die Pnos den erneuten Einzug in den Stadtrat mit einem «relativ kleinen» Wähleranteil geschafft habe. Zudem brauche es für die Wahl in ein vierzigköpfiges Parlament nur wenige Stimmen."

Diese Bestrebungen gab es tatsächlich. Die Versuche von Robert Brechbühl (SP) den Stadtrat auf 30 Mitglieder und den Gemeinderat auf 5 Mitglieder zu verkleinern, scheiterten aber allesamt. Wohl nicht zuletzt aus Angst, dass man seinen eigenen Sitz abschaffen könnte....
Betreffend Mättu Schmids Frage habe ich die Sitzverteilung nun auf einen Stadtrat mit 30 Mitgliedern berechnet. Ich habe die Listenverbindungen mal aussen vor gelassen und die Gesamtstimmenzahl durch 31 Sitze gerechnet, wie Roland Loser gemäss Wikipedia empfiehlt. Und siehe da. Die PNOS holt den letzten Reststimmenplatz! Erschreckend. Wiederum. Aber die PNOS ist so stark - oder Langenthals Wähleranteil so schwach - dass sie auch im Parlament mit 30 PolitikerInnen den Einzug geschafft hätten.

Bitte sagt mir, dass ich mich verrechnet habe... das darf doch nicht wahr sein!
Folgende neu- oder wiedergewählte Parlamentarier und -innen hätten demgegenüber gemäss meiner Berechnung bei einer Verkleinerung des Rates ihren Sitz ans Bein streichen müssen:

SP: Beatrix Greber, Urs Masshardt, Nathalie Scheibli
FDP: Florinda Wallkamm, Rudolf Lanz, Robert Kummer
SVP: Stefan Grossenbacher, Willi Lanz
EVP: Anita Steiner-Thaler
GLP: Manuel Alexander Ischi

Macht gesamthaft die 10 Personen Differenz.

Aber es gibt eigentlich eine einfache Lösung, wie wir sie bräuchten, um solche oder ähnliche Spass- und Gugusparteien zu verhindern. Die 5%-Hürde. Ob da allerdings die GLP dazugehört und damit einverstanden wäre, wage ich in leichte Zweifel zu ziehen.

Montag, 27. Oktober 2008

Wahlanalyse Langenthal Teil 1

Hier der 1. Teil der Wahlanalyse.

Bis zur leeren Zeile der Fragen bin ich heute gekommen. Ab dort - oder überhaupt darf man auch per Kommentar ergänzen oder Fragen stellen und Antworten liefern. Ich bin für jeden Hinweis, jede Frage und jede Antwort dankbar.

Es gibt auf alle Fälle erste, sehr interessante Rückschlüsse und vielleicht werden einige Fragen auch nicht zu 100% beantwortbar sein.

(Klick macht's grösser - wie immer.)





Wahlanalyse Langenthal unvollständig

Nun, da alles vorbei scheint, sitze ich wieder einmal in einem Gewimmel von Blättern, Listen, Tabellen und Diagrammen und versuche den Ursachen des gestrigen Wahlausgangs nachzuspüren.

Wenn etwas mit Bestimmtheit gesagt werden kann: Wenn ich schon prognostizierte und mit meinen Einschätzungen völlig daneben lag (wie alle anderen übrigens auch, die sich im Prophezeien übten), so gilt es nun auch Stück für Stück die Scherben wieder zusammen zu kehren und aneinander zu kleben.

Ich beschäftige mich hauptsächlich mit folgenden Fragen:

- Wie entwickelten sich die Wähleranteile über die letzten 3 Wahlen? (2000 – 2008)
- Wie klar / knapp erreichte die FdP das Restmandat im Gemeinderat, welche anderen Parteien hätten es beinahe auch erreicht?
- Welche Auswirkungen hatten die neuen Parteien?
- Wohin flossen die Panaschierstimmen der SP Wählenden?
- Woher kamen die Panaschierstimmen für SP Kandidierende?
- Hatte die 20er Liste der SP massgeblichen Einfluss auf den Verlust von über 6% bei den Stadtratswahlen?
- Hätte eine Listenverbindung im Stadtrat durch FdP und SVP den PNOS Sitz verhindert?
- Wieso verlor die SP?
- Wieso verlor die EVP?
- Wieso wurde die PNOS wiedergewählt?
- Warum holt die GLP auf Anhieb 2 Sitze?
- Was lernt die SP aus den Stadtwahlen 2008?

Resultate folgen bald. Ich bin etwa in der Hälfte der Antworten. Muss jetzt aber an Sitzungen... wie immer.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Wahlresultate in Langenthal

Hmmm... wo beginnen wir die Erzählungen:

Vielleicht hiermit:
Im Gemeinderat blieb fast alles beim Alten: Die SP 2 Sitze, FdP 2 Sitze, SVP 2 Sitze und die EVP 1 Sitz. Nebst sämtlichen Bisherigen wurde einzig Rolf Bär (ja derjenige mit dem Powerpoint-Youtube) neu auf den Reststimmensitz der FdP gewählt.

Ich erreichte auf der SP Liste den 3. Platz. Leider holte die SP nicht den dritten Sitz zurück, den sie bei den letzten Wahlen mit Reststimmenpech knapp an die SVP verlor (dieses Blog berichtete davon). Wiederum wurde (auch in den anderen Parteien) bestätigt, dass Bisherige in Langenthal im Gemeinderat nicht zu schlagen sind. Persönlich bin ich aber mit meinem Resultat sehr zufrieden, da ich enorm viele Stimmen machte, mir relativ deutlich den dritten Platz sicherte und damit auch namhafte Personen hinter mir gelassen habe.

Im Stadtrat büsste die SP 2 Sitze ein. Die EVP (von der Presse im Vorfeld als erfolgreichste Partei gehuldigt) verlor ebenso wie die SVP 1 Sitz. Gewonnen wurden die Sitze von der GLP, welche auf Anhieb 2 Sitze holte und den Grünen, welche 1 Sitz zum bisherigen Stuhl dazugewannen, wie auch der FdP, welche Finanzkrise und Strukturproblemen zum Trotz meiner Meinung nach, nebst der GLP die Gewinnerin der Wahlen ist.
Und... ja die nationale Presse mag ich mir im Moment gar noch nicht ausmalen. Die PNOS behielt den Sitz! Sch....

Neu sind die Kräfteverhältnisse wie folgt: SP 11 Sitze, Grüne 2 Sitze, Grünliberale 2 Sitze, EVP 4 Sitze, SVP 9 Sitze, FdP 9 Sitze, Jungliberale 2 Sitze, PNOS 1 Sitz.

Um auf mein persönliches Ergebnis zurück zu kommen. Hinter Nadine Masshardt (die in den Gemeinderat gewählte Laura Baumgartner mal aussen vor gelassen) holte ich am zweitmeisten Sitmmen der Stadtratsliste. Dahinter folgt mit Pierre Masson ebenfalls ein JUSO Vertreter. Wow. Das ist wirklich toll und lässt für unsere Zukunft einige Optionen offen.

Im Moment bin ich noch zu nahe dran, um klar zu sagen, weshalb und wieso es so ausgegangen ist. Es gibt für mich 3 - 4 grosse Fragezeichen, die ich gerne noch beantworten möchte. Warten wir mal die Panaschierlisten für den Stadtrat ab.

Auf morgen Abend wurde ich vom SP Vorstand schon angefragt, ob ich erste Wahlanalysen abgeben könne... mal schauen, was ich mir daraus (Wahlresultate sind als pdf downloadbar) zusammenreimen kann.

Ich möchte euch allen danken, die ihr mich für diese Wahlen und auch sonst im Leben unterstützt habt. Keine Sorge. Es geht weiter - auch in diesem Blog - aber daran habt ihr hoffentlich nicht gezweifelt und ganz objektiv muss man sagen, dass ein 1. Ersatzplatz für einen Dreissigjährigen beim Gemeinderat und das zweitbeste Stadtratsergebnis ja ein verdammt gutes Ergebnis sind. Ich fühle mich in meiner Art, meiner Haltung und meiner Politik bestätigt. Hoffentlich fühle ich richtig....

Samstag, 25. Oktober 2008

Lasst den Müller ernten

Gastblog von Mark Balsiger*

Diese Woche haben zwei schweizweit bekannte Sozialdemokraten ihren Rückzug aus der Politik bekanntgegeben: Elmar Ledergerber und Werner Marti.

Ledergerber war lange Jahre Nationalrat, seit 2002 ist er Stadtpräsident in Zürich. Im Alter von 64 Jahren will er sich vermehrt um seinen jüngsten Sohn kümmern. Daraus wurde, typisch Ledergerber, flugs ein Slogan: „Vom Stapi zum Papi.“ Werner Marti war Preisüberwacher und sitzt seit 1991 im Nationalrat.

Zwischen Ledergerber und Marti gibt es einige Parallelen. Beide sind zupackend, eloquent, pfiffig, charmant und temperamentvoll. Beide sind gewiefte Taktiker, sie lieben das Spiel mit den Medien und die Selbstinszenierung. Beide Politiker haben fraglos viele Qualitäten. Ich beobachte sie seit mehr als 15 Jahren.

Liebe Langenthalerinnen und Langenthaler, am Sonntag stellen sich für Ihre Stadtregierung kein Ledergerber und kein Marti zur Verfügung. Aber ein Müller – Reto Müller. Ich beobachte ihn seit vier Jahren und erkenne Ansätze von Ledergerber und Marti.

