Sonntag, 31. August 2008

Fritierter Fisch

Ich habe keine Zeit zum Bloggen...
Ich serviere fritierten Fisch am Dorffest in Roggwil.
Die SP Roggwil und der Satus führen dort das "Fischzelt".
"Frische Fische, frische Fische!!"

Bevor ihr nach Bildern ruft, wie auch schon... einzelne Auserlesene werden folgen.

Freitag, 29. August 2008

Langenthals Minarett

Langenthaler Tagblatt von heute:

Minarett auf Choufhüsidach
Verwunderung in der Bevölkerung: Auf dem Dach des Choufhüsi steht seit gestern ein Minarett. Dort installiert hat das Minarett der Künstler Gianni Motti im Rahmen der Kunsthaus-Ausstellung «Average» (beginnt am 4. September). Aktuell zur Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» will der Künstler damit die Toleranz gegenüber religiösen Insignien Andersgläubiger testen. (TG)


Was haltet ihr davon?
Langenthal ist ja bekanntlich nicht der "Minarett-freudigste"-Standort.
Da wurden Aussagen in nationalen Medien gemacht, welche äusserst fragwürdig waren. Rakete und so und nun will Herr Gianni Motti Langenthals Toleranz testen. Wie wird der Test verlaufen?

Ich habe mich gestern Morgen bereits gefragt, was der grosse Kran in der Marktgasse soll, als ich von meinem nahen Zuhause zum Schulgefährt ging. Das Langenthaler Tagblatt brachte mir heute die Auflösung in den Briefkasten... fast zu Fusse unseres neuen Minaretts.

Donnerstag, 28. August 2008

Geburtstag: 1 Jahr Reto M. Blog

Vor lauter Diesem und Jenem habe ich glatt den Geburtstag vergessen.

Diesen Blog gibt's seit gestern 1 Jahr!

Reto M. Ein Politikblog?
Es gab Hochs und Tiefs. Sinnige Fragen über das Leben, ein Politikleben und das Bloggen an sich.
Doch mehr als ein gewöhnlicher Politblog?

Auf alle Fälle aber am 27. August 2007 den ersten Eintrag.
Seither folgten 455 Einträge.

Diese fanden mehr oder weniger Beachtung. Auch hier gab's mediale Highlights, wie 20 Minuten, Berner Zeitung, Radio 32 oder die Sonntagszeitung, welche direkt aus dem Blog zitierten, wie auch Wochen, in welchen es kaum einen Kommentar... noch Lesende zu verzeichnen gab.

Mit dieser Ambivalenz lebe ich gerne und ich hoffe euch weiterhin informieren, unterhalten und begleiten zu dürfen.

Mittwoch, 27. August 2008

Presseschau

Auch in den lokalen Tages-Printmedien waren die Wahlen vom Herbst spür... ehh - lesbar.
So ausführlich wird sonst nicht über Parteiversammlungen der SVP und der SP berichtet.

Zusammenfassend hier bloss die Abschnitte, in welchen mein Name fiel (etwas Selbstbepinselung darf's von meiner Seite wohl auch sein. Oder? Sonst -> Kommentar.):

Langenthaler Tagblatt:
Bisherige und nicht Juso vorne

Die Listengestaltung war an der Parteiversammlung kein Diskussionspunkt mehr, was von einem Parteimitglied bemängelt wurde. Der Wahlausschuss hatte zur Reihenfolge drei Vorschläge erarbeitet, über zwei – bisherige oder junge Kandidaten vorweg – wurde im Vorstand abgestimmt. Mit einer Stimme mehr siegte schliesslich die Variante «Bisherige vor Neuen». Leuthardt begründete den Entscheid damit, dass die SP Langenthal mit der Integration der Juso bereits weit fortgeschritten sei. Die Jungen sollen nicht nur portiert, sondern in die Verantwortung eingebunden werden. Reto Müller als Vertreter der Juso hielt fest, dass dieser Entscheid akzeptiert werde. «Es ging uns lediglich um einen symbolischen Akt und um zu zeigen, dass wir Jungen präsent sind.» Er betonte zudem: «Die Juso ist die Tochter der SP, aber auch ihre Partnerin.» Die Jungpolitiker werden deshalb zusätzlich eigene Wahlaktionen durchführen wie etwa «erfrischende Glacen für eine frische Politik» oder eine Aktion mit und für Kinder.
Berner Zeitung:
Auch von ihrer aktiven Nachwuchsabteilung will die SP profitieren: Nebst allen drei Bisherigen stellen sich mit Renato Baumgartner und Bernhard Marti auch zwei weitere Mitglieder der Juso zur Wahl für den Stadtrat.

Mit Grün gegen Braun
Einstimmig hat die Versammlung beschlossen, eine Listenverbindung mit den Grünen einzugehen. Die Anliegen der Grünen seien auch die der SP, hielt Parteipräsidentin Nathalie Scheibli fest. Reto Müller betonte, dass vor allem die Zahl der gemeinsamen Reststimmen grösser sein müsse als die Stimmenzahl der "Braunen". Die Versammlung war sich einig: Nicht noch einmal dürfe die Kandidatur eines Rechtsextremen unterschätzt werden - wie dies vor vier Jahren geschah.

Nun. "Braun"... dazu muss ich vielleicht noch etwas sagen. Das ist natürlich von mir nicht historisch plakativ bedingt so gesagt worden. Sondern auf dem Sitzplan unseres Stadtrates ist der Sitz der PNOS effektiv mit brauner Farbe untermalt. Ist klar, oder?

Es kommt Wählen...

Diesen Spruch ins Berndeutsche übertragen, pflegte unser ehemalige Stadtpräsident und jetziger Regierungsrat Hans-Jürg Käser jeweils in Sitzungen, an denen es heftig zur Sache ging, hervorzubringen: "Es chunt cho Wähle!"

Ob wirklich alles, was sich die Parteien im Moment leisten, darin vereinbart werden kann, ist für mich nicht erwiesen. Natürlich wird nun bei allem und jedem/r dieser Vorwurf erhoben, auch wenn er oder sie nur gegen den Wind tönt.

Die FdP Langenthal stellte ihre Visionen von Langenthal im Jahre 2020 vor und versenkte inmitten der Marktgasse als symbolisches Zentrum Langenthals (und der Schweiz) in alle grauen und normalen Pflastersteine einen weissen, marmorierten Stein.
- Schön, schön.
Die EVP Langenthal ist die erste Partei, welche ihre F12 Plakate im Dorf aushängt.
- Schön, schön.
Die SVP Langenthal hatte Kantonalpräsident Rudolf Joder zu Gast, welcher die Signalwirkung der SVP Langenthal ehrte und die Sektion als Leuchtturm der SVP Kanton Bern stigmatisierte, da sie sich klar (52:1) komplett (ohne Abtrünnige!!) zum Verbleib in der SVP Kanton Bern entschloss.
- Schön, schön.
Auch wir von der SP Langenthal besetzen unsere Themen. Unsere Wahlplakate werden dies verdeutlichen und unsere Aktionen ebenso.
- Schön, schön.

Nun kann man von diesen schönen Wahlkämpfen und schönen Aktionen halten, was man will. Was für mich aber wirklich nicht geht und ich als sehr unschön empfinde, sind unberechtigte Angriffe auf Aktivitäten der Partei, wobei man unterstellt, dass wir dies nur aus Gründen des Wahlkampfs tun würden.

Man kann "man" auch direkt benennen. EVP-Präsident Daniel Steiner meldet sich mit einem Leserbrief in der Umsonst-Zeitung "NOZ" zu Wort und unterstellt uns betreffend der von SP-Stadtrat Robert Brechbühl an der letzten Stadtratssitzung geforderten Sonderprüfung der Finanzkompetenzen bei der Euro08 Public-Viewing Arena, dass wir dies aus purem Wahlkampf tun würden.

Er schreibt unter anderem:
"Die EVP Langenthal ist nicht bereit, einen Politiker, welcher sich für einen erfolgreichen Anlass und für das Ansehen der Stadt Langenthal engagiert hat, abzuschiessen.
Die EVP glaubt, dass die SP mit diesem Schmierentheater versucht, den Stadtpräsidenten zu demontieren. Die Vermutung liegt nahe, dass die Partei von den eigenen Schwächen, ihrer richtungslosen Politik und ihrer inneren Zerrissenheit ablenken will. Die SP spielt auf den den Stadtpräsidenten und versucht, daraus Kapital für die anstehenden Gemeindewahlen zu schlagen."

