Samstag, 26. Juli 2008

Sommerpause im Norden

Dass mein Blog in der Sommerpause ist, habt ihr bestimmt schon bemerkt...

Dies hat nachweislich vor allem 3 Gründe:

a) Das allgemeine mediale Sommerloch.
b) Unicon 14
c) der mit b) und ihr verbundene Aufenthalt in Kopenhagen.

Na denn. Ich meld' mich wieder.

Dienstag, 22. Juli 2008

Hält sich Samuel Schmid im Sattel?

Bildquelle: http://www.state.sd.us/state/gifs/rodeo.jpg

Aus meiner Sicht hat er es enorm schwer, wenn sich als bewahrheitet, was im Moment auf dem Tisch liegt und was ich persönlich für glaubwürdig halte.

Wie kann man so etwas politisch rechtfertigen? Den Leiter seines Schlüsseldepartements hat er falsch bestimmt. Hätte er gewusst, worum es in den Anschuldigungen ging - er wollte es scheinbar wissentlich nicht genau wissen - hätte er ihn hoffentlich nicht befördert. Blindes Vertrauen ist falsch. In der Politik sowieso. Hätte er auch nur einmal in die (noch nicht geschlossene Akte damals) geschaut, wäre er heute nicht in dieser Lage.

Denn was sich Herr Nef hier (scheinbar) geleistet hat, das darf niemand. Weder ein hoher Beamter oder höchster Militär, noch ein normaler Mensch.

Es gab Bundesräte (insbesondere -innen) welche aus meiner Sicht wegen geringfügigeren Fehlern zum Rücktritt gezwungen wurden. Ich will ihn hier nicht fordern, denn noch hat Herr Nef Zeit sich zu erklären und 2 BDP Sitze im Bundesrat und die SVP in der sogenannten Opposition sind für mich ok, stelle aber klar in Zweifel, ob die Rückendeckung einer kleinen neugegründeten Partei reicht, um Samuel Schmid oben zu behalten. Sämi steht im heftigen Gegenwind der Grünen und der SVP. Die CVP, FdP und SP wird ihm zudem keine Hilfe sein.

Montag, 21. Juli 2008

Militär zu Ende. Leben zurück?

Ja. Es ist vorbei. Und für nächstes Jahr stehen mir insgesamt noch rund 13 Tagen Militär zu Buche. Dann hat es sich.
Freitag war das Abrücken und wie man den Kommentaren im vorherigen Post unweigerlich entnehmen konnte, auch mein Geburtstag. Der 30igste. Am Abend haben wir das dann auch noch gehörig gefeiert. Es war schön. Wie fühlt man sich mit 30 Jahren? Nun. Primär fühlte ich mich müde über's Wochenende. Mit ein Grund, warum hier in diesem Blog nicht weiter viel geschah. Aber das hatte wohl eher weniger mit dem Alter, als den letzten 3 1/2 Wochen zu tun. Und wenn man dann noch bedenkt, dass man mit dem Gefühl nach Hause kommt, das einen das Leben nach der militärischen Zeit nun wieder hat und sich erst einmal durch den Stapel Post sowohl in der Mail-, wie auch in der P.O.-Box "durchkämpft", so relativieren sich die ersten Freudensprünge. Doch auch diese Pendenzen werden sich in den nächsten Tagen hoffentlich abarbeiten lassen, so dass auch bei mir noch Feriengefühle aufkommen, bevor wir dann wieder Vollgas ins nächste Semester starten.

Schlussendlich waren die letzten Wochen trotz Ermüdung auch wieder sehr lehrsam.
a) Enorm, wie man sich auch mit dreissig Jahren noch persönlich einschränken kann, um der Masse zu dienen.
b) Krass, was eine Zecke auslöst.
c) Erstaunlich, wie ein Blog (wie meinereiner) plötzlich in den Medien Schweiz weit zitiert wird.
d) Bedenklich, wie sich die Armee- und VBS-Spitze mit den Schlagzeilen der letzten Wochen lapidar rechtfertigen.e) Unglaublich, dass sich die Armee einst selbst abschafft. Aber wir stehen kurz davor.

Das hätte ich nicht gedacht.

