Dienstag, 30. September 2008

Stadtratswahlen Langenthal - Prognose 3

Das Langenthaler Tagblatt bzw. der Autor Olivier Andres hat heute eine Zusammenfassung der Geschehnisse der Wahlen vor vier Jahren veröffentlicht.

Titel: PNOS und EVP in den Schlagzeilen.
Untertitel: Gemeindewahlen Urnengang 2004 brachte für die FdP und SP eine Enttäuschung

Bezug nimmt der Artikel auf die Fakten. Die EVP gewann 1 Sitz im Gemeinderat und 1 Sitz im Stadtrat. Die PNOS gewann den ersten (und bisher einzigen) Parlamentssitz in der Schweiz.
Der Sitzverlust im Gemeinderat ging auf Kosten der SP von 3 auf 2 Sitze. Derjenige im Stadtrat auf Kosten der FdP von 10 auf 8 Sitze. Aber auch auf Aussagen von Beteiligten:
Für positive Schlagzeilen sorgte vor vier Jahren dagegen Paula Schaub. Als erste Vertreterin ihrer Partei schaffte die EVP-Frau den Einzug in den Gemeinderat. Dadurch habe ein «klarer Rechtsrutsch» in der Stadtregierung stattgefunden, erklärte Reto Müller, damals Wahlleiter der SP. Denn der Sitzgewinn der EVP geschah auf Kosten der Sozialdemokraten: Obwohl ihre Kandidatin Laura Baumgartner das beste Resultat aller Gewählten erzielte, stellt die SP seit 2004 nur noch zwei statt drei Gemeinderäte.
Quelle: Langenthaler Tagblatt, 30. September 08
Oh ja. Ich war damals bitter enttäuscht. Und vielleicht werden meine Gefühle deutlicher, wenn man sich die folgenden Zahlen und Auswertungen vor Augen führt.

Wir verloren als SP somit 2%. Die Bürgerlichen insgesamt 3% zu Lasten der EVP. Der Stimmenverlust von 37% auf 35% schrumpfend ging aber vollumfänglich auf unsere Sitzzahl-Kappe. Nachgerechnet sah es so aus:

Partei/Sitze/ganze Sitze/Restsitze/Restsitze +/Total
SP / 2.45 / 2 / 0.45 / 0 / 2
FDP / 1.89 / 1 / 0.89 / 1 / 2
SVP / 1.68 / 1 / 0.68 / 1 / 2
EVP / 0.98 / 0 / 0.98 / 1 / 1

Vgl. SP : SVP -0.23

Stimmen pro Sitz 3059.142857 Stimmen
Unterschied SP : SVP 703.6028571 Stimmen

Will heissen: 101 Personen, welche die SP Gemeinderatsliste unverändert eingeworfen hätten, hätten genügt, um unsere 3 Gemeinderatssitze zu halten und der SVP den Sitzverlust aufzubürden. Oder 51 Listen mehr für uns und 50 weniger für die SVP... der Spekulationen gäbe es viele.
So nah liegen Gewinn und Verlust beisammen in diesem unseren kleinen Langenthal. Wenige Stimmen, wenige Menschen, die wählen gehen machen den Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern, was aber durchaus auch eine spannende Ausgangslage für die nächsten Gemeinderatswahlen bietet.

Ich prognostiziere (völlig entgegen den Trends und auch nicht ganuz objektiv) folgende Sitzverhältnisse für den 26. Oktober 2008:

Partei / Sitze / Kurzbegründung / gewählte Personen
EVP / 1 Sitz / Haben ihr Potential mit 14 Prozent erreicht. / Paula Schaub
SVP / 2 Sitze / Der Stapi garantiert dieses Mal die 2 Sitze. / Thomas Rufener, Jürg Häusler
FdP / 1 Sitz / Da nur noch 1 Bisherige, ohne Stapi, ohne Werner Meyer / Christine Bobst
SP /3 Sitze / starke Gemeinderatsliste / Laura Baumgartner, Kurt Blatter & ?? ... vielleicht ich?

Das ist natürlich ein heisses Eisen und bisher hat noch kein Medium gewagt, irgendwelche Prognosen zu stellen, geschweige denn zu formulieren, wer innerhalb der 28 Kandidierenden für den Gemeinderat zu favorisieren sei. Ich bin so frei und tue es: "Wer nichts wagt, der nichts gewinnt."

Montag, 29. September 2008

HarmoS Abstimmung in Luzern

Ein Abstimmungs- und Wahlwochenende kann mich doch immer wieder verblüffen...
zwar sind es dieses Mal nicht die Wahlen in Österreich, Bayern oder Biel, welche mich erstaunten, sondern die Abstimmung über den Beitritt zum HarmoS-Konkordat in Luzern.
Überdeutlich wurde die Vorlage mit 41‘399 Ja- zu 65‘882 Nein-Stimmen abgelehnt. Und das nur, weil laut Demoscope 90 % der Abstimmenden gegen die Einführung des 2. Kindergartenjahres waren.

Das HarmoS-Konkordat führt aber neben der früheren Einschulung und somit 11 Jahren Schulobligatorium, welche ich in Bereichen der Integration sämtlicher Kinder mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen als enorm wichtig empfände, weitere enorm wichtige Themen wie die Blockzeiten, Tagesschulsstrukturen, Vereinheitlichen der Grundbildung, einen einheitlichen Lehrplan pro Sprachregion, Neuregelung des Sprachenunterrichts (1 Fremdsprache spätestens ab der 5., ab der 7. Klasse 2. Landessprache & Englisch), sowie das Setzen gemeinsamer Standards pro Schulstufe wären in der Vorlage zum Beitritt in das HarmoS-Konkordat vorgesehen. Insbesondere das Schaffen von gemeinsamen Standards in den Stufen und die Diskussion, was ein Schüler oder eine Schülerin mindestens nach Abschluss der 9. Klasse wissen muss, wäre für die Zukunft der Bildungslandschaft Schweiz enorm wichtig. Hierüber wären dann auch Diskussionen über alle Kantone und Schulstufen möglich, was von einem Kind und einer Schule (Lehrkraft) an Wissen und Lernstoff erwartet werden kann. Das würde unserer Schule gut tun, wäre vereinbar mit den Ansprüchen der Wirtschaft und weiterführenden Schulen und aus meiner Sicht ein wirklicher Gewinn für unsere Bildungsqualität in der

Für mich ist es absolut unverständlich, dass sich der Kanton Luzern (welcher bisher bloss 63% seiner Kinder in den zweijährigen Kindergarten schickt) gegen eine Vorlage stemmt, obwohl die meisten Eltern in Kantonen, in welchen das freiwillige zweite Kindergartenjahr üblich ist, sehr gerne von dieser früheren "Einschulung" Gebrauch machen. Im Kanton Bern besuchen 84% der Kinder den zweijährigen Kindergarten. Bloss 16% machen nur 1 Kindergartenjahr und meistens sind darunter aus meiner Sicht viele, denen ein 2. Jahr sehr, sehr gut tun würde.