Liebe EVP. Was ist das für ein Stil? Ich bin schockiert. Das hätte ich von euch nicht erwartet. Zumal ihr über eine Woche nach der Antragsstellung erst mit diesem Leserbrief reagiert. Wollte die Tagespresse einen so unfairen, unsachlichen Leserbrief etwa nicht abdrucken, so dass schlussendlich die Wochenzeitung NOZ übrig blieb? Die SVP gibt sich bezüglich des Antrags auf Sonderprüfung des GEMEINDERATSbeschlusses betreffend der Ausgabenregelung bei der Public Viewing Arena viel gelassener als ihr, obwohl sie den Stadtpräsidenten stellen.
Meine Meinung, weshalb man die Sonderprüfung machen sollte, kennt ihr. Ich habe diese hier in einem Post und auch in den Kommentaren längst veröffentlicht und verteidigt. Wenn es nichts zu verstecken gibt, so kann man die Sonderprüfung doch gelassen entgegen nehmen.

Eure Vorwürfe sind in einem demokratischen System unhaltbar! Sie haben diktatorische Allmachtszüge. Ihr stellt euch als die Guten hin und wir seien die Bösen, welche Wahlkampf machen. Dieser Leserbrief ist - ohne Übertreibung - das schmutzigste Wahlkampfmittel, das mir in den letzten 10 Jahren untergekommen ist.

Und - das bestätigen mir zahlreiche Rückmeldungen von nichtpolitischen Menschen heute - es ist ein Schuss hintenraus. So etwas Unsympathisches sei vielen noch nicht untergekommen, da werfe eine Partei einer anderen Partei vor, sie mache schmutzigen Wahlkampf und womit? Mit einem äussert schmutzigen Wahlkampfleserbrief.

Eigentlich sollte ich deshalb kein Aufhebens machen. Ich weiss das. Ich verstärke hiermit nur, was ihr angerissen habt. Aber... ich bin enttäuscht. Ihr zerstört damit euer qualifiziertes und erfolgreiches Bild, das ihr in den letzten vier Jahre aufgebaut habt.

Und wisst ihr, warum ich das hier schreibe und nicht euch direkt mitteile? Weil ihr eure Briefchen auch lieber an die Presse sendet, als an den Adressaten.

Dienstag, 26. August 2008

der erste freie Abend seit längerer Zeit

Heute Abend war nun wieder mal ein Abend, an dem ich noch nichts geplant hatte... also zu tun hätte ich noch vieles gehabt, aber es waren auf alle Fälle keine fixen Termine in meiner Agenda eingeschrieben, was schon bald wieder die Vermutung aufkommen liesse, dass ich irgendeinen Termin vergessen haben könnte, was ich aber nicht denke, da ich versuche, alle Termine gleich nach Eintreffen in der Agenda einzutragen.
Freunde langer Schachtelsätze, der war für euch.
Also nahm ich mir ein Herz und meine Trainingshose und ging nach längerer Zeit wieder einmal ins Fitnessstudio.
Eingeklemmt zwischen Frauen nahm ich mir vor, mich mindestens 60 Minuten im Ausdauerbereich zu bewegen.
Wie lange war ich nicht mehr hier?
Im selben Rhythmus wie mein Puls in Zehnerschritten nach oben schoss - bei relativ geringer Belastung - zählte ich die Tage meiner Abwesenheit. Ich blickte nach links. Die Frau neben mir war viel schneller unterwegs. Ich blickte zurück und schaute auf meine Anzeige. Das Schielen auf die Anzeige im Fitnessstudio einer anderen Person ist wohl ebenso verpöhnt wie das Abschauen in einer Probe... immer nur dahingehend betrachtet, dass man dabei erwischt wird. Und daher behaupte ich, dass da des öftern Herübergelinst wurde. In der Schule, wie auch im Fitness.
Die Gedanken wechselten sich nahtlos beim Überschreiten der 160 Puls mit denjenigen, wie relativ die Zeit doch ist. Verdammt. Einstein hatte Recht. Sie will nicht fortschreiten. Ewig lange Sekunden...
Nach 30 Minuten setzte ein leichtes Herzstechen ein. Fühlt sich so ein nahender Infarkt an?
Als die Frau neben mir auf ihrem Crosstrainer aufhörte und vor mir durchlief, stockte mir der Atem und meine Beine standen still. Weg war die Motivation. Sie war nicht nur schneller als ich, nein, sie war auch ein wenig mehr schwanger als ich.
Nein. Ende. Blöder Crosstrainer. Ich setz mich jetzt noch 30 Minuten auf's Fahrrad. Gedanken, lasst mich in Ruhe....
"Lohnt sich das Fitnessstudio eigentlich", durchstürmte ein nächster Hirnblitz, kaum hatte ich wiederum 140 Puls, meine innere Ruhe, "oder verbringe ich hier nur die Zeit, die ich durch dieses Training dann eventuell länger lebe?"
"Würde ich dann nicht lieber gemütlich zu Hause vor dem TV sitzen mit Bierchen und Popcorn?"

So fertig jetzt... ich schau' mir jetzt Dr. House an.

Firefox hat auch ein neues Kleid...

aber es gefällt mir überhaupt nicht.
Was es mir da heute automatisch heruntergeladen und installiert hat, verursachte (rein von der äusseren Erscheinung) bei mir ein spontanes "Wäähhh...".
Firefox 3.0.1 gefällt mir nicht. Kann man da irgendwo vielleicht einen anderen "Skin" wählen? (Also das hat jetzt nichts mit den sonstigen Themen in diesem Blog zu tun... die wollen wir ja nicht wählen in Langenthal....).

Hoffentlich funktioniert das Typo3, welches beim vorherigen Firefox immer Fehlermeldungen generierte über das hässliche Teil besser. Sonst wäre dieses "Update" ein totaler Schlag ins Wasser.

Montag, 25. August 2008

Reto M.'s neue (Internet-) Kleider


Heute Abend war Parteiversammlung und ich muss erst einmal "meine" JUSO-Neulinge hier an dieser Stelle beglückwünschen. Bernard Marti und Renato Baumgartner haben ihren Parteiauftritt hervorragend gemeistert. Jungs. Ihr habt meine Stimme für den Stadtrat auf sicher.
Zudem sowieso... wir werden das Ding schon schaukeln. So oder so.

Das musste zuerst erzählt sein. Nachdem für heute Abend angekündigt war, dass das Wahlmaterial für die Gemeinderatswahlen abgeholt werden könne, musste ich mich in den letzten Tagen mit der Homepage sputen, an der wir... vor allem er noch daran designte & herumschraubte, bis wir uns manchmal gegenseitig wegen dualer Anmeldungen aus dem Typo3 warfen. Gut. Ich hab' dann mal mit Inhalt zu füllen begonnen, auch wenn noch nicht ganz alles fix und an seinem Platz ist. Ich hoffe, das sei dem Tinu so recht, wenn ich nun publik werde. ;-) Da auf meinen Gemeinderatswahlvisitenkarten (schwieriges Wort, aber angesichts der Zeit mute ich euch kein Bild meinerseits mit dem Teil mehr zu und erkläre auch das Wort Leoporello nicht mehr) überall www.retomueller.be drauf steht und wir diese schon einigen Pesonen nun ab heute Abend verteilt haben, musste ich nun handeln und habe zudem versucht die Adresse von meinem alten Provider sofort auf den neuen Provider umzustellen. Warum wir überhaupt von green.ch auf hostpoint.ch wechseln? Auch dies erkläre ich ein ander' Mal, aber es wird keine Huldigung für erstgenannten Hoster.
Nun. Das mit dem Wechsel geht nicht so schnell.... wie man dies vom Internet annehmen könnte, also hab' ich heute zack-zack eine Zwischenseite eingestellt, die drin bleibt, bis der Wechsel vollzogen ist und man dann von www.retomueller.be direkt auf die Homepage gelangt.
Im Moment kann man dort auf der "Zwischenseite" nun wählen, wohin man möchte: Auf den Blog oder auf die "normale" Homepage. Find' ich gar nicht mal so schlecht als vorübergehende Lösung...

Was gesagt sein soll: Es ist aus meiner Sicht nicht unbedingt eine "normale" Homepage, die da am Entstehen und Gedeihen ist. Gut, das behauptet vielleicht jeder Polito.... Es ist viel eher ein Abbild meiner Politik und Person. Ich denk' Kultur und Kunst (mein Stadtratspräsimotto) haben beide Erschaffenden glänzend abgebildet. Fäbu machte mit mir Fotosessions mit einer alten Polaroid-Kamera. Das sind echte Polas! Kult. Und Tinu malte das Design rund um die Inhalte. In spannend-kreativen Sitzungen fanden wir zum passenden Inhalt und zur passenden Aufmachung. Es war für mich spannend und interessant. Denn beide sagten mir, wie sie mich als Menschen wahrnehmen und als Politiker im Internet gerne sehen möchten. Authentisch, geradlinig, offen, abwechslungsreich, spannend, kunstvoll, verspielt, konkret, ernst... waren einige Worthülsen, denen wir nun hoffentlich erfolgreich Taten folgen liessen.

Ich bin gespannt, wie es gefällt. Mich dünkt, dass es auf alle Fälle neue Massstäbe in der Lokalpolitik setzt. So was kriegt man nicht unbedingt von jedem/r vorgesetzt. Aber es ist halt - wie auch eine gute Politik - nicht gratis zu haben. Kunst hat seinen Preis. Nicht nur finanziell, sondern es gehört manchmal auch eine Flasche "Sirup", ein starker Kaffee, zwei begabte Freunde und ein wenig Engagement dazu, um etwas auf die Beine zu bringen.

