Dienstag, 29. April 2008

Grenzen des sozialen Engagements?

Nicht nur er, sondern auch das Wetter brachten mich heute auf die Gedanken nach der persönlichen Auslotung von Grenzen des sozialen Engagements, denn während meine Sinne nach einem gemütlichen Tee oder Bier an der Sonne beim Bärenplatz, beim Schwellenmätteli oder im Rosengarten Berns fröhnten, zwängte die Agenda mit einem Termin der Vorstandssitzung des Mieterinnen- und Mieterverbandes des Kantons Bern.
Welchen Stellenwert hat die Politik gemessen an den Aufgaben für ein Zusammenleben der Menschen verglichen mit dem Ansehen und der Stimmbeteiligung heute in der Gesellschaft? Bestimmt einen zu geringen.
Welchen Stellenwert hat die Politik an so einem sonnigen, warmen Tag gemessen an der Verantwortung, die ich für einen kleinen Teil der Bevölkerung wahr zu nehmen versuche, im Vergleich zu meinem urinnersten Verlangen nach Sonne und Gemütlichkeit?
Wohl einen zu hohen.

Nun. Ich lass das Grübeln sein. Ich will ja auch nicht den armen Balg vorspielen, der von seinen Engagements geknechtet wird. Ich bestimme schliesslich selbst, was ich tue oder lasse und man ist von Haus aus ja - wie Chrigu schon sagte - sozial.
Nur. Wären wir ein südlicheres Land, mit viel mehr Sonne, Meer und Wind zum Surfen. Ich würde weniger Poltisieren. Vermutlich...

Noch ist nicht dunkel - die Sitzung dauerte nur 45 Minuten. Das wird ein schöner Abend.

Montag, 28. April 2008

Kleines Studio auf dem Esstisch


Nachdem ich mein musikalisches Arsenal mit einem Korg K61P eweitert habe - der übrigens hervorragend mit meinem Korg Triton harmoniert - sowie die Software Korg M1Le und damit die legendären Sounds des Korg M1 auf dem Mac abrufen kann, wird nicht mehr gegessen. Das Studiöli hatte nebst Post, Zeitungen, Deo, Blumenstrauss, Handcrème, etc. spontan auch noch auf meinem Esstisch Platz. Morgen muss ich unbedingt zusätzlich einen weiteren Keyboardständer und ein Tischchen posten, damit wieder Besuch drin liegt.
Diese Teile machen stundenlang Spass!

Sonntag, 27. April 2008

Nageln für eine fremde SP.

Schon bald ist wiederum 1. Mai. Das ist auch im Vorfeld schon ein klein wenig Arbeit. Hier einmal für sie unterwegs.

"Chrigu" auf DVD


Eine wirkliche Empfehlung von ganzem Herzen. Mich berührt der Film jedes Mal sehr.
Neu ja nebst Berlinale Preis, Berner und Zürcher Filmpreis auch mit dem Prix Walo ausgestattet.
Das ist es aber nicht. Der Film ist viel mehr. Ein Film über das Leben, der das Sterben und den Tod von Chrigu dokumentiert. In aller Traurigkeit bleibt eines: Die Zuversicht auf ein schönes und erfülltes Leben.
Mehr Infos hier: www.chrigufilm.com
oder auch hier: www.mundartisten.ch

Bestellen kannst du unter anderem hier.

Wetter- und arbeitsbedingtes Wenigbloggen

Sorry...







siehe Überschrift.

Freitag, 25. April 2008

Langsame Verabschiedung aus der JUSO

Scheinbar habe ich schon bei meinem ersten Zusammentreffen bei der JUSO Schweiz gesagt, ich sei eigentlich auf Verabschiedungstournée von der Jungpolitik und der JUSO. Trotzdem hat's mich irgendwie stets drin behalten.
Dies führte nun gestern zu etlichen Lachern, als ich aus der Koordination (Vorstand) der JUSO Bern Nord Oberaargau verabschiedet wurde. Als Mitgründer, Sekretär, Homepage-Bastler, Kampagnenleiter, etcpp. "Bursche für alles" innerhalb der Partei überlasse ich voller Überzeugung in die Ideen und Tatkraft der Jugend, meine Ämter meinen jüngeren Parteikolleginnen und Parteikollegen. Die neue Präsidentin hat sich bei den Geschenken echt was überlegt. Danke vielmals. Alle, welche aus ihren Funktionen zurücktraten, bekamen ein individuelles Geschenk. Einen Blumenstrauss mit Sparglühbirnen, Samariterdose und ich bekam dies:
Jetzt fehlen nur noch 16 Bilder.
Es hat mich enorm gefreut. Und ich denke, als wir gestern Abend auf die letzten Jahre zurückblickten, waren wir auch ein wenig stolz. Wir haben als JUSO viel getan und wir haben als JUSO viel erreicht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die tolle Truppe so weitermachen wird.

Mittwoch, 23. April 2008

Podium "Sicherheit an der Euro 08" in Langenthal

Da mich der Präsident der städtischen Jungliberalen in etwa fünf Mal betreffend dieses Blogs "aufgezogen" hatte, so muss ich doch heute noch hier und an dieser Stelle eingestehen, dass ich an diesem hochkarätig besetzten, sehr gut moderierten und gut besuchten Podium war.
Ohne auf die parteilichen Hintergründe zu achten, muss ich gestehen, dass es sehr interessant war. Darauf liessen die Vorzeichen nicht unbedingt schliessen...
Der letzte Satz ist nur zur Kaschierung des schlechten Bildes gedacht, denn eigentlich meine ich es heute versöhnlich.

Darf "Mann" das?


In gewissen Politkreisen, - unter anderem bei Laura und Mark - insbesondere vor allem um Zürich wird die Kampagne eines Stadtratsanwärters heftig diskutiert und die Möglichkeiten und Chancen einer solchen im oder in den "SVP-Stil" driftenden und leicht populistischen Werbung besprochen. Und da kann ich mich nicht zurückhalten, auch noch meine Meinung kund zu tun.
Meine Meinung:
Ich bin immer für knackige und neue Ideen zu haben. Die Kampagne erzeugt eine beneidenswert grosse Publizität und persönlich fand ich sie auch originell und lustig, aber: Sie bringt keine neuen Inhalte. Rebellisch und auch etwas kindisch wird auf den Mitbewerber aus der SVP und mit dem BMW dann auch auf die grüne Mitbewerberin gezielt, ohne dass eine eigene thematische, lösungsorientierte Positionierung stattfindet. Dies kann aber in weiteren Plakaten oder Medien folgen, falls diese ersten Plakate nur den Zweck hatten, eine möglichst grosse Aufmerksamkeit zu erhaschen und die Person bekannt zu machen. Das ist bestimmt gelungen. Doch populistische Anwürfe, wie sie von ihm gemacht werden, lassen nebst viel Aufmerksamkeit bei den Menschen nur 2 Gefühle zu. Entweder frenetische Zustimmung oder tiefe Ablehnung. Und diese Gratwanderung erfolgreich zu beschreiten, ist äusserst schwierig.