Wenn ich in den vergangenen 2 Monaten durch Luzern gefahren bin, so habe ich mich nur wenig geärgert über solche Plakate, da ich den Nein-Sagenden keine Chance zurechnete. Zu überzeugt war ich vom Guten in diesem Konkordat.

Nun, da ich die Bilder dieser weinenden Kinder sehe, ärgere ich mich masslos.
Donnerwetter!
Es ist doch in der Schweiz keine Pflicht und kein Zwang in die Schule zu gehen, sondern ein Recht. Bildung ist ein Kinder- und Menschenrecht!

Ich hoffe stark, dass andere Kantone dem Beispiel des Kantons Luzerns nicht folgen werden.

Samstag, 27. September 2008

Saranda und Jehona zurück im Kosovo

v.l. Res Ryser, Jehona Berisha, Markus Meyer, Saranda Ceku, Reto Müller

Nachdem wir gestern die Pressekonferenz, welche wir den ganzen Donnerstag vorbereiteten, praktisch im Eiltempo durchgespult hatten, sowie am abendlichen Abschlussbräteln auf der Bergbündte ein letztes Mal die zwei Wochen Revue passieren liessen, flogen Jehona und Saranda heute Morgen nach Hause.

Es war auch für mich eine interessante und lehrreiche Zeit. Traf ich auch auf Menschen, welche aus einer anderen Kultur stammten und ebenso Menschen, mit welchen ich bisher politisch noch nichts zu tun hatte, mich aber sehr beeindrucken.

Es lohnte sich auf alle Fälle für beide Seiten, dass wir dieses Projekt in Angriff nahmen. In gewissen Punkten öffneten sie mir auch die Augen für Dinge, welche ich bisher systembedingt als gegeben hinnahm. Diese Punkte werde ich politisch weiterverfolgen. Danke Markus, danke Saranda und Jehona, danke an alle, welche am Projekt beteiligt waren.

Auf Markus' Blog findet sich auch das Pdf des ersten Presseartikels aus dem Langethaler Tagblatt / Berner Rundschau von heute.

Donnerstag, 25. September 2008

Hab' ich zuwenig Schlaf und zu wenige Träume?

Da wir nun bereits einige Tage miteinander verlebten, wurden die Themen zwischen den beiden kosovarischen Parteisekretärinnen und mir privater. So sprachen wir zum Beispiel während einer Pizza über die unterschiedlichen Auffassungen von Bestattungen -> You burn them? und so weiter.
Wir sprachen gestern auch über Träume. Politische Visionen und Wünsche der Zukunft und ebenso über die Tatsache, dass ich im Leben viel, im Schlaf aber selten träume. Sie fanden, dass ich unbedingt mehr schlafen sollte, weil das ungesund sei. Acht Stunden im Minimum seien angezeigt. Nun habe ich diesen gut gemeinten Ratschlag letzte Nacht beherzigt und ganze 9 Stunden geschlafen. Wollt ihr nun echt wissen, was das einzige war, woran ich mich hinsichtlich des Geträumten noch erinnern konnte?

- Bundesrat Samuel Schmid tritt zurück.

Diese Tatsache führte mich zu zwei Schlüssen:
a) Ich habe nicht zu wenig Schlaf, sondern zu viel Politik in meinem Leben. &
b) Für solche offensichtlichen Eingebungen aus meinem Unterbewusstsein brauche ich wohl nicht von "tessierschen" Voraussetzungen auszugehen.

Werbekarten Reto M. Wahlen in Langenthal

Bevor ich meine persönlichen Karten überall in Langenthal verteile, vielleicht hier mal eine Kontrollfrage: Mögt ihr das Styling und die Art der Kommunikation?

Natürlich soll es eng an den Style und die Kommunikation meiner Homepage erinnern und vor allem darauf verweisen. Deshalb verzichte ich auf einen riesigen Text. Wenig Text als Understatement für viel Arbeit, welche man bereit zu verrichten ist? Ich bin auf Kommentare gespannt. Obwohl wir wohl - ehrlich gesagt - nichts mehr ändern werden. ;-)

Mittwoch, 24. September 2008

Jo. Streit! Pilatus? Po.


Wie man bereits an der Überschrift bemerkt, mein Albanisch wird besser. Spass beiseite. Mittlerweile summiert sich mein Wortschatz wohl auf etwa 20 Begriffe, wobei ich bestimmt 10 hier nicht verwenden darf. Überdies bin ich mir über die Schreibweise absolut nicht sicher...

Jo = Nein. Streit = teuer (und daher in der Schweiz ein oft gehörtes Wort). Pilatus, da waren wir heute, denn ich darf, auch auf die Gefahr hin, dass ihr es mir missgönnen mögt, sagen, trotz Hochnebels sehr viel an der Sonne gewesen zu sein. Po = Ja.

Morgen bleiben wir im grauen Tal. Wie so viele.
Mutt!