Aber schaut doch selbst mal rein. Würde mich freuen. Ich und bestimmt auch andere sind auf euer Feedback enorm gespannt.

Bevor ihr fragt, warum der Blog nicht integriert ist, die Antwort: Weil wir das nicht wollten. Der Blog ist vor bald einem Jahr hier entstanden und er soll auch noch unabhängig hier weiterbestehen. Der Blog ist hier. Er ist anders. Er ist gut. Er ist vielerorts verlinkt. Er darf so bleiben. Für mich stimmt das mehr, als wenn wir ihn bloss wegen (m)einer "Politikseite" nun aus seinen angestammten Landen gerissen hätten und er sich irgendeinem Schema hätte anpassen müssen. Es wäre nicht mehr dasselbe.

Sonntag, 24. August 2008

Ein Sonntag mit Frau und Herr Grütter-Müller

Des Morgens Aufstehen, Hinstehen mit Frau Grütters Bericht in der Sonntagszeitung.
Wow. Diese Frau Priska Grütter fasziniert mich einfach gewaltig. Ich bin extrem stolz. Eine starke, intelligente, mutige,...., und liebenswerte Frau. Und bevor ich mit meinen Huldigungen allzu privat werde in diesem Blog oder allenfalls grosse Verwirrung stifte, bin ich einfach froh und glücklich, mit ihr partnerschaftlich durch dieses Leben zu schreiten. Falls es jemand noch nicht weiss: Man sagt dem halt Freund und Freundin oder so. Gut. Wenn man ersten "Off-Topic-Kommentaren" glauben schenken darf, muss ich mich wohl bald im Streitthema umentscheiden, ansonsten sie sich vor Ballofferten anderer Männer nicht mehr retten kann... ;-)

Während Frau Grütter also in der Zeitung war, war Herr Müller am 100 Jahre Aare-Seeland-mobil Jubiläum eingeladen und hörte den dortigen Huldigungen von Regierungsräten der Kantone Bern und Solothurn, etc. zu und brunchte mit National-, Gross- und Gemeinderäten aus der Region. Während ich mich früher an solchen Anlässen jeweils etwas verloren vorkam, kennt man sich mittlerweile ja relativ gut und in diese Jubiläumsrunde gesellten sich gar Freunde: Nadine Masshardt, Grossrätin und Adrian Wüthrich, Gemeinderatskandidat Huttwil. Nachdem am Freitag Frau Bundesrätin Doris Leuthardt einen Zug des neuen Rollmaterials zum Jubiläum taufte, wohnten wir heute der zweiten Taufe durch die Regierungsräte Straumann (Solothurn) und Käser (Bern) bei. Merkur heisst der neue STAR der asm.
Ich gratuliere dir von Herzen, lieber Ueli Sinzig (Direktor der asm) für deine 30 Jahre Wirken. Toll gemacht und danke für die Einladung.

Samstag, 23. August 2008

Die SP lässt's steigen


Die SP Kandidierenden für den Stadt- und Gemeinderat in Langenthal haben heute in einem teambildenden Prozess einen Drachen gebaut. Lehrmeister war der Meister himself, Markus Trombik. Präsident des Drachenclubs Schweiz.
Es war toll und hat mir bewiesen, dass wir vor allem eines in den nächsten 2 Monaten machen werden. Gemeinsamen WahlSPass! Mehr Bilder werden wohl bald auf der SP Seite folgen:

Bild 1 oben: Wahlleiterin Rebekka Leuthardt und Parteipräsidentin Nathalie Scheibli besprechen den perfekten Aufstiegswinkel.
Bild 2: Stadträtin Beatrice Greber gibt ihrer Kreativität Ausdruck.


Bild 3: Mein bescheidenes Produkt. Zu mehr Fantasie als der SP Rose reichte es mir nicht.
Bild 4: Aufstieg. Jetzt.
Bild 5: Wes zweni luftet, muesch haut no chli i Gägewind seckle. Politisches Motiv oder "nur" eine simple Drachenregel?
Bei ihr gibt's noch mehr Bilder. Und wer etwas sucht, der findet gar mich... ;-)

Freitag, 22. August 2008

Wahlprognose Stadtratswahlen Langenthal

Wie wird es sein, nach dem 26. Oktober 2008, der in den letzten Tagen in diesem Blog zum scheinbaren "Non-Plus-Ultra-Tag" vor allem in den Kommentaren stilisiert wurde.
Ich bin mir bewusst, dass es enorm schwierig ist, eine solche Prognose für unsere Stadt zu erstellen. In diversen Postings, die ab heute zu diesem Thema folgen werden, versuche ich aber meine Prognose - vorerst für die Stadtratswahlen in Langenthal - zu erstellen.

Wie sah das Wählerinnen- und Wählerverhalten bisher aus:
Stadtratswahlen 2000:

Stadtratswahlen 2004:
Die SP war und ist somit die stärkste Kraft in Langenthal (was bisherige Stadtwahlen betrifft). Gegen SVP und FdP, welche bislang stets (ausser im Jahr 2008) eine Listenverbindung eingingen, war sie aber in den letzten acht Jahren ebenso stet in der Minderheit. Die EVP ist in den letzten Jahren zahlenmässig immer stärker und stärker geworden.
In Nationalratswahlen hat die SP in Langenthal immer etwas schlechter abgeschnitten, als bei Stadtwahlen. Ein Grund mag sein, dass die Grüne Liste in Langenthal - im Gegensatz zu NR-Wahlen - oft relativ dünn besetzt war und ein Teil der grünen Stimmen dadurch wohl auf die SP Liste entfiel. 2007 spürte man den Rückgang der SP Stimmen in den Nationalratswahlen aber auch bei uns deutlich. Insbesondere die SP-Männerliste brach um circa 4 Prozent gegenüber dem Jahr 2003 ein. Aysel Güler und Nadine Masshardt sei Dank verloren die Frauen lokal nur wenige Prozent. Die SVP legte gegenüber Stadtwahlen um über 4 Prozent zu.

Wahlprognose Teil 1: Die Nationalratswahlen 2007 in Langenthal
Bestimmt ist diese Wahlprognose zu einfach gestrickt. Aber würde man einfach die Resultate der Nationalratswahlen und zwar nur die Stimmen aus Langenthal nehmen, so ergäbe sich folgendes "Bild":

Die SP würde 4 Sitze verlieren. Die SVP 1 gewinnen. Die FdP ihre Sitzzahl halten. Die Jungfreisinnigen 1 verlieren. Grüne und Grünliberale teilten sich 5 Sitze (+4 Stück). Die EVP (inkl. CVP & EDU) würde ihre Sitzzahl halten und ... wenn man alle rechtskonservativen Stimmen (SD, FPS, MP) zusammenzählt und theoretisch davon ausginge, dass diese weiterhin rechter als die SVP wählten, dann geht 1 Sitz an die PNOS... weiterhin.

Da diese Prognose nicht zutreffend sein wird, das darf ich ja als Angehöriger der SP auch schon rein theoretisch, nicht erlauben, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt mit lokalen Faktoren und Ereignissen seit den NR-Wahlen 07, die aus meiner Sicht eine grosse Rolle spielen werden, neue Prognosen aufstellen.

Bloggendes Schein und Sein eines Politikers

Gestern kam ich gar nicht zum Bloggen. Das war auch gut so. "A blogging day off" kann reflektiv und auch sonst sehr gut sein. Unter anderem ging's gestern bei mir auch um bloggendes Schein und Sein und scheinbar hat Urs nun ähnliche Erfahrungen eingeholt, indem er gestern kommentierte:
"Sorry, sorry Kathrin, ... und nocheinmal ein ganz, ganz grosses "exgüssi" , tja, ... das hat mir nun mindestens ein Dutzend Stimmen gekostet .-)."
Worauf ich meine Blogging-Politics-Thoughts wie folgt beschreiben möchte.

"Bloggen ist für Politikerinnen und Politiker ein zweischneidiges Schwert. Ob man hier Wählende gewinnt oder doch nicht eher verliert, dessen bin ich mir überhaupt nicht sicher. Wollen die Wählenden überhaupt so "in touch" gehen mit den Gedanken eines politischen Menschen? Ist das alles nicht doch zu nahbar und manchmal zu privat? Werden die Politikerinnen und Politiker dadurch und mit den Fehlbarkeiten, die sich im Blog offenbaren, nicht plötzlich zu menschlich, um noch als souverän zu gelten und vom Souverän gewählt zu werden?"
Und nun? Wisst ihr was? Mir ist das eigentlich egal. Ich glaub' eh nicht, dass sich mein Resultat bei den nächsten Wahlen auf irgendwelche Begebenheiten zurückführen lassen. Aber der Blog wird weiter bestehen, ob ich nun in der Politik bleibe oder nicht.