Dienstag, 15. Juli 2008

Farbigkeit in der Armee

Gelb, dunkelbraun, braun, gelb, gelb, dunkelbraun, gelb, dunkelbraun, braun, gelb, gelb, dunkelbraun, gelb, dunkelbraun, braun, gelb, gelb, dunkelbraun... die Farben der Wände und Türen im Kommandoposten, den ich gestern Montag aufbaute, inspirieren mich geistig zu Höhenflügen. Oder auch nicht. Ockerfarben und grün-sandige Farbtöne prägen den Alltag bis auf’s Essensteller. Es lebe die militärische Kreativität. Darin sitze ich meine Zeit ab und warte bis das Telefon klingelt.

Was noch erstaunlich ist. Man denkt immer, dass es so was nicht mehr gäbe in der Schweiz. Keinen oder nur bedingten Handyempfang. Ich war nun an 4 Orten. An 1 Ort war der Empfang normal. An 1 Ort war der Empfang schlecht. Im Moment ist er fast gar nicht vorhanden. Und an 1 Ort gab's überhaupt kein Signal. Soviel zum Thema militärische Rundreise in der schweizerischen Pampa.

Samstag, 12. Juli 2008

Militärisches Wochenende

Wochenendwache. Für viele Angehörige der Armee ein Schreckbegriff. Für mich ist's das erste Mal in meiner militärischen "Laufbahn" überhaupt. Es wird wohl auch das letzte Mal sein, da ich ja in den letzten Tagen bin. Ich find's aber gar nicht mal so schlimm. Man kommt zur Ruhe. Man hat viel Zeit. Man eilt nicht von Ort zu Ort und von einer Wochenenderledigung zur anderen. Man ist hier. Gebunden. Zusammen mit 7 anderen Kolleginnen und Kollegen und gestaltet sich die Zeit so angenehm als möglich und hält trotzdem den Wachtauftrag aufrecht.

Irgendwie kommt es mir recht familiär daher. Man kocht, spricht und isst zusammen. Schaut DVD oder geht gemeinsam die Patrouille "spazieren". Bestimmt kommt es mir auch so familiär daher, weil sie dabei ist und mein Bruder und seine Frau heute unsere Wäsche abholten, sie wuschen und wieder zurück brachte. Das ist super, denn sonst wäre es mit der Wäsche wohl fast zu einem Problem geworden im Verlaufe der letzten WK-Woche. So viele grüne T-Shirts hat man nämlich nicht. Schlussendlich besitzt die Wochenendwache noch einen grossen Vorteil. Das Einrücken, verbunden mit der Demotivation beim neuerlichen Einsteigen in die Uniform am Sonntagabend, entfällt. Das ist jeweils mein persönlicher moralischer Tiefpunkt...

Mittwoch, 9. Juli 2008

gute, spassige Presse

Ja. Die gab es auch. Letzten Sonntag schrieb das Langenthaler Tagblatt in der Kolumne Folgendes:
«Wer ist Käru?» Mit dieser Frage wurden die Tägu-Macher – so hat Käru erfahren – in den vergangenen Tagen immer wieder konfrontiert. Die Antwort ist einfach: Wer Käru kennt, der kennt ihn, und wer nicht, der lernt ihn durch die Lektüre dieser Zeitung kennen. Punkt. Schliesslich will sich Käru nicht in Szene setzen, denn er kandidiert ja im Herbst nicht für ein politisches Amt. Ganz anders Beat Sterchi. Dieser lieferte sich im Stadtrat ein fast schon filmreifes Wortgefecht mit SP-Jungstar, Temporär-Militarist und Ratspräsident Reto Müller. «Heimatland!», hörte Käru, habe SVP-Sterchi patriotisch gerufen. «Eine solche Regelung haben wir nie eingeführt.» Stein des Anstosses war, dass Müller ein Votum von Aysel Güler (SP!) nach rund acht Minuten abgeklemmt und auf die Redezeitbegrenzung hingewiesen hatte. Obwohl sein Ordnungsantrag abgelehnt wurde, gewann Sterchi mit seiner polternden Aktion vielleicht zumindest eines: Das Wohlwollen des politischen Gegners.

Käru, den Wahlkampf witternd
Nun. Dann kam der Zeckenbericht in der Sonntagszeitung und morgen Donnerstag schreibt das Langenthaler Tagblatt und die Berner Rundschau gemäss Telefon von heute wohl einen Bericht über den höchsten Langenthaler und seine Zecke. Nu denn. Eigentlich hätte ich lieber News von Käru. Aber die Presse kann ich nicht steuern. Ich profitiere von ihr und sie manchmal auch von mir. Eine C-Prominenz liess sich in unserer Abteilung nun halt finden. ;-) Das ist ja auch nicht grundsätzlich schlecht, dass nun eine öffentliche Reflexion der Aktion aufgezwungen wird.