Dienstag, 23. September 2008

Kosovarische Connections auf lokaler Ebene

Es war ein weiterer Tag mit unserem Besuch vom SP-Parteisekretariat des jungen Staates Kosovo.
Nachdem wir uns gestern auf Bundesebene bewegten, waren die zwei jungen Frauen und ich heute in Langenthal unterwegs. Am Morgen stand eigentlich eine Strassen- und Standaktion vom SAH auf dem Programm, doch wie Nadine uns kurz nach 08.00 Uhr mitteilte, steckte die Ausstellung irgendwo in Zürich fest und fiel somit für Langenthal aus. Die beiden jungen Damen waren nicht unglücklich, zumal sie teils bereits in meinen Winterjacken steckten und eine scheinbar keine Socken in ihren sommerlichen Ballerinas trug. ;-) Kosovo ist halt anders... wärmer. Zumindest im Moment noch.
Also tranken wir zunächst einen Kaffee - was sie übrigens für mein grösstes Laster halten - und mir als ungesunde Angewohnheit gerne nehmen möchten und führten interessante Gespräche über die Unterschiede der Länder, Menschen, Kulturen und Demokratie weiter. Nach einer kurzen Shoppingtour unter Damen, währenddessen ich zu Hause meine Kopfschmerzen kurierte, trafen wir uns zum Mittagessen wieder, bei welchem wir über unsere unterschiedlichen Auffassungen von Religionen und auch den Umgang mit dem Tod besprachen. Kremieren, Aushebung der Gräber nach einer bestimmten Zeit oder auch das Schmücken der Toten durch fremde Personen, ginge bei ihnen scheinbar gar nicht. Warum wir ausgerechnet auf diese Thematik kamen, war begründet dadurch, dass wir am Nachmittag die Stadtverwaltung in Langenthal besuchten und ich ihnen bereits am Mittag versuchte zu erklären, wofür die Verwaltung alles zuständig ist. "Do they burry them? Why do you burn them? This is someones daily job?"
Der Besuch und das Gespräch beim Stadtschreiber, die Erkenntnisse zwischen den Zusammenhängen von Verwaltung und Politik, wie auch das kurze Streifen der verschiedenen Ämter der Stadt, war bestimmt eindrücklich. So zumindest kam mir der Blick der beiden vor. Wir beendeten den Besuch auf dem Dach der Stadtverwaltung, von welchem man einen super Blick über die Stadt hat. Besonders interessierte sie dann noch, warum auf einem der Gebäude, das ich ihnen von weitem zeigte, ein Minarett stünde. Sie fanden die Idee des Künstlers und dessen Mut bemerkenswert. In der Diskussion kamen sie zum Schluss, dass es in einer dermassen stabilen Demokratie, wie derjenigen der Schweiz, eigentlich möglich sein sollte, die Religionsfreiheit auf alle Seiten - auch mit den entsprechenden Symbolen - ausleben zu dürfen.

Recht haben sie, dachte ich für mich und übergab sie für den Abend in andere begleitende Hände. Es erschöpft nicht nur die beiden jungen Damen, diese Besuche und Eindrücke manchmal hetzend von Ort zu Ort und die ständigen "sophisticated discussions" in fremder Sprache. Aber es tut auch sehr gut. Sie öffnen mir persönlich manchmal die Augen, da sie die Schweiz aus einem völlig anderen, fremden, neuen Blickwinkel betrachten und dies nicht bloss auf meinen Kaffeekonsum bezogen.

Trotzdem tut es gut, dass wir morgen Mittwoch eine "Pause" einlegen und gemeinsam ein kleines Reisli unternehmen....

Montag, 22. September 2008

Besuch in Bundesbern mit internationalen Gästen

Die Frage ist wohl nicht schwierig, wo wir heute waren, auch wenn das erste Bild reichlich verschwommen ist:

Unterschiedlichste Pässe, um Einlass zu bekommen.Imposant... mal für mal.

Herzlichen Dank an das SP Sekretariat Schweiz: Stefan, Thomas, Praktikantin und vor allem an Evi. Wir haben heute viel gelernt.

Sonntag, 21. September 2008

RotSPecht Tag

Aus dem längeren Bericht über gestern wurde leider auch heute nichts... und damit nicht der Eindruck aufkommen könnte, dass ich den ganzen Tag auf der faulen Haut herumgelegen hätte, darf ich anfügen, dass es ein RotSPecht-Tag war. Geschätzte sechs oder sieben Stunden habe ich nun wieder damit verbracht, Text und Bild zu komponieren, selbst zu schreiben oder zu kürzen.
Wäre ich nicht selber einer der Sorte, die gerne mehr schreiben, als man es gemäss Vorgabe dürfte, so würde ich mich jeweils zu Tode aufregen, wenn jemand sämtlichen Platzvorrat sprengt. So lasse ich es normalerweise mit einem kurzen Unwort über meine Lippen geschehen und verkürze unverfroren, wenn mir etwas zu lange erscheint und ein Seitenwechsel dies verlangt.

Ich warte ja insgeheim nur darauf, dass sich jemand enorm darüber beklagt, um ihm oder ihr dann für ein- oder mehrmal(s) die Chefredaktion der Lokalparteizeitung zu überlassen, damit er oder sie am eigenen Leibe spüren darf, wie unglaublich schwierig die Textredaktion ist, zumal wir uns seit Jahren erlauben, das Blättchen mit einem günstigen Word-Layout herauszugeben. *Unwort*.

Samstag, 20. September 2008

Gratis-Mietrechtsberatung Langenthal

Puuhhh... was für ein Tag.... meine Zunge hängt mindestens ebenso tief heraus. Nein, Spass beiseite. Es war toll. Guter Zuspruch, schöner Erfolg. Bericht des heutigen Tages folgt morgen Sonntag.

Freitag, 19. September 2008

Gratis-Mietrechtsberatungen

Morgen ist grosser Aktionstag...
nicht nur vom MV, sondern auch von der JUSO und der SP...

man trifft mich auf alle Fälle von 08.00 Uhr bis 15.00 Uhr in der Marktgasse Langenthals.

Donnerstag, 18. September 2008

VLOG & Medien

Tja. Da bloggt man - scheinbar ohne Publikum vor sich hin - macht 1x in seiner Schreiberkarriere ein VLOG (VideoLOG) und dann kommt ausgerechnet dieser Videoeintrag, den man zynisch gemeint auf alle Youtube-Polit-Werber (ich kenne bisher nur Männer, die sowas politisch betreiben) binnen 1:50 Minuten - so lange dauert mein Streifen in etwa - gemacht hat und einem immer noch peinlich ist (insbesondere das doofe Standbild am Anfang) gar in den Medien. Besser gesagt als Kommentar im Langenthaler Tagblatt. Aufhänger des Berichtes: Das Video (siehe unten) zweier Kollegen aus der Kommission für öffentliche Sicherheit: Päscu Dietrich (jll) und Pädu Freudiger (SVP). Ich muss gestehen: "Amüsant, hervorragend, köstlich! Ich gratuliere euch."