Viel wichtiger scheint mir in einer Kampagne jeweils, dass das Gesamtpaket stimmt und da orte ich sehr viel Verbesserungsbedarf, wenn man auf die Homepage kommt. Das passt einfach nicht zusammen. Auf der einen Seite der rebellische, aufmüpfige Plakattyp und dann diese biedere, langweilige, nichts aussagende, blasse Homepage. Das Gesamtsetting müsste unbedingt überdacht werden.
Zudem sind mir Aussagen, wie:

"In meinem Arbeitsalltag habe ich die Aufgabe, für komplexeste Probleme in kurzer Zeit eine vernünftige, kreative und für alle Parteien befriedigende Lösung zu erarbeiten. Das ist mein grösstes Talent und deshalb mein Beruf."

ein Gräuel.
Selbstlobende Ich-Botschaften von Politikern. Wäääähhh... einfach nicht glaubwürdig, da im Superlativ völlig übertrieben. Sonst sind auch die Inhalte auf der Homepage noch etwas wage, aber das ist bei Politikern so oder so immer schwierig. ;-)

Ob es mir für die Wahlen in den Gemeinde- und Stadtrat im Herbst besser gelingen wird, als dem gleichaltrigen Herr Burkhard, lasse ich an dieser Stelle offen und sage nur: Es ist so oder so extrem schwierig eine gute Kampagne zu führen.

Dienstag, 22. April 2008

Flyer und BLGSTRDYBRN?

Unlängst habe ich über einen Flyer gelästert und nun in diesen Tagen wiederum selbst bemerkt, wie extrem mühsam so etwas doch werden kann, bis dann alle Schnittflächen und Ebenen und weiss der Kuckuck was alles stimmt, damit es gedruckt werden kann.... von der Ästhetik ganz zu schweigen. Ich habe heute fast den ganzen Tag damit verbraten. Und was erwähnt werden muss, zusammen mit meiner jugendlichen Werbe-Teampartnerin - das OK ist immer im Team zwischen Erwachsenem (hier ausnahmsweise durch mich verkörpert) und Jugendlichem organisiert - haben wir bereits 3 Stunden das Grundgerüst gemeinsam designed gehabt....
Nun. Fertig. Bestellt. Hoffentlich ist nicht noch ein Fehler drauf. ;-)

Keine Angst. Die Farben sind nicht so verwaschen im Original. Aber konvertiert mal ein 14,5 Mb Tiff vernünftig in eine 580 kb Jpeg-Datei, damit sie in den Blogger passt....

Ich frage mich nun einfach, ob man hierbei einen gemütlichen BLGSTRDYBRN einrufen könnte. Aber da die meisten BLGMNDYBRN Besuchenden GA-Fahrende sind, wird die Erreichbarkeit unter Umständen zum Problem.
Mehr Infos unter: www.jztb.ch
oder b-openair.blogspot.com

Montag, 21. April 2008

SVP Bern zeigt demokratisches Verständnis

Und noch viel mehr. Der Entscheid, den Ausschluss der Sektion Graubünden nicht zu unterstützen zeugt von Mut, demokratischem Verstand und Herz. Nicht zu unterschätzen sind die taktischen Überlegungen, welche die SVP Bern bestimmt auch vorgenommen hat.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und bin froh, dass Eveline Widmer-Schlumpf - auch dank der grossartigen Unterstützung durch allianceF und allen Demonstrierenden, Unterschreibenden und Leserbriefschreibenden - nicht mehr alleine dasteht.
Wenn es wirklich zur Spaltung kommt, dann wird der Bündner SVP 2.0 alsbald die Berner SVP 2.0 folgen. Schau'n mer mal weiter zu.

Lehrer mangeln und Lehrermangel

Lehrermangel oder Lehrer mangeln? Oder beides?
Nachdem vor zwei Wochen berichtet wurde, dass die falschen Menschen (Charakteren auf der Suche nach den drei vF: viel Freizeit, viele Freiheiten und viele Ferien) Lehrkräfte werden, so sprachen die Sonntagsmedien gestern von einem eklatanten Mangel an qualifiziertem Lehrpersonal. Insbesondere in den Oberstufen der Schulen. Bestimmt hat es einen Zusammenhang, dass neu ausgebildete 3vF-Lehrkräfte den Ansprüchen der heutigen Schule nicht genügen. Diese Menschen bleiben nicht lange im Beruf... es mangelt ihnen an der Einstellung oder den Fähigkeiten oder beidem, also mangelt es an Lehrkräften.
In der Ostschweiz begegnen sie dem Problem mit der Akquirierung von deutschen und österreichischen Lehrerinnen und Lehrern, wobei dann immerhin meist wohl auch das Problem der Mundartsprache im Unterricht gelöst ist und im Kanton Solothurn soll ein Viertel der Oberstufenlehrkräfte nicht über die eigentlich notwendige Qualifikation zum Unterrichten verfügen....
Diverse politische Gremien beschäftigen sich nun mit einer möglichst kreativen Problemlösung. Ich will dazu beitragen:
Bezahlt doch einfach mal mehr Lohn und lasst euch gute Bildung etwas kosten.
Dann sehe ich auch keinen Absprunggrund mehr. Der Job wurde im Laufe der Jahre nämlich auch durch die diversesten Sparübungen und Einschränkungen (Kürzungen von Lektionen, Erhöhung der Pflichtlektionenzahl, Streichen von Spezialunterrichtsstunden) in der Einflussnahme auf Entwicklung und Erziehung der Kinder und Jugend und somit im gesamten gesellschaftlichen System enorm geschwächt. Der Mangel erstaunt nicht.

Gründe für einen Absprung vom Lehrerberuf gibt es heute viele. Aber es gibt eigentlich mindestens ebenso viele Gründe beim Beruf zu bleiben.
An und für sich ist es ein toller Job. Die Arbeit mit Jugendlichen kann so enorm viel Freude bereiten. Ich kenne sehr viele Lehrkräfte, welche eine tolle Arbeit leisten. Für die Kinder. Für unsere Gesellschaft. Sie haben Anerkennung verdient und der Staat sollte sich dafür einsetzen, dass diese Menschen auch Pädagogen bleiben, anstatt ihr Können leichtfertig an die Privatwirtschaft zu verdingen.