Normalisierung

Nachdem auch die Zahlen auf meiner Bloglesestatistik sich wieder normalisiert haben, wage ich mich, einen neuen Eintrag zu erstellen. Natürlich wollen alle nach der wochenendlichen Medienberichterstattung, in welcher Priska und ich als die personifizierten Opfer der Zecken dargestellt wurden, wissen, wie es geht. Mir geht es gut. Ich habe weder Anzeichen von Borreliose, noch Anzeichen einer FSME Erkrankung. Bisher blieben zum Glück sehr viele AdA von Infektionsanzeichen der Borreliose-Bakterien verschont. Und von FSME hat überhaupt niemand Anzeichen. So weit ich zumindest weiss.
Was geht sonst. Wir erfüllen alle unsere Kernaufträge oder zumindest verwandte Aufgaben. Im Moment betreibe ich einen Kommandoposten als Büroordonnanz.... irgendwo in dieser Schweiz. Das ist zwar nicht die übliche Sache, aber ich kann hier meine persönlichen Kompetenzen ausspielen. Die Zeckensache ist nur manchmal unter uns Gespräch, aber bei weitem nicht mehr Gesprächsthema Nummer 1. Im Moment warten wir mal ab, zu welchem Schluss die Abteilung, welche die Übung vorbereitete und durchführte, kommt. Natürlich hoffen einige darauf, dass die Führung endlich klar signalisiert, dass man mit der Übung wohl einen Fehler gemacht hat und unnötig Menschen einem Risiko aussetzte. Genaueres wäre unter Art. 12, Lemma 4 im DR04 nachzulesen. Aber vielleicht werden in diesem Fall halt bis zum Schluss unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen bestehen bleiben. Ich warte.... gespannt.

Samstag, 5. Juli 2008

Den Zecken ein Ende bereiten

Obwohl ich geschrieben hatte, dass ich über die Zeckenaffäre im Militär nicht mehr schreiben werde, so empfinde ich es doch als fair und richtig, wenn ich nun auch die guten Seiten hervorhebe, welche die Abteilung im Nachgang unternommen hat. Die Nachbearbeitung der Sache ist sehr gut angegangen worden. Alle Betroffenen wurden gestern über die möglichen Krankheitsbilder und deren Symptome beziehungsweise Erkennung und Bekämpfung ausführlichst informiert. Erste Medikationen gegen Borreliose wurden bereits durch den Arzt verordnet, sowie alle betroffenen Angehörigen der Armee (AdA) aufgenommen. In dieser Veranstaltung durften auch Fragen gestellt werden, was zu einer Art Aussprache zwischen der Truppe und der Abteilungsleitung führte. Dies hat mir sehr gut tat. Die Ängste und Unsicherheiten, welche bestanden, konnten (zumindest bei mir) ausgeräumt werden.

Wichtig erscheint mir nun in dieser Situation, dass die Übung evaluiert wird und die Resultate der Truppe mitgeteilt werden, wie auch die Konsequenzen, welche die Evaluation auf unsere Abteilung in Zukunft bei Grundausbildungsübungen haben werden. Eine Risikoanalyse der Übung wurde gemäss Vorschrift vorgängig erstellt. Aus meiner soldatischen Beurteilung führte sie aber im Nachhinein zum falschen Entscheid. Ich (persönlich) wäre das Risiko in der Verantwortung von 240 AdAs nicht eingegangen. Auch wenn es klein ist. Sprichwörtlich: Wo Menschen arbeiten, können Fehler geschehen. Es kann passieren. Leider sind in diesem Fall halt sehr viele AdAs unfreiwillig in eine Situation geraten, welche vermeidbar gewesen wäre, wenn man eine andere Umgebung, einen anderen Ort für das Biwak gewählt hätte oder ganz darauf verzichtet, da es nun wirklich nicht dem Kernauftrag unserer Truppe entspricht.

Ich habe nun endgültig abgeschlossen und bin guten Mutes das Biwak ohne Infektion überstanden zu haben.

Freitag, 4. Juli 2008

Armee und Biwak und Angst

Als ich vorhin gar im Radio DRS von der Biwakübung mit Zeckenbefund hörte und auch einen Telefonanruf erhielt, dass es schon im Teletext stünde, dachte ich mir bloss:

"Ich nehme meinen persönlichen Bericht vom Netz, da ich nicht derjenige war, der mit der Geschichte zur Presse rannte."

