Dienstag, 18. November 2008

Blocher: «Ich muss das jetzt machen»

So gesagt im Interview mit der Berner Zeitung und von mir nachgeblablat.
Er glänzt auch mit anderen Aussagen:
"Trauen Sie sich das Amt erneut zu?
Ich bin nicht sicher, ob ich in diesen schweren wirtschaftlichen Zeiten die schwierige Aufgabe, allein gegen sechs andere, erfüllen kann. Wir werden ja wahrscheinlich das VBS übernehmen müssen. Das ist eine Herkulesarbeit. Ich würde es jedoch machen. Die vier Jahre im Bundesrat ermutigen mich dazu. Ich habe einiges bewirkt, obwohl ich alleine war."

Das ist ein Affront, nicht nur seine Aussage, sondern sämtliche Bestrebungen so jemanden wieder in eine Kollegialbehörde einbinden zu wollen. Schiffbruch Steuerbord. Oder rechts davon.

Zudem finde ich es recht krass, dass man in Zürich hauptsächlich die Person möchte, welche zur Hetzkampagne gegen den bisherien VBS-Chef Bundesrat Samuel Schmid auch beigetragen hat. So könnten die unrühmlichen Dinge, welche hauptsächlich von der SVP Zürich gegen Samuel Schmid gesagt und getan wurden, also doch in ein erfolgreiches Mobbing münden. Darf das sein?
Nein.

Kommentare:

heinz_be hat gesagt…

Mir scheint der Hoffnungsschimmer auf Rückkehr zur Sachpolitik ist dahin resp vertagt sich wieder um Monate nach hinten. Und schon beginnt erneut das Hickhack um die Person Blocher. Und ich dachte man könnte dieses Kapitel endlich ruhen lassen. Ich rechne Herrn Blocher nicht viele Chancen zu um dieses Ziel zu erreichen. Wenn sich die SP nur nicht wieder in eine "Sperrfeuer-Politik" verrennt, sondern sachlich bleibt und einfach das tut was man tun muss, ohne grosse Polemik und Geschrei.

Reto M. hat gesagt…

@Heinz_be:

Ich bin recht zuversichtlich, dass die SVP Fraktion sich für ein Zweierticket entscheidet. Zumindest so hat es aus der Mehrheit der Mäuler heute in der Mittagstagesschau geklungen. Würde dann bedeuten, dass das Aufstellen - wie im Wahlkampfblog beschrieben - nur eine Art Königsmache wäre und der SVP auch weiterhin die Millionen garantiert, die Blocher hineinwirft. Es ist ja dann nicht so, dass die SVP ihn nicht mehr wollte. Millionen weiterhin herzlich willkommen.

Was kostet so ein SVP Bundesratssitz wohl?

Andreas Kyriacou hat gesagt…

Und wenn sich der Zürcher Flügel doch durchsetzt und Blocher alleine auf dem SVP-Menu steht? Muss dann der ewige Knecht Ueli die Wahl ablehnen, wenn das Parlament doch ihm die Stimme gibt? Oder schliessen die Zürcher ihn dann aus der Partei aus?

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

und der clou ist, dass toneli brunner heute allen ernstes meinte, er werde jetzt mal bei den anderen parteien sondieren, ob blocher für sie wählbar sei.

der scheint unter massiven wahrnehmungsstörungen zu leiden.

daniel.steiner hat gesagt…

Wieso nur legt sich Blocher nicht endlich auf seine Couch an der Goldküste und geniesst das Leben als gutbetuchter Pensionär?

Blocher verspielt noch seinen (berechtigten) Platz in den Geschichtsbüchern und wird zur Lachnummer der Nation.

Aber warum sorge ich mich eigentlich um Samichlaus C.B. und Schmutzli T.B.?

Anonym hat gesagt…

weshalb spielt alles das svp spiel mit? lasst die doch machen und wenn sie eben niemanden wählbaren findet nehmt eine Person aus einer anderen Partei ich finde es nicht so schlimm wenn die svp noch 10 oder 11 Jahre in der Opposition verbleibt. Meiner Meinung nach richtet sie dort weniger Schaden an als in der Regierung.

hansruedi

Titus hat gesagt…

@ Andreas
Die Ausschlussklausel sieht auch eine Hintertür vor, siehe SVP-Statuten (Art. 9, Abs. 5). Wenn diese jedoch zur Anwendung kämme, dann ist die SVP unglaubwürdig: BR EWS schliesst man aus, aber z. B. Ueli Maurer nicht...


Schauen wir's doch positiv an:
Mit der Nicht-Wahl von alt-BR CB wird das Thema "Wiederwahl" endlich erledigt sein.

Reto M. hat gesagt…

Liebe Leute:
Ich danke euch vielmals für die angeregte Diskussion. Super spannend.
Ich möchte nochmals und vor allem meinen Standpunkt darlegen.

Derjenige Mann - nennen wir ihn mal beiläufig Christoph - der deinen Verein Jahr für Jahr mit Millionen unterstützt hat, möchte gerne nochmals Chef werden. Du getraust dir aber nicht - aus Angst, dass er seine Liebe (Geld) und Engagement (Geld) dem Verein entziehen könnte - ihm dies direkt zu sagen, obwohl alle merken, dass er den Zenit längst überschritten hat und ein alter, grauer, verbitterte Mann geworden ist. Du hast zwei Möglichkeiten: Du sagst es ihm ins Gesicht und nimmst den Entzug in Kauf oder du machst es auf die feige und weichschn... Art und lässt andere über das Schicksal entscheiden, so dass du ihm dann sagen kannst: "Christoph mir händ di alli wölle. Aber die andere böse Partei händ di eifach verhinderet, wöll sie nid wend, dass de bescht und gschiidscht ad Macht chunt. Mir bruuche dis Gäld um üsere Politik au künftig zum Durchbruch z'verhälfe."

Es fragt sich einfach, ob man alte und ev. leicht senile Männer und Frauen vor derartigen Legatschleichern, die einem den Himmel auf Erden versprechen, obwohl es ohne Aussicht ist, nicht per Gesetz schützen müsste.