Sonntag, 20. April 2008

Sonntagsbilder. - Ein sportliches Wochenende?

"Chüngeli"-Ställe ausmisten der Volleyball SAR C SM in Langenthal.

Beim Zwipf abhängen....

und etwas Volley kuck'n.
Tolles Wetter auf dem Fussballplatz geniessen mit Priska und ihrem Patenkind. Die Seele so richtig baumeln lassen... das tut gut - bis auf die leicht errötete (sonnenverbrannte) Haut auf einer meiner Gesichtshälften. ;-)


Und schlussendlich Siegerehrung der neuen Schweizer Meister mit anschliessendem Ab- und Wegräumen.Müde....

Doppelkopf in der Sonntagszeitung

Das ist nun mal ein Scherz für die Menschen meiner Generation - aufgewachsen mit dem "Mad'schen" Sarkasmus. Nun. Es hat uns nicht unbedingt viel gebracht. So doch heute immerhin das tiefere Verständnis für den gezogenen Vergleich in der Sonntagszeitung zwischen Roger Köppel und Alfred E. Neumann.

Samstag, 19. April 2008

Kulturnacht Langenthal Teil 2

Ich schulde an dieser Stelle wohl ein Fazit. Ich würde es gerne unterteilen.

a) Es hatte extrem spannende und interessante Beiträge, welche kulturell echt bereicherten.
b) Es hatte enorm viele Menschen, welche sich die Kultur zu Gemüte führten oder einfach unterwegs waren und die man in den Bars traf.
c) Ich führte sehr viele interessante Gespräche und Diskussionen zwischen ernsthaft und politisch bis aufheiternd und amüsant.
d) Der Blog wird gelesen - obwohl ich in letzter Zeit wenige Kommentare zu verzeichnen hatte..... das Kulturnacht-Programm des vorherigen Eintrags wurde im Restaurant Chrämerhuus aufgehängt... zudem wurde ich 3 oder 4 Mal auf diese bescheidene "Bloghütte" - wie er sagen würde - auf meinem Weg angesprochen. Etwas dumm nur, dass ich bereits um 20 Uhr vom vorhergesehenen Weg abrücken musste, da die Vorstellung überbelegt war und mir die Mundartisten drohten, bei einem Nichtbesuch ihrer Performance im Herbst die Stimme zu verweigern. Klar, dass ich dann halt als Politiker dorthin musste - auch wenn es sich bloss um 3 oder 4 Stimmen handelt.... ;-)
e) Ich danke den Organisatorinnen der Kulturnacht, sämtlichen Kulturvereinen für ihr fortwährendes, nachhaltiges Schaffen in dieser Nacht, aber insbesondere auch durch's ganze Jahr hindurch.
f) Kurzum. Eine rundum gelungene, spannende, interessante und lange Nacht und da heute Morgen bei mir unter anderem dies angesagt war....

liegt nun auch mitten im Nachmittag noch ein Mützchen Schlaf für mich bereit.

Freitag, 18. April 2008

KulturNACHT Langenthal

Heute ab 18 Uhr. Ich freue mich sehr. Mein Weg durch die Nacht steht fest. Etwas enttäuscht habe ich aber festgestellt, dass ich Morgen morgens um 08.00 Uhr bereits wieder bei der SAR C SM im Volleyball mithelfen muss... ehhh darf.

Wenn ihr Zeit habt, so dürft ihr euch gerne anschliessen.

Donnerstag, 17. April 2008

Fussbälle für die Schweiz aus Kinderarbeit?

Schenkt man den heutigen Medienberichten Glauben, so verteilt die Credit Suisse 200'000 Fussbälle an Kinder, die möglicherweise teilweise aus Kinderarbeit stammen.
Abgekauft wurden die Bälle - für das Stück erhielten die Arbeitnehmenden vom Subunternehmer 39 Rappen, was etwa der Hälfte des üblichen Preises für einen pakistanischen Ball entspricht - einer Firma, welche sich nicht explizit gegen Kinderarbeit ausspricht und kein Abkommen mit der entsprechenden pakistanischen Organisation gegen Kinderarbeit Imac unterzeichnet hat.
Die entsprechende Firma sei der Organisation gar nicht bekannt...
Ich find's einfach schlecht. Richtig übel, wenn man zwangweise Opfer der Globalisierung wird und sich nur nach dem Preis richtet. Vielleicht erinnert ihr euch noch an diese Schweissbänder für die JUSO. Das Frottée kam per Post aus Deutschland und bestickt wurden sie in Aarwangen, Kanton Bern für die Juso Kanton Bern. In Taiwan hätte ich es günstiger haben können. Aber stellt euch den CO2-Weg der Bänder und die Lebensqualität der dortigen Arbeiterschaft vor. Dann lieber mehr bezahlen!
Und hierbei könnte der milliardenschwere Betriebskoloss CS von uns lernen. Das ist einfach unglaublich naiv und entbehrt jeder Verantwortung, was sich ein Betrieb in der Grösse und Bedeutung dieser Bank sehr wahrscheinlich "geleistet" hat.

Mittwoch, 16. April 2008

Schlanksein und Wahn

Vielleicht mögt ihr euch daran erinnern, dass ich vor zwei Wochen auf einer Hundewaage beim Tierarzt, die - wie sich später herausstellte, fünf Kilo zu viel anzeigte - ob meines hohen Gewichts in einen kleinen Schwindelanfall eskalierte. Auf der Waage bewegte ich mich nahe der 90 Kilogrenze, die ich bis anhin nur mit Abstand argwöhnisch betrachtete. Zuviel war zuviel. Also bin ich ins Fitnessstudio gerannt, wo man einen BMI um die 25 fand, sowie einen Fettanteil von 17%. Das rechtfertigt ein Training immer noch - auch wenn es laut der Trainerin als normal gilt - , auch wenn es nicht mehr so gravierend war. Wie wägt der Tierarzt bloss seine Tiere? Wenn ihr's noch genauer wissen wollt. Ich hatte am linken Bein 2,1 kg Fett und am rechten Bein 2,2 kg Fett. Wie sie das genau bestimmen, bleibt mir ein Rätsel. Ich will es auch gar nicht so genau wissen.

So fand ich mich heute zum sechsten Training ein. Eingeklemmt in diesen Apparaten, assistiert von zahlreichen Steppern, Crossern, Rädern. Junge Frauen mit ehrgeizig verschwitztem Gesicht starrten auf die Bildschirme, auf denen MTVs "the next American supermodel" lief. Knackig, bis abartig dünn stöckelten künftige Möchtegern-Models über die Laufstege. Ein Blick links und rechts von mir steppende, laufende, radelnde Frauen. Schwitzten sie diesem abartigen Ideal hinterher? Vielleicht.