Mittwoch, 20. August 2008

Wie ist das mit dem Wuhrplatz?

Gewöhnlich unterschätzte ich in der Vergangenheit die Wirkung dieses Blogs meistens.... noch im Sommer fragte ich mich, ob die Medien hier wohl mitlesen würden.... und nun scheine ich eventuell wieder etwas beigetragen zu haben.

Gestern beklagte ich mich über eine nicht ganz korrekte Aussage im Bericht der Berner Zeitung:
Ich: "Berichterstatter zu diesem Traktandum war Gemeinderat Jürg Häusler. Somit ist er laut unserer Geschäftsordnung im Stadtrat der einzige, welcher dazu sprechen darf. Es geht also nicht - wie fälschlicherweise oben geschrieben um Kenntnisnahme oder nicht, sondern wer für das Geschäft ordentlich als Berichterstatter/in traktandiert wurde."

Die Berner Zeitung ist dem Geschäft rund um den Investitionsplan und das Herausschieben der Überbauung Wuhr bis ins Jahr 2011 wahrscheinlich nun noch einmal nachgegangen und berichtet heute in der Zeitung wie folgt:

Im Stadtrat musste sich Thomas Rufener Kritik zur Umgestaltung des Wuhrplatzes anhören. Das Ratsreglement liess eine Entgegnung nicht zu. Die BZ fragt nach: Was geht nun auf dem Wuhrplatz?
Da juckte Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) förmlich auf. Eben hatte er sich kritische Töne von Stadtrat Urs Masshardt (SP) zur Umgestaltung des Wuhrplatzes anhören müssen. Das wollte er so nicht stehen lassen. Ein Blick nach hinten zu Stadtratspräsident Reto Müller (SP), ein kurzes Armheben: "Ich möchte nachher das Wort", bedeutete die Geste.
Die Szene war nur eine kurze Reminiszenz an der Stadtratssitzung vom Montag Abend im Saal der alten Mühle. Doch sie löste Unsicherheit und Verwirrung aus. Denn Ratspräsident Müller gab Rufener kein grünes Licht: "Ich kann das Wort nicht erteilen", sagte er. Zum Traktandum Finanz- und Investitionsplan habe Gemeinderat Ernst Häusler gesprochen, andere Gemeinderatsmitglieder dürften nicht mitdiskutieren, so Müller. Auch ein Ordnungsantrag, wonach Rufener hätte antworten dürfen, half nichts, Rufener durfte nicht reden.

Nun ist es fast korrekt. Danke. Also Ernst hiesse eigentlich Jürg und gar nicht reden hätte Rufener auch nicht müssen, aber lasst mich der Reihe nach erklären.
Wir haben Reglemente. Und nach denselben leite ich. Ausnahmen sind schwierig, da es sonst willkürlich wird. In den Sitzungen des Stadtrates kann der Gemeinderat (auch der Stapi) nicht einfach so das Wort verlangen und sprechen. Schliesslich ist es die Sitzung der Legislative. Aber diesbezüglich habe ich Rufener nicht absolut des Wortes enthoben. Ich habe nämlich zusätzlich "belehrt", dass er unter dem Traktandum 11 "Mitteilungen des Gemeinderates" dazu Stellung nehmen könne oder am Ende der Sitzung eine "Persönliche Erklärung", wie sie unser Reglement in diesen Fällen vorsieht, abgeben könne. Er hätte antworten können, wenn er gewollt hätte, nur nicht zu besagtem Zeitpunkt. Es sollte auch nicht in ein Frage-Antwort-Spiel ausarten. Mit einer Kollegialbehörde wird das sonst schwierig.

Ich find's gut, dass die BZ heute nachgefragt hat. Denn die Antwort, warum man den Platz erst 2011 umgestaltet reicht von weich bis sehr weich.
-> Wegen dem geplanten Parkhaus, bei dem die Finanzierung nicht steht?
Das kriegt man aber sicher hin, bis Mitte 2009, wenn man will.
-> Und weil im Jahr 2010 das kantonale Jodlerfest in Langenthal stattfinde!
Na denn. Jodoholiduuuuuuu.... bravo!

Und dann sollte ich dann mal wieder etwas anderes bloggen, denn ich merke, dass Langenthaler Politik keine Kommentare (ausser vom lieben Kollegen) hervorbringen und ich somit davon ausgehe, dass dies alles nicht wirklich interessant scheint...
Morgen möchte ich aber dennoch etwas über die neuen Parteien in der Langenthaler Politlandschaft bringen. Denn schliesslich ist und bleibt dies mein Blog. ;-)

Sonderprüfung - Public Viewing - Euro 08 - Wahlkampf - Langenthal

Hat der Gemeinderat nun seine Finanzkompetenzen in Sachen Public Viewing während der Euro 08 überschritten? Ist alles nur Wahlkampf der SP? Oder spielt das überhaupt keine Rolle?

Die Berner Zeitung hat heute einen ausführlichen und sehr guten Bericht erstellt:
http://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Euro-08-hat-ein-Nachspiel/story/20515587


Hier wird festgehalten, die GPK habe gesagt, die Kompetenzen seien überschritten worden. Das stimmt, nur, wenn nicht das Nettoprinzip (nach Stadtverfassung Artikel 6a) angewandt werden darf. Ob aber das Netto- oder Bruttoprinzip zur Anwendung kommen darf, bestimmt der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auf der Ausgabenseite (Technik, Sicherheit, etc.) zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auf der Einnahmenseite mit den Sponsoren, sowie deren Wirtschaftlichkeitsprüfung. Falls zuerst der Vertrag auf Einnahmenseite unterschrieben wurde, so darf gemäss unserer Verfassung auch Netto verrechnet werden.

Nun divergieren die Meinungen. Ich habe an der Stadtratssitzung Folgendes verstanden.
Der Stadtpräsident ging Verpflichtungen von 158'000 Franken für die Technik ein, bevor die Sponsoringverträge unterschrieben waren. Die Technik hätte aber bei X-Light noch bis 30 Tage vor dem Event gekündigt werden können, was eine Kostenfolge von 50% - also unterhalb der Finanzkompetenz von insgesamt CHF 150'000.-- - gelegen hätte.

Ob dies nun rechtens ist oder nicht, wissen wir heute nicht. Und deshalb will ich genau wissen, ob das Vorgehen, das der Gemeinderat hier wählte, richtig oder falsch ist. Die GPK sieht das anders. Ebenso alle anderen Parteien. Insbesondere von der EVP wird uns vorgeworfen (vergleiche mit den Radiosendungen) Wahlkampf auf dem Rücken von Stadtpräsident Thomas Rufener zu machen. Mir persönlich geht's nicht darum. Ob ihr mir das glaubt oder nicht, dürft ihr gerne per Kommentar einer Sonderprüfung unterziehen.

Radio 32 hat gestern eine recht grosse Geschichte draus gemacht, die schon nach Wahlkampf anmutet.
http://www.radio32.ch/play.cfm?id=1104570

http://www.radio32.ch/play.cfm?id=1104709


Ist es nun Wahlkampf oder nicht? Ich finde die Diskussion peinlich. Parteien, die anderen Parteien den Vorwurf machen, Wahlkampf zu machen, obwohl alle Parteien Wahlkampf machen - schönes Plakat am Bahnof übrigens. Na wenn schon. Immerhin wird scheinbar einmal in Langenthal überhaupt Wahlkampf gemacht. Und Wahlkampf geht über 4 Jahre und dauert somit immer eine ganze Legislatur. Ich finde es immer eigenartig, wenn sich gewisse Menschen ein paar Wochen vor den Wahlen plötzlich ins Zeug legen und dann erst noch das Gefühl haben, damit etwas zu erreichen. Plötzlich sind sie an Festen & Anlässen, sprechen im Stadtrat doppelt so lang und man findet sie mit Webseiten, Blogs oder gar im Youtube im weltweiten Netz, bis die Wahlen vorbei sind....

Ich hoffe auf eine spannende Diskussion. Hier oder dann im Stadtrat, wenn es um die beantragte Sonderprüfung geht.

Dienstag, 19. August 2008

Wahlkampf in Langenthal

Gestern Nacht schrieb ich:
"Im Stadtrat lässt sich schlecht Wahlkampf machen. Wer wählt schon einen anderen aus einer anderen Partei. Gilt auch für die weibliche Form. Und die Presse durchschaut solche Mätzchen (hoffentlich) von Weitem."

Heute bin ich dazu geneigt diesen Teil zu revidieren. Folgende Schlagzeilen der heutigen Lokalpresse sind massgebend:

© Berner Rundschau / MLZ; 19.08.2008; Seite 1
Front
FDP blitzt mit Steuersenkung ab
Langenthal Stadtrat genehmigt das Budget 2009


© Berner Zeitung; 19.08.2008; Seite 25
BZ
Oberaargau
oberaargau
Langenthal
Nein zur Senkung der Steuern
Die FDP wollte die Steuern senken. Der
Stadtrat hiess das Budget 2009 gestern aber mit gleich bleibender Steueranlage gut.