Ich habe Angst, dass der Eindruck entstehen könnte, dass ich es war. Frage mich hingegen auch, warum ich denn diese Angst entwickle, denn ich verstiess gegen keine Regel, (derjenige welche zur Presse ging eventuell auch nicht,) die es zu beachten gilt. Ich nenne weder Abteilung, noch Ort, welche mittlerweile nun beide vom VBS bekannt gegeben wurden. Ich will diese Geschichte auch nicht ausschlachten, sie für hohe Lesezahlen oder meine Bekanntheit ausnutzen. Das ist nicht mein Stil. Aber ich kann sagen und deshalb berichtete ich in diesem Online-Tagebuch auch darüber: "Ich habe Angst."

Zwar versuchte ich stets in mir die Hysterie tief zu halten. Ich blieb ruhig und sachlich, auch als Betroffener, auch im vorherigen Bericht. Doch die Berichte, welche nun über Äther und Schwarz-Weiss online, wie morgen wohl auch Print zu lesen sind, machen nicht wirklich Mut. Hinzu kriege ich ein Telefon, das mir nochmals empfiehlt meinen Körper sehr gut abzusuchen. Nun. Alleine kriegt man einfach nicht alles zu sehen. Insbesondere in den Haaren und wo auch überall sonst noch.... ich habe einfach Angst davor, irgendeine Infektion davon zu tragen, die nun wirklich nicht nötig gewesen wäre, die aber einem ein Leben lang begleiten kann und nicht ungefährlich ist.

Auf der Homepage www.zecken.ch erfuhr ich, dass im Schnitt jede dritte Zecke in der Schweiz das Borreliose übertragen könne, dessen Krankheiten aber mit Antibiotika behandelt werden können, was aber natürlich auch kein Zuckerschlecken wäre.
Die FSME (also die Hirnhaut- oder Hirnentzündungserreger) kommen rund 500mal weniger häufig vor. Das bedeutet, dass wir doch auch eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit haben, dass nichts Schlimmes geschehen wird. Ich hoffe für unsere ganze Abteilung. Von oben bis unten. Ein Befall hat niemand verdient.

Ich habe trotzdem ein wenig Angst. Ich werde nun morgen in aller Frühe wieder in den WK einrücken, nachdem ich heute Nachmittag und Abend beruflich "Urlaub" hatte und als erstes mit dem Kadi sprechen, was ich hier mit diesem Blog soll. Mir wurde nämlich auch gesagt, dass aufmerksam und kritisch beobachtet wurde, was ich hier schrieb...
Ich werde aber wohl nicht wieder bloggen im Verlaufe der nächsten Zeit. Ich bin keine Pressestelle. Das ist ein Tagebuch des Reto M.. Mehr nicht. Ich dachte auch nicht, dass es plötzlich aus einem WK hinaus, solche Ausmasse annehmen könnte. Andere wohl auch nicht.

Falls wirklich die Presse hier mitlesen sollte, bitte ich Folgendes zu berücksichtigen: Ich stehe für Fragen in dieser Angelegenheit nicht zur Verfügung. Wenden Sie sich gemäss news.admin.ch an:

Christoph Brunner
Stellvertretender Armeesprecher
031 325 18 39


Donnerstag, 3. Juli 2008

Fazit des Biwaks

1 kleine Zecke am Knie. Gefühlte 3 Stunden Schlaf. 100'000 neue Gedanken während der Nacht.

Meinem Empfinden nach zu urteilen gibt es in Sachen Camping bei weitem Gemütlicheres, als zwei tarnfarbene A-Militärzeltplachen zu einem Zelt zusammenzufügen, das dann links und rechts offen bleibt und deshalb strikte gegen Westen auszurichten ist, damit es nicht direkt hineinregnen könnte. Es hat zwar geblitzt und gedonnert während der Nacht, doch blieb der grosse Regen zum Glück aus. Trotzdem. Ich habe nicht wirklich viel geschlafen in dieser Nacht.
Entweder störte mich die eine oder andere Wurzel oder dann dachte ich, dass dem Donnern nach zu urteilen jetzt dann gleich der grosse Regen und die Evakuation folgt. Vieles habe ich überlegt in dieser Nacht. Dinge hin- und hergeschoben in meinem Hirn. Neu geordnet. Hat auch gut getan. Eine Zeit, die man sich sonst nicht nehmen kann, wird einem hier im Militär manchmal zwangsverordnet.
Der 10km Marsch wurde zum Glück nur mit leichter Packung absolviert. Noch so war er für viele sehr anstrengend.
In der Badi dann das grosse Zeckensuchen. Rund 1/5 bis 1/4 der AdA's wiesen einen Befall aus. Die Art und Weise, wie dieser durch die Abteilung heruntergespielt und das Zelten in einem (wie von vielen Seiten gesagt wurde) Hochrisikogebiet, was Borreliose und Meningitis anbelange, als soldatische Grundausbildung verteidigt wurde, obwohl es nichts mit dem Kernauftrag der Kompanien zu tun hat, hat einige heute nach Abschluss des Marsches sehr erzürnt. Sicherlich spielte auch der Schlafmangel eine Rolle und doch verlässt man sich nun (auch ich) auf das Prinzip Hoffnung, dass diese kleinen Biester niemandem einen Virus angehängt haben.