Was tat ich. Ich fixierte auf dem precor AMT die Zahl mit den Kalorien und dachte mir bei meinen Gedanken: "Meine Güte, alter Junge. Du bist ja nicht besser als die Teenies mit ihrem Schlankheitswahn."
Was ich dachte war:
"Steig du blöde Zahl! Steig an. Belly off!"

Vom Problem- zum Risikobären. JJ3.

JJ3 (in den gestrigen SF-Medien stets TscheiTscheiDrei genannt) ist tot. Ob das wirklich notwendig war oder nicht, da streitet sich mein Gewissen einerseits vertreten mit der WWF-Mitgliedschaft und andererseits mit dem Politiker, welcher die Aufschreie einer erbosten und erzürnten Bevölkerung wahrnimmt, welche nach einem Angriffs TscheiTscheiDrei's auf einen Menschen auf die Verantwortlichen niedergeprasselt wären. Ich kann die Politker verstehen, die den Abschuss letztendlich befahlen, obwohl ich mir für unsere Biodiversität, für unsere Welt und für den Bären mehr Mut zum Risiko gewünscht hätte.


Können wir uns das heute nicht leisten? Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in Zürich vor ein Tram oder ein Auto gerätst und tödlich verletzt wirst, verglichen mit der Wahrscheinlichkeit, dass dich in unseren Bergen ein Problem-Bär angreift und tötet? Falls es in etwa gleich gross ist, so müsste man doch beidem das Recht zum Leben einräumen, denn ersterer Gefahr haben wir uns längst versklavt. Wie viele Bären müssten da kommen, welche diese Statistik in Gefahr bringen könnten?
"Im Jahr 2005 wurden bei Strassenverkehrsunfällen 409 Personen getötet, 5059
schwer und 21'695 leicht verletzt." Quelle: Bundesamt für Statistik.

Ich weiss, dass man diese Themen rational nie auf dieselbe Ebene bringen wird und die Tragik eines Menschentodes durch einen Bären viel höher gewichten würde, als die Toten unseres eigenen Fortschritts....

Spannend fand ich in der Debatte um TscheiTscheiDrei auch die Sprache. Vom Bären zum Problembären und als sein Tod feststand, sprach die ganze Medienschaft plötzlich nur noch vom Risikobären. Das bedeutet, lebend warst du ein Problem - im Tode nur noch ein Risiko.

Dienstag, 15. April 2008

Bella Italia. Bravo!

Bildquelle: Bundestag.de

In der Schweiz darf man sich ruhig fragen, weshalb man politisiert. In Italien ist das viel einfacher:

- In Italien verdienst du als Parlamentarier im Vergleich zu den anderen EU-Ländern am meisten.
- Zudem bist du nicht unter Leistungsdruck, da die Bevölkerung an die Politiker keine Erwartungen mehr stellt.
- Rund 80% der Parlamentarier halten sich zudem nicht an die Gesetze, die sie selber aufstellen. So viele haben nämlich ihre Sekretäre, für welche sie 4000 Euro pro Monat zusätzlich erhalten, schwarz angestellt.
- Die parlamentarische Immunität lockt zahlreiche Straffällige und zwielichtige Gestalten in Italiens Parlamente.
- Wenn du Geld und mehrere Fernsehkanäle hast, kannst du dir zudem - nebst Schönheitsoperationen in der Schweiz - auch drei Kandidaturen und Wahlen zum Regierungspräsidenten leisten.
- Wenn du obige Anforderungen erfüllst, kannst du dem Volk auch Geschichten über ausländische Investorenkonsortien für die Alitalia oder das Dioxin im Mozzarella erzählen oder gar behaupten, du seist Gesalbter Gottes. Auch wenn sie dir nicht glauben werden, wählen tun sie dich in der Mehrheit dann trotzdem.

Berlusconi zum Dritten. Bella Italia. Bravo!

Sonntag, 13. April 2008

Blogger leben kurz

Tolle Neuigkeiten in der Sonntagszeitung:

Nebenwirkung: Herzinfarkte

Wer als Blogger das Netz rund um die Uhr mit Einträgen füttert, lebt oft ungesund - und kurz

Von Martin Suter

Dass Sklavenarbeit ungesund ist, wussten schon die alten Römer. Im Internet-Zeitalter sind es Blogger, die ihre Lebenserwartung herabsetzen, indem sie die Tastaturen ihrer Computer so selten aus den Händen geben wie einst Galeerensträflinge ihr Ruder.

Der Raubbau an Geist und Körper kann fatal enden. Mitte März stoppte das 60-jährige Herz von Russell Shaw, einem bekannten und überaus produktiven TechnikBlogger aus Florida. Drei Monate vorher war sein Berufsgenosse Marc Orchant, 50, einem Infarkt erlegen. Über die Weihnachtstage begann auch Om Maliks Herz zu streiken, doch der 41-jährige Journalist und Gründer der Giga-OM-Blogsite überlebte.

Die Nahtod-Erfahrung habe ihn verändert, sagt Malik. Nachdem die «New York Times» am Sonntag eine Story über die Gefährlichkeit des Bloggens veröffentlicht hatte, meldete sich der Rekonvaleszente mit einem Erklärstück zu Wort. Den Grund, warum sein Herz ausgestiegen sei, ortet er im «24/7-Lebensstil, in schlechten Gesundheitsentscheidungen und, ja, im Bedürfnis, alles zu tun».

..... weiter geht's hier....

Nun. Da ich ja meist politisch blogge und nicht dem Gefühl verfalle, der beste und aktuellste Politblogger sein zu müssen, wird mich wohl der Herzinfarkt auf Grund irgend eines anderen Übels ereilen.

Samstag, 12. April 2008

Kaffeesatzphilosophie

Heute Morgen Parteitag der SP Bern-Nord/Oberaargau in Lotzwil.
Kurzfazit: Es gab zwei Highlights. Ursula Wyss und Pedro Lenz.

Ursula, die mich immer wieder politisch in ihren Bann zieht. Für mich hat das, was sie sagt, sowohl aus sozialdemokratischer, wie auch ökonomischer Sicht Hand und Fuss. Nicht umsonst Chefin der SP Bundeshausfraktion und Dr. rer. oec..