Die Steuersenkung beantragt durch die FdP war nämlich nichts anderes als Wahlkampf. Sonst hätten sie ja auch konsequenterweise in der Schlussabstimmung gegen das Budget stimmen müssen. Nein. Den Antrag zur Steuersenkung mochte niemand ausser die FdP gutheissen, da er schlicht unverantwortlich gewesen wäre und dann ja, auch die FdP ist doch schlussendlich für das Budget, welches uns der Gemeinderat vorlegte. Wie wir das in der Botschaft dem/den Stimmbürger und -innen verkaufen wollen, weiss ich noch nicht. Zum Glück haben wir diesbezüglich ein kreatives Präsidialamt.

Verraten hat sich die FdP mit folgender Aussage auf eine sehr gute Frage der SVP. Dies ist glücklicherweise auch in der Zeitung:

© Berner Zeitung; 19.08.2008; Seite
25
BZ Oberaargau
oberaargau
O-Ton

«Von der FDP müssten konkrete Vorschläge kommen, wie man bei einer Steuersenkung ein strukturelles Defizit vermeiden könnte.»
Beat Sterchi (SVP) zum Antrag der FDP/jll-Fraktion, 2009
die Steuern zu senken.

«Ich kann zum Sparpotenzial jetzt nicht einzelne Punkte aus dem Ärmel ziehen.»
Markus Gfeller (FDP) auf Beat Sterchis Aufforderung.


Will heissen, man fordert, ohne die Konsequenzen bedacht zu haben. Wahlkampf.

Auch ich schaffte es wiederum in die Zeitung. Dieses Mal, weil ich scheinbar verhindert habe, dass der Stapi spricht. Im Stile von: "Stadtratspräsident erteilt dem Stadtpräsidenten das Wort nicht!"

© Berner Zeitung; 19.08.2008; Seite 25
BZ Oberaargau
(.....)
Bemängelt wurde jedoch ein Punkt des Investitionsplans 2009–2013. «Es kann nicht sein, dass die Umgestaltung des Wuhrplatzes bis 2011 warten muss und der Stadtpräsident einem Kreisel Priorität gibt», kritisierte Urs Masshardt (SP). Auch Daniel Steiner (EVP) war enttäuscht, weil die Umgestaltung Jahre auf sich warten lasse. Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) wollte dazu Stellung nehmen,
doch Ratspräsident Reto Müller (SP) verhinderte es: Zu diesem Geschäft – es war nur Kenntnisnahme traktandiert – habe er das Wort nicht.
(.....)


Nun. Berichterstatter zu diesem Traktandum war Gemeinderat Jürg Häusler. Somit ist er laut unserer Geschäftsordnung im Stadtrat der einzige, welcher dazu sprechen darf. Es geht also nicht - wie fälschlicherweise oben geschrieben um Kenntnisnahme oder nicht, sondern wer für das Geschäft ordentlich als Berichterstatter/in traktandiert wurde. Und nun stossen wir auf ein strukturelles Problem unseres Gemeinderates. Der Stadtpräsident ist zu 100% angestellt. Alle anderen sind Milizpolitiker/innen. Der Stadtpräsident erarbeitet den Investitionsplan zusammen mit dem Stadtbauamt. Man munkelt Jahr für Jahr, dass die anderen Gemeinderäte dazu nichts zu sagen hätten.... Und er ist dann aber nicht derjenige, der vor dem Stadtrat dazu berichterstattet und somit ordentlich befugt wäre, zu sprechen. Ich habe gestern konsequent von Anfang bis Schluss nach Reglement geleitet. Der Stadtpräsident hätte auf Masshardts und Steiners Fragen wohl auch nicht ausführlich antworten können, wie sie sich das wünschten, da der Gemeinderat eine Kollegialbehörde ist. Ich hoffe - auch als Mitmotionär für eine rasche Umgestaltung des Wuhrplatzes Ende 2005 - dass Masshardt und Steiner mit einer Interpellation nachrücken. Dem dafür vorgesehenen Instrument, wenn der Stadtrat eine Frage an den Gemeinderat richtet... ;-)

So viel politische Meinung sei auch von meiner Seite erlaubt. Noch 3 oder 4 Jahre an Stelle eines schönen Parks im Stadtzentrum einen öden Parkplatz anschauen, mag ich nicht.
Übrigens wer hatte die Idee zur Umgestaltung? Der Kulturverein Chrämerhuus 1983. Wer brachte es wieder auf's Tapet? Nadine Masshardt und Reto Müller - ich glaub' anfangs 2005.

Ich mach' auch Wahlkampf, wenn alle anderen dürfen... ;-) Hehehe.
Noch ein kleiner Seitenhieb: Don't google yourself. Du könntest echt überrascht werden.

4 Stunden und 23 Minuten Sitzung

Ein Marathon war es.... die heutige Stadtratssitzung. Ironman und Ironwoman. Einer im Dauersitzen, still Zuhören und dann noch korrekt Antworten. Beginnend um 19 Uhr, endend um 23.23 Uhr. Ich muss unserem Stadtrat ein Kränzchen winden. Er hat sich sehr ausdauernd, korrekt und fair gegenüber allen zwölf Traktanden verhalten.

Auch ich durfte wiederum recht viel Lob einfahren. Ich hätte gut geleitet, waren sich die Rückmeldenden einig. Wie viele Stadträtinnen und Stadträte jedoch mit einem Groll nach Hause gingen, ohne mir etwas zu sagen, entzieht sich meiner Kenntnis. Bestimmt war die heutige Sitzung zu lange. Das sagt mir unter anderem mein dröhnender Kopf und meine recht grosse Erschöpfung. Bestimmt hätte ich im Wissen um eine sooo lange Sitzung (Fehleinschätzung meinerseits) mit einer Sandwichpause den Anwesenden etwas Gutes tun können. Unsere Mitglieder waren so diszipliniert, sie hatten zwar bereits bei Traktandum 2 zwei Ordnungsanträge gestellt, sie stellten aber nie einen Antrag auf Pause. Nun. Alle konnten ja zwischendurch Aufstehen und zum Beispiel zur Toilette gehen. Bis auf einen.... ja, richtig geraten. Mich. Oder nennt mich für heute Thrombosen-Müller.

Vorhin fragte mich Priska am Telefon, was wir denn besprochen hätten, dass es so lange dauerte. Ich wusste es im ersten Moment gar nicht mehr... "- ehhmmm... ehhmmm... es war wichtig..... Ach ja. Investitionen, Budget, Voranschlag 2009, Schaffung Amt für Bildung, Kulturreglement (auf der Titelseite steht dort übrigens noch ein e zu viel, Paula. Es heisst dort Kulturregelement. Hat kein Stadtrat gemerkt... ), Motion 7 auf 5 Gemeinderäte/Innen, Motion 6 Wochen Ferien, Postulat VSG Art. 17, Interpellationen gab's auch gewichtige, etc.pp. Punkt." Die Presse wird uns ab morgen (heute) Dienstag zeigen, was von allgemeinem Interesse war.

Auf alle Fälle habe wir viel Wichtiges durchgebracht inkl. den Voranschlag ohne zweite Lesung, so dass wir uns eventuell die nächste Sitzung (1 Woche vor den Gemeindewahlen) einsparen können... mal schauen, wie wir mit den Vorstössen und offenen Geschäften stehen.

Bezüglich der Ratseffizienz liesse sich bestimmt noch einiges verbessern. 13x erklang das Wort "Wahlen" aus den Mündern der Anwesenden, offiziell über Mikro verlautbart. Ohne eine Wertung vornehmen zu wollen oder zu behaupten meine Wahrnehmung sei richtig oder falsch. Im Stadtrat lässt sich schlecht Wahlkampf machen. Wer wählt schon einen anderen aus einer anderen Partei. Gilt auch für die weibliche Form. Und die Presse durchschaut solche Mätzchen (hoffentlich) von Weitem. Parlare.... Parlament.... die scheinbare Verwachsung mit meinem Präsidentenstuhl fand dann doch noch ein Ende und so bin ich nach diesem sehr subjektiven Bericht mit meiner Psychohygiene fertig und reif für ein wenig Schlaf.
Bis bald.

Reto Th. Müller

Montag, 18. August 2008

56,6 Meter unter Boden.

Wie fühlt man sich lebendig begraben? Recht gut. Aber ich muss Folgendes präzisieren: Ich war nicht allein. Der Raum sehr gross und nicht ganz abgeschlossen. Es hatte Taschenlampen. Aber trotzdem war es ungeheuerlich beeindruckend.