Müller ist erst gerade 30, hat aber für sein Alter schon vieles geleistet. Er kann in grösseren Dimensionen denken, und er ist sich nicht zu schade, an vorderster Front anzupacken. Im Gegensatz zu anderen missbraucht er seine Partei nicht als Vehikel für seine politische Karriere, sondern ist teamorientiert und fair.

Womöglich wenden Sie nun ein, Müller sei ein bunter Hund. Ich entgegne: Na und? Lieber ein bunter Hund in der Regierung als eine graue Maus. Reto Müller hat jahrelang gekrampft und gekämpft. Für seine Überzeugungen. Für Langenthal. Morgen sollte Müller ernten dürfen.

* Mark Balsiger, parteilos, Bern
Autor des Buches „Wahlkampf in der Schweiz“
Initiant des virtuellen Diskussionsforums wahlbistro.ch

JungbürgerInnenfeier Langenthal

Vielleicht bin ich in der Historie Langenthals der einzige Stadtratspräsident, welcher 2 Jungbürger- und innenfeiern hat begleiten dürfen. Letztes Jahr durfte ich bereits dabei sein, weil der damalige Präsident nicht konnte und in diesem Jahr war ich nun offiziell an der Reihe, den Reigen zu eröffnen. Ich mag die Feiern. Ich erlebe dort die teilnehmenden Jugendlichen immer als sehr interessiert und engagiert. Die Stimmung war auch gestern wieder feierlich und fröhlich.

Meine Worte - neben den eher staatspolitischen des Stadtpräsidenten - wählte ich gestern mit einem zünftigen Schuss Ironie - auch auf die Gefahr hin, falsch verstanden zu werden. Bedingt war die Ironie durch den filmischen Teil, welchen wir während der Feier haben einfliessen lassen.

"Langenthal - Die Perle des Oberaargaus."

Leider ist der Film beim Filmkollektiv der Ersteller "voltafilm.ch" von Markus & Stefan Heiniger nicht drauf. Wer aber einen kleinen Eindruck in die Filmsprache und Witz von Markus Heiniger erhalten möchte, dem empfehle ich hier Dobro Pivo (hier in Zusammenarbeit mit Steve Walker).

Deshalb klang meine Rede gestern so:

Wir wissen genau, warum Sie – werte Jungbürgerinnen und Jungbürger - heute gekommen sind.
• Sie wollen nun als mündige Personen Ihre Rechte und Pflichten als Staatsbürger und Staatsbürgerin erfahren.
• Sie wollen Langenthal als Ihre Stadt ehren, in der Sie heute durch diesen Akt und mit vollendetem 18. Lebensjahr Bürger oder Bürgerin der Schweiz werden.
• Sie wollen den Rednern möglichst lange zuhören.

Ich finde Ihre Absichten redlich.

Zu meiner Zeit und in meiner Generation – ich gehörte dem Zwischending der Generation X mit Techno und „Null-Bock“ an, waren unsere Absichten viel einfacher. Wir rauften uns vor 12 Jahren als Gruppe von jungen Männern zusammen, sassen – damals noch im Stadttheater Langenthal – hörten dem damaligen Stapi Herrn Käser zu, welcher einige Jahre zuvor noch unser Rektor und Englischlehrer im K4 war, fühlten uns 3 Jahre zurückversetzt und hatten eigentlich nur 2 Ziele. Gratis Trinken, gratis Essen.

Weil Ihre Absichten, im Gegensatz zu den meinen vor Jahren, aber viel besser sind, haben wir für Sie auch keine Kosten und Mühen gescheut, um Ihnen Ihr Langenthal von einer Seite zu präsentieren, wie Sie es wohl noch nicht kennen.

Der Gemeinderat hat in einem langen Auswahlverfahren Markus und Stefan Heiniger – die diesjährigen städtischen Kulturpreisträger – wie auch Pedro Lenz mit einem aufwändigen und teuren Film beauftragt, welcher „Langenthal – Die Perle des Oberaargaus“ heisst. Er wurde an einer vielbesehenen Premiere beim Wuhrplatzfest Langenthal 2007 erstmals gezeigt und seither gilt er in der Stadt als Geheimtipp für Insiderwissen, wie es nur Langenthalerinnen und Langenthaler zu Teil wird. Diesen Film wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.


„Filmvorführung“


Vielleicht habt ihr Langenthal so noch nie gesehen. Vielleicht haben wir das auch nicht. Vielleicht existiert Langenthal nur in unseren Köpfen als Vorstellung und ist real ganz anders, als wir es uns wünschten oder manchmal bunt ausmalen, so wie es in den Köpfen der gezeigten Menschen „als Perle des Oberaargaus“ mit grosser Historie und grossartigen Berühmtheiten geschah.

Wichtig werden für Sie einzig die Antworten sein, auf die Frage: „Warum lebe ich hier?“

Teilen Sie sich als Bürgerin oder Bürger mit. Gehen Sie Wählen und Abstimmen oder noch besser: Werdet selbst aktiv. Politisch oder aktiv in Vereinen (Kultur, Sport, …) und prägt dieses, unseres Langenthal mit.

Kultur ist uns in Langenthal etwas Wert und wir hoffen auf der politischen Seite mit Kultur auch etwas von unserem Werteverständnis und den Traditionen weitergeben zu können, die diese Stadt gross machten.

Freitag, 24. Oktober 2008

Wahlnervosität

Oft wurde ich in den letzten Tagen angesprochen, wann denn die Resultate der Gemeindewahlen vom Wochenende verkündet würden. Oft gab ich deshalb zur Antwort: Um 14 Uhr diejenigen des Stadtpräsidenten, um 17.00 Uhr die Gemeinderäte und circa um 18.30 Uhr die Resultate des Stadtrates. Sehr wahrscheinlich.

Ich blieb diese Woche sehr ruhig, wenn es darum ging, sich die Varianten des bevorstehenden Wahlausgangs auszumalen. Langsam und in der gebetsmühlenartigen Wiedergabe der Verkündigungstermine durch den Stadtschreiber steigt aber auch meine Nervosität.

Gut. Irgendwie ist es nicht mit Wahlen zu vergleichen, in denen auf meinen Schultern das Gesamtresultat einer Partei lastete – so wie 2007 bei den Nationalratswahlen die Verantwortungslast der JUSO Kanton Bern oder 2004 diejenige der SP Langenthal. Da werde ich dann echt nervös und ziemlich gewrackt. Siehe zum Beisipel hier.

Dahingehend sehe ich heute – trotz besagter leichter nervlicher Anspannung - geradezu aus, als wäre ich aus den Wellnessferien zurückgekommen.

Oder ömu fasch. ;-)
Es geht ja "bloss" um mein persönliches Abschneiden bei diesen Wahlen und auch hier muss man relativieren und sagen, dass die (lokale) Politik ja nicht das ganze Leben zu bedeuten hat. Klar. Eine Abwahl aus dem Stadtrat würde mir schon eine oder zwei schlaflose Nächte bereiten, da ich mir überlegen müsste, weshalb ich wohl die Stimmen und das Vertrauen der Menschen in Langenthal verloren habe, denn ich politisiere gerne in und für Langenthal.
Aber was die Gemeinderatskandidatur anbelangt kann ich ja "bloss" gewinnen. Natürlich - wenn ihr mich ganz persönlich fragt - wäre es toll für mich, wenn ich regierend die Geschicke dieser Stadt mitprägen dürfte und mit den Gemeinderatskolleginnen und -kollegen Langenthal gemeinsam in die Zukunft führen könnte. Doch vielleicht bleibt dies vorerst oder auf ewig nur ein Traum.

Ich kann im Moment bei bestem Willen überhaupt nicht abschätzen, auf welchen Rang es mir innerhalb der SP Liste reichen wird. Weder bei Stadt- noch Gemeinderatswahlen. Das Spektrum ist gross. Die Fragezeichen, wie die SP als Gesamtliste abschneiden wird, wie gut unser Wahlkampf war, wie gross die Konkurrenz einzuschätzen ist, sind allesamt noch zu gross. Klarheit wird in einem Wahlkampf in der Grösse unseres städtlichen (oder stattlichen) Dorfes wohl nur das Endergebnis bringen.

Ja. Ein wenig nervös bin ich nun schon.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Bild des Tages - UBS Blockade

(Bildquelle: 20min.ch)

Der Widerstand gegen die börsianische Milliarden-Vernichtung - insbesondere der Unmut der Bevölkerung vor dem sogenannten Abzockertum - wird sichtbar. Die JUSO und SP/Grünen/UNiA waren heute in Zürich unterwegs.
Ich weiss, dass der kleine und mittlere - eventuell gar hohe Bankangestellte nichts gegen die riesige Hypothekenblase der USA tun konnte, welche platzte und ähnlich einem schwarzen Loch viele Gelder mit sich sog.
Aber es ist und bleibt für mich und viele einfache Menschen auf der Strasse einfach unverständlich, wie die UBS scheinbar im grössten anzunehmenden Notfall 6 Milliarden vom Schweizer Staat beziehen kann - indirekt vom Steuerzahlenden - und dann trotz der miserablen Jahresperformance insgesamt 7 Milliarden an Boni ausbezahlt. Hallo, Banken? Bitte um Erklärung.

Die JUSO vor der UBS beim Paradeplatz Zürich forderte die Boni der letzten Jahre zurück: Bilder (auch bewegte) siehe 20min Online.
Positiv überrascht war ich, dass Roger von Mentlen (Direktor der UBS Zürich) den Einzahlungsschein für die Rückzahlung der Boni der letzten 5 Jahre selbst entgegen nahm. Ich finde es erfreulich und mutig, dass er sich auch in schwierigen Zeiten der Diskussion stellt. Leider musste ich der Arbeit wegen, diesem friedlichen und vorbildhaften Protest fernbleiben. Hoffen wir (auch wenn dieser Wunsch sehr fromm erscheint), dass etwas an Boni zurückkommt.