Pedro, die literarisch-philosophische Wundertüte. Rhetorisch wieder (und auch in der Frühe des literarischen Arbeitens) einmal brillant. Setzte mit der weitum bekannten Geschichte des "Afghanen" den ersten Denkanstoss, schwenkte dann in die Schlöf auf dem Schoren Langenthals, die so riecht, wie jede Eisbahn auf der Welt riecht und erntete auch in der Ernsthaftigkeit der leichtfüssigeren Geschichten Applaus genau mit den richtigen Impulsen. Ich denke, aus seinen Geschichten nimmt jeder etwas anderes für sich mit und nach Hause und aber jede und jeder kann sich sehr gut damit identifizieren ohne dass er in Zweifel zieht, dass jemand anderes die Geschichte nicht auch anders verstehen könnte. Oder man kennt diese Situationen, die Pedro so genau umschreibt. So genau und treffend, dass man sich hie und da fast ertappt fühlt.

Und so sitze ich des Nachmittages etliche Kaffees und Gespräche, aber in der Sache der anstehenden Pendenzen noch nicht wirklich weiter, in einer gemütlichen Kaffeestube Langenthals und versuche einige Dinge für mich philosophisch festzuhalten. Und fühle mich überhaupt nicht in der Lage, da ich gedanklich an den Worten und damit dem Werteverständnis des Morgens nachhänge und mir bewusst bin, dass ich das vielleicht heute und vielleicht überhaupt nicht erreiche. Nämlich das auszudrücken, was mich und die Menschen in Langenthal bewegt. Dies sollte die Sache der Lokalpolitik sein.

Pedro liest im Restaurant Bahnhof, Lotzwil.

Freitag, 11. April 2008

12'000 Menschen für Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf

Bild: Keystone.
Wenige Worte genügen. Belassen wir es bei einem: "Genial!"

Donnerstag, 10. April 2008

Bundespräsident Couchepin in Langenthal

Ja. Ich gebe zu. Ich habe als höchster Langenthaler das höchste Exekutivmitglied der Schweiz nicht kennen lernen dürfen. Denn a) bin ich saumässig schlecht im sich vordrängeln, was mich an gewissen Skiliften im Oberland manchmal auch selbst extrem nervt und b) hat im nationalen Who-is-Who-Treffen des heutigen Tages in Langenthal zu Ehren der "Langenthaler Rede" Pestalozzis vor 182 Jahren niemand auf Lokalpolitiker Müller gewartet. Das macht auch überhaupt nichts. Dafür solle ich bitte hier erwähnen, dass ich Professor Reto Steiner vom kpm der Uni Bern getroffen habe und mich mit ihm bei gutem Weisswein toll unterhielt. Und so was entschädigt schliesslich komplett für alle möglichen entgangenen Bekanntschaften.

Fazit: Für Langenthal war es sehr gut, sogar die Tagesschau Hauptausgabe berichtete über den Anlass. Die Inhalte und Reden waren wirklich sehr interessant. Und das Apéro riche à l'ancienne auch nicht zu verachten. Rede gut, alles gut.
Morgen folgt je nach Zeit ein detaillierterer Rückblick, denn mindestens eine lustige Geschichte gäbe es noch zu erzählen.

Ich sollte arbeiten, doch...

irgendwie befällt mich der unbändige Drang vis-à-vis beim Kiosk Panini-Sticker kaufen zu gehen. Aber dann ist nicht mehr viel mit Arbeit.

Mittwoch, 9. April 2008

Denken im Regen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich gewisse Dinge im Leben stetig wiederholen. In den letzten drei Jahren brütete ich (praktisch) immer über irgendeinem Wahlkampf. Zuerst wird analysiert, dann die Ausgangslage, Ziele und Chancen erklärt oder berechnet und dann werden noch möglichst coole Wahlkampftools ausgeheckt. Genau vor einem Jahr tat ich das unter anderem an der Sonne Südfrankreichs. Im Moment im "Schiff" von Langenthal und frage mich momentan eigentlich nur, warum das Denken nicht wieder an der Sonne Südfrankreichs stattfindet....

Ein Ausschnitt aus der "Hirnerei".
So gut war die SP in Langenthal 2000 und 2004. Nun harren wir der Dinge und weigern uns prozentmässig in die Niederungen der SP Schweiz und SP Kanton Bern zu fallen.

Killerspiele - Verbieten oder nicht?

Im Nachgang zur politischen Debatte im bernischen Grossen Rat zu einer mit überwältigender Mehrheit angenommenen Standesinitiative zum Verbot von Killerspielen gelangte ich via Slug auf den Blog Killerspiele.ch.
Der Blogeintrag war sehr neutral formuliert. Deshalb wagte ich mich in den Kommentaren die Frage nach dem Sinn solcher Spiele zu stellen. Die Diskussion scheint sehr interessant zu werden und ich bin froh - als Mensch und als Lehrer -, dass die Einhaltung des Jugendschutzes bei Filmen und Spielen- die FSK (insbesondere FSK 18+) - auf nationaler Ebene diskutiert werden kann:

Hier die Kommentare:

Oli hat gesagt...

Lächerlich so ein Verbot!!! Wenn schon müssten die Kontrollen verbessert werden.

Dann sollten auch gleich sämtliche Action- und Horrorfilme ab 18, alle Kriminalromane und sämtliche Musikstücke, in denen über Gewalt gesungen wird, verboten werden. Ausserdem könnten wir ja gleich auch noch den Namen der Schweiz in "Volksrepublik Helvetia" umbenennen und entsprechend, das Internet einschränken und kontrollieren.

08.04.2008 19:26:00

Blogger Reto M. hat gesagt...

Ich finde es sehr gut, dass die Standesinitiative angenommen wurde und man bald schweizweit über dieses Thema diskutieren wird.
Insofern die FSK endlich funktionieren würden, bräuchte es kein Verbot. Aber ich persönlich bezweifle halt stark, dass es Killerspiele überhaupt braucht. Warum wollt ihr so was spielen?

08.04.2008 19:54:00

Anonym Oli hat gesagt...

Hier geht es doch nicht darum, ob es die Spiele braucht oder nicht. Es geht darum, dass jeder Mensch, selbst für sich entscheiden soll, was für ihn gut ist und was nicht. Selbstbestimmung und Freiheit sind die wichtigsten Grundsätze einer jeden Demokratie. Das wussten schon die Ostdeutschen, als sie 1989 Freiheit und Selbstbestimmung forderten indem sie proklamierten: „Wir sind das Volk“.

Dann könnten wir dies ja auch gleich zu einer Grundsatzfrage ausweiten: Braucht es Rotwein, Zigaretten oder Kaffee. Braucht es Actionfilme, Formel-1 Rennen oder Open Air Festivals uvm. Alles total unnötige Dinge.

