Montag, 10. November 2008

Blogger bloggen. Würden sie es besser lassen?

Man kann sich schon fragen, weshalb es Menschen gibt, die sich die Mühe machen, hier und andernorts immer Internet immer wieder ihre Spuren zu hinterlassen und ihre Meinung aller Welt kund zu tun und das, obwohl sie sich danach nahbar und je länger, je angreifbarer machen.

Blogger.

Ich werde mich nicht bemühen, den von David Bauer mit seinem Sonntagszeitungsartikel über Bla-Bla-Blogger lancierten offenen Schlagabtausch hier wiederzugeben oder zu kommentieren. Meine Meinungsspuren habe ich in Kommentaren in Artikeln zum entsprechenden Thema längst andernorts hinterlassen. Aber ich muss schon sagen, dass es groteske Züge annimmt, was sich die Sonntagszeitung im offenen Streit mit Bundesrat Moritz Leuenberger im Moment leistet und diesem Fragen stellt, die man einem Bundesrat eigentlich aus Anstand nicht stellen sollte. Meine Theorie: Durch seinen Blog wird er nahbarer als andere Bundesräte. Und daher fragt die Sonntagszeitung auch unverfroren, ob er Radio Energy den Stecker zog, weil ihn Roman Kilchsperger scheinbar mal als schwulsten Hetero bezeichnete. Wobei sich Bundesrat Leuenberger dann in seiner Richtigstellung zur Frage im Blog, die er scheinbar nicht beantworten wollte und laut neuerlichen Behauptungen der Sonntagszeitung damit durch ihn selbst zensiert worden sei, dann im Kommentar auch mit dem Vorwurf eines Homosexuellen konfrontiert sieht, dass es keine Schande sei, diese Frage zu beantworten und er mit dem Nichtbeantwortenwollens Homosexuelle diskriminiere.

Tja. Fragt man sich dann. Wäre es nicht besser einfach nichts zu sagen?

Man könnte sowohl verhindern, dass man plötzlich zwischen die Fronten der konventionellen Holz- und der neuen Internetmedien gerät. Wie auch, dass man sich im Blog als Person, wie auch mit der eigenen Meinung vor Kommentaren zu rechtfertigen hat.

Trotz- oder gerade wegen all dem bin ich überzeugt, dass Blogger eine Existenzberechtigung haben und dass es gut ist, dass man seine Meinung kund tut und diese auch gegenüber ungerechtfertigten Angriffen verteidigt. Ich versuche schon gar keine drohende Adaption in die Politik zu machen.... Ich möchte meiner Leserschaft aber danken: Dafür, dass sie eine Existenzberechtigung meiner Meinung im Medium Internet durch ihre Besuche und meines Blogs in den Kommentaren zum letzten Post öffentlich gemacht hat. Wie auch anderen Bloggern, welche dieses Portal als gutes Beispiel nennen - auch wenn sie sich vielleicht täuschen mögen... danke auf alle Fälle.

Das ist Rekord. 6 Kommentare auf 2-3 Sätze meinerseits und das nur wegen eines anonymen Schwätzers. Danke. Wir (Blogger) machen weiter und wie schon oft betont, auch wenn das, was ich hier oder andere schreiben, niemanden interessieren sollte. Who cares. ;-)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sie (und Ihre drei Fans) liegen im guten Durchschnitt. Bei sechs (linken und rechten) Blogs lag die Schmerzgrenze zwar unterschiedlich hoch, alle aber waren ausserstande auf Kritik angemessen zu reagieren. Erstaunlicherweise waren die äussersten Rechten eher bereit gewisse Ungereimtheiten einzugestehen. Völlig gleichgeschaltet (und vielleicht gleichgeschult?) die Sozis. Sobald auch nur im Promillebereich ein Erklärungsnotstand eintritt verhalten sie diese Sorte Blogschreiber und ihre Fans deckungsgleich. Sie kopieren sofort die Genossen der grossen Politik. Es wird nicht argumentiert, es wird gewertet. Es ist der Stil. Der Gegner wird beschimpft. Der Gegner pöbelt, ist nicht anständig, ist populistisch und verfügt über null Kultur. Und fast augenblicklich wird Zensur verlangt. So auch bei Ihrem Blog. Doch die Recherche war spannend und ich freue mich auf den entsprechenden Artikel, die Arbeit hat mir Spass gemacht. Sie brauchen sich also nicht zu fürchten, ich bin als Journalist weit weg vom Oberaargau und keine Konkurrenz bei den nächsten Wahlen. Den Preis für den peinlichsten und selbstverliebtesten Blog jedoch haben Sie ehrlich verdient.