Was der Schreiber Olivier Andres im Tägu bezüglich Publikum eben meinte, war, dass sich meine Lesendenzahlen nun wohl im Blog erhöhen würden. Doch ich muss - selbst etwas verwundert - gestehen, dass scheinbar der Link zwischen Printmedium und Internet nicht wirklich gemacht wird. Die rennen nicht vor den PC, bloss weil sie in der Zeitung wieder was von Wahlkampf gelesen haben. Das ist noch interessant... find ich.
Ich geh ja mit meinen Besuchszahlen sehr offen um:
Montag: 236
Dienstag: 226
Mittwoch: 215
Donnerstag: 218

Gut. Mich dünkt das bereits sehr hoch, dafür dass ich einfach ein Irgendwer aus der C-Liga der Politik einer mittelländischen Kleinstadt mit teils wundersamen Gedanken bin.... nun, nicht dass ihr jetzt weniger kommt.... aber ich wollte einfach wieder einmal "Merci!" sagen. Da lesen (hören) mir pro Tag so viele Leute zu, wie man in seinem Leben im Stadtrat wohl nie erreichen würde.
Der Bericht von heute:
Copyright: Langenthaler Tagblatt:
«Zwe herti Gringe» diskutieren im Internet

Gemeinderatskandidaten greifen beim Wahlkampf auch auf das Instrument der Web-Videos zurück

OLIVIER ANDRES

«GSCHTRÄUT UND NID RASIERT», sei er, lächelt Reto Müller in die Kamera. In seinem Internet-Blog präsentiert der aktuelle Stadtratspräsident und SP-Gemeinderatskandidat seit einer Woche auch ein kurzes Video. Inhalt: Kommentar eines Zeitungsartikels zum Thema «Wählerfang im Internet». «Mein Name fällt darin mit keinem Wort», sagt Müller enttäuscht. – Dies dürfte sich mit seinem ersten «und wahrscheinlich auch letzten Video» schnell ändern.

MÜLLERS VIDEO UND dessen Inhalt zeigen: Auch in Langenthal spielt das Internet bei den Wahlen eine grosse Rolle. Eine eigene Homepage gehört schon fast zur «Standardausrüstung» eines erfahrenen Wahlkämpfers, wer neue Wählerschichten erschliessen und die Jungen für sich gewinnen will, muss daher auf neue Instrumente wie Web-Videos zurückgreifen.

ETWA WIE SCHULLEITER und FDP-Mann Rolf Baer. Auf «Youtube» präsentiert er sich potenziellen Wählern. Weiss auf schwarz ist dabei zu lesen, wofür sich Baer bei einer Wahl in den Gemeinderat einsetzen will. «Bildung, Sicherheit und Arbeit» – die drei Schlagworte laufen gross über den Bildschirm. Untermalt ist die leider eher schlecht lesbare Darstellung mit pompöser Musik.

ZACKIGE RHYTHMEN prägen auch den neusten Kurzfilm von Langenthaler Gemeinderatskandidaten. «Das Duell» lautet der Titel des Streifens, aus «Pirates of the Caribbean» ist die Musik, und wie William Turner und Davy Jones – die Rollenverteilung ist offen – kreuzen Patrick Freudiger (SVP) und Pascal Dietrich (jll) die Klingen.

DAS GEFECHT ZWISCHEN den «zwe herte Gringe» – wie es im Video heisst – beschränkt sich jedoch bloss auf eine verbale Diskussion. Inhaltlich geht es um das Minarett auf dem Choufhüsi. «Das hilft Patrick Freudiger im Wahlkampf», meint Dietrich und äussert die Vermutung, der SVP-Politiker habe das Kunstwerk daher selber aufgestellt. Das lässt Freudiger nicht auf sich sitzen. «Hilfreich wäre es erst, wenn das Minarett verschwinden würde», kontert er, «denn dann hiesse es: ‹Der Kunstverein beugt sich dem Willen Patrick Freudigers›».

WÄHREND MEHR ALS vier Minuten poltern die beiden Kollegen, die das politische Heu oft nicht auf der gleichen Bühne haben, aufeinander los. Die Wortfetzen fliegen, sodass Simon Schärer, Journalist und eigentlich Moderator der Diskussion, fast nur noch eine Statistenrolle zukommt. Am Schluss wird es aber dennoch versöhnlich. Die beiden Protagonisten empfehlen den jeweils anderen zur Wahl und rufen gemeinsam auf: «Geht wählen!»

LÄNGST SIND DIE Diskussionen zwischen «Pädu und Päscu» in Langenthal legendär. Dank dem Internet-Video kommt nun eine breitere Personengruppe in den Genuss der Wortgefechte. Ob diese im Oktober aber auch Stimmen bringen, bleibt offen. Eines ist jedoch klar: Das Video weckt Lust auf mehr solcher Schlagabtausche.



Mittwoch, 17. September 2008

Stadtratswahlen Langenthal - Prognose 2

Nach der Prognose 1, welche als Grundlage die Ergebnisse der Nationalratswahlen der Stadt Langenthal hatte, wage ich die Prognose 2 völlig unwissenschaftlich. Ich nenne sie deshalb: Bauchgefühl-Prognose

Worauf stützt sich meine Gefühlsprognose?
Ich denke, dass die "alten" Parteien - auf Grund der nationalen Trends und teils Querelen - tendenziell alle in etwa gleich zu Gunsten der "neuen" Parteien - da zähle ich die EVP noch mit - büssen werden. Die EVP hat - wie auch das Langenthaler Tagblatt heute berichtete - eine sehr erfolgreiche Legislatur hinter sich (über 80% Vorstösse als erheblich überwiesen). Grundsätzlich denke ich, dass erdrutschartige Verschiebungen in einem "Dorf" wie Langenthal nicht möglich sind. Die PNOS hat dafür das Ende ihrer offiziellen Politmandatsphase hinzunehmen. Die EDU gräbt Stimmen dort rechtskonservative Stimmen ab und niemand könnte in diesen Wahlen behaupten, falls es so weit kommen würde, dass die PNOS wiederum aus Versehen gewählt worden wäre. Das werden die Langenthalerinnen und Langenthaler nicht mehr zulassen.