Am Samstag empfing das offizielle Langenthal (Gemeinderat, Stapi, Stadtschreiber und Stadtratspräsi) das Lysser Parlament. Lyss arg gebeutelt durch zwei kurz aufeinander erfolgte Überschwemmungen 2007 und nicht ausgestattet mit hohen Trottoirs (Notablass) wie Langenthal, projektiert im Moment einen Entlastungsstollen, wie wir ihn hier in der Region seit 16 Jahren im Betrieb haben.
Um sich ein Bild unseres Hochwasserschutzverbundes zu machen, waren rund 25 Politiker und -innen angereist. In einer Art Postenlauf, welchen ich leider nicht bis zu Ende mitgehen konnte, wurden sie, perfekt koordiniert durch unsere Stadtverwaltung, durch das Thema und die Anlagen geleitet.

Einige mögen der Zeit, als die Langete bei Hochwasser durch unser Dorf floss, nachtrauern. Als wir sie letztes Jahr wieder einmal durchs Zentrum ablassen mussten, fand auch ich es sehr beeindruckend und schön, nach 15 Jahren dieses "Spektakel" wieder zu erleben. Auf der anderen Seite haben wir einen genialen Bau, welcher uns und die Region vor den vielen Schäden bewahrt, die sich trotz der Abflussmöglichkeit durch die Stadt Langenthal immer wieder ergaben.

Eine Bildergeschichte:
Ins sogenannte Überfallbauwerk hinunter in die Toskammer wurden wir mit Kran und Korb (Dank an die Firma Witschi, Langenthal) herabgelassen.

Einblick von oben.Runter geht's. In der roten Jacke Gemeinderätin Laura Baumgartner (SP).
56 Meter unter Boden. Die Aufhängung des Krankorbes und das Licht am Ende des Tunnels gegen oben.
Ist sie froh wieder oben zu sein oder gar stolz die spezielle Liftfahrt im gelben Krankorb überstanden zu haben?

Ein Wort: Zwipf

Nun hat er doch schon wieder nicht gebloggt über's Wochenende... was soll das?
Es gibt ein einziges Wort zur Erklärung: ZWIPF

Es gibt aber vieles zu erzählen und das werde ich ab heute Nachmittag aufzuholen versuchen, was per se eigentlich unmöglich, aber vielleicht doch ein Versuch Wert ist.

Freitag, 15. August 2008

Was ist ein Blog?

Es war im Sommerkino vor einem Jahr, als ich Chrigu Röthlisberger kennen lernte. Eigentlich erstaunlich, dass sich unsere Wege erst zu diesem Zeitpunkt kreuzten, denn ein unbeschriebenes Blatt war er schon lange nicht mehr. In langen und interessanten Gesprächen erklärte er mir damals auch, was ein Blog ist und wie er Blogs führe und was das Ganze überhaupt soll. Vorher kannte ich dieses Medium nicht und dies obwohl ich mich oft und gerne mit Informatik beschäftige. Einer schönen Frau aus Solothurn hatte er damals auch noch Gratiseintritte geschenkt und dies, weil auch sie würde bloggen und sei echt gut und ich solle mich doch mal damit (also mit Bloggen) versuchen, denn ich sei ein interessanter Gesprächspartner und ungewöhnlicher Politiker so würden bestimmt auch interessante Beiträge entstehen.

Als ich heute durch meine ersten Beiträge, damals Ende August 2007 stöberte, musste ich schmunzeln, grinsen und lachen. Ich nahm das Ganze nicht wirklich ernst. Ich schrieb in einer unglaublichen Schreiblust unglaublich viel Privates. Irgendwie entluden sich in einer Art Blog-Gewitter all die Gedanken über mein Leben und die Politik. Ein wenig trauere ich dieser Zeit auch nach, denn so wie damals, kann ich heute nicht mehr schreiben. Erstens weil ich nicht wiederholen kann, will, was ich hier schon einmal gesagt habe und zweitens weil dieser Blog nun mittlerweile so öffentlich geworden ist, dass dies nicht mehr geht.

Trotzdem behalte ich mir stets vor, nicht zu einem Polit-Blogger zu werden, der den Lesenden hier bloss seine Statements aufdrücken will. Hier möchte ich auch künftig Gelegenheit bieten, meine Gedanken zu lesen in guten, wie in schlechten Zeiten und diese zu kommentieren, mit mir zu diskutieren und in Kontakt zu bleiben. Und wer mich kennt, weiss, dass ich nicht ich wäre, wenn da zwischendurch nicht auch eine ganz persönliche Perle folgen würde.

Somit möchte ich einfach danken. Danke Bugsierer, mein Mentor. Danke Chnübli, dass mich dein Blog über Sommerkino-Bratwürste in den Bann dieses Mediums zog. Dass du wohl die meistgelesenste Frau der Schweiz bist, wusste ich damals noch nicht. Doch im Moment ist dein Blog leider leer... ich hoffe, der Sturm legt sich bald. Ich danke euch, dass ihr mir diese Ausdrucksweise gezeigt und gelehrt habt.

Ich werde dann am 27. August bestimmt auch eine offizielle 1 Jahr Reto M. Blog-Rede halten. ;-) So viel Blog-Politik muss sein.

Und wisst ihr, was das Schönste an der Sache ist?
Ich weiss immer noch nicht genau, was ein Blog ist.

Donnerstag, 14. August 2008

Sommerkino grün -> Bahnhof rot

Nun. Bis gestern tief in die Nacht hinein nahmen wir Abschied vom diesjährigen genialen Sommerkino. Es war wirklich schön. Mit den Grünen, welche gestern den Bardienst uniformiert (passte bestens zum Film "Die Welle") übernahmen, diskutierte und philosophierte ich lange. Über Langenthal, über die Politik und das Leben. Wir haben die Gedanken weitergesponnen, die schon in den Kommentaren über das Wahlbistro zum Vorschein kamen. Ja. "Genosse" war auch da.

Rund 4 Stunden später fand ich mich dann am Bahnhof Langenthal mit Parteikollegen zur ersten offiziellen Wahlaktion zusammen. Wir verteilten den Pendlerinnen und Pendlern Gipfeli und die ersten SP-Postkarten.

Der Wahlkampf ist definitiv lanciert. Ich frage mich, wie das wohl im Stadtrat am Montag herauskommt....

Bilder von heute Morgen:
Abgepackt.Gemeinderat Kurt Blatter, Stadträtin Beatrice Greber und ich warteten auf "Kunden" in der Südpassage.
Smiley-Parcours.

Mittwoch, 13. August 2008

Puuhhh... das war ein Film heute Abend

Meine Güte.... für so was hätte ich wohl keinen Eintritt bezahlt und doch faszinierte mich die Story gegen Ende doch noch. Irgendwie fand ich im blutigen 2,5 h-Gemetzel letztendlich doch eine Spur Philosophie.

Mein Beschrieb auf der Sommerkino.ch Seite:
P.s. (wie jeden Abend zu jedem Film, den wir zeigten...)

Jäger und Gejagte in "No Country For Old Men"

Geschrieben von: Reto Müller

Angenommen es wird in einem Film jagt auf Menschen gemacht. Gemordet, gemeuchelt, gebolzt. Und der Film kommt zu einem Ende, das gar kein Ende ist, da es keine klassische Auflösung der Geschichte gibt. (Der Cop tritt zurück und gibt seinen Dienst auf. Und der verrückte Mörder wird per Zufall in einem Autounfall schwer verletzt - keine anderen noch so verschiedenen "Jäger" konnten ihm langfristig etwas anhaben - und auch von der Unfallszene schwankt er weg und man zweifelt keine Sekunde, dass er wiederum auf die Beine kommt und seine Prinzipien - das Morden aus prinzipiellen Gründen - wieder aufnehmen wird.) Was sagt man zu so einem Film ohne "filmisches" Ende. Vielleicht trifft es "realitätsnah" am besten.

Das Morden - das vordergründig wegen 2 Millionen Dollar geschieht - hat keinen Sinn. Jäger und Gejagter wechseln sich ab und doch behält scheinbar am Ende der widerlichste Kerl des Films als praktisch einziger sein Leben und seine Lebensphilosophie. Kurz nachdem man die Hoffnung schöpfte, dass vielleicht doch ein Hobby-Jäger die Fähigkeiten hätte, ihm ein Ende zu bereiten, wird die Hoffnung von einer anderen Gruppe Killer einfach mal so schnell umgebracht. Offensichtlich hätte es eigentlich viele (bessere) Gelegenheiten gegeben, ihn umzubringen. Aber es geschieht so beiläufig, wie alles im Film und doch bleibt dadurch nichts Unbedeutendes zurück. Am Ende tötet er aus reinem Prinzip auch die vermeintlich unschuldige Frau des Hobby-Jägers, nur weil sich dieser nicht an die vorgegebenen Spielregeln hielt und die Frau das im simplen Münzwurfspiel um Leben und Tod auch nicht will. Sie will nicht wählen, sondern überlässt ihm die Wahl... das war falsch. Doch. Warum das alles?