priska hat gesagt…

Sie sind Journalist? Das glaubt Ihnen aber keiner! Ihre Ausdrücke sind sogar in diesem angeblichen "outin-Artikel" z.T. ziemlich daneben, Sie schreiben auch hier noch wahnsinnig tendenziös und absolut nicht als hätten Sie ernsthaft Reaktionen von Blogger aller politischen Couleur gestest und Ihre Aussagen sind kuam glaubwürdig sowie nicht belegt.
Wollten Sie sich wirklich outen, könnten Sie nun auch einen Namen angeben.
Schauen Sie, nicht wenige von uns LerserInnen haben auch scho Diskussionen auf politisch rechts gerichteten Blogs verfolgt und kommentiert. Dass diese eher bereit seien, gewisse Ungereimtheitn einzugestehen müssen Sie definitiv zuerst beweisen.
Doofe und porovziernede Kommentare anonym in Blogs zu hinterlassen um die eingenen Vorurteile gegenüber Linken zu verfestigen ist einfach nur peinlich. Sich danach als Journi auszugeben schwächt Ihren angeblichen Berufsstand.
Oder schreiben Sie für David Bauer, damit dieser in seinen peinlichen Artikeln anonyme Kommentare verwenden kann?
Ihre persönlichen Angriffe auf den offenbar politischen Gegner zeugen nicht gerade von sachlicher Diskussionskultur.
Egal ob Sie aus dem Oberaargau sind oder nicht: vor Konkurrenz braucht sich offenbar niemand zu fürchten.
Ich bin nicht für Zensur. Sollen die Leute nur lesen, wie viele Leute es gibt, die nicht zu Ihren Meinungen stehen können und einfach nur provozieren wollen. Als LeserIn, die konstruktiv diskutieren will, ärgern solche Kommentare manchmal. Man kann sie aber auch ienfach ignorieren. Reto hat immerhin jeden davon beantwortet. Ich glaub nicht, dass ich das auf meinem Blog getan hätte...

Bruder Bernhard hat gesagt…

ich finde auch, Sie sollten die anonymen Kommentare löschen. Diese CopyPasteWiederholungen aus der rechten Gebetsmühle sind wegen ihrem hohen Gehalt an Floskeln inhaltsleer und damit hier fehl am Platz. Das fände ich auch, wenn es linke Floskeln wären.
Im Übrigen möchte ich auf meinen Nachweis der fehlenden Recherche bei David Bauer (Sonntagszeitung) hinweisen. Es stört mich extrem, dass Blogs trotz solch sachlicher Kritik immer "fehlende Argumente" bzw. "fehlende Recherche" unterstellt wird, gopf!!!

Genosse hat gesagt…

Herr Anonym,

"aber waren ausserstande auf Kritik angemessen zu reagieren."

Meinen sie mit Kritik ihre angemessenen äusserungen wie "besch***ene Sozisitzungen"? So schreibt kein recherchierender Journi sondern ein rechter Provokateur.

heinz_be hat gesagt…

Die oben genannte Kritik der Beschimpfungen, Pöbeleien und absprechen der Kultur ist - wenn man sich das politische Ringen der letzten 2 Jahre nochmals vor Augen führt – nicht ganz von der Hand zu weisen. Allerdings muss man zwischen Sozialdemokraten und JUSO’s differenzieren. Leider ging einigen JUSO’s sprichwörtlich der Gaul durch und es kam tatsächlich zu Verfehlungen im Umgang mit politischen Gegnern. Aber fairerweise muss man erwähnen, dass vorab die SVP mit den genau gleich harten Bandagen "gekämpft" hat. Wenn man den Umgangston in unserer Politik kritisiert, so müssten sich alle politischen Lager an der Nase nehmen.

Tom hat gesagt…

es ist schon ziemlich witzig, wenn anonym jemandem vorwirft, auf kritik nicht angemessen reagieren zu können. dieses problem hat er freilich nicht, er kommt gar nicht soweit, weil er nicht bloss mit kritik nicht umgehen kann. er ist völlig ausser stande, schon nur eine andere meinung zu akzeptieren und auf einem halbwegs haltbaren niveau zu einem austausch derselben bei zu tragen.

