Sonntag, 14. Dezember 2008

Joe the Plumber - Ueli der Maurer

Hans der Klempner.
Ueli der Maurer.

Menschen "mit Handwerk" prägen die Politik und werden zu symbolhaften Charakteren republikanischer und konservativer Parteien stilisiert, welche das Ruder für die Partei herumreissen sollen. Doch ähnlich wie das Image "Joe the Plumbers" werden vielleicht auch die Träume der SVP an "ihren" Bundesrat Maurer zerbröckeln.

Joe "the plumber", welcher im amerikanischen Wahlkampf Barack Obama vor laufenden Kameras eine Frage stellte, ob er als KMU-Angestellter mit 200'000 US-Dollar Lohn pro Jahr nach seinen Steuerreformplänen mehr Steuern zahlen müsse und so seine Firma, in der er jetzt noch angestellt sei, dann nicht kaufen könne und von Obama die Antwort erhielt, dass er mit so viel Lohn mehr bezahlen müsse, so dass McCain an der nächsten TV-Debatte den Begriff "Joe the Plumber" mehr als 20mal benutzte und Barack Obama mit demselben Begriff rund 18mal antwortete, bis man schliesslich herausfand, dass besagter Joe nie und nimmer so viel Lohn erhält und zudem noch Steuerausstände hatte. Gut. Vielleicht wurden ihm diese nach der Werbung für die Republikaner erlassen, da er für kurze Zeit die Hoffnung auf einen Sieg durch eine Schwächung des Gegners erreicht hatte. Den Rest der Geschichte kennen wir längst. Er handelt von "Change" und nicht vom Rückschritt.

Nun hofft die SVP also mit Ueli (dem) Maurer wieder Tritt in der Regierung zu fassen, mit einem Mann, welcher scheinbar die SVP, deren Wählenden und Parteiziele vertritt. Was mir misshagt, ist die Tatsache, dass nun der grösste Widersacher von Bundesrat Samuel Schmid Erbe seines Sitzes wird. Solche positiven Erlebnisse durch an Mobbing grenzende Methoden stärken den Täter und führen normalerweise zu weiteren Opfern, bis die Täterschaft merkt, dass sie mit den Methoden nicht zum gewünschten Ziel kommen kann, zumal ich ganz persönlich das Gefühl habe, dass man die SVP in ihrer selbst gewählten Opposition gerne noch ein wenig hätte schmoren lassen dürfen, zumal es grundsätzlich falsch ist, dass diese Partei aus ihrer eigenen missratenen Opposition heraus, Bedingungen an das Parlament stellte, zu welchen ich mich nie hätte zur Wahl Maurers hinreissen lassen. Einige sprachen dahingehend von Erpressung. Das will ich nicht. Denn es ist dem Parlament überlassen, ob es die Bedingungen eingehen will oder nicht. Der denkbar knappste Ausgang hat entschieden. Sie wollten es so.

Die Vorgänge von letzten Mittwoch erscheinen mir heute trotzdem immer noch dubios. Diejenigen, welche schlussendlich ihre Hoffnungen und Stimme in Ueli Maurer setzten, müssen diesen nun auch tragen. Auf dem Weg zur besten Armee der Welt. Wohl ohne Sport im VBS - oder lassen die SVP'ler nun plötzlich ihre Demontage-Pläne des VBS' fallen?

Wie dem auch sei. Ueli Maurer ist drin. Bleibt zu hoffen, dass er die Schweiz nicht einmauert, sondern seinen Worten treu bleibt und ein konkordanter Bundesrat ist. Nicht nur ein numerisch konkordanter Bundesrat! Viel Glück, Ueli (der) Maurer.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Spielereien mit dem Nachnamen sind ja sowas von uncool.

Reto M. hat gesagt…

"Jawohl.", sagt Reto der Müller.