Nun. Das ist jetzt vorbei. Jetzt arbeitet die Kompanie für sich.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Wie weiter im WK?

Der Blick am Abend-Artikel hat natürlich in mir den Druck auferlegt, dass ich nun doch wieder schreiben sollte. Erzählen was so alles passiert und was mir passt oder nicht behagt. Ich denke oder weiss aber, dass das Militär eine empfindliche Seele hat. Darauf herumzutrampeln und über Sinn und Unsinn meines Bloggens oder des Militärs zu streiten, will ich hier nicht.
Aber ich darf wohl doch meine eigene Meinung publizieren.
Im Moment werden wir von unserer Abteilung beübt und sie übertreibt es. Es ist zu heiss. Trotzdem wird draussen Grün-Ausbildung und gestern gar "Sport" getrieben. Es ist nicht so unverantwortlich, wie ohne Kenntnisse Schlauchbootfahren zu gehen, aber doch auch ein wenig heikel. Die Sonne scheint mir im Moment mörderisch, da wäre ein Schritt zurück in den Schatten auch im Militär nicht das dümmste. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sie für heuer noch was draufgepackt. Im Moment sind unserer AdA's (Angehörige der Armee) mit einer sehr schweren Vollpackung im Rucksack unterwegs. Am Abend steht ein Zelten an, wie ich es zuletzt vor neun (9!!!) Jahren in der RS gemacht habe (so richtig militärisches A-Zelt-Biwak) und frühmorgens scheinbar ein "längerer" Marsch.... nun frage ich mich einfach nur noch mit oder ohne schweres Gepäck.... wir werden sehen.... meine Gefühlslage dürft ihr abschätzen. Auf alle Fälle gespannt. Ich bin nicht gegen eine Wanderung. Die Frage ist eine Frage des Gewichts und das ist im Moment noch sehr hoch.
Ich muss um 18 Uhr zum Zelten parat sein. Drum tschüsss.... drückt mir gegen allfällige Zecken die Daumen.

Ich im Blick a.A. ?

Nun. Da denkst du nichts Böses (obwohl du im Militär bist) und erhältst dann heute per SE079 (Handynetz) und frühmorgens am militärischen Frühstückstisch gesagt, dass du im Blick am Abend genannt wurdest. Natürlich hast du nicht Zeit, dir das anzuschauen, da du bereits wieder zur Ausbildung auf's Feld um 06.10 Uhr ausrückst und dann nur eher zurückkommen darfst, da du als einer der Ausbildner (trotz Soldat) deinen Job bereits gemacht hast. Meine Kollegen und auch sie schwitzen sich wohl immer noch die Kleider vom Leib...

Nun. Lange Erklärung, kurzer Sinn. Ich habe die kleine Kolumne gefunden. Direkt unter der sehr interessanten Tagesfrage auf einer der letzten Seite des Blick am Abends in der Online-Ausgabe. Eine "Blick am Abend-Box" habe ich in unserem kleinen Kaff irgendwo am X-der Schweiz, indem wir jeweils schlafen, nicht gefunden.
Ich danke der Redaktion.

Dienstag, 1. Juli 2008

Nachreichung in Sachen Presse


Ja. Am letzten Samstag, also noch vor dem Finale, habe ich im Langenthaler Tagblatt eine Kolumne zum Thema "Meine Euro" schreiben dürfen. Ich mag das. Was ich schrieb möchte ich euch hier nun noch nachreichen. Hier der Text:

Reto Müller, Stadtratspräsident (SP)

«‹Die Schweiz wird Europameister!› – So lautete das Ziel, das Köbi Kuhn, die Spieler und der Schweizer Fussballverband vor der Euro gebetsmühlenartig verbreiteten und allen Schweizerinnen und Schweizern diesen Glauben an die Fussballkunst einimpfen wollten. Die Euphorie sprang aber (auch auf mich) nicht so über, wie die Euro-Männer (Zloczower, Kallen, Weibel, etc.) sich dies wohl für die Schweiz gewünscht hätten. Wo stehen wir nun, einen Tag vor dem Finale?