Die SP war zusammen mit den Grünen und der UNiA ebenfalls in Zürich demonstrierend unterwegs. Weitere Infos hier.
Wer die SP und JUSO in ihren Bestrebungen unterstützen will, soll bitte hier die Petition unterschreiben. Man muss sich melden und seinen Protest anmelden.

Das Thema scheint so bewegend, dass sogar DIE Populisten der Politszene darauf aufzuspringen versuchen. Ja, ich spreche von der SVP, welche heute erst eine erste Pressekonferenz einberufen hat. Zu spät meine Herren (Damen hat's in dem Verein ja fast keine und schon gar nicht an der Spitze, denn die gehören dort eher an den Herd, als ins Bundeshaus, laut deren eigenen Aussagen). Die Proteste waren heute und sind eindeutig sozialdemokratischer Herkunft. Legen Sie lieber zuerst offen, wer ausser die EMS Chemie und Herr Blocher Ihre Kampagnen finanziert hat, bevor Sie sich da einmischen.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Online Petition UBS-Rettungsaktion der SP Schweiz

Die SP Schweiz hat soeben eine Online-Petition zur UBS-Rettungsaktion ins Netz gestellt. Morgen wird sie die Medien über die Aktion informieren.

Wer die nachfolgenden vier Punkte der Petition unterstützen möchte, hat bereits heute hier die Gelegenheit, die Aktion zu unterstützen. Ich habe vorhin unterschrieben. Ich teile in der Sache grösstenteils Ruedi Strahms und Simonetta Sommarugas Ansichten, die heute in den Medien waren und denke zudem, dass man konkrete Punkte unternehmen sollte, auch wenn es sich hierbei "nur" um eine Petition handelt.

  1. Wer zahlt, will eine Gegenleistung: Die Steuerzahlenden stellen der UBS 68 Milliarden Franken zur Verfügung und dürfen deswegen nicht zu Schaden kommen. Als Gegenleistung soll die UBS einen Teil ihrer künftigen Gewinne einsetzen, um für die Kosten der Rettungsaktion aufzukommen. Und es muss sicher gestellt sein, dass die Steuergelder nicht für die Boni der UBS-Banker verwendet werden.
  2. Niemand verdient mehr als eine Million Lohn: Die Löhne der Top-Manager müssen gesetzlich auf maximal eine Million Franken pro Jahr limitiert werden. Grundsätzlich soll in der gesamten Wirtschaft ein vertretbares Verhältnis zwischen tiefstem und oberstem Lohn innerhalb eines Unternehmens eingeführt werden: Wenn die Manager mehr wollen, sollen auch die Mitarbeitenden mehr erhalten.
  3. Die Brandstifter zur Verantwortung ziehen: Wir verlangen, dass die verantwortlichen UBS-Kader einen Teil des angerichteten Schadens durch die Rückzahlung ihrer Millionen-Boni der letzten Jahre mittragen. Zudem müssen die Verantwortlichen auch juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.
  4. Den Werkplatz nicht vergessen: Als Massnahme gegen die drohende Rezession muss der Bund Investitionen in zukunftsgerichtete Bereiche der realen Wirtschaft tätigen, wie Bildung, öffentlicher Verkehr und Gebäudesanierungen. Auf das geplante Abbauprogramm (so genannte «Aufgabenüberprüfung») ist zu verzichten.
Unterschreiben kannst du hier.

Migros Neueröffnung in Langenthal

Also Westside ist es nicht. Aber sehr schön, sehr gross. Gelungen. Als Eröffnungsgeschenk gab's für alle eine reich gefüllte Tasche für ein komplettes Raclette. Interessierte MitesserInnen (nicht Pickel) können sich hier bewerben.

APK - Anti Pnos Kleber

Stimmungsbild aus Langenthal.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Presseschau eines Politikers

Zugegeben, der wohl durch Müdigkeit und ein wenig Wehmut geprägte späte Blick auf die gestrige Sitzung wich heute beim Blick in den Tägu einem breiten Schmunzeln.
Erstens der Ratssplitter wegen... ich war nicht der einzige mit zu vielen ratsfremden Sprüchen.

Zweitens bei aller Würdigung der Religion der Sikh stehen wir "lokale Prominenz" da schon ein wenig wie Statisten zu "Pirates of the Caribbean" umrahmt von echten Würdenträgern.

Die Grösse der Präsente ist durchaus als Zeichen der Wichtigkeit zu werten. ;-) Auf alle Fälle und bei allem Schmunzeln:

Wir haben auch gestern im Stadtrat wichtige Geschäfte beraten und beschlossen:

1. Teilrevision des Schulreglements.
2. Teilrevision des Personalgesetzes (Art. 72) - Anhebung der Familienzulagen auf das kantonale Minimum.
3. Umbau und Modernisierung der Regionalbibliothek; Kredit von 610'000 Franken wurde angenommen.
4. Erheblicherklärung eines Postulates für einen Jugendbeauftragten.
5. Ablehnung der Motion Wasser in die Marktgasse
6. Erheblicherklärung des Jugendpostulates "50 Franken ans Abonnement."
7. Ablehnung des Postulates zur Prüfung der Parkplatzbeschilderung.
8. Erheblicherklärung des Postulates zur Einführung eines Standards bei städtischen Minergie-Bauten.
9. Erheblicherklärung und gleichzeitige Abschreibung betreffend eines Postulates zum Einbahnverkehr Friedhofweg.
10. Beantwortung der Interpellation zur "Heimatehrung mit lauter Knallerei."

Schliesslich dauerte die Sitzung auch wiederum 3 Stunden und 10 Minuten.

Und auch das Sikh-Tempel-Fest ist mir als Beispiel einer gelungenen Integration (auch wenn uns dreien das Kopftuch nicht wirklich passt) einer - nebst allen verschiedenen christlichen - Glaubensgemeinschaft in Langenthal dauerhaft in Erinnerung geblieben. Dass der Tempel vor fünf Jahren möglich war, scheint heute manchmal etwas wunderhaft, blickt man auf den Widerstand, der einer Moschee mit Minarett oder einem Kunstminarett auf dem Choufhüsi entgegen brandet. Mich und auch Priska hat der Besuch so beeindruckt, dass letztere nun gerne eine ausgedehntere Studienreise nach Indien machen möchte.

Zum Thema Integration: Die Partei (PNOS), welche bekanntlicherweise mit Begriffen, wie Geschwür und braune Schweizer auf der Homepage und leider auch im nationalen Pressespiegel um sich wirft, blieb der gestrigen Sitzung übrigens unentschuldigt fern. So ernst meinen sie es wohl nicht mit der Kandidatur. Hoffentlich wissen das die Wählenden am Wochenende dementsprechend zu würdigen.

Zweitletzte Sitzung des Stadtrates

Wie schnell die letzten 4 Jahre doch auch schon wieder vergangen sind. Am nächsten Sonntag werden wir in Langenthal wählen. Wie schnell dieses Jahr als Stadtratspräsident doch auch schon vergangen ist, denn heute Abend moderierte ich bereits die zweitletzte Sitzung des Jahres.
Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich war mit meiner Sitzungsführung heute Abend nicht wirklich glücklich. Aber wie so mit vielem, erwischt man nicht jeden Tag dieselbe Form und es ist auch nicht immer möglich zu Höchstform aufzulaufen.

Irgendwie habe ich heute - meinem Empfinden nach - viel zu viele Sprüche gemacht. Es sprudelte nur so aus mir heraus. Es ist aber in der Rolle des Präsidenten zwar nicht wirklich untersagt ab und zu auch witzig zu sein, ich denke gar, dass dies die Sache - wenn gut eingesetzt - auflockert, aber gerade förderlich ist es in der Masse ja auch nicht. Nun denn. Lassen wir das so stehen. Auf der anderen Seite hatte ich oft das Gefühl, dass die Stadträtinnen und Stadträte heute ihre Redezeiten sehr grosszügig auslegten. Einige bejahten dieses Empfinden nach der Sitzung - andere hatten das Gefühl, dass es auch schon schlimmer gewesen sei. Wie dem auch sei. Leider haben wir keine klaren Redezeiten und so verkommt es manchmal zum Spiessrutenlauf, wenn man versucht den Begriff: "die Rednerin oder der Redner hat sich kurz zu halten und zur Sache zu sprechen" auslegen will.

Im Dezember wird sich nochmals Gelegenheit bieten, während einer 2 stündigen Stadtratssitzung zu korrigieren. Summa sumarum über's Jahr verteilt, denke ich schon, dass ich oft richtig und angemessen und immer nach Reglement moderiert und geführt habe, eine sehr gute Atmosphäre mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Stadt- und Gemeinderat während den Sitzungen aufbauen konnte und daher auch, dass ich manchmal und vielleicht in diesem Moment auch zu selbstkritisch bin.

Ich denke meine Art und Feinfühligkeit heute Abend rührte von der Angst her, dass einige den Stadtrat 6 Tage vor den Wahlen noch für den Wahlkampf hätten nutzen wollen. Diese Gefühle waren aber unbegründet oder Anflüge von Wahlkampfgetue schnell entlarvt.

Aus all den Gründen und zu meiner persönlichen Geschichtsschreibung habe ich heute Abend noch 2 Handybilder festgehalten und zwar links und rechts blickend ins Rund des Stadtrates, die Gemeinderäte mit Rücken direkt vorne dran, "vom höchsten Thron aus", den Langenthals Demokratie zu bieten hat.