Zu ihrer Frage, was Ballerspiele so ausmachen: zuerst mal die Atmosphäre, die ähnlich, wie bei einem Thriller unter die Haut geht. Dann die Möglichkeit einmal eine ganz andere Persönlichkeit sein zu können. Beispielsweise in die Rolle des Helden oder des Bösewichtes schlüpfen zu können oder sich mit anderen Spielern in einem Multiplayer-Game zu ganzen Truppen zu vereinen und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten.

Des Weiteren haben Studien erwiesen, dass diese Games auch was Gutes haben. Beispielsweise werden Reaktion- und Koordinationsfähigkeiten verbessert.

Mit einem Verbot werden wieder einmal Bürger/innen vom Gesetzgeber bevormundet und damit in die Illegalität gedrängt, denn eines ist sicher: „Kein Verbot hält mich davon ab, ein solches Game zu spielen“. Ich bin volljährig, habe keine Vorstrafen und auch sonst ticke ich völlig normal und deshalb sehe ich nicht den geringsten Grund, mich von meiner Regierung in irgend einer Weise bevormunden zu lassen. Ich entscheide selbst, welche Spiele ich spiele, wie ich auch entscheide, welches Buch ich lese, welche Musik ich mir anhöre oder welche Internetseiten ich besuche.

08.04.2008 23:59:00

Oli hat gesagt...

Nur noch etwas am Rande: Mich erstaunt es immer wieder, was für eine abstossende Doppelmoral die SP und ihre Exponenten doch fahren. Beispielsweise sind Sie für die Legalisierung von sämtlichen Drogen, aber gegen Killerspiele. Einfach lächerlich.

http://www.heute-online.ch/news/schweiz/artikel50906

Für mich ganz klar, die (A)Sozialste Partei der Schweiz. Kein Wunder verliert diese Partei am Laufmeter Wähler, wenn Sie seit Jahren solchen Mist verzapft.

09.04.2008 00:16:00

Anonym Anonym hat gesagt...

@ reto m. und Roland Naef(SP)

Warum braucht man Spiele dieser Art oder aber auch warum werden sie gespielt...eine ganz simple Antwort:
Wenn alles mit Regeln und Gesetzen eingezaeunt wird,das taegliche Sein mehr und mehr nicht mehr als Frei bezeichned werden kann, dann braucht es Instiktiv was zur Beruhigung.
Unser Instinkt und Ablauf entspricht noch dem eines "Neandertaler" der auf Jagd geht und Freiheit kennt, oder glaubt ihr wirklich das in einem Zeitraum von ca.800 jahren unser ganzes inneres Netz einfach so getauscht werden kann??
Dann seht euch mal das Beispiel Fett an: Bevor musste man ums Essen kaempfen und heute wird man dick nach sieben Tagen,was nichts anders meint als das unser System sich nicht so schnell unserem Lebenswechsel anpasst oder warum spielt unser Koerper nicht mit und baut das "zuviel" gefressene ab???
Ein spezielles Beispiel,das aber in den gleichen Topf gehoert: Versuchen wir nicht "primitiv" zu sein?!

Bei einem Kommendar las ich "Volksrepublik Helvetia"...so traurig aber langsam wirklichkeit.

09.04.2008 01:48:00

Anonym Anonym hat gesagt...

Ich hätte gerne ein Verbot für Politiker.

09.04.2008 07:46:00

Blogger Reto M. hat gesagt...

@ Oli:
Nun. Danke dir für deine Ausführungen. Unser Leben bestreiten wir ja nur in einer scheinbaren Einheit von Freiheit und Selbstbestimmung. Unser Recht auf diese beiden Güter sind ja nur so weit begründbar, bis sie nicht das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung eines anderen Menschen einschränken. Ich will nicht polemisieren. Denn wer sich solch reflexive Gedanken machen kann, wie du, ist bestimmt ein verantwortungsvoller Mensch und somit auch Spieler. Massnahmen sind aber bezüglich des Jugendschutzes unbedingt notwendig. Grossen Ausschlag hat im Grossen Rat auch das Votum eines alt Oberrichters gehabt, welcher von einem problematischen Zusammenhang von Gewaltdelikten mit sogenannten Killerspielen sprach. Wie verhindert man, dass Spiele und Filme FSK 18+ an jüngere Menschen geraten.
Der Vergleich mit der Drogenpolitik ist ein wenig ein Vergleich zwischen Apfel und Birne. Die SP ist für eine kontrollierte Drogenabgabe - mit dem Ziel des Suchtausstiegs. Diese Abgabe ist in der Illegalität nicht möglich. Das ist der einzige Grund.

@ anonym 1: Ich bin froh, dass wir heute nicht mehr nach den gesellschaftlichen Regeln der Neandertaler leben, zumal diese im Gegensatz zu unserer Gattung dem Homo Sapiens ja ausgestorben sind.

@ anonym 2:
Jawohl und dann? Was ist danach? Führen wir dann eine Volksherrschaft nach chinesischem Beispiel ein? Oder gilt dann endlich wieder das Recht des Stärkeren?

09.04.2008 08:19:00


Dienstag, 8. April 2008

Was haben ein Bär und ein Schlumpf gemeinsam?

Die nationale Abschusswoche, die in den letzten Tagen sowohl gegen den Bündner Bären JJ3, wie auch gegen die Bündner Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf eingeleitet wurde. Während der "Problembär" laut den Umsonst-Blättern scheinbar im neuen Berner Bärenpark Asyl erhalten könnte, stellt sich die Frage nach einer gesicherten und lebenswerten Bundesratsexistenz in Bern bei der SVP-"Problem"-Bundesrätin im Löwenkäfig der SVP-Parteispitze noch.
AllianceF hat zum Glück reagiert und bietet auch Letzterer einen möglichen Ausweg aus der Schusslinie in Form von Unterstützung an. Die Demo für Frau Widmer-Schlumpf soll am Freitag um 14 Uhr in Bern stattfinden. Erwartet werden 5000 Teilnehmerinnen. Es sind wohl vor allem Frauen gefragt, welche ein Zeichen setzen, ansonsten würde ich mir eine Teilnahme überlegen....

Lauter Kamele in Zürich

Bisher dachte ich, dass es in Zürich vor allem scharfe Hunde und weisse Schafe habe. Doch ich liess mich heute eines Besseren belehren.