Dienstag, 16. September 2008

Fiirabe-Aktion

Na, wonach sieht das aus?
Genau. Strassenaktion. Gestern Abend. Bahnhof Langenthal. Apfel an die Heimkehrenden.
Die meisten Angesprochenen nahmen das Geschenk freudig entgegen. Einige fragten, ob wir nicht Gipfeli, wie beim letzten Mal hätten. Die Aktion kam gut an. Denn: So viele unserer Karten und Flyer haben wir am Boden nachher nicht gefunden, wobei ich deshalb davon ausgehe, dass effektiv viele Karten zu Hause im Abfallkorb landeten, was ein gutes Zeichen ist, da die Passanten es dann eventuell noch einmal in Ruhe in die Finger nehmen. Viel frustrierender ist es, wenn man am Morgen auf dem Perron fast alles wieder einsammelt und wegwirft, was man verteilt hat. Deshalb gilt eine einfach Regel: Blicke nie in die Abfallkörbe nach so einer Verteilaktion...
Im Laufe der Wahlkampfzeit - dies gilt vor allem für Nationalratswahlen - haben die Leute plötzlich so genug von diesen "Verteilereien", dass sie aggressiv reagieren. In Bern auf der "Welle" wollte mir letzten Herbst ein Mann den Stapel mit meinen JUSO-Kandidierenden aus der Hand reissen und zu Boden werfen. Was ihm nicht gelang... ;-) Ich kann beruhigen: Es entstand trotz unterschiedlicher Auffassung der "Verteilerei" dann doch keine Keilerei.

Wie dem auch sei. Ich verstehe die Menschen gut, welchen die Wahlwerbung mit der Zeit auf die Nerven geht. Im Moment gibt ein Mann der FdP in Langenthal zig-tausend Franken für Inserate in den Tagesmedien aus, bei denen (gestern) gar Alt-Bundesrat Ogi Besagten zur Wahl empfiehlt. Ich frage mich einfach, ob's das bringt - abgesehen davon, dass ich mir das nie leisten könnte.... ich finde es "too much". "Much, too much." Und frage mich, gleichzeitig, was die Menschen von den Politikern und -innen möchten. Deshalb konkret: Welche Wahlwerbung oder welches Give-Away oder womit sonst möchtet ihr im oder von einem Wahlkampf einmal überrascht werden?Meine Verteilkollegen und -kollegin von gestern: Stadträtin Beatrice Greber, Stadtrat Stefan Ryser und SP/JUSO-Kandidat Bernhard Marti.

Sonntag, 14. September 2008

Gute Nachrichten aus Basel

Rot/Grün bleibt in Basel in der Mehrheit. Das sind doch gute Nachrichten und lassen hoffen. Natürlich können wir uns nicht auf diesen Erfolgen anderer ausruhen. Ich mag mich auch erinnern, dass Basel Stadt aus rot/grüner Sicht bei den Nationalratswahlen Prozente hinzu gewonnen hat. Im Kanton Bern treten wir dagegen einem 6,4% Wähleranteilverlust der Nationalratswahlen 2007 entgegen. Gehen wir davon aus, dass wir tatsächlich Durchschnitt sind, so müssen wir gehörig was tun, um unsere Wählerschaft an die Urne zu bringen. Aber Basel ist ein gutes Zeichen und ich nehme es gerne als solches entgegen.

Morgen Abend wird es zudem in der SP spannende Diskussionen geben. Das Sicherheitspapier wird innerhalb der SP Kanton Bern diskutiert. Endlich wird in dieser - meiner - unserer Partei wieder um die Standpunkte gestritten und es ist auch gut, dass dies in aller Öffentlichkeit geschieht. Seit 7 1/2 Jahren bin ich in Langenthal in der Kommission für öffentliche Sicherheit und muss wiederholen, was schon oft gesagt wurde: Sicherheit geht uns alle an. Diese Diskussion gehört in die Öffentlichkeit und wird uns mit den richtigen Resultaten und Erkenntnissen aus der Partei auch stärken. Warum? Einerseits dadurch, dass wir die Augen nicht vor realen Problemen verschliessen, andereseits dass wir Hin- und nicht Wegsehen, insbesondere wenn in unserem direktem Umfeld Unrecht geschieht und auch, dass wir in unserer Demokratie dem Staatsapparat Polizei vertrauen können und ihm im Sinne unserer Verfassung und Gesetze genügende Mittel in Person und Technik bereit stellen, um die von allen gewünschte Sicherheit zu garantieren. Ich denke meine Meinung und Haltung wird deutlich...

Aber leider werde ich morgen Abend nicht in Bern dabei sein können. Denn im Vorstand der SP Langenthal müssen auch spannende Diskussionen geführt werden. Und um meine Interessensmehr- oder verteilung vom morgigen Abend gänzlich offen zu legen, wäre da noch das Testspiel meiner Volleymannschaft gegen den VBC Herzogenbuchsee. Ich wollte mich manchmal dritteln oder vierteln... mal schauen, wie wir das alles auf eine Reihe kriegen.

Freitag, 12. September 2008

Medienarbeit & Zufallszahl

Das kommt ja wie gerufen (siehe Kommentare):
Liebe Mitglieder der JUSO Kanton Bern
Wir freuen uns euch alle zu unserem ersten Weiterbildungsevent einzuladen. Dieser wird am 2. Oktober, 18.30 Uhr, im Forum Käfigturm stattfinden. Peter Lauener, Leiter Kampagnen & Kommunikation und stellvertretender Generalsekretär der SP Schweiz wird einen Workshop zum Thema Medienarbeit durchführen.
Die machen das gut von der JUSO Kanton Bern. Auf der anderen Seite beschäftigen mich zig-tausend andere Dinge und Dingelchen rund um die Wahlen. Viel sei noch nicht verraten.
Auf alle Fälle habe ich nun auch noch ein Projektchen am Start, das diesen Blog amüsieren soll.
Ich habe mich diese Woche sehr oft mit Leuten unterhalten, welche versuchten ihre oder andere Wahlchancen auszurechnen und irgendwie zog ich danach immer den Vergleich mit einer Lotterie. Wahlen in einer kleinen Stadt, wie Langenthal, haben meines Erachtens recht viel mit Zufällen zu tun. Die Faktoren, welche zum Erfolg verhelfen, sind nicht wirklich so kalkulierbar, wie bei regionalen oder kantonalen Wahlen.