Jannik hat gesagt…

@anonym. Nicht schlecht formuliert. Unsere politische Linke besteht eh nur noch aus Studierten und sonstigen elitären Persönlichkeiten. Macht es sich zum politischen Ziel die "Schwachen" vertreten zu wollen, schaut aber im gleichen Atemzug auf alle hämisch herab welche ihrer Meinung zu wenig Schulbildung absolviert haben. Keine Partei hat so ein Kasten-Denken wie unsere Sozialdemokraten.

Reto M. hat gesagt…

@ anonym:
Dann sagen Sie uns doch bitte mal auf welchen Artikel wir in welcher Zeitung denn gespannt warten können. Ich denke, dass uns dies nun am meisten wundert.

Mit Verlaub... sollte das alles stimmen, was Sie uns hier mit dem neuerlichsten Kommentar auftischen möchten, dann entbehren Ihre Recherchetechniken jeglicher journalistischen Grundlagen und Gepflogenheiten. Henusode.

Aber dann seien Sie doch so fair und sagen, wo das Ganze erscheint, denn sonst stimme ich einer Verwendung meiner Angaben als Quelle nicht zu.

So einfach ist das. Was Ihre Meinung betreffend meines Blogs betrifft, so darf ich Ihnen gerne sagen, dass ich sie als Ihre Meinung akzeptiere. Erwarte aber von Ihnen als Journalist eigentlich schon eine differenziertere Haltung.
Scheinbar ist es ja momentan in Mode, dass man die Schweizer Blogszene als Versuchslabor missbraucht und einfach mal etwas behauptet...

Aber ich habe nicht gewusst, dass Bertelsmann in Ittigen eine Zeitung besitzt, geschweige denn ein Provider in Dübendorf, welcher für Ihre IP (mal so spekulativ) zeitlich auch in Frage käme.

Wie dem auch sie. Egal. Ihre Recherchen sind ja abgeschlossen und so warten meine Lesenden und ich gespannt auch den geschätzten Artikel.

Inhaltlich teile ich vieles der anderen Kommentatoren und -innen. Insbesondere dieses Mal bei Priska, Tom, Bruder Bernhard, Genosse und Heinz_be. Ich danke euch für eure kritischen, aber fairen Stellungnahmen. Ich weiss, dass wir nicht immer gleicher Meinung sind, aber dass wir diese niveauvoll diskutieren und sich niemand hier oft der ***-Sprache zu bedienen hat.

In diesem Sinne - leider fehlt mir die Zeit ausführlich auf euch alle einzugehen - grüsse ich euch herzlich und wünsche uns weiterhin hier und anderorts in der Politik fruchtvolle Diskussionen. Euer Reto M.

mättu schmid hat gesagt…

Ach, immer diese Daseins-Rechtfertigungen. Ich will Meinungen zu Sachthemen. Reto, du brauchst zwar keine Vorschläge, hier kommen trotzdem ein paar :-):

- Grünliberale und EVP in Langenthal in einer Fraktion - kommt das gut? Wo sind die Gemeinsamkeiten?
- Rainer-Marc Frey, VR der UBS verkauft ein riesiges Aktienpaket. Böser Abzocker? Peter Wuffli zahlt Millionen-Boni zurück. Guter Abzocker? Und was hat das mit der Finanzkrise zu tun?
- Veganer dürfen nicht mehr ins Militär, weil die Sonderbehandlung zu teuer ist. Warum finanziert die Armee dann Nichtraucher-Programme (= ebenfalls teure Sonderbehandlung...)?

Reto M. hat gesagt…

@ Mättu Schmid:
Das nenn' ich einen professionellen Ansatz. Ich danke dir für deine Inputs. Werde gerne im Verlaufe des Tages wohl 1 davon aufgreifen. Ich wollte auch schon mal einen Aufruf an die Lesenden machen, mir Themen zu nennen, über welche sie einen Eintrag wünschen, hab's dann aber verworfen, da ich mir dadurch selbst Produktionsdruck auferlegt hätte.

daniel.steiner hat gesagt…

Der erste Vorschlag scheint mir noch spannend zu sein *smile*