Montag, 7. April 2008

Auf der anderen Seite

Gleich geht's mit Teilen der JUSO ins alternative Kino des Chrämerhuus. Ich bin gespannt.
Die Story des Films:

Eine Türkin kommt in Deutschland ums Leben, eine Deutsche stirbt in der Türkei - einmal rollt ein Sarg auf dem Istanbuler Flughafen heraus, einmal hinein. In wenigen Strichen werden Machtverhältnisse skizziert und vor dem Hintergrund des EU-Beitritts der Türkei besonders brisante Themen angesprochen. Die Schicksale von sechs Menschen kreuzen sich in und werden irgendwo zwischen Deutschland und der Türkei verwoben. Das eigentlich Besondere des Films aber liegt in der gelassenen Beiläufigkeit, mit der Akin etwas auch für heutige Zeiten Außergewöhnliches erzählt: Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, egal welcher Herkunft. (Fatih Akin – D / TR 2007)

Sonntag, 6. April 2008

Das Ende einer politischen Skype-Unterhaltung:

Müller Reto:
23:11
folgt sie dem Beispiel der Clintons, wird sie auf den Schlumpf folgen.
23:11
Aber nun gute Nacht.

Aber das wäre aus meiner Sicht dann wirklich "gute Nacht". Weitere Stichworte zur Lösung des Rätsels zur unbekannten Person sind: Sonntag, Harmos, Kolumne.

Politiker sind keine Ästheten

Oder wie kann man sich diese Gestaltung einer Einladung zu einem Anlass meiner jungliberalen Freunde bloss erklären?

Scheinbar hat irgendwer Wordart-Schriften als (einziges) Gestaltungsmittel in seinem Office-Word entdeckt. Die Grundregeln höchstens 1 Schriftart in maximal 3 verschiedenen Grössen auf einen Flyer zu bringen, wird sträflich verletzt, wobei der ganze Flyer im ärgsten einer schlechten Kebap-Karte ähnelt. Hinzu kommt ein unglaublich "pixeliges" Bild im Hintergrund. Ich vermute zudem stark, dass sämtliche Bilder per Google geklaut wurden.
Ich finde das schade. Ein guter Flyer, eine gut gestaltete Medieneinladung, ist die halbe Miete zu einem gelungenen Anlass. Das Thema ist ja interessant, die Podienteilnehmenden bekannt und höchst kompetent und es ist löblich, dass die Jungliberalen Langenthals wohl schon hinsichtlich der Wahlen im Herbst Presse machen wollen. Aber umso mehr leide ich an dieser stümperhaften grafischen Umsetzung.

Wenn man schon selber kein Ästhet ist, so sollte man doch innerhalb der FdP-Jungpartei zumindest das Geld haben, um sich einen Grafiker zu leisten.

Oder sollte ich einmal für Geld einen solchen Kurs anbieten?
Bei Gelegenheit werde ich morgen Montag ein paar meiner Flyer uploaden, damit man auch meine Arbeit kritisieren darf.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass sie damit (trotzdem) zahlreiches Publikum anlocken werden und einen Erfolg verbuchen können, obwohl heute fast niemand mehr an Podien geht.

Verluste bei allen Parteien - Gewinne bei der SVP

Die Kantonsratswahlen in den Kantonen Uri und Thurgau brachten keine Neuerungen.
In Uri verzeichnete die SVP Gewinne auf Kosten der CVP und FdP, welche beide noch über die Gründe rätseln.
In Thurgau verlor die SP extrem, wie auch die CVP und die FdP, demgegenüber kleinere Parteien und auch die SVP gewannen. Die SP Thurgau machte hierfür die schwachen (sozialen) Themen der nationalen Partei verantwortlich. Soziale Themen seien momentan nicht "sexy" wertete die Tagesschau hierauf. Es kann auch sein, dass die SP Thurgau vor vier Jahren wie in St. Gallen gewann und nun wieder zurückgestuft wird. Ich weiss das selbst nicht so genau.

Was mit Bestimmtheit gesagt werden kann: Der Kurs der SVP Schweiz wird von deren Wählerschaft toleriert und mobilisert weder auf der Seite der Linken, noch bei der FdP und CVP zusätzlich Wählende... leider.

Samstag, 5. April 2008

Überbauung untere Marktgasse Langenthal



Zusammen sassen wir vor dem Chrämerhuus an der Sonne und schauten den kauf- und konsumfreudigen Menschen zu und wie sich dieser Teil Langenthals mit sämtlichen Vor- und Nachteilen in kurzer Zeit in eine Stadt verwandelt hat. Mir persönlich gefällt der Bau nicht, obwohl das, was da vorher stand, nicht besser war. Das Neue: Etwas karg. Etwas grau. Zudem stand ich in einem Loft mit 136 Quadratmetern Fläche, kaum Balkon, aber einem städte(rekord)verdächtigen Mietzins von 3600 Franken. So weit sind wir nun in Langenthal gekommen...

Auch einen ersten Bettler zog dieser Publikumsmagnet bereits an. Worauf die Frage an unserem Tisch diskutiert wurde, ob jemand in Langenthal (oder in der Schweiz überhaupt) auf der Strasse betteln muss, um sein Überleben zu sichern. Auf jeden Fall fanden wir uns damit in der Sicht bestätigt, dass Langenthal nun zu einer vollwertigen Stadt "gereift" ist.

Freitag, 4. April 2008

Leistungsprimat oder Beitragsprimat in den Pensionskassen des Kantons Bern

Der Grosse Rat des Kantons Bern hat gestern beschlossen, dass er die Planungen zur Umstellung beider Pensionskassen der Staatsangestellten nicht auf Eis legen will, sondern früher oder später je nach Entscheid des Grossen Rates oder allfälligen Referenden am Primatwechsel festhalten will.

Nun. Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob man auf Grund der Basis des zuletzt bezogenen Lohnes die Rente erhält (Leistungsprimat) oder nach den individuell einbezahlten Beiträgen und vor allem nach der Rendite der jeweiligen Pensionskasse (Beitragsprimat). Diese Beiträge sollten für den Versicherten gleich hoch sein. Wenn da nicht bezüglich der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK) einige Fragezeichen zu setzen sind. Um die Umstellung für die Angestellten "kostenneutral" durchzuführen, wäre die Ausfinanzierung der bestehenden Versicherungslücke in der Höhe von 650 Millionen durch den Kanton nötig. Mal abgesehen davon, dass sowohl der Kanton, wie auch die Versicherten, solidarisch die Kasse nach deren Debakel vor rund 4 Jahren zu sanieren begannen, kann sich der Kanton Bern diese Ausfinanzierung wohl kaum leisten. Ausserdem bestehen bei mir bezüglich der Rendite der BLVK auf Grund der damaligen Ereignisse zusätzliche Fragen, ob die Grösse der BLVK ausreicht, um eine ansprechende Rendite die in einem Beitragsprimat zur Versicherungsleistung gehört, zu garantieren.