Deshalb versuchte ich vorhin eine kleine Excel-Programmierung - wie zu besten Win95-Seminar-Zeiten - auf die Beine zu bringen, welche zufällig aus der Liste der 48 Gemeinderatskandidierenden 7 Leute auswählt. Ich fänd das witzig. Ein kleines Programm, wenn du nicht weisst, wen du auf den Zettel schreiben sollst. Ich versuchte es mit Randbetween, Rand, Zufallsbereich, Zufallszahl und kriegte es trotzdem irgendwie nicht ganz auf die Reihe...

Für geekige Tipps (am liebsten gleich die kopierbare Formel; sämtliche Namen sind in der Kolonne A) bin ich dankbar. Highlight wäre natürlich wenn man noch den Primus inter pares, den Stadtpräsidenten mit demselben Excel-Wahlzug aus den gewählten Mitgliedern des Gemeinderates bestimmen könnte. Wie sagte ich doch auch schon. Es ist eine Art Spiel. Wenn auch ein nicht unernstes. Lasst uns trotzdem Spass haben. Ich danke euch fürs Mitdenken.

Donnerstag, 11. September 2008

Auf Wählerfang im Internet

video

Eben. Es ginge auch so auf Youtube: Mir gefällt die Musik.

Dienstag, 9. September 2008

Migrationshintergrund gibt bei der IV 3 Maluspunkte

Hui... das birgt Zündstoff:

Wie heute bekannt wurde, bemisst die IV seit dem 1. August die Rentenanträge mit einer neuen Checkliste.

Um die Krankheit eines Beantragenden zu beurteilen, gilt es jeweils 19 Fragen zu beantworten, bei denen im Maximum 100 Malus-(Straf-)punkte "geholt" werden können. Ab 20 Punkten bestehe die Gefahr - laut der IV - eines Betrugsfalles. Dies befähigt die IV-Kasse dann einen Sozialinspektor oder sonstigen Detektiven mit der Prüfung des Falles zu beauftragen.

Wer zum Beispiel ein Schleudertrauma als Grund für seinen Rentenanspruch angibt, erhält 5 Maluspunkte. Wer widersprüchliche Aussagen zu seiner Krankheit macht, erhält 10 Maluspunkte. Und eben: Wer einen Migrationshintergrund hat, erhält 3 Maluspunkte.

Was soll ich davon halten? Einerseits befürworte ich als Sozialdemokrat den Einsatz von Kontrollen zur Überprüfung der Rechtmässigkeit von sozialstaatlichen Leistungen. Es ist mir und auch der SP ein grosses Anliegen, dass Sozialgelder nicht missbräuchlich verwendet werden. Es kommt einer Sozialdemokratie nicht gut an, wenn die Gelder nicht wirklich den Schwächsten zukommen.
Deshalb müssen die Kontrollen aber nicht gleich in einen Kotrollstaat ausarten. Ich wäre auf der anderen Seite auch dafür, schärfere Überprüfungen von möglichen Steuerhinterziehenden zu forden.
Nun aber wieder zur Thematik: Dass man einfach allen Ausländer und -innen (auch Eingebürgerte) unter einer Art Generalverdacht gleich 3 Punkte aufdrückt, finde ich zu pauschal und ziemlich unfair.

Was denkt ihr?

Montag, 8. September 2008

Fannie und Freddie gehören Sam.

Fannie Mae und Freddie Mac. Zwei Wahrzeichen der freien amerikanischen Marktwirtschaft - zwei Urgesteine des Kapitalismus - gehören nun seit heute "einfach" dem amerikanischen Staat. Verstaatlicht Punkt. Und Finanzanalysten rügen den Staat sogar, er habe zu spät eingegriffen. Der Staat habe seine Kontroll- und Regulierinstrumente zu spät eingesetzt, was beinahe zu einer globalen Wirtschaftskrise ausgeartet wäre, da sehr viele Banken an den beiden Hypothekarriesen beteiligt seien. Die UBS-Aktien jubilierten auf alle Fälle mit 8,3 Prozent plus auf den heutigen Bescheid der US-Regierung.

Aber mein kleines sozialdemokratische Hirn hat da irgendwas nicht ganz mitgekriegt. Der Staat sollte doch in der freien Marktwirtschaft überhaupt nicht eingreifen. Die freie Marktwirtschaft ist doch dadurch geprägt, dass sie sich von selbst reguliert. Also versteht mich nicht falsch, ich will keine globale Finanzkrise, aber so lange die Unternehmen jeweils Gewinne scheffeln in Milliardenhöhe, wollen sie den Staat möglichst weit weg haben und möglichst keine Steuern und rein gar nichts bezahlen und sobald sie kurz vor dem Konkurs stehen, schreien alle - auch die Hardcore-Verfechter der freien, weltweiten Marktwirtschaft - nach einem Eingreifen des Staates und der damit verbundenen Rettung des ganzen Systems.

Ich bin mir sicher, dass mir das jemand erklären kann, ansonsten ich bald zum Schluss kommen werde, dass sowohl der Kommunismus wie auch der reine Kapitalismus als Systeme nicht funktionieren können.

Sonntag, 7. September 2008

Warum politisierst du?

Wenn man sich heute durch die Sonntagspresse liest und die Berichte (bzw. Vorwürfe) über unsere Bundesräte Micheline Calmy-Rey und Samuel Schmid zu Gemüte führt, darf man sich diese Fragen durchaus stellen.

Ich glaube nach wie vor herrschen falsche Ansichten vor, was das Politiker-Innen-Sein betrifft. Die meisten Menschen, welchen ich begegne, haben das Gefühl, dass ich da in diesem Amt als Präsident des Parlaments und somit höchstem Langenthaler ziemlich viel Geld (natürlich immer auf Kosten der Steuerzahlenden) kassieren würde. Diese Frage lässte sich anhand des Reglements über die Entschädigung unserer Miliz'ler relativ rasch widerlegen. Für eine Sitzung unter 3 Stunden gibt's in Langenthal CHF 30.--, alles was darüber ist, wird mit CHF 80.-- entschädigt (Vorbereitungszeit nicht miteingerechnet). Als Präsident erhältst du das Doppelte. Das kann also kein wirklicher Grund sein, warum in diesem Herbst eine Rekordzahl von Kandidierenden ins Langenthaler Parlament wollen.

