Mittwoch, 19. November 2008

Wie komme ich als Partei an Geld?

Dies ist eine Hommage an meine Kommentatoren... es sind ja vor allem fast nur Männer... leider.
Ich danke euch vielmals für die angeregte Diskussion zum vorhergehenden Post. Super spannend und deshalb möchte ich eine neue Runde lancieren:

Ich möchte nochmals und vor allem meinen Standpunkt in Sachen SVP und Blocher darlegen und begründen, warum sich die SVP selbst in dieser Thematik so stur und irgendwie auch unbelehrbar anstellt.

Derjenige Mann - nennen wir ihn mal beiläufig Christoph - der deinen Verein Jahr für Jahr mit Millionen unterstützt hat, möchte gerne nochmals Chef werden. Du getraust dir aber nicht - aus Angst, dass er seine Liebe (Geld) und sein Engagement (Geld) dem Verein entziehen könnte - ihm dies direkt zu sagen, obwohl alle merken, dass er den Zenit längst überschritten hat und mittlerweile ein alter, grauer und doch auch vom System und der Schweizer Politik verbitterter Mann geworden ist.
Du hast zwei Möglichkeiten: Du sagst es ihm ins Gesicht und nimmst den Entzug in Kauf oder du machst es auf die feige Art und lässt andere über das Schicksal entscheiden, so dass du ihm dann sagen kannst:

"Christoph mir händ di alli wölle. Aber die andere böse Parteie händ di eifach verhinderet, wöll sie nid wend, dass de bescht und gschiidscht ad Macht chunt. Die wänd uf ihrer fuule Huut blibe ligge. Mir bruuche dis Gäld um üsere Politik au künftig zum Durchbruch z'verhälfe und i däm Bärn ufzruume."

Es fragt sich einfach, ob man alte und ev. leicht senile Männer und Frauen vor derartigen Legatschleichern, die einem den Himmel auf Erden versprechen, obwohl es ohne Aussicht ist, nicht per Gesetz schützen müsste.

Kommentare:

Titus hat gesagt…

Reto, wenn wir mehr Transparenz bei der Parteien-, Wahl- und Abstimmungskampffinanzierung wollen, dann müssen wir eine Volksinitiative starten. Die Mehrheit im Parlament wird sich wohl immer dagegen stemmen. Ich denke, eine solche Initiative könnte durchaus Chancen haben. Denn: Keine Partei wird es wagen, sich beim öffentlichen Abstimmungskampf dagegen zu wehren (niemand will dann ja als jemand gelten, der die Dinge weiterhin vertuscht haben will).

Wenn wir diese Transparenz haben, erübrigen sich die restlichen Fragen von alleine...

Titus hat gesagt…

Apropos nur männliche Kommentatoren eine Bemerkung am Rande und leicht off-topic:
Angenommen, eine gewisse Rita würde gewählt, dann hätte die Schweiz erstmals eine Regierung, die mehrheitlich aus Frauen bestünde (und die BDP-/SVP-Vertretung im Bundesrat enthielte nur Frauen!). Wie die Dinge doch plötzlich sich positiv verändern könn(t)en...

Reto M. hat gesagt…

Für eine solche Volksinitiative wäre ich sofort am Sammeln. Im bernischen Kantonsparlament wird der Vorstoss alle Jahre mal für mal immer wieder abgelehnt.

Die Frage bleibt offen, ob wir dann einfach Spendenskandale anziehen würden, wie in Deutschland. In den USA funktioniert's aber.

Es wäre an der Zeit, dass nicht nur die PolitikerInnen ihre Interessensbindungen angeben müssen, sondern auch die Parteien.

Was die Frauenfrage im Bundesrat betrifft, würden wir wohl in der Genderskala der Länder von 14 gleich unter die Top 5 vorstossen.
Das Geschlecht ist für mich bei dieser Wahl nicht massgebend. Rita Fuhrer wäre aber aus meiner Sicht durchaus wählbar.