Die Schweiz ist an dieser EM Europameister geworden ... nur nicht im Fussball. Die enorm rasche Akzeptanz des Ausscheidens und das stillschweigende Hinnehmen des gegenseitigen, selbstverliebten Schulterklopfens der Verbandsleute in der Manier: ‹Wir sind zwar früh draussen, aber mit der Leistung trotzdem zufrieden›, ist wahrlich meisterlich. In einem anderen Land wären Köpfe gefordert und wohl auch gerollt. Zu Recht oder zu Unrecht? Diese Frage hat mit Fussball nichts zu tun. Ansonsten dürfen wir uns aber ohne Zynismus Europameister nennen – nicht des Fussballspiels oder der Fussballeuphorie, sondern der Fussballorganisation. Die Vorbereitung der Spiele inklusive der An- und Abreise Hunderttausender Menschen, insbesondere die Transporte der öffentlichen Verkehrsmittel, hat bestens funktioniert. Die Sicherheit war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. Die Stimmung war zwar nicht heiss und berauschend (das ist auch nicht unbedingt unsere Mentalität), aber sie war friedlich, sehr gastfreundlich und sportlich fair. Und letztlich sind wir Europameister in der Flexibilität. Man fieberte mit der Schweiz. Sie fiel aus dem Turnier. Man fieberte mit den Holländern, welche die Eurocity Bern meisterlich verwandelten, attraktiv offensiv spielten und doch auch bald dem Ruf nach Hause folgten. Und schliesslich halfen viele Schweizerinnen und Schweizer allen Mannschaften, ausser unserem grossen Nachbarn im Norden.

Deutschland oder Spanien? Zwei Giganten des Fussballs, zwei Teams mit unterschiedlicher Spielmentalität, welche nun den Europameistertitel unter sich ausmachen. Deutschland mit einem kühlen, von Taktik geprägten, klaren Fussball. Auf der anderen Seite, die emotionalen, kombinationsstarken und technisch verspielten Spanier. Wer wird Europameister? Im Moment tendiere ich aufgrund der im Spiel gegen Russland offenbarten Stärken zu den Spaniern. Doch eigentlich passt Deutschland eher zu unserer Organisation und Euro-Mentalität in der Schweiz. Für die perfekte Organisation der Public-Viewing-Zone in Langenthal, die ich den Verantwortlichen mit diesen Zeilen herzlich verdanke, und das fröhliche Fussballfest, das sich dort an jedem Spielabend ergab, hätten wir in der Region auf alle Fälle eines verdient – viele Tore.»

Diese Zeitung gibt bis zum Ende der Euro 08 Langenthalerinnen und Langenthalern die Gelegenheit, sich zum Grossanlass zu äussern. Den Abschluss unserer Euro-08-Serie vor dem morgigen Finale macht heute Reto Müller, SP-Stadtrat und im Jahr 2008 höchster Langenthaler.

Hin- und zurück

Ui. Das war eine hitzige Sitzung im Stadtrat gestern. Nicht bloss wegen den gefühlten Temperaturen von mindestens 30 Grad im Sitzungssaal. Innerlich kochte es bei einigen Mitgliedern wohl noch um einige Grad höher. Mit ein Grund: Meine Sitzungsleitung, bei der nach Voten über 8 Minuten oder bei denen nicht ums Traktandierte debattiert wird, einfach der Geduldsfaden reisst (ich unterbreche den/die Sprechende/n). Zudem wird wohl langsam aber sicher ein Grund sein, dass wir im Herbst neu wählen... dazu eventuell später mehr Analyse, wenn ich heute die Zeit finde.
Entgegen meinen Befürchtungen, dass ich heute bei der Grundschulung mitmachen darf, kam gestern eine SMS, dass man mich gerne als Ausbildner in einer Gruppe einsetzen möchte. Also halt. Der Scudo steht um 0800 bereit, um mich zum Ausbildungsplatz zu fahren...
Sonnencrème auf Mann. Wasser auf Mann. Schatten im Sinn. Auf geht's.


P.s.: Jetzt sollte ich noch im GS irgendwas anschauen, was ich unterrichten, damit ich dann nicht völlig einen auf SABTA mache.