Nun. Der Grosse Rat hat entschieden. Er will den Wechsel. Aber alle betonten gestern, dass er nicht zu Lasten der Angestellten durchgeführt werden soll. Wie das auf Grund der Aufwendungen dann aber geschehen soll, ist mir schleierhaft und lässt mich an den Aussagen der bürgerlichen Mehrheit, die gestern obsiegte, zweifeln. Deshalb hier zur Erinnerung - das kann ich noch in 2 Jahren nachgoogeln - die Ratssplitter aus dem Langenthaler Tagblatt:

«Heute könnt ihr viel versprechen: Wenn einmal die Zahlen auf dem Tisch liegen, dürfte sich von euch niemand mehr daran erinnern.»
PETER BERNASCONI, SP/WORB.

«Der Primatwechsel ist nicht finanzierbar, und es gibt keinen Sachzwang, ihn jetzt zu vollziehen.»
DANIEL KAST, CVP/Bern.

«Ein Grossrat einer christlichen Partei sagte mir, ich wäre ein valabler Prediger.»
MATTHIAS BURKHALTER, SP/Rümligen.

«Man kann uns vorwerfen, wir planten heimlich einen knallharten Sozialabbau. Aber das ist nicht redlich.»
RUEDI SUTTER, FDP/Grosshöchstetten.

«Uns liegt das Wohl der Arbeitnehmenden am Herzen.»
ALFRED SCHNEITER, EDU/Thierachern.

«Nur wenn einmal die Fakten auf dem Tisch liegen, können wir die richtigen Entscheide treffen. Mich stört es, dass mit Angst argumentiert wird.»
BEATRICE SIMON, SVP/Seedorf.

«Wir werden einmal ganz sicher keinem asozialen Primatwechsel zustimmen.»
BETHLI KÜNG, SVP/Saanen.

Donnerstag, 3. April 2008

SVP - Widmer-Schlumpf Sitcom Teil 136

Es hat kafkaeske Züge bekommen. Das Theater, welches die SVP unter herzhaften Zugabe-Rufen sämtlicher Medienschaffenden in diesen Tagen wiederum zelebrieren kann.
Die Härte und die Konsequenz, welche die Parteispitze mit einem Rücktritts- und Ausschlussultimatum an SVP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf stellte, hat mich trotzdem erstaunt. Die SVP nimmt keine Rücksicht. Weder den politischen Gegnern gegenüber, noch vor Parteimitgliedern oder ganzen Kantonalparteien, welche sich der Führungsspitze mit den Scharfmachern der SVP Zürich nicht beugen wollen. Wenn nicht Blocher, dann auch kein anderer.

Oftmals fragte ich mich nun bereits, wann es die SVP Führung denn schafft, (endlich) den Bogen zu überspannen, dass die Leute der Partei sagen: "Hey! Stopp. So geht das nun wirklich nicht!" Doch immer noch habe ich das Gefühl, dass die Parteimitglieder ihrer Spitze kritiklos und blind folgen. Weisse Schafe - alles weisse Schafe die ihrem Hammel nachrennen, ob dieser nun auf eine Klippe zusteuert oder nicht. Wo sind sie, die kritischen Stimmen innerhalb der SVP - ausserhalb des Kantons Graubünden?

Ich prophezeie: Ende Mai ist die SVP Kantonalpartei Graubünden aus der SVP Schweiz ausgeschlossen worden. Und die Berner SVP Kantonalpartei wird ihr ein halbes Jahr später folgen (müssen).

Mittwoch, 2. April 2008

Mugabe und faire Wahlen?

Ja. Man könnte es fast vermuten, da heute seine Wahlniederlage in Simbabwe verkündet wurde.
Andererseits kann man eventuell auch böse spekulieren, wie gross der Verlust sein konnte, damit er ihn nicht mehr vertuschen konnte und somit nun der Opposition seinen Präsidentenstuhl übergibt.

Auf jeden Fall darf ich euch versprechen, dass ich mit achtzig Jahren bestimmt nicht mehr politisieren werde.

Dienstag, 1. April 2008

Belly Off! Belly Off!

Im Moment besuche ich meine Schülerinnen und Schüler im Rahmen unserer Schnupperprojektwoche bei ihren Schnupperstellen. Das sind immer äusserst interessante Gespräche und Einblicke in die reale Welt. ;-) Diejenige der Wirtschaft.
Auf jeden Fall macht es mir und den meisten Kindern und deren Temporär-Chefs Freude, wenn ich als Lehrkraft vor Ort auftauche.

So kam es denn auch, dass eine Schülerin Tiermedizinische Praxisassistentin schnuppert. In der Praxis stand auch eine grosse digitale Waage. Ich denke für Hunde und anderes Getier... 200 kg. Also sagte ich zu ihr: "Nu denn. Wenn die Waage 200kg trägt, dann wird sie auch mein Gewicht aushalten." Man erinnere sich an das Belly-Off-Projekt, das klammheimlich zu versumpfen begann.
Ich stieg auf die Waage. Das nette Lächeln der Schülerin verzog sich in meiner Wahrnehmung langsam in ein hämisches Grinsen. "Belly Off! Belly Off!", schien die Waage in meinem Geiste zu schreien. Unglaublich. Obwohl ich mich dünner fühlte in den letzten Wochen, war das per Ziffer nicht ablesbar. War ich schon mal so schwer? Wie schwer musste ich vor ein paar Wochen gewesen sein? Ich wagte nicht zu fragen, ob ich das Doppelte meiner Schülerin wöge, als der zierliche Teenager neben mir auf die Waage schaute. Aber ich vermute stark.

"Jetzt ist aber fertig.", sagte ich meinem inneren Schweinehund. Heute ging ich 1 Stunde Inlineskaten und morgen Nachmittag 15.30 Uhr habe ich den Einstiegstest und Gesundheitscheck im Fitnesscenter. BELLY OFF! Reloaded... das darf nicht wieder versumpfen.

Übermotivation büssen Teil 2

video

ziemlich verospelt

Zwar machten mich Bruder und Kollegen der Konkurrenzbank CS bereits darauf aufmerksam, dass die UBS einen stattlichen Anteil an sogenannten "Ramschhypotheken" besässe, welche sie noch nicht abgeschrieben hätten und doch glaubte ich beim Einschalten des Teletextes heute Morgen an einen 1. Aprilscherz.

Das ist für die ganze Schweiz schon sehr schockierend.... Verlust im 1. Quartal 12'000'000'000 CHF. Da 19'000'000'000 CHF Abschreiber. Und nun ospelt er auch einfach davon....