Auch wenn es jetzt schon einen Hauch an Sentimentalität hat: Ich führte dieses Amt wirklich gerne aus.

Montag, 20. Oktober 2008

Gastblog von Markus Meyer (SP), Roggwil

Engagiert…

Am Samstag war ich als Präsident der Berner Fischer eingeladen, zum 10jährigen Jubiläum der Kraftwerke Wannenfluh AG zum Verhältnis Fischer / Kleinwasserkraftwerke zu sprechen. Es war eine angenehme Fahrt ins Emmental. Bei wunderschönem Herbstwetter ging’s durch’s Langetental hinauf.

Beim Durchqueren von Sumiswald kam mir meine letzte Visite hier in den Sinn. Das war im Herbst des vergangenen Jahres, als ich mich bemühte einen Sitz im Nationalrat zu erringen.

Die SP des Kantons Bern hat damals eine „Wahltour“ organisiert, welche die Kandidaten auf die Strasse, zu den Leuten bringen sollte. Selber war ich an unzähligen Jahrmärkten, Chilbis oder Märiten anwesend. Von zuoberst im Simmental bis ins Seeland, von Niederbipp bis eben nach Sumiswald. Ich traf dabei nicht eben viele meiner über fünfzig Mit-Kandidierenden der SP an. Und diejenigen, welche ich traf, waren immer in etwa dieselben.

Einer aber war regelmässig dabei. Obwohl er gar nicht Kandidat war! Reto Müller aus Langenthal.

In welcher Mission war er unterwegs? Das war nicht so ganz klar. Offensichtlich hatte er verschiedene Motive.

• Er unterstützte seine aktuelle Partnerin in ihrem Wahlkampf?

• Er unterstütze seine Ex-Freundin bei ihrem Bemühen, ein Nationalratsmandat zu erkämpfen?

• Er engagierte sich im JUSO-Wahlkampf?

• Er supportete die Berner SP bei ihrem Ringen um Sitze in Bundesbern?

Auch ich durfte auf Anfrage einige Male auf seine Hilfe zählen. Er pilotierte unseren Speedy von Anlass zu Anlass, verteilte meine Wahlguezli oder half beim Organisieren.

Mir hat es gefallen, wie er sich eingebracht hat. Seine kritische, immer aber positive und konstruktive Art.

Nun, dieses Jahr ist Reto Müller selber im Wahlkampf. Er will Gemeinderat werden. Mitglied der Exekutive von Langenthal. Ein Regierender!

Als Vizepräsident einer Langenthaler Agglomerationsgemeinde werde ich mich selbstverständlich hüten, den Langenthalerinnen und Langenthalern irgendwelche Ratschläge zu geben, wie sie zu wählen haben. Das wäre eine ungehörige Einmischung von aussen. Das wäre kontraproduktiv.

Deshalb gebe ich an dieser Stelle keine Wahlempfehlung für Reto Müller als Langenthaler-Gemeindrat ab. Eines aber kann ich an dieser Stelle sagen, ohne dass man mir das als Einmischung auslegen kann: Wenn ich Langenthaler wäre, wenn ich hier stimmen könnte, der Name Reto Müller stünde ganz bestimmt auf meiner Liste…

Ich wünsche der SP Langenthal, allen ihren Kandidatinnen und Kandidaten viel Erfolg am nächsten Sonntag!

Markus Meyer, Roggwil

Sonntag, 19. Oktober 2008

300 Jahre heiliges Buch - Sikh Fest in Langenthal

Nein, nein. Priska und ich waren nicht etwa in den Ferien in Indien oder so. Dieser Tempel steht in Langenthal. Ja, Langenthal. Eines der "Aufschreizentren" für Minarette in der Schweiz erlaubte der Glaubensgemeinschaft der Sikh vor rund 5 Jahren den (Auf-)Bau des Gurdwaras im Industriegebiet Dennli. Heute waren wir geladen, dem 300 Jahre Jubiläum des Heiligen Buches beizuwohnen. Zudem wollten die Sikhs der Stadt Langenthal ein Geschenk überreichen.

So standen wir zum indisch-vegetarischen Festessen zusammen und sassen anschliessend schuhlos, aber kopfbedeckt im Tempel und hörten unseren und anderen Festrednern und -innen zu.Von links nach recht: (orange-gelbes Kopftuch) Martin Lerch, Regierungsstatthalter; (dunkelblau) Andreas Bandi, Rechtsberater der Gemeinschaft; (blau, also das Kopftuch) Thomas Rufener, Stadtpräsident; (orange) Reto Müller, Stadtratspräsident; im Gespräch mit Karan Singh von der Glaubensgemeinschaft, welcher die letzten Informationen für die Ansprachen durchgibt. In Englisch, was aber für keinen der Genannten ein Problem darstellte, zumal (oder da?) wir uns alle sehr kurz hielten.

Nebst einem in plastik gehaltenem Bild als Aufsteller zur Ehrung des Tages, den wir alle mit nach Hause nehmen konnten, durfte Thomas Rufener eine Statue enthüllen, die sich sehen lassen kann:
Die Gemeinschaft bedankt sich damit bei der Stadt und deren Bevölkerung für alles, was sie in Langenthal mit dem Bau des Tempels erleben durften. Wohin die schwarz-goldene Statue mit leuchtend, goldener Krone und einer drehenden Kugel auf der Verwaltung kommt, muss noch ausgehandelt werden. Kanton und Stadt waren sich nicht auf Anhieb einig. ;-)

Ohne eine Wertung vorzunehmen. Ich denke, etwas fremd fühlten wir uns alle. Eine Mischung des Nachempfindens von Calmy-Reys Besuch mit Kopftuch im Iran (ich spürte heute deutlich, dass es einfach nur höflich ist, sich den Gepflogenheiten anzugleichen und nichts weiter. Ich bin nicht weniger Christ und nicht weniger Schweizer als vorher. Und unterwürfig schon gar nicht.), gepaart mit dem Nichtwissen, was in dieser Zeremonie als nächstes folgt, da der Zeitplan sehr flexibel ausgelegt wurde. Doch da war dieses Gefühl gegenseitigen Vertrauens zwischen der Gemeinschaft und uns als Besuchern, die tolle Musik, das feine indische Essen und die für uns fremde, aber nicht befremdliche Zeremonie um das heilige Buch.

Auf alle Fälle wird uns allen der Besuch bestimmt noch länger in Erinnerung bleiben und ich hoffe, dass ich morgen Abend dem Stadtrat unser Geschenk zeigen kann.
Mal schauen, ob Martin und Thomas es wieder herausrücken und ich es in den Sitzungssaal transportieren kann.

Adrian Wüthrich in Huttwil gewählt!


Die SP verbuchte einen klaren Sieg in Huttwil. Gegenüber 2004 vermochte sie ihr Wählerinnen- und Wählerpotential zu verdoppeln. Dadurch, dass nebst der SP auch die Freien Wähler (-Innen) erstmals einen Sitz gewannen, sieht die Sitzverteilung neu wie folgt aus: 3 SVP - 1 FdP - 1 FW - 2 SP. Damit kann von einem Erdrutschsieg im Städtchen von Rot-Grün-Mitte gesprochen werden, da die Sitzverluste zu Lasten der SVP und der FdP gingen.

"Angeführt" wurde die SP Liste in Huttwil von einem Arbeitstier innerhalb der SP und einem steten Kämpfer für die Politik. Adrian Wüthrich (Gründer des Jugendparlaments Oberaargau, etc.) welcher mit dem drittbesten Resultat aller Gewählten glänzte und nun im Gemeinderat Einsitz nehmen wird. Lieber Ädu. Ich gratuliere dir von Herzen.

Und irgendwie hoffe ich ein wenig auch für mich, dass das Zeichen deiner Wahl auch in Langenthal erkannt wurde, dass unsere Generation etwas verändern wird, wenn man sie in die Verantwortung nimmt.

Samstag, 18. Oktober 2008

Endspurt

8 Tage vor den Wahlen noch 240 M&Ms mit Leoporello und in Briefkästen 500 Postkarten verteilt. Inserate in der heutigen Zeitung. Ob's was bringt? Keine Ahnung. I bi de froh, wes düre isch. Dann kann man dann wieder "normal" Politik machen. Also hoffentlich... Voraussetzung ist ja nämlich, dass ich überhaupt (wieder)gewählt werde...

Freitag, 17. Oktober 2008

Kronfavoriten- und -innenkür

Das Langenthaler Tagblatt eröffnete heute den Reigen der Kronfavoriten- und -innenkür für die Gemeinderatswahlen. Was eigentlich unspektakulär beginnt, da 6 von 7 bisherigen Gemeinderatsmitglieder wieder antreten, endet fulminant und mutig in einem Kommentar des Autors:
Dieser rechnet damit, dass die FdP einen Sitz verlieren könnte (da sie ohne Hans-Jürg Käser und Werner Meyer, welche vor 4 Jahren die Sitze eroberten, antreten müssen) und schreibt der SVP die grössten Möglichkeiten auf den Sitzgewinn der FdP zu.