Es ist ein Ethan & Joel Coen Film. Hervorragend die Spannung, die nicht mit atemberaubender Orchestermusik oder sonstigen szenischen Knalleffekten provoziert, sondern sich in einer zerreissenden Stille im Film ausbreitet. Es wird fast nichts gesprochen. Die schauspielerischen Leistungen - insbesondere auch des verrückten Killers - sind hervorragend. Der Film ist brutal - ohne Ende (bewusst mehrdeutig) - und doch bleibt eine grosse Faszination zurück, die für mich diesen Film im Genre einzigartig macht.

Wer diese Art Filme mag, wird in "No country for old men" auf alle Fälle eine neue Herausforderung finden. 0815 war früher. Kopf oder Zahl?

Montag, 11. August 2008

10 Tage, 10 Filme, Sommerkino 2008

Morgen sind die grossen "Ferien" eines Lehrers zu Ende. Heute Abend feierte ich im Sommerkino somit nicht bloss das Ende derselben, sondern als kleines Jubiläum in diesem Jahr auch den 10. Film... ;-)
"Le scaphandre et le papillon."
Würdig meines kleinen Jubiläums. Eindrücklich. Wahnsinn. Hab's versucht auf der Sommerkino-Homepage zu beschreiben....
Warum mir das Sommerkino jedes Jahr so gut gefällt? Ich versuch's auch mal ohne Worte:

Nun noch 3 Abende mit tollen Filmen und dieser genialen Ambiance im Herzen Langenthals.

Samstag, 9. August 2008

Olympische Spiele

Ich weiss echt nicht, was ich von diesem China halten soll. So viel Potenzial. So viel Ungerechtigkeit. Ich finde es nach wie vor falsch, dass man die Spiele dorthin vergeben hat. Beziehungsweise finde ich es äusserst schade, dass man nicht mehr Druck hin zu einer weiteren Öffnung und Demokratisierung dieses Staates aufgesetzt hat.
Was die Chinesen abziehen ist unglaublich gross, fast ausserhalb unseres Vorstellungsvermögens, für einen westlich-demokratischen Staat wäre das so nicht durchführ- oder finanzierbar. Es ist beeindruckend. Hingegen auch die Rücksichtslosigkeit und Kälte, wie man mit kritischen Geistern und Stimmen verfährt.

Soll man die Olympischen Spiele boykottieren?
Es ist fast unmöglich. Ausser man stellt den Fernseher nicht ein oder programmiert seine Senderliste um....
oder

Freitag, 8. August 2008

Dinge, die ich mag: Swissdox

Ich mag es wirklich. Man entdeckt immer mal wieder Dinge, die man vorher nicht gesehen hat. Zudem ist es politisch gesehen ein super Rechercheinstrument.

Vorgestern vermeldete ich ja, dass ich noch nachrecherchieren werde, was alles über Müller-Blog-Zecke erschienen ist und stiess auf folgenden lustigen Aufmacher:
(Am besten gefällt mir: "Laut Büllers Blog hatte Müller...". Büllers Blog. Wäre fast ein zweites Portal wert. ;-) Danke, BZ.)

© Berner Zeitung; 15.07.2008; Seite 21
BZ
Oberaargau
oberaargau
O-Ton

«Mir geht es gut. Ich habe weder Anzeichen von Borreliose noch Anzeichen einer FSME- Erkrankung.»
Reto Müller (SP), als Stadtratspräsident in diesem Jahr der höchste Langenthaler, in seinem Blog. Er (als Soldat) und seine Freundin Priska Grütter (als Offizierin), Roggwil, sind derzeit am gleichen Ort und zur gleichen Zeit im WK. Und beide gehören zu den 70 Armeeangehörigen, welche beim befohlenen Biwakieren in einem Zeckenrisikogebiet von Zecken gebissen wurden (wir berichteten). Übrigens: Laut Büllers Blog hatte Müller vorgestern Sonntag zum ersten – und wohl auch zum letzten – Mal in seiner bald zu Ende gehenden Militärkarriere Sonntagswache. Und fand das «aber gar nicht mal so schlimm».

Donnerstag, 7. August 2008

Bloggende 1. August-Rede

Bundesrat Moritz Leuenberger ist uns normalen Politos kommunikationstechnisch oft immer ein Schrittchen voraus. Nun. Schliesslich sei es ihm als Kommunikationsminister und hervorragendem Rhetoriker auch vergönnt.
Die Idee einer 1. August Rede im Blog ist genial. Und wahrscheinlich hat er recherchiert (oder lassen) und tatsächlich die 1. Blog-1 .August-Rede überhaupt "gehalten". Die Idee hätte mir auch kommen können. Nun. Ob er davon Notiz genommen hätte, ist eine andere Frage. Mein Publikum ist schliesslich massiv kleiner.

Ich hielt die 1. August Rede im Alterszentrum Haslibrunnen in Langenthal. Es ist dort Sitte, dass der höchste Langenthaler spricht und dies nicht zu lange. Ich hatte mich deshalb auch für eine etwas andere Rede entschlossen:

Mini Grossmueter het in Lotzwil e Burehof gha. Glich wie mini Urgosseutere und so vieli vo mine Ur-Verwandte. Mi Urgrossvater wäri gärn Lehrer worde und i gloube mini Grossmueter eigentlech ou, aber das isch denn nid gange. Daderfür hät si id Schueu nach Langetu müesse u das isch haut viu zwiit wäg gsi zur damalige Zyt. Es het ir Burestube e länge, warme Ofebank gha. Überem Bank si Gsteu gsi, wome het chönne Chuchitüechli u anderi Sache zum Tröchne ufhänke. Ufem Ofe säuber isch meischtens am Grossätti si Spazierstock gläge.

Uf däm Bank simer viu ghocket u d Grossmueter het üs Sache bibrocht zum Bispiu d Farbe mit de bunte Chlämmerli usem Konsum oder ds Zöue mit Eierschachteli. Sie het zueglost und brichtet. Sie het hüfig gseit: Früecher isch das anders gsi. Bi dere Glägeheit isch sie hüüfig i ihres Zimmer gange und het öppis füregno zum Zeige. Sie het öpe die mit Stouz ihres Zügnis us der 9. Klass brocht, wo sie überau es 1 het gha. Jo, es 1. Das sigi damaus die höchsti Note gsi. I ha ihre ömu aues gloubt. Es het Fächer druf gha, wie Fliiis u Sorgfaut, wo ou e Note gä hei.

Mängisch hani mini Grossmueter nid verstange. We si Sache gseit het wie: „Chum mir ärfele.“ Hani nid gwüsst, dass sie wett umarmt wärde. Oder ou Wörter wie „bääje“ oder „bchalle“ oder „bäre“ oder „bchieme“ „Brattig“ oder „Brächere“ um nume es paar mit B z nenne, sie mir frömd gsi. Ja. Das isch früener angers gsi.
Bestimmt het sie o nid immer aues verstange woni gseit ha. „Gäu, das isch cool.“ ; „Isch huere guet.“ „Mega geil.“
Sie het nie gseit, wasi säge sigi schlächt oder fautsch. Mir hei enang zueglost o wemer angers gredt hei.

Mini Grossmueter het nie gseit es sigi früecher besser gsi aus hüt. Sie het immer nume gseit, es sigi haut angers gsi. Es schnäus Urteil het sie nid gfäut. Sie het viu gwärchet u nie klagt.
Hüt ghöre i oft vo viune Lüt wie sie jammere u chlage: Das isch nid guet. U bi eim muess me no das u dieses besser mache. U i froge de öpe zrügg: Ja. Was sit de dir bereit derfür zmache, damits besser wird? Vieli dänke mi chöni hüt cho u säge, was me wöu u öper angers machis de. Ja. Hüüfig geits eso u de vergisst me de ds Merci o no. Sie vergässe derbi o, dass es vieli het wo viu mache u dases so vieles git, wo mir hüt scho hei und dases üs hüt mit au däm Luxus bequem isch u vilicht jedem einzelne e chli ringer u besser geit aus früecher.

Es isch hüt angers aus früecher und es wird ou morn wieder angers si aus hüt. D Wäut dräut sech immer wiiter und entwicklet sech und i ha mängisch ds Gfüehl si dräit sech immer schneuer, d Distanze wärde immer chürzer, aber d Mönsche enang dadurch vilicht o immer e chli frömder.

Gäuit. Das isch e komischi erscht Ouguscht Red? Was redt jetzt dä do zum Geburtstag vodr Schwiiz. Dä isch doch Poltiker u redt nüt vo Politik! Das isch jo ganz anders aus früecher???

I wett öich säge, dass aues woni mit dere Gschicht über mini Grossmueter gseit ha, dermit z’tüe sött ha.
Mir müesse i dere Schwiiz – o gad wöu mer verschiedeni Sproche rede, enang ganz guet zuelose. Es chöme o immer meh Sproche derzue und o die Mönsche müessemer probiere z verstoh. Mir dörfe nid ds Gfüehl ha, dass öper angers üs üsi hütig Schwiiz bout. Mir müesse säuber apacke und üs üsi Wäut gstaute. Es brucht wieder meh Lüt wo Poltik mache, wo id Vereine gö, wö tüe wähle u mitabstimme. Und mir dörfe ou öpe die emou zfriide si mit üs u mit däm wie’s Läbe bishär gloffe isch und Zueversicht ha, dases ir Zuekunft guet wird usecho. Angscht isch e schlächte Ratgäber u Europa isch so friedlich u sicher, wie no nie vorhär. Es wird künftig angers si aus bishär, aber es wird guet si. U mir dörfe ou mou Merci säge. Merci für die wo üs begleite, üs zuelose, aktiv mit üs läbe und ds Läbe hie häufe gstaute.