Bei defizitorientiert denkenden Menschen muss dem Vorwurf entgegen getreten werden, dass man Politik zur Kompensation von persönlichen Mängeln mache. Eine englische Studie belegte scheinbar mal, dass Kinder, welche wenige Freunde im Umfeld der Schule hatten, später gerne in die Politik gehen würden, da sie dort mittels Zwangsgemeinschaften (Parteien) Freunde an sich binden könnten. Andere meinen, dass man sich über Politik relativ rasch und ohne grössere Mühe auch in den Medien profilieren könne und es dadurch einer gewissen Auslebung des Narzissmus eines Menschen entsprechen könne. Hierbei wird aus meiner Sicht aber unterschätzt, dass so viele Sitzungen für so wenig Presse oder andere positive Rückmeldungen eher einem Masochismus als einem Narzissmus gleich kommen mögen. Aber einen gewissen Narzissmus dafür, mit seinen Ideen gerne im Rampenlicht zu stehen, kann wohl keine Politikerin und kein Politiker verleugnen.

Die Wertschätzung als Politikerin oder Politiker im Dienste der Gemeinschaft Einsatz zu leisten, sinkt sowohl beim Volk, wie auch bei den Politikerinnen und Politiker selbst. Wie wären sonst Aussagen von früheren Parteikollegen über Schmid denkbar, welche unter anderem im Fernsehen sagten: "Ohne die SVP wäre er nur ein mittelmässiger Advokat geworden." Was wiederum bedeutet: Nur dank der Politik & der Partei bist du zu dem geworden, was du bist und nicht dank dem, was du kannst.

Schliesslich kommen wir zur Gretchenfrage: Gibt es den guten, uneigennützigen, ....., genügsamen, nicht aufstreben wollenden Homo politicus?
Nein.
Aber es gibt ihn mit solch pestallozzianischen Eigenschaften auch nicht als Homo economicus oder sonstigen Menschen. Weil es den perfekten Menschen nicht gibt.

Und trotzdem finde ich es falsch und unfair, wenn man bei Politikerinnen und Politiker oft a priori schlechte Eigenschaften als Triebfedern ihres Wirkens vermutet, denn in einer romantischen Betrachtunsgweise wollen sich alle diese Menschen mit ihren Ideen für eine bessere Gesellschaft und Gemeinschaft verwirklicht sehen.

Ideologie und Idealismus können aber auch verloren gehen dadurch, dass man für den Aufstieg Kompromisse eingeht. Wie viele dass man davon eingeht, bis man Bundesrätin oder Bundesrat ist? Wie viele Fehler man dann begehen kann, bis man nicht mehr glaubwürdig ist? Und wie lange die Medien einen aus Mangel an besseren, aktuelleren Geschichten, welche die Leser, Hörer und Sehenden immer haben wollen, die eigenen Mängel unter die Nase reiben, bis zum Rücktritt, wird uns im Moment sehr wahrscheinlich exemplarisch vorgeführt.

Solange mein Politiker-Innen-Sein stimmt, mache ich das, was ich meist unterschätzend und doch liebevoll auch "Spiel" nenne, mit.

Samstag, 6. September 2008

Change will come. Truly?

Nun. McCain sagte am Ende des Parteitages: "Change will come." Will heissen, er verspricht so oder so den Wechsel der Bush-Politik. Fragt sich bloss, ob 90% wirklich einem wahren Wechsel entsprächen. Lupe fand da nämlich ein interessantes Video:



Man ist versucht zu sagen: "Words come easy." Auf alle Fälle bin ich für mich selbst überzeugt, dass Obama "Change now!" eine schnellere Abkehr von der verschwenderischen, ineffizienten Busch-Politik (das sagte McCain!) bedeutet, als McCain/Palin.

Was ich mich im Moment auch noch frage: Wann wechselts wohl im VBS. Also... meine Güte... diese "Ich habe es vergessen."-Nummer... ist schlimmer als die Ausreden meiner Schülerinnen und Schüler, wenn sie die Hausaufgaben nicht dabei oder gemacht haben. Ich wollte den Abgang von Sämi Schmid nie. Immer noch besser als irgendeiner der SVP-Zürich oder aus dem Oberland, aber langsam gehen mir echt die Argumente aus, warum er noch Armeechef und Bundesrat bleiben soll. *Kopfschüttel*

Freitag, 5. September 2008

Eine ereignisreiche Zeit - ein kleines Resumé

Ich sitze in der Ecke des "neuen" Restaurants LaPiazzetta - bei Rita und Masi - vor dem Computer, welcher da verlassen stand und überlege mir, was ich denn nun jetzt und heute, hier in dieser Gelegenheit dieser Welt noch mitzuteilen habe.
Ja. Rita und Masi vom Chrämerhuus haben neu im La Piazzetta eröffnet und es scheint so, als würden sich meine Wünsche erfüllen. Das Chrämerhuus soll als neues Chrämerhuus vom Kulturverein neu ausgerichtet funktionieren und auch Rita und Masi sollen Erfolg in ihren neuen 4 Wänden haben. Eines davon kann ich bis jetzt auf alle Fälle hier im La Piazzetta bestätigen. Es ist gut bescuht und sehr gemütlich.

Irgendwie funktioniert seit mindestens gestern meine Homepage (via retomueller.be klicken) nicht mehr. Warum? Das steht noch nicht ganz fest. Waren's Hacker? Ist's ein Providerproblem? Hab ich, haben wir etwas falsch gemacht. Wir wissen es noch nicht, aber ich werde mit einem kleinen Kühlen jetzt dann gleich noch beim Designer vorbeischauen, damit wir den Problemen eventuell auf die Schliche kommen. Was im Moment auf meiner Homepage prangt ist nicht wirklich sehenswert.