Falls man von pragmatischen Verhältnissen ausgeht, so ist dieser Ausgang nach meiner Meinung fast unmöglich, denn - verfolgte man die Wahlanalysen und Prognosen - sieht man, dass die FdP letztes Mal 1,89 Sitze holte, die SVP hingegen nur 1,68, Sitze, die SP verlor knapp das Restmandatsrennen und den dritten Sitz gegenüber der SVP mit 2,45 Sitzen und die EVP holte klar und deutlich erstmals einen ganzen Sitz.
Dahingehend, dass alle Parteien eine Stammwählerschaft haben, die sie unterstützen, sind nach meiner Meinung vielleicht Verschiebungen in der Grössenordnung von höchsten 0,5 Sitzen möglich, was bereits einem hohen Prozentanteil von rund 7% Wähleranteil entspräche. Damit die SVP aber 3 Sitze holen würde, wäre eine Steigerung von 24% aus dem Jahre 2004 auf über 35% plus Reststimmenglück notwendig. 35% reichten nämlich der SP 2004 leider nicht mehr für 3 Sitze.
Und nun glaube ich tatsächlich nicht, dass diese (zugegebenermassen sehr gut bestückte) Liste der SVP noch 11% zulegt. Zumal im Tägu ein Aspekt völlig ausgeklammert wurde: Die nationale Politik und Megatrends.

Auch in Langenthal gibt es Menschen, denen die SVP Politik der BBB-Fraktion nicht mehr passt und mit der BdP liebäugeln (auch wenn sie noch nicht existiert) oder durch die nationalen Querelen gar nicht mehr wählen gehen werden. In Schaffhausen verloren die SVP. Die FdP gewann.

Und trotzdem könnte der Autor recht erhalten, am Sonntag in einer Woche, da es in Langenthal nur wenige Stimmen braucht, um eine Veränderung herbeizuführen. Deshalb gehe ich jetzt nochmals mit meinen restlichen Briefkarten und dem Fahrrad von Briefkasten zu Briefkasten und halte die Hoffnung auf 3 SP-Sitze in mir aufrecht (obwohl 2 SVP, 2 FdP, 2 SP, 1 EVP wohl in der theoretischen Annahme weitaus realistischer erscheinen). Egal. Langenthalerinnen und Langenthaler geht wählen! Danke.

Ausschnitt aus dem Tägu unter anderem meinereiner betreffend:
"Während 2004 gleich drei Gemeinderatsmitglieder infolge Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten durften, trifft dieses Los in diesem Jahr bloss den FDP Politiker Werner Meyer. Entsprechend wenig Angriffslust zeigen die Präsidien der Gemeinderatsparteien.

Mit einem Sitzgewinn rechnet einzig SP-Präsidentin Nathalie Scheibli. «Die Chancen stehen gut, dass wir im Gemeinderat einen Sitz mehr haben werden als bisher», erklärte sie im Interview mit dieser Zeitung. Für die dazu nötigen Stimmen sollen auf der SP-Gemeinderatsliste neben den beiden Bisherigen Laura Baumgartner – sie erreichte vor vier Jahren das beste Resultat aller Gewählten – und Kurt Blatter weitere politische Schwergewichte sorgen. So etwa Reto Müller, der als Stadtratspräsident derzeit eine grosse Bekanntheit geniesst, Urs Masshardt und die beiden Stadträtinnen Stefanie Loser sowie Aysel Güler. Mit Monika Nützi findet man eine weitere Frau auf der Gemeinderatsliste der Sozialdemokraten, die damit von allen Parteien am meisten Frauen für die Stadtregierung vorschlagen."

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Wahlversprechen?

Als heute Abend an einer Sitzung und spätem lockeren Beisammensein wiederum die Langenthaler Wahlen zum Thema wurden, dachte ich mir, dass eigentlich vielleicht doch auch mal die Zeit gekommen wäre, um wirkliche (Wahl-)Themen zu lancieren. Bisher und das auch 10 Tage vor den Wahlen blieb ja fast alles still....
Obwohl ich von vielen Menschen in letzter Zeit gesagt bekomme, dass mir das oder dieses bestimmte Verhalten (ohne konkret Beispiele nennen zu wollen) eventuell auch schaden könnte, sollte man doch konkret sagen, was man will. Aber wer richtet schon seine Aussagen oder Taten nach einem möglichen Wahlerfolg? Da stehen wir hoffentlich alle drüber... ;-)

Vergleicht man hingegen die Aussagen der Wahlprospekte der Langenthaler Parteien, kommt man eventuell zu einem anderen Schluss. Nämlich dass da vielleicht doch - aus welchen Gründen auch immer - eine Konkretisierung von Wahlzielen oder -anliegen ausgewichen wurde.
Bereits die Sprüche auf der Titelseite sind eigentlich fast überall beliebig austauschbar:

1. "Wir alle bewegen unsere Stadt. Lebensqualität für alle in Langenthal. Jetzt wählen. Für Morgen."
2. "L'thal 2020 Visionen" gefolgt von viel Kleingedrucktem.
3. "Politik, die aufgeht. Für Langenthal."
4. "SVP Liste 3"
5. "Stadtratswahlen 2008"
6. "Grün bewegt."
7. Volksinfo. Timotheus Winzenried - Jung, heimatverbunden und zielstrebig."
8. "Weil uns Langenthal am Herzen liegt."
9. "Jetzt. Aber auch morgen. Menschen für Langenthal."

Es gibt Parteien, welche im ganzen Wahlprospekt nicht einmal annähernd eine (1) Wahlaussage getroffen haben. Warum? Vergessen? Vernachlässigt? Bewusst oder unbewusst?

Ich versuche mich auch in einer Erklärung:
Der Wahlprospekt hat durch das Aufkommen der Parteienhomepages nicht mehr denselben Stellenwert in der Vermittlung der Parteiinhalte wie früher. Zudem ist es enorm schwierig, sich konkrete Themen vorzunehmen und diese zu formulieren, ohne einen Aspekt zu vergessen oder Leute zu verärgern und ich weiss, dass wenn ich beginne aufzulisten, wo ich Verbesserungspotential für Langenthal sehe, dass ich diese negativen Aspekte in Kauf nehmen muss. Auch höre ich bereits die Mahner und -innen, welche rufen, dass das ja (fast) alles koste, was ich da für Langenthal wolle. Und trotzdem und unter dem Aspekt, dass diese Liste nicht vollständig ist (und gerne von euch Vorschläge für Langenthals Zukunft in den Kommentaren entgegennehme), wünsche ich mir im Moment für Langenthals Zukunft folgende konkrete Punkte:

- Realisierung des Begegnungsorts Wuhrplatz.
- Umgestaltung der Marktgasse.
- Ausdehnung der Verkehrsfreiheit im Zentrum Langenthals.
- Bessere Verteilung der Gelder für die Sport- und Vereinsunterstützung.
- Erhöhung der Kulturgelder an alle Kulturtäter und -innenvereine gemessen an deren Engagement für die Gemeinschaft.
- MieterInnenschutz und Bestrebungen für eine bezahlbare Mietwohnungs- und Wohnbauförderung in Langenthal.
- Sanierung des Stadttheaters Langenthal.
- Grösstmöglichste Sicherheit (durch konkrete und intensivierte Personalplanung) auch im Umbau während und zu Police Bern.
- Angebot von Tagesschulstrukturen in Langenthal.
- Verstärkte Förderung und Unterstützung der Kinder und Jugend durch den Trägerverein Jugendarbeit ToKJO.
- Förderung von Kindertagesstätten- und Krippenplätzen.
- Nachholinvestitionen der magerern Vor-Onyx-Jahre in unsere stadteigenen Liegenschaften zur Werterhaltung.
- Die Lösung des Gesamtverkehrsproblems im Oberaargau und dadurch der Verzicht auf die Variante West des Autobahnzubringerprojekts.
- Angebote für mietbare Räume zur Kulturförderung - Bandräume, Kunstateliers, o.Ä.
- IC-Halte bei der Bahn. Frequenzsteigerung der Stadt- und Regionalbusse.
- Anreize zur Wohnbausanierung im Minergiestandard.
- Erhalt des Kulturlandes in Langenthals Umgebung auch durch Förderung von Natur(schutz)projekten.
- Neubau eines modernen Kinderspielplatzes auf dem Hinterberg ohne Vergitterung.
- Steuern und Gebühren fair. Will heissen: Als Stadt müssen wir uns etwas leisten (siehe oben), aber die Verträglichkeit soll im finanzierbaren und nachhaltigen Rahmen bleiben. Kein Abbau des Vermögens auf Kosten von kurzfristigen Steuersenkungen für wenige, auf Kosten aller.

Ich weiss... Wahlversprechen. Man ist ja - sei es nun im Stadt- oder Gemeinderat - so oder so in einem Konkordat und kann nicht einfach umsetzen, planen oder regieren, wie es einem passt. Und das ist auch gut so. Aber diese Liste soll einen Einblick erlauben, wofür ich mich eingesetzt habe und künftig einsetzen werde. Quo vadis? Die Mehrheit wird auch künftig den Weg prägen, egal wie die Wahlen ausgehen, ich werde nicht immer zu den Gewinnern gehören...

Übrigens: Das ist noch die Lösung zum "Prospekträtsel" oder jedenfalls dort, wo's nicht eindeutig war:
1: SP, 2: FdP, 3: EVP, 4: SVP, 5: JlL, 6: Grüne, 7: PNOSler, 8: EDU, 9: Grünliberale

EVP- versus Fussballabend

Ohne ein Jammern von sich geben zu wollen, muss ich sagen, dass es nicht immer leicht ist, so ein Lokalpolitikleben. Warum sind interessante Veranstaltungen immer an Abenden, an denen auch ein wichtiges Fussballspiel ansteht?

Die Frage liesse zwei Schlussfolgerungen zu. Entweder gibt es zu viele Fussballspiele oder zu viele Veranstaltungen, an denen ich teilnehmen möchte.

Gestern Abend obsiegte in der Stichfrage des Beiwohnens das 40 Jahre Jubiläum der EVP Oberaargau vor dem Fussballmatch Griechenland - Schweiz.

Aber wer konnte beim Entscheidfällen auch erahnen, dass die Schweiz das Spiel gewinnt....
Als Bewohner einer der durchschnittlichsten Städte der Schweiz (oder in Wahlkampfworten: der besten und schönsten, überdurchschnittlich attraktiven Wohn- und Lebensqualitätsstadt Langenthal) ging ich, wie die meisten Schweizerinnen und Schweizer wohl mit eher gedämpften Prognosen und Erwartungen zu Werke, was die Erfolgschancen des Schweizer Fussballs betrifft und deshalb auch ohne grosse innere Blockade oder Überwindung zum EVP-Anlass.

Nach gestern wissen diejenigen, welche das Fussballspiel sahen nun, dass die Luxemburger(-li) nur noch in der Auslage von Sprüngli existieren, aber nicht mehr in den Köpfen der Schweizer Spieler.

Wie dem auch sei, durfte ich (in Schale geworfen) einen anderen würdevollen Abend mit politischen Bekannten verbringen und ich denke vor allem ihr hat es überhaupt nichts ausgemacht, dass wir die EVP bevorzugten. Es war eine schöne Feier. Gute Reden von Prof. Dr. Reto Steiner, ein eher mässiges Diskutieren über die politische Mitte (Mitte ist aus meiner Sicht nicht definierbar, wenn die Linke in der Diskussion ausgeklammert wird), Ehrungen, schöner Gesang und einen Lebkuchen, welcher noch ein paar Sekunden, so lange der Kaffee aus der Maschine fliesst, zu überleben hat.

Bleibt die Erkenntnis, dass ich ob allem politischen Bloggen und Sein, auch 10 Tage vor den Wahlen meine Gedanken nicht immer nur bei der Politik habe - zum Glück - und mir deshalb hier wieder einmal einen persönlichen Bericht gönne. Es werde mir hoffentlich verziehen.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

40 Jahre EVP Oberaargau live

Anlass im Bären Langenthal. Weit vorne: Diskussion: Was ist die politische Mitte. U.a. mit Studer, Bäumle, Hochreutener, Lutz, Triponez & Grunder. Während die politische Rechte mit letzteren Beiden etwas vertreten scheint, fehlt mir die Linke... Schade. Ma kuck'n, wie es sich entwickelt.

PNOS bezeichnet Miss Schweiz als Geschwür

Die PNOS Langenthal - respektive deren Vorsitzender - Dominic Lüthardt bezeichnete in einem Beitrag auf der Homepage der PNOS Langenthal die Miss Schweiz oder Menschen ohne Schweizer Wurzeln, welche dieses Land repräsentieren direkt als "nur das Geschwür, welches die freie, unabhängige Eidgenossenschaft bereits am Auffressen ist."

Heute berichtet auch die Berner Zeitung ausführlich über den Fall.

Es wird Zeit, dass Langenthal und die ganze Schweiz erkennt, welche Personen und Gesinnungen hinter dieser Partei stecken, die sich tunlichst darin verkleidet, möglichst systemgetreu und angepasst offiziell zu politisieren. Welches Kindes Gesinnung sie oder der Vorsitzende nun sind, sollte klar werden.

Ich hoffe, dass diese Enthüllungen der PNOS derart zusetzen, dass sie in 11 Tagen den einzigen Parlamentssitz verlieren, den sie noch haben. Langenthal erwache. Gehe wählen. Wehre dich.

Montag, 13. Oktober 2008

Ein kleines bisschen Geschichtsschreibung

Was für ein toller Bericht des Podiums im Langenthaler Tagblatt. Es hat mich sehr gefreut.
Merci, Tägu.

Sogar mit einem Podiumssplitter:
«Als erstes würde ich mir eine hübsche Königin suchen.»
DANIEL STEINER (EVP), eigentlich verheiratet, auf die Frage, was er als König von Langenthal tun würde.

«König zu werden ist nicht schwierig – schliesslich bin ich nun auch höchster Langenthaler.»
Stadtratspräsident RETO MÜLLER (SP) beantwortet die gleiche Frage.

«Ich bin neu im Stadtrat.»
MATTHIAS WÜTHRICH (Grüne) mit einem freudschen Versprecher in der Vorstellungsrunde.

«Die heutige Situation ist für Aarwangen ein Scheissdreck.»
Selbst MATTHIAS WÜTHRICH sieht die derzeitige Verkehrssituation als problematisch an.

«Das, was man will, kommt bei einer Zweckmässigkeitsbeurteilung auch heraus.»
PASCAL DIETRICH (jll), frei nach Winston Churchill.

«Wenn ihr in der SVP jemanden sucht, der die Steuern senken will, müsst ihr zu mir kommen.»
PATRICK FREUDIGER (SVP), lanciert einen persönlichen Werbespot.

«Als Amtsältester hier vorne ...»
RETO MÜLLER pocht auf seine Erfahrung.

«In der Stadt ist es halt teurer, als wenn man in ‹Hinterkaffligen› lebt.»
Darum ist RETO MÜLLER, seines Zeichens Lehrer in Bützberg, gegen tiefere Steuern.

«Irgendwann ist der Speckgürtel weg.» – «... und dann ist man endlich fitter.»
DANIEL STEINER und PASCAL DIETRICH zum gleichen Thema.

«Die FDP fordert tiefere Steuern, weil es einfach sexier ist.» – «...und noch sexier ist es, immer neue Ausgaben zu fordern.»
Nochmals DANIEL STEINER, diesmal mit PATRICK FREUDIGER.

«Ich bin nicht hier um rote Karten zu sehen, sondern um eine bürgerliche Politik zu machen.»
PATRICK FREUDIGER aufopfernd, angesichts der Überzahl an roten Karten.

«Solange der neue Platz nicht ‹Nabel der Schweiz› heisst, helfe ich mit.»
RETO MÜLLER unterstützt den Vorschlag von PASCAL DIETRICH, dem Platz vor dem Choufhüsi einen Namen zu geben.

«... damit man nicht gleich überfahren wird, wenn man aus dem ‹James› kommt.»
MATTHIAS WÜTHRICHS Begründung für ein verkehrsfreies Stadtzentrum.

«Jetzt versuche ich, auch fantasievoll zu sein ...»
Ob es PATRICK FREUDIGER gelang, bleibt hier offen.

«Ich kann nicht viel dazu sagen, wie das als Frau ist.»
MATTHIAS WÜTHRICH zum geschlechterspezifischen Sicherheitsempfinden.

«Das isch nid luschtig, das isch ärnscht!» – «Reg di nid uf, Pädu.»
PATRICK FREUDIGER reagiert auf eine Attacke von DANIEL STEINER und wird von PASCAL DIETRICH beruhigt.
Sogar mit einem Bild:Nicht zu vergessen eine gute Berichterstattung:

Polit-Unterhaltung mit Inhalt

Gemeindewahlen Vertreter mehrerer Parteien kreuzten die Klingen an Mitmach-Podium

Der Ehemaligenverein des Jugendparlaments Oberaargau organisierte ein Podium, an dem sich das Publikum aktiv beteiligen konnte. Mit roten und grünen Karten durfte es die Voten der fünf Politiker beurteilen.

TOBIAS GRANWEHR / OLIVIER ANDRES

Daniel Steiner fiel am Donnerstag aus dem Rahmen. Was sie als König von Langenthal machen würden, wollte Moderator Simon Schärer von den Teilnehmern des ersten Podiums zu den Gemeindewahlen wissen. Während sämtliche Vertreter von rechts bis links daraufhin zu einem flammenden Plädoyer für die Demokratie ansetzten, fand der EVP-Mann den Gedanken an royale Ehren «nicht schlecht».

Bereits dieser Einstieg deutete an, was sich im Verlaufe des Abends bestätigen sollte: Politische Diskussionen über Inhalte können durchaus entspannt und locker sein. Mit Patrick Freudiger (SVP), Pascal Dietrich (jll), Daniel Steiner (EVP), Reto Müller (SP) und Matthias Wüthrich (Grüne) – er war der einzige, der nur für den Stadtrat, nicht aber für den Gemeinderat kandidiert – auf dem Podium kommt stets auch ein gewisser Unterhaltungsfaktor hinzu. Doch zu sagen, die Diskussionsrunde sei alleine aus diesem Grund so zusammengestellt worden, wäre übertrieben, denn am Donnerstag standen immer auch Inhalte und nicht bloss deren «Verpackung» im Vordergrund.

Einziges Podium – wenig Interesse

Die parteiübergreifende Diskussion von Inhalten habe in den vergangenen Wochen gefehlt, sagte Matthias Schmid vom Ehemaligenverein des Jugendparlaments Oberaargau. «Diesbezüglich läuft im Wahlkampf nichts.» Relativ kurzfristig sei daher die Diskussionsrunde vom Donnerstag zusammengestellt worden. Da diese voraussichtlich das einzige überparteiliche Podium zu den Gemeindewahlen sein wird, erstaunte es ein wenig, dass nicht mehr als etwa 60 Interessierte den Weg in die «Alte Mühle» fanden. Zudem blieben auch die meisten Kandidierenden der Diskussion fern.

Gestritten wurde am Donnerstag über Themen, die die politische Diskussion in Langenthal seit einiger Zeit prägen – entsprechend voraussehbar waren denn auch die Positionen. So waren sich etwa von Freudiger bis Wüthrich sämtliche Podiumsteilnehmer einig, dass die Verkehrssituation in Aarwangen verbessert werden müsse. Einzig darüber, wie dies erreicht werden kann, waren die Ansichten unterschiedlich. Während die Vertreter von SVP, jll und EVP die positiven Auswirkungen eines Autobahnzubringers für Langenthal betonten, wurde dieser Nutzen von Müller und Wüthrich in Frage gestellt. Obwohl ein Befürworter der Wirtschaftsstrasse, warnte Pascal Dietrich in diesem Zusammenhang auch davor, den öffentlichen Verkehr zu vergessen. «Wir brauchen unbedingt bessere Anschlüsse in Randzeiten», so der jll-Präsident.

Die Steuerpolitik sorgte vor allem zwischen den beiden bürgerlichen Podiumsteilnehmern für einen emotionalen Wortwechsel. Während sich Wüthrich und Müller klar gegen eine Steuersenkung aussprachen und Steiner guten Rahmenbedingungen für Familien eine höhere Priorität als tiefen Steuern einräumte, warf Dietrich der SVP inkonsequentes Handeln vor. Dem hielt Freudiger entgegen: seine Partei sei zwar für Steuersenkungen, habe den entsprechenden Antrag der FDP im Stadtrat aber abgelehnt, weil dieser keine Sparvorschläge enthielt.

Auftrag der politischen Führung

Eine umgekehrte Rollenverteilung herrschte beim Thema Attraktivität des Stadtzentrums. Hier war es Freudiger, der Dietrich vorwarf, die jll seien dafür verantwortlich, «dass die Marktgasse tot ist». Nach dem Volksentscheid für eine verkehrsfreie Marktgasse hätten es die jll versäumt, mehrheitsfähige Vorschläge zu bringen. Deshalb solle die Gestaltung dieser Strasse nun den Anstössern überlassen werden. Der jll-Präsident hielt dagegen: «Das ist typisch SVP; die anderen sollen schauen, was sie daraus machen können.» Bei seiner Argumentation, wonach es nach drei Volksabstimmungen mit dem gleichen Resultat Sache der Stadt sei, entsprechende Vorschläge zu erarbeiten, wurde Dietrich von Steiner und Müller unterstützt. «Nun ist es die politische Führung, die den Auftrag hat, eine mehrheitsfähige Lösung zu entwickeln», so Müller.

Anders als bei ähnlichen Veranstaltungen durfte das Publikum am Donnerstag die Voten der Podiumsteilnehmer unmittelbar beurteilen. Mit roten und grünen Karten konnten die Zuhörer zeigen, was sie von den jeweiligen Äusserungen hielten. Während Patrick Freudiger vor allem rot sah, überwog bei den übrigen Politikern die grüne Farbe teilweise deutlich – was aber auch auf die «Kräfteverhältnisse» im Publikum zurückgeführt werden kann. Aber auch mit Voten brachten sich die Zuhörenden ein. So wurde gleich mehrmals gefragt, wie die Politiker die Sicherheitssituation in Langenthal verbessern und gegen das Littering-Problem ankämpfen wollen. Während Freudiger auf mehr Polizeipräsenz setzte, bezweifelten die übrigen Stadt- und Gemeinderatskandidaten die Wirksamkeit dieser Massnahme. Stattdessen forderten sie, die Eltern stärker in die Pflicht zu nehmen und appellierten an die Zivilcourage.

Alles Copyright Langenthaler Tagblatt, letzten Samstag

Gipfeli am Bahnhof

Wer jetzt an den Bahnhof Langenthal kommt, kriegt von dieser Truppe ein noch fast warmes Gipfeli.

Samstag, 11. Oktober 2008

Kommissionsreise 3. Teil Wandern

Fantastisch. Aber steiler Aufstieg zum Creux du Van.

Freitag, 10. Oktober 2008

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Mitmach-Podium zu den Wahlen

Es war ein Erfolg für den Ehemaligenverein des Jugendparlaments Oberaargau. Das wohl erste Mitmach-Podium in der Geschichte der Langenthaler Wahlen. Und das erste Podium zu den Wahlen überhaupt.
Mir hat's gefallen. Natürlich gibt es abschliessend immer noch x-Themen und Gedanken, welche man auch noch gerne hätte anbringen müssen oder sollen... aber man kann auch gut die 5 mal g'rade sein lassen und damit zufrieden sein, was man getan und gesagt hat.

Nun wird's dann für die Teilnehmenden und die rund 50 - 60 Besuchenden noch spannend werden, wie uns von der Presse der Spiegel vorgehalten wird.

Ich werde den Eindruck nicht ganz los, dass man in der Zusammensetzung des Podiums vor allem auch das Spektakel gesucht hat. Amüsant war's auf alle Fälle. In der (leider) rein von Männern besetzten Sprechgruppe waren einige für klare Statements und harte Aussagen bekannt. Legendär - auch auf Youtube - sind ja die Diskussionen von Patrik Freudiger (SVP) und Pascal Dietrich (FdP) bereits. Auch Daniel Steiner ist ein Mann der klaren Worte. Demzufolge reihte sich Matthias Wüthrich (Grüne) nahtlos ein. Und ja... ich... bin ja auch nicht unbedingt als stiller Schaffer verschrien.

Die erhaltenen Feedbacks waren gut. Aber ich habe bisher auch noch nie erlebt, dass jemand kam und sagte: Meine Güte, warst du schlecht heute Abend. Obwohl man tatsächlich - auch in Sitzungen - nie dieselbe Form hat. Bevor ich nun noch Verlgeiche mit dem Sport ziehe, denke ich, dass ich heute relativ gut argumentiert habe und halte es sonst mit der 5 von oben...

Gute Nacht und sehr wahrscheinlich melde ich mich bis Sonntag (teils aus politischen andererseits sportlichen Gründen) bloggenderweise ab....

Bunte Wahlprospekte

Seit Anfang dieser Woche ist es da... das graue Couvert mit den bunten Blättchen und allen lachenden und grinsenden Menschen, die einem ein besseres, schöneres Leben in Langenthal versprechen. 10 Listen. Rekord für Langenthal.

Ein (Über-)Blick in den Wahlprospektedschungel:

Liste 1: SP und JUSO. Klassisches SP Design, gute Grösse, individuelle Texte. Ich mag das Teil. Mir gefällt's gut. Natürlich auch, weil ich selbst drauf bin....

Liste 2: FdP Stadtrat. Modern, technoid. Die Schrift ist sehr, sehr klein geraten. Das wird sämtliche Seniorinnen und Senioren vom Wählen abhalten (vgl. SVP).

Liste 2: Was nochmals Liste 2? Haben die mir 2 gleiche Prospekte reingepackt. Achso. Das ist der Prospekt für die Gemeinderäte der FdP / jll... uuuhhh... die haben halt Kohle und müssen das nicht in 1 Prospekt vereinen. Aber das ist ziemlich verwirrend, zwei gleich aussehende Prospekte.Liste 3: SVP. Klassiches Grün. Blasse Gestaltung. Ein riesiger Prospekt zum x-fachen Ausklappen, mit grooossen Köpfen und vergleichsweise elephantöser Schriftgrösse. Den RentnerInnen wird's gefallen. Allen anderen....?Liste 4: JLL: Diese Politgruppe geht scheinbar Baden. Alle sind in der Badi Langenthal abgelichtet. Das Design gefällt mir sonst gut. Übersichtlich. Klar. Was mich persönlich als JUSO irritiert ist, dass scheinbar das ganze derzeitige Jugendparlament Oberaargau da mitmacht. Das kann doch nicht sein, dass die alle bürgerlich sind.
Liste 5: EVP. Für meinen Geschmack gibt es hier gestalterisch wenig auszusetzen. Vielleicht bloss die Tatsache, dass auf Halbkarton drucken nicht mehr so angesagt ist. Der Druck kommt Hochglanz einfach besser. Und betreffend der Ökologie spielt das heute keine Rolle mehr. Aber sonst. Gestaltung, Grösse, Faltformat = schön.
Liste 6: Grüne: Schlichter einmal gefalteter Prospekt. Mit Fahrrädern. Fast A4. Ist nicht schlecht. Der Druck ist etwas stark gerastert. Das Papier riecht stark nach öko. Aber ist gut. Am besten gefällt mir der letzte Aussagesatz: GRÜNE - Vertrauen Sie dem Original!Liste 7: PNOS. Als Wahlprospekt eigentlich völlig ungeeignet. Auf einer 2x gefalteten A3 Seite labert die PNOS in einer Wahlzeitung die Wählenden mit Ihrer System- und bisherigen Wertekritik voll. Eindrücklich auch der Kämpfer mit Hammer auf der letzten Seite. Langenthalerinnen und Langenthaler. Wer PNOS wählt, weiss was er/sie sich dadurch ins Haus holt! Der "Prospekt" ist beste Antiwerbung. Letztes Mal konnte man die Wahl dadurch "entschuldigen", dass Tobias aus Langenthal war und man nicht wusste, was die PNOS ist. Ausreden gibt's in diesem Jahr bestimmt keine mehr!

Liste 8: jEVP. 11 junge EVP'ler auf einer separaten Liste. Leider ist der Prospekt viel zu klein. Das in einer Art CD-Booklet aufgemachte Teil (vielleicht bewusst auf Grund des Slogans des Hauptkandidaten gewählt), verschwindet nebst allen anderen Prospekten. Ähnlich untergehen wird diese Stimmenfängerliste, wenn es um die Sitze geht. Die Hauptliste der EVP wird die Reststimmen einsacken. Für einen ganzen Sitz wird's wohl damit kaum reichen.

