Mittwoch, 17. Dezember 2008

Nazis unter uns. Früher und jetzt.

Die Frage nach der Nazi-Vergangenheit Langenthals beschäftigt weiterhin. Beide Zeitungen (Berner Zeitung und Langenthaler Tagblatt) mit Lokalredaktionen brachten heute wiederum grosse Berichte, insbesondere auch der Gerüchte um die Langenthaler Porzellanfabrik wegen, die besagen, dass dort einerseits glühende Nazi-Verehrer auf Nazi-Verhinderer getroffen sein sollen, die wohl gegenseitig schwarze Listen führten und einander ebenfalls beiderseits (Tauglichkeit hin oder her) gegenseitig den Ofen versprachen.

Die Diskussion entfacht nun darob, inwiefern oder überhaupt man die Sache - welche mehrheitlich auf Gerüchten basiert - aufrollen solle.
Fakten - Zahlen oder Listen - sind heute fast keine mehr auszumachen. Eine Seite - insbesondere von besagter Firma - spricht sich verständlicherweise für das Beruhen lassen aus - Historiker sähen den Zeitpunkt des geschichtlichen Aufräumens als angebracht an.

Wenn ich in meinen letzten 14 Tagen als höchster Langenthaler etwas dazu sagen darf:
Ich fände eine Aufarbeitung der Geschichte Langenthals auch in diesem Punkt enorm wichtig. Die Quellen - die heute meist (nur) noch mündlich überliefert sind - müssen gesichert werden, denn sie beginnen mit zunehmenden Alter zu verstummen. Es darf nicht sein, dass wir fahrlässig vergessen lassen, was war. Auch wenn wir so etwas heute locker und ruhigen Gewissens sagen dürfen: Die Zeit damals war äusserst schwierig und ich kann die politische Schweiz verstehen, dass sie sich mit Konventionen hinsichtlich beider Kriegslager wohl für fast alle möglichen "Endsiege" gewappnet sah. Das geht auch an der Bevölkerung nicht spurlos vorüber. Es ist für mich gut vorstellbar, dass sich die Schweiz damals in verschiedene Lager aufteilte.

Wichtig fände ich auch die Konsequenzen bezüglich des Neo- oder sonstigen Rechtsextremismus' in unserer Stadt in der heutigen Zeit. Dreimal dürfen sie raten, wo der heutige Treffpunkt für Menschen rechtsextremer Gesinnung in Langenthal ist. Genau. Auf dem Areal der Porzellanfabrik. Das hat zwar keinen direkten Zusammenhang mit der Porzellanfabrik und doch ist es an der Zeit, dass wir Politkerinnen und Politiker uns zu überlegen beginnen, wie wir in Langenthal Extremismus begegnen wollen. Verschweigen, Ruhen lassen, Wegschauen bringt's nicht. Wir müssen den Problemen, die wir früher hatten, aber auch denjenigen, die uns heute umgeben gegenübertreten und Lösungen bringen.

Übrigens. Schlussendlich bleibt die Tatsache noch bemerkenswert, dass Robin Bhattarchaya genau das mit seiner Provokation erreicht hatte, was er wollte. Eben doch ein genialer Künstler.

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