I wünsche öich aune zum hütige Nationalfiirtag vodr Schwiiz drum viu Chraft, viu Stouz, viu Zueversicht und beschti Gsundheit fürne gueti Zuekunft.

Nun. Im Anschluss wurde es dann doch auch noch ein wenig politischer. Wir betrachteten noch ein wenig die Stabilität im Lande. Dass es viel erträgt in unserem System, auch wenn eine Partei mal rasch in die "Opposition" geht, funktioniert die Schweiz problemlos. Und ich bedankte mich, dass diese Menschen mit einem Altersdurchschnitt von über 90 Jahren uns in Langenthal den Weg (auch politisch) gepflästert haben, auch welchem wir nun weiterschreiten.

Mittwoch, 6. August 2008

Das Wahlbistro


Heute Morgen um 10 Uhr erreichte mich eine Email mit einer neuen Idee.
"Das Wahlbistro" heisst diese und soll eine Plattform bieten zur Online-Diskussion politischer Themen.

Die neue Beiz eröffnet ein starkes Team aus Mark Balsiger, Andi Jacomet, Stefan Vogt und Marco Zanoni. Die Idee Balsigers erinnert an die Plattform facts 2.0 oder frühere Foren, in welchen thematisch diskutiert und (im Wahlbistro von Monika Tschumi und Mark Balsiger) moderiert wird. Speziell an dieser Art "Blog für viele": Die Diskutierenden bekennen sich mit Name, Wohnort, Partei und (wenn sie wollen) Bild. Angesprochen sollen sich vor allem auch Kandiderende für ein Amt fühlen, die sich in diesen Diskussionen positionieren und auch profilieren können.

Ich bin von der Idee begeistert und werde bestimmt mitdiskutieren. Es bleibt einzig für mich zu hoffen, dass viele mitmachen und sich das Tool thematisch auch ein wenig von Bern und den dortigen Wahlen wird lösen können und wir auch in unserer Region somit Menschen finden, welche bereit sind, aktiv im Netz über unsere lokalen Probleme und die Lösungen zu diskutieren.

Wer wagt sich mit mir ins Wahlbistro?

Themenvorschlag Nummer 1: Autobahnzubringer Oberaargau.

Eine mediale Zeit

Normalerweise habe ich es ja so gepflegt, dass ich alle Medienpublikationen über mich und auch sie hier einzeln präsentierte. Auf Grund der Zeckengeschichte und aller anderen Dinge, die im "Sommerloch" geschahen, ich momentan im Sommerkino und mit den Schulvorbereitungen schon relativ viel am Schreiben bin, fasse ich heute erst einmal zusammen und habe mir vorgenommen nun wieder zum daily-blogging zurückzukehren, da es sonst wieder zu solchen Staud kommen könnte.

Zu den Medien:

Ich habe für den Beobachter über die Zeckengeschichte geschrieben. Die meisten Betrachtenden fanden aber das ganzseitige Bild spannender...

Vorher erschienen darüber auch Berichte in der Berner Zeitung, Langenthaler Tagblatt, Sonntagszeitung, 20 Minuten und im Radio 32 in welcher dieser Blog und meine Wenigkeit explizit genannt wurden. Da muss ich dann mal im Swissdox genauer recherchieren...

Heute erschien im Langenthaler Tagblatt mein Gastbeitrag über die Unicon 14 in Kopenhagen.

Und schliesslich das Highlight dieser Tage. Priska Grütter war gestern als Leutnant der Schweizer Armee im "Club" des Schweizer Fernsehens.
Thema: Von Freunden umzingelt - wozu braucht es die Schweizer Armee?
Meine Meinung ist nicht zwangsläufig objektiv, aber à mon avis hat sie es toll gemacht.
Hier der dazugehörende Link.

Und abschliessend möchte ich nun auch noch den Text der Kolumne: "It was great in Switzerland" aus dem Langenthaler Tagblatt von heute anfügen.
Text und Bild gehören dem Langenthaler Tagblatt.

Gastautor

RETO MÜLLER

«It was great in Switzerland»

«Jeg har tabt min unicykel», hiess es dieser Tage in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen, wenn jemand nicht mehr genau wusste, wo er sein Einrad hingestellt hatte. Dass im Gewusel von 1000 Einrad fahrenden Weltmeisterschaftsteilnehmenden und 500 Gästen der Unicycling Convention (Unicon) so etwas durchaus zur Tagesordnung gehört, können die zahlreichen Helfer auch bei der 14. Austragung bestätigen. Zwei Jahre nach der WM in Langenthal 2006 fand man sich dieser Tage in Kopenhagen ein. Auch ich, als damaliger OK-Präsident.


Die Angst, dass Langenthal bereits in Vergessenheit der Einrädler hätte geraten können, wurde einem schnell genommen. «Reeetoooo!», schallte es und die Puerto Ricaner empfingen mich mit Umarmungen und freudigem Trommeln. «It was great in Switzerland!», hiess es aus verschiedensten der 26 Teilnehmerländern. Sie waren alle wieder da. Neuseeland, Japan, Australien, Israel, Ungarn, Slowenien, Brasilien, USA. Ein weltumspannendes Netz unterschiedlichster Menschen mit einem gemeinsamen Hobby: Dem Einradfahren. «Do you unicycle now?», war jeweils die erste Frage nach der Begrüssung.

Wie schon in Langenthal boten die Einradfahrenden in Dänemark und teils in Schweden (der Berge wegen) tollen Sport. Faszinierend, wie vielseitig, anspruchsvoll, graziös diese spezielle Art der Fortbewegung doch ist. Nebst dem Sport und der herzlichen Art der Teilnehmenden wurde auch sonst vieles aus Langenthal übernommen. Was bei uns die Markthalle als zentraler Treffpunkt bis spät in die Nacht war, hiess nun «Gym3 & social room». Der Zeitmesser war gar derselbe und wurde direkt aus der Schweiz eingeflogen. Die Parade am ersten Tag erinnerte an den Umzug in der Marktgasse. An Stelle von leeren Wohnungen und Zivilschutzunterkünften war es den Teilnehmenden ermöglicht worden, in Kopenhagen günstig in einer Schule zu übernachten. Und ebenfalls wie bei uns traf ich Personen aus dem Organisationskomitee, welche voller Elan für diesen Anlass rund um die Uhr unterwegs waren. Die Organisation in Dänemark unterschied sich sonst aber grundlegend von derjenigen der Schweiz. In Dänemark gehört Einradfahren dem Dänischen Gymnastikbund an. Ein vergleichsweise riesengrosser Verband mit enormen Ressourcen. Trotzdem brauchte es auch für diese Unicon schlaflose Nächte vieler Freiwilliger.

Noch etwas war anders: In Langenthal prägten die Einradfahrenden während der zehn Tage das Stadtbild massgeblich. Kein Wunder, wenn man 1000 Touristen in eine Stadt mit 15 000 Einwohnern bringt. Sie waren tags und meist auch des Nachts stetig unterwegs. Unausweichlich, überall. Mit allen Vor- und Nachteilen. In der Millionenstadt Kopenhagen sah man sie oft nur im Quartier, wo die Turnhallen standen. Sobald man ins Zentrum ging, waren sie weg. Eigentlich schade, fand ich. Trotzdem war es hier in Kopenhagen eine tolle Austragung. «Unicon XIV in Denmark. It was great! Thank you.»

Übrigens noch die Antwort zur ersten Frage:

«No, I can’t unicycle yet.» – Vielleicht an der Unicon XV 2010 in Wellington, Neuseeland?

RETO MÜLLER ist Stadtratspräsident 2008 und war Präsident der Einrad-WM Unicon 13, die 2006 in Langenthal stattfand.

Samstag, 2. August 2008

Zurück aus Kopenhagen. Wieder hier und dort.

Ja. Kopenhagen. Eine tolle Stadt.

Viele Fahrräder. Tolle Bilder.
Auch etliche Exemplare mit nur einem Rad an der Einrad-WM Unicon XIV in derselben Stadt.
Sensationelle Körperbeherrschung. Toller Sport.

Und nun wieder zurück. Mit aufgeladenen Batterien. Im Einsatz für das Sommerkino in Langenthal. Und deshalb wird hier die Schreibkraft nicht täglich Ausdruck finden, da ich in etwa zweimal pro Tag auf der Sommerkino-Homepage berichte. Kommt vorbei. Es macht auch dieses Jahr viel Freu(n)de.