Liste 9: EDU. Schade. Dieser Gestaltungsversuch ging voll daneben. Auf einem A5 Flyer wird auf der Vorderseite eine Fotomontage gezeigt, wie sie ein Drittklässler besser hätte ausschneiden können. Das ist nicht Photoshop. Nein, das ist Scherenschnitt. Ob das gut geht?
Liste 10: Grünliberale. Unsere jüngste Partei. Nicht schlecht gemacht. Etwas klein vielleicht für 8 Kandidierende. Schade und ein absolutes No-Go sind Rechtschreibefehler. Ups... Rückseite im grünen Bereich rechts: Politik mit Gesundem Menschenverstand:
Vor lauter grossen Gs für Grünliberale ist der da bei gesund reingerutscht...
Fazit?
Schöne Prospekte. Tausende von investierten Franken. Trotz allen Farben und Blendern* möchte ich doch die Langenthalerinnen und Langenthaler um eines bitten: Mich dürfte man 2x auf die Liste setzen. Sowohl beim Gemeinde- wie auch beim Stadtratswahlzettel. Danke.

* Unter all den 186 bunten Vögeln (wenn wir die Käru-Geschichte nochmals aufwärmen) gibt's tatsächlich auch solche, die sich mit fremden Federn schmücken... aber wen erstaunt das noch?

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Autobahnzubringer Oberaargau: Ja oder Nein?

Diese Frage wird hier in unserer Region scheinbar zum ersten und einzigen wirklichen Wahlkampfthema stilisiert. Ich habe vorhin per Telefon erfahren, dass die Berner Zeitung (wohl) morgen Donnerstag einen Artikel dazu machen wird und hierfür die Meinungen der Parteien einholte. Scheinbar inklusive einer Meinung der GLP. Ich bin sehr gespannt. Ich will nicht behaupten, dass die Zeitungen meinen Blog als Themengeber benutzen, aber eventuell werden daraus Parallelen zu den zahlreichen Kommentaren meines Beitrages "Die GLP in Langenthal" ableitbar sein und damit ich diesem interessanten Thema auch für mich noch ein wenig Aktualität abgewinnen kann, eröffne ich hier den Umfragereigen dazu:

Braucht der Oberaargau den Autobahnzubringer?

Was zu dieser Thematik bisher in diesem Blog diskutiert wurde als Zusammenfassung für diejenigen, welche nicht alle Kommentare dazu lasen:
Anonym hat gesagt…

Naja, wir werden sehen wie die GLP zur Wirtschaftsstrasse steht. Ob dann nicht doch eher Wirtschaft vor Umwelt kommt und man direkt FDP bzw. JLL, welche beide auch beaupte, sie meinen es gut mit der Umwelt, wählen könnte.


Anonym hat gesagt…

Gibt es denn ein konkretes bezahlbares Projekt zu dieser Wirtschaftsstrasse? oder hat der Kanton Bern irgendwie 2-300 Mio. zuviel in der Kasse? Zuerst sollte einmal eine Umfahrung Aarwangen geplant und ev. gebaut werden, die wird schon mehr als genug kosten und das eine oder andere Umweltschutzproblem dürfte dabei auch noch zu lösen sein.


Reto M. hat gesagt…

@ anonym 1:
Das ist eine sehr spannende Frage, die ich gerne an die GLP weitergebe. Wie steht die GLP zum Autobahnzubringer...
Wirtschaftsstrasse ist ein Synonym, das nicht mehr gebräuchlich ist, da es falsche Impulse indiziert.

@ anonym 2:
Also die Umfahrung West von Aarwangen wurde Wirtschaftsstrasse genannt und dann Autobahnzubringer Oberaargau. Es gibt zur Entlastung Aarwangens 3 Varianten. Variante 0+ sieht den Ausbau der bestehenden Strasse vor. Diese Variante wird u.a. vom VCS bevorzugt. Dann die Variante Umfahrung Ost mit einem Tunnel durch den Muniberg. Diese Variante ist die teuerste. Und dann eben die Umfahrung West, ab Langenthal Dreilinden und Bützberg über eine Brücke der Aare (durch's ganze Kulturland) bis nach Niederbipp.
Der Kanton hat errechnet, dass die Strasse knapp die Wirtschaftlichkeit nicht erfüllt. Leute aus der Oberaargauer Wirtschaft- und Politszene (SVP und FdP) setzen sich nun aber für ein PPP - eine PublicPrivatePartnership - zur Realisierung der Umfahrung West ein.
Aus meiner Sicht ein kurzsichtiger Entscheid. Dazu später mehr, sonst liest diesen Kommentar niemand...


Anonym hat gesagt…

ich bin zwar Mitglied der Langenthaler GLP kann aber natürlich nur für mich schreiben. Die Variante PPP/West wird soviel ich das überblicken kann von niemandem gewünscht. Die Variante 0+ würde ich falls die Bewohner von Aarwangen das wollen, was ich sehr bezweifle, meine Unterstützung bekommen. Wenn sich die Bewohner von Aarwangen aber für eine Umfahrung entscheiden, was ich sehr gut verstehen würde, könnte ich auch mir einer angepassten Variante Ost leben, an der Planung wie ich sie gesehen habe, gibt es doch noch das eine oder andere zu bemängeln. Dann aber haben wir aber ein kleines Problem, wer soll das bezahlen.

Adrian Wüthrich hat gesagt…

Das wird ja langsam spannend. Ist die GLP Langenthal nun für den Autobahnzubringer Oberaargau? Die Variante Ost wird nicht mehrheitsfähig sein. West/PPP ist aber in der Pole-Position. Wir vom VCS möchten die Variante Null+. Eine erhellende Antwort der GLP wäre also schön. Und Reto's Blog käme sicher wieder im Langenthaler Tägu...

Reto M. hat gesagt…

@ anonymes Mitglied der GLP Langenthal:
Variante Ost ist so gut wie tot. Das will bisher niemand...
Variante West PPP ist - wie Adrian sagt - Favorit...
Variante 0plus wird von umweltnahestehenden Menschen und Organisationen bevorzugt.

Jetzt wird's wirklich spannend, wie sich die GLP positioniert. Leider ist sie nicht Part des Podiums des Ehemaligenvereins Jugendparlament Oberaargaus, das am kommenden Donnerstag stattfindet, ansonsten wären dort dann Antworten fällig.

@ Adrian W.:
On verra wie sich die Dinge entwickeln. Ich denke mindestens in diesem Thema müssen die GLP Langenthals bis zu den Wahlen Stellung beziehen.


Anonym hat gesagt…

Ich habe mich dieses Wochenende leider etwas mit der Wirtschaftsstrasse beschäftigt, das ganze ist doch FUD. Als Liberaler bin ich natürlich auch für einen starken Wirtschaftsstandort Langenthal, als Grüner bin ich auch für eine intakte Umwelt, nur als Realist werde ich mich mit dem Problem Wirtschaftsstrasse erst wieder beschäftigen wenn jemand eine Variante mit einer Finanzplanung vorlegt. Im Moment sehe ich noch nicht einmal die Finanzierung von 0+ als realistisch an, 56? Mio.
Ausserdem löst eine Verkehrssanierung von Aarwangen so gut wie kein Verkehrsproblem der Bevölkerung von Langenthal. Ich persönlich bin also dafür zuerst einmal die eigenen Verkehrsprobleme anzugehen: Marktgasse, Bahnhofsplatz, Ortsbus, IC-halt usw.


Bruno hat gesagt…

Es wäre doch etwas vermessen, von einer jungen Partei in derart komplexen Sachfragen bereits eine "Parteimeinung" zu verlangen. Wobei die einzelnen Mitglieder ihre eigene Meinung haben. Ich habe keine fundierte Meinung, da ich mich mit der Frage noch nicht beschäftigt habe.

Grundsätzlich sind mir neue Strassen ein Gräuel. Ihr Nutzen muss klar ausgewiesen werden, ohne auf die Zukunft zu spekulieren und vagen Versprechungen auf eine "Stärkung des Wirtschaftsstandors" (ein Allerweltsargument) zu vertrauen.

Reto M. hat gesagt…

@ anonym 2:
Die Frage nach dem Zubringer kommt so oder so auf uns zu und leider dürfen wir in der Politik nicht nur auf die Fragen antworten, welche uns passen...
Gut. Palin hat das zwar beim Fernsehduell hervorragend gekonnt, was auch immer dies über ihre Politik aussagen möge.
Zudem bin ich der Meinung, dass Aarwangen eine Lösung braucht. Daher ist 0+ die geeigneteste Variante.

@ anonym 3:
Auch wenn das eine junge Partei ist, so habt ihr doch hoffentlich ein Parteiprogramm. Ergo habt ihr doch wohl eine Parteimeinung. Normalerweise bildet sich die Parteimeinung dadurch, dass bei einer Versammlung die Mehrheit der Einzelmeinungen der Parteimitglieder obsiegt. ;-) Egal wie komplex eine Frage erscheint, bilden sich politische Gremien Antworten...

Bitte machen Sie mir nicht weis, dass Sie da eine Partei ohne Programm gegründet haben. Das wäre das erste, was ich schreiben würde, wenn ich eine neue Partei gründen würde.

Ich weiss... klug daherreden ist nicht gern gesehen, aber manchmal bricht's aus mir heraus.


Bruno hat gesagt…
Anonym bin ich ja nicht... Aber ja, ein Parteiprogramm gibts nicht. Sagt auch der Bäumle Martin. Man soll ja gedanklich flexibel bleiben. Klug daherreden: Definiere klug!

Lieber Gruss Bruno

Reto M. hat gesagt…

@ Bruno formerly known as anonym 3:

Sorry. War ein Fehler, das mit dem anonym 3.

Mir wäre es ein Anliegen, wenn die GLP das mit dem Autobahnzubringer mal klug definieren könnte, bis zu den Wahlen. Am liebsten natürlich in unserem Sinne. Danke, Bruno H. aus L.?