Zum Minarettstreit in Langenthal hat Priska einen Leserbrief verfasst, welchen ich absolut gut finde. Einen besseren Leserbrief zur Thematik habe ich bisher noch nicht gelesen. (Ja, Hansruedi ich schulde dir noch einen Post zu Langenthal und seinen Religionen.)

Und ich habe heute meinen ersten Eintrag im Wahlbistro gemacht und kam mir schon langsam wie ein alter Hase im Politbusiness vor. Nebst all diesen frischen, idealistischen Wortschwällen von Neo-Kandidierenden kam ich mir trotz meines politisch gesehen jugendlichen Alters vor, wie hmmm.... hmmm... wie einer der halt schon weiss, wie der Polit-Hase läuft. Meine Güte... jetzt bin ich dann schon 8 Jahre in der Kommission für öffentliche Sicherheit und 6 Jahre im Stadtrat Langenthals gesessen. Wie schnell die Zeit doch vergeht.

Man sollte sich öfters die Ruhe und einen gemütlichen Ort zum Bloggen nehmen.
Blogger: Kommt nach Langenthal ins La Piazzetta und lasst euren Gedanken freien Lauf. Es lohnt sich.

Donnerstag, 4. September 2008

Ich. Vater eines Platzes?

"Schön, dass du als Vater der Idee auch noch gekommen bist."
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"Was ich? Vater der Idee? Wenn ich Vater der Idee bin, dann ist der Kulturverein Chrämerhuus, welcher dies schon 1983 forderte mindestens Grossvater der Idee."
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"Aber du hast die Idee wieder aufgenommen und sie politisch so weit gebracht, dass wir nun heute hier sind."
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"Hmmm... also der Fairness halber muss dann auch gesagt sein, wenn ich Vater der Idee bin, so ist sie Mutter der Idee und er kam auch noch als Geburtshelfer mit in den Kreissaal."
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"Ich bin eh nur per Zufall reingestolpert. (Mit anderen Worten: Ich war als Vater nicht eingeladen.)"
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"Trotzdem schön, bist du hier."
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"Danke, aber ich muss bereits wieder los."
Nun. Worum geht's eigentlich? Der Wuhrplatz. Ort der Krämer von anno dazumals, Marktplatz von früher, im Zentrum Langenthals heute genutzt als.... Parkplatz.
Nadine und ich forderten 2005 die Umgestaltung dieses Parkplatzes zur Begegnungszone. Wir griffen hierbei eine Idee wieder auf, welche bereits seit 1983 im Dunstkreis des Kulturvereins Chrämerhuus bestand und in der ÜO eigentlich schon vorgesehen gewesen wäre, nur... schien das niemanden gross zu interessieren.
Und gestern (ihr merkt, dass ich immer noch an der Aufarbeitung meines Hammertages bin), als ich das neue Kultur- und Bibliotheksreglement der Stadt Langenthal frisch unterschrieben (Juhuuui... immerhin etwas, das meine Amtszeit als Präsident überdauert) auf dem Präsidialamt abgeben wollte, stand eine illustre Schar, inklusive Presse im Treppenaufgang der Stadtverwaltung. Die Verkündigung der Gewinnerin des Gestaltungswettbewerbs für den neuen Begegnungsplatz hatte gerade begonnen. Ich gab rasch meine Dokumente ab und verblieb eine Weile unter den Künstlerinnen und Künstlern, welche sich zur Verkündigung eingefunden hatten.

Geniale Ideen. "Kunst und Bau" wurde das Projekt genannt. Sensationell. Ich kann allen nur empfehlen, die Ideen zur Umgestaltung, welche in der Stadtverwaltung die folgenden Tage ausgestellt sind, anzuschauen. Beim Betrachten konnte ich dafür fast nicht glauben, dass der Gemeinderat allen Ernstes bis 2011 warten will mit der Umsetzung....

Schade. Wirklich schade.

Der "Mail-ine-Mail-use"-Tag

Dieses Label würde ich als Beschreibung meines gestrigen Tages gerne in einem Duden vermerkt haben:

Ein "Mail-hinein-Mail-hinaus"-Tag umschreibt die ständige Ruhelosigkeit des Menschen an einem Tag, an welchem sonst schon viel Arbeit angestanden hat, mit dem Kampf um Abarbeit des Pendenzenberges bei gleichzeitiger ständiger Berieselung der Mailbox mit neuen Emails, welche es zu Beantworten gilt, bis hin zum Zeitpunkt an dem der Mensch im Auto unterwegs - des Nachts zurückkehrend von Sitzungen ist und sich überlegt: "Ist es das, was du immer schon tun wolltest? Befindest du dich auf dem richtigen Weg?", um zur Antwort zu gelangen, dass ein solches Leben mitten im Strom der vielen Dinge unglaublich schön und ereignisreich, aber doch auch ermüdend sein kann.

Was soll's. Ich nehme nicht an, dass Langenscheidt wegen des "MiMu-Tag" an die Türe dieser Bloghütte klopfen wird, also fahre ich fort, wie ich heute begann: Mit Mails beantworten.

Dienstag, 2. September 2008

Was einem politischen Menschen nicht passieren sollte. Kurs 1:

Sich gegen sexuelle Aufklärung an Schulen einsetzen.
Dafür Programme zur sexuellen Enthaltsamkeit von Teenagern unterstützen.
Ein konservatives Weltbild predigen.

Dann aber zu Hause eine 17-jährige unverheiratete schwangere Tochter haben.

Nun. Ich persönlich find' das ja nicht schlimm. Das Kind wird nicht verhungern... bei der Grossmutter schon gar nicht. Aber McCains-Vize Palin bekommt diese Story irgendwie schlecht zu stehen.
Was man der Tochter zu Gute halten muss: Sie wusste ja nicht wie verhüten, weil Mami das nie erklärt hat und sie bekommt das Kind. Da wird nichts "unter den Teppich" gewischt. Hut ab und viel Kraft.

Montag, 1. September 2008

Wie sieht so ein/e Blogger aus?

Es gehen ja nicht alle so hausiererisch mit Ihrem Konterfei um, wie dieser Politiker, hier.
Über bloggende Gesichter Auskunft gibt das Projekt, welches Herr Leu am Bogcamp 3.0 letzten Samstag in Zürich realisiert hat. Mit einer ferngesteuerten Kamera konnten sich die Besuchenden verewigen.

Eine